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reggaetyp

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Bei neuen Modellrechnungen geht man von  einem Peak von ca. 250 aus und was entscheidend ist es muss pro Woche 2 Mio Impfungen verabreicht werden, damit nicht noch eine 4. Welle kommt. Man geht auch davon aus das ungefähr 6 Wochen Lockdown gibt. Es werden auf jeden Fall noch harte Monate

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-dritte-welle-106.html#xtor=CS5-48
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Hast du eigentlich gelesen, was du da verlinkt hast?
Du bringst gerade ziemlich viel durcheinander.
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Dieses Wochenende sind wieder Demos von Coronaleugnerdeppennazisesos angemeldet, u.a. in Nürnberg, Chemnitz, Darmstadt.
Wir können ja dann mal schauen, wie die Polizei reagiert.
Ich bin gespannt.
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Auf Mallorca steigen die Fallzahlen wieder.
Wer hätte das gedacht?

Als Reaktion darauf hat die Regionalregierung die einschränkenden Maßnahmen verschärft.

Wann geht das mal endlich in die Schädel rein: Mehr Mobilität (v.a. im Ausland) gleich mehr Kontakte gleich mehr Infektionen.
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reggaetyp schrieb:


         Das mag sein, das das rechtlich problematisch war mit der sogenannten Osterruhe, ändert aber nichts daran, dass die Politik leider vielmehr auf Druck der Lobbyisten handelt anstatt den dringenden Ratschlägen der Experten zu folgen.


Sie folgen doch den dringenden Ratschlägen der Experten. Wirschaftsexperten.

Natürlich hast Du recht, dass die Regierung grundsätzlich der Wirtschaft in den Ar... kriecht. Aber was erwartest Du vor allem von der Union? Dass sie eine Politik macht, die vornehmlich die Linke und Teile der SPD und Grünen fordern? Das wäre ja absurd. Dafür wurde sie ja nicht gewählt.

Wenn die Leute jetzt zurecht merken, dass diese Art von Politik scheisse ist, können sie sich ja schon in 6 Monaten umentscheiden und mal ein Zeichen setzen.
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Clemens Fuest und auch Marcel Fratzscher z.B. befürworten einen harten zeitlich begrenzten echten Lockdown.
A) weil er Menschenleben rettet
B) weil die Wirtschaft viel mehr unter dem ewig langen Larifarizustand und der unklaren Erwartung leidet.

Und zum anderen: Ich erwarte von der Union, dass sie den Bürgern und Einwohnern Deutschlands hilft und sie schützt.
Selbst die Mehrheit der Unionwähler dürfte daran interessiert sein.
Und dafür haben sie diese MdBs gewählt, denke ich.
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Haliaeetus schrieb:

Ja, ist richtig. Aber auch das Angreifen von Pressevertretern, Gegendemonstranten oder Polizisten stellt Straftaten dar gegen die man vorgehen könnte.
Nicht, dass das nicht auf anderen Demos nicht auch vorkommen könnte. Aber derart konsequent, wie das bei den Querdenker-Demos hingenommen wird, ist schon erschütternd.

Nur zur Erweiterung der Sicht auf die Dinge:

"Beim Polizeipräsidium Nordhessen werden derzeit 49 Strafanzeigen bezüglich der Demonstration in Kassel bearbeitet, teilt Sprecher Matthias Mänz auf BNN-Anfrage mit. Dabei gehe es auch um Körperverletzung."

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60revax schrieb:

Haliaeetus schrieb:

Ja, ist richtig. Aber auch das Angreifen von Pressevertretern, Gegendemonstranten oder Polizisten stellt Straftaten dar gegen die man vorgehen könnte.
Nicht, dass das nicht auf anderen Demos nicht auch vorkommen könnte. Aber derart konsequent, wie das bei den Querdenker-Demos hingenommen wird, ist schon erschütternd.

Nur zur Erweiterung der Sicht auf die Dinge:

"Beim Polizeipräsidium Nordhessen werden derzeit 49 Strafanzeigen bezüglich der Demonstration in Kassel bearbeitet, teilt Sprecher Matthias Mänz auf BNN-Anfrage mit. Dabei gehe es auch um Körperverletzung."

Inwiefern soll das jetzt z.B. meine Sicht auf die Dinge erweitern?

Die Polizei hat in Kassel total versagt. Wie auch vorher in München, Berlin, Leipzig usw.
Das ändern auf knapp fuffzich Strafanzeigen nicht.
Medienvertreter brauchen Security (u.a. weil die Polizei es nicht schafft, ihnen die Ausübung ihrer Tätigkeit zu ermöglichen), Querdenker dürfen Volksverhetzung und Holcaustleugnung zu verbreiten, die großen Demos tragen zu erhöhten Infektionszahlen bei, Beleidigungen und Gewaltfantasien bis zur realen Ausübung sind an der Tagesordnung, und die Polizei labert einen Scheiß von "haben mit der Anzahl der Demonstranten nicht gerechnet", obwohl ihnen tagelang von Journalisten dies vorgerechnet wurde inklusive den öffentlich einsehbaren Plänen, die verbotenen Aufzüge durchzuführen.

Hatten wir alles schon mal, ja. Aber angesichts deines Einwurfs kam ich nicht umhin noch mal die Verhältnisse aufzuschreiben.
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reggaetyp schrieb:

Bestes Beispiel ist die mit großer Kanzlerinnengeste zurückgenommene "Osterruhe".
Als würde alles zusammebrechen, weil man diesen einen ohnehin wachsweichen Tag hinzunehmen würde.


Ich glaube tatsächlich daran, dass die offenen Rechtsfragen der Hauptgrund für die Rücknahme des Gründonnerstag-"Feiertags" sind. Wer sich ein wenig damit beschäftigt, was mit einer solchen Festlegung einhergeht, wie viele hunderte und tausende Gesetze befolgt werden müssen, welche Zuständigkeiten bedacht werden müssen und dass, wenn auch nur irgendwas vergessen worden wäre, es vermutlich entweder gekippt worden wäre vor Gericht oder es zu riesigen Regress-Forderungen gekommen wäre, die ziemlich erfolgsversprechend gewesen wären...

Dazu kommt natürlich, dass Dinge wie die Kostenfragen (auch für Arbeitgeber, Arbeitnehmer) etc. hätten geklärt werden müssen und der Staat sicherlich selbst Kosten in sicherlich hoch dreistelligen Mio-Bereichen oder sogar noch etwas mehr gehabt hätte. Und das alles für einen Ruhetag, an dem die Leute sich dann privat getroffen hätten, weil es eh keine Sau kontrolliert.

Nur mal als kleines Rechenbeispiel. Ein Tag, an dem 25 % weniger Kontakte stattfinden, reduziert innerhalb einer Woche die Kontaktzahl dann um 3,6 %. Viel Aufwand, offene Rechtsfragen, ein riesiges Chaos, das alles festzuzurren, weil 52389529 Gesetze beachtet werden müssen und das alles für so einen kleinen Effekt... Ich glaub, das ist denen am nächsten Morgen auch bewusst geworden, dass da das Preis-Leistungs-Verhältnis beschissen ist. Und das nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht bzgl. Unternehmen. Werden nämlich ohnehin einige nächsten Donnerstag so oder so Urlaub haben.
Dazu wäre noch dieser Einzelhandel-Blödsinn gekommen, dass alle sich am Karsamstag in die Läden gequetscht hätten.

Gut gemeinte Schnapsidee.

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sgevolker schrieb:

Man hätte schon längst eine bundesweite Maskenpflicht im öffentlichen Raum haben können


Meine persönliche Meinung ist, dass das vermutlich kaum einen Effekt haben würde, weil ich nicht glaube, dass im öffentlichen Raum (im Freien) derzeit ein Großteil der Infektionen stattfindet. Und innerhalb von Gebäuden, Bahnhöfen etc. gilt die Maskenpflicht. Geschadet hätte es natürlich auch nicht, außer dass die Schwurbler noch paar weitere Memes bekommen hätten für ihr Dummgeschwätz.

sgevolker schrieb:

Man hätte schon längst eine Home Office Pflicht haben können.


Das ist richtig. Und genau das muss man dann schon kritisieren, dass die Regierung die Unternehmen immer nur "bittet".

sgevolker schrieb:

Man hätte die Anzahl der erlaubten Kontakte klar definieren und auf ein minimum beschränken können.


Im öffentlichen Raum darf man das. Aber im privaten Raum wird es dann eben rechtlich schwierig. Da kann die Regierung, wie man sieht, auch nur "bitten". Abgesehen davon kontrolliert doch kaum jemand... in Stuttgart habe ich mich gestern gefühlt wie am 23. Dezember in der Innenstadt beim Einkaufen. Das interessiert hier keine Sau. Kein Ordnungsdienst, keine Polizei, nichts. Gut, hier würde dann sicherlich die öffentliche Maskenpflicht etwas das Risiko verringern (gibt aber in bestimmten Stadtbereichen ja auch Maskenpflicht).

Alles, was Du an klaren Regelungen forderst, ist nachvollziehbar, aber es muss doch auch durchgesetzt werden können.
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Das mag sein, das das rechtlich problematisch war mit der sogenannten Osterruhe, ändert aber nichts daran, dass die Politik leider vielmehr auf Druck der Lobbyisten handelt anstatt den dringenden Ratschlägen der Experten zu folgen.
Die haben zu einem Teil bereits resigniert, kein Wunder.

@sgevolker: Ja, wir meinen wohl dasselbe.
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Xaver08 schrieb:

Ich bleibe dabei, einheitliche, nachvollziehbare und gut kommunizierte Regeln und die Menschen halten sich auch daran.


Ja, manchmal macht man es komplizierter als es ist. Wir alle wissen ja, dass Kontakte vermeiden, Abstand halten und Hände waschen die wirkungsvollsten methoden sind. Man hätte schon längst eine bundesweite Maskenpflicht im öffentlichen Raum haben können. Man hätte schon längst eine Home Office Pflicht haben können. Man hätte die Anzahl der erlaubten Kontakte klar definieren und auf ein minimum beschränken können. Und zwar als dauerhafte Regelung für eine bestimmte Zeit. Dafür hätte es keinen Lockdown benötigt. Aber selbst solche einfachen und wirkungsvollen Regelungen bekommen wir leider nicht hin. Zur Zeit könnte man zum Beispiel eine Pflicht einführen alle Schüler und Arbeitnehmer die nicht von zu Hause aus arbeiten  ein/zweimal die Woche zu testen. Organisiert durch die Arbeitgeber. Mein Gefühl sagt mir, es gibt durchaus einfache und wirkungsvolle Maßnahmen die einen effekt haben, die wir aber liegenlassen weil den Politikern der Mut fehlt.
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Meiner Ansicht nach fehlt es den Politikern nicht an Mut.
Sondern sie beugen sich dem Druck der Interessenverbände, hauptsächlich aus Industrie und Handel.

Bestes Beispiel ist die mit großer Kanzlerinnengeste zurückgenommene "Osterruhe".
Als würde alles zusammebrechen, weil man diesen einen ohnehin wachsweichen Tag hinzunehmen würde.
Die Maschinenbauer (also der Verband) meldete sich umgehend nach der Verküdung der Osterruhe, die anderen stimmten danach ein, und dann fiel Frau Merkel um.

Und so ähnlich geht es seit Monaten.
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reggaetyp schrieb:


Jetzt würde ich gerne wissen, ungefähr wieviele Praxen das durchführen, um es quantitativ zu beurteilen.
Dennoch ein ganz gutes Zeichen.

Meinst du nur in Hessen oder ganz Deutschland?

Ich kann nur die Lieferprognosen für alle deutschen Hausarztpraxen für die KW14 & 15 geben.

KW14: 941.850
KW15: 1.012.050
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Meinte jetzt tatsächlich Hessen. Aber Danke dir trotzdem für die Zahlen.
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Ab 5. April sollen in Hessen die Arztpraxen flächendeckend in Hessen mit dem Impfen beginnen.
Zunächst zwar nur mit 20 Dosen wöchentlich, ab Ende April dann mit 60 Dosen pro Woche.

Jetzt würde ich gerne wissen, ungefähr wieviele Praxen das durchführen, um es quantitativ zu beurteilen.
Dennoch ein ganz gutes Zeichen.
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SGE_Werner schrieb:

bla_blub schrieb:

Es sieht doch derzeit so aus, als ob sogar die Impfpriorisierung aufgeweicht werden soll, um die Impfkampange zu beschleunigen. Was meinst du, wenn du davon sprichst, das Impfdosen zurückgehalten werden müssen?                                              


Dass jemand, der heute Biontech-Erstimpfung hat, in 3-6 Wochen ne Zweitimpfung braucht und man eine gewisse Reserve haben sollte für diese Zweitimpfungen. Es macht also wenig Sinn, da weit mehr als 60-70 % wegzuimpfen von dem, was da reinkommt.        

Es handelt sich um ein nicht individualisiertes Produkt, das in den nächsten Monaten fortlaufend geliefert wird. Und es ist bekannt, wieviel Impfstoff wann geliefert wird. Entsprechend der Verfügbarkeit können die Gesundheitsämter Termine für Erst- und Zweitimpfungen vergeben. Sollte es zu Lieferengpäsen kommen müssten die Zweitimpfungen priorisiert und die Vergabe von Erstimpfungsterminen reduziert werden, um dem derzeitigen Impfprozedere gerecht zu werden. Im Worst Case könnte zu Terminabsagen kommen, aber das ist doch bessser als Millionen Impdosen ungenutzt in Kühlschränken rumliegen zu lassen.

Verstehe hier etwas sehr Grundlegendes nicht oder scheut man seitens der Gesundheitsämter einfachste Planungsaufgaben, um 100%ige Therminsicherheit gewährleisten zu können?
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bla_blub schrieb:

Und es ist bekannt, wieviel Impfstoff wann geliefert wird.

Es gab allerdings schon kurzfristige Minderungen bei den Lieferungen.
Und bei den langen Intervallen, die wir inzwischen haben zwischen Erst- und Zweitimpfungen, finde ich es nachvollziehbar.
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reggaetyp schrieb:

anno-nym schrieb:

Bei Journalisten wundert mich indes überhaupt nichts mehr, denn wenn Leute aus einem Fußball Forum, "nebenbei" mehr und wertvollere Informationen recherchieren und liefern kann, dann sollten sich gewisse Herrschaften mal hinterfragen.

Das halte ich für eine unzulässige Verallgemeinerung.
Woher kommen denn diese Informationen, die hier zusammengetragen werden, wenn nicht von Journalisten/Medien oder gibt's hier Leute, die fürs Forum Politiker, Wissenschaftler und Entscheidungsträger interviewen?


Mir fehlt etwas die Fantasie wie du von unzulässigen Verallgemeinerungen schreibst, ich aber explizit gewisse Herrschaften hervorhebe.

Die Informationen die hier zusammengetragen werden (jedenfalls von mir und die Zahlen von Werner) sind zum großen Teil Veröffentlichungen des BGM oder RKI.
Wenn wir nur mal bei dem Thema impfen bleiben, ist es mir schleierhaft das man immer wieder von "Impfdebakel" oder "Schneckentempo" liest und hört. Jeder Mensch, der Informationen korrekt verarbeiten will, kann sich die Zahlen anschauen und stellt fest das wir mit den aktuellen Verimpfungen uns im groben Bereich des Möglichen bewegen.
Als Beispiel: Die Information, das momentan über 4 Mio. Impfdosen ungenutzt sind, mag auf den ersten Blick etwas befremdlich wirken, wenn man immer nur hört das der Impfstoff knapp ist. Wenn man dann aber mal etwas weiter denkt, dann ergibt das schon durchaus Sinn.

Erst letzte Woche (oder vorletzte?) gab es eine Sondersendung von RTL die selbst im Titel irgendetwas mit "Impfdebakel" hatte. Wahrscheinlich war dann der Corona Oberexperte Streeck wieder zu Gast und diese ungefilterten Informationen gehen dann raus an die Bevölkerung.
Als ich gestern mein Auto aus der Werkstatt abgeholt habe, hat mich der Mitarbeiter in einen Small Talk über das langsame Impfen verwickeln wollen. Woher er die ungefilterten Infos hat, kann man sich ja denken.

Ich halte es für extrem gefährlich wenn gewisse Medien, die leider eine große Reichweite haben, ihren journalistischen Pflichten nicht nachkommen und teilweise einfach Unwahrheiten verbreiten.
Und ein Scholz, der sagt das man ab April pro Woche 10 Mio. Leute impfen will, obwohl man im gesamten April nur 15,5 Mio Impfdosen erhält, ist da auch nicht sonderlich hilfreich.

Dem Letzt hatte auch Xaver den Twitteruser Cornelius Römer ins Spiel gebracht. Meines Wissens ist er Physiker und Datenwissenschaftler, der bereits vor vielen Wochen relativ exakte Modellierungen zum Thema 3. Welle hatte. Ich durchforste jetzt nicht täglich die Medien, aber so viel Aufmerksamkeit wird er nicht bekommen haben. Das sind Informationen, die man sich - wenn man denn will - einfach mal selbst raussuchen muss um ggf. ein besseres Verständnis für die ganze Situation zu bekommen.

Es gibt natürlich auch gut recherchierte Artikel zu diesen Themen, aber im Großen und Ganzen ist doch da einfach sehr viel Schrott dabei.
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anno-nym schrieb:

Bei Journalisten wundert mich indes überhaupt nichts mehr

Das meinte ich.
Hab heute viel zu tun, vielleicht später mehr.
Ich hole mir die meisten Infos von tagesschau.de, die (im Verbund mit ihren Sendungen) natürlich auch eine Vielzahl von absolut seriösen Wissenschaftlern zu Wort kommen lassen, von Brockmann über Stürmer usw.
Und auch die holen sich ja Zahlen vom RKI und Einschätzungen vom PEI oder der StiKo.
Und auch dort kommen Physiker und Mathematiker zu wort.

Fühle mich dadurch ziemlich umfassend und aktuell informiert.
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SGE_Werner schrieb:

Heute morgen einfach diese scheiss Dpa-Abdrucke bzgl Impfzahlen in den Zeitungen gelesen und mich nur aufgeregt. Es werden nuuuur 285000 pro Tag geimpft. Bzw 1,5 bis 2 Mio pro Woche. So der Wortlaut etwa. Und dass doch alles stagnieren würde...

Ja schrecklich! Wieso werden, wenn wir pro Woche 1,5 bis 2 Mio Impfdosen eintreffen, nicht 3 Mio geimpft?
Schrecklich! Es ist bei den Impfungen genau das Tempo eingetreten, was vor 3 Monaten vorhergesagt wurde.

Das konnte ja keiner ahnen!


Ich bin mit dem jetzigen Impftempo auch recht zufrieden. Wir haben - Stand gestern - ca. 73% unserer verfügbaren Impfdosen verimpft und ca. 4,2 Mio. Impfdosen übrig.
Natürlich kann man immer darüber streiten, ob es nicht von Anfang an besser gewesen wäre, mehr Leuten die Erstimpfung zu geben und somit für mehr Teilimmunität zu sorgen, aber man darf nicht vergessen das so eine Pandemie eben nicht "business as usual" ist. Ob der britische Weg nun der bessere ist, werden wir wohl erst in einigen Monaten erfahren.
Mittlerweile reizen wir die Empfehlungen der Impfstoffhersteller bzgl. der Intervalle ja relativ gut aus.

Wir überschreiten heute übrigens die Marke von 8 Mio. Erstimpfungen und 11,5 Mio. Gesamtimpfungen. Du hast ja bereits vor vielen Wochen prophezeit das wir am Ende von Q1 zwischen 11-13 Mio. Impfdosen verimpft haben werden und das werden wir evtl. sogar übertreffen.
Im April werden wir dann mehr Impfstoff geliefert bekommen, als wir seit dem 27.12 verimpft haben.. nach etwas über einem Jahr Pandemie.

Das ist eine absolut herausragende Leistung von Wissenschaft (Entwicklung) und Politik (Logistik) und kann gar nicht hoch genug gewürdigt werden.

Bei Journalisten wundert mich indes überhaupt nichts mehr, denn wenn Leute aus einem Fußball Forum, "nebenbei" mehr und wertvollere Informationen recherchieren und liefern kann, dann sollten sich gewisse Herrschaften mal hinterfragen.
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anno-nym schrieb:

Bei Journalisten wundert mich indes überhaupt nichts mehr, denn wenn Leute aus einem Fußball Forum, "nebenbei" mehr und wertvollere Informationen recherchieren und liefern kann, dann sollten sich gewisse Herrschaften mal hinterfragen.

Das halte ich für eine unzulässige Verallgemeinerung.
Woher kommen denn diese Informationen, die hier zusammengetragen werden, wenn nicht von Journalisten/Medien oder gibt's hier Leute, die fürs Forum Politiker, Wissenschaftler und Entscheidungsträger interviewen?
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Was man bei Tübingen nicht außer Acht lassen kann: Boris Palmer ist ein Populist, der in der AfD besser aufgehoben wäre, als bei den Grünen. Und sein viel gelobtes Pandemie-Management hat auch nicht verhindert, dass es zu schweren Ausbrüchen in Pflegeheimen kam. Keine Ahnung, warum der jetzt als Vorreiter gelten soll.

Was sind denn seine Erfolge?
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brodo schrieb:

Was sind denn seine Erfolge?

Mehrfach Gast bei Lanz.

Im Ernst: Hab Tübingen jetzt nicht so auf dem Radar, würde aber eher eine Stadt wie Rostock als wirklich erfolgreich einschätzen. Oder Münster.
Wobei ich bei beiden jetzt auch nicht auf dem aktuellen Stand bin.
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reggaetyp schrieb:

Ob man dem Rat dieser Institution und den Wissenschaftlern weitestgehend folgt oder folgen will, das steht auf einem anderen Blatt.


Ich glaube man folgt dem eher nicht. Das hat man ja auch öfters mal so angedeutet. In den letzten Konferenzen war dann auch überhaupt nicht mehr die Rede davon, dass man sich vorher hat informieren lassen. Kann natürlich trotzdem passiert sein, mein Eindruck ist ein anderer. War auch nur so ein Gedanke. Das letzte was ich möchte, ist das demokratische Strukturen ausgehölt werden. Vielleicht war es daher auch einfach nur Mist von mir
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Kann ja auch mal passieren, passiert mir auch.

Aber ich war so verstört von deinem Vorschlag, dass ich den Begriff extra noch mal googlete.
Weil ich auf ein mal dachte, spinn ich jetzt?
Stimmt das gar nicht, was ich im Kopf hatte, haben wir nicht schon seit knapp einem Jahr einen Expertenrat, und hab ich nicht tausend mal gelesen von den Virologen und Epidemiologen und Rechtswissenschaftlern und Psychologen und Wirtschaftswissenschaftlern, die ganz offiziell von der Bundesregierung zu Rate gezogen werden und wurden?
Volker ist nicht blöd, wenn der sowas fordert, vielleicht trügt mich meine Erinnerung total.
Tat sie dann aber doch nicht.
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Man hätte zum Beispiel seit langem einen Expertenrat aus Virologen, Ärzten, Gesundheitspolitikern, Rechtswissenschaftlern usw. installieren können die dann entsprechende Konzepte und Maßnahmen ausarbeiten, die nachträglich durch die Politiker legitimiert werden. Damit wären wir vermutlich besser gefahren. Inzwischen ist es ja scheinbar schon so, dass Experten nicht mal mehr beratend herangezogen werden. Zumindest ist davon schon länger keine Rede mehr. Stattdessen entscheiden Politiker die genausowenig Ahnung haben wie Du und ich. Der rechtliche Rahmen ist schwierig, keine Frage.
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sgevolker schrieb:

Man hätte zum Beispiel seit langem einen Expertenrat aus Virologen, Ärzten, Gesundheitspolitikern, Rechtswissenschaftlern usw. installieren können die dann entsprechende Konzepte und Maßnahmen ausarbeiten, die nachträglich durch die Politiker legitimiert werden.

Den gibt es.
Einen mehr oder weniger fest installierten.
Sowie mehr oder weniger wechselnde Berater aus interdisziplinär arbeitenden Wissenschaftlern.
Da wir aber pfeilgerade in dieser Debatte um 12 Monate zurückgeworfen werden, erspare ich mir, die Quellen rauszussuchen.
Zumal ich dich eigentlich für einen klugen Kopf halte und jemand, der die Debatte verfolgt hat, und daher bin ich ein bisschen ratlos, wieso hier völlig alte Kamellen von dir aufgewärmt werden.

Ob man dem Rat dieser Institution und den Wissenschaftlern weitestgehend folgt oder folgen will, das steht auf einem anderen Blatt.
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reggaetyp schrieb:

sgevolker schrieb:

Das wir immer noch kein Krisenmanagement haben das dauerhaft mit Experten besetzt ist und entscheiden darf, ist lächerlich.

Wie wäre das politisch legitimiert?
Oder hab ich da was falsch verstanden?


Wir reden hier von einer extremen Krisensituation in der ich mir wünschen würde das Leute das Krisenmanagement übernehmen die auch was davon verstehen. Und nicht Politiker ohne Ahnung aber mit massiven Eitelkeiten und Nebeninteressen. Mir ist natürlich klar, dass dies rechtlich schwierig ist und grundsätzlich ist es ja auch gut so, dass man nicht so einfach die demokratischen Institutionen aushebeln kann. In der augenblicklichen Situation ist es aber fatal meiner Meinung nach. Jetzt kann man natürlich sagen, geht alles nicht. Gefragt sind aber vielleicht eher Ideen die zu lösungen führen und nicht das was nicht geht.
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Wir können dennoch nicht verfassungsrechtliche Grundlagen aushebeln, und müssen auf rechtsstaatlichem Boden bleiben.
Wo kämen wir dahin, ließen wir das zu?
Und wer definiert, wer da Entscheidungen treffen darf, wer garantiert uns, dass nicht auf ein mal Bhakdi oder wie der Idiot heißt, als Experte definiert wird oder ein anderer irrlichtender Depp, der sagt, Durchseuchung ist der richtige Weg?

Bei allem Respekt: Wir dürfen den Weg der politisch legitimierten demokratischen Führung des Landes um keinen Preis verlassen.
Alles andere würde einer diktatorischen Staatsführung Tür und Tor öffnen.
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Ich wollte dir nichts unterstellen. Hab’s nur nicht gleich verstanden.
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Motoguzzi999 schrieb:

Ich wollte dir nichts unterstellen. Hab’s nur nicht gleich verstanden.

Alles okay, hab ich nicht so aufgefasst.
Aber wenn jemand was falsch versteht, liegt es meistens am Absender.
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Das Tübingen da ein tolles Modell hat das zumindest etwas mehr Sicherheit gibt, ist ja schön und gut, funktioniert aber nur weil der ganze Rest komplett planlos unterwegs ist. Um das in größeren Umfang umzusetzen, fehlen uns schlicht die Testkapazitäten. Deshalb taugt es nur bedingt als Beispiel für etwas das man machen könnte. Das einzige was uns wirklich weiterhilft, ist ein harter Lockdown für 3-4 Wochen der konsequent umgesetzt wird. Incl. zero Ausnahmen für Kirche, Fußball oder ähnliches. Aber mit klarer Kommunikation und mit einer Perspektive für die Zeit danach. Natürlich dann auch mit einem Konzept bzgl. Testen und Impfen. Das wir nach einem Jahr immer noch kein verpflichtendes Home-Office für alle haben spottet jeder Beschreibung. Das die 70 Millionen! teure App nutzlos ist , ist eine Bankroterklärung. Das wir immer noch kein Krisenmanagement haben das dauerhaft mit Experten besetzt ist und entscheiden darf, ist lächerlich. Dafür diese luftpumpen Ministerkonferenz die nur aus einer Mischung aus Inkomptenz und Eitelkeit hervorsticht. Ostern wäre, ähnlich wie Weihnachten eine gute Gelegenheit gewesen entgegenzusteuern. Die Zeit ab März 2020 wäre eine gute Gelegenheit gewesen um Lösungen zu entwickeln. Alles vertan. Frau Merkel macht ganz bestimmt viele Fehler, wer aber denkt das sie das Hauptproblem ist, der wird sich noch sehr wundern. Traurige Zeiten sind das.
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sgevolker schrieb:

Das wir immer noch kein Krisenmanagement haben das dauerhaft mit Experten besetzt ist und entscheiden darf, ist lächerlich.

Wie wäre das politisch legitimiert?
Oder hab ich da was falsch verstanden?
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Für was hältst du das für keine heranziehbare Größe? Um die Wirksamkeit der Impfung zu belegen oder um die mögliche Geschwindigkeit von Impfkampagnen zu belegen?
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Für die Geschwindigkeit.

Dass ich die Wirksamkeit der Impfungen nicht bestreite, kann man hoffentlich aus meinen bisherigen Beiträgen herauslesen.
Falls nein, muss ich mich sorgfältiger äußern.
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Gibraltar mittlerweile mit 160 Impfdosen je 100 Einwohner, also 80 % Abdeckung.

Ergebnis des Ganzen: 1 Neuinfektion in 7 Tagen.

Ja, ist ein kleines Gebiet, aber die hatten dort mal mehrere hundert Infektionen pro Woche.
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30.000 Einwohner plus Prestigeobjekt des Mutterlandes, das da klein wenig nachgeholfen haben dürfte, um die bösen Spanier zu ärgern.
Halte ich von daher für keine heranziehbare Größe.
Sinnvoll wäre hier EU-Staaten bzw. vergleichbar große (und in meiner naiven Sichtweise) infrastrukturell ähnlich aufgestellte Staaten miteinander zu vergleichen.