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le god

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Was mir bei Jakic neben seiner Grundaggressivität, einer guten Raumorientierung und dem geschickten Zweikampfverhalten bislang am besten gefällt, ist die Fähigkeit durch schnelles Umschalten Überzahlsituationen zu schaffen.

Spieler wie Sow, Rode oder Ilsanker genauso wie vorher Fernandes oder Mascarell orientieren sich - wenn sie nicht komplett frei stehen - mit dem ersten Ballkontakt grundsätzlich nach hinten. Oberstes Ziel ist es, Ballverluste zu vermeiden, erst dann erfolgt die Drehung und es wird geschaut welche Anspielstationen nach vorne bestehen. Meist hat der Gegner die gefährlichen Räume dann schon längst wieder zugestellt und es muss quer oder zurück gespielt werden.

Bei Jakic ist das anders. Er hat mit Ballannahme immer direkt den Weg nach vorne im Blick und düpiert auch mal einen Gegenspieler mit einer unerwarteten Bewegung. Dadurch macht er das Spiel schnell, öffnet Räume und schafft Überzahlsituationen. Möglich wird das, weil er bereits vor der Ballannahme Lösungen im Kopf hat und diese durch seine gute Technik und Ballabschirmung auch umsetzten kann. Anders als beispielsweise Gacinovic, der das auch oft versucht, dabei aber mangels Robustheit häufig Ballverluste in der eigenen Hälfte produziert hat. Zwar hatte auch Jakic schon den einen oder anderen Ballverlust, aber vor allem dann wenn er sich weiter vorne in die Offensive eingeschaltet hat. Hier hält er den Ball manchmal noch zu lange, aber das dürfte mit zunehmender Eingespieltheit besser werden und die Kontergefahr ist nicht ganz so hoch wie bei Ballverlusten im Aufbauspiel.

Ich hatte die 6er-Position ja seit mehreren Transferperioden als Top-Priorität herausgestellt und bin mit Jakic nach den ersten Eindrücken sehr happy!
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Ein Punkt in Wolfsburg ist grundsätzlich nicht verkehrt. Das Tor war toll herausgespielt und zeigt was möglich ist. Wichtig ist für mich, dass die elementaren Dinge wie Einsatz und Laufbereitschaft stimmen. Auch das Pressing gefällt mir immer besser und führt zu Ballgewinnen und gefährlichen Umschaltsituationen. Was wir daraus machen ist leider (noch) katastrophal. Mit Ungenauigkeiten, falschen Entscheidungen und technischen Fehlern bringen wir uns selbst um jede Menge potentieller Großchancen. Teilweise kassieren wir daraus dann sogar noch selbst gefährliche Konter.

Die große Frage ist, ob dies auf mangelnde Klasse oder die sicher noch fehlende Eingespieltheit zurückzuführen ist. Als Optimist hoffe ich mal auf letzteres. Gerade in der Offensive haben wir ja doch einige Neuzugänge, die noch nicht so häufig zusammen trainiert haben, so dass die Laufwege sicher noch nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind. Lammers, Borre, Kostic und Kamada (ja, der hatte gestern einen wirklich schlechten Tag, aber das kommt immer mal vor und ich sehe ihn sonst wie manch anderer hier hinsichtlich Einsatz und Robustheit sichtbar verbessert) sollten alle genug Qualität haben, um gefährliche Umschaltsituationen künftig auch öfter in Abschlüsse und Tore umzumünzen.

Ein Problem gegen Wolfsburg war ansonsten für mich unsere körperliche Unterlegenheit. Mit ihren Kanten hat VW jede Menge zweiter Bälle gewonnen. Viele von den ganzen langen Bällen, zu denen wir sie mit unserem Pressing gezwungen haben, sind deshalb am Ende doch wieder bei Wolfsburg gelandet. Ein wenig hat mich das an unsere Büffelsaison erinnert, wo wir das Mittelfeld auch oft mit langen Bällen auf Haller überbrückt haben.

Vielleicht hätte eine frühere Einwechslung von Ilsanker helfen können, allerdings wüsste ich nicht für wen ich ihn gebracht hätte. Denn defensiv gefallen mir Sow und Jakic im Zentrum sehr gut. Jakic war gestern zwar nicht so auffällig wie bei seinen ersten beiden Auftritten, aber der hilft uns definitiv weiter. Auch Hinteregger und Ndicka haben sich finde ich stabilisiert und lassen eigentlich nicht so viel zu. Wenn es gefährlich wird, dann meist über außen. Hier fremdelt Durm doch merklich mit der für ihn zuletzt ungewohnten linken Seite und sah mehrfach nicht gut aus. Da Costa hat sowieso immer mal einen Stellungsfehler drin, aber ich fand ihn deutlich stärker als noch gegen Istanbul.

Ernüchtert haben mich gestern unsere Einwechselspieler. War ich anfangs verwundert, dass Glasner auf jegliche Rotation verzichtet, hat sich das später relativiert. Lindström hat sicher Talent, aber aktuell ist das einfach noch kein Bundesliganiveau. Der gewinnt ja keinen Zweikampf. Von Hauge kamen auch kaum Impulse, nach seinem starken Debüt gegen Dortmund und dem tollen Tor in Bielefeld tut er sich momentan noch ziemlich schwer. Und Hrustic ist der Form wie gegen Stuttgart und Wolfsburg fast schon unspielbar. Schade, ich hatte ihm diese Saison eigentlich den Durchbruch zugetraut. Ich möchte ihn zwar noch nicht abschreiben, aber aktuell scheint es als wäre er nur gegen tiefstehende Mannschaften wo wir mehr Zeit und Ballbesitz haben eine Alternative.

Unter dem Strich ein durchwachsenes Spiel. Wenn wir die Kampf- und Laufbereitschaft beibehalten und unsere Angriffe etwas besser ausspielen, setzte ich gegen Köln aber auf den ersten Saisonsieg. Und dann heißt es plötzlich, dass wir seit 6 Spielen ungeschlagen sind.
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Was man auf jeden Fall festhalten muss, ist, dass die Qualität des französischen Essens indirekt proportional zum Sauberkeitszustand der dortigen Toiletten ist. In den USA ist es umgekehrt, dort ist das Essen meist unsäglich, man wird danach aber bei einer ausgiebigen Sitzung z.B. auf einer Ferguson („Die Stradivari unter den Toiletten“) zumindest teilweise entschädigt. Gäbe es ein Land, das beide Vorzüge vereinigte, ich täte dort urlauben.
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Motoguzzi999 schrieb:

Gäbe es ein Land, das beide Vorzüge vereinigte, ich täte dort urlauben.
Versuch es doch einmal mit Japan. Ich kann zwar nur aus zweiter Hand berichten, aber nach allem, was ich von Freunden gehört habe, könntest Du dort Erfüllung finden.
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le god schrieb:

Persönlich bin ich weiter davon überzeugt, dass ein umfassender Emissionshandel die beste Basis bietet, um den CO2-Ausstoß erfolgreich und ausreichend schnell einzuschränken. Dies gleichzeitig sozial verträglich zu gestalten, damit es nicht zu den von Dir genannten Verwerfungen kommt, ist die große Kunst. Hier braucht es intelligente, pragmatische Ideen, die über bloße Umverteilung hinausgehen.

Nfu, aber ist das nicht dasselbe, was du Frau Kemfert vorwirfst? Banalitäten?
Ich sage das deshalb, weil ich ein wenig nach den Ergebnissen des bisherigen Emissionshandels recherchiert habe. Und da zeigt sich, dass sich Verwerfungen aus verschiedenen Gründen nicht verhindern lassen und der ETS alle Erwartungen bei weitem verfehlt hat.

Hier nur mal ein Beispiel von vielen:
https://background.tagesspiegel.de/warum-der-europaeische-emissionshandel-wirksamen-klimaschutz-nicht-garantiert
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WürzburgerAdler schrieb:

Nfu, aber ist das nicht dasselbe, was du Frau Kemfert vorwirfst? Banalitäten?
Sicher, der Unterschied ist nur, dass ich kein nachgefragter Experte auf dem Gebiet bin, der Forschungsmittel vereinnahmt und regelmäßig in Medien zur Meinungsbildung beiträgt.

WürzburgerAdler schrieb:

Und da zeigt sich, dass sich Verwerfungen aus verschiedenen Gründen nicht verhindern lassen und der ETS alle Erwartungen bei weitem verfehlt hat.
Habe ich doch selbst in meinem Eingangsbeitrag geschrieben, dass die Umsetzung des Emissionshandels bislang suboptimal war, insbesondere wurden viel zu viele kostenfreie Zertifikate ausgegeben. Dass sich Verwerfungen grundsätzlich nicht verhindern lassen, würde ich daraus aber nicht ableiten. Vielmehr dürfte es so sein, dass jedes Konzept andere Nachteile oder Hürden hat, die bedacht werden müssen.
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le god schrieb:

Ich bin da eher bei amsterdam_stranded. Keine Partei ist in der Vergangenheit durch besondere Umsetzungsstärke in Sachen Klimaschutz aufgefallen - auch die Grünen nicht auf Landesebene. Hier eine Partei als besonders unglaubwürdig abzustempeln, darf schon kritisiert werden. Aber in einer Ampel können die Grünen dann ja die Konzepte der FDP umsetzen und alles wird gut

Was die Bundesebene betrifft, bin ich bei dir. Das war und ist enttäuschend.
Auf Landes- und Kommunalebene sieht das ganz anders aus. Nicht in allen Bundesländern und nicht in jeder Kommune. Aber gerade in BW (Land) oder Bayern (Kommunen) sind die Grünen sehr erfolgreich.

Trotzdem könnte es noch mehr sein.

Was den Zertifikatehandel betrifft, drängt sich bei mir der Vergleich mit der Müll- und Plastikproblematik auf. Was die Grünen wollen (und da gehe ich mit), ist eine Vermeidungspolitik, sodass sich das Problem erstmal erheblich minimiert. Was die etablierten Parteien inkl. der FDP wollen, ist eine irgendwie konstruierte Lösung des Problems. Ungefähr so, als würden die einen Lagerfeuer in Wohnzimmern verhindern, während die anderen Feuerlöscher aufhängen, weil Lagerfeuer in Wohnzimmern zur persönlichen individuellen Freiheitsentfaltung gehört.
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WürzburgerAdler schrieb:

Was den Zertifikatehandel betrifft, drängt sich bei mir der Vergleich mit der Müll- und Plastikproblematik auf. Was die Grünen wollen (und da gehe ich mit), ist eine Vermeidungspolitik, sodass sich das Problem erstmal erheblich minimiert. Was die etablierten Parteien inkl. der FDP wollen, ist eine irgendwie konstruierte Lösung des Problems. Ungefähr so, als würden die einen Lagerfeuer in Wohnzimmern verhindern, während die anderen Feuerlöscher aufhängen, weil Lagerfeuer in Wohnzimmern zur persönlichen individuellen Freiheitsentfaltung gehört.
Sorry WA, aber den Zusammenhang zwischen dem Zertifikatehandel und Deinem Lagerfeuerbeispiel verstehe ich nicht wirklich. Was ist daran konstruiert, wenn man eine Höchstgrenze für Emissionen festsetzt und für diese Menge Zertifikate ausgibt? Abgesehen davon, dass es sich ja nicht gegenseitig ausschließt, ist das doch viel effektiver als hier ein paar Emissionen zu vermeiden und dort ein paar Emissionen einzusparen. Und noch dazu lässt es jedem die Freiheit selbst zu entscheiden wofür man seine Zertifikate nutzen und wo man sich einschränken möchte. Dass wir uns alle einschränken müssen, dürfte klar sein.
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le god schrieb:
Sicher ist zunächst einmal, dass über einen umfassenden Zertifikatehandel eine feste Obergrenze gesetzt würde. Eine CO2-Abgabe bringt hingegen nur etwas, wenn eine entsprechende Preiselastizität gegeben ist. Bei Themen wie Heizen, Wohnen, Mobilität oder auch in der Industrie ist das aber nur bedingt der Fall. Während ein Zertifikatehandel das Erreichen des CO2-Ziels quasi systemisch garantiert, ist dies bei einer CO2-Abgabe mitnichten der Fall.
Das ist prinzipiell alles richtig, aber:
Warum gibt es denn bei den Grundbedürfnissen der Menschen kaum Preiselastizität? Weil die Alternativen fehlen oder man sie sich nicht leisten kann. Setzt man jetzt einen fixen CO2-Deckel ohne flankierende Transformationsmaßnahmen drängt der Markt schlicht und einfach immer mehr finanzschwache Teilnehmer aus der Nachfrage heraus. Immer mehr Menschen werden sich dann Wohnen, Heizen und Mobilität nicht mehr leisten können, während die Vermögenden weiterhin mit Tempo 200 über die Autobahnen brettern, nur um mal ein plakatives Beispiel zu nennen. Und wenn man das ganz zum Ende denkt, werden Millionen völlig verarmt sein, während der Weltraumtourismus einiger Milliardäre boomen wird. Der Markt beurteilt Bedürfnisse nunmal nicht nach Relevanz.

Ganz ehrlich, das ist doch kein sinnvolles Konzept.
Frau Kemfert hat doch völlig recht damit, dass wir neben einer CO2-Abgabe eine Vielzahl ordnungspolitischer Maßnahmen brauchen werden, um die Transformation zu massenkompatiblen CO2-freien Alternative in allen Sektoren zu gestalten und zu finanzieren.
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LDKler_neu schrieb:

Frau Kemfert hat doch völlig recht damit, dass wir neben einer CO2-Abgabe eine Vielzahl ordnungspolitischer Maßnahmen brauchen werden, um die Transformation zu massenkompatiblen CO2-freien Alternative in allen Sektoren zu gestalten und zu finanzieren.
Ja klar hat sie damit recht, dass eine einzelne Maßnahme - ganz gleich ob eine CO2-Abgabe oder ein Zertifikatehandel - nicht ausreichen wird. Aber die Erkenntnis ist halt derart banal, dass es einer fachspezifischen Wissenschaftlerin meines Erachtens nach unwürdig ist. Und wenn sie auf Nachfrage nach konkreten Maßnahmen nur mehr Erneuerbare Energien (wer will das nicht) und eine bessere Ladeinfrastruktur (ganz was Neues) nennt, ist das eher ein Rufen im Walde als ein Konzept, das diesen Namen verdient. Ohne das Programm zu kennen, nehme ich übrigens sogar an, dass die FDP beides ebenfalls möchte.

Persönlich bin ich weiter davon überzeugt, dass ein umfassender Emissionshandel die beste Basis bietet, um den CO2-Ausstoß erfolgreich und ausreichend schnell einzuschränken. Dies gleichzeitig sozial verträglich zu gestalten, damit es nicht zu den von Dir genannten Verwerfungen kommt, ist die große Kunst. Hier braucht es intelligente, pragmatische Ideen, die über bloße Umverteilung hinausgehen.

Leider traue ich der Politik, gleich welcher Couleur, hier nicht allzu viel zu, weil überall der kurzfristige Machterhalt und die Durchsetzung von Partikularinteressen im Vordergrund stehen. Alle größeren Baustellen (Steuer, Gesundheit, Rente) werden doch seit Jahrzehnten konsequent umschifft, weil keine Koalition für eine einschneidende Reform, die evtl. Stimmen bei der nächsten Wahl kostet, verantwortlich sein möchte und eine Einigung auf überparteiliche Ziele nicht stattfindet, sondern selbst gute Ideen lieber schlechtgemacht werden wenn sie nicht aus dem eigenen Lager kommen. Es spricht wenig dafür, dass sich dies ausgerechnet beim Klimaschutz ändern sollte, aber hoffen darf man ja...
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amsterdam_stranded schrieb:
Das Argument dafür ist, dass an der Ernsthaftigkeit zur Umsetzung der Pläne sei bei der FDP zu zweifeln sei.
Ja, so isses aber halt nunmal. Die Pläne der FDP, Klimaschutz allein über CO2-Bepreisung und Zertifikatehandel umzusetzen, funktioniert vielleicht theoretisch, in der Praxis aber sicher nicht.
Warum hat Claudi Kemfert in diesem Deutschlandfunk-Interview ausgeführt:
https://www.deutschlandfunk.de/umwelt-und-verbraucher.696.de.html
Drittes Thema der Sendung vom 02.09.

Die FDP gehört schon genau dahin, wo Quarks sie einstuft. Da gibts nichts zu beanstanden.
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LDKler_neu schrieb:

Ja, so isses aber halt nunmal.
Marco (Reus), bist Du es? Isso und basta sind immer tolle Argumente.

LDKler_neu schrieb:

Die Pläne der FDP, Klimaschutz allein über CO2-Bepreisung und Zertifikatehandel umzusetzen, funktioniert vielleicht theoretisch, in der Praxis aber sicher nicht.
Sicher ist zunächst einmal, dass über einen umfassenden Zertifikatehandel eine feste Obergrenze gesetzt würde. Eine CO2-Abgabe bringt hingegen nur etwas, wenn eine entsprechende Preiselastizität gegeben ist. Bei Themen wie Heizen, Wohnen, Mobilität oder auch in der Industrie ist das aber nur bedingt der Fall. Während ein Zertifikatehandel das Erreichen des CO2-Ziels quasi systemisch garantiert, ist dies bei einer CO2-Abgabe mitnichten der Fall. Natürlich muss die Anzahl der Zertifikate stark genug begrenzt werden und daran hat es in der praktischen Umsetzung in der Vergangenheit tatsächlich gehapert. Das heißt aber nicht, dass ein Zertifikatehandel wie von Dir behauptet per se nicht funktionieren kann.    

LDKler_neu schrieb:

Warum hat Claudi Kemfert in diesem Deutschlandfunk-Interview ausgeführt
Ganz ehrlich, wenn man sich auf Claudia Kemfert berufen muss, dann gute Nacht Marie. Die Dame ist mir bis jetzt noch in jedem Auftritt den ich von ihr gesehen habe durch an Inkompetenz grenzende Nichtssagerei aufgefallen. Außer belanglosen Nullaussagen, die jeder Forist hier genauso treffen könnte, kommt da überhaupt nichts. In dem von Dir verlinkten Interview ist doch kein einziger Punkt, der irgendwo weiterhilft. Sie fordert ein flankierendes Maßnahmenpaket, mehr Erneuerbare Energien, eine bessere Ladeinfrastruktur, einen Abschaltplan für die Kohlekraftwerke etc. Das ist Bullshit-Bingo at its best. Von einer Wissenschaftlerin, die sich tagtäglich mit diesem Thema beschäftigt, dürfte es dann schon ein wenig mehr und vor allem konkreter sein.

Und auch ihre gesamte Argumentation in dem Interview ist hahnebüchen: Erst kritisiert sie - meines Erachtens zu recht - den zu geringen CO2-Preis in Deutschland, nur um im nächsten Atemzug den Zertifikatehandel als nicht bezahlbar darzustellen. Das ist alles komplett Wischi-Waschi. Wes Geistes Kind sie ist, zeigt dann die Präferenz für eine CO2-Abgabe aus Gründen der industriellen PLANungssicherheit. Als ob Preisschwankungen für die Unternehmen etwas außergewöhnliches wären. Man schaue sich nur mal die jüngste Entwicklung für Industrierohstoffe wie Kupfer, Stahl oder Kunststoffe an. Sorry, aber da muss ich mich einfach uffresche. Kein Wunder, dass wir beim Kampf gegen den Klimawandel nicht vorankommen, wenn das unsere Experten sind.

LDKler_neu schrieb:

Die FDP gehört schon genau dahin, wo Quarks sie einstuft. Da gibts nichts zu beanstanden.
Ich bin da eher bei amsterdam_stranded. Keine Partei ist in der Vergangenheit durch besondere Umsetzungsstärke in Sachen Klimaschutz aufgefallen - auch die Grünen nicht auf Landesebene. Hier eine Partei als besonders unglaubwürdig abzustempeln, darf schon kritisiert werden. Aber in einer Ampel können die Grünen dann ja die Konzepte der FDP umsetzen und alles wird gut.  
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le god schrieb:

WürzburgerAdler schrieb:

Das Transferfenster ist lt. HB ein Kompromiss der europäischen Verbände mit der EU, die auf freie und permanente Arbeitsplatzwahl gepocht hat. Logisch, denn warum sollte dies für Fußballprofis nicht gelten? Nur weil uns das nervt?
Insofern sind die Aussichten, dass sich das Transferfenster verkleinert, äußerst gering.
Aber wo genau ist denn der Zusammenhang zwischen freier Arbeitsplatzwahl und der Dauer der Transferperiode? Nehmen wir das Beispiel Kostic: Unabhängig von irgendeiner Spanne, hätte die Eintracht doch auf den laufenden Vertrag pochen und einen Wechsel verweigern können. Vertragslose Spieler können sich ja sowieso jederzeit einem Verein anschließen (zumindest war das früher so). Und auch außerhalb der Spanne können Spieler/Berater und Vereine munter verhandeln und neue Arbeitsverhältnisse abschließen (gültig ab Zeitpunkt X). Für wen ändert es also irgendetwas wie lange die Transferspanne geht? Stehe ich hier auf dem Schlauch oder ist die Erklärung doch ein Stück weit an den Haaren herbeigezogen?


Das glaube ich nicht, denn die Erklärung stammt ja nicht von mir, sondern von HB, der als Mitglied der DFL dies ja hautnah miterlebt hat.

Aber es wurde ja von mikulle schon angedeutet: wenn die Vertragspartner sich einig sind, dass man die befristeten Verträge auch auflösen kann (eben wenn ein anderer Verein genug zahlt), dann darf das eigentlich nicht an ein Zeitfenster gebunden werden. Dies bedeutet eine unzulässige Einschränkung der freien Arbeitsplatzwahl.
Etwas anderes wäre es wohl, wenn es kein Zeitfenster gäbe, dafür lange Kündigungsfristen. Was sich in der Praxis ja oft genug als Luftnummer entpuppt und vermutlich deshalb hier nicht zum Zuge kommt.
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WürzburgerAdler schrieb:

Aber es wurde ja von mikulle schon angedeutet: wenn die Vertragspartner sich einig sind, dass man die befristeten Verträge auch auflösen kann (eben wenn ein anderer Verein genug zahlt), dann darf das eigentlich nicht an ein Zeitfenster gebunden werden. Dies bedeutet eine unzulässige Einschränkung der freien Arbeitsplatzwahl.
mikulle stellte ja eine einseitige Kündigungsmöglichkeit in den Raum. Bin auch kein Jurist, aber das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, zumal es dann sicher schon Beispiele aus der Praxis  gäbe. Wenn aber das Einverständnis des bestehenden Arbeitgebers zu einem Wechsel innerhalb der Vertragslaufzeit nötig ist, bleibt die Arbeitsplatzwahl doch sowieso eingeschränkt. Und wenn sich alle Parteien einigen, ist die Wahl eines neuen Arbeitgebers jederzeit auch außerhalb des Transferfensters möglich. Nur der Arbeitsbeginn halt nicht, aber das hat für mich nicht direkt etwas mit freier Arbeitsplatzwahl zu tun, sondern geht tatsächlich eher in Richtung Kündigungsfrist. Vielleicht liegt genau in diesem laienhaften Verständnis aber auch der Unterschied zu den EU-Juristen.
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Das Transferfenster ist lt. HB ein Kompromiss der europäischen Verbände mit der EU, die auf freie und permanente Arbeitsplatzwahl gepocht hat. Logisch, denn warum sollte dies für Fußballprofis nicht gelten? Nur weil uns das nervt?
Insofern sind die Aussichten, dass sich das Transferfenster verkleinert, äußerst gering.
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WürzburgerAdler schrieb:

Das Transferfenster ist lt. HB ein Kompromiss der europäischen Verbände mit der EU, die auf freie und permanente Arbeitsplatzwahl gepocht hat. Logisch, denn warum sollte dies für Fußballprofis nicht gelten? Nur weil uns das nervt?
Insofern sind die Aussichten, dass sich das Transferfenster verkleinert, äußerst gering.
Aber wo genau ist denn der Zusammenhang zwischen freier Arbeitsplatzwahl und der Dauer der Transferperiode? Nehmen wir das Beispiel Kostic: Unabhängig von irgendeiner Spanne, hätte die Eintracht doch auf den laufenden Vertrag pochen und einen Wechsel verweigern können. Vertragslose Spieler können sich ja sowieso jederzeit einem Verein anschließen (zumindest war das früher so). Und auch außerhalb der Spanne können Spieler/Berater und Vereine munter verhandeln und neue Arbeitsverhältnisse abschließen (gültig ab Zeitpunkt X). Für wen ändert es also irgendetwas wie lange die Transferspanne geht? Stehe ich hier auf dem Schlauch oder ist die Erklärung doch ein Stück weit an den Haaren herbeigezogen?
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Nach diesem Spiel muss man denke ich jetzt schon von einem Fehlstart sprechen. Gegen Augsburg und Bielefeld hätten es schon vier bis sechs Punkte sein müssen, da sind die zwei Zähler zu wenig. Ich bin dennoch weit davon entfernt, jetzt schon die Krise auszurufen oder alles infrage zu stellen. Ich sehe es vielmehr wie Glasner: Es gibt einige positive Ansätze und die Mannschaft macht Schritte nach vorne. Könnte jetzt natürlich zu Beginn noch etwas ungemütlich werden, aber das hatten wir unter Hütter in zwei der drei Saisons auch.

Grundsätzlich sehe ich es sogar so wie in weiten Teilen der Hinrunde aus der Vorsaison: Die Leistungen waren bisher besser als die Ergebnisse. Auch die xGoals zeigen wie damals, dass wir wieder deutlich unterperformt haben. Gegen Augsburg hatten wir das komplette Spiel im Griff, in Bielefeld 60-70 Minuten. Zuweilen fehlt vorne noch die Abstimmung und die Spieler müssen sich insgesamt noch an Glasners Vorgaben gewöhnen, aber das ist normal. Das Führungstor war aber schon mal herausragend ausgespielt und weist den Weg.

Die beiden größten Probleme in Bielefeld waren die fehlende Durchschlagskraft im Angriff und die passive Zweikampfführung in der Abwehr. Wie schon gegen Augsburg haben wir vorne trotz einiger guter Chancen oft etwas zu mutlos gespielt und in einigen Situationen die falsche Entscheidung getroffen. Spätestens nach diesem Spiel sollte auch klar sein, dass Borré keine alleinige Spitze ist. Bisher war er in allen Spielen in den direkten Duellen wirkungslos und zudem bestätigt sich sein Ruf, dass er nicht der geborene Goalgetter ist. Ich halte ihn nach den ersten Eindrücken trotzdem für einen guten Spielern. Aber wenn man gedacht hat, dass man mit Borré als alleinige Spitze die Vakanz im Sturm füllt, hat man sich ziemlich verpokert. Da muss auf jeden Fall noch etwas passieren und ein großer und körperlich starker Stürmer kommen.

Dass Bielefeld bei dem knappen Rückstand in den letzten Minuten noch einmal stark aufkommen wird, war absolut klar. Da hat uns leider auch in vielen Situationen die Kopfball- und Zweikampfstärke gefehlt. Da waren wir geradezu merkwürdig passiv und haben Bielefeld gewähren lassen. Hinti beispielsweise, der vor seinem Save auf der Linie in derselben Situation den Ball überhaupt erst in die Mitte gehen lässt, weil er den Kopf wegzieht und damit seine Hinterleute überrascht. Da rächt es sich dann auch, dass wir keinen Sechser im Kader haben, der mal ordentlich dazwischen haut. So einer wie Fernandes wäre in der Phase wichtig gewesen. Leider scheint es aktuell auch an Führungsspielern zu fehlen, die in so einer Situation vorangehen. Abraham fehlt in dieser Hinsicht leider massiv.

Auch Trapp muss ich da mal wieder in die Verlosung nehmen. Nach der überzeugenden Vorbereitung bewegt er sich in den ersten Saisonspielen wieder auf dem durchschnittlichen Niveau der Vorsaison und strahlt nicht die größte Ruhe aus. Gegen Augsburg der böse Stolperer, der zu deren einziger großen Chance und fast einem Gegentor geführt hat und jetzt in Bielefeld ist er nach der Kerze im Strafraum auch ziemlich rumgeirrt. Hat da viel zu lange auf der Linie gewartet, bis sich vier Mann vor ihm aufgebaut haben. Dann kam er natürlich nicht mehr hin und ist am Ball vorbeigesprungen, sodass Hinti auf der Linie retten musste. Und ich will auch nie wieder hören, dass Trapp so ein guter Fußballer sei. In den letzten beiden Spielen ist glaube ich kein einziger langer Ball von ihm beim eigenen Mann angekommen.

Dafür hat mir Hrustić gegen Augsburg und Bielefeld auf der Sechs bisher ganz gut gefallen. Habe ich ihm ja auch im Voraus zugetraut und ich kann mir vorstellen, dass er da als ein Typ Schwegler reinwachsen kann. Bietet sich viel an und will immer anspielbereit sein, das gefällt mir. Zuweilen hält er den Ball etwas zu lange, aber er hat die nötige Übersicht und Ballfertigkeiten, um die Position auszufüllen. Dazu auch mal giftig im Zweikampf, wenn es nötig ist. Einen defensivstarken und richtigen Sechser brauchen wir dennoch zusätzlich.

Allgemein waren die Aufstellung und Wechsel für mich auch in Ordnung. Hasebe hätte ich bei dem Spiel ebenfalls nicht im Mittelfeld gebracht, dafür ist er zu schwach in den direkten Duellen. Barkok für Kamada fande ich einen gelungenen Wechsel, weil Barkok in der Schlussphase wenigstens den einen oder anderen langen Ball festmachen konnte. Denn eines muss man auch mal festhalten: Mit Borré in der Spitze sowie Kamada, Hauge und Lindstrøm in der Reihe dahinter, kann man sich lange Bälle und hohe Flanken schenken. Die gewinnen gegen einen ordentlichen Defensivspieler kein Kopfballduell. Da Borré zudem auch oft auf die Außen ausweicht, fehlt es bisher auch hin und wieder an einer guten Strafraumbesetzung.

Darüber hinaus spielen wir zuweilen nicht nur zu langsam nach vorne, sondern es fehlt in vorderster Linie auch an Killerinstinkt. In der Vorbereitung waren Abschlüsse auch außerhalb des Strafraums ein großes Thema und das hat in den Testspielen auch ganz gut funktioniert. Jetzt in den Pflichtspielen wird aber oftmals lieber noch mal quergelegt oder ein Schlenker gemacht. Ich weiß nicht, ob ein Spieler von uns in der Situation, wo Bielefeld das Tor erzielt, direkt draufgehalten hätte. Aber Abschlüsse auf 20, 25 Metern sind eben auch ein praktizierbares Mittel, wenn der Gegner hinten tief steht.

Dasselbe gilt auch in defensiver Hinsicht in Sachen Aggressivität. Damit meine ich nicht, dass wir wie die Bescheuerten hinlangen sollen. Wenn du grätschen musst, ist in der Regel ohnehin schon vorher etwas schiefgegangen. Aber auch bei diesem Thema finde ich, dass wir in der Vorbereitung deutlich besser unterwegs waren und phasenweise richtig gut gepresst haben. Davon hat man jetzt in den Pflichtspielen ehrlich gesagt noch nicht viel von gesehen. Klar, Augsburg und Bielefeld waren größtenteils auch wenig am Ball, trotzdem haben wir sie bei eigenem Ballbesitz zu oft einfach gewähren lassen.

Besonders gut gefallen mir hingegen bisher die Standards. Da hat Michael Angerschmid seinem Ruf als Standardspezialist bisher alle Ehre gemacht. Nachdem wir bereits in Dortmund durch eine gezielte Variante zum Torerfolg gekommen sind, waren jetzt in Bielefeld wieder zwei Großchancen durch Standardvarianten dabei. Zum einen der abgerutsche Volley von Borré nach dem Freistoß, der zurück in die Mitte geköpft wurde und zum anderen der Schuss von Hrustić nach der Ecke in den Rückraum, wo er vielleicht auch schon die Direktabnahme hätte nehmen können. Drei gezielte und auch noch erfolgreich ausgeführte Standardvarianten habe ich sonst bei der Eintracht eher in einem Zeitraum von gefühlt drei Jahren gesehen. Jetzt gab es das innerhalb von nur drei Spielen. Stimmt mich in der Hinsicht echt optimistisch, auch wenn wir vielleicht sogar allgemein wegen der geringen Körpergröße im Kader kreative Lösungen bei Standards finden müssen.

Krösche und Glasner sind jetzt gerade angesichts der zusätzlich aufgeploppten Problemfelder direkt von Anfang an gefordert. Ich bin bei beiden aber weiterhin absolut überzeugt, dass sie die richtigen Leute sind. Glasner macht auf mich bisher einen sehr kompetenten Eindruck, hat gute Ideen und spricht alles klar an. Ich bin mir sicher, dass er die Mannschaft auf Sicht stabiliseren und mit fortschreitender Eingespieltheit zum Erfolg führen wird. Und Krösche kann sich jetzt gleich mal mit der entsprechenden Ruhe und Härte beweisen und sein Profil schärfen, was dann auch den Verein insgesamt wieder zur Ruhe bringen sollte.

Den großen und körperlichen Stürmer sowie den zweikampf- und kopfballstarken Sechser als noch zu vollziehende Transfers habe ich ja schon angesprochen. Dazu bräuchte es meiner Meinung nach noch einen RIV. Ist ja jetzt auch alles nichts Neues und teilweise schon seit über einem Jahr bekannt. Das ist auch das, was man Krösche am ehesten vorwerfen kann. Statt die dringendsten Baustellen zuerst zu bearbeiten, hat man für viel Budget mit Hauge und Lindstrøm zwei Spieler für die bereits gut besetzte Offensivreihe verpflichtet. Da hat man eventuell eine Fehleinschätzung getroffen, auch wenn die Lage sicher nicht ganz einfach war, weil man möglicherweise Kamada gerne abgegeben hätte und Younes zwischenzeitlich schon so gut wie weg war.
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Vielen Dank zunächst einmal für Deine Einschätzung. Lese ich immer gerne und finde mich auch oft darin wieder.

DonGuillermo schrieb:

Grundsätzlich sehe ich es sogar so wie in weiten Teilen der Hinrunde aus der Vorsaison: Die Leistungen waren bisher besser als die Ergebnisse.
Ich teile Deine Grundeinschätzung, dass es positive Ansätze gibt und Glasner das Team mit ein wenig Geduld erfolgreich ausrichten wird. Den zitierten Absatz sehe gerade mit Blick auf das Bielefeld-Spiel allerdings anders. Das war am Ende ein glücklicher Punktgewinn und nicht mit den Unentschieden von Anfang letzter Saison vergleichbar, als wir uns wirklich oft nicht für gute Leistungen belohnt haben.

Das Bielefeld-Spiel würde ich in vier Phasen einteilen: Die ersten 25 Minuten war das ein toller Auftritt, der sehr viel Hoffnung macht. Wir waren ballsicher, kombinationssicher, hatten durchaus Zug nach vorne und haben ein sehr schönes Tor herausgespielt. Nach dem Führungstreffer bis etwa zur 40. Minute hatten wir das Spiel weiterhin komplett im Griff, haben uns aber viel zu sehr am eigenen Ballbesitz aufgegeilt, statt entschlossen das zweite Tor zu suchen. Von der 40. Minute bis Mitte der zweiten Halbzeit war das Spiel ausgeglichen, aber wir haben Bielefeld zunehmend zu Chancen kommen lassen. Danach haben wir dann völlig den Zugriff verloren und kaum noch einen Zweikampf gewonnen. Natürlich hätten wir trotzdem gewinnen können, wenn wir uns nicht nach eigenem Freistoß auskontern lassen, aber verdient wäre das nicht gewesen.

DonGuillermo schrieb:

Da rächt es sich dann auch, dass wir keinen Sechser im Kader haben, der mal ordentlich dazwischen haut.
Das ist eigentlich genau die Rolle von Ilsanker und wie einige andere auch, habe ich mich etwas gewundert warum er nicht spätestens für die letzte Viertelstunde ins Spiel kam.

DonGuillermo schrieb:

Spätestens nach diesem Spiel sollte auch klar sein, dass Borré keine alleinige Spitze ist. Bisher war er in allen Spielen in den direkten Duellen wirkungslos und zudem bestätigt sich sein Ruf, dass er nicht der geborene Goalgetter ist.
So eindeutig sehe ich das nicht. Mir gefällt Borré bislang eigentlich recht gut. Er presst stark, bietet sich an und erarbeitet sich in jedem Spiel seine Torchancen. Irgendwann platzt hoffentlich der Knoten ob mit - was ihm sicherlich gelegen käme - oder ohne Sturmpartner. Weniger gut gefallen hat mir bislang Lindström. Da fehlt doch noch einiges an Durchsetzungskraft. Hauge ist schon deutlich weiter, hat auch immer wieder gute Ansätze, aber gegen Bielefeld leider einige aussichtsreiche Situationen vertändelt, weil er zu lange den Ball gehalten hat. Insgesamt sehe ich die Offensive aber nicht so negativ, da ist viel Potenzial und das Tor am Wochenende hat gezeigt wie es gehen kann.

DonGuillermo schrieb:

Dafür hat mir Hrustić gegen Augsburg und Bielefeld auf der Sechs bisher ganz gut gefallen.
Auch hier bin ich zwiegespalten. Die erste Halbzeit, als wir wie schon gegen Augsburg fast ständig in Ballbesitz waren, sah das wirklich gut aus. Da kommen die Stärken von Hrustic zum Tragen, er ist ständig anspielbar, verteilt die Bälle gut und kommt selbst zu Abschlüssen. Als Bielefeld in der zweiten Halbzeit aufkam, wurden dann jedoch auch die Schwächen überdeutlich. Soll er auch gegen stärkere Gegner eine Option auf der 6er-Position sein, muss er sich im Zweikampf und Stellungsspiel massiv verbessern. Möglich ist das aber, zumal wenn Sow als Partner weiterhin so stark unterwegs ist.

DonGuillermo schrieb:

Besonders gut gefallen mir hingegen bisher die Standards. Da hat Michael Angerschmid seinem Ruf als Standardspezialist bisher alle Ehre gemacht.
Die zwei Varianten vom Wochenende machen auch mir Hoffnung. Solch kreative Lösungen könnten tatsächlich ein Ansatz für mehr Standardgefahr sein. Größter Malus ist in meinen Augen weniger fehlende Körpergröße, als die mangelnde Entschlossenheit sich in den Kopfballduellen durchzusetzen und den Bällen mit Wucht entgegenzugehen.
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Geiger wäre sicherlich die qualitativ beste Lösung der hier so gehandelten Spieler.

Natürlich hat er eine Verletzungshistorie,keine Frage.

Ob es finanziell zu stemmen ist kann man schwer beurteilen.

Sicherlich einer,der aber auf Anhieb helfen kann,da keine Anpassungszeit an die Liga.

Und letztlich wäre eine Soforthilfe sehr sinnvoll.

Perspektivische Transfers haben wir ansich schon genug getätigt.
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DelmeSGE schrieb:

Geiger wäre sicherlich die qualitativ beste Lösung der hier so gehandelten Spieler.
Volle Zustimmung. Geiger halte ich wenn fit für deutlich stärker als z.B. Grillitsch. Dazu hat er noch Entwicklungspotenzial, bräuchte anders als beispielsweise Thuram auch kaum eine Eingewöhnung und würde als deutscher Spieler die Erfüllung der Meldepflichten erleichtern.

Ob der Transfer umsetzbar ist? Keine Ahnung, die Eckdaten sind ja ähnlich wie bei Thuram (Marktwert und Vertragsdauer). Aufgrund des gegebenen Wiederverkaufswerts könnte man bei einem etablierten jungen Spieler aber sicherlich ein etwas höheres Risiko vertreten als bei einem älteren Spieler oder einer Wundertüte.

Letztlich kommt es darauf an, wie knapp unsere Mittel wirklich sind. Sind wir bislang nur vorsichtig, oder haben wir ohne Verkäufe schlicht keine Liquidität für einen Transfer dieser Größenordnung? Das kann hier aber wahrscheinlich niemand serös beantworten.
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Spannend wäre es Kamada, Lindström und Hauge unterzubringen. Das würde aber wohl nur mit Dreierkette gehen.

             Trapp
    Tuta Hinti NDicka
Hauge Sow Hrustic Kostic
    Kamada Lindström
             Borre

Das wäre aber vermutlich zu viel des guten in Sachen Offensive und könnte auch gnadenlos nach hinten losgehen.
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sgevolker schrieb:

Spannend wäre es Kamada, Lindström und Hauge unterzubringen. Das würde aber wohl nur mit Dreierkette gehen.
Fände ich auch spannend, würde gerade für ein solches Experiment aber eine Viererkette als Absicherung präferieren. Etwa so:

Trapp
Toure -  Hinti - Ndicka - Lenz
Sow
Hauge - Kamada - Lindström - Kostic
Borre
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Also 5-6 dicke Chancen hab ich da jetzt zwar nicht gezählt, in der Tat war es aber nach der Pause deutlich erträglicher, wenn auch die Defensivleistung halt immer noch kacke war. Aber Lindström, Hauge, Hrustic und auch die Leistungssteigerung von Borré machen mir ebenfalls Hoffnung.

Mit dem Sechser hatten wir es ja neulich schon, zumindest Hasebe kann das ja im Normalfall, so weit konnten wir uns einigen, allerdings ist er gegen so schnelle Gegner wie Dortmund dann stellenweise auch überfordert. Mit Hrustic/Sow waren wir etwas stabiler.
Allerdings hat mich dieses Spiel heute dann doch einen Schritt näher zu deiner Meinung geführt.
Thuram scheint ja ebenso groß wie relativ schnell und auch spielstark zu sein, vielleicht ist er ja die lang ersehnte Erfüllung deines Wunschs.
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Adlerdenis schrieb:

Also 5-6 dicke Chancen hab ich da jetzt zwar nicht gezählt
Allein Borre hatte 4 gute Chancen, 2 mit dem Kopf und 2 mit dem Fuß (Silva in der letztjährigen Form hätte daraus mindestens 2 Tore gemacht, aber das wird schon). Dazu ein Abschluss von Lindström im Sechzehner sowie der Treffer.

Adlerdenis schrieb:

Thuram scheint ja ebenso groß wie relativ schnell und auch spielstark zu sein, vielleicht ist er ja die lang ersehnte Erfüllung deines Wunschs.
Ich hoffe sehr, dass das klappt.
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Also sollte es wirklich "nur" am Geld liegen, würde ich wirklich alle Hebel in Bewegung setzen, um den Transfer doch zu ermöglichen. Zum Beispiel durch einen Verkauf von Kamada - vorausgesetzt, dieser ist einem Wechsel selbst nicht abgeneigt und es gibt entsprechende Angebote. Wir brauchen einfach dringend Stabilität in der Zentrale, während wir die Nachfolger von Kamada mit Lindström, Hauge oder auch Hrustic ja schon im Kader haben.
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Ich konnte heute nur die zweite Hälfte sehen und auch wenn das jetzt einen Hauch von Reinhold Fanz hat, fande ich uns da gar nicht so schlecht. Ich finde man hat gemerkt, dass wir uns nach der Pause nochmal was vorgenommen hatten. Hauge und Lindström und später auch Hrustic haben mir gut gefallen und zusammen mit Kostic und Borre ordentlich Alarm gemacht. Da waren einige schöne Kombinationen und auch ein paar gute Pressingmomente. Wir hatten in den zweiten 45 Minuten 5-6 dicke Chancen, das ist auswärts in Dortmund mehr als ordentlich.

Leider haben wir erst die letzte genutzt, anders als Dortmund, die mit der ersten Torchance der zweiten Halbzeit direkt den Deckel drauf gemacht haben. Was aber auch in der zweiten Halbzeit auffällig war, war die Kombination aus leichten Ballverlusten und extremer Konteranfälligkeit. Das war teilweise schon arg naiv und körperlos.

Trotzdem war das was ich gesehen habe deutlich besser als in Mannheim und stimmt mich eigentlich ganz hoffnungsvoll für die kommenden Spiele. Allerdings bleibe ich dabei, dass wir dringend einen starken 6er brauchen, um unsere Probleme im Spielaufbau und in der Konterabsicherung zu beheben. Aber ich erzähle jetzt seit gefühlt 4 Transferperioden, dass dies Priorität haben sollte, weil es für mich keine wichtigere Position im modernen Fußball  gibt. Ich hoffe einfach, dass sich hier in den kommenden zwei Wochen noch was tut und dann bleibe ich optimistisch.
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Ich würde es nicht als Unsinn betrachten.
Wenn wir uns mal die Gegentore der letzten Jahr betrachten haben wir in der Saison 20/21 - 53 Gegentore, im Jahr 19/20 - 63 Gegentore bekommen.
Das sind Statistiken einer abstiegsbedrohten Mannschaft.
Dazu kommt, dass wir ab ca. der 20. min gefühlt Mann gg. Mann agieren weil ein IV an der Eckfahre des Gegners rumdribbeln oder wir zu offensiv stehen.
Auch unter dem neuen Trainer, zugegeben da funktioniert nicht alles und er hat die Stategie von AH fortgeführt, stehen wir alles andere als Sattelfest.  Hoffentlich änder sich das.
Wie oft wir zu Null gespielt haben suche ich garnicht erst raus.
Unterm Strich haben wir die letzten Jahre von der Offensive gelebt, die über die mangelnde Defensive hinwegtäuscht. (meine Meinung)

Klar hat die 5er- Kette ihre Stärke aber die nur durchzudrücken weil wir nur einen guten Rechtsfuß in der IV haben, ist quatsch.
Wir haben mit Lenz endlich einen guten LV bekommen.
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koala88 schrieb:

Klar hat die 5er- Kette ihre Stärke aber die nur durchzudrücken weil wir nur einen guten Rechtsfuß in der IV haben, ist quatsch.
Eine Umstellung auf Viererkette würde in meinen Augen im Widerspruch zu den bisherigen Transferaktivitäten diesen Sommer stehen. Mit Lindström, Hauge und Blanco haben wir drei weitere Spieler für die offensiven Mittelfeldpositionen geholt, die Einsatzmöglichkeiten benötigen und bei einer Viererkette geht im Normalfall eine offensive Position verloren. Es sei denn, Glasner würde auf ein 4-1-4-1 umstellen, was dann so aussehen könnte:

            Trapp
Durm-Hinteregger-Ndicka-Lenz
            Sow
Hauge-Kamada-Younes-Kostic
            Borre

Nicht uninteressant, aber ich habe so meine Zweifel, ob wir dadurch stabiler würden. Dafür ist Sow als einziger defensiver Mittelfeldspieler meines Erachtens (noch) nicht stark genug. Aber versuchen könnte man es ja mal, die offensive Viererkette sieht schon gut aus (wahlweise austauschbar durch Barkok, Lindström, Blanco, Hrustic oder Zuber).
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Meine reine Wunschaufstellung würde so aussehen:

                        Trapp

     Tuta          Hasebe       Hinteregger

Durm        Ndicka        Sow          Kostic

                Hauge       Younes

                         Borre

Die Realität wird sicherlich eine andere sein, aber unabhängig von der Aufstellung gehe ich davon aus, dass wir einen deutlich besseren Auftritt erleben werden als in Mannheim.
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le god schrieb:

Die Außenbahnspieler haben regelmäßig die meisten Ballkontakte und gerade gegen eine massive Deckung im Zentrum, sind Kombinationen über die Flügel ein probates Mittel.

Klar, aber mal im Ernst: Wie viele gelernte Außenverteidiger bzw. Schienenspieler fallen dir in der Bundesliga ein, die wirklich stark im Kombinationsspiel sind?
Ich teile ja dein Fußball-Ideal mit 10 Kombinationsspielern, aber da fallen mir sehr wenige Teams ein, wo das zutrifft.

Die Aufgabe ist doch eher, die Linie rauf und runter zu rennen und vorne in freie Räume zu stoßen, um zur Grundlinie zu gehen oder auch mal selbst abzuschließen, wenn der Platz da ist. Und diese Kurzpass-Kombinationen und Doppelpässe am Eck kriegt auch der Danny in Normalform noch hin, wobei Durm hier stärker ist, in dem Punkt stimme ich dir zu. Generell würde ich nach dem Spiel in Mannheim in Dortmund wohl lieber auf Durm setzen, alleine schon wegen der Defensive.

le god schrieb:

Lindström sehe ich eher als einen dynamischen Spieler, der von seiner Geschwindigkeit lebt und nicht als Fuddler, der wie Younes auf engem Raum 1gegen1-Situationen sucht und daraus Räume öffnet.

Ich denke schon, dass er mit seiner starken Ballbehandlung und seinen Körpertäuschungen Lücken aufreissen kann, und es war ja auch in den Tests zu sehen, dass er gerne mal das direkte Duell sucht, dazu hat er geile Steckpässe drauf.
Aber ok, das ist wohl aktuell von uns beiden noch eher eine vage Einschätzung, denke ich. Warten wirs mal ab.
le god schrieb:

Ich halte große Stücke auf Sow, aber ein Taktgeber wird er aus ihm in absehbarer Zeit sicherlich nicht. Das entspricht weder seinen fußballerischen Stärken noch seinem sonstigen Naturell. Seine Laufstärke, Dynamik und Geschwindigkeit prädestinieren ihn für das Box-to-Box-Spiel, um Angriffe voranzutreiben, Gegner abzulaufen und das Pressing zu unterstützen. Er profitiert aber fast am meisten von einem spielerisch und taktisch starkem Mitspieler, der ihm Spielaufbau und Organisation abnimmt. So wie Rode früher von Schwegler.

Ich sehe Sow jetzt auch nicht als einen Hase-Typen, nicht falsch verstehen. Aber er ist ballsicher, hat ne starke Übersicht und Antizipation, und lies sich letzte Saison gerne auch mal im Aufbau in die Abwehr fallen. Ich könnte mir zum Beispiel ein Duo Sow - Hrustic super vorstellen, weil beide kämpferische und spielerische Elemente vereinen und sich die Aufgaben dementsprechend aufteilen können.

le god schrieb:

Das kann man sicherlich so sehen. Persönlich halte ich die 6er-Position vor allem deshalb für wichtiger, weil dort viel mehr Einfluss auf das Spiel genommen wird. Ein Stürmer ist am Ende immer von den Zuspielen abhängig. Ein 6er aber prägt das gesamte Spiel, bestimmt den Rhythmus und die Struktur.

Ich bin halt aufgrund der letzten Saison der Meinung, dass wir da mit Hase, Sow und Hrustic genug Spielstärke haben.
Sow hat ja letztens im Interview auch darauf verwiesen, dass Glasner in Wolfsburg mit 2 8ern im Mittelfeld gespielt hat, und wie gesagt, ein Duo Sow/Hrustic kann ich mir mit der richtigen taktischen Aufteilung und Abstimmung auch vorstellen.
Trotzdem würde ich einen potentiellen Hase-Nachfolger natürlich nehmen. Wenn nach dem Stürmer das Geld für Thuram noch reicht, dann her mit dem Jungen.
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Adlerdenis schrieb:

Ich könnte mir zum Beispiel ein Duo Sow - Hrustic super vorstellen
In die Kombination setze ich tatsächlich auch Hoffnungen. In der Theorie sollten sich die Beiden wirklich gut ergänzen, die Frage wird sein, wie schnell sich Hrustic als gelernter Offensivspieler auf der 6er-Position zurecht findet und ob er die in Ansätzen vorhandenen Grunderfordernisse (taktisches Geschick, Organisationstalent, Zweikampfstärke) ausbauen und konstant abrufen kann. Ich traue es ihm zu, der Beweis steht aber erst noch aus.

Adlerdenis schrieb:

Ich bin halt aufgrund der letzten Saison der Meinung, dass wir da mit Hase, Sow und Hrustic genug Spielstärke haben.
Ich finde das sehr sehr dünn. Hasebe braucht seine Pausen und wird zusätzlich Einsätze in der Dreierkette erhalten. Ob Hrustic auf neuer Position gehobenes Bundesliganiveau erreichen kann steht noch in den Sternen und Sow sehe ich wie gesagt nicht als 6er. Sollte kein Neuzugang für das defensive Mittelfeld mehr kommen, würde ich Ndicka dort wirklich gerne mal sehen. Der bringt eigentlich alles dafür mit, fehlt dann aber natürlich in der Abwehr. Schade, dass das nicht zumindest mal getestet wurde.
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le god schrieb:

Nichtsdestotrotz, war die Aufstellung sicherlich ebenfalls nicht optimal:
  • Lenz und da Costa sind technisch nicht gut genug für ein anspruchsvolles Kombinationsspiel. Das macht sie nicht zu schlechten Fußballern, aber sie haben halt andere Stärken. Gegen einen Gegner wie Mannheim hätte es aber spielerischer Lösungen bedurft und hier wären Zuber auf links und Barkok oder Durm auf rechts vielleicht bessere Alternativen gewesen wenn man nicht auf Viererkette umstellen wollte.


Naja, die Außenbahnspieler sind ja ohnehin nicht so viel ins Kombinationsspiel eingebunden wie die zentralen Positionen.
Das Problem war aus meiner Sicht, wie gesagt, dass die Flügel eben kaum freigespielt und selten mal steil auf die Reise geschickt wurden. Da hätten auch Durm und Zuber nix dran geändert, die wären bei solchen Zuspielen genauso hängen geblieben, da bin ich überzeugt.
Kostic hätte wahrscheinlich trotzdem seine Aktionen gehabt, aber das macht ihn halt auch zu nem Unterschiedspieler. Hauge hätte uns mit seiner Dribbelstärke vermutlich auch weitergeholfen, aber der ist nicht ohne Grund eines der größten Talente in Skandinavien und gerade von Milan  zu uns gewechselt.

Von daher finde ich es unfair, die Flügellahmheit von Mannheim auf Da Costa und Lenz zu schieben.
Denk mal an die EM, da blieben auch ein Gosens und ein Kimmich über weite Strecken blass. Du musst die Spieler halt einsetzen und Umschaltsituationen erzwingen, wo die Außen ihr Tempo ausspielen können, ohne erst noch an 2 Gegner vorbeikommen zu müssen.
le god schrieb:
  • Gegen einen tiefstehenden Gegner, der das Zentrum verdichtet, sind Spieler wie Younes oder Barkok, die 1gegen1-Duelle gewinnen und auf engem Raum Lösungen finden können, eigentlich unverzichtbar. Insofern habe ich mich gewundert, dass keiner von beiden begonnen hat. Nicht, dass es nach ihrer Einwechslung besser geworden wäre, aber so ein Kackspiel als Einwechselspieler noch positiv zu beeinflussen ist auch nicht leicht, zumal gegen einen Gegner, der einen Mann mehr auf dem Feld hat.


  • Mit Lindström hatten wir ja einen solchen Spieler auf dem Feld, was er in der Anfangsphase ja auch angedeutet hat, danach ging er leider mit unter. Barkok hat mich aber in den letzten Testspielen leider überhaupt nicht überzeugt, gerade bei der Generalprobe fiel er für mich ab.
    Bei Younes fand ich es auch überraschend, nachdem er noch öffentlich für die Trainingswoche gelobt wurde. Vielleicht hat die Fitness noch nicht für 90 Minuten gereicht hat oder es hat evtl doch mit der Wechselgeschichte zu tun?
    Anders kann ich mir das im Grunde auch nicht erklären.
    le god schrieb:
  • Mit Rode und Sow im Zentrum fehlt ein Taktgeber, der spielerische Lösungen findet und unserem Spiel Rhythmus und Stabilität verleiht. Ich hoffe hier immer noch auf einen vielversprechenden Neuzugang wie Thuram, traue perspektivisch aber auch Hrustic diese Rolle zu als Alternative zu Hasebe.


  • Sow hat aus meiner Sicht durchaus das Potenzial zum spielstarken Taktgeber, dass hat er ja letzte Saison gezeigt.
    Er ist halt erst seit etwa 2 Wochen wieder im Training, ich denke da fehlt einfach noch der Rhythmus. Von ihm erhoffe ich mir diese Saison aber viel und traue ihm auch nochmal einen Leistungssprung zu.
    Ansonsten setze ich da ebenfalls auf Hasebe und Hrustic, der das in den Testspielen und auch letzte Saison bereits klasse gemacht hat. Den Hase hätte ich gestern auch lieber von Beginn an gesehen als Seppl. Hier bin ich bei dir, dass es vielleicht nicht die cleverste Entscheidung von Glasner gegen nen zu erwartend tiefstehenden Gegner war.
    Hat er dann aber auch zur Halbzeit ja korrigiert, und da stands noch 0:0. Das kann für mich also kein Grund für das Ausscheiden sein, zumal wir auch mit 80% vermutlich irgendwie weitergekommen wären, nur das waren halt eher 20%, was unsere Truppe da auf den Rasen gebracht hat.

    le god schrieb:
    So ernüchtern der Auftritt war, bin ich aber weit davon entfernt deshalb unserem Kader die Qualität abzusprechen. Im Gegenteil, ich bin nach wie vor guter Hoffnung, dass Glasner die defensiven Probleme (inkl. der Anfälligkeit bei gegnerischen Ecken) mit der Zeit in den Griff bekommt und wir vorne den Abgang von Silva durch mehr Variabilität auffangen können. Wünschen würde ich mir wie gesagt noch einen taktisch und spielstarken 6er, der optimalerweise auch in einer Dreierkette aushelfen kann (quasi einen jüngeren, schnelleren und größeren Hasebe). Das hat aus meiner Sicht absolute Priorität, noch vor einem Stoßstürmer.

    Für mich persönlich hat ein Mittelstürmer Priorität. Borré ist ein geiler Kicker, wird sich aber körperlich wohl erst noch an die deutsche Härte gewöhnen müssen, und ist halt mit seiner Größe sowieso eher kein Abnehmer für hohe Flanken.
    Ansonsten bin ich größtenteils bei dir. Ich sehe zwar mit Hasebe, Sow und Hrustic genügend Spielstärke auf der 6 bzw. 8, aber perspektivisch würde uns einer wie Thuram wohl schon helfen und uns auch in der Breite nochmal verstärken.
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    Adlerdenis schrieb:

    Naja, die Außenbahnspieler sind ja ohnehin nicht so viel ins Kombinationsspiel eingebunden wie die zentralen Positionen.
    Die Außenbahnspieler haben regelmäßig die meisten Ballkontakte und gerade gegen eine massive Deckung im Zentrum, sind Kombinationen über die Flügel ein probates Mittel.
    Adlerdenis schrieb:

    Mit Lindström hatten wir ja einen solchen Spieler auf dem Feld
    Lindström sehe ich eher als einen dynamischen Spieler, der von seiner Geschwindigkeit lebt und nicht als Fuddler, der wie Younes auf engem Raum 1gegen1-Situationen sucht und daraus Räume öffnet.
    Adlerdenis schrieb:

    Sow hat aus meiner Sicht durchaus das Potenzial zum spielstarken Taktgeber
    Ich halte große Stücke auf Sow, aber ein Taktgeber wird er aus ihm in absehbarer Zeit sicherlich nicht. Das entspricht weder seinen fußballerischen Stärken noch seinem sonstigen Naturell. Seine Laufstärke, Dynamik und Geschwindigkeit prädestinieren ihn für das Box-to-Box-Spiel, um Angriffe voranzutreiben, Gegner abzulaufen und das Pressing zu unterstützen. Er profitiert aber fast am meisten von einem spielerisch und taktisch starkem Mitspieler, der ihm Spielaufbau und Organisation abnimmt. So wie Rode früher von Schwegler.
    Adlerdenis schrieb:

    Das kann für mich also kein Grund für das Ausscheiden sein, zumal wir auch mit 80% vermutlich irgendwie weitergekommen wären, nur das waren halt eher 20%, was unsere Truppe da auf den Rasen gebracht hat.
    Da bin ich grundsätzlich bei Dir. Die Aufstellung war nur ein kleiner Teilaspekt, entscheidend war die Einstellung.
    Adlerdenis schrieb:

    Für mich persönlich hat ein Mittelstürmer Priorität.
    Das kann man sicherlich so sehen. Persönlich halte ich die 6er-Position vor allem deshalb für wichtiger, weil dort viel mehr Einfluss auf das Spiel genommen wird. Ein Stürmer ist am Ende immer von den Zuspielen abhängig. Ein 6er aber prägt das gesamte Spiel, bestimmt den Rhythmus und die Struktur.
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    Bin ich voll bei dir. Ich finde es gerade zu aberwitzig, nach einer Niederlage bei nem Drittligisten über das Spielsystem zu reden. Das suggeriert ja, dass unsere Mannschaft aufgrund der Aufstellung zu schlecht für Mannheim gewesen sei.

    Bei allem Respekt vor starken Waldhöfern, aber Glasner hätte gestern auch mit Blanco, Hyriläinen und Irorere in der Startelf beginnen und Hinti in den Sturm stellen können, und wir hätten da trotzdem gewinnen müssen, und hätten die Jungs vollen Einsatz gezeigt, hätten wir das auch getan.
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    Adlerdenis schrieb:

    Bei allem Respekt vor starken Waldhöfern, aber Glasner hätte gestern auch mit Blanco, Hyriläinen und Irorere in der Startelf beginnen und Hinti in den Sturm stellen können, und wir hätten da trotzdem gewinnen müssen, und hätten die Jungs vollen Einsatz gezeigt, hätten wir das auch getan.
    Ich glaube hier verkennst Du doch ein wenig die Realitäten. Die Ergebnisse der ersten Pokalrunde zeigen durch die Bank, dass der Unterschied zwischen einem bereits in der Saison stehenden Drittligisten und einem Bundesligisten bei dem Teile der Mannschaft erst seit zwei Wochen wieder im Training sind, so groß nicht ist. Umso wichtiger ist aber die richtige Einstellung. Die hat bei uns sichtbar gefehlt und das war entscheidend, da bin ich ganz bei Dir.

    Nichtsdestotrotz, war die Aufstellung sicherlich ebenfalls nicht optimal:
    • Lenz und da Costa sind technisch nicht gut genug für ein anspruchsvolles Kombinationsspiel. Das macht sie nicht zu schlechten Fußballern, aber sie haben halt andere Stärken. Gegen einen Gegner wie Mannheim hätte es aber spielerischer Lösungen bedurft und hier wären Zuber auf links und Barkok oder Durm auf rechts vielleicht bessere Alternativen gewesen wenn man nicht auf Viererkette umstellen wollte.
    • Gegen einen tiefstehenden Gegner, der das Zentrum verdichtet, sind Spieler wie Younes oder Barkok, die 1gegen1-Duelle gewinnen und auf engem Raum Lösungen finden können, eigentlich unverzichtbar. Insofern habe ich mich gewundert, dass keiner von beiden begonnen hat. Nicht, dass es nach ihrer Einwechslung besser geworden wäre, aber so ein Kackspiel als Einwechselspieler noch positiv zu beeinflussen ist auch nicht leicht, zumal gegen einen Gegner, der einen Mann mehr auf dem Feld hat.
    • Mit Rode und Sow im Zentrum fehlt ein Taktgeber, der spielerische Lösungen findet und unserem Spiel Rhythmus und Stabilität verleiht. Ich hoffe hier immer noch auf einen vielversprechenden Neuzugang wie Thuram, traue perspektivisch aber auch Hrustic diese Rolle zu als Alternative zu Hasebe.
    So ernüchtern der Auftritt war, bin ich aber weit davon entfernt deshalb unserem Kader die Qualität abzusprechen. Im Gegenteil, ich bin nach wie vor guter Hoffnung, dass Glasner die defensiven Probleme (inkl. der Anfälligkeit bei gegnerischen Ecken) mit der Zeit in den Griff bekommt und wir vorne den Abgang von Silva durch mehr Variabilität auffangen können. Wünschen würde ich mir wie gesagt noch einen taktisch und spielstarken 6er, der optimalerweise auch in einer Dreierkette aushelfen kann (quasi einen jüngeren, schnelleren und größeren Hasebe). Das hat aus meiner Sicht absolute Priorität, noch vor einem Stoßstürmer.