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Xaver08

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Hört hört!
Und worin genau liegt die "potentielle Sprengkraft" der Ungereimtheiten?

Ich bin wirklich nicht zu blöd den Inhalt zu verstehen. Mir erschließt sich nur nicht, was das große Thema sein soll, von vermeintlicher Sprengkraft ganz zu schweigen.
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Sofern es stimmt, dass die Anzahl der freien belegbaren Betten nach unten manipuliert war, würde das bedeuten, dass man Maßnahmen früher als per Definition notwendig verhängt hat

Sprengkraft hat das in dieser perversen Definition der Abhängigkeit der Maßnahmen vom Auslastungsgrad der Intensiv. Man hätte ja noch ein paar mehr auf Intensiv packen können. Dieser Zusammenhang wurde auch im Tagesschau Artikel hergestellt, den Hugi zu Anfang verlinkt hatte
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hugi98 schrieb:

Willst du jetzt doch drüber diskutieren?

Die Auslastung ist die entscheidene Größe in der Pandemie, aus ihr leitet sich die Intensität der Maßnahmen ab. Wenn jetzt KKH aus monetären Gründen, oder gar Politiker aus Profilierungsgründen oder sonstwer aus irgendeinem Arschlochgrund diese Zahlen manipuliert und dadurch angemessene Maßnahmen erschwert/ ein falsches Bild von der Situation zeichnet/ sich bereichert/ Vorteile daraus zieht dann ist das...?

a) cool
b) uncool
c) betrügerische Drecksscheiße auf Kosten Aller


wie gesagt wir werden sehen was sich da ergibt

Also kurz zusammengefasst: es geht in der Pandemie hauptsächlich darum, dass noch ausreichend Intensivbetten frei sind. Solange das der Fall ist, ist es scheißegal wenn da ein paar Tausend Leutchen am Beatmungsgerät hängen oder verrecken. Hab ich das richtig verstanden?
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FrankenAdler schrieb:


Also kurz zusammengefasst: es geht in der Pandemie hauptsächlich darum, dass noch ausreichend Intensivbetten frei sind. Solange das der Fall ist, ist es scheißegal wenn da ein paar Tausend Leutchen am Beatmungsgerät hängen oder verrecken. Hab ich das richtig verstanden?


Das hast du richtig verstanden und beschreibt den ganzen Wahnsinn, diesen Wert zur Steuerung der Pandemie zu nutzen.
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Xaver08 schrieb:

Hugi hat insofern recht, als dass sich die Begründung der Regierung für Maßnahmen singulär auf die Auslastung des Gesundheitswesens bzw. auf die Auslastung der Intensiv gestützt hat.

Damit hätte eine falsche echte Intensivkapazität (nicht nur Bettenzahl) durchaus Sprengkraft

Wie sinnvoll die Fixierung auf die Intensivstation ist, ist hinterfragenswert in Anbetracht der Bilanz, sicher ist es sinnvoller zu versuchen zu vermeiden, dass die Menschen überhaupt dahinkommen


Die Mehrheit der Bürger in Deutschland schaut vermutlich ein mal am Tag Nachrichten. Die Auslastung der intensiv war eines der Argumente.

Und egal was an dieser Situation dran ist, was es faktisch an der Situation geändert hat ... Es wurde betrogen/manipuliert.

Und an da denkt der "normale" Bürger nicht mehr rational.

Und auch das Geschiebe der inzidenzen etc.
Mallorca ja, eigene CampingParzelle am 20 km entfernten See= nein.

Kuschelndfeiernde Fussballer trotz einiger Coronafälle in den angeblich so sicheren Blasen waren im. Ein Treffen von Familien ersten Grades aus 3 Haushalten Trotz Maske und Abstand waren verboten.

Du magst durch dein Studium logisch, rational an die Sache gehen. Aber die Mehrheit bekommt nur diese Fetzen vorgeworfen und da ist jede dieser Meldungen von großer Wirkung.
Warte Mal ab wenn wirklich die vierte Welle kommt und die gesunden jungen und relativ ungefährdeten noch nicht alle fertig geimpft sind
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Das ist klar, ändert doch nichts an der Tatsache, dass man differenzieren muss, was wirklich passiert ist und was der Mediale Spin ist und wie man das auflöst.

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hugi98 schrieb:

Die Auslastung ist die entscheidene Größe in der Pandemie, aus ihr leitet sich die Intensität der Maßnahmen ab.


Das mag vielleicht in einer kritischen Phase der Pandemie der Fall gewesen sein. Relativ bald kamen aber noch andere Aspekte dazu (wie z.B. die Belastung von Eltern von schulpflichtigen Kindern, ökonomische Aspekte und ethische Fragen). Ich bin jedenfalls froh, dass (obwohl die kritische Phase natürlich v.a. durch administrative Aufgaben gemanagt werden musste) auch andere Kriterien diskutiert werden.
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Hugi hat insofern recht, als dass sich die Begründung der Regierung für Maßnahmen singulär auf die Auslastung des Gesundheitswesens bzw. auf die Auslastung der Intensiv gestützt hat.

Damit hätte eine falsche echte Intensivkapazität (nicht nur Bettenzahl) durchaus Sprengkraft

Wie sinnvoll die Fixierung auf die Intensivstation ist, ist hinterfragenswert in Anbetracht der Bilanz, sicher ist es sinnvoller zu versuchen zu vermeiden, dass die Menschen überhaupt dahinkommen
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Übrigens: Diese Intensivbetten-Geschichte geht gerade in den sozialen Medien hoch und runter, natürlich entsprechend ausgenutzt von den Schwurblern. Abertausende Tweets usw. , die Springer-Presse holt sich einen darauf runter wie gesagt, praktisch alle Medien berichten darüber (zum Glück aber zumeist differenzierter als die Schundblätter von Bild und Co.) und dann will man hier was von Irrelevanz reden?

Man muss einfach mal feststellen, dass solche Dinge der Glaubwürdigkeit massiv schaden.

Gut, zugegebenermaßen ist es aber natürlich nicht verwunderlich, dass manche jeden Profit mitnehmen, den sie mitnehmen können, auch mit Schummelei. Kann man ja mal bei gewissen Maskendeal-Politikern fragen.
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Bei dem Thema um das es angeblich gehen soll, die Bewertung der Intensivkapazität für die pot. Aufnahme von coronapatienten, vermute ich auch die Irrelevanz.

Das man dem Thema Spin verschafft und es relevante Berichterstattung dazu gibt, heißt noch lange nicht, dass es sachliche Relevanz gibt
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Und mir steht es frei zu sagen, wenn ich eine Diskussion schwachsinnig finde.
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Selbstverständlich, das war keine Moderationsbewertung
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Xaver08 schrieb:

soviel kompentenz hier im forum auch unterwegs sein mag


Nukular, das Wort heißt: nukular!
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Gut, Bundesrechnungshof erzählt Scheiße, Sache ist geklärt. Nächster Punkt.
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soviel kompentenz hier im forum auch unterwegs sein mag, klaeren koennen wir hier das nicht.

nichtsdestotrotz gab es durchaus nachvollziehbare erklaerungsversuche, wie zb. dass es den bettenbetrug moeglicherweise gegeben hat, das aber trotzdem fuer die kapazitaet der intensivbetten zur versorgung von coronapatienten nicht relevant ist, weil das personal dafuer fehlt.

d.h. es besteht die moeglichkeit, dass es diese geldverschwendung, die der bundesrechnungshof anprangert gab, dass aber der zusammenhang zur auslastung der intensivbetten, den meines wissens nicht der bundesrechnungshof hergestellt hat, sondern erst die presse, so nicht existiert.

es gibt also die moeglichkeit dass beides richtig ist
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vonNachtmahr1982 schrieb:

Andere erkaufen und erschummeln sich Doktortitel, da ist der Aufschrei nur halb so groß.

Erstens ist das whataboutism ("ja, aber die Anderen ...") und zweitens ist der allgemeine Aufschrei bei den Ex-Doktoren doch sehr viel lauter und nachdrücklicher gewesen. Zumindest in meiner Wahrnehmung. Die Ex-Doktoren waren auch nicht als Kanzler oder Kanzlerin vorgesehen (der CSU'ler hätte es vermutlich sogar werden können, so wie der und seine Frau gehyped wurden). Die Massen lagen ihm zu Füssen, habe ich in Erinnerung ...  
Wäre ich Baerbock würde ich mir selber einen Gefallen tun und darauf verzichten Vizekanzlerin zu werden. Wie rt schon schrieb: es hat gerade erst begonnen und wird noch sehr viel schlimmer werden. Dann besser gleich die Reißleine ziehen, man hat nur 1 Leben.
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Landroval schrieb:


Erstens ist das whataboutism ("ja, aber die Anderen ...") und zweitens ist der allgemeine Aufschrei bei den Ex-Doktoren doch sehr viel lauter und nachdrücklicher gewesen. Zumindest in meiner Wahrnehmung. Die Ex-Doktoren waren auch nicht als Kanzler oder Kanzlerin vorgesehen (der CSU'ler hätte es vermutlich sogar werden können, so wie der und seine Frau gehyped wurden). Die Massen lagen ihm zu Füssen, habe ich in Erinnerung ...  


ich weiss nicht, ob es wirklich whataboutism ist, wenn man ueber "fehler" der kandidaten redet, die ihre qualifikation fuer die kanditur charakterisieren sollen. dann kann man durchaus ueber fehler anderer politiker und die konsequenzen daraus fuer ihre karieren reden.

scheuer als beispiel fällt mir da ein und wenn wir es vergleichbar halten wollen, koennen wir uns ja durchaus auch mit dem lebenslauf von laschet und dem oeffentlichen umgang damit auseinandersetzen.

so hat laschet seine lehrtätigkeit an der RWTH nicht aufgeführt, Grund dafür wird wohl sein, dass er diese verlor, als er klausuren verloren hat und daraufhin Noten erfunden hat. Aufgeflogen ist das, weil er mehr Noten vergeben hat, als es Teilnehmer bei der Klausur gab.

u.a. gibt er an Direktoriumsmitglied der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen zu sein, was er seit oktober 2020 nicht mehr ist.

in der presse findet sich das auch, alleine der umgang damit ist ein anderer, der sturm der entruestung ist bedeutend geringer.

obwohl ich den ersten punkt fuer gravierend halte, etwas ueber seine qualifikation als kanzlerkandidat abzuleiten.

ein erwachsener mensch, der nicht fähig ist, einen fehler einzugestehen und dazuzustehen, halte ich persönlich für ungeeignet für so ein amt.

Landroval schrieb:

Wäre ich Baerbock würde ich mir selber einen Gefallen tun und darauf verzichten Vizekanzlerin zu werden. Wie rt schon schrieb: es hat gerade erst begonnen und wird noch sehr viel schlimmer werden. Dann besser gleich die Reißleine ziehen, man hat nur 1 Leben.      


2021 und wir schreiben der grünen kandidatin für das kanzleramt ins klassenbuch, gib besser auf, weil die gegenseite zu trumpähnlichen methoden greift. es könnte böse für Dich werden.

Wow.
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Dass das hier jemand schreibt, der aufgrund persönlichem Augenschein berichten könnte, verleiht dieser vermeintlich beiläufigen Bemerkung eine gewisse Brisanz.
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mir gings rein um die woerter, wirklich! rein um die woerter....

hektisch nach der nummer vom anwalt such....
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Hattest du nicht vorgestern noch behauptet, du seist muskulös?
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muskuloes und muskelos liegt doch verdammt dicht beieinander
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Xaver08 schrieb:

Pubmutation, Guinessresistente Variante... die Spekulationen sind Legion.

Aber es ist wie es Werner auch schon schrieb, mit immer hoeherer Wahrscheinlichkeit, die Tatsache, dass sich die sog. Delta Variante (formerly known as B1.167.2 or indian) als deutlich ansteckender herausstellt, als alpha (b.117), das wiederum deutlich ansteckender war als der Wildtyp (das Original).

Dazu kommt noch, dass die Wirksamkeit nur einer Impfung bei Delta deutlich reduziert ist im Vergleich zur Wirksamkeit bei alpha oder des Wildtyps. Nach der 2. Impfung ist der Schutz auch gegen Delta sehr hoch, nur geringfuegig reduziert gegenueber alpha.

Weitere gute Nachricht ist, dass der volle Impfschutz nach aktuellem Wissensstand auch bei Delta sehr gut gegen schwere Verlaeufe schuetzt, so oder so ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Todesfaelle und vermutlich auch Hospitalisierung drastisch zurueckgeht.

Aktuell steht allerdings im Raum, dass es eine hoehere Hospitalisierungsrate hat und auch bei Kindern schwerere Verlaeufe verursacht, Singapore hat deshalb sehr schnell reagiert und bei den ersten Faellen Schulen geschlossen.

Diese Punkte sind noch nicht geklaert, die Datenlage ist noch nicht ausreichend.

Wir erinnern uns, dass prinzipiell eine Variante mit gleicher Sterblichkeit und hoeherer Uebertragungsrate aufgrund des exponentiellen Wachstums kritischer zu werten ist, als eine Variante mit vergleichbarer Uebertragungsrate und hoeherer Sterblichkeit.

Lokal scheint die Hospitalisierungsrate z.T. zu steigen, ist allerdings noch sehr weit davon entfernt, wie es in der letzten Welle war.

Es gibt versch. Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen (wie z.B. unterschiedlicher Ausbreitungsrate), die jeweils Oeffnungsschritte vorsehen, die von 2000 - 12000 Toten durch die 4. Welle in UK reichen.

Hier scheint bezueglich Delta noch wenig zu passieren, allerdings ist die Qualitaet der Datenlage nicht 100% klar, da wohl nicht flaechendeckend ausreichend sequenziert wird in D. BW z.B. scheint eine sehr gute Datenlage zu haben, in anderen Bundeslaendern scheint das anders auszusehen.

Wir koennten UK gegenueber im Vorteil sein, dadurch dass wir weniger importierte Faelle hatten, weshalb das Wachstum aktuell gegen null geht oder sehr geringfuegig ist, es mag durchaus bis Ende des Sommers dauern, bis wir da ein Problem bekommen, aber das exponentielle Wachstum waere dann natuerlich schon vorher da, bei kleinen Zahlen faellt es nur noch nicht auf.

Spannend ist es natuerlich im Vorgriff auf unseren Herbst sich die Situation an Schulen und Kindergaerten anzuschauen in UK und zu hoffen, dass wir daraus lernen.

Die Datenlage scheint nicht so ganz transparent zu sein, weil die Institutionen die Zahlen zu SChulen und Kindergaerten nicht oder nur zoegerlich veroeffentlichen, aber es scheint einen drastischen Zuwachs an Erkrankungen in juengeren Jahren zu geben.


Delta und J+J ( 1 Impfung ). Das muss schleunigst geklärt werden. Ich bin sicher , da ist man schon dran. Im ungünstigen Fall werden die J+J  geimpften eine zweite Dosis Pfizer oder Anderes bekommen .
Ich verstehe das nicht im geringsten. Wenn die Risiken bezüglich des Impfstoffes abgeklärt sind und gering genug sind , warum sollte da nicht geipmft werden ? Kinder können den Virus ebenfalls weitergeben. Geimpfte Kinder erhöhhen die Impfquote und das ist fuer alle ein Vorteil.
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fromgg schrieb:


Delta und J+J ( 1 Impfung ). Das muss schleunigst geklärt werden. Ich bin sicher , da ist man schon dran. Im ungünstigen Fall werden die J+J  geimpften eine zweite Dosis Pfizer oder Anderes bekommen .


meines wissens gibt es da noch nicht genug daten fuer eine aussage.


fromgg schrieb:

Ich verstehe das nicht im geringsten. Wenn die Risiken bezüglich des Impfstoffes abgeklärt sind und gering genug sind , warum sollte da nicht geipmft werden ? Kinder können den Virus ebenfalls weitergeben. Geimpfte Kinder erhöhhen die Impfquote und das ist fuer alle ein Vorteil.


gute frage, das ist eine diskussion, die ich auch mit ein wenig verwirrung verfolge.

die usa und auch viele andere laender sind da klarer, die stiko hat auch bereits bei anderen krankheiten den punkt impfquote als mitentscheidungskriterium gehabt, warum das diesesmal keiner sein soll verstehe ich nicht.

ich hoffe nichts desto trotz, dass sich auch bei juengeren kindern einer der impfstoffe als tauglich erweisen wird, in den usa arbeiten sie aktuell an der dosierung

es gibt einen frischen, sehr lesenswerten nature artikel, der den stand zu longcovid zusammenfasst:

https://www.nature.com/articles/d41586-021-01511-z

vieles wissen wir noch nicht, wie z.b. was die ursachen sind, es koennte eine autoimmunantwort des koerpers sein, aber es scheinen auch bruchstuecke des virus im koerper zu verbleiben, die die probleme verursachen koennten.

es gibt eine altersabhaengigkeit, der anteil longcovid wird mit juengerem alter kleiner, aber in der altersgruppe von 2-11 finden sich bei 9,8% der pos. getesteten nach mind. 5 wochen noch symptome.

And although long COVID is rarer in younger people, that does not mean it is absent. Even for children aged 2–11, the ONS estimates that 9.8% of those who test positive for the virus still have symptoms after at least 5 weeks, reinforcing the suggestion from other studies that children can get long COVID4. Yet some medical professionals play down the idea, says Sammie Mcfarland, who founded the UK-based support group Long Covid Kids. “Long COVID in children isn’t believed. The symptoms are minimized.”


mich stoert in deutschland das gefuehl, dass die weichen dafuer gestellt werden (bewusst oder unbewusst), dass im herbst rel. wenig unternommen wird, um eine durchseuchung der kinder und der jeningen, die sich nicht impfen lassen koennen, zu verhindern.

Aus meiner Sicht wissen wir bei weitem nicht genug, um entscheiden zu koennen, dass wir die Krankheit recht ungebremst durch die Jugend und die Kinder laufen lassen koennen, einen Winter lang, um die IMpfstoffentwicklung abschliessen zu koennen, sollte man versuchen die Zahlen niedrig zu halten.

Es gibt Hinweise, dass man dafuer moeglicherweise gar nicht soviel braucht, aber natuerlich kann uns da delta auch einen strich durch die rechnung machen.
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SGE_Werner schrieb:

Die Intensivpatientenzahlen sinken im bisherigen Tempo weiter.

Diese abermals knapp 26% weniger sind den betroffenen Menschen, aber auch dem ärztlichen- und Pflegepersonal sehr von Herzen zu gönnen. Diese psychisch-physische Herausforderung ist schwer vorstellbar - das sind die stillen Helden der Covid-Zeit.

Die Entwicklung ist zurzeit brillant. Das war sie bis unlängst in England auch, bis runter auf Inzidenz 16. Und jetzt: irgendwas in den 60ern, Tendenz steigend. Bahnt sich da, trotz massiver Impfungen, eine 4. Welle an? Und wodurch ausgelöst? Übergroße Pub-Euphorie? Im höheren Maße serumresistente Mutanten? Steht uns das am Ende auch bevor, eventuell noch während des Sommers?

Any guesses?
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Pubmutation, Guinessresistente Variante... die Spekulationen sind Legion.

Aber es ist wie es Werner auch schon schrieb, mit immer hoeherer Wahrscheinlichkeit, die Tatsache, dass sich die sog. Delta Variante (formerly known as B1.167.2 or indian) als deutlich ansteckender herausstellt, als alpha (b.117), das wiederum deutlich ansteckender war als der Wildtyp (das Original).

Dazu kommt noch, dass die Wirksamkeit nur einer Impfung bei Delta deutlich reduziert ist im Vergleich zur Wirksamkeit bei alpha oder des Wildtyps. Nach der 2. Impfung ist der Schutz auch gegen Delta sehr hoch, nur geringfuegig reduziert gegenueber alpha.

Weitere gute Nachricht ist, dass der volle Impfschutz nach aktuellem Wissensstand auch bei Delta sehr gut gegen schwere Verlaeufe schuetzt, so oder so ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Todesfaelle und vermutlich auch Hospitalisierung drastisch zurueckgeht.

Aktuell steht allerdings im Raum, dass es eine hoehere Hospitalisierungsrate hat und auch bei Kindern schwerere Verlaeufe verursacht, Singapore hat deshalb sehr schnell reagiert und bei den ersten Faellen Schulen geschlossen.

Diese Punkte sind noch nicht geklaert, die Datenlage ist noch nicht ausreichend.

Wir erinnern uns, dass prinzipiell eine Variante mit gleicher Sterblichkeit und hoeherer Uebertragungsrate aufgrund des exponentiellen Wachstums kritischer zu werten ist, als eine Variante mit vergleichbarer Uebertragungsrate und hoeherer Sterblichkeit.

Lokal scheint die Hospitalisierungsrate z.T. zu steigen, ist allerdings noch sehr weit davon entfernt, wie es in der letzten Welle war.

Es gibt versch. Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen (wie z.B. unterschiedlicher Ausbreitungsrate), die jeweils Oeffnungsschritte vorsehen, die von 2000 - 12000 Toten durch die 4. Welle in UK reichen.

Hier scheint bezueglich Delta noch wenig zu passieren, allerdings ist die Qualitaet der Datenlage nicht 100% klar, da wohl nicht flaechendeckend ausreichend sequenziert wird in D. BW z.B. scheint eine sehr gute Datenlage zu haben, in anderen Bundeslaendern scheint das anders auszusehen.

Wir koennten UK gegenueber im Vorteil sein, dadurch dass wir weniger importierte Faelle hatten, weshalb das Wachstum aktuell gegen null geht oder sehr geringfuegig ist, es mag durchaus bis Ende des Sommers dauern, bis wir da ein Problem bekommen, aber das exponentielle Wachstum waere dann natuerlich schon vorher da, bei kleinen Zahlen faellt es nur noch nicht auf.

Spannend ist es natuerlich im Vorgriff auf unseren Herbst sich die Situation an Schulen und Kindergaerten anzuschauen in UK und zu hoffen, dass wir daraus lernen.

Die Datenlage scheint nicht so ganz transparent zu sein, weil die Institutionen die Zahlen zu SChulen und Kindergaerten nicht oder nur zoegerlich veroeffentlichen, aber es scheint einen drastischen Zuwachs an Erkrankungen in juengeren Jahren zu geben.
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Zu den Intensivbetten:
Die Anmerkungen/Vorwürfe stammen vom Bundesrechnungshof, also kein "Im Internet munkelt man"
Ja, es geht nicht darum ob die Anzahl der belegten Betten falsch angegeben wurden, sondern "nur" darum wieviel freie Betten gemeldet wurden. Aber vielfach ging es bei der Debatte um Einschränkungen auch um das Argument "Wir dürfen die Krankenhäuser nicht überlasten", hier wurden verfügbare Betten betrachtet und da ist es natürlich sehr wichtig ob diese gemeldete Zahl klein gerechnet wurden.
Ich denke man sollte solche Berichte von einer Institution wie den Bundesrechnungshof nicht leichtfertig abtun. Und auch "Schwurbler und Springer-Presse stürzen sich darauf" diskreditiert ja nicht die Qualität, oder doch?
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das ist richtig, das alleine ist aber denke ich auch nicht das argument von z.b. luzbert gewesen.

die tatsache, dass hier der bundesrechnungshof diese vorwuerfe erhoben hat, verleiht der sache durchaus ein gewisses gewicht.

ich kann mir durchaus vorstellen, dass es kliniken gibt, die sich finanzielle vorteile verschafft haben, ich habe aber erhebliche zweifel an einer kuenstlichen kleinrechnung der freien betten, das problem ueber die letzten monate war weniger das vorhandensein freier betten (auch natuerlich, denn es gibt unterschiedliche kategorien an intensivbetten, ein beatmungsplatz fuer einen covid patienten hat hohe anforderungen), sondern das vorhandensein qualifizierten personals, das sich kurzfristig ueberhaupt nicht herzaubern laesst.

insfoern kann ich mir vorstellen, dass es durchaus einen finanziellen hintergrund geben kann, bei dem punkt, den der bundesrechnungshof da macht, ich habe aber schwierigkeiten mir vorzustellen, dass die anzahl der freien betten kleingerechnet wurde.

das ist im uebrigen aber ein zusammenhang, den nicht nur die springerpresse herstellt, auch im tagesschauartikel, den hugi als erstes zum thema verlinkt hat, wird dieser hintergrund hergestellt.
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Sehe ich etwas anders. Auch die Gruppe um Streek und Schmidt-Chanasit sind anerkannte Wissenschaftler und haben einen anderen Weg aufgezeigt.
Es wird auch nie bewiesen werden ob deren weg mehr Opfer gefordert hätte ... Die Einschränkungen für deren Öffnungsstrategie wurden ja nie thematisiert. Auch jetzt geht es ja einigen zu schnell und zu weit mit Öffnungen weil im Herbst was passieren KÖNNTE.

Und Lauterbach hat sehr oft mit dünnen Studien und Modellen worstcase Szenarien als Wissenschaft und Ist-Zustand hingestellt mit dem Wissen das er bei vielen eine proaktive Panik auslöst. Und kam sogar einige Male heftig bei seinem Buddy Lanz ins Schlingern beim erklären warum er dies getan hat.

Bei allem Respekt aber dieser anerkannte Experte hat sich mittlerweile zu einem Mediengeilen Menschen entwickelt der mit Kalkül Horrorszenarien streut.
Und Drosten hatte ja vor kurzem auch Beef als er darauf angesprochen wurde warum er keine realistischen Zahlen für irgendeine Berechnung verwendet sondern die höchst mögliche und dies aber nicht explizit sagt sondern das ganze als relativ genaue Berechnung verkauft.

Rostock und Tübingen hatten zwischenzeitlich bewiesen daß der gute Mix funktionieren kann.

Den ernst der Lage kennend und trotzdem mit allen Möglichkeiten die vorhandenen sind  möglichst sicher mehr erlauben als es dieser komische Weg der Bundesregierung getan hat.

Das Tübingen und Rostock dann in der vollen dritten Welle mitabgesoffen sind wurde ja von der "guten" Seite auch als scheitern deren Weges verkauft.

Und bei allem Respekt, Xaver mit seinem "dann erkläre ich es nochmal" und dem 1000 Link mit einem Wissenschaftler der seinem Verständnis entspricht langweilt ähnlich wie sie links der Querdenker das es keine Übersterblichkeit gibt.

Beide Seiten wollen nicht diskutieren sondern ihre Meinung durchdrücken.
Und wenn es eine Internetseite aus Nepal ist ... Wenn der Inhalt stimmt ist der Verfasser ein guter, seriöser und anerkannter Wissenschaftler.

Und das Corona irgendwie auch seinen Weg nimmt den vermutlich auch die Wissenschaftler nicht wirklich erklären können wird sich die nächsten 4 Wochen zeigen.

Bei der Eishockey WM kein einziger Coronafall , beim Fussball schon Tage vorm Beginn 4 bestätigte Fälle.
Und die Eishockeyteams waren in der Vorbereitung auch unterwegs und das bei höheren Zahlen als jetzt.

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Cyrillar schrieb:

Und bei allem Respekt, Xaver mit seinem "dann erkläre ich es nochmal" und dem 1000 Link mit einem Wissenschaftler der seinem Verständnis entspricht langweilt ähnlich wie sie links der Querdenker das es keine Übersterblichkeit gibt.

Beide Seiten wollen nicht diskutieren sondern ihre Meinung durchdrücken.
Und wenn es eine Internetseite aus Nepal ist ... Wenn der Inhalt stimmt ist der Verfasser ein guter, seriöser und anerkannter Wissenschaftler.


ach cyrillar, waerst du zur sache nur halb so aktiv wie in sachen diskreditierung und gewaltandrohungen (sack auf den tisch nageln), wuerden wir gut ins gespraech kommen. wenn diese website aus nepal faktisch doch so duenn ist, warum wiederlegst du sie denn nicht?

der letzte link von mir war im uebrigen von der university of california berkely, das ist nicht nepal.
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Xaver08 schrieb:

man kann es auch hier an den diskussionen im forum erkennen, wo die wahrnehmung von streeck "streitbarer virologe" ist und nicht virologe, der regelmaessig mit den fakten daneben liegt.


Wo fängt man da an und wo hört man auf?
Wie viele selbsternannte Fachleute und Politiker in Talkshows haben schon falsche Fakten geliefert? Das passiert permanent.
Lauterbach hat auch schon desöfteren daneben gelegen, wird aber hier in diesem Thread nahezu verehrt...

Was für eine krude Diskussion hier... passt aber komplett zum Stimmungsbild dieses Threads und einiger User.
Der nächste der von TV-Shows ausgesperrt werden sollte ist dann Palmer? Oder Stöhr?
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lieber diegito, ich merke wohl, dass ich es nicht schaffe, meine position so zu begruenden, so dass sie verstanden wird, nicht nur dir gegenueber.

den ein oder anderen gibt es, der es verstanden hat, aber die meisten eben nicht.

es geht ja auch am ende nicht darum, dass wir alle mit der gleichen meinung aus der diskussion gehen, ich haette aber zumindest mal gerne den eindruck, dass ich es geschafft habe, mich verstaendlich auszudruecken.

immerhin bei werner habe ich den eindruck, dass er versteht, worum es mir geht.

ob lauterbach einmal, zweimal oder wie oft daneben gelegen hat und wie oft streeck daneben gelegen hat, darum geht es nicht. es geht um darstellung der wissenschaft und nicht darum, dass jemand vom diskurs ausgeschlossen wird.

sicher bin ich mit meiner meinung alles andere als kompatibel mit der mehrheit hier im thread, wenn ich was schreibe und darstelle versuche ich es mit all seinen unwaegbarkeiten darzustellen, ich kann ueber den verlauf der pandemie leider nicht sagen, dass ich mich bei den falschen leuten informiert habe. im gegenteil zu meinem leidwesen lag ich mit meinen vermutungen, thesen bzw fakten, die ich wiedergegeben habe haeufiger richtig als falsch.

seis drum, ich lege mich jetzt wieder in die sonne.
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Es geht hier in dieser Debatte doch nicht mehr um das Zählen von Fehlern. Und selbst wenn, dann würde man bei anderen die da sitzen sicher auch einiges finden. Mein Eindruck: Macht man da nicht so, was auch OK ist.

Nein, es geht darum was man zum Thema betrachtet und mit wem man debattiert - und dazu gehört der Mann für mich dazu. Fehler unbedingt 100% verhindern vs. Eindruck der entsteht - da entscheide ich mich dafür ihn besser einzuladen und ihn Fehler nicht durchgehen zu lassen.
Weil die Genugtuung in nicht einzuladen nicht den Schaden überwiegt, wenn man ihn grundsätzlich außen vor lässt. Übrigens rede ich nicht davon ihn jede Woche irgendwo zu sehen, wieviel Schaden richtet er mit ab und an mal einem Auftritt (inklusive fähiger "Gegenspieler") an?
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natuerlich geht es nicht um das zaehlen von fehlern, wie kommst du denn darauf?
und nein, es geht auch nicht um fehlerkultur, fehlerkultur in der wissenschaft findet ueber publikationen statt, ueber peer review und gegenrede, das thema  hier ist ein ganz anderes:

es geht um die rolle von wissenschaft und um die darstellung bzw wahrnehmung in der oeffentlichkeit.

und ja, es geht darum was man zum thema betrachtet.
warum soll man einen wissenschaftler einladen, der den stand der wissenschaft falsch darstellt und das ganze mit einer regelmaessigen tendenz.

wie gesagt, ein grossteil derjenigen, die hier dafuer argumentieren, man muesse streeck unbedingt einladen, scheinen gar nicht mitbekommen zu haben, worin das problem besteht und das obwohl er regelmaessig widerspruch bekommt.

und das ist ein thema, womit auch die wissenschaft zum klimawandel schon lange zu kaempfen hat.
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Ergänze:
Welches Weltbild sollte das übrigens überhaupt sein?
Streeck zeigte sich ja zuletzt plötzlich erstaunlicherweise als Mahner vor einer vierten Welle und nicht länger als Öffnungsfetischist.
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und das finde ich noch viel eigenartiger, aber auch da sind seine ausfuehrungen (so ich sie wahrnehme) seltsam vage und weniger fundiert.

bei drosten ist das immer abgewogen, in allen facetten beleuchtet.
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"meinunsgfreiheitsmüde" auch nicht schlecht.
Gut, den Punkt kann ich verstehen und Du hast recht - lass mich Meinungsfreiheit durch Meinungsvielfalt ersetzen.

Misanthrop schrieb:

Der Mann darf sich doch öffentlich äußern, wo und wann immer man ihn lässt. Darum geht es doch hier nun wahrlich nicht.


Naja, wenn wir sagen er muss zwingend raus aus OR-Sendungen, dann lässt man ihn eben nicht überall auftreten. Und dann fehlt kein kleiner Teil der Öffentlichkeit, verstehst Du was ich meine?
Und natürlich geht es dann weiter:
- Sollte man seine Meinung bei ARD/ZDF überhaupt noch erwähnen?
- Was ist mit FR, SZ und andere Medien?
- Private Sender?
Wo aufhören - wo anfangen. Bin da bei Werner, dann nagelt ihn halt fest in den Sendungen.
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Eintracht-Laie schrieb:

Wo aufhören - wo anfangen. Bin da bei Werner, dann nagelt ihn halt fest in den Sendungen.


wird ja gemacht. immer und ueberall, aber die leute verstehen nicht, was das problem dabei ist.
die leute nehmen einen streitbaren virologen wahr, der eine andere meinung hat.

aber bei wissenschaft geht es um fakten, seine aussage"masern sind eine schmierinfektion" und deshalb liegen sie mein lieber gespraechspartner falsch, ist keine meinung.

weil (und auch das ist ein altes problem) viel schneller und leichter die unwhahrheit gesagt wird, fakten gebogen werden, als sie wieder geradezuruecken.

es entsteht der eindruck, es gaebe eine gleichberechtigte gegenmeinung. 50/50... da sitzt ja ein virologe, der ganz streitbar die meinung vertritt, es ist schon alles nicht so schlimm, weil er von allen grenzen immer noch die untere nennt (wie auch an dem beispiel der masern nochmal erlaeutert) und den rest weglaesst.

und selbst wenn jetzt diese sachen direkt oder ihm nachgang bei uebermedien oder von anderen experten zerlegt werden, bleibt das andere haengen.

https://undsci.berkeley.edu/article/sciencetoolkit_04

man kann in der wissenschaft nicht jedem standpunkt die gleiche gewichtung geben, so funktioniert wissenschaft nicht, aber das wird damit eben gemacht.
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PS: Natürlich ist die Meinungsfreiheit noch gewährleistet, wenn Streeck ausgeladen wird. Er kann ja noch so viel reden und schreiben wie er will. Es geht doch einzig darum, ob die Akzeptanz der öffentlich-rechtlichen Medien noch gegeben ist, wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung das Gefühl hat, dass jemand ausgeladen wurde, weil er eben eine andere Meinung hat als viele andere. Glaubt doch selbst hier keiner, dass viele Bürger dann sich sagen "Ja gut, der hat wirklich falsch gelegen bei den Masern, das war ja Bullshit, zurecht wird der nicht mehr eingeladen".

Ich halte jemanden wie Streeck, wenn er inhaltlich "bearbeitet" wird, für eine geringere Gefahr für diese Gesellschaft als die Medienpolitik des ÖRR, die sich hier einige wünschen.
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SGE_Werner schrieb:

Ich halte jemanden wie Streeck, wenn er inhaltlich "bearbeitet" wird, für eine geringere Gefahr für diese Gesellschaft als die Medienpolitik des ÖRR, die sich hier einige wünschen.                                              


wo das risiko liegt, ihn einzuladen habe ich klar dargelegt.

auch drosten hat das thema erlaeutert. das thema false balance ist ein problem.
man kann es auch hier an den diskussionen im forum erkennen, wo die wahrnehmung von streeck "streitbarer virologe" ist und nicht virologe, der regelmaessig mit den fakten daneben liegt.

ich finde ehrlich gesagt, dass die reaktionen hier inkl. der faehigkeit die zusammenstellung dieser punkte, an denen streeck falsch lag, zu ignorieren, ist ein hervorragender nachweis dafuer, warum es gut waere, ihn nicht einzuladen.

wenn die oeffentliche meinung wirklich so empfindlich darauf reagieren wuerde, dass man streeck nicht mehr einlaedt, weil die menschen zu doof waeren zu erkennen, warum er nicht mehr eingeladen wird, dann ist die gefahr, jemanden bullshit erzaehlen zu lassen, selbst wenn er direkt wiederlegt wird, deutlich groesser.