

Andy
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tobago schrieb:
Das halte ich allerdings für eine sehr verklärte Sicht in die negative Richtung. Das gab es alles, keine Frage. Nur nicht so geballt wie es hier steht. 80 % der Spiele sind ohne irgendetwas an Vorfällen durchgeführt worden und die drei Spiele in der Saison wo es mal geknallt hat, musste man allerdings auch schon dorthin laufen wo etwas war.
Na ja, die Schlachtfelder waren Fußgängerzonen, rund um das Stadion (auch vor der Haupttribüne) und sogar auf dem Platz selbst (in Schalke prügelten sich einige Hundert beim Spiel gegen Dortmund während die Mannschaften einliefen...). Waren durchaus mehr als drei Spiele und man musste nicht lange suchen...
Aber darum geht es mir und Reggae vermutlich auch nicht. WA stellt alles so hin, als wäre es heute das totale Grundübel. Mir gefallen Choreos besser als Juden-Rufe. Mir gefallen heute die 12.000 orangen Eintrachtfans in Bordeaux besser, als die Deutschland-Fans, die bei der EM 1984 in Frankreich einfielen. Meine einfache Sicht der Dinge.
Und jetzt weiter im Hamsterrad...
Dann geht man halt nicht mehr ins Stadion, wenn's nervt. Wo ist das Problem? Ich kenne Leute, die seit dem Umbau 2005 nicht mehr hingehen, weil alles zu kommerziell geworden ist. Na und? Finde ich konsequent. Muss ja nicht immer alles ausdiskutiert werden...
Es ist aber falsch die 70er oder 80er zu verklären. Damals war ein Stadionbesuch deutlich gefährlicher und langweiliger als heute. Mir hat's ja damals auch ganz gut gefallen. Hatte einen kostenlosen Parkplatz, Bratwurst und Bier gegen Westgeld, meine Ruhe im Stadion, konnte rummäkeln ohne von Ochsi, Meyeri oder Flumi zugelallt zu werden und nach Niederlagen bin ich nach Hause oder in die Kneipe. Keine Bembelbar, kein "ist doch egal". Einfach stinkig sein. Ohne Party. So einfach war das.
Es ist aber falsch die 70er oder 80er zu verklären. Damals war ein Stadionbesuch deutlich gefährlicher und langweiliger als heute. Mir hat's ja damals auch ganz gut gefallen. Hatte einen kostenlosen Parkplatz, Bratwurst und Bier gegen Westgeld, meine Ruhe im Stadion, konnte rummäkeln ohne von Ochsi, Meyeri oder Flumi zugelallt zu werden und nach Niederlagen bin ich nach Hause oder in die Kneipe. Keine Bembelbar, kein "ist doch egal". Einfach stinkig sein. Ohne Party. So einfach war das.
WuerzburgerAdler schrieb:Basaltkopp schrieb:tobago schrieb:
Dass ein Fan wie der Würzburger aufgegeben hat geht in dieser Diskussion fast unter und er ist nicht der einzige Fan in den letzten Jahren der diesen Weg gegangen ist.
So sehr ich den Würzburger und seine Beiträge schätze - diese Aussage halte ich für ziemlichen Unsinn.
Bei Auswärtsfahrten und den bisweilen strengen Kontrollen will ich ihm ja recht geben, ohne selber in den "Genuss" gekommen zu sein.
2006 beim Viertelfinale in der Arroganz-Arena wurde man jedenfalls sogar bei den zurückgebliebenen Grunzern auch als Auswärtsfan noch wie ein Mensch behandelt.
Aber daheim gibt es keinen Grund auf die Spiele seiner geliebten Eintracht zu verzichten, sofern nicht finanzielle Gründe eine Rolle spielen oder es zu wenige Rolliplätze gibt.
Doch, die gibt es.
Die Entwicklung, die der Fußball und seine Begleiterscheinungen genommen hat (auch in Frankfurt) ist nicht mehr die meine. Der Stadionbesuch ist nicht mehr das, was aus mir einen glühenden Eintrachtfan gemacht hat.
Waldstadion in den 70ern - das war locker, easy, entspannt. Man traf entspannte Hessen, die auch mal böse wurden, wenns gar zu unerträglich war auf dem Rasen, die aber den Unterrang gerne mal verließen und sich stehend auf der Terrasse zwischen den beiden Rängen, dort, wo immer Tausende standen, obwohl sie einen Sitzplatz hatten, mit einem Würzburger über Fußball unterhielten. Der G-Block wechselte während des Spiels unters Dach, um die Anfeuerungen lauter werden zu lassen. Auf den Zufahrtswegen regelten ein paar Berittene mehr den Fußgängerverkehr, als dass sie auf Randale achteten. Und der Eintrachtler aus Frankfurt war stolz auf seine Diva, aber nie hasserfüllt auf den Gegner - selbst wenn der Bayern München hieß. Entertainment hieß damals Anzeigentafel mit Pixelfehler.
Dann kamen die Vorsänger. Hassgesänge. Die WM-Arena, in der der Abstand zum Nebenmann wuchs, Stehen war ohnehin nirgendwo mehr erlaubt. Sinnlos knüppelnde Grüne, die wohl das Stadionumfeld als Trainingskampfbahn betrachteten. Choreos, die ich immer mit einem Gemisch aus Bewunderung für das Werk und Erinnerung an chinesische, russische und nordkoreanische Masseninszenierungen betrachtet habe. Der Dauersingsang von links und von rechts. Die Abkehr vom Spielgeschehen. Die Eventisierung.
Der Frankfurter an sich ist sich selbst dabei noch am treuesten geblieben. Humor und Äpplerliebe hat er sich erhalten. Und noch etwas hat man in Frankfurt geschafft: den Verzicht auf einen Einpeitscher am Stadionmikrofon. Immerhin.
Und dann Pyro. Ich habe viele Jahre lang mitdiskutiert, mitgestritten, hab versucht zu verstehen und etliche der Pyroargumente akzeptieren gelernt. Gemocht hab ich es nie, aber das ist ja subjektives Empfinden. Aber das Unbeirrbare, das trotzige Streiten, das hat mir schon gefallen.
Doch letztlich dachte ich immer, dass es in letzter Konsequenz doch um die Eintracht geht. Und ob man seinen Protest nicht auch so ausdrücken könnte, dass es der Eintracht nicht schadet. Hab weiter gestritten, nach Köln, nach Dortmund, nach Leverkusen. Geändert hat sich nur eines: die Höhe der Strafen.
Jetzt bin ichs leid. Ich pass da nicht mehr hin. Wenn es nur noch darum geht, seine "Ziele" durchzusetzen, Gegenargumentierer Lemminge zu nennen und keinen Deut von diesem die Eintracht schädigenden Verhalten abzugehen, dann ist es eben so. Aber dann ohne mich. Aus der Ferne ist das leichter zu ertragen. Aber ich werde nicht auf Auswärtsspiele verzichten, nur um dann im Heimspiel mich dem Singsang genau derjenigen auszusetzen, die eine Woche später auswärts wieder dafür sorgen, dass "meine" Eintracht wieder eine Strafe bekommt. Das wär ja schon richtig doof.
Alles geht irgendwann einmal zu Ende. Ich sag das ohne Bitterkeit oder Groll. Die Zeiten ändern sich halt. Und nicht jeder Mensch muss alles mitmachen.
Nimm es mir nicht übel. Aber in den 70ern und 80ern war auch nicht alles Gold, oder? Juden-Rufe, Uhuhuh, Leuchtraketen, Schlägereien in und um den Stadien, die ein Besuch durch Familien oftmals unmöglich machten, Todesfälle, Friedhofsstimmung.
Wenn Dich stattdessen Choreos an Nordkorea erinnern, ok. Wenn Dich aufregt, dass die Fanszene in Europa eine absolut geile Visitenkarte abgibt (von Baku bis Bordeaux) ok. Wenn Dich Gesänge stören, ok. Dann ist es wirklich nicht Deine Welt und solltest tatsächlich daheim bleiben. Ganz nüchtern betrachtet.
Ich habe ja auch die Option. Bei mir sind aber eher Hoppenheim und Katar die Gründe mich vom kommerziellen Fußball abzuwenden. Da hat halt jeder andere Gründe...
Maxfanatic schrieb:Peace@bbc schrieb:
Ein Frage an Dich direkt, die ich auch anderen Mitreisenden gestellt habe:
Ist das von Dir hier beschriebene nicht auch ohne Rauch und Pyro möglich?:
Solche Erlebnisse wie in Bordeaux sind für den Fan Momente, an die er sich sein Leben lang erinnern wird. Und es waren wunderbare, denwürdige Tage im französischen Südwesten, an denen sich Eintracht-Fans und Deutsche nachgewiesermaßen Anerkennung abgeholt und Freunde in Frankreich gemacht haben.
Nein, ist es nicht. Denn etwas in der Dimension wie Bordeaux ist nur bei besonderen Fanszenen möglich. Du kannst dir ja mal die Fanszenen anschauen, die in Deutschland als besonders gut gelten - dort sind seltsamerweise überall viele Fans zu finden, die auch mal nonkonform auffallen. Und möglicherweise gehört genau das zusammen, denn dort, wo überdurchschnittlich viel Herzblut und Emotion dabei ist (das, was eine Fanszene besonders macht), wird auch mal über die Stränge geschlagen.
Wenn von der Frankfurter Fanszene nicht eine ganze Saison lang der Europapokal gehypt worden wäre, bis zum Gehtnichtmehr, wären sicher keine 12.000 Leute gefahren, geschweige denn soviele Besucher bei den Heimspielen.
Wenn nicht jedes Europaokal-Spiel eine Riesen-Show auf den Rängen wäre, würden sich hier ungefähr soviele Leute für den UEFA-Cup interessieren wie anderswo.
Wenn nicht organisiert worden wäre, dass die 12.000 Leute in Orange aufgelaufen wären, wäre es sicher auch noch eindrucksvoll gewesen, das war aber sicher aufgrund der von-weitem-her-Erkennbarkeit nochmal was besonderes.
usw. usf. - und da bin ich noch gar nicht darauf eingegangen, dass die Frankfurter Fanszene vermutlich auch deshalb so ist, wie sie ist, WEIL sich auch mal nonkonform verhalten wird und das eine gewisse Anziehungskraft besitzt und eben interessanter ist, als bei anderen Vereinen.
Wenn auch verspätet, aber dennoch ist es mir wichtig:
+1 - aber sowas von!
Ach, der nächste... Eigentlich habe ich ja keine Lust mehr. Aber ist schon bezeichnend ein Land als das am aufgeklärtesten und toleranteste islamische Land zu bezeichnen, dass die UN in Sachen Menschenrechte als "Gegenstand ernster Sorge" ansieht. Mag ja sein, dass in anderen islamischen Ländern mehr Hinrichtungen, weniger Meinungsfreiheit (Repressionen gegen Journalisten und Künstler), weniger Frauenrechte und was weiß ich was herrscht. Das würde aber dann tatsächlich nicht für die anderen islamischen Staaten sprechen, wenn es denn so wäre. Und so einfach gestrickt bin ja selbst ich nicht...
Und zu Dir noch Morphium: Wie Du es von Deinen Muftis in Afghanistan oder sonstwo gelernt hast, kannst Du in Diskussionen prima Deinen Gesprächspartnern das Wort im Munde umdrehen. Noch besser allerdings schaffst Du es Inhalte schlichtweg zu ignorieren. Würde sonst Probleme bei Deiner Propaganda geben. Selbst Goebels wagte es nicht den Holocaust zu dementieren...
Dass Du dann noch jemanden als Schmierlappen bezeichnest, zu dessen Mord von Deinen Muftis aufgerufen wurde, lässt tief blicken. Ich würde Dich hier so behandeln wie jeden Neonazi und Dich hochkant aus dem Forum rauswerfen. Sei also froh, dass ich schon lange kein Mod mehr bin und Du Deine eingetrichterten Weisheiten weiterhin zum besten geben darfst...
Das war es jetzt endgültig von mir.
Und zu Dir noch Morphium: Wie Du es von Deinen Muftis in Afghanistan oder sonstwo gelernt hast, kannst Du in Diskussionen prima Deinen Gesprächspartnern das Wort im Munde umdrehen. Noch besser allerdings schaffst Du es Inhalte schlichtweg zu ignorieren. Würde sonst Probleme bei Deiner Propaganda geben. Selbst Goebels wagte es nicht den Holocaust zu dementieren...
Dass Du dann noch jemanden als Schmierlappen bezeichnest, zu dessen Mord von Deinen Muftis aufgerufen wurde, lässt tief blicken. Ich würde Dich hier so behandeln wie jeden Neonazi und Dich hochkant aus dem Forum rauswerfen. Sei also froh, dass ich schon lange kein Mod mehr bin und Du Deine eingetrichterten Weisheiten weiterhin zum besten geben darfst...
Das war es jetzt endgültig von mir.
Morphium schrieb:Andy schrieb:Morphium schrieb:
Bricht jetzt die Welt vom Nahost- und Islamexperten Andy zusammen?
Kommt eigentlich noch was bezüglich der Menschenrechtsproblematik in Deinen Urlaubsländern oder darf ich meine Welt behalten?
Was genau willst du Nahostexperte jetzt von mir wissen? Stehe auf dem Schlauch, da ich davon ausging die Diskussion wär für dich beendet, als sich herausstellte dass dieser Schmierlappen nicht von den Muslimbrüdern sondern von "nicht Islamisten" entführt wurde. Somit hast du eigentlich nichts woran du rummäkeln könntest, aber da hatte ich wohl eine falsche Erwartung von dir.
Du bist wirklich noch doofer, als ich das bisher für möglich gehalten habe...
Aber mir ist jetzt auch die Lust vergangen. Mach Deine Propaganda weiter (die kaum besser als billiges Neonazi-Gesülze ist und daher eigentlich hier im Forum rigoros gesperrt gehört...) und lass schön Dein Hirn von Deinen Mufti-Freunden waschen. Ich mische mich da nicht mehr ein...
giordani schrieb:Fakt schrieb:
Ein fröhliches DummGelaufen an alle Gewohnheitsmeckerer hier:
Der erste, der hier den richtigen Stern anklickte, konnte zwischen einer Rückrundendauerkarte oder 4x2 Einzelkarten auswählen.
Aber nicht neidisch sein: Vielleicht lassen sich die Jungs am 2. Advent ja wieder was einfallen.
PS: Danke Alfa
Dumm klickt gut.
Kauf dir halt ein Yps wenn du Gimmicks brauchst, Kind.
kamelle schrieb:Andy schrieb:
Das soll garnix schöngeredet werden! Aber ich finde Sklavenarbeit in Katar oder prügelnde spanische Polizisten im Freiburg-Block schlimmer als das, was die orange Meute in Bordeaux abgezogen hat. Aber gut. Vielleicht sehe ich das ja auch alles falsch.
woher willst du wissen, das die pyrogegner, als die die dagegen sind das dem verein bewusst geschadet wird die von dir aufgeführten dinge nicht schlimm finden?
und was hat das letztlich mit dem pyroproblem zu tun?
Hier geht es nicht darum ob Pyrogegner das toll finden oder nicht. Hier geht es um Selbstverständnisse von Verbänden, die Strafen wegen Che-Fahnen aussprechen, während zeitgleich eine Spezialeinheit in einen friedlichen Block ihr Unwesen treibt, ohne dass es interessiert. Aber ist mir jetzt auch egal. Der Thread hier ist dermaßen Pille und Palle, dass ich lieber wieder verschwinde.
raideg schrieb:Andy schrieb:
Das soll garnix schöngeredet werden! Aber ich finde Sklavenarbeit in Katar oder prügelnde spanische Polizisten im Freiburg-Block schlimmer als das, was die orange Meute in Bordeaux abgezogen hat. Aber gut. Vielleicht sehe ich das ja auch alles falsch.
Vergesse mal das Atomprogramm der Nordkoreaner nicht!
Oder die Gewaltorgien in Rußland gegen Schwule und Lesben!
Was das alles mit der Pyrodikussione zu tun hat?
Gar nix!
Was hat das Atomprogramm in Nordkorea und die Gewaltorgien in Russland genau mit Fussball zu tun? Eben. Strenge Dich doch wenigstens ein bisschen an, wenn ich Dir es schon so dermaßen einfach mache....
Dann wurden aber die Jungs, die damals eifrig mit Leuchtraketen rumballerten, nicht erwischt...