Wann platzt die Bombe? (Verein vs. Fußball AG )

#
Hallo @concordia-eagle und @pipapo,

kurzfristig betrachtet habt ihr beide sicher recht, die AG vermittelt mir mit meinen begrenzten Informationen auch den kompetenteren Eindruck, während die publizierten Nachrichten zum und vom Verein (oder der Blick auf das Riederwaldgelände) das Gegenteil vermitteln.

Das spräche für eine Zusammenführung von Profis und U23/19/17 im „Wirtschaftsunternehmen“ Eintracht AG (vielleicht ist der Begriff zu provokant, aber die AG ist nun einmal die Kapitalsammelstelle. Die AG ist viel mehr als der Verein den kurzfristigen und kurzsichtigen Interessen von Geldgebern, Werbung und sonstigen DFB-Neuerungen wie 50+ oder anderen „Spässchen“ ausgesetzt. Wenn etwas nicht klappt, sind Trainer, Vorstand und damit die AG die Zielscheibe für enttäuschte Investoren, Medien, Umfeld).  

Leistungszentrum, Jugendarbeit und Ausbildung hingegen sind langfristige Ziele, die unbeirrt, nachhaltig und unabhängig von Personen verfolgt werden sollten.

Hierfür erscheint mir – unabhängig von den verantwortlichen Personen - der heimelige (ok, manchmal unheimliche) Verein im Hintergrund geeigneter. Wir haben das Glück, dass wir seit „ewigen Zeiten“ den gleichen Trainer und Vorstandsvorsitzenden plus Team in der AG haben. Doch wie lang währt dies? Der Profitrainer könnte gewechselt werden und die „Laufzeit“ des Neuen könnte kurz sein. Diesem Hin- und Her sollte man mMn die Nachwuchs- und Talentarbeit nicht aussetzen.

Deshalb halte ich eine nur (!!) rechtliche Trennung für richtig. Allerdings muss eine enge Zusammenarbeit möglich sein, egal ob durch Good Will oder handfeste Verträge mit geeigneter Gegenleistung (z.B. Kontrolle der Finanzen, erzwungenes Mitspracherecht etc).

Es will mir sowieso nicht in den Kopf hinein, warum die wohl sehr gut arbeitende Finanzabteilung der AG nicht auch für den Verein zuständig sein kann und umgekehrt andere Kompetenzpersonen des Vereins nicht für die AG arbeiten. Hier sollte angesetzt werden.

Nur gemeinsam ohne Kompetenzgerangel geht es für Verein und AG nach vorne.

Wenn verantwortliche Personen aus Verein/AG dies nicht verstehen können oder gar aus Eitelkeit torpedieren, muss irgendwie gehandelt werden. Und sei es auf einer Mitgleiderversammlung.

United Colors of Frankfurt – Gemeinsam! (das sollten sich manche mal auf die Birne tätowieren lassen)
#
gereizt schrieb:

United Colors of Frankfurt – Gemeinsam! (das sollten sich manche mal auf die Birne tätowieren lassen)

In Spiegelschrift.
#
Rigobert_G schrieb:

Die Planungssicherheit war ja früher noch weniger gegeben. Präsidenten wurden aus einer Bierlaune heraus gewählt (siehe die Box-Mitgliederversammlung, die als Ergebnis einen Wolf hatte). Nach der Satzungsänderung, die Ergebnis solcher Stimmungsabende war, konnte das Präsidium nicht mehr von der Versammlung gewählt werden. Auf einmal hatte der Verwaltungsrat unglaubliche und unkontrollierte (!) Macht und setzte seine Ratte ein (Leben), um die Arbeit des Präsidiums zu torpedieren. Lediglich Lötzbeier überlebte diese Schlacht.

Nein, nein, jetzt können wir erstmals einigermaßen perspektivisch und solide planen und die Weichen für eine goldene Zukunft stellen. Also los! Worauf warten? Wobei mir der Kurs Körbels Fußballschule auf Kosten des eigentlichen Vereins-Nachwuchs nicht schmeckt und auch nicht sein darf...


Da widerspreche ich dir natürlich nicht. Gerade, wenn ich mir die aktuelle Situation beim erwähnten Wuppertaler SV oder die Vergangenheit der Eintracht angucke, ist ein Verein natürlich geradezu prädestiniert dafür, Profilneurotikern zum Opfer zu fallen. Was aber nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass demokratisches Engagement (der Mitglieder) oft durch hohe Verbindlichkeiten und andere finanzielle Zwänge unmöglich gemacht wird.  Dass es, wenn erstmal eine Überschuldung eingetreten ist, fast unmöglich ist, einen Verein vor Kaspern zu schützen, sehe ich also natürlich auch. Wenn jedoch solche Zwänge nicht existieren, bietet ein e.V. eine weitreichende Mitwirkungsmöglichkeit des einzelnen Mitglieds, wenn man die Struktur mit anderen Vereinigungen vergleicht - auch ein Verwaltungsrat muss sich schliesslich einer Wahl stellen, oder?

Als Kompromiss zwischen anfälliger Basisdemokratie und hierarchischer Unternehmensstruktur hatte ich daher - vielleicht naiv - gerade eben Gefallen daran gefunden, die "grossen" Geschäfte des Unterhaltungsbusiness Bundesliga einer AG (...mit einem fähigen "Boss") zu überlassen, den Rest jedoch - quasi als "Faustpfand" - in einer Vereinsstruktur zu belassen, was eben auch noch zusätzliche Vorteile bietet, wie von anderen ausgeführt wurde. Warum es plötzlich notwendig sein soll, die U-Mannschaften der AG anzugliedern, verstehe ich eigentlich ebensowenig wie "gereizt".

Jetzt kann es natürlich sein, dass handelnde Personen im e.V. (oder auch in der AG) eine erfolgreiche und notwendige enge Kooperation zwischen Profimannschaft und Nachwuchsteams behindern - warum auch immer... Weshalb aber dann - anstatt daran zu arbeiten, diese Planstellen notfalls anders zu besetzen, was in einem e.V. eben demokratisch möglich sein könnte - lieber die Gesamtverantwortung einer AG zugestanden werden soll, erschliesst sich mir auch dann noch immer nicht so ganz.

Was die Mehrheit an der AG angeht: Wie festgelegt ist denn die Mehrheitsanteilschaft des e.V.? Ist das ein für alle Mal unveränderlich? Das würde dann meine Haltung ggf. verändern.

Zum angegeben Zuschauerschnitt: Der DFB prüft, meines Wissens nach, diesen Punkt nur auf Glaubwürdigkeit. Da die Eintracht - rein objektiv gesehen - einige Punkte anführen kann, die einen höheren Schnitt als den bisherigen rechtfertigen könnten, (z.B. ein "gefühlter" Aufstieg; attraktive Gegner mit eigenem Anhang etc.pp.), könnte ich mir durchaus vorstellen, dass der DFB eine solche Zahl stirnrunzelnd akzeptiert.

Zur "Marke" e.V.: Was soll denn dabei rauskommen? Jeder Verein in jeder Sportart geht ohne Grossengagement am Stock. Ausnahme: Fussball - sofern hochklassig gespielt wird. Nimm' einem Verein die erste Mannschaft weg, dann lässt sich ein Verein ohne o.a. Profilneurotiker kaum refinanzieren. Die "Erste" ist nunmal überall das Aushängeschild und muss die nachfolgenden Mannschaften und anderen Sportarten daher mitbezahlen. Natürlich kann man dann sagen "wer's bezahlt, bestimmt auch welches Lied gespielt wird", aber dann kann man auch mit der gleichen Begründung direkt das Ganze zu einer Kapitalgesellschaft machen. Auf diese Art würde nach und nach die Organisation aller Mitglieder (der Verein) komplett entmachtet.

Wie gesagt - für mich hängt das alles an der Frage, wie abgesichert die Mehrheit des e.V. an der AG eigentlich ist, auch wenn z.B. eine 50+1 Regelung kippen sollte. Was den spekulativen Anlass dieser Diskussion angeht, hoffe ich, dass - allen logistischen Problemen zum Trotz - eine gute Zusammenarbeit zwischen der Eintracht AG und dem e.V. möglich gemacht werden kann - notfalls (wirklich nur dann) auch mit anderen Personen. Ein "Kaltstellen" des Vereines, etwa durch eine kannibalisierende, ausgelagerte Jugendarbeit, wäre sicherlich nicht der Königsweg.

Ich bin jetzt hier 'raus - zu mehr als zu Grundsätzlichem reicht's bei mir nicht. Werde aber interessiert weiterverfolgen, was in diesem Thread noch passiert.

Danke für eure Antworten. 'N schönen Abend noch nach Frankfurt.
#
Ich hab da volles Vertrauen in HB. Glaubt ihr wirklich, er würde so seelenruhig zusehen, wenn das Schiff Eintracht-Nachwuchs am Kentern ist? Ich nicht. Lasst ihn einfach machen und wir werden schon bald die Früchte ernten.  
#
Moechte jetzt einfach mal ein paar Anregungen in den Raum werfen:

- Talente entdecken, foerdern und an sich binden kann IMHO eigentlich nicht frueh genug beginnen. Ansonsten greift die Konkurrenz zu und ein weiterer Marin koennte dem Verein durch die Lappen gehen. Natuerlich ist man aber wie bei Marin hinterher immer schlauer - dennoch ist es sicher nicht schlecht eine groessere Anzahl von Talenten zu begleiten. Dazu kommt, dass viele talentierte Spieler aus diversen Umstaenden (falsche Freunde, Rauchen, Umzug, mangelnde Reife, Schule - wasweisich) nicht den Sprung schaffen. In einer professionellen Umgebung wird die Quote sicher niedriger sein - auch so gesehen ist es sicher nicht schlecht schon frueh mit Talenten zu arbeiten.

- Wenn man den ein oder anderen Zeitungsbericht ansieht ( Timing, bzw. teilweise sogar Bezug aufs Forum ), kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass unser Forum durchaus gelesen wird und sehr wahrscheinlich wird dementsprechend auch zu diesem Thema etwas zum ein oder anderen Verantwortlichen durchsickern. Jetzt haben ja viele ältere Fans schon genug Grabenkriege erlebt und sind froh, dass endlich die Ruhe herrscht, die fuer Erfolg noetig ist. Meiner Meinung nach ist es jetzt von Fanseite komplett falsch Leute mit unbedachten Beschuldigungen gegeneinander aufzuhetzen (Gewisse Spannungen gibt es ohnehin in jedem Konstrukt, in dem Menschen zusammenarbeiten und Entscheidungen getroffen werden muessen - typisch: "Das ist mein Bereich!!!") - sondern dieses Problem kann nur gemeinsam geloest werden. Und wenn jeder die Chance sieht im Endeffekt gut dazustehen und sich auf die stolzgeschwellte Brust klopfen zu koennen, dann sind viele Dinge möglich, die auf den ersten Blick unmöglich erscheinen. Ich hoffe es gibt im Umfeld der Eintracht jemanden, der es versteht derart die Faeden zu ziehen und zu vermitteln - auf das es mit der Ruhe und dem einhergehenden Erfolg nicht bald vorbei ist. Und auch Politiker profilieren sich gerne - ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt nicht ins Boot geholt werden kann, wenn der Fall genug Publicity hat.

In diesem Sinne: Im Forum kann man sich ja schon mal die Koepfe einhauen, aber im RL ist da etwas anders geartete Kommunikation gefragt. Das Thema ist zu wichtig, als dass man es zerreden bzw. Grabenkaempfe schüren sollte. Vielleicht koennen ja die Fans ihren Teil dazu beitragen, dass AG und e.V. gemeinsam das Problem loesen. Ich bin sicher es gibt genug Konsensmöglichkeiten bei denen alle Beteiligten profitieren und die uns voran bringen koennen - zur Zeit schleppen wir ja eher die rote Laterne herum und die Konkurrenz ist uns meilenweit vorraus. Ich persoenlich finde Patenschaften und die räumliche Nähe zu den Profis nicht unwichtig, da ich denke, dass dies einen riesen Motivationsschub gibt. Was meint ihr wird die machbarste/sinnvollste/effektivste Moeglichkeit sein und ist ein Kompromiss moeglich bei dem offiziell beide Seiten was zu sagen haben, aber im Endeffekt ein faehiges Team relativ frei mit Unterstuetzung beider Seiten arbeiten kann? Liesse sich so auch der JFC wieder eingliedern bzw. fusionieren?
#
gereizt schrieb:
Die AG ist viel mehr als der Verein den kurzfristigen und kurzsichtigen Interessen von Geldgebern, Werbung und sonstigen DFB-Neuerungen wie 50+ oder anderen "Spässchen" ausgesetzt.


Vorab Zustimmung in allen Punkten, wenn das so umgesetzt werden könnte. Da ich daran nicht glaube halte ich weiterhin die AG für das bessere Zuhause für die höheren Jugendmannschaften.

Das Zitierte jedoch habe ich zuvor schon einmal in Bezug auf willi_neuberger in ein anderes Licht gerückt. Nicht die AG ist primär betroffen von einer etwaigen 50+1 Auflösung sondern der Hauptanteilseigner. Ergo: Der Verein.
Will der Verein nicht, kommt auch kein Investor. Egal wie kurz- oder langfristig  der Zeitraum ist über den wir hier reden.
#
Jan hat immer noch nicht geantwortet, also steht mir wieder eine unruhige Nacht bevor.

3.000.

Wenn ich jetzt das nehme:


willi neuberger schrieb:


Zu den 3.000 Zuschauern: Denke tatsächlich, dass das eine Zahl ist, die notwendigerweise dem DFB gegenüber genannt werden musste. Ist zumindest die einzige Erklärung, die "Heulsusen-Jan" offen gelassen hat. Ich kenne solche Vorgehensweisen im Übrigen auch vom Wuppertaler Chaos-Club. So wird's gemacht, wenn nötigenfalls Gelder nachgeschossen werden könnten - (hier der allmächtige Sponsor, dort eine AG) - man sich darauf aber nicht bei der Etatplanung bereits festlegen möchte (oder kann).



und das von sotirios 05, der das ganz sehr locker sieht:

sotirios05 schrieb:

Ich VERMUTE so: Man hat gerechnet und gesehen, ei, da fehlt ja eine ganze Menge Geld im Haushalt! Und dann kam die Lösung: Setzen wir halt die kalkulierten Zuschauerzahlen hoch auf 3.000, dann geht zumindest theoretisch die Rechnung auf. Und weil jeder wusste, dass die Zahl unrealistisch ist, hat man kaltlächelnd gesagt: Am Ende muss halt die AG das Defizit ausgleichen, denn die gehört uns ja schließlich!


kann ich ja noch weniger gut schlafen. Und ich weiß wirklich nix, was andere nicht auch wissen. Gebe zu, bei manchen Dingen weiß ich ein wenig mehr, aber davon nichts wirkliches.

Ich neige ja ein wenig zum Schwarzmalen. Ich denke mir jetzt mal eine Geschichte aus. Frei erfunden, ein Szenario der tiefsten Abgründe. Vollkommen haltlos, reine Spinnerei, aber so das schlimmste was ich mir vorstellen kann, und etwas, was ich mir nie bei meiner Eintracht vorstellen möchte. Aus solchen Zeiten sollten wir wirklich raus sein. Ein für alle Mal!

Ich hoffe, dass das bei meiner Eintracht nicht so ist und könnte wirklich böse werden, wenn es nur annähernd so sein sollte.

Die Geschichte, eher ein Alptraum:

Wir haben einen Fußballclub, nennen wir ihn Mal den 1. FC Knülle (Die Geschichte ist frei erfunden!).

Der 1. FC Knülle hat seine Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert, die 1. FC Knülle KGaA, die sportlich so mittelprächtig erfolgreich aber ganz solide ist, Jugendarbeit bis zur U23 bleibt beim Mutterverein, dem 1. FC Knülle eingetragener Verein für Rasensport. Wer was bekommt, ist vertraglich geregelt.

Es steht eine neue Saison an. Der Abteilungsleiter Fußball des Muttervereins denkt sich: "Diese Saison müssen wir was reißen mit der U23. Mit dem Geld, das langt aber hinten und vor nicht, wir brauchen mehr!" (Mehr ist jetzt wertfrei. Wofür mehr, für die Mannschaft und Trainer oder für Nebengeräusche, Leasingraten für die Dienstwagen von fünf Zeugwarten, tut jetzt nichts Sache, wir wollen es ja nicht zu kompliziert machen).

Vereinsmann geht also zum KGaA-Mann: "Hier, wir brauchen mehr Kohle!"

KGaA-Mann sagt: "Also hör Mal! Wir haben darüber schon ein paar Mal gesprochen. Ihr bekommt von uns ordentliches Geld, so wie es im Vertrag drin steht. Damit kann man was anfangen. Außerdem haben wir es auch nicht so dicke. Der Wunder-Brasilianer, den wir kaufen wollen, den das Publikum unbedingt sehen will, der ist schon wieder teurer geworden. Sorry, ihr müsst mit dem auskommen, was ihr habt".

Vereinsmann geht angesäuert nach Hause: "Der kann mich Mal, wedelt hier der Schwanz mit dem Hund? Die gehörn doch uns! Außerdem brauchen wir das Geld, wir müssen ja was reißen."

Verreinsmann sitzt vor der Etatplanung und vor den Lizenzunterlagen. "Wir brauchen das Geld, bekommen tun wir das hier, das macht eine Lücke von, das wären als Zuschauereinnahmen, Lücke durch Eintrittspreis, hmm, 2.500 Zuschauer im Schnitt. So!" Trägt 2.500 Zuschauer pro Spiel in den Etatentwurf ein.

Vereinsmann schlappt mit den Lizenzunterlagen zum DFB-Mann.

DFB-Mann: "Höhö! Ganz schön sportlicher Ansatz mit euren 2.500! Was habt ihr sonst? 125?"

Vereinsmann: "Ach wat! Dat jeht! Jeiles Team, jeile Liga, jeile Gegner, Jogis Jungs bei der EM saustark, dat is Euphorie, dat jeht!"

DFB-Mann kratz sich heftig am Kopf und denkt sich dann: Hier ist es ja ein wenig anders als sonst. Die haben ja die KGaA. Auch wenn der Etatansatz jenseits von irgendetwas ist, die KGaA wird den Mutterverein ja nicht gegen die Wand fahren lassen. Da kriegen die ganz schön selbst Probleme. Also im Zweifel latzen die, wolln ja nicht verkauft werden, Insolvenzrisiko Null, Gefahr des vorzeitigen Ausscheidens aus dem Spielbetrieb auch Null, der Rest interessiert mich nicht. "Hier ist Lizenz, viel Spass noch!"

Und dann rollt der Ball und es kommt, wie es kommen musste: Bei den Spielen verlieren sich 200 Zuschauer, zur Winterpause ist das Geld alle.

Vereinsmann geht zum KGaA-Mann: "Ich hab dir doch gesagt, wir brauchen mehr Geld, jetzt brauchen wir es. Komm Mal rüber damit!"

KGaA-Mann: "Aber ich hab euch doch gesagt....*explodier*

Vereinsmann: "Na und? Was willsten jetzt machen? Dann heben wir halt die Hand. Wie sieht das für dich aus? Hmmm, Scheiße? Oder wir verkaufen halt Anteile, und zwar billig, Da hast du nix davon, kein "fresh money". Also komm, ist ja nicht so viel, sind ja nur Peanuts".......

Für mich jetzt Ende der Geschichte, den Rest will ich mir dann doch nicht ausmalen. Spätestens hier würde eine ganz dicke Bombe platzen.

Ich gehe nicht davon aus, dass das bei uns so ist. Ich habe nur einen schlechten Schlaf und komme auf komische Gedanken.

Also was ist das jetzt mit den 3.000? Jan?
#
willi neuberger schrieb:
Zum angegeben Zuschauerschnitt: Der DFB prüft, meines Wissens nach, diesen Punkt nur auf Glaubwürdigkeit. Da die Eintracht - rein objektiv gesehen - einige Punkte anführen kann, die einen höheren Schnitt als den bisherigen rechtfertigen könnten, (z.B. ein "gefühlter" Aufstieg; attraktive Gegner mit eigenem Anhang etc.pp.), könnte ich mir durchaus vorstellen, dass der DFB eine solche Zahl stirnrunzelnd akzeptiert.

Zur "Marke" e.V.: Was soll denn dabei rauskommen? Jeder Verein in jeder Sportart geht ohne Grossengagement am Stock. Ausnahme: Fussball - sofern hochklassig gespielt wird. Nimm' einem Verein die erste Mannschaft weg, dann lässt sich ein Verein ohne o.a. Profilneurotiker kaum refinanzieren. Die "Erste" ist nunmal überall das Aushängeschild und muss die nachfolgenden Mannschaften und anderen Sportarten daher mitbezahlen. Natürlich kann man dann sagen "wer's bezahlt, bestimmt auch welches Lied gespielt wird", aber dann kann man auch mit der gleichen Begründung direkt das Ganze zu einer Kapitalgesellschaft machen. Auf diese Art würde nach und nach die Organisation aller Mitglieder (der Verein) komplett entmachtet.

1. Sogar dem DFB sollte bekannt sein, dass die Zweitmannschaften nicht viele Zuschauer mitbringen. Und davon gibt es jetzt mehrere als Gegner. Dazu kommen längere Fahrten für die Fans. Aber vielleicht gab es ja, wenn schon keine Nachfragen, tatsächlich ein "Stirnrunzeln"...

2. "Marke" ist eine grauenhafte Bezeichnung, mir fehlt aber ein besserer Begriff. Der Verein sollte versuchen, sich nicht nur über die Fußballprofis darzustellen, was natürlich eine schwierige Aufgabe darstellt. Aber Aktivitäten in diese Richtung würden dem e. V. sicherlich nicht schaden.
#
Ey schusch, jetzt haste auch mir den Schlaf versaut....

Und Heulsusen-Jan, was ist mit den 3.000 ???
#
Ich hab euch doch schon gestern gesagt, ihr werdet keine Antwort bekommen.
#
Ich hätte jetzt gerne jemanden, der die fiktive Geschichte plausibel entzaubert.
#
Toller Thread! Einiges war mir vorher nicht so klar. Ein recht unüberschaubares, komplexes Thema. Was z.B., auch Bankenbeteiligung betrifft. Deswegen auch dankbar, diesbezüglich erweiterte Erläuterterungen zu erhalten.

Habe gestern nach einem übersichtlichen 'Organigramm' auf den Eintracht-Seiten/Verein gesucht. Das gibt es so nicht. Nur Listenübersichten, die nicht die Abhängigkeiten darstellen. Gibt es das? Könnte die jemand unserer talentierten User erstellen? Alleine schon Ober-/Regionalliga ist ein Kapitel für sich. Und die entsprechenden Förderungen.

Denke, plakativ, visuell, werden schneller Abhängigkeiten und Interaktionen  erfassbar.

Danke dem Threaderöffner. Hat das Bewusstsein erweitert und wir lernen im Sommerloch das Gebilde 'Eintracht' zu hinterfragen. Sollte dies nicht notwendig sein, um so besser. Wenn der Thread weiterhin moderat verläuft, dann würden wir alle aus diesem Meinungsaustausch Gewinn ziehen.

Bisher: Klasse. Informativ. Neues gelernt!
#
Vorab erstmal ein "Dazke",@ willi, für Dein Posting. Sind einige Gedankengänge dabei, über die ich bisher noch nicht nachgedacht hatte.

willi neuberger schrieb:
Wenn jedoch solche Zwänge nicht existieren, bietet ein e.V. eine weitreichende Mitwirkungsmöglichkeit des einzelnen Mitglieds, wenn man die Struktur mit anderen Vereinigungen vergleicht - auch ein Verwaltungsrat muss sich schliesslich einer Wahl stellen, oder?


Ich sehe es ganz genauso, eine Machtverteilung ist grundsätzlich begrüßenswert. Wenn sich jetzt allerdings Anzeichen verdichten sollten, dass die AG einer Körbel Fußballschule mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, als der Nachwuchs-Ausbildung im Mutterverein, bekomme ich die Vollkrise...

Die habe ich übrigens auch, wenn mit Zuschauerzahlen operiert wird, die selbst in der geschlossenen Anstalt süchtiger 9Live Telefonkandidaten für bestenfalls mitleidiges Gelächter sorgt. Wenn keine 3.000 Zuschauer gegen Fürth II oder Haching II kommen, wird also die AG den Etat decken müssen. Laut Schuh-Szenario wird genau damit kalkuliert.

Das sind für mich mindestens zwei Vollkrisen, die zum Ergebnis haben, dass der Bielefelder Weg auf Dauer nicht gut für die Eintracht sein kann...

Als Kompromiss zwischen anfälliger Basisdemokratie und hierarchischer Unternehmensstruktur hatte ich daher - vielleicht naiv - gerade eben Gefallen daran gefunden, die "grossen" Geschäfte des Unterhaltungsbusiness Bundesliga einer AG (...mit einem fähigen "Boss") zu überlassen, den Rest jedoch - quasi als "Faustpfand" - in einer Vereinsstruktur zu belassen, was eben auch noch zusätzliche Vorteile bietet, wie von anderen ausgeführt wurde. Warum es plötzlich notwendig sein soll, die U-Mannschaften der AG anzugliedern, verstehe ich eigentlich ebensowenig wie "gereizt".


Dieser Kompromiss funktioniert wohl nicht, wenn die eine Seite mit einer Fußballschule droht, während die andere Seite schon mal signalisiert, dass da noch eine Rechnung kommen wird.

- lieber die Gesamtverantwortung einer AG zugestanden werden soll, erschliesst sich mir auch dann noch immer nicht so ganz.


Ich bin kein Freund der Lösung unbedingt der AG die Gesamtverantwortung zu geben. Ich bin aber ein Freund davon, irgendwem die Gesamtverantwortung zu geben. Dummerweise macht es mehr Sinn der AG noch ein paar Jahrgänge zu übertragen, als dem e.V. die Profiabteilung zurückzugeben. Wäre ja eigentlich nicht mal so schlimm, die AG würde sich dann auflösen und der Verein stellt eine Fußball-Bundesliga-Mannschaft. Die Idee ist aber, wenn wir ehrlich sind, genauso bescheuert, wie damit zu rechnen, gegen Haching II werden schon irgendwie 3.000 Leute in das "Volksbank Stadion" pilgern...

Kurz, es wird schon einen Grund geben, weshalb von 36 Profivereinen in Deutschland nur zwei eine solche Trennung von Profi und Nachwuchs wie in Bielefeld favorisieren.

Das "Ajax-Modell" scheint auf solch ein Konstrukt in der Praxis jedenfalls nicht übertragbar. Selbst nicht ganz so hochtrabende Modelle haben es vermutlich schwer. Eine Gesamtverantwortung scheint mir jedenfalls eine bessere Perspektive zu haben, als die Gewitter am Horizont, die zum Thema in diesem Thread geworden sind.

Kommen wir jetzt aber zu einen ganz entscheidenden Punkt:


Zur "Marke" e.V.: Was soll denn dabei rauskommen? Jeder Verein in jeder Sportart geht ohne Grossengagement am Stock. Ausnahme: Fussball - sofern hochklassig gespielt wird. Nimm' einem Verein die erste Mannschaft weg, dann lässt sich ein Verein ohne o.a. Profilneurotiker kaum refinanzieren. Die "Erste" ist nunmal überall das Aushängeschild und muss die nachfolgenden Mannschaften und anderen Sportarten daher mitbezahlen.


Darüber habe ich tatsächlich noch nie nachgedacht. Aber Du bringst es auf den Punkt. Früher hat der Profi-Fußball den Breitensport unterstützt.

Ich kenne noch diese Eintracht-Schlagzeile "Ein Verein - XX mal Bundesliga". Es war, durch die Einnahmen aus dem Profi-Spielbetrieb, tatsächlich möglich Eishockey, Hockey Herren, Hockey Damen, Basketball, Volleyball, Turnen, Leichtathletik, Rugby (etc) und Fußball auf nationaler Ebene erstklassig unter einem Dach zu vereinigen.  

Und heute? Ganz grob gesagt, die AG hat die Einnahmen aus dem Profi-Spielbetrieb, muss aber damit keinen Spitzensport-Rattenschwanz finanzieren, während der Verein nicht mehr die notwendigen Einnahmen hat, um eben erstklassige Abteilungen wirtschaftlich tragen zu können. Das ist ein Dilemma, was mit einer zwischen Verein und AG vereinbarten Garantiesumme ausgeglichen werden soll.

Mit dieser Garantiesumme ist aber wohl kein Bundesliga Eishockey, Basketball, Hockey, Turnen usw. wie vielleicht noch in 80er Jahren wirtschaftlich tragbar (wobei wir ja wissen, wie das Kapitel Eishockey endete...). Nicht mal eine neue Dusche scheint drin zu sein.

Doofe Situation, die offenbar für mehr Ärgernis sorgt, als es der gesamten Eintracht lieb sein kann. Ich bin ehrlich, bis zu Willis Posting hatte ich mir darüber keine Gedanken gemacht und gehe jetzt auch erstmal ins Bett...  :neutral-face

Mal sehen, wie es morgen hier weitergeht. Gute Nacht!  
#
Rigobert_G schrieb:
Laut Schuh-Szenario wird genau damit kalkuliert.



Ey, das hab ich mir in schlechter Laune Mal so ausgedacht.
#
Ziehst den Schwanz ein?  
#
Rigobert_G schrieb:
Ziehst den Schwanz ein?    


Es ist wirklich nur eine fiktive Geschichte. Kennst Du etwa einen 1. FC Knülle? Ich habe keine Informationen, dass das bei der Eintracht wirklich so abgeht. Ich habe hier nur ein Szenario aufgemalt, was mir übel aufstoßen würde, wenn das so der Fall wäre.

Darf man hier nicht mehr seinen Gedanken freien Lauf lassen?
#
pipapo schrieb:
Ich hätte jetzt gerne jemanden, der die fiktive Geschichte plausibel entzaubert.
Was muss man denn daran entzaubern?

Wer jemals eine "fiktive" Bilanz erstellt hat (für die Bank erstellen musste) wird sich nicht weiter wundern - fiktive Pläne enthalten fiktive Daten - oder weisst Du den Zuschauerschnitt der U23 jetzt schon  

Viel mehr wundert mich die offensichtiliche Annahme der meisten User hier, dass es sich bei Eintracht Frankfurt e.V. um einen Fußballverein handelt. dem ist nicht so, das zeigt

http://www.eintracht-frankfurt.de/media/pdf/satzung.pdf

Eintracht Frankfurt ist nicht nur ein Traditionsverein des Fußballs, sondern hat auch in anderen Sparten sehr große Erfolge aufzuweisen (auch wenn es hier nicht sonderlich interessiert)

Und wenn (@monk, das macht mich ärgerlich) bei Versammlungen des Vereines nur Miglieder älteren Kalibers (vergreiste Rentner) anwesend sind, dann frage ich mich schon, wie es mit dem Verein Eintracht Frankfurt weitergeht. Die haben zumindest den Adler im Herzen und sind dabei, jüngere labern hier nur rum.

Das Präsidium dieses Vereins hat sich nicht nur um U?? zu kümmern, sondern um die Belange des Vereins insgesamt. Dies ist der Unterschied zur AG.

Die Diskussion hier erinnert mich an die Ausgliederung der Profiabteilung in eine AG (obwohl es damals nur um "ja" oder "nix" ging) Gebilde wie der eV und die AG sind immer abhängig von deren Führung. Und die AG-Führung (keiner möchte sich mehr gern erinnern) der ersten Wochen/Monate hat meine Mitglieds-Bachschmerzen nicht unbedingt verringern können,  

Wer eine andere Vereinsführung möchte, kann sich ja schonmal einen Kandidaten(in) suchen  und dann nur noch wöhlen lassen  ,-)
#
Maggo schrieb:
Ich hab da volles Vertrauen in HB. Glaubt ihr wirklich, er würde so seelenruhig zusehen, wenn das Schiff Eintracht-Nachwuchs am Kentern ist? Ich nicht. Lasst ihn einfach machen und wir werden schon bald die Früchte ernten.    



Nach der Verpflichung Caios hatte ich zwar erste Bedenken geäußert, nach dem Engagement des Froschfressers, weiß ich allerdings wohin der Hase läuft...
Zolo hate absolut recht mit seinen Bedenken 2004/2005!
#
Tritonus schrieb:
[...]oder weisst Du den Zuschauerschnitt der U23 jetzt schon  

Achtung, festhalten: Ich weiß, dass der Zuschauerschnitt bei Spielen der U23 in der nächsten Saison niemals auch nur in die Nähe von 3000 rücken wird.
#
Tritonus schrieb:
Und wenn (@monk, das macht mich ärgerlich) bei Versammlungen des Vereines nur Miglieder älteren Kalibers (vergreiste Rentner) anwesend sind, dann frage ich mich schon, wie es mit dem Verein Eintracht Frankfurt weitergeht. Die haben zumindest den Adler im Herzen und sind dabei, jüngere labern hier nur rum.

Du willst damit sagen, dass das bei den Leuten, die hier diskutieren, nicht der Fall ist?


Teilen