DonGuillermo
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DonGuillermo
Letzten Endes natürlich souverän weitergekommen, aber auch in diesem Spiel hat man wieder mal das grundlegende Problem des Teams gesehen. Sobald keine 100 Prozent Invest im Spiel sind, wird es gegen jeden Gegner eng. Das war nach dem Ergebnis im Hinspiel natürlich nicht mehr nötig und es wurde ja auch fleißig rotiert, aber für den Rest der Saison wäre es wichtig, wenn man jetzt komplett durchziehen und sich keine großen Schwächen mehr erlauben würde. Die Qualität der Spielerinnen gibt das eigentlich her, auch wenn das Niveau im Europa Cup jetzt noch mal anziehen wird.
Schade, schade. Am Ende knapp mit 1:2 gegen Köln verloren. Auch wenn Köln die bessere Mannschaft war, wäre mehr drin gewesen. Der Spielverlauf war eigentlich günstig für uns, nachdem wir in der ersten Halbzeit in Führung gehen und Emil Möhler noch einen (unberechtigten) Elfmeter genau vor dem Halbzeitpfiff entschärft. Köln hatte zwar vor allem durch Starstürmer Fynn Schenten mehrere gute Möglichkeiten aus dem Spiel, umso bitterer, dass man dann durch ein Standardgegentor nach Ecke, bei dem Möhler am Ball vorbeifliegt, und einen gut platzierten Distanzschuss verliert.
Man kann den Jungs aber keinen großen Vorwurf machen. Selbst in Bestbesetzung wäre Köln als amtierender Meister in der A-Jugend und mit der in dieser Saison gruppenübergreifend besten Abwehr der Liga der Favorit gewesen. Tatsächlich haben wir aber vor allem defensiv so ziemlich mit dem letzten Aufgebot gespielt, da Philipp Eisele und Yannis Ahouannou aktuell wohl auch ausfallen. Damit haben allein in der Innenverteidigung mit Eisele, Niklas Scheller (verletzt), Nicolas Peter (gesperrt) und Ahouannou die ersten vier Optionen gefehlt.
Somit mussten Lean Husterer (der in der Hinrunde nur einmal in der Startelf stand) und Luca Gebhardt (der eigentlich Sechser spielt) in der Innenverteidigung ran. Teilweise hat Gebhardt auch mit Ebu Bekir Is die Position getauscht, damit dieser das Spiel von hinten aufbauen konnte. Darüber hinaus haben auf den Außenverteidigerpositionen rechts mit dem ebenfalls verletzten Paul Bahoya sowie Ahouannou die ersten beiden Optionen und links mit Nilo Neuendorff (verletzt und gesperrt) drei weitere Spieler gefehlt. Während des Spiels musste auch noch Akram Ayadi mit einer Zerrung raus, sodass mit Maximilian Arlinghaus als Linksverteidiger ebenfalls die letzte Option auf dem Feld stand.
Hinten rechts hat überraschenderweise Christian Prenaj angefangen, der eigentlich zentraler Mittelfeldspieler ist. Da hätte es mit Johannes Vött und Sahin Balta zwei andere Optionen gegeben, die diese Position schon öfter ausgefüllt haben. Balta wurde nach seiner Einwechslung dann auch als Rechtsverteidiger gestellt. Prenaj auf dem Feld zu haben, hatte aber den Vorteil, dass mit Prenaj, Tsiokos, Is, Dills, Ilicevic und Dzanovic viele gute Zocker unterwegs waren, wobei Dzanovic so überhaupt nicht im Spiel war. Die anderen haben aber gerade in der ersten Halbzeit für einige gute Kombinationen gesorgt, so auch Ilicevic und Tsiokos im Zusammenspiel mit Alex Staff beim Führungstor.
Dennoch hat man gemerkt, dass die Kräfte zum Ende des Spiels schwinden. In den letzten beiden Ligaspielen hat man ja schon nicht mal mehr den Spieltagskader vollbekommen. Offensiv sind wie gesagt mit Alessandro Gaul Souza und Keziah Oteng-Mensah ja auch noch zwei absolute Unterschiedsspieler ausgefallen. Das sind insgesamt acht Ausfälle von Spielern, die in diesem Spiel sicherlich zum Kader gehört hätten, plus eine weitere Verletzung im laufenden Spiel. Dazu kommt, dass man in den meisten Spielen eh schon körperlich unterlegen ist. Heute standen mit Staff und Husterer auch wieder lediglich zwei Spieler auf dem Platz, die knapp über 1,80 Meter groß sind.
Man kann den Jungs aber keinen großen Vorwurf machen. Selbst in Bestbesetzung wäre Köln als amtierender Meister in der A-Jugend und mit der in dieser Saison gruppenübergreifend besten Abwehr der Liga der Favorit gewesen. Tatsächlich haben wir aber vor allem defensiv so ziemlich mit dem letzten Aufgebot gespielt, da Philipp Eisele und Yannis Ahouannou aktuell wohl auch ausfallen. Damit haben allein in der Innenverteidigung mit Eisele, Niklas Scheller (verletzt), Nicolas Peter (gesperrt) und Ahouannou die ersten vier Optionen gefehlt.
Somit mussten Lean Husterer (der in der Hinrunde nur einmal in der Startelf stand) und Luca Gebhardt (der eigentlich Sechser spielt) in der Innenverteidigung ran. Teilweise hat Gebhardt auch mit Ebu Bekir Is die Position getauscht, damit dieser das Spiel von hinten aufbauen konnte. Darüber hinaus haben auf den Außenverteidigerpositionen rechts mit dem ebenfalls verletzten Paul Bahoya sowie Ahouannou die ersten beiden Optionen und links mit Nilo Neuendorff (verletzt und gesperrt) drei weitere Spieler gefehlt. Während des Spiels musste auch noch Akram Ayadi mit einer Zerrung raus, sodass mit Maximilian Arlinghaus als Linksverteidiger ebenfalls die letzte Option auf dem Feld stand.
Hinten rechts hat überraschenderweise Christian Prenaj angefangen, der eigentlich zentraler Mittelfeldspieler ist. Da hätte es mit Johannes Vött und Sahin Balta zwei andere Optionen gegeben, die diese Position schon öfter ausgefüllt haben. Balta wurde nach seiner Einwechslung dann auch als Rechtsverteidiger gestellt. Prenaj auf dem Feld zu haben, hatte aber den Vorteil, dass mit Prenaj, Tsiokos, Is, Dills, Ilicevic und Dzanovic viele gute Zocker unterwegs waren, wobei Dzanovic so überhaupt nicht im Spiel war. Die anderen haben aber gerade in der ersten Halbzeit für einige gute Kombinationen gesorgt, so auch Ilicevic und Tsiokos im Zusammenspiel mit Alex Staff beim Führungstor.
Dennoch hat man gemerkt, dass die Kräfte zum Ende des Spiels schwinden. In den letzten beiden Ligaspielen hat man ja schon nicht mal mehr den Spieltagskader vollbekommen. Offensiv sind wie gesagt mit Alessandro Gaul Souza und Keziah Oteng-Mensah ja auch noch zwei absolute Unterschiedsspieler ausgefallen. Das sind insgesamt acht Ausfälle von Spielern, die in diesem Spiel sicherlich zum Kader gehört hätten, plus eine weitere Verletzung im laufenden Spiel. Dazu kommt, dass man in den meisten Spielen eh schon körperlich unterlegen ist. Heute standen mit Staff und Husterer auch wieder lediglich zwei Spieler auf dem Platz, die knapp über 1,80 Meter groß sind.
Leider hat es nach allen Stürmern bei den Profis sowie den Leihspielern Wahi und Ngankam nun auch in der Jugend Gaul Souza und Oteng-Mensah verletzungsbedingt erwischt, die beide längerfristig ausfallen. Genaueres lässt sich dank des üblichen Jargons "bis auf Weiteres" nicht sagen. Bei Gaul Souza steht aber sogar eine OP am Knie an. Ziemlich beschissen alles. Gerade jetzt, wo diese Woche das Pokalviertelfinale gegen Köln und nächste Woche das Achtelfinale in der Youth League gegen Sporting ansteht.
Gauli wird damit leider weiterhin nicht in Tritt kommen. Da hatte ich nach den starken U19-Länderspielen im Herbst schon Hoffnung, aber leider hat Schmitt in der zweiten Mannschaft zuletzt überhaupt nicht mehr auf ihn gesetzt. Wenn er jetzt noch den Großteil der Rückrunde ausfällt, war das leider ein verlorenes Jahr.
Und Oteng-Mensah kam Anfang dieser Saison eigentlich super zurück, nachdem er die beiden Jahre davor aufgrund von Verletzungen fast komplett ausgefallen ist. Aber seit Mitte Oktober ist er jetzt schon wieder fast dauerhaft mit diversen Verletzungen ausgefallen. Lediglich die beiden Youth League Spiele in Barcelona und Bilbao hat er seitdem absolviert, beim Restart in der Liga musste er gegen Freiberg nach einem Zusammenprall mit dem Torwart auch schon verletzt raus. Jetzt also eine Fußverletzung im Training. Scheint zumindest nicht allzu schlimm zu sein und zum Glück nichts am Knie, wo er ja auch schon einen Kreuzbandriss hatte.
Gauli wird damit leider weiterhin nicht in Tritt kommen. Da hatte ich nach den starken U19-Länderspielen im Herbst schon Hoffnung, aber leider hat Schmitt in der zweiten Mannschaft zuletzt überhaupt nicht mehr auf ihn gesetzt. Wenn er jetzt noch den Großteil der Rückrunde ausfällt, war das leider ein verlorenes Jahr.
Und Oteng-Mensah kam Anfang dieser Saison eigentlich super zurück, nachdem er die beiden Jahre davor aufgrund von Verletzungen fast komplett ausgefallen ist. Aber seit Mitte Oktober ist er jetzt schon wieder fast dauerhaft mit diversen Verletzungen ausgefallen. Lediglich die beiden Youth League Spiele in Barcelona und Bilbao hat er seitdem absolviert, beim Restart in der Liga musste er gegen Freiberg nach einem Zusammenprall mit dem Torwart auch schon verletzt raus. Jetzt also eine Fußverletzung im Training. Scheint zumindest nicht allzu schlimm zu sein und zum Glück nichts am Knie, wo er ja auch schon einen Kreuzbandriss hatte.
Ich habe auch den Eindruck, dass wir in den letzten Jahren mit die wenigsten Verletzungen in der Bundesliga hatten. Es gab mit http://www.fussballverletzungen.com mal eine Webseite, die das Jahr für Jahr analysiert und aufgelistet hatte. Die wurde jedoch leider nach der Winterpause 22/23 nicht mehr fortgeführt. Außerdem lassen sich von den alten Beiträgen nur noch die Tabellen bis zur Saison 16/17 aufrufen.
Damals waren wir mit insgesamt 2380 Ausfalltagen sowie durchschnittlich 77 Ausfalltagen pro Spieler noch mit weitem Abstand das verletzungsanfälligste Team der Bundesliga. Ein weiterer Beitrag mit einer 7-Jahresbilanz bis zum Jahr 2017 legt nahe, dass es die Jahre davor auch nicht viel besser gelaufen ist. Und über die berühmten Funkeljahre, als regelmäßig der halbe Kader gefehlt hat, wurde hier im Thread ja schon gesprochen. Wobei wir damals auch viele vorbelastete Spieler hatten, die zum Ende ihrer Karriere schon mehr oder weniger Sportinvaliden waren.
Ich erinnere mich da vor allem an die Extrembeispiele Christoph Preuß (13 Spiele in den letzten drei Jahren), Aleksandar Vasoski (23 Spiele in den letzten drei Jahren) und Zlatan Bajramovic (21 Spiele in den letzten drei Jahren), die fast keine Spiele mehr machen konnten. Dazu hatten wir mit Chris, Ioannis Amanatidis oder später auch Sonny Kittel, Marc Stendera, Sebastian Rode und bisweilen auch Alex Meier weitere Spieler, die relativ oft und längerfristig ausgefallen sind. Auch Bamba Anderson, der nach seinem Knorpelschaden überhaupt nicht mehr auf die Beine gekommen ist, muss man da nennen. Und da zähle ich Spieler, die mal ein Seuchenjahr hatten wie Omar Mascarell im Pokalsiegerjahr oder eine große schwere Verletzung wie Johannes Flum damals mit dem Kniescheibenbruch nicht mal mit.
Schaut man sich die Tabellen auf der Webseite an, sieht man dann eine klare Entwicklung. In der Saison 17/18 standen wir mit 1970/57 Tagen schon nur noch auf Rang 13. 2018/19 zählten wir mit 1472/45 Tagen schon zu den Top 5 Vereinen mit den wenigsten Verletzungen. 2019/20 gab es mit 1693/53 Tagen noch mal einen kleinen Rückfall auf Platz 10. In den beiden Saisons 2020/21 (798/29) und 2021/22 (993/31) sowie in der Hinrunde 22/23 (475/16) waren wir dann konstant unter den Top 3 aus der Bundesliga mit den wenigsten Verletzungsausfällen.
Das wird zu einem großen Teil auch der Verdienst der damals leitenden Angestellten in der medizinischen Abteilung sein. Bekanntlich haben uns dort in den vergangenen zwei Jahren aber mit Florian Pfab unser Medizinchef und leitender Vereinsarzt nach Brighton sowie mit Markus Murrer und Benjamin Sommer unser führender Athletik- bzw. Rehatrainer jeweils zu den Bayern verlassen. Da wird schon massig Qualität und Fachwissen in allen Bereichen gegangen sein. Brighton hat nicht umsonst sogar eine Ablöse für Florian Pfab gezahlt und die Bayern werden auch nur die Besten ihres Fachs holen.
Dementsprechend kann es natürlich schon daran liegen, dass man diese Abgänge nicht adäquat aufgefangen hat und im Sommer in der Personalbesetzung noch einmal nachjustieren muss. Wobei man sagen muss, dass es in der Hinrunde ja noch ganz gut aussah. Kristensen und Baum sind jeweils ein paar Spiele ausgefallen, Larsson, Højlund sowie Uzun hatten ihre muskulären Probleme und Burkardt ist eben länger ausgefallen. Dass man in der Rückrunde jetzt mit Theate, Kristensen, Uzun, Knauff, Ebnoutalib und weiterhin Burkardt gleich sechs wichtige Spieler langfristig ersetzen muss, ist schon eine ungewöhnliche Häufung. Und da zähle ich Batshuayi und den erneuten Ausfall von Baum nicht mal mit. Immerhin scheint es bei bei Chaïbi und Kalimuendo nicht allzu lange zu dauern.
Damals waren wir mit insgesamt 2380 Ausfalltagen sowie durchschnittlich 77 Ausfalltagen pro Spieler noch mit weitem Abstand das verletzungsanfälligste Team der Bundesliga. Ein weiterer Beitrag mit einer 7-Jahresbilanz bis zum Jahr 2017 legt nahe, dass es die Jahre davor auch nicht viel besser gelaufen ist. Und über die berühmten Funkeljahre, als regelmäßig der halbe Kader gefehlt hat, wurde hier im Thread ja schon gesprochen. Wobei wir damals auch viele vorbelastete Spieler hatten, die zum Ende ihrer Karriere schon mehr oder weniger Sportinvaliden waren.
Ich erinnere mich da vor allem an die Extrembeispiele Christoph Preuß (13 Spiele in den letzten drei Jahren), Aleksandar Vasoski (23 Spiele in den letzten drei Jahren) und Zlatan Bajramovic (21 Spiele in den letzten drei Jahren), die fast keine Spiele mehr machen konnten. Dazu hatten wir mit Chris, Ioannis Amanatidis oder später auch Sonny Kittel, Marc Stendera, Sebastian Rode und bisweilen auch Alex Meier weitere Spieler, die relativ oft und längerfristig ausgefallen sind. Auch Bamba Anderson, der nach seinem Knorpelschaden überhaupt nicht mehr auf die Beine gekommen ist, muss man da nennen. Und da zähle ich Spieler, die mal ein Seuchenjahr hatten wie Omar Mascarell im Pokalsiegerjahr oder eine große schwere Verletzung wie Johannes Flum damals mit dem Kniescheibenbruch nicht mal mit.
Schaut man sich die Tabellen auf der Webseite an, sieht man dann eine klare Entwicklung. In der Saison 17/18 standen wir mit 1970/57 Tagen schon nur noch auf Rang 13. 2018/19 zählten wir mit 1472/45 Tagen schon zu den Top 5 Vereinen mit den wenigsten Verletzungen. 2019/20 gab es mit 1693/53 Tagen noch mal einen kleinen Rückfall auf Platz 10. In den beiden Saisons 2020/21 (798/29) und 2021/22 (993/31) sowie in der Hinrunde 22/23 (475/16) waren wir dann konstant unter den Top 3 aus der Bundesliga mit den wenigsten Verletzungsausfällen.
Das wird zu einem großen Teil auch der Verdienst der damals leitenden Angestellten in der medizinischen Abteilung sein. Bekanntlich haben uns dort in den vergangenen zwei Jahren aber mit Florian Pfab unser Medizinchef und leitender Vereinsarzt nach Brighton sowie mit Markus Murrer und Benjamin Sommer unser führender Athletik- bzw. Rehatrainer jeweils zu den Bayern verlassen. Da wird schon massig Qualität und Fachwissen in allen Bereichen gegangen sein. Brighton hat nicht umsonst sogar eine Ablöse für Florian Pfab gezahlt und die Bayern werden auch nur die Besten ihres Fachs holen.
Dementsprechend kann es natürlich schon daran liegen, dass man diese Abgänge nicht adäquat aufgefangen hat und im Sommer in der Personalbesetzung noch einmal nachjustieren muss. Wobei man sagen muss, dass es in der Hinrunde ja noch ganz gut aussah. Kristensen und Baum sind jeweils ein paar Spiele ausgefallen, Larsson, Højlund sowie Uzun hatten ihre muskulären Probleme und Burkardt ist eben länger ausgefallen. Dass man in der Rückrunde jetzt mit Theate, Kristensen, Uzun, Knauff, Ebnoutalib und weiterhin Burkardt gleich sechs wichtige Spieler langfristig ersetzen muss, ist schon eine ungewöhnliche Häufung. Und da zähle ich Batshuayi und den erneuten Ausfall von Baum nicht mal mit. Immerhin scheint es bei bei Chaïbi und Kalimuendo nicht allzu lange zu dauern.
DonGuillermo schrieb:
Dass man in der Rückrunde jetzt mit Theate, Kristensen, Uzun, Knauff, Ebnoutalib und weiterhin Burkardt gleich sechs wichtige Spieler langfristig ersetzen muss, ist schon eine ungewöhnliche Häufung. Und da zähle ich Batshuayi und den erneuten Ausfall von Baum nicht mal mit. Immerhin scheint es bei bei Chaïbi und Kalimuendo nicht allzu lange zu dauern.
Wobei man schon sagen kann, dass sich diese Langzeitverletzten zum Teil aus der Kategorie "mögliche Fehlsteuerung der medizinischen Abteilung" und zum Teil aus der Kategorie "einfach Pech" zusammensetzen.
Gehen wir sie durch:
- Uzun: Chronische Muskelprobleme, deutet auf Fehlsteuerung der Belastung hin
- Burkardt: Tendenziell chronische Muskelprobleme, deutet auf Fehlsteuerung der Belastung hin
- Larsson: Chronische Gesundheitsprobleme, deutet auf mangelhafte medizinische Betreuung hin
- Theate: Verletzung im Training, könnte an Überlastung / Fehlsteuerung liegen, wird man nicht rausfinden
- Kristensen: Pech, Verletzung im Zweikampf mit dem Gegner passiert
- Ebnoutalib: Pech, Verletzung im Zweikampf mit dem Gegner passiert
- Basthuayi: Pech, Verletzung im Zweikampf mit dem Gegner passiert
- Kalimuendo: Pech, Verletzung im Zweikampf mit dem Gegner passiert
- Knauff: Pech, eine OP im Bauchraum (Blinddarm?) lässt sich ja nicht "wegsteuern"
DonGuillermo schrieb:
Das wird zu einem großen Teil auch der Verdienst der damals leitenden Angestellten in der medizinischen Abteilung sein. Bekanntlich haben uns dort in den vergangenen zwei Jahren aber mit Florian Pfab unser Medizinchef und leitender Vereinsarzt nach Brighton sowie mit Markus Murrer und Benjamin Sommer unser führender Athletik- bzw. Rehatrainer jeweils zu den Bayern verlassen. Da wird schon massig Qualität und Fachwissen in allen Bereichen gegangen sein. Brighton hat nicht umsonst sogar eine Ablöse für Florian Pfab gezahlt und die Bayern werden auch nur die Besten ihres Fachs holen.
Interessanterweise sind Brighton und Pfab bereits nach 18 Monaten wieder getrennte Wege gegangen:
https://www.nytimes.com/athletic/6872890/2025/12/08/brighton-florian-pfab-head-of-medical-departure/
Man weiß ja nie mit zweimal Im Leben und so...
Tafelberg schrieb:
Passend zur Vertragsverlängeeung von Klose hat der Club gestern 5-1 gegen Karlsruhe gewonnen. Letztere spielen auch eine eher durchwachsene Saison
Da hat in Karlsruhe aber in meinen Augen auch die Vereinsführung viel dafür getan, um die Situation zu destabilisieren. Erst hat man letzte Saison monatelang rumgeeiert, bis man den Vertrag mit Eichner verlängert, dann wirft man diese Saison plötzlich und vollkommen stillos den langjährigen Co-Trainer und Eichner-Intimus Bajramovic raus, weil er wohl intern Kritik an der Transferstrategie geäußert hat und man dessen Doppelrolle als Co-Trainer der bosnischen Nationalmannschaft nicht weiter akzeptieren wollte. Dagegen hat offensichtlich selbst die komplette Mannschaft mit einer geschlossenen Aktion bei der anschließenden Weihnachtsfeier protestiert. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs an Possen, die in den letzten Jahren nach außen gedrungen sind.
Zunächst einmal bin ich ob des Sieges erleichtert. Ansonsten war es sehr wichtig, dass man endlich mal wieder ohne Gegentor geblieben ist. Gladbach hatte zugegebenermaßen zwar viele Abschlüsse, aber kaum aus aussichtsreicher Position. Das spiegelt ja auch der xG-Wert wider. Deshalb sind die meisten Schüsse neben das Tor gegangen oder wurden geblockt, was die verbesserte Verteidigungsmentalität unterstreicht, die Riera in kürzester Zeit bereits etabliert hat. Da muss ich vor allem Koch loben, der sich nach schwächerer erster Halbzeit während der zweiten Hälfte in jeden Ball geworfen hat.
Taktisch finde ich die Ideen vom neuen Trainer echt spannend. In Ballbesitz haben wir zumeist ein relativ klares 3-4-3 gespielt, indem Brown aus der Viererkette ins Mittelfeld aufgerückt ist. Dabei ist ziemlich oft eine breite Raute mit Brown und Doan auf den Halbpositionen entstanden, während Larsson im Spielaufbau die tiefe Anspielstation angeboten und Götze die Verbindung zur Offensivreihe hergestellt hat. Gegen den Ball war es dann in letzter Linie oft eine Fünferkette, die auf rechts von Amaimouni oder Doan aufgefüllt wurde, während Götze den zentralen Stürmer in vorderster Linie beim Anlaufen unterstützt hat.
Vieles davon ist meiner Meinung nach auch tatsächlich aufgegangen und hatte einen positiven Effekt auf das Spiel. Brown kam in der offensiveren Rolle oft in die Dynamik und hat nicht zufällig sein zweites Tor hintereinander erzielt. Doan wurde durch seine zentralere Position endlich wieder mehr ins Spiel eingebunden. Auch der Schachzug mit Dahoud als falscher Neun nach der Verletzung von Kalimuendo hatte bisweilen die gewünschte Wirkung, einzelne Abwehrspieler aus der Kette zu ziehen, um dahinter Raum für die Flügel Bahoya und Amaimouni zu kreieren.
Einzig die defensive Positionierung von Amaimouni als Wingback war nicht wirklich gelungen und sollte überdacht werden. Der wurde in der ersten Halbzeit im Defensivzweikampf auf der Seite gleich dreimal böse überlaufen und hat gezeigt, dass er aktuell wohl ein reiner Offensivspieler ist. Zudem war durch die Staffelung als breite Raute im zentralen Mittelfeld wirklich oft ein großer Freiraum, den beide Teams für Umschaltsituationen nutzen konnten. Da hätte ich mir defensiv in einigen Situationen gewünscht, dass jemand früher aus dem Abwehrverbund herausrückt, um den Lauf des gegnerischen Spielers zu stören.
Bemerkenswert finde ich auch, dass Riera den Spielern wohl tatsächlich schon wie versprochen das Selbstvertrauen zurückgeben konnte. Der Matchplan war in Teilen mit der frühen Verletzung von Kalimuendo ja schon über den Haufen geworfen. Allein das hätte schon wieder ein mentaler Tiefschlag sein können, an dem die Mannschaft zerbricht. Zumal man zuvor mit Kalimuendo ja richtig gut ins Spiel gekommen war und er nach zehn Minuten bereits zwei Abschlüsse im Strafraum verbuchen konnte.
Gerade Bahoya ist mir in der Hinsicht sehr positiv aufgefallen. Der war ja monatelang komplett von der Rolle, sodass du ihn zuletzt eigentlich gar nicht mehr bringen konntest. Gegen Gladbach hat er sich endlich mal wieder etwas zugetraut und ist ins Offensivdribbling gegangen, statt einfach jeden Ball zurückzuspielen. Mit Collins hat sich auch das zweite Sorgenkind nach seiner Einwechslung deutlich stabiler als zuletzt präsentiert. Er hatte zwar noch einige unnötige und gefährliche Rückpässe dabei, aber das hat Riera wohl noch nicht jedem Spieler ausgetrieben.
Nicht zuletzt hat Riera bei den Personalentscheidungen ein glückliches Händchen bewiesen. Amaimouni konnte sich bei seinem Startelfdebüt gleich mit einer weiteren Torbeteiligung belohnen. Amenda hat das Vertrauen mit zwei richtig starken Rettungsaktionen zurückgezahlt und setzt seinen Aufwärtstrend fort. Und Knauff hat in der zweiten Halbzeit als Joker mit dem entscheidenden dritten Treffer das Spiel gekillt.
Sicher ist noch nicht alles aufgegangen. Mehr Kontrolle über das Spiel wäre wünschenswert gewesen. Die Standards kamen dieses Mal zwar offensiv ordentlich, defensiv haben wir aber mehrmals bei schneller Ausführung des Gegners etwas gepennt. Angesichts der Verletzungsmisere und des desolaten Zustands des Teams vor Rieras Ankunft kann man die Entwicklung in der Kürze der Zeit aber nicht positiv genug bewerten. Obwohl er auch taktisch viel von den Spielern einfordert, scheinen die Jungs wirklich in fast jeder Situation zu wissen, was sie zu tun haben.
Das macht Hoffnung für die restliche Saison, wo wir nach dem Spiel in München erst im Saisonendspurt an den letzten fünf Spieltagen wieder auf die Topmannschaften der Liga treffen. Bis dahin hat Riera mit vollen Trainingswochen genug Zeit, um weitere Abläufe einzuüben. Ich habe jedenfalls ein gutes Gefühl, dass es mit ihm auch langfristig in die richtige Richtung geht, sobald er dann auch die Mannschaft in ihrer Zusammenstellung nach seinen Vorstellungen formen kann.
Taktisch finde ich die Ideen vom neuen Trainer echt spannend. In Ballbesitz haben wir zumeist ein relativ klares 3-4-3 gespielt, indem Brown aus der Viererkette ins Mittelfeld aufgerückt ist. Dabei ist ziemlich oft eine breite Raute mit Brown und Doan auf den Halbpositionen entstanden, während Larsson im Spielaufbau die tiefe Anspielstation angeboten und Götze die Verbindung zur Offensivreihe hergestellt hat. Gegen den Ball war es dann in letzter Linie oft eine Fünferkette, die auf rechts von Amaimouni oder Doan aufgefüllt wurde, während Götze den zentralen Stürmer in vorderster Linie beim Anlaufen unterstützt hat.
Vieles davon ist meiner Meinung nach auch tatsächlich aufgegangen und hatte einen positiven Effekt auf das Spiel. Brown kam in der offensiveren Rolle oft in die Dynamik und hat nicht zufällig sein zweites Tor hintereinander erzielt. Doan wurde durch seine zentralere Position endlich wieder mehr ins Spiel eingebunden. Auch der Schachzug mit Dahoud als falscher Neun nach der Verletzung von Kalimuendo hatte bisweilen die gewünschte Wirkung, einzelne Abwehrspieler aus der Kette zu ziehen, um dahinter Raum für die Flügel Bahoya und Amaimouni zu kreieren.
Einzig die defensive Positionierung von Amaimouni als Wingback war nicht wirklich gelungen und sollte überdacht werden. Der wurde in der ersten Halbzeit im Defensivzweikampf auf der Seite gleich dreimal böse überlaufen und hat gezeigt, dass er aktuell wohl ein reiner Offensivspieler ist. Zudem war durch die Staffelung als breite Raute im zentralen Mittelfeld wirklich oft ein großer Freiraum, den beide Teams für Umschaltsituationen nutzen konnten. Da hätte ich mir defensiv in einigen Situationen gewünscht, dass jemand früher aus dem Abwehrverbund herausrückt, um den Lauf des gegnerischen Spielers zu stören.
Bemerkenswert finde ich auch, dass Riera den Spielern wohl tatsächlich schon wie versprochen das Selbstvertrauen zurückgeben konnte. Der Matchplan war in Teilen mit der frühen Verletzung von Kalimuendo ja schon über den Haufen geworfen. Allein das hätte schon wieder ein mentaler Tiefschlag sein können, an dem die Mannschaft zerbricht. Zumal man zuvor mit Kalimuendo ja richtig gut ins Spiel gekommen war und er nach zehn Minuten bereits zwei Abschlüsse im Strafraum verbuchen konnte.
Gerade Bahoya ist mir in der Hinsicht sehr positiv aufgefallen. Der war ja monatelang komplett von der Rolle, sodass du ihn zuletzt eigentlich gar nicht mehr bringen konntest. Gegen Gladbach hat er sich endlich mal wieder etwas zugetraut und ist ins Offensivdribbling gegangen, statt einfach jeden Ball zurückzuspielen. Mit Collins hat sich auch das zweite Sorgenkind nach seiner Einwechslung deutlich stabiler als zuletzt präsentiert. Er hatte zwar noch einige unnötige und gefährliche Rückpässe dabei, aber das hat Riera wohl noch nicht jedem Spieler ausgetrieben.
Nicht zuletzt hat Riera bei den Personalentscheidungen ein glückliches Händchen bewiesen. Amaimouni konnte sich bei seinem Startelfdebüt gleich mit einer weiteren Torbeteiligung belohnen. Amenda hat das Vertrauen mit zwei richtig starken Rettungsaktionen zurückgezahlt und setzt seinen Aufwärtstrend fort. Und Knauff hat in der zweiten Halbzeit als Joker mit dem entscheidenden dritten Treffer das Spiel gekillt.
Sicher ist noch nicht alles aufgegangen. Mehr Kontrolle über das Spiel wäre wünschenswert gewesen. Die Standards kamen dieses Mal zwar offensiv ordentlich, defensiv haben wir aber mehrmals bei schneller Ausführung des Gegners etwas gepennt. Angesichts der Verletzungsmisere und des desolaten Zustands des Teams vor Rieras Ankunft kann man die Entwicklung in der Kürze der Zeit aber nicht positiv genug bewerten. Obwohl er auch taktisch viel von den Spielern einfordert, scheinen die Jungs wirklich in fast jeder Situation zu wissen, was sie zu tun haben.
Das macht Hoffnung für die restliche Saison, wo wir nach dem Spiel in München erst im Saisonendspurt an den letzten fünf Spieltagen wieder auf die Topmannschaften der Liga treffen. Bis dahin hat Riera mit vollen Trainingswochen genug Zeit, um weitere Abläufe einzuüben. Ich habe jedenfalls ein gutes Gefühl, dass es mit ihm auch langfristig in die richtige Richtung geht, sobald er dann auch die Mannschaft in ihrer Zusammenstellung nach seinen Vorstellungen formen kann.
Danke für den ausführlichen Beitrag.
Ja, so ein bissi gutes Gefühl hat sich schon eingestellt, das steht aber noch auf wackeligen Beinen, auch wegen der neuen Verletzten Theate und Kristiansen. Und wegen des bevorstehenden Zahnarztbesuchs in München, der jetzt wirklich zur Unzeit ansteht.
Noch ist ja die ganze Sache mit dem Selbstbewusstsein nur ein zartes Pflänzchen, dass von der Millionentruppe im Schlauchboot auch wieder ordentlich niedergetrampelt werden kann. Auf der anderen Seite hat Augsburg ja gezeigt, dass man mit absolut durchschnittlichem Kader und der richtigen Einstellung selbst da was holen kann.
Könnte aber zu früh kommen, dass Riera dort schon ein Meisterstück abliefert.
Ja, so ein bissi gutes Gefühl hat sich schon eingestellt, das steht aber noch auf wackeligen Beinen, auch wegen der neuen Verletzten Theate und Kristiansen. Und wegen des bevorstehenden Zahnarztbesuchs in München, der jetzt wirklich zur Unzeit ansteht.
Noch ist ja die ganze Sache mit dem Selbstbewusstsein nur ein zartes Pflänzchen, dass von der Millionentruppe im Schlauchboot auch wieder ordentlich niedergetrampelt werden kann. Auf der anderen Seite hat Augsburg ja gezeigt, dass man mit absolut durchschnittlichem Kader und der richtigen Einstellung selbst da was holen kann.
Könnte aber zu früh kommen, dass Riera dort schon ein Meisterstück abliefert.
Ich freue mich auch extrem für Kaua Santos. Die Art und Menge der Kritik, die in den vergangenen Wochen in diversen Foren und auch in meinem Umfeld von Leuten (die hauptsächlich wirklich überhaupt keine Ahnung vom Torwartspiel haben) im Stadion über ihn ausgeschüttet wurde, war echt nicht mehr normal. Da wurde geradezu nur darauf gewartet, um ihn bei der nächsten Situation wieder zu zerreißen. Wir brauchen sicher nicht darüber reden, dass er Fehler gemacht hat. Aber solche Fehler sind zum einen vollkommen normal für junge Torhüter und zum anderen war die komplette Mannschaft vor allem in der Defensivarbeit total verunsichert.
Mit bald 23 Jahren mag Santos aus dem reinen Talentalter raus sein, aber man darf nicht vergessen, dass er vor dieser Saison gerade mal 14 Spiele auf diesem Niveau bestritten hat. Wenn ich mir andere Spiele anschaue, sehen auch viele weitere Torhüter in vergleichbaren Szenen, die Kritik erregt haben, schlecht aus. Hier wurde ja beispielsweise die Strafraumbeherrschung bei Eckbällen angesprochen. Da wurde er gegen Gladbach teilweise von drei gegnerischen Spielern im Fünfmeterraum geblockt. Das ist mittlerweile zu einer veritablen Taktik geworden, um den Torwart bei Standardsituationen zu behindern, weil es die Schiedsrichter nicht mehr so streng ahnden.
Ich hoffe, dass ihm das Spiel jetzt nachhaltig Auftrieb gibt. In der ersten Halbzeit hatte er noch kleinere Wackler dabei, die zweite Halbzeit war dann richtig stark. Besonders schön war es, dass die Mitspieler ihn nach der einen Parade auch mal ein bisschen gefeiert haben. Ich war immer ein Befürworter, dass man Santos nun die vollständige Rückrunde lang Spielpraxis und komplette Rückendeckung geben sollte. Danach kann man eine grundsätzliche Entscheidung bezüglich der zukünftigen Planung auf der Torwartposition treffen. Ich bin jedenfalls voll und ganz davon überzeugt, dass sich Santos im Laufe der Rückrunde weiter stabilisieren und zurück zu seiner Form finden wird.
Die Aussage von Riera in der Pressekonferenz nach dem Spiel hilft da sicher auch, um die ständigen Diskussionen endlich zu beenden. Und er passt wohl auch deutlich besser als Zetterer ins Konzept von Riera, weil dieser fußballerisch so wenig wie möglich über den Torwart spielen will, was die ausgesprochene Stärke von Zetterer ist, dafür aber beim Abfangen von Flanken einen sehr mutigen Torwart sehen möchte, wo Zetterer zum Ende der Hinrunde geradezu auf der Linie geklebt hat. Bei Santos hat sich die Kritik in diesem Punkt ja eher an seiner Ungestümtheit entzündet. So hat er sich letztes Jahr ja auch die Verletzung zugezogen.
Ich sehe es ähnlich wie Riera, dass Santos alles mitbringt, um absolutes Topniveau auf der Position des Torwarts zu repräsentieren. Er hat in seiner bisher kurzen Karriere bereits Leistungen abgeliefert und Paraden gezeigt, die manche Profitorhüter in ihrem ganzen Leben nicht erreichen. Deshalb habe ich mich am meisten über die Kommentare geärgert, die Santos als talentlosen Fliegenfänger und den schlechtesten Torwart in der Vereinsgeschichte dargestellt haben. An den körperlichen Voraussetzungen und dem ausreichenden Talent mangelt es Santos ganz sicher nicht. Vielmehr muss er an der Konzentrationsfähigkeit, der Entscheidungsfindung und der Konstanz arbeiten.
Mit bald 23 Jahren mag Santos aus dem reinen Talentalter raus sein, aber man darf nicht vergessen, dass er vor dieser Saison gerade mal 14 Spiele auf diesem Niveau bestritten hat. Wenn ich mir andere Spiele anschaue, sehen auch viele weitere Torhüter in vergleichbaren Szenen, die Kritik erregt haben, schlecht aus. Hier wurde ja beispielsweise die Strafraumbeherrschung bei Eckbällen angesprochen. Da wurde er gegen Gladbach teilweise von drei gegnerischen Spielern im Fünfmeterraum geblockt. Das ist mittlerweile zu einer veritablen Taktik geworden, um den Torwart bei Standardsituationen zu behindern, weil es die Schiedsrichter nicht mehr so streng ahnden.
Ich hoffe, dass ihm das Spiel jetzt nachhaltig Auftrieb gibt. In der ersten Halbzeit hatte er noch kleinere Wackler dabei, die zweite Halbzeit war dann richtig stark. Besonders schön war es, dass die Mitspieler ihn nach der einen Parade auch mal ein bisschen gefeiert haben. Ich war immer ein Befürworter, dass man Santos nun die vollständige Rückrunde lang Spielpraxis und komplette Rückendeckung geben sollte. Danach kann man eine grundsätzliche Entscheidung bezüglich der zukünftigen Planung auf der Torwartposition treffen. Ich bin jedenfalls voll und ganz davon überzeugt, dass sich Santos im Laufe der Rückrunde weiter stabilisieren und zurück zu seiner Form finden wird.
Die Aussage von Riera in der Pressekonferenz nach dem Spiel hilft da sicher auch, um die ständigen Diskussionen endlich zu beenden. Und er passt wohl auch deutlich besser als Zetterer ins Konzept von Riera, weil dieser fußballerisch so wenig wie möglich über den Torwart spielen will, was die ausgesprochene Stärke von Zetterer ist, dafür aber beim Abfangen von Flanken einen sehr mutigen Torwart sehen möchte, wo Zetterer zum Ende der Hinrunde geradezu auf der Linie geklebt hat. Bei Santos hat sich die Kritik in diesem Punkt ja eher an seiner Ungestümtheit entzündet. So hat er sich letztes Jahr ja auch die Verletzung zugezogen.
Ich sehe es ähnlich wie Riera, dass Santos alles mitbringt, um absolutes Topniveau auf der Position des Torwarts zu repräsentieren. Er hat in seiner bisher kurzen Karriere bereits Leistungen abgeliefert und Paraden gezeigt, die manche Profitorhüter in ihrem ganzen Leben nicht erreichen. Deshalb habe ich mich am meisten über die Kommentare geärgert, die Santos als talentlosen Fliegenfänger und den schlechtesten Torwart in der Vereinsgeschichte dargestellt haben. An den körperlichen Voraussetzungen und dem ausreichenden Talent mangelt es Santos ganz sicher nicht. Vielmehr muss er an der Konzentrationsfähigkeit, der Entscheidungsfindung und der Konstanz arbeiten.
Du hast es auf den Punkt gebracht.
DonGuillermo schrieb:
Staff wird zum 18. Geburtstag im Juni sicher einen Profivertrag erhalten und so wie Gradascevic gefördert wird, mache ich mir da wegen eines Abgangs ebenfalls keine Sorgen. Entweder stimmt da die Angabe nicht oder es gibt schon eine entsprechende Absprache.
Und auch bei Gradascevic wurde die Vertragsverlängerung nun offiziell verkündet.
U.K. schrieb:DonGuillermo schrieb:
Harangi wird vermutlich jetzt noch mal (gibt Gerüchte aus Ungarn), spätestens aber im Sommer höherklassig verliehen.
https://www.fussballtransfers.com/a642851596579683735-eintracht-vermeldet-spaeten-abgang
Ist wohl fix.
Ist nun aber wohl leider ein fester Wechsel ohne Rückkaufoption geworden. Zumindest wurde nirgendwo eine erwähnt, auch nicht in den Medien. Dass die Eintracht selbst so etwas nicht bekannt gibt, gab es in der Vergangenheit schon öfter. Finde ich tatsächlich etwas schade. Harangi hat mir in der Regionalliga und bei den Testspielen für die Profis echt gut gefallen. Dass er sich sofort bei einem Spitzenteam der MLS durchsetzen konnte und jetzt auch in Europa in eine erste Liga wechselt, zeigt, dass er auf jeden Fall eine gewisse Qualität mitbringt.
Nachdem Buta gewechselt ist und auch Chandler im Sommer seine Karriere wohl beenden wird sowie auf der anderen Seite ein Abgang von Brown im Raum steht und auch Nkounkou im Sommer wahrscheinlich abgegeben werden soll, hätte ich bei Harangi schon die Perspektive zum Kaderspieler gesehen. Zumal er auf beiden Seiten Außenverteidiger und zusätzlich im defensiven Mittelfeld spielen kann, also eine große Flexibilität mitbringt.
Genau für diese Rollen im Kader muss es das Ziel sein, mehr Eigengewächse bei den Profis zu etablieren. Da haben wir auch in den vergangenen Jahren für zu viele Spieler relativ teure Ablösen oder Gehälter bezahlt, die dann im Endeffekt die Erwartungen nicht erfüllt haben. Es müssen ja nicht immer Stammspieler sein, aber wenn man diese Posten mit Spielern aus dem eigenen NLZ besetzen kann, wäre das schon ein großer Gewinn für den Verein. Auch im Hinblick auf weitere Faktoren wie die Kaderlisten für die Europapokalwettbewerbe, wo vier Eigengewächse für die A-Liste Pflicht sind oder man dann (wie wir in den letzten Jahren) nicht die vorgesehenen 25 Spieler nominieren darf.
Letztendlich muss man einen Fall wie Harangi aber auch als Erfolg des NLZ verbuchen. Man hat dem Spieler den Sprung in eine Profiliga ermöglicht und vermutlich eine entsprechende Ablöse erzielt. Auch das sind Erfolge, mit denen man zukünftige Talente davon überzeugen kann, in Frankfurt zu bleiben. Warum es jetzt am Ende Ungarn geworden ist und nicht zurück in die MLS ging? Darüber kann ich auch nur spekulieren. Harangi hat ja auch ungarische Wurzeln und könnte künftig auch auf Nationalmannschaftsebene wieder für Ungarn spielen. Dann ergibt ein Wechsel nach Ungarn sicher mehr Sinn.
Bechtheim85 schrieb:
Ja, vielen Dank, tolle und sehr detaillierte Informationen, die nahelegen, dass Du eine enge Verbindung zum NLZ hast.Das bekommt man sonst nirgends, allenfalls bruchstückhaft zu lesen.
Habe ich tatsächlich nicht. Jedenfalls nicht mehr als zur Profimannschaft oder den Frauen. Ich interessiere mich als Fan einfach für Eintracht Frankfurt und verfolge jede Mannschaft so gut wie möglich.
Bechtheim85 schrieb:
Was es für den Profikader wirklich bedeuten wird, ist allerdings noch völlig ungewiss. Bis jetzt jedenfalls hat noch kein Spieler aus dem NLZ den Sprung in den Stammkader der Profis geschafft, auch Baum nicht. da war Barkok ja näher dran... Warten wir also ab, wie es in zwei oder drei Jahren hoffentlich aussieht.Ob einzelne Spieler in der 2. oder 3. Liga oder in Ungarn erfolgreich, ist für mich nachrangig, es geht alleine um den Nachwuchs in der Profimannschaft.
Das ist sicher richtig, aber der Verein ist in den letzten acht Jahren auch enorm gewachsen. Barkok ist in eine Mannschaft gekommen, die ein paar Monate vorher fast abgestiegen wäre und für 2,5 Millionen Euro externe Spieler gekauft hat. Baum ist im Sommer in eine Mannschaft gekommen, die sich für die Champions League qualifiziert hat und Transferausgaben in Höhe von 67 Millionen Euro verzeichnet hat. Diesen Kontext sollte man bei dem Vergleich nicht außer Acht lassen.
Wir sind uns sicher einig darüber, dass die Entwicklung von Profispielern für den eigenen Verein das höchste Ziel der Ausbildung sein sollte. Für mich kann das aber nicht der einzige Parameter bei der Bewertung der Verantwortlichen sein. Warum ich im Gegenzug zu dir Alex Richter für einen Glücksgriff und die aktuelle Situation und Entwicklung des NLZ nicht für erbärmlich halte, habe ich denke ich bereits lang und breit ausgeführt.
Bechtheim85 schrieb:
Aber vermutlich ist es sonneklar, dass meine Bedenken nur gequirlter Mist sind.
Ein paar andere User haben dich ja auch schon darauf hingewiesen, dass Teile deiner Kritik absolut substanzlos sind, weil du offensichtlich nicht das aktuelle System im Jugendfußball verstehst. Bis auf die U21 im vergangenen Jahr gab es keinen Abstieg, weil man als zertifiziertes NLZ in der U19 sowie der U17 überhaupt nicht mehr absteigen kann. Man spielt jetzt lediglich ein halbes Jahr in einer Liga mit anderen NLZs, die in der Vorrunde ebenfalls nicht so gut abgeschnitten haben, sowie mit den Meistern aus den Regionalligen.
Das ist übrigens auch einer der Hauptgründe, warum dieses System überhaupt eingeführt wurde. Weil die Mannschaften durch die fehlende Abstiegsmöglichkeit nicht mehr den großen Ergebnisdruck haben und der Fokus stattdessen verstärkt auf der individuellen Entwicklung liegt. Und wie bereits von mir ausgeführt, war das gerade in der U17 mit den zahlreichen Jungjahrgängen der Hauptgrund, warum man den Sprung in die A-Liga verpasst hat.
Bechtheim85 schrieb:
Es wäre interessant zu erfahren, wie die Leiter anderer NLZs die Qualität unseres NLZ unter Alex Richter so beurteilen. Das gäbe eine besseres Bild als die Ausführungen eines SGE-Insiders.
Alex Richter hat zuletzt öffentlich in Interviews zumindest verlauten lassen, dass er mit seinem Kollegen Volker Kersting vom hochgelobten Konkurrenten Mainz 05 ein sehr gutes Verhältnis pflegt und sich der Abstand zwischen den beiden NLZs sichtbar verringert hat. Mittlerweile hat man wohl auch ein Agreement, dass man sich gegenseitig keine Spieler mehr abwirbt. Noch zu Beginn seiner Amtszeit soll Richter "überrascht davon gewesen sein, dass täglich mehrere Mainzer Kleinbusse durch Frankfurt gefahren sind und Spieler abgeholt haben". (https://www.fr.de/eintracht-frankfurt/league-die-eintracht-setzt-auf-den-eigenen-nachwuchs-und-spielt-youth-94151835.html)
Ich kann dir gerne auch noch eine weitere Quelle dafür geben, wie die Leiter der anderen NLZs Alex Richter und seine Arbeit so beurteilen: Zusammen mit Kersting, Finn Holsing (Bielefeld), Dominic Peitz (Kiel), Jochen Sauer (Bayern), Paul Schaffran (Dortmund), Andreas Steiert (Freiburg), Michael Wiesinger (Nürnberg) und Manfred Paula (1860) ist er Teil der DFL-Kommission "Leistungszentren", die direkt von den Vertretern der 56 deutschen NLZs gewählt wird. Du kannst also getrost davon ausgehen, dass die anderen NLZ-Leiter ihn nicht für einen Vollblinden halten, wenn er in solch ein Gremium gewählt wird. (https://www.dfl.de/de/ueber-uns/dfl-deutsche-fussball-liga-ev/dfl-kommissionen/)
SemperFi schrieb:upandaway schrieb:
Don Guillermos Insiderwissen in allen Ehren, aber was er alles anführt, ist schlicht obsolet.
Ich glaube ihr seid gar nicht so weit voneinander weg, denn ich bin mir sicher, dass er Dir in vielen Punkten zustimmt. Sein Fokus in der Betrachtung lag halt auf Personen und Änderungen durch die Personen (da ja Personen angegriffen wurden)
Das kann ich so nur unterstreichen. UAA hat in seinen Ausführungen zu den infrastrukturellen Gegebenheiten in so ziemlich jedem Punkt recht. Das ist ja auch nicht zu übersehen, wenn man selbst vor Ort ist oder wie von UAA angegeben sogar mehrmals die Woche selbst an den Riederwald fahren musste. Im Grunde genommen war ja direkt nach dem Neubau der Geschäftsstelle am Riederwald vor 15 Jahren schon klar, dass die Kapazitäten des NLZs dort viel zu knapp für die Ansprüche des modernen Fußballs sind. Leider haben Verein und AG damals noch mehr gegen- statt miteinander gearbeitet.
Ich würde aber zum einen insgesamt nicht zu so einem niederschmetternden Fazit kommen und zum anderen war es eben nicht mein Punkt. Der Ausgangspunkt der Diskussion war die Kritik an der Arbeit von Richter. Und die war eben in meinen Augen in weiten Teilen völlig unberechtigt und wie es UAA auch schon angemerkt hat, ist Richter bezüglich der Infrastruktur weder verantwortlich noch wird er sie großartig ändern können.
In einem vereinseigenen Interview (https://nachwuchs.eintracht.de/news/den-einzelnen-spieler-im-fokus-160882) hat er vor eineinhalb Jahren auch genau diese Problematik beschrieben und ausgesagt, dass es sein größter Wunsch wäre, diese Situation zu ändern. Dass der Verein da nur bedingt eine Handhabe hat, sollte allerdings klar sein. Innerhalb von Frankfurt wird man wohl kaum ein ausreichend großes Gelände für einen kompletten Neubau eines modernen NLZs zugesprochen geschweige denn finanziert bekommen. Die selbsternannte Sportstadt Frankfurt hat es schließlich auch über 25 Jahre lang versäumt überhaupt mal eine moderne Sporthalle auf den Weg zu bringen.
Im Rahmen der Möglichkeiten hat man meiner Meinung nach aber zuletzt die richtigen Maßnahmen getroffen. Das NLZ wurde endlich vom Verein in die AG ausgegliedert, womit man die Strukturen unter anderem durch eine bessere Finanzierung professionalisieren konnte. Für die zweite Mannschaft hat man in Dreieich eine adäquate Heimat gefunden, ohne den Standort am Riederwald weiter zu belasten. Ich sehe auch den beschlossenen Anbau für das NLZ am Riederwald als wichtigen Schritt an, der zudem in der Geschäftsstelle Platz für die restlichen Abteilungen schafft. Denn auch bei den anderen Sportarten ist das Vereinspräsidium ja sehr bemüht, weitere Kapazitäten in Frankfurt zu schaffen und hatte damit in den vergangenen Jahren auch erste Erfolge, siehe die Anschubbahn für den Bobsport.
Leider hat man durch die zusätzliche Eingliederung des FFC Frankfurt wohl weder im Stadtwald noch in Dreieich die Kapazitäten gehabt, um auch der U19 und der U17 ein besseres Umfeld zu bieten. Vor Baubeginn des Proficamps war es ja durchaus angedacht, dass auch die U19 und die U17 in den Stadtwald ziehen. Da war auch noch von zusätzlichen Trainingsplätzen die Rede, die ja nicht entstanden sind. Die fünf Trainingsplätze (wobei der eine ja mittlerweile wegen des Businesszelts nicht mehr genutzt wird) wären vielleicht noch ausreichend geworden, aber selbst die Frauen sind ja was die Räumlichkeiten angeht nur relativ zweckmäßig in der Wintersporthalle untergekommen. Das war für die Frauen sicher erst mal ein großer Fortschritt, dürfte aber in einigen Jahren auch nicht mehr dem Standard gerecht werden.
Ich würde dennoch auf einige Punkte gerne noch einmal konkret eingehen.
upandaway schrieb:
Das NLZ hat viel zu wenig Internatsplätze. Diese sind natürlich immer belegt, weitere Plätze, die auch mal ein etwas weiter gestecktes Einzugsgebiet bedienen würden, gibt es nicht.
Das ist sicher ein Problem, aber dafür kann man Lösungen finden. Dass das dann kein optimaler Zustand ist, weiß ich auch. Die Mainzer besitzen aber beispielsweise auch kein vereinseigenes Internat (das allerdings in den kommenden Jahren durch ein neues Gebäude am Bruchweg entstehen soll), sondern kooperieren mit dem Kolpinghaus, das Plätze für Nachwuchsspieler zur Verfügung stellt. Für volljährige Spieler im Nachwuchsbereich hat die Eintracht soweit ich weiß auch einige Wohnungen in Frankfurt angemietet, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.
Grundsätzlich halte ich es aber auch für richtig, dass sich die Eintracht auf das direkte Einzugsgebiet fokussiert. Zum einen, weil Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet groß genug sind, um genügend talentierte Spieler zu finden. Zum anderen weil ich es für falsch halte, Jugendliche (im Zweifelsfall für viel Geld) aus dem gewohnten Umfeld zu reißen.
upandaway schrieb:
Hoffenheim und Leipzig waren nur mir bekannte Beispiele, Bayern und Dortmund sind noch prominenter, unter den Eltern am Riederwald wurden auch Mainz und Freiburg hoch gehandelt, diese besonders wegen ihrer Durchlässigkeit.
Und genau deshalb muss man sich mit möglichst guter Arbeit einen Ruf wie Mainz oder Freiburg erarbeiten, damit man die Spieler mit sportlichen Argumenten überzeugen kann. So wie wir bei den Profis mit den absoluten Topteams oder extern finanzierten Vereinen infrastrukturell oder finanziell nicht mithalten können, ist es eben auch in der Jugend. Wobei ich mal anmerken will, dass die oft hochgelobte Jugend von Leipzig zwar regelmäßig gute Ergebnisse erzielt, allerdings auch kaum Spieler für den Profibereich entwickelt. Und da werden ganz andere Summen investiert.
upandaway schrieb:
Ich sage etwas überspitzt, am Riederwald bleiben nur diejenigen bis zur U19, die keine Begehrlichkeiten bei Konkurrenten wecken konnten.
Das mag sicher lange Zeit so gewesen sein. Das hat sich meiner Meinung nach aber auch schon verändert. An Ebu Bekir Is und Alexander Staff waren sicher auch andere Bundesligisten in den letzten Jahren interessiert. Bei Is gilt beispielsweise ein Interesse aus Stuttgart als verbrieft. Und bei Niko Ilicevic war zuletzt sogar vom Interesse absoluter internationaler Spitzenteams wie Real Madrid, Chelsea oder Milan die Rede. Dem hat man aber letzten Sommer mit seinem Testspieleinsatz im Alter von 14 Jahren schon überdeutlich gemacht, dass er so schnell wie möglich zu den Profis durchgeschoben wird.
Es kann und wird aber natürlich trotzdem auch weiterhin vorkommen, dass uns große Talente abgeworben werden. Lennart Karl vor einigen Jahren ist da das aktuellste Beispiel, ein Emre Can, Niklas Süle, Jeff Chabot oder Marvin Schwäbe wurden ja auch schon genannt. Das lässt sich dann aber eben auch nicht immer verhindern. Seit Richter im Amt ist, hat sich das schon deutlich verringert. Lediglich Hoffenheim hat uns in den letzten Jahren noch den einen oder anderen vielversprechenden Spieler abgeworben wie zuletzt Natnael Abraha.
Manolo Merx und Kelvin Kunstmann, die man beide nach Darmstadt abgegeben hat, sind für mich Grenzfälle, bei denen es möglicherweise aber auch an der individuellen Talenteinschätzung lag. In beiden Fällen hat man wohl zumindest eine Ablöse erhalten und die Spieler kommen auch aus Darmstadt bzw. Pfungstadt, was für einen Wechsel gesprochen haben könnte. Ansonsten fällt mir spontan nur noch Luka Vulin ein, den man wohl gerne gehalten hätte, der aber letzten Sommer zu Union Berlin gewechselt ist.
upandaway schrieb:
Wer von dieser Mannschaft ist übriggeblieben? Genau, Elias Baum. Alle anderen, zum Teil deutlich begabter, sind weit unterklassig gelandet oder gänzlich vom Radar verschwunden. Das ist bittere Realität, das ist quasi das Normalergebnis. Alles andere ist die große Ausnahme.
Auch das ist mir selbstverständlich klar. Deshalb spreche ich auch immer von Perspektive und Potenzial zum Profispieler. Die Realität ist letztendlich, dass es im Durchschnitt pro Verein vielleicht einer, maximal zwei Spieler pro Jahrgang auf das höchste Niveau schafft. Und auch da ist der Weg nicht immer vorgezeichnet. Aymen Barkok war in seinen Teams jetzt auch nicht der Überflieger.
Aber auch da hat sich die Situation finde ich schon deutlich gebessert. Wenn ich mir meine Posts vor einigen Jahren über den Jugendbereich anschaue, dann habe ich damals über Spieler wie Fynn Otto, Felix Irorere, Mason Judge, Ali Loune, Hüseyin Bakirsu und Jong Min Seo gesprochen, bei denen ich mir eine Profikarriere vorstellen konnte. Das umfasst für mich in Deutschland dann aber auch die ersten drei Ligen und vielleicht noch Topteams der Regionalliga.
Otto ist mittlerweile Stammspieler bei einem Spitzenteam der dritten Liga, Irorere stand in der zweiten Liga bei Karlsruhe unter Vertrag, hat den Sprung in den Herrenbereich aufgrund von vielen schweren Verletzungen aber nie geschafft. Judge hat es tatsächlich nur bis in die fünfte Liga geschafft, Bakirsu immerhin in die vierte Liga, bevor er nach zwei Kreuzbandrissen seine Profikarriere wohl beenden musste. Loune und Seo haben es zu Einsätzen in der zweiten Liga gebracht und spielen aktuell in der zweiten belgischen bzw. der zweiten österreichischen Liga. So verkehrt habe ich damals also nicht gelegen.
Mit den angebrachten Beispielen Elias Baum, Nacho Ferri oder jetzt auch Aiden Harangi und Noah Fenyö bewegen wir uns da zuletzt aber schon auf einem höheren Niveau. Fairerweise kann man auch da jetzt dagegen argumentieren, dass noch niemand den Durchbruch auf dem allerhöchsten Niveau geschafft hat, aber es ist schon eine positive Entwicklung zu sehen.
upandaway schrieb:
Lange Rede, kurzer Sinn. Ein ambitionierter Spieler sollte, aus einer U19 kommend, möglichst hochklassig Männerfußball spielen. Also keinesfalls Oberliga, bestenfalls nicht mal Regionalliga.
Auch das ist sicher richtig, aber nicht universell zutreffend. Zum einen bietet eine zweite Mannschaft in der Regionalliga den Vorteil, dass man Jugendspieler schon frühzeitig an den Herrenfußball heranführen kann. So haben Ebu Bekir Is und Alexander Staff beispielsweise schon mit 16 Jahren, also noch im U17-Bereich, erste Erfahrungen in der zweiten Mannschaft sammeln können. Bei Niko Ilicevic würde es mich nicht wundern, wenn der mit dem 16. Geburtstag sogar schon direkt zu den Profis gezogen wird, was bei den absoluten Toptalenten sicher der Idealfall ist.
Zum anderen gibt es eben Spieler, für die der Sprung mit 18 Jahren aus verschiedenen Gründen noch zu früh kommt. Mit Younes Ebnoutalib haben wir da das beste Beispiel im eigenen Kader. Der hat vor zwei Jahren im Alter von 20 Jahren noch in der Regionalliga auf einer Stufe mit unserer zweiten Mannschaft gespielt. Im Idealfall hat man durch eine zweite Mannschaft bei solchen Spielern noch etwas länger die Hand drauf und kann die Entwicklung (auch durch höherklassige Leihen) steuern. In solch einem Fall hätten wir uns jedenfalls die 8 Millionen Euro Ablöse sparen können.
upandaway schrieb:
Die künftige Planung (oder ist es schon beschlossen?), die U21 in einer eigenen Liga spielen zu lassen, halte ich für fragwürdig. Was sollen solche Jahrgangswettbewerbe, die die Jungs schon immer gegeneinander gespielt haben? Ich wundere mich, warum das auch unser Krösche mit aus der Taufe gehoben hat?
Hierzu kurz zur Erklärung: Ja, dieser Wettbewerb ist schon mehr oder weniger beschlossene Sache (die offizielle Abstimmung findet bei der DFL-Mitgliederversammlung am 3. März statt) und soll bereits zur kommenden Saison eingeführt werden. Die Teilnahme an dieser reinen U21-Spielrunde ist aber zum einen freiwillig und wird zum anderen die zweiten Mannschaften im regulären Ligabetrieb nicht ersetzen. Das würde ich sonst auch genau wie du als vollkommen falsches Signal werten.
Die Spiele finden parallel zum regulären Ligabetrieb statt und dienen einzig und allein der zusätzlichen Spielpraxis. Wenn also ein Spieler in der zweiten Mannschaft noch nicht so zum Zug kommt, weil beispielsweise auf seiner Position einer der älteren Führungsspieler Stammkraft ist, bekommt er über die U21-Spielrunde eine weitere Möglichkeit, um Spielpraxis zu erhalten. Die Ansetzungen sollen auch relativ kurzfristig und in verschiedenen Varianten, beispielsweise auch 3 x 45 Minuten, möglich sein (https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/Nachwuchsproblem,u21-spielrunde-einfuehrung-102.html).
Bechtheim85 schrieb:
Für mich stellt sich nun mal als zugegebenermaßen Nicht-Insider einfach die nackte Realität dar: und da ist es so, dass am Ende nichts Gescheites rauskommt, und das seit Jahren.
Das liegt aber auch daran, dass der Jugendbereich bei der Eintracht über viele Jahre vernachlässigt wurde bzw. es keinerlei umfassende Ausrichtung gab. Das lässt sich eben nicht alles einfach so aufholen. Weil du einen Vergleich zwischen Krösche und Richter gebracht hast: Bei einer Profimannschaft kannst du die Probleme im Idealfall in einer Transferperiode beheben. Bei einer ganzen Jugendabteilung eben nicht.
In der Regel sagt man, dass es im Jugendbereich fünf Jahre lang dauert, bis sich Veränderungen richtig durchschlagen und in Resultaten bemerkbar machen. Demnach hätte Richter also noch ein Jahr Zeit, bis man die Arbeit konkret bewerten kann. Aber ich habe ja bereits sehr ausführlich geschildert, warum sich die Situation meiner Meinung nach schon in der bisherigen Amtszeit deutlich verbessert hat.
Da hilft mir jetzt auch kein Vergleich, der bis in die 70er-, 80er- und 90er-Jahre zurückgeht. Es stimmt natürlich, dass die Eintracht von den späten 70ern bis zu den frühen 90ern noch zu den führenden Jugendabteilungen Deutschlands gehört und bis vor circa 15 Jahren noch halbwegs regelmäßig Profispieler produziert hat. Das waren aber noch ganz andere Zeiten, als die Spieler grundsätzlich heimatverbundener waren (auch, weil sie neben der Fußballkarriere teilweise noch einen zweiten Job hatten) und jahrelang beim selben Verein geblieben sind.
Der heutige Fußball hat sich grundlegend verändert, Stichwort Bosman-Urteil. Das ist im Jugendfußball nicht anders, wo früher sicher nicht so aggressiv Spieler abgeworben wurden. Zudem gab es bis in die 90er hinein noch eine strenge Auslegung der Ausländerregel, nach der nur drei ausländische Spieler pro Verein zum Einsatz kommen durften, bevor man das zuerst für EU-Bürger und seit 2006 komplett aufgehoben hat. Da die Kader also ohnehin zu 95 Prozent aus deutschen Spielern bestehen mussten, gab es zu dieser Zeit logischerweise auch deutlich mehr Spieler in der Bundesliga, die aus den eigenen Nachwuchsabteilungen der Vereine stammten.
Vielen lieben Dank, DonGuillermo, dass Du Dir zu Zeit genommen hast, auf UUA und mich so ausführlich, kenntnisreich und vor allem auch sachlich zu antworten. Ich habe alle Deine Antworten mit großem Interesse gelesen und bin deutlich schlauer geworden. Tut mir leid, wenn ich in meinen Schlussfolgerungen zu naiv und oberflächlich gewesen bin.
In den 70er und 80er, auch in den ersten 90er Jahren kannte ich mich auch gut aus im Jugendfußbball, auch die Spieler anderer Vereine. Jetzt ist das seit langem nicht mehr der Fall, und klar, die Zeiten haben sich gewaltig geändert, die Gegebenheiten heute sind nicht mehr mit den einfacheren von damals zu vergleichen. Ich hoffe, noch öfter Beiträge von Dir hier zu lesen.
Beste Grüße
In den 70er und 80er, auch in den ersten 90er Jahren kannte ich mich auch gut aus im Jugendfußbball, auch die Spieler anderer Vereine. Jetzt ist das seit langem nicht mehr der Fall, und klar, die Zeiten haben sich gewaltig geändert, die Gegebenheiten heute sind nicht mehr mit den einfacheren von damals zu vergleichen. Ich hoffe, noch öfter Beiträge von Dir hier zu lesen.
Beste Grüße
Es sollte denke ich klar sein, dass das gequirlter Mist ist, aber ich kann das nicht einfach ohne Antwort stehen lassen. Jeder, der sich ein bisschen mit dem Jugendfußball beschäftigt, wird wissen, dass die Verpflichtung von Alex Richter so ziemlich das Beste ist, was der Eintracht passieren konnte. Endlich geht es im Jugendbereich mit einer klaren Strategie voran, nachdem man da viele, viele Jahre lang schlichtweg geschlafen hat.
Das soll natürlich nicht heißen, dass die Verantwortlichen ohne Fehler sind. Der Abstieg der U21 aus der Regionalliga war völlig unnötig, ich bin da auch von Dennis Schmitt als Trainer nicht vollends überzeugt. Und gerade in der U17 hat man durch die Förderung der Jungjahrgänge jetzt das zweite Jahr in Folge mit schlechteren Ergebnissen bezahlt. Insgesamt ist die Entwicklung in den letzten Jahren aber sehr positiv.
Dass du es "erbärmlich" findest, in einer Liga mit Freiburg, Karlsruhe und 1860 zu spielen, lasse ich mal so stehen. Dass beispielsweise auch die U19 von Freiburg nur in der B-Liga gelandet ist, zeigt einfach, dass es jeden mal treffen kann. Auch der KSC und 1860 gehören durchaus zu den besseren Adressen im Jugendfußball. Bezüglich Freiburg gab es in den letzten Jahren wohl kaum einen Verein, der den Spagat zwischen großen Erfolgen im Jugendbereich und der konstanten Entwicklung von Spielern für den Profibereich besser hinbekommen hat. Freiburg hat aktuell wahrscheinlich von allen Bundesligisten den höchsten Anteil an Eigengewächsen im Kader.
Ergebnisse
Schaut man sich mal nur rein die Ergebnisse an, seit Richter im Amt ist, lässt sich die These, dass es nicht gut laufen würde, bereits nicht halten. Die A-Jugend war in den Jahren vor Richters Ankunft in der alten U19-Bundesliga Süd/Südwest bestenfalls eine Mittelfeldmannschaft, hat regelmäßig gegen den Abstieg gespielt und sich ein paar Mal nur ganz knapp gerettet. In den zehn Jahren zuvor war man nur viermal in der oberen Tabellenhälfte (13/14, 16/17, 19/20, 21/22), wobei man lediglich 21/22 getragen durch einen überragenden Antonio Foti zu den Spitzenteams zählte.
In der darauffolgenden Saison 22/23 war man zugegeben wieder in Abstiegsgefahr, bevor Skela mit drei Siegen aus den letzten sechs Spielen den Karren aus dem Dreck ziehen musste. Dafür hatte man in der Youth League aber die Gruppenphase überstanden und ist in der Zwischenrunde gegen den späteren Sieger Alkmaar (die danach unter anderem auch Real Madrid und Barcelona hergespielt haben) ausgeschieden. In der letzten Saison mit dem alten System (23/24) hat man dann wieder zur oberen Tabellenhälfte gehört.
Letzte Saison hat man sich jeweils souverän für die A-Liga sowie die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Da ist man dann erst durch ein spätes Gegentor kurz vor Schluss und ein verlorenes Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Bremen rausgeflogen, die unter anderem Pokalsieger wurden. Diese Saison hat man durch eine schlechte Rückrunde den Sprung in die A-Liga verpasst (das 3:3 nach 3:0 Führung in Offenbach und die 8:0 Niederlage in Fürth waren wirklich katastrophal), steht dafür aber erstmals seit 2014 im Viertelfinale des DFB-Pokals und hat als einzige deutsche Mannschaft das Achtelfinale der Youth League erreicht. Da ist es schon irgendwo verständlich, dass der Fokus auf den Highlightspielen in den Pokalwettbewerben lag. Es ist jetzt auch nicht so, dass man die Quali für die A-Liga meilenweit verpasst und eine miserable Runde gespielt hätte. Letztendlich hat ein Punkt gefehlt.
Man darf nicht vergessen, dass man auch in diesem Jahrgang schon einige Spieler durchgeschoben hat. Siljevic, Dills, Gaul Souza, Neuendorff und Is wären alle noch für die U19 spielberechtigt, sind aber schon fester Bestandteil der U21. Außer in der Youth League haben nur Gaul Souza und Neuendorff jeweils einmal in der Liga für die U19 gespielt. Nimmt man jetzt das Spiel am Wochenende gegen Freiberg, wurden da zusätzlich noch Eisele, Ilicevic und Staff nach dem Auftritt unter der Woche in Bilbao geschont. Das ist dann schon eine Menge Qualität und fast eine komplette erste Elf.
In der B-Jugend war man hingegen in der alten U17-Bundesliga Süd/Südwest auch vor Richters Ankunft zumeist recht gut platziert. Da war man 22/23 mit Platz 4 auch gleich wieder im oberen Tabellendrittel dabei. In der letzten Saison mit dem alten System (23/24) hat man die Staffel sogar als Tabellenführer gewonnen, was der U17 zuletzt 2010 gelungen ist, als man auch Deutscher Meister wurde. Im Halbfinale um die Meisterschaft ist man dann leider nach Hin- und Rückspiel im Elfmeterschießen an Leverkusen gescheitert.
Letzte Saison hat sich die U17 noch souverän für die A-Liga qualifiziert. Dort hat man dann wegen der schlechteren Tordifferenz knapp den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft verpasst, weil man die letzten vier Spiele allesamt verloren hat. Da wurden bereits mehrere Jungjahrgänge eingesetzt, die auch dieses Jahr noch B-Jugend spielen. Eventuell war man sich zu sicher, dass man sich auch so fürs Achtelfinale der Meisterschaft qualifiziert.
Dass man dieses Jahr sowohl in der A- als auch in der B-Jugend den Sprung in die A-Liga verpasst hat, ist natürlich ärgerlich und sollte nicht passieren. Aber genau wie in der U19 gibt es dafür in der U17 eine verständliche Erklärung. Die Hinrunde war vor allem mit den knappen Niederlagen gegen die direkte Konkurrenz aus Kaiserslautern und Karlsruhe einfach zu schlecht. Das liegt auch daran, dass man diese Saison noch stärker auf Jungjahrgänge gesetzt hat. Mit Brkic, Motta, Freiberger, Kadoglou, Dirsch, Georg und Schröder haben in der Vorrunde gleich sieben von elf Stammspielern zum Jungjahrgang gehört, die auch nächste Saison noch U17 spielen dürfen. Das war dann wohl einfach zu viel. Zum Vergleich: Karlsruhe und Kaiserslautern haben keinen einzigen Jungjahrgang eingesetzt, bei Mainz waren es nur zwei.
In der C-Jugend stellt die Eintracht in den letzten Jahren mit die beste Mannschaft Deutschlands. Vergangenes Jahr ist die U15 mit 17 Siegen und 1 Unentschieden in 18 Spielen ungeschlagen Regionalmeister geworden. Und in der Regionalliga Süd sind mit Stuttgart, Freiburg und Hoffenheim auch drei Schwergewichte im Jugendfußball dabei. Im anschließenden Finale um die Süddeutsche Meisterschaft war man den ebenfalls ungeschlagenen Bayern mit 2:3 knapp unterlegen. Auch diese Saison stehen die Chancen gut, dass die U15 die Regionalmeisterschaft holt. Im Bereich des Kinderfußballs von der U9 bis zur U13 hört man in den letzten Jahren ebenfalls immer mehr Erfolgsmeldungen von hochkarätig besetzten Turnieren inklusive internationalen Spitzenteams. Auch da hat man die Förderung verstärkt.
U-Nationalspieler
Wenn man den Aussagen der Verantwortlichen Glauben schenkt, dann hat Eintracht Frankfurt zuletzt neben Bayern München die meisten U-Nationalspieler für den DFB gestellt. Ich habe das jetzt auf die Schnelle nicht verifiziert, weiß allerdings, dass die Eintracht in diesem Zeitraum wirklich in fast allen U-Nationalmannschaften einen großen Block gestellt hat. Und da sprechen wir nur vom DFB.
Hier mal eine Übersicht, wie viele Spieler der Eintracht innerhalb des letzten Jahres für Deutschland nominiert waren:
U21: Ansgar Knauff, Nene Brown, Nnamdi Collins, Elias Baum
U19: Alessandro Gaul Souza, Nilo Neuendorff
U18: Marvin Dills, Emil Möhler
U17: Eba Bekir Is, Alex Staff, Christian Prenaj, Keziah Oteng-Mensah, Niklas Scheller, Natnael Abraha, Josef Haßfeld, Igor Dola
U16: Niko Ilicevic, Benjamin Freiberger, Moritz Dirsch, Noel Motta, Finn Schröder, Said Brkic, Titus Prince Veith, Hannes Georg, Kimani Miosga, Haris Musanovic, Philip Buchta, Luka Radic, Meris Gradascevic
U15: Samuel Elenberger, Maxim Dill, Luca Leandro Felix, Faisal Mirzai, Tyron Osei Acheampong, Anjiano Hernandez Bernal, Lian Kümmel, Marlon Ben Seyl
Das ist übrigens auch einer der Kernpunkte, den Alex Richter seit seiner Ankunft hier verankert hat. Man will der führende Verein im Rhein-Main-Gebiet sein, wo man lange Zeit im Schatten von Hoffenheim und Mainz stand. Deshalb setzt man vor allem auf Spieler aus Frankfurt und der näheren Umgebung. Da waren wir zuvor teilweise so schwach, dass selbst Köln mehr Spielern aus Frankfurt/Offenbach (Lemperle, Cestic, Voloder) zum Profidebüt verholfen hat. Unter Bobic/Möller lag der Fokus ja noch stark auf Nachwuchsspielern, die wir aus dem Ausland geholt haben.
Schaut man sich beispielsweise die Mannschaft an, die 2023/24 in der U17 im Halbfinale um die Meisterschaft stand, waren von 28 Spielern gleich 20 Spieler gebürtige oder wohnhafte Frankfurter. Drei weitere Spieler kamen aus dem direkten Einzugsgebiet (Hanau, Flörsheim, Königstein), die restlichen fünf Spieler allesamt ebenfalls aus Hessen (Taunusstein, Pfungstadt, Gießen, Ehringshausen, Dieburg). Das ist auf dem Niveau glaube ich schon außergewöhnlich. Zudem sind viele der Spieler schon wirklich lange im NLZ, weil man auch da in der Mannschaftszusammenstellung auf Kontinuität statt hohe Fluktuation setzt. Am Riederwald wurde zudem gerade erst ein Anbau der Geschäftsstelle beschlossen, der dem NLZ nach Vorbild des Proficamps am Stadion voll und ganz zugutekommen soll.
Gleichzeitig hat man aber auch neben den bereits bestehenden Kooperationspartnern TSG Wieseck (Gießen), SpVgg Oberrad, 1. FC Erlensee, 1. FC-TSG Königstein und dem VfB Unterliederbach das Netzwerk an Partnervereinen in den vergangenen Jahren mit der SG Barockstadt (Fulda), dem SV Gonsenheim (Mainz), dem SV St. Stephan Griesheim (Darmstadt), der TuS Koblenz und Waldhof Mannheim weit über die Stadtgrenzen erweitert, um auch in den weiteren Großstädten des Ballungsgebietes die Augen offen zu haben. Bis auf Aschaffenburg und vielleicht noch Kassel im Norden Hessens hat man damit mittlerweile fast das komplette Einflussgebiet abgedeckt.
Profispieler
Auch die Aussage, dass kein Spieler in den Profikader aufgerückt ist, kann ich so nicht stehen lassen. Mit Eli Baum hat sehr wohl ein Spieler aus der eigenen Jugend in den letzten Jahren den Sprung zu den Profis geschafft. Klar lief die aktuelle Saison bisher unglücklich, man darf aber nicht vergessen, dass er vergangenes Jahr in Elversberg als bester Außenverteidiger der zweiten Liga seine Qualität im Herrenbereich bereits unter Beweis gestellt hat.
Für Nacho Ferri und Nils Ramming hat es vielleicht noch nicht ganz gereicht, aber man hat für beide Spieler immerhin Millionenablösen erlösen können. Ersterer hat für uns sogar ein paar Spiele gemacht und in der Bundesliga getroffen. Nacho gehört in Belgien aktuell auch zu den besten Stürmern der Liga. Marko Mladenovic konnte man 2024 nach seiner überragenden U19-Saison inklusive Bundesligadebüt leider nicht vom Bleiben überzeugen.
Insgesamt war auch die Wiedereinführung der zweiten Mannschaft ein wichtiger Baustein. Darüber hat Noel Futkeu den Sprung in die zweite Liga geschafft, wo er zu den besseren Stürmern gehört. Dario Gebuhr, Fynn Otto und zuletzt auch Joel da Silva Kiala sind über die zweite Mannschaft immerhin in die dritte Liga gewechselt. Aktuell war beispielsweise Aiden Harangi nach dem Regionalligajahr auf Anhieb Stammspieler in einem Spitzenteam der MLS und auch Noah Fenyö ist nach seiner Leihe nach Ungarn dort sofort gesetzt, nachdem vergangenen Winter bereits Nürnberg an ihm interessiert war. Beiden traue ich auf Sicht vielleicht sogar den Aufstieg in den Profikader zu.
Ich könnte noch ein paar weitere Namen nennen, aber das würde dann zu weit führen. Die vermeintlich größten Talente der letzten Jahre stehen ohnehin erst jetzt an der Schwelle zum Herrenbereich. An vorderster Stelle sind da sicherlich Alex Staff, Ebu Bekir Is und Niko Ilicevic zu nennen. Die ersten beiden hatten genau wie Marvin Dills im Europapokal immerhin auch schon ein Kurzdebüt bei den Profis. Auch Amil Siljevic und Fousseny Doumbia standen schon mehrfach im Spieltagskader der Profis. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch hier bald weitere Erfolge geben wird.
Vorab: Wissen tue ich in dem Fall überhaupt nichts, das ist reine Spekulation. Ich glaube aber, dass er den Verein im Sommer verlassen wird. Die Vertragsangaben auf Transfermarkt sind zwar im Jugendbereich nicht immer korrekt, da Dzanovic aber sein letztes Jugendjahr spielt, dürfte er tatsächlich einen auslaufenden Vertrag haben. Sowohl bei ihm als auch bei Philipp Eisele ist es jedenfalls auffällig, dass die Zukunft im letzten Jugendjahr noch nicht geklärt ist, obwohl beide zumindest klare Kandidaten für die zweite Mannschaft sein sollten. Die meisten Spieler in dieser Kategorie erhalten ja bereits kurz nach ihrem 18. Geburtstag einen Profivertrag.
Das muss jetzt noch nichts bedeuten, in den letzten Jahren sind viele Personalentscheidungen im Übergangsbereich auch erst zwischen März und Mai gefallen. Möglicherweise wartet Dzanovic mit einer Entscheidung auch noch ab, bis der wahrscheinliche Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga feststeht. Dass er diese Saison trotz seiner überragenden Werte in der U19 aber kein einziges Mal im Kader der U21 und meines Wissens auch nie im Training der Profis dabei war (was Ende 2024/Anfang 2025 definitiv der Fall war), ist für mich ein Indiz für einen Abgang.
Zum einen glaube ich auch daran, dass er einen ähnlichen Weg wie zuletzt Mladenovic oder Mandic einschlagen könnte. Als U-Nationalspieler Bosniens ist er genau wie Mladenovic sicherlich auch für einige Profiteams auf dem Balkan interessant. Falls er in Deutschland bleiben möchte, dürfte sich aber wahrscheinlich auch ein Zweitligist finden, der ebenfalls über eine zweite Mannschaft in der Regionalliga verfügt. Das könnte dann wie bei Mandic mit dem Paket von sicherer Spielzeit in der Regionalliga und einem möglichen schnellen Sprung zu den Profis den Ausschlag geben.
Zum anderen gehe ich davon aus, dass die Eintracht schlichtweg andere Spieler priorisieren könnte. Sollte die zweite Mannschaft wirklich aufsteigen, gehe ich stark davon aus, dass man Alexander Staff, Alessandro Gaul Souza und Keziah Oteng-Mensah auf Regionalliganiveau fördern und weiter an den Herrenfußball heranführen möchte. Das ist dann aber schon eine komplette Offensivreihe an jungen Spielern. Nach den Erfahrungen der Abstiegssaison wird da aber sicher noch der eine oder andere erfahrene Offensivspieler hinzukommen. Dann ist möglicherweise einfach die Perspektive nicht gut genug. Zumal man auch bei den Profis gerade erst mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab einen jungen Spieler mit einem sehr ähnlichen Profil verpflichtet hat, auch wenn Dzanovic auf der anderen Seite spielt.
Das soll natürlich nicht heißen, dass die Verantwortlichen ohne Fehler sind. Der Abstieg der U21 aus der Regionalliga war völlig unnötig, ich bin da auch von Dennis Schmitt als Trainer nicht vollends überzeugt. Und gerade in der U17 hat man durch die Förderung der Jungjahrgänge jetzt das zweite Jahr in Folge mit schlechteren Ergebnissen bezahlt. Insgesamt ist die Entwicklung in den letzten Jahren aber sehr positiv.
Dass du es "erbärmlich" findest, in einer Liga mit Freiburg, Karlsruhe und 1860 zu spielen, lasse ich mal so stehen. Dass beispielsweise auch die U19 von Freiburg nur in der B-Liga gelandet ist, zeigt einfach, dass es jeden mal treffen kann. Auch der KSC und 1860 gehören durchaus zu den besseren Adressen im Jugendfußball. Bezüglich Freiburg gab es in den letzten Jahren wohl kaum einen Verein, der den Spagat zwischen großen Erfolgen im Jugendbereich und der konstanten Entwicklung von Spielern für den Profibereich besser hinbekommen hat. Freiburg hat aktuell wahrscheinlich von allen Bundesligisten den höchsten Anteil an Eigengewächsen im Kader.
Ergebnisse
Schaut man sich mal nur rein die Ergebnisse an, seit Richter im Amt ist, lässt sich die These, dass es nicht gut laufen würde, bereits nicht halten. Die A-Jugend war in den Jahren vor Richters Ankunft in der alten U19-Bundesliga Süd/Südwest bestenfalls eine Mittelfeldmannschaft, hat regelmäßig gegen den Abstieg gespielt und sich ein paar Mal nur ganz knapp gerettet. In den zehn Jahren zuvor war man nur viermal in der oberen Tabellenhälfte (13/14, 16/17, 19/20, 21/22), wobei man lediglich 21/22 getragen durch einen überragenden Antonio Foti zu den Spitzenteams zählte.
In der darauffolgenden Saison 22/23 war man zugegeben wieder in Abstiegsgefahr, bevor Skela mit drei Siegen aus den letzten sechs Spielen den Karren aus dem Dreck ziehen musste. Dafür hatte man in der Youth League aber die Gruppenphase überstanden und ist in der Zwischenrunde gegen den späteren Sieger Alkmaar (die danach unter anderem auch Real Madrid und Barcelona hergespielt haben) ausgeschieden. In der letzten Saison mit dem alten System (23/24) hat man dann wieder zur oberen Tabellenhälfte gehört.
Letzte Saison hat man sich jeweils souverän für die A-Liga sowie die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Da ist man dann erst durch ein spätes Gegentor kurz vor Schluss und ein verlorenes Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Bremen rausgeflogen, die unter anderem Pokalsieger wurden. Diese Saison hat man durch eine schlechte Rückrunde den Sprung in die A-Liga verpasst (das 3:3 nach 3:0 Führung in Offenbach und die 8:0 Niederlage in Fürth waren wirklich katastrophal), steht dafür aber erstmals seit 2014 im Viertelfinale des DFB-Pokals und hat als einzige deutsche Mannschaft das Achtelfinale der Youth League erreicht. Da ist es schon irgendwo verständlich, dass der Fokus auf den Highlightspielen in den Pokalwettbewerben lag. Es ist jetzt auch nicht so, dass man die Quali für die A-Liga meilenweit verpasst und eine miserable Runde gespielt hätte. Letztendlich hat ein Punkt gefehlt.
Man darf nicht vergessen, dass man auch in diesem Jahrgang schon einige Spieler durchgeschoben hat. Siljevic, Dills, Gaul Souza, Neuendorff und Is wären alle noch für die U19 spielberechtigt, sind aber schon fester Bestandteil der U21. Außer in der Youth League haben nur Gaul Souza und Neuendorff jeweils einmal in der Liga für die U19 gespielt. Nimmt man jetzt das Spiel am Wochenende gegen Freiberg, wurden da zusätzlich noch Eisele, Ilicevic und Staff nach dem Auftritt unter der Woche in Bilbao geschont. Das ist dann schon eine Menge Qualität und fast eine komplette erste Elf.
In der B-Jugend war man hingegen in der alten U17-Bundesliga Süd/Südwest auch vor Richters Ankunft zumeist recht gut platziert. Da war man 22/23 mit Platz 4 auch gleich wieder im oberen Tabellendrittel dabei. In der letzten Saison mit dem alten System (23/24) hat man die Staffel sogar als Tabellenführer gewonnen, was der U17 zuletzt 2010 gelungen ist, als man auch Deutscher Meister wurde. Im Halbfinale um die Meisterschaft ist man dann leider nach Hin- und Rückspiel im Elfmeterschießen an Leverkusen gescheitert.
Letzte Saison hat sich die U17 noch souverän für die A-Liga qualifiziert. Dort hat man dann wegen der schlechteren Tordifferenz knapp den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft verpasst, weil man die letzten vier Spiele allesamt verloren hat. Da wurden bereits mehrere Jungjahrgänge eingesetzt, die auch dieses Jahr noch B-Jugend spielen. Eventuell war man sich zu sicher, dass man sich auch so fürs Achtelfinale der Meisterschaft qualifiziert.
Dass man dieses Jahr sowohl in der A- als auch in der B-Jugend den Sprung in die A-Liga verpasst hat, ist natürlich ärgerlich und sollte nicht passieren. Aber genau wie in der U19 gibt es dafür in der U17 eine verständliche Erklärung. Die Hinrunde war vor allem mit den knappen Niederlagen gegen die direkte Konkurrenz aus Kaiserslautern und Karlsruhe einfach zu schlecht. Das liegt auch daran, dass man diese Saison noch stärker auf Jungjahrgänge gesetzt hat. Mit Brkic, Motta, Freiberger, Kadoglou, Dirsch, Georg und Schröder haben in der Vorrunde gleich sieben von elf Stammspielern zum Jungjahrgang gehört, die auch nächste Saison noch U17 spielen dürfen. Das war dann wohl einfach zu viel. Zum Vergleich: Karlsruhe und Kaiserslautern haben keinen einzigen Jungjahrgang eingesetzt, bei Mainz waren es nur zwei.
In der C-Jugend stellt die Eintracht in den letzten Jahren mit die beste Mannschaft Deutschlands. Vergangenes Jahr ist die U15 mit 17 Siegen und 1 Unentschieden in 18 Spielen ungeschlagen Regionalmeister geworden. Und in der Regionalliga Süd sind mit Stuttgart, Freiburg und Hoffenheim auch drei Schwergewichte im Jugendfußball dabei. Im anschließenden Finale um die Süddeutsche Meisterschaft war man den ebenfalls ungeschlagenen Bayern mit 2:3 knapp unterlegen. Auch diese Saison stehen die Chancen gut, dass die U15 die Regionalmeisterschaft holt. Im Bereich des Kinderfußballs von der U9 bis zur U13 hört man in den letzten Jahren ebenfalls immer mehr Erfolgsmeldungen von hochkarätig besetzten Turnieren inklusive internationalen Spitzenteams. Auch da hat man die Förderung verstärkt.
U-Nationalspieler
Wenn man den Aussagen der Verantwortlichen Glauben schenkt, dann hat Eintracht Frankfurt zuletzt neben Bayern München die meisten U-Nationalspieler für den DFB gestellt. Ich habe das jetzt auf die Schnelle nicht verifiziert, weiß allerdings, dass die Eintracht in diesem Zeitraum wirklich in fast allen U-Nationalmannschaften einen großen Block gestellt hat. Und da sprechen wir nur vom DFB.
Hier mal eine Übersicht, wie viele Spieler der Eintracht innerhalb des letzten Jahres für Deutschland nominiert waren:
U21: Ansgar Knauff, Nene Brown, Nnamdi Collins, Elias Baum
U19: Alessandro Gaul Souza, Nilo Neuendorff
U18: Marvin Dills, Emil Möhler
U17: Eba Bekir Is, Alex Staff, Christian Prenaj, Keziah Oteng-Mensah, Niklas Scheller, Natnael Abraha, Josef Haßfeld, Igor Dola
U16: Niko Ilicevic, Benjamin Freiberger, Moritz Dirsch, Noel Motta, Finn Schröder, Said Brkic, Titus Prince Veith, Hannes Georg, Kimani Miosga, Haris Musanovic, Philip Buchta, Luka Radic, Meris Gradascevic
U15: Samuel Elenberger, Maxim Dill, Luca Leandro Felix, Faisal Mirzai, Tyron Osei Acheampong, Anjiano Hernandez Bernal, Lian Kümmel, Marlon Ben Seyl
Das ist übrigens auch einer der Kernpunkte, den Alex Richter seit seiner Ankunft hier verankert hat. Man will der führende Verein im Rhein-Main-Gebiet sein, wo man lange Zeit im Schatten von Hoffenheim und Mainz stand. Deshalb setzt man vor allem auf Spieler aus Frankfurt und der näheren Umgebung. Da waren wir zuvor teilweise so schwach, dass selbst Köln mehr Spielern aus Frankfurt/Offenbach (Lemperle, Cestic, Voloder) zum Profidebüt verholfen hat. Unter Bobic/Möller lag der Fokus ja noch stark auf Nachwuchsspielern, die wir aus dem Ausland geholt haben.
Schaut man sich beispielsweise die Mannschaft an, die 2023/24 in der U17 im Halbfinale um die Meisterschaft stand, waren von 28 Spielern gleich 20 Spieler gebürtige oder wohnhafte Frankfurter. Drei weitere Spieler kamen aus dem direkten Einzugsgebiet (Hanau, Flörsheim, Königstein), die restlichen fünf Spieler allesamt ebenfalls aus Hessen (Taunusstein, Pfungstadt, Gießen, Ehringshausen, Dieburg). Das ist auf dem Niveau glaube ich schon außergewöhnlich. Zudem sind viele der Spieler schon wirklich lange im NLZ, weil man auch da in der Mannschaftszusammenstellung auf Kontinuität statt hohe Fluktuation setzt. Am Riederwald wurde zudem gerade erst ein Anbau der Geschäftsstelle beschlossen, der dem NLZ nach Vorbild des Proficamps am Stadion voll und ganz zugutekommen soll.
Gleichzeitig hat man aber auch neben den bereits bestehenden Kooperationspartnern TSG Wieseck (Gießen), SpVgg Oberrad, 1. FC Erlensee, 1. FC-TSG Königstein und dem VfB Unterliederbach das Netzwerk an Partnervereinen in den vergangenen Jahren mit der SG Barockstadt (Fulda), dem SV Gonsenheim (Mainz), dem SV St. Stephan Griesheim (Darmstadt), der TuS Koblenz und Waldhof Mannheim weit über die Stadtgrenzen erweitert, um auch in den weiteren Großstädten des Ballungsgebietes die Augen offen zu haben. Bis auf Aschaffenburg und vielleicht noch Kassel im Norden Hessens hat man damit mittlerweile fast das komplette Einflussgebiet abgedeckt.
Profispieler
Auch die Aussage, dass kein Spieler in den Profikader aufgerückt ist, kann ich so nicht stehen lassen. Mit Eli Baum hat sehr wohl ein Spieler aus der eigenen Jugend in den letzten Jahren den Sprung zu den Profis geschafft. Klar lief die aktuelle Saison bisher unglücklich, man darf aber nicht vergessen, dass er vergangenes Jahr in Elversberg als bester Außenverteidiger der zweiten Liga seine Qualität im Herrenbereich bereits unter Beweis gestellt hat.
Für Nacho Ferri und Nils Ramming hat es vielleicht noch nicht ganz gereicht, aber man hat für beide Spieler immerhin Millionenablösen erlösen können. Ersterer hat für uns sogar ein paar Spiele gemacht und in der Bundesliga getroffen. Nacho gehört in Belgien aktuell auch zu den besten Stürmern der Liga. Marko Mladenovic konnte man 2024 nach seiner überragenden U19-Saison inklusive Bundesligadebüt leider nicht vom Bleiben überzeugen.
Insgesamt war auch die Wiedereinführung der zweiten Mannschaft ein wichtiger Baustein. Darüber hat Noel Futkeu den Sprung in die zweite Liga geschafft, wo er zu den besseren Stürmern gehört. Dario Gebuhr, Fynn Otto und zuletzt auch Joel da Silva Kiala sind über die zweite Mannschaft immerhin in die dritte Liga gewechselt. Aktuell war beispielsweise Aiden Harangi nach dem Regionalligajahr auf Anhieb Stammspieler in einem Spitzenteam der MLS und auch Noah Fenyö ist nach seiner Leihe nach Ungarn dort sofort gesetzt, nachdem vergangenen Winter bereits Nürnberg an ihm interessiert war. Beiden traue ich auf Sicht vielleicht sogar den Aufstieg in den Profikader zu.
Ich könnte noch ein paar weitere Namen nennen, aber das würde dann zu weit führen. Die vermeintlich größten Talente der letzten Jahre stehen ohnehin erst jetzt an der Schwelle zum Herrenbereich. An vorderster Stelle sind da sicherlich Alex Staff, Ebu Bekir Is und Niko Ilicevic zu nennen. Die ersten beiden hatten genau wie Marvin Dills im Europapokal immerhin auch schon ein Kurzdebüt bei den Profis. Auch Amil Siljevic und Fousseny Doumbia standen schon mehrfach im Spieltagskader der Profis. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch hier bald weitere Erfolge geben wird.
ATlien schrieb:
Weiß jemand von euch was zu Dzanovics Zukunft?
Keine ganz neue Frage, vielleicht gibts ja neue Antworten...
Vorab: Wissen tue ich in dem Fall überhaupt nichts, das ist reine Spekulation. Ich glaube aber, dass er den Verein im Sommer verlassen wird. Die Vertragsangaben auf Transfermarkt sind zwar im Jugendbereich nicht immer korrekt, da Dzanovic aber sein letztes Jugendjahr spielt, dürfte er tatsächlich einen auslaufenden Vertrag haben. Sowohl bei ihm als auch bei Philipp Eisele ist es jedenfalls auffällig, dass die Zukunft im letzten Jugendjahr noch nicht geklärt ist, obwohl beide zumindest klare Kandidaten für die zweite Mannschaft sein sollten. Die meisten Spieler in dieser Kategorie erhalten ja bereits kurz nach ihrem 18. Geburtstag einen Profivertrag.
Das muss jetzt noch nichts bedeuten, in den letzten Jahren sind viele Personalentscheidungen im Übergangsbereich auch erst zwischen März und Mai gefallen. Möglicherweise wartet Dzanovic mit einer Entscheidung auch noch ab, bis der wahrscheinliche Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga feststeht. Dass er diese Saison trotz seiner überragenden Werte in der U19 aber kein einziges Mal im Kader der U21 und meines Wissens auch nie im Training der Profis dabei war (was Ende 2024/Anfang 2025 definitiv der Fall war), ist für mich ein Indiz für einen Abgang.
Zum einen glaube ich auch daran, dass er einen ähnlichen Weg wie zuletzt Mladenovic oder Mandic einschlagen könnte. Als U-Nationalspieler Bosniens ist er genau wie Mladenovic sicherlich auch für einige Profiteams auf dem Balkan interessant. Falls er in Deutschland bleiben möchte, dürfte sich aber wahrscheinlich auch ein Zweitligist finden, der ebenfalls über eine zweite Mannschaft in der Regionalliga verfügt. Das könnte dann wie bei Mandic mit dem Paket von sicherer Spielzeit in der Regionalliga und einem möglichen schnellen Sprung zu den Profis den Ausschlag geben.
Zum anderen gehe ich davon aus, dass die Eintracht schlichtweg andere Spieler priorisieren könnte. Sollte die zweite Mannschaft wirklich aufsteigen, gehe ich stark davon aus, dass man Alexander Staff, Alessandro Gaul Souza und Keziah Oteng-Mensah auf Regionalliganiveau fördern und weiter an den Herrenfußball heranführen möchte. Das ist dann aber schon eine komplette Offensivreihe an jungen Spielern. Nach den Erfahrungen der Abstiegssaison wird da aber sicher noch der eine oder andere erfahrene Offensivspieler hinzukommen. Dann ist möglicherweise einfach die Perspektive nicht gut genug. Zumal man auch bei den Profis gerade erst mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab einen jungen Spieler mit einem sehr ähnlichen Profil verpflichtet hat, auch wenn Dzanovic auf der anderen Seite spielt.
DonGuillermo schrieb:
Sowohl bei [Benjamin Dzanovic] als auch bei Philipp Eisele ist es jedenfalls auffällig, dass die Zukunft im letzten Jugendjahr noch nicht geklärt ist, obwohl beide zumindest klare Kandidaten für die zweite Mannschaft sind. Die meisten Spieler in dieser Kategorie erhalten ja bereits kurz nach ihrem 18. Geburtstag einen Profivertrag.
Und schon hat man den Vertrag mit Eisele verlängert
Für mich ein ganz wichtiges Zeichen. Neben Noah Fenyö wahrscheinlich der größte Anführer, der die letzten Jahre unser NLZ durchlaufen hat. Eisele ist wirklich ein echter Leader, der in all seinen Mannschaften Kapitän war, und gleichzeitig ein absoluter Kämpfer, der schon einige Rückschläge wegstecken musste. Hat die damalige U17 vor zwei Jahren grandios zum Staffelsieg (wenn er auf dem Platz stand, wurden alle Spiele gewonnen) und ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft geführt und ist auch dieses Jahr stark zurückgekommen, nachdem er das komplette letzte Jahr verletzungsbedingt gefehlt hat. Ich hoffe, er bekommt in der zweiten Mannschaft auch genug Spielzeit.
Dadurch, dass er auch oft im defensiven Mittelfeld spielt, bringt er für mich alles mit, was ein moderner Innenverteidiger können muss. Vorne ist er auch immer mal für einen wichtigen Treffer gut wie damals im Halbfinale gegen Leverkusen oder zuletzt in der Youth League in Bilbao. Durch seine peruanische Staatsbürgerschaft und die Spiele für die dortigen U-Nationalmannschaften besitzt er darüber hinaus internationale Erfahrung. Er hat im U-Bereich bereits eine Kontinentalmeisterschaft gespielt und war zuletzt auf dem Radar der A-Nationalmannschaft.
Es besteht also auch bei Dzanovic noch Hoffnung. Allgemein wird die Kaderplanung für die zweite Mannschaft der kommenden Saison sehr interessant. Da gilt es viele Faktoren abzuwiegen. Welche Spieler will ich mit Spielzeit auf dem Niveau (hoffentlich Regionalliga) fördern? Wen will ich schon vorzeitig durchschieben? Wer ist vielleicht auch schon für das Profiteam interessant? Wer wird möglicherweise höherklassig verliehen oder sogar ganz abgegeben?
Von den Spielern im letzten Jugendjahr würde ich ansonsten nur noch möglicherweise bei Akram Ayadi mit einer Vertragsverlängerung rechnen. Aber auch da kommt es auf die Personalplanung an. Eigentlich ist man auf der Position im kommenden Jahr mit Pedro Guimaraes und Nilo Neuendorff schon gut besetzt. Guimaraes kommt jedoch neu aus dem Ausland und Neuendorff wird mit einer schweren Knieverletzung noch monatelang ausfallen. Aber auch Doumbia und Boakye Osei können links verteidigen, Wünsch und Bauer bei einer Dreierkette auf der Schiene spielen. Wobei auch hier bei allen vier Spielern noch überhaupt nicht sicher ist, ob sie kommende Saison dabei sind.
Harangi wird vermutlich jetzt noch mal (gibt Gerüchte aus Ungarn), spätestens aber im Sommer höherklassig verliehen. Das könnte für Ayadi vielleicht zum Vorteil werden. Denn wenn Harangi noch verliehen wird, Neuendorff verletzt ausfällt und Doumbia wegen Theates Verletzung bei den Profis aushelfen muss, wird es auch in der zweiten Mannschaft eng. Da könnte er diese Saison also vielleicht schon reinschnuppern.
Bei Jasha Barry und Lean Husterer sehe ich keine Perspektive auf einen Verbleib. Bei Barry lief in der U19 leider nicht mehr viel zusammen, sodass die Rückkehr ins NLZ ähnlich wie bei Abolfazl Masjedizadah eher ein Reinfall war. Laut Transfermarkt laufen bei der U19 ansonsten noch die Verträge von Alex Staff, Leonidas Tsiokos, Shayan Ahmadi, Yannis Ahouannou, Marlon Franzen, Niklas Scheller, Liam Mehic und Meris Gradascevic aus. Staff wird zum 18. Geburtstag im Juni sicher einen Profivertrag erhalten und so wie Gradascevic gefördert wird, mache ich mir da wegen eines Abgangs ebenfalls keine Sorgen. Entweder stimmt da die Angabe nicht oder es gibt schon eine entsprechende Absprache.
Tsiokos und Scheller bleiben hoffentlich auch über den Sommer hinaus. Das wären zwei bittere Abgänge, weil beide im kommenden Jahr zumindest Leistungsträger der U19 sein dürften. Gerade Scheller hat zuletzt eine riesige Entwicklung hingelegt, die in seinem Auftritt bei der U17-WM gipfelte. Franzen hingegen hat im Tor hinter Möhler und Gradascevic wenig Perspektive und Mehic hat diese Saison (aus mir unbekannten Gründen) noch überhaupt nicht gespielt. Da kann man in beiden Fällen von einem Abgang ausgehen.
Bei Ahouannou und Ahmadi ist die Entscheidung wahrscheinlich offener. Ahouannou war diese Saison in der Innenverteidigung zwar überwiegend gesetzt, da sehe ich nächstes Jahr aber Nicolas Peter, Igor Dola und Scheller (sofern er bleibt) vorne. Da hat er dieses Jahr auch von den Verletzungen von Peter und Scheller profitiert. Rechts müsste er sich mit Paul Bahoya, Sahin Balta und Johannes Vött messen. Meier scheint aber auf Ahouannou zu setzen, er hat auch in der Youth League viel gespielt. Das sieht bei Ahmadi schon anders aus und im Mittelfeld kommt im Sommer auch jede Menge Konkurrenz aus der U17 hoch.
DonGuillermo schrieb:
Harangi wird vermutlich jetzt noch mal (gibt Gerüchte aus Ungarn), spätestens aber im Sommer höherklassig verliehen.
https://www.fussballtransfers.com/a642851596579683735-eintracht-vermeldet-spaeten-abgang
Ist wohl fix.
Immerhin ist Amenda die letzten Wochen schon in einen Spielrhythmus gekommen und auch Doumbia hat als linksfüßiger Innenverteidiger zuletzt überwiegend mit der ersten Mannschaft trainiert. Die können den Ausfall Theates hoffentlich im Verbund auffangen. Viel wichtiger wird in meinen Augen sein, die Defensive durch taktische Vorgaben weiter zu stabilisieren. Wenn man hinten nicht mehr ständig unter Druck steht, reduzieren sich dann auch die durch Unsicherheit bedingten individuellen Fehler.
Es war tatsächlich eine sehr gute Leistung. Es wurde sehr variabel gespielt, die Passqualität war überwiegend gut und auch im Gegenpressing nach Ballverlusten war man sehr scharf. Lediglich im letzten Drittel hat es manchmal an Klarheit und Präzision gefehlt. Die Spielweise von Nordsjaelland hat der Eintracht natürlich in die Karten gespielt, wurde aber offensichtlich vorher auch gut analysiert. Insbesondere die langen Bälle hinter die Kette, bei denen vor allem Anyomi und Blomqvist ihre Schnelligkeit ausspielten konnte, waren ein wirklich gelungenes taktisches Mittel.
Sehr erfreulich, dass man am Ende ohne Gegentor geblieben ist. Das sollte den Spielerinnen weiter Selbstvertrauen geben. Ich denke schon, dass sich die Rückkehr von Doorsoun in der Hinsicht schon gelohnt hat. Sie bügelt mit ihrer Schnelligkeit und ihrem resoluten Zweikampfverhalten wirklich viele Situationen schon früh aus. Das wird vor allen Dingen auch jetzt in der Liga wichtig sein, wenn man mal eine Serie starten möchte.
Ein großes Manko hingegen war vor allem in der ersten Halbzeit wieder einmal die Chancenverwertung. Eigentlich hätte es schon zur Halbzeit mindestens 4:0 stehen müssen. Leider zieht sich das mittlerweile schon seit eins, zwei Jahren durch die Spiele. Blomqvist ist zwar wirklich gut eingeschlagen und für mich auch eine Verstärkung gegenüber der Lara Prasnikar der letzten beiden Jahre, aber wenn man wirklich mal eine Knipserin auf Topniveau im Team hätte, wäre wäre auch in der Spitze viel mehr drin. Hoffentlich reicht es jetzt zumindest für den Gewinn des Europa Cups und Platz 3 in der Liga, ehe im Sommer möglicherweise der nächste Umbruch ansteht.
Sehr erfreulich, dass man am Ende ohne Gegentor geblieben ist. Das sollte den Spielerinnen weiter Selbstvertrauen geben. Ich denke schon, dass sich die Rückkehr von Doorsoun in der Hinsicht schon gelohnt hat. Sie bügelt mit ihrer Schnelligkeit und ihrem resoluten Zweikampfverhalten wirklich viele Situationen schon früh aus. Das wird vor allen Dingen auch jetzt in der Liga wichtig sein, wenn man mal eine Serie starten möchte.
Ein großes Manko hingegen war vor allem in der ersten Halbzeit wieder einmal die Chancenverwertung. Eigentlich hätte es schon zur Halbzeit mindestens 4:0 stehen müssen. Leider zieht sich das mittlerweile schon seit eins, zwei Jahren durch die Spiele. Blomqvist ist zwar wirklich gut eingeschlagen und für mich auch eine Verstärkung gegenüber der Lara Prasnikar der letzten beiden Jahre, aber wenn man wirklich mal eine Knipserin auf Topniveau im Team hätte, wäre wäre auch in der Spitze viel mehr drin. Hoffentlich reicht es jetzt zumindest für den Gewinn des Europa Cups und Platz 3 in der Liga, ehe im Sommer möglicherweise der nächste Umbruch ansteht.
Das ändert nichts daran, dass es offenbar nach immerhin fast 4 Jahren im Amt unter Richter nicht besonders gut läuft für usneren Nachwuchs.keiner aufgrückt in den Porfikader, und dann in einer Liga mit
Karlsruher SC, den SC Freiburg, die SGV Freiberg, Jahn Regensburg, 1860 München und Rot-Weiß Walldorf.
Das ist erbärmlich, tut mir leid.Und um mir böse Kommentare zuzuziehen: ich bezweifle, dass die Trainer Alex Meier für die U 19 und Dennis Schmitt für die U 21 optimale Lösungen sind.Und ob Richterwirklich gut ist, weiß ich auch nicht.
Karlsruher SC, den SC Freiburg, die SGV Freiberg, Jahn Regensburg, 1860 München und Rot-Weiß Walldorf.
Das ist erbärmlich, tut mir leid.Und um mir böse Kommentare zuzuziehen: ich bezweifle, dass die Trainer Alex Meier für die U 19 und Dennis Schmitt für die U 21 optimale Lösungen sind.Und ob Richterwirklich gut ist, weiß ich auch nicht.
Es sollte denke ich klar sein, dass das gequirlter Mist ist, aber ich kann das nicht einfach ohne Antwort stehen lassen. Jeder, der sich ein bisschen mit dem Jugendfußball beschäftigt, wird wissen, dass die Verpflichtung von Alex Richter so ziemlich das Beste ist, was der Eintracht passieren konnte. Endlich geht es im Jugendbereich mit einer klaren Strategie voran, nachdem man da viele, viele Jahre lang schlichtweg geschlafen hat.
Das soll natürlich nicht heißen, dass die Verantwortlichen ohne Fehler sind. Der Abstieg der U21 aus der Regionalliga war völlig unnötig, ich bin da auch von Dennis Schmitt als Trainer nicht vollends überzeugt. Und gerade in der U17 hat man durch die Förderung der Jungjahrgänge jetzt das zweite Jahr in Folge mit schlechteren Ergebnissen bezahlt. Insgesamt ist die Entwicklung in den letzten Jahren aber sehr positiv.
Dass du es "erbärmlich" findest, in einer Liga mit Freiburg, Karlsruhe und 1860 zu spielen, lasse ich mal so stehen. Dass beispielsweise auch die U19 von Freiburg nur in der B-Liga gelandet ist, zeigt einfach, dass es jeden mal treffen kann. Auch der KSC und 1860 gehören durchaus zu den besseren Adressen im Jugendfußball. Bezüglich Freiburg gab es in den letzten Jahren wohl kaum einen Verein, der den Spagat zwischen großen Erfolgen im Jugendbereich und der konstanten Entwicklung von Spielern für den Profibereich besser hinbekommen hat. Freiburg hat aktuell wahrscheinlich von allen Bundesligisten den höchsten Anteil an Eigengewächsen im Kader.
Ergebnisse
Schaut man sich mal nur rein die Ergebnisse an, seit Richter im Amt ist, lässt sich die These, dass es nicht gut laufen würde, bereits nicht halten. Die A-Jugend war in den Jahren vor Richters Ankunft in der alten U19-Bundesliga Süd/Südwest bestenfalls eine Mittelfeldmannschaft, hat regelmäßig gegen den Abstieg gespielt und sich ein paar Mal nur ganz knapp gerettet. In den zehn Jahren zuvor war man nur viermal in der oberen Tabellenhälfte (13/14, 16/17, 19/20, 21/22), wobei man lediglich 21/22 getragen durch einen überragenden Antonio Foti zu den Spitzenteams zählte.
In der darauffolgenden Saison 22/23 war man zugegeben wieder in Abstiegsgefahr, bevor Skela mit drei Siegen aus den letzten sechs Spielen den Karren aus dem Dreck ziehen musste. Dafür hatte man in der Youth League aber die Gruppenphase überstanden und ist in der Zwischenrunde gegen den späteren Sieger Alkmaar (die danach unter anderem auch Real Madrid und Barcelona hergespielt haben) ausgeschieden. In der letzten Saison mit dem alten System (23/24) hat man dann wieder zur oberen Tabellenhälfte gehört.
Letzte Saison hat man sich jeweils souverän für die A-Liga sowie die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Da ist man dann erst durch ein spätes Gegentor kurz vor Schluss und ein verlorenes Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Bremen rausgeflogen, die unter anderem Pokalsieger wurden. Diese Saison hat man durch eine schlechte Rückrunde den Sprung in die A-Liga verpasst (das 3:3 nach 3:0 Führung in Offenbach und die 8:0 Niederlage in Fürth waren wirklich katastrophal), steht dafür aber erstmals seit 2014 im Viertelfinale des DFB-Pokals und hat als einzige deutsche Mannschaft das Achtelfinale der Youth League erreicht. Da ist es schon irgendwo verständlich, dass der Fokus auf den Highlightspielen in den Pokalwettbewerben lag. Es ist jetzt auch nicht so, dass man die Quali für die A-Liga meilenweit verpasst und eine miserable Runde gespielt hätte. Letztendlich hat ein Punkt gefehlt.
Man darf nicht vergessen, dass man auch in diesem Jahrgang schon einige Spieler durchgeschoben hat. Siljevic, Dills, Gaul Souza, Neuendorff und Is wären alle noch für die U19 spielberechtigt, sind aber schon fester Bestandteil der U21. Außer in der Youth League haben nur Gaul Souza und Neuendorff jeweils einmal in der Liga für die U19 gespielt. Nimmt man jetzt das Spiel am Wochenende gegen Freiberg, wurden da zusätzlich noch Eisele, Ilicevic und Staff nach dem Auftritt unter der Woche in Bilbao geschont. Das ist dann schon eine Menge Qualität und fast eine komplette erste Elf.
In der B-Jugend war man hingegen in der alten U17-Bundesliga Süd/Südwest auch vor Richters Ankunft zumeist recht gut platziert. Da war man 22/23 mit Platz 4 auch gleich wieder im oberen Tabellendrittel dabei. In der letzten Saison mit dem alten System (23/24) hat man die Staffel sogar als Tabellenführer gewonnen, was der U17 zuletzt 2010 gelungen ist, als man auch Deutscher Meister wurde. Im Halbfinale um die Meisterschaft ist man dann leider nach Hin- und Rückspiel im Elfmeterschießen an Leverkusen gescheitert.
Letzte Saison hat sich die U17 noch souverän für die A-Liga qualifiziert. Dort hat man dann wegen der schlechteren Tordifferenz knapp den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft verpasst, weil man die letzten vier Spiele allesamt verloren hat. Da wurden bereits mehrere Jungjahrgänge eingesetzt, die auch dieses Jahr noch B-Jugend spielen. Eventuell war man sich zu sicher, dass man sich auch so fürs Achtelfinale der Meisterschaft qualifiziert.
Dass man dieses Jahr sowohl in der A- als auch in der B-Jugend den Sprung in die A-Liga verpasst hat, ist natürlich ärgerlich und sollte nicht passieren. Aber genau wie in der U19 gibt es dafür in der U17 eine verständliche Erklärung. Die Hinrunde war vor allem mit den knappen Niederlagen gegen die direkte Konkurrenz aus Kaiserslautern und Karlsruhe einfach zu schlecht. Das liegt auch daran, dass man diese Saison noch stärker auf Jungjahrgänge gesetzt hat. Mit Brkic, Motta, Freiberger, Kadoglou, Dirsch, Georg und Schröder haben in der Vorrunde gleich sieben von elf Stammspielern zum Jungjahrgang gehört, die auch nächste Saison noch U17 spielen dürfen. Das war dann wohl einfach zu viel. Zum Vergleich: Karlsruhe und Kaiserslautern haben keinen einzigen Jungjahrgang eingesetzt, bei Mainz waren es nur zwei.
In der C-Jugend stellt die Eintracht in den letzten Jahren mit die beste Mannschaft Deutschlands. Vergangenes Jahr ist die U15 mit 17 Siegen und 1 Unentschieden in 18 Spielen ungeschlagen Regionalmeister geworden. Und in der Regionalliga Süd sind mit Stuttgart, Freiburg und Hoffenheim auch drei Schwergewichte im Jugendfußball dabei. Im anschließenden Finale um die Süddeutsche Meisterschaft war man den ebenfalls ungeschlagenen Bayern mit 2:3 knapp unterlegen. Auch diese Saison stehen die Chancen gut, dass die U15 die Regionalmeisterschaft holt. Im Bereich des Kinderfußballs von der U9 bis zur U13 hört man in den letzten Jahren ebenfalls immer mehr Erfolgsmeldungen von hochkarätig besetzten Turnieren inklusive internationalen Spitzenteams. Auch da hat man die Förderung verstärkt.
U-Nationalspieler
Wenn man den Aussagen der Verantwortlichen Glauben schenkt, dann hat Eintracht Frankfurt zuletzt neben Bayern München die meisten U-Nationalspieler für den DFB gestellt. Ich habe das jetzt auf die Schnelle nicht verifiziert, weiß allerdings, dass die Eintracht in diesem Zeitraum wirklich in fast allen U-Nationalmannschaften einen großen Block gestellt hat. Und da sprechen wir nur vom DFB.
Hier mal eine Übersicht, wie viele Spieler der Eintracht innerhalb des letzten Jahres für Deutschland nominiert waren:
U21: Ansgar Knauff, Nene Brown, Nnamdi Collins, Elias Baum
U19: Alessandro Gaul Souza, Nilo Neuendorff
U18: Marvin Dills, Emil Möhler
U17: Eba Bekir Is, Alex Staff, Christian Prenaj, Keziah Oteng-Mensah, Niklas Scheller, Natnael Abraha, Josef Haßfeld, Igor Dola
U16: Niko Ilicevic, Benjamin Freiberger, Moritz Dirsch, Noel Motta, Finn Schröder, Said Brkic, Titus Prince Veith, Hannes Georg, Kimani Miosga, Haris Musanovic, Philip Buchta, Luka Radic, Meris Gradascevic
U15: Samuel Elenberger, Maxim Dill, Luca Leandro Felix, Faisal Mirzai, Tyron Osei Acheampong, Anjiano Hernandez Bernal, Lian Kümmel, Marlon Ben Seyl
Das ist übrigens auch einer der Kernpunkte, den Alex Richter seit seiner Ankunft hier verankert hat. Man will der führende Verein im Rhein-Main-Gebiet sein, wo man lange Zeit im Schatten von Hoffenheim und Mainz stand. Deshalb setzt man vor allem auf Spieler aus Frankfurt und der näheren Umgebung. Da waren wir zuvor teilweise so schwach, dass selbst Köln mehr Spielern aus Frankfurt/Offenbach (Lemperle, Cestic, Voloder) zum Profidebüt verholfen hat. Unter Bobic/Möller lag der Fokus ja noch stark auf Nachwuchsspielern, die wir aus dem Ausland geholt haben.
Schaut man sich beispielsweise die Mannschaft an, die 2023/24 in der U17 im Halbfinale um die Meisterschaft stand, waren von 28 Spielern gleich 20 Spieler gebürtige oder wohnhafte Frankfurter. Drei weitere Spieler kamen aus dem direkten Einzugsgebiet (Hanau, Flörsheim, Königstein), die restlichen fünf Spieler allesamt ebenfalls aus Hessen (Taunusstein, Pfungstadt, Gießen, Ehringshausen, Dieburg). Das ist auf dem Niveau glaube ich schon außergewöhnlich. Zudem sind viele der Spieler schon wirklich lange im NLZ, weil man auch da in der Mannschaftszusammenstellung auf Kontinuität statt hohe Fluktuation setzt. Am Riederwald wurde zudem gerade erst ein Anbau der Geschäftsstelle beschlossen, der dem NLZ nach Vorbild des Proficamps am Stadion voll und ganz zugutekommen soll.
Gleichzeitig hat man aber auch neben den bereits bestehenden Kooperationspartnern TSG Wieseck (Gießen), SpVgg Oberrad, 1. FC Erlensee, 1. FC-TSG Königstein und dem VfB Unterliederbach das Netzwerk an Partnervereinen in den vergangenen Jahren mit der SG Barockstadt (Fulda), dem SV Gonsenheim (Mainz), dem SV St. Stephan Griesheim (Darmstadt), der TuS Koblenz und Waldhof Mannheim weit über die Stadtgrenzen erweitert, um auch in den weiteren Großstädten des Ballungsgebietes die Augen offen zu haben. Bis auf Aschaffenburg und vielleicht noch Kassel im Norden Hessens hat man damit mittlerweile fast das komplette Einflussgebiet abgedeckt.
Profispieler
Auch die Aussage, dass kein Spieler in den Profikader aufgerückt ist, kann ich so nicht stehen lassen. Mit Eli Baum hat sehr wohl ein Spieler aus der eigenen Jugend in den letzten Jahren den Sprung zu den Profis geschafft. Klar lief die aktuelle Saison bisher unglücklich, man darf aber nicht vergessen, dass er vergangenes Jahr in Elversberg als bester Außenverteidiger der zweiten Liga seine Qualität im Herrenbereich bereits unter Beweis gestellt hat.
Für Nacho Ferri und Nils Ramming hat es vielleicht noch nicht ganz gereicht, aber man hat für beide Spieler immerhin Millionenablösen erlösen können. Ersterer hat für uns sogar ein paar Spiele gemacht und in der Bundesliga getroffen. Nacho gehört in Belgien aktuell auch zu den besten Stürmern der Liga. Marko Mladenovic konnte man 2024 nach seiner überragenden U19-Saison inklusive Bundesligadebüt leider nicht vom Bleiben überzeugen.
Insgesamt war auch die Wiedereinführung der zweiten Mannschaft ein wichtiger Baustein. Darüber hat Noel Futkeu den Sprung in die zweite Liga geschafft, wo er zu den besseren Stürmern gehört. Dario Gebuhr, Fynn Otto und zuletzt auch Joel da Silva Kiala sind über die zweite Mannschaft immerhin in die dritte Liga gewechselt. Aktuell war beispielsweise Aiden Harangi nach dem Regionalligajahr auf Anhieb Stammspieler in einem Spitzenteam der MLS und auch Noah Fenyö ist nach seiner Leihe nach Ungarn dort sofort gesetzt, nachdem vergangenen Winter bereits Nürnberg an ihm interessiert war. Beiden traue ich auf Sicht vielleicht sogar den Aufstieg in den Profikader zu.
Ich könnte noch ein paar weitere Namen nennen, aber das würde dann zu weit führen. Die vermeintlich größten Talente der letzten Jahre stehen ohnehin erst jetzt an der Schwelle zum Herrenbereich. An vorderster Stelle sind da sicherlich Alex Staff, Ebu Bekir Is und Niko Ilicevic zu nennen. Die ersten beiden hatten genau wie Marvin Dills im Europapokal immerhin auch schon ein Kurzdebüt bei den Profis. Auch Amil Siljevic und Fousseny Doumbia standen schon mehrfach im Spieltagskader der Profis. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch hier bald weitere Erfolge geben wird.
Vorab: Wissen tue ich in dem Fall überhaupt nichts, das ist reine Spekulation. Ich glaube aber, dass er den Verein im Sommer verlassen wird. Die Vertragsangaben auf Transfermarkt sind zwar im Jugendbereich nicht immer korrekt, da Dzanovic aber sein letztes Jugendjahr spielt, dürfte er tatsächlich einen auslaufenden Vertrag haben. Sowohl bei ihm als auch bei Philipp Eisele ist es jedenfalls auffällig, dass die Zukunft im letzten Jugendjahr noch nicht geklärt ist, obwohl beide zumindest klare Kandidaten für die zweite Mannschaft sein sollten. Die meisten Spieler in dieser Kategorie erhalten ja bereits kurz nach ihrem 18. Geburtstag einen Profivertrag.
Das muss jetzt noch nichts bedeuten, in den letzten Jahren sind viele Personalentscheidungen im Übergangsbereich auch erst zwischen März und Mai gefallen. Möglicherweise wartet Dzanovic mit einer Entscheidung auch noch ab, bis der wahrscheinliche Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga feststeht. Dass er diese Saison trotz seiner überragenden Werte in der U19 aber kein einziges Mal im Kader der U21 und meines Wissens auch nie im Training der Profis dabei war (was Ende 2024/Anfang 2025 definitiv der Fall war), ist für mich ein Indiz für einen Abgang.
Zum einen glaube ich auch daran, dass er einen ähnlichen Weg wie zuletzt Mladenovic oder Mandic einschlagen könnte. Als U-Nationalspieler Bosniens ist er genau wie Mladenovic sicherlich auch für einige Profiteams auf dem Balkan interessant. Falls er in Deutschland bleiben möchte, dürfte sich aber wahrscheinlich auch ein Zweitligist finden, der ebenfalls über eine zweite Mannschaft in der Regionalliga verfügt. Das könnte dann wie bei Mandic mit dem Paket von sicherer Spielzeit in der Regionalliga und einem möglichen schnellen Sprung zu den Profis den Ausschlag geben.
Zum anderen gehe ich davon aus, dass die Eintracht schlichtweg andere Spieler priorisieren könnte. Sollte die zweite Mannschaft wirklich aufsteigen, gehe ich stark davon aus, dass man Alexander Staff, Alessandro Gaul Souza und Keziah Oteng-Mensah auf Regionalliganiveau fördern und weiter an den Herrenfußball heranführen möchte. Das ist dann aber schon eine komplette Offensivreihe an jungen Spielern. Nach den Erfahrungen der Abstiegssaison wird da aber sicher noch der eine oder andere erfahrene Offensivspieler hinzukommen. Dann ist möglicherweise einfach die Perspektive nicht gut genug. Zumal man auch bei den Profis gerade erst mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab einen jungen Spieler mit einem sehr ähnlichen Profil verpflichtet hat, auch wenn Dzanovic auf der anderen Seite spielt.
Das soll natürlich nicht heißen, dass die Verantwortlichen ohne Fehler sind. Der Abstieg der U21 aus der Regionalliga war völlig unnötig, ich bin da auch von Dennis Schmitt als Trainer nicht vollends überzeugt. Und gerade in der U17 hat man durch die Förderung der Jungjahrgänge jetzt das zweite Jahr in Folge mit schlechteren Ergebnissen bezahlt. Insgesamt ist die Entwicklung in den letzten Jahren aber sehr positiv.
Dass du es "erbärmlich" findest, in einer Liga mit Freiburg, Karlsruhe und 1860 zu spielen, lasse ich mal so stehen. Dass beispielsweise auch die U19 von Freiburg nur in der B-Liga gelandet ist, zeigt einfach, dass es jeden mal treffen kann. Auch der KSC und 1860 gehören durchaus zu den besseren Adressen im Jugendfußball. Bezüglich Freiburg gab es in den letzten Jahren wohl kaum einen Verein, der den Spagat zwischen großen Erfolgen im Jugendbereich und der konstanten Entwicklung von Spielern für den Profibereich besser hinbekommen hat. Freiburg hat aktuell wahrscheinlich von allen Bundesligisten den höchsten Anteil an Eigengewächsen im Kader.
Ergebnisse
Schaut man sich mal nur rein die Ergebnisse an, seit Richter im Amt ist, lässt sich die These, dass es nicht gut laufen würde, bereits nicht halten. Die A-Jugend war in den Jahren vor Richters Ankunft in der alten U19-Bundesliga Süd/Südwest bestenfalls eine Mittelfeldmannschaft, hat regelmäßig gegen den Abstieg gespielt und sich ein paar Mal nur ganz knapp gerettet. In den zehn Jahren zuvor war man nur viermal in der oberen Tabellenhälfte (13/14, 16/17, 19/20, 21/22), wobei man lediglich 21/22 getragen durch einen überragenden Antonio Foti zu den Spitzenteams zählte.
In der darauffolgenden Saison 22/23 war man zugegeben wieder in Abstiegsgefahr, bevor Skela mit drei Siegen aus den letzten sechs Spielen den Karren aus dem Dreck ziehen musste. Dafür hatte man in der Youth League aber die Gruppenphase überstanden und ist in der Zwischenrunde gegen den späteren Sieger Alkmaar (die danach unter anderem auch Real Madrid und Barcelona hergespielt haben) ausgeschieden. In der letzten Saison mit dem alten System (23/24) hat man dann wieder zur oberen Tabellenhälfte gehört.
Letzte Saison hat man sich jeweils souverän für die A-Liga sowie die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Da ist man dann erst durch ein spätes Gegentor kurz vor Schluss und ein verlorenes Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Bremen rausgeflogen, die unter anderem Pokalsieger wurden. Diese Saison hat man durch eine schlechte Rückrunde den Sprung in die A-Liga verpasst (das 3:3 nach 3:0 Führung in Offenbach und die 8:0 Niederlage in Fürth waren wirklich katastrophal), steht dafür aber erstmals seit 2014 im Viertelfinale des DFB-Pokals und hat als einzige deutsche Mannschaft das Achtelfinale der Youth League erreicht. Da ist es schon irgendwo verständlich, dass der Fokus auf den Highlightspielen in den Pokalwettbewerben lag. Es ist jetzt auch nicht so, dass man die Quali für die A-Liga meilenweit verpasst und eine miserable Runde gespielt hätte. Letztendlich hat ein Punkt gefehlt.
Man darf nicht vergessen, dass man auch in diesem Jahrgang schon einige Spieler durchgeschoben hat. Siljevic, Dills, Gaul Souza, Neuendorff und Is wären alle noch für die U19 spielberechtigt, sind aber schon fester Bestandteil der U21. Außer in der Youth League haben nur Gaul Souza und Neuendorff jeweils einmal in der Liga für die U19 gespielt. Nimmt man jetzt das Spiel am Wochenende gegen Freiberg, wurden da zusätzlich noch Eisele, Ilicevic und Staff nach dem Auftritt unter der Woche in Bilbao geschont. Das ist dann schon eine Menge Qualität und fast eine komplette erste Elf.
In der B-Jugend war man hingegen in der alten U17-Bundesliga Süd/Südwest auch vor Richters Ankunft zumeist recht gut platziert. Da war man 22/23 mit Platz 4 auch gleich wieder im oberen Tabellendrittel dabei. In der letzten Saison mit dem alten System (23/24) hat man die Staffel sogar als Tabellenführer gewonnen, was der U17 zuletzt 2010 gelungen ist, als man auch Deutscher Meister wurde. Im Halbfinale um die Meisterschaft ist man dann leider nach Hin- und Rückspiel im Elfmeterschießen an Leverkusen gescheitert.
Letzte Saison hat sich die U17 noch souverän für die A-Liga qualifiziert. Dort hat man dann wegen der schlechteren Tordifferenz knapp den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft verpasst, weil man die letzten vier Spiele allesamt verloren hat. Da wurden bereits mehrere Jungjahrgänge eingesetzt, die auch dieses Jahr noch B-Jugend spielen. Eventuell war man sich zu sicher, dass man sich auch so fürs Achtelfinale der Meisterschaft qualifiziert.
Dass man dieses Jahr sowohl in der A- als auch in der B-Jugend den Sprung in die A-Liga verpasst hat, ist natürlich ärgerlich und sollte nicht passieren. Aber genau wie in der U19 gibt es dafür in der U17 eine verständliche Erklärung. Die Hinrunde war vor allem mit den knappen Niederlagen gegen die direkte Konkurrenz aus Kaiserslautern und Karlsruhe einfach zu schlecht. Das liegt auch daran, dass man diese Saison noch stärker auf Jungjahrgänge gesetzt hat. Mit Brkic, Motta, Freiberger, Kadoglou, Dirsch, Georg und Schröder haben in der Vorrunde gleich sieben von elf Stammspielern zum Jungjahrgang gehört, die auch nächste Saison noch U17 spielen dürfen. Das war dann wohl einfach zu viel. Zum Vergleich: Karlsruhe und Kaiserslautern haben keinen einzigen Jungjahrgang eingesetzt, bei Mainz waren es nur zwei.
In der C-Jugend stellt die Eintracht in den letzten Jahren mit die beste Mannschaft Deutschlands. Vergangenes Jahr ist die U15 mit 17 Siegen und 1 Unentschieden in 18 Spielen ungeschlagen Regionalmeister geworden. Und in der Regionalliga Süd sind mit Stuttgart, Freiburg und Hoffenheim auch drei Schwergewichte im Jugendfußball dabei. Im anschließenden Finale um die Süddeutsche Meisterschaft war man den ebenfalls ungeschlagenen Bayern mit 2:3 knapp unterlegen. Auch diese Saison stehen die Chancen gut, dass die U15 die Regionalmeisterschaft holt. Im Bereich des Kinderfußballs von der U9 bis zur U13 hört man in den letzten Jahren ebenfalls immer mehr Erfolgsmeldungen von hochkarätig besetzten Turnieren inklusive internationalen Spitzenteams. Auch da hat man die Förderung verstärkt.
U-Nationalspieler
Wenn man den Aussagen der Verantwortlichen Glauben schenkt, dann hat Eintracht Frankfurt zuletzt neben Bayern München die meisten U-Nationalspieler für den DFB gestellt. Ich habe das jetzt auf die Schnelle nicht verifiziert, weiß allerdings, dass die Eintracht in diesem Zeitraum wirklich in fast allen U-Nationalmannschaften einen großen Block gestellt hat. Und da sprechen wir nur vom DFB.
Hier mal eine Übersicht, wie viele Spieler der Eintracht innerhalb des letzten Jahres für Deutschland nominiert waren:
U21: Ansgar Knauff, Nene Brown, Nnamdi Collins, Elias Baum
U19: Alessandro Gaul Souza, Nilo Neuendorff
U18: Marvin Dills, Emil Möhler
U17: Eba Bekir Is, Alex Staff, Christian Prenaj, Keziah Oteng-Mensah, Niklas Scheller, Natnael Abraha, Josef Haßfeld, Igor Dola
U16: Niko Ilicevic, Benjamin Freiberger, Moritz Dirsch, Noel Motta, Finn Schröder, Said Brkic, Titus Prince Veith, Hannes Georg, Kimani Miosga, Haris Musanovic, Philip Buchta, Luka Radic, Meris Gradascevic
U15: Samuel Elenberger, Maxim Dill, Luca Leandro Felix, Faisal Mirzai, Tyron Osei Acheampong, Anjiano Hernandez Bernal, Lian Kümmel, Marlon Ben Seyl
Das ist übrigens auch einer der Kernpunkte, den Alex Richter seit seiner Ankunft hier verankert hat. Man will der führende Verein im Rhein-Main-Gebiet sein, wo man lange Zeit im Schatten von Hoffenheim und Mainz stand. Deshalb setzt man vor allem auf Spieler aus Frankfurt und der näheren Umgebung. Da waren wir zuvor teilweise so schwach, dass selbst Köln mehr Spielern aus Frankfurt/Offenbach (Lemperle, Cestic, Voloder) zum Profidebüt verholfen hat. Unter Bobic/Möller lag der Fokus ja noch stark auf Nachwuchsspielern, die wir aus dem Ausland geholt haben.
Schaut man sich beispielsweise die Mannschaft an, die 2023/24 in der U17 im Halbfinale um die Meisterschaft stand, waren von 28 Spielern gleich 20 Spieler gebürtige oder wohnhafte Frankfurter. Drei weitere Spieler kamen aus dem direkten Einzugsgebiet (Hanau, Flörsheim, Königstein), die restlichen fünf Spieler allesamt ebenfalls aus Hessen (Taunusstein, Pfungstadt, Gießen, Ehringshausen, Dieburg). Das ist auf dem Niveau glaube ich schon außergewöhnlich. Zudem sind viele der Spieler schon wirklich lange im NLZ, weil man auch da in der Mannschaftszusammenstellung auf Kontinuität statt hohe Fluktuation setzt. Am Riederwald wurde zudem gerade erst ein Anbau der Geschäftsstelle beschlossen, der dem NLZ nach Vorbild des Proficamps am Stadion voll und ganz zugutekommen soll.
Gleichzeitig hat man aber auch neben den bereits bestehenden Kooperationspartnern TSG Wieseck (Gießen), SpVgg Oberrad, 1. FC Erlensee, 1. FC-TSG Königstein und dem VfB Unterliederbach das Netzwerk an Partnervereinen in den vergangenen Jahren mit der SG Barockstadt (Fulda), dem SV Gonsenheim (Mainz), dem SV St. Stephan Griesheim (Darmstadt), der TuS Koblenz und Waldhof Mannheim weit über die Stadtgrenzen erweitert, um auch in den weiteren Großstädten des Ballungsgebietes die Augen offen zu haben. Bis auf Aschaffenburg und vielleicht noch Kassel im Norden Hessens hat man damit mittlerweile fast das komplette Einflussgebiet abgedeckt.
Profispieler
Auch die Aussage, dass kein Spieler in den Profikader aufgerückt ist, kann ich so nicht stehen lassen. Mit Eli Baum hat sehr wohl ein Spieler aus der eigenen Jugend in den letzten Jahren den Sprung zu den Profis geschafft. Klar lief die aktuelle Saison bisher unglücklich, man darf aber nicht vergessen, dass er vergangenes Jahr in Elversberg als bester Außenverteidiger der zweiten Liga seine Qualität im Herrenbereich bereits unter Beweis gestellt hat.
Für Nacho Ferri und Nils Ramming hat es vielleicht noch nicht ganz gereicht, aber man hat für beide Spieler immerhin Millionenablösen erlösen können. Ersterer hat für uns sogar ein paar Spiele gemacht und in der Bundesliga getroffen. Nacho gehört in Belgien aktuell auch zu den besten Stürmern der Liga. Marko Mladenovic konnte man 2024 nach seiner überragenden U19-Saison inklusive Bundesligadebüt leider nicht vom Bleiben überzeugen.
Insgesamt war auch die Wiedereinführung der zweiten Mannschaft ein wichtiger Baustein. Darüber hat Noel Futkeu den Sprung in die zweite Liga geschafft, wo er zu den besseren Stürmern gehört. Dario Gebuhr, Fynn Otto und zuletzt auch Joel da Silva Kiala sind über die zweite Mannschaft immerhin in die dritte Liga gewechselt. Aktuell war beispielsweise Aiden Harangi nach dem Regionalligajahr auf Anhieb Stammspieler in einem Spitzenteam der MLS und auch Noah Fenyö ist nach seiner Leihe nach Ungarn dort sofort gesetzt, nachdem vergangenen Winter bereits Nürnberg an ihm interessiert war. Beiden traue ich auf Sicht vielleicht sogar den Aufstieg in den Profikader zu.
Ich könnte noch ein paar weitere Namen nennen, aber das würde dann zu weit führen. Die vermeintlich größten Talente der letzten Jahre stehen ohnehin erst jetzt an der Schwelle zum Herrenbereich. An vorderster Stelle sind da sicherlich Alex Staff, Ebu Bekir Is und Niko Ilicevic zu nennen. Die ersten beiden hatten genau wie Marvin Dills im Europapokal immerhin auch schon ein Kurzdebüt bei den Profis. Auch Amil Siljevic und Fousseny Doumbia standen schon mehrfach im Spieltagskader der Profis. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch hier bald weitere Erfolge geben wird.
ATlien schrieb:
Weiß jemand von euch was zu Dzanovics Zukunft?
Keine ganz neue Frage, vielleicht gibts ja neue Antworten...
Vorab: Wissen tue ich in dem Fall überhaupt nichts, das ist reine Spekulation. Ich glaube aber, dass er den Verein im Sommer verlassen wird. Die Vertragsangaben auf Transfermarkt sind zwar im Jugendbereich nicht immer korrekt, da Dzanovic aber sein letztes Jugendjahr spielt, dürfte er tatsächlich einen auslaufenden Vertrag haben. Sowohl bei ihm als auch bei Philipp Eisele ist es jedenfalls auffällig, dass die Zukunft im letzten Jugendjahr noch nicht geklärt ist, obwohl beide zumindest klare Kandidaten für die zweite Mannschaft sein sollten. Die meisten Spieler in dieser Kategorie erhalten ja bereits kurz nach ihrem 18. Geburtstag einen Profivertrag.
Das muss jetzt noch nichts bedeuten, in den letzten Jahren sind viele Personalentscheidungen im Übergangsbereich auch erst zwischen März und Mai gefallen. Möglicherweise wartet Dzanovic mit einer Entscheidung auch noch ab, bis der wahrscheinliche Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Regionalliga feststeht. Dass er diese Saison trotz seiner überragenden Werte in der U19 aber kein einziges Mal im Kader der U21 und meines Wissens auch nie im Training der Profis dabei war (was Ende 2024/Anfang 2025 definitiv der Fall war), ist für mich ein Indiz für einen Abgang.
Zum einen glaube ich auch daran, dass er einen ähnlichen Weg wie zuletzt Mladenovic oder Mandic einschlagen könnte. Als U-Nationalspieler Bosniens ist er genau wie Mladenovic sicherlich auch für einige Profiteams auf dem Balkan interessant. Falls er in Deutschland bleiben möchte, dürfte sich aber wahrscheinlich auch ein Zweitligist finden, der ebenfalls über eine zweite Mannschaft in der Regionalliga verfügt. Das könnte dann wie bei Mandic mit dem Paket von sicherer Spielzeit in der Regionalliga und einem möglichen schnellen Sprung zu den Profis den Ausschlag geben.
Zum anderen gehe ich davon aus, dass die Eintracht schlichtweg andere Spieler priorisieren könnte. Sollte die zweite Mannschaft wirklich aufsteigen, gehe ich stark davon aus, dass man Alexander Staff, Alessandro Gaul Souza und Keziah Oteng-Mensah auf Regionalliganiveau fördern und weiter an den Herrenfußball heranführen möchte. Das ist dann aber schon eine komplette Offensivreihe an jungen Spielern. Nach den Erfahrungen der Abstiegssaison wird da aber sicher noch der eine oder andere erfahrene Offensivspieler hinzukommen. Dann ist möglicherweise einfach die Perspektive nicht gut genug. Zumal man auch bei den Profis gerade erst mit Ayoube Amaimouni-Echghouyab einen jungen Spieler mit einem sehr ähnlichen Profil verpflichtet hat, auch wenn Dzanovic auf der anderen Seite spielt.
vielen Dank.
Der Text ist einfach nur "wow"
Was du jedoch vergessen hast:
Richter betont immer wieder das er ausbilden will und daher bei den richtig guten Talenten die individuelle Entwicklung (spielen im höheren Jahrgang) über irgendwelchen Ergebnissen steht.
Leider wurde das in der zweiten halt "überdreht" und der Abstieg war maximal
dämlich und hätte mit etwas mehr Erfahrung verhindert werden können.
Hat aber Krösche auch schon zugegeben und ich Wette daraus hat das komplette NLZ gelernt.
Der Text ist einfach nur "wow"
Was du jedoch vergessen hast:
Richter betont immer wieder das er ausbilden will und daher bei den richtig guten Talenten die individuelle Entwicklung (spielen im höheren Jahrgang) über irgendwelchen Ergebnissen steht.
Leider wurde das in der zweiten halt "überdreht" und der Abstieg war maximal
dämlich und hätte mit etwas mehr Erfahrung verhindert werden können.
Hat aber Krösche auch schon zugegeben und ich Wette daraus hat das komplette NLZ gelernt.
Auch von mir vielen Dank für den tollen Bericht. Gerade wenn man aus NRW kommt, ist es toll zu lesen, diese ganzen Namen und wieso, weshalb, warum es so ist. Bitte öfter ...
DonGuillermo schrieb:
Sowohl bei [Benjamin Dzanovic] als auch bei Philipp Eisele ist es jedenfalls auffällig, dass die Zukunft im letzten Jugendjahr noch nicht geklärt ist, obwohl beide zumindest klare Kandidaten für die zweite Mannschaft sind. Die meisten Spieler in dieser Kategorie erhalten ja bereits kurz nach ihrem 18. Geburtstag einen Profivertrag.
Und schon hat man den Vertrag mit Eisele verlängert
Für mich ein ganz wichtiges Zeichen. Neben Noah Fenyö wahrscheinlich der größte Anführer, der die letzten Jahre unser NLZ durchlaufen hat. Eisele ist wirklich ein echter Leader, der in all seinen Mannschaften Kapitän war, und gleichzeitig ein absoluter Kämpfer, der schon einige Rückschläge wegstecken musste. Hat die damalige U17 vor zwei Jahren grandios zum Staffelsieg (wenn er auf dem Platz stand, wurden alle Spiele gewonnen) und ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft geführt und ist auch dieses Jahr stark zurückgekommen, nachdem er das komplette letzte Jahr verletzungsbedingt gefehlt hat. Ich hoffe, er bekommt in der zweiten Mannschaft auch genug Spielzeit.
Dadurch, dass er auch oft im defensiven Mittelfeld spielt, bringt er für mich alles mit, was ein moderner Innenverteidiger können muss. Vorne ist er auch immer mal für einen wichtigen Treffer gut wie damals im Halbfinale gegen Leverkusen oder zuletzt in der Youth League in Bilbao. Durch seine peruanische Staatsbürgerschaft und die Spiele für die dortigen U-Nationalmannschaften besitzt er darüber hinaus internationale Erfahrung. Er hat im U-Bereich bereits eine Kontinentalmeisterschaft gespielt und war zuletzt auf dem Radar der A-Nationalmannschaft.
Es besteht also auch bei Dzanovic noch Hoffnung. Allgemein wird die Kaderplanung für die zweite Mannschaft der kommenden Saison sehr interessant. Da gilt es viele Faktoren abzuwiegen. Welche Spieler will ich mit Spielzeit auf dem Niveau (hoffentlich Regionalliga) fördern? Wen will ich schon vorzeitig durchschieben? Wer ist vielleicht auch schon für das Profiteam interessant? Wer wird möglicherweise höherklassig verliehen oder sogar ganz abgegeben?
Von den Spielern im letzten Jugendjahr würde ich ansonsten nur noch möglicherweise bei Akram Ayadi mit einer Vertragsverlängerung rechnen. Aber auch da kommt es auf die Personalplanung an. Eigentlich ist man auf der Position im kommenden Jahr mit Pedro Guimaraes und Nilo Neuendorff schon gut besetzt. Guimaraes kommt jedoch neu aus dem Ausland und Neuendorff wird mit einer schweren Knieverletzung noch monatelang ausfallen. Aber auch Doumbia und Boakye Osei können links verteidigen, Wünsch und Bauer bei einer Dreierkette auf der Schiene spielen. Wobei auch hier bei allen vier Spielern noch überhaupt nicht sicher ist, ob sie kommende Saison dabei sind.
Harangi wird vermutlich jetzt noch mal (gibt Gerüchte aus Ungarn), spätestens aber im Sommer höherklassig verliehen. Das könnte für Ayadi vielleicht zum Vorteil werden. Denn wenn Harangi noch verliehen wird, Neuendorff verletzt ausfällt und Doumbia wegen Theates Verletzung bei den Profis aushelfen muss, wird es auch in der zweiten Mannschaft eng. Da könnte er diese Saison also vielleicht schon reinschnuppern.
Bei Jasha Barry und Lean Husterer sehe ich keine Perspektive auf einen Verbleib. Bei Barry lief in der U19 leider nicht mehr viel zusammen, sodass die Rückkehr ins NLZ ähnlich wie bei Abolfazl Masjedizadah eher ein Reinfall war. Laut Transfermarkt laufen bei der U19 ansonsten noch die Verträge von Alex Staff, Leonidas Tsiokos, Shayan Ahmadi, Yannis Ahouannou, Marlon Franzen, Niklas Scheller, Liam Mehic und Meris Gradascevic aus. Staff wird zum 18. Geburtstag im Juni sicher einen Profivertrag erhalten und so wie Gradascevic gefördert wird, mache ich mir da wegen eines Abgangs ebenfalls keine Sorgen. Entweder stimmt da die Angabe nicht oder es gibt schon eine entsprechende Absprache.
Tsiokos und Scheller bleiben hoffentlich auch über den Sommer hinaus. Das wären zwei bittere Abgänge, weil beide im kommenden Jahr zumindest Leistungsträger der U19 sein dürften. Gerade Scheller hat zuletzt eine riesige Entwicklung hingelegt, die in seinem Auftritt bei der U17-WM gipfelte. Franzen hingegen hat im Tor hinter Möhler und Gradascevic wenig Perspektive und Mehic hat diese Saison (aus mir unbekannten Gründen) noch überhaupt nicht gespielt. Da kann man in beiden Fällen von einem Abgang ausgehen.
Bei Ahouannou und Ahmadi ist die Entscheidung wahrscheinlich offener. Ahouannou war diese Saison in der Innenverteidigung zwar überwiegend gesetzt, da sehe ich nächstes Jahr aber Nicolas Peter, Igor Dola und Scheller (sofern er bleibt) vorne. Da hat er dieses Jahr auch von den Verletzungen von Peter und Scheller profitiert. Rechts müsste er sich mit Paul Bahoya, Sahin Balta und Johannes Vött messen. Meier scheint aber auf Ahouannou zu setzen, er hat auch in der Youth League viel gespielt. Das sieht bei Ahmadi schon anders aus und im Mittelfeld kommt im Sommer auch jede Menge Konkurrenz aus der U17 hoch.
DonGuillermo schrieb:
Es sollte denke ich klar sein, dass das gequirlter Mist ist
Ich habe nicht so viel im Mist gequirlt wie Du, nur eine kurze Anmerkung gemacht.
Alex Richter kann man mit Krösche vergleichen, nur dass Richter für das NLZ die Verantwortung trägt. Wenn dann nach 4 Jahren Amtszeit zwei Abstiege stehen und es kein Spieler wirklich in den Profikader geschafft hat, dann ist das keine gute Erfolgsbilanz. Punkt. Wenn die Bilanz von Krösche nach 4 Jahren der Abstieg in die 2. Liga wäre und er es nicht geschafft hätte, Spieler zu entwickeln, dann wäre das auch eine erbärmliche Bilanz, und da hilft es wenig, wenn er darauf verwiese, dass es einem anderen BuLi-Urgestein nicht besser gegangen ist.
Nächstes Jahr gibt es keine Youth League mehr; die hoffnungsvollen Talente sollen sich in der zweiten Liga der Nachwuchsmannschaften tummeln, nicht mehr in der Elite des deutschen Nachwuchses. Da wird schwer werden, sie zu fördern und davon zu überzeugen, dass sie sportlich am richtigen Ort sind. Aber vermutlich ist es sonneklar, dass meine Bedenken nur gequirlter Mist sind.
Es wäre interessant zu erfahren, wie die Leiter anderer NLZs die Qualität unseres NLZ unter Alex Richter so beurteilen. Das gäbe eine besseres Bild als die Ausführungen eines SGE-Insiders.
Also ich will ja jetzt keine große Gehaltsdiskussion eröffnen, aber da hier jetzt einige Zahlen in Berufung auf Capology genannt wurden und ich in letzter Zeit auch auf anderen Plattformen und in Bezug auf andere Vereine immer häufiger Capology als Quelle lese: Da mögen einzelne Werte vielleicht mal stimmen, insgesamt wirkt die Seite für mich aber sehr unseriös. Da wird lediglich versucht, US-Seiten wie Spotrac oder Over the Cap zu kopieren und diesen Markt für Fußball zu besetzen. Der Unterschied ist allerdings, dass im US-Sport fast alle Gehälter (auch bedingt durch das Salary Cap) öffentlich mehr oder weniger transparent bekannt sind.
Man muss sich bei Capology nur mal bei der Eintracht umschauen und sollte dann mit einer gewissen Medienkompetenz zu dem Schluss kommen, dass viele Werte schlichtweg Schwachsinn sind. Ritsu Doan soll angeblich Topverdiener mit rund 5,5 Millionen Euro Grundgehalt sein. Könnte man jetzt an und für sich vielleicht sogar für realistisch halten. Gehe ich aber in die Historie von Doan, soll dieser laut Capology in seiner Karriere bei Eindhoven lediglich 380.000 Euro pro Jahr und bei Freiburg lediglich 840.000 Euro pro Jahr verdient haben.
Zur Erinnerung: Eindhoven hat ihn damals für 7,5 Millionen Euro aus Groningen, Freiburg für 8,5 Millionen Euro aus Eindhoven verpflichtet. Zum damaligen Zeitpunkt war er einer der zehn teuersten Neuzugänge in Eindhovens Historie, in Freiburg sogar die zweitteuerste Verpflichtung aller Zeiten. Gleichzeitig sollen laut Capology mit Maxi Eggestein, Philip Lienhart und Matthias Ginter gleich drei Spieler von Freiburg seit Jahren im Bereich von jeweils 5 Millionen Euro Grundgehalt pro Jahr verdienen. Das halte ich grundsätzlich schon für unrealistisch und macht die Gehaltsangabe von Doan zu Freiburger Zeiten umso unglaubwürdiger.
Einige weitere Beispiele: Götze soll bei uns drei Jahre lang jeweils 3,5 Millionen Euro Grundgehalt verdient haben (was sich ja auch mit anderen Medienberichten deckt), verdient aber laut einer geprüften Angabe von Capology (laut Capology stammen diese Daten entweder direkt vom Verein bzw. Berater oder sind durch zwei unabhängige Quellen bestätigt) in diesem Jahr plötzlich 4,15 Millionen Grundgehalt. Die letzte Vertragsverlängerung war 2023, warum sollte man damals ausgerechnet für das letzte Vertragsjahr und einem dann 33 Jahre alten Götze noch eine Gehaltserhöhung vereinbart haben? Als Gegenargument könnte man anführen, dass man damals gerade um dieses zusätzliche Jahr verlängert hat und Götze deshalb noch mal mehr Gehalt erhält, wenn er bis dahin weiterhin unter Vertrag steht.
Das erklärt aber diverse Angaben nicht. Bei Theate und Kristensen sollen die Gehälter nach den Leihjahren von 3,2 bzw. 3,0 Millionen Euro Grundgehalt auf 4,15 bzw. 4,72 Millionen Euro Grundgehalt gestiegen sein. Bei Koch soll sich das Grundgehalt nach der Vertragsverlängerung im Sommer von 2,5 Millionen auf über 5,5 Millionen Euro sogar mehr als verdoppelt haben. Ein Igor Matanović soll nach seiner starken Zweitligasaison in Karlsruhe inklusive neuem Vertrag bei uns nur 280.000 Euro Gehalt bezogen haben und in Freiburg jetzt über eine Million Euro mehr im Jahr verdienen. Ansgar Knauff verdient in seiner fünften Saison hintereinander bei uns angeblich weiterhin unter eine Million pro Jahr.
Das sind einfach zu viele Werte, die absolut unrealistisch sind und erhebliche Zweifel an der grundlegenden Seriosität der Angaben von Capology hinterlassen. Da sind die angeblich rund vier Millionen Grundgehalt für einen klar als Ersatztorwart geholten Zetterer nur die Spitze des Eisbergs der Unglaubwürdigkeit.
Der Grundtenor in sämtlichen Medien ist seit Jahren, dass bei uns wohl die Obergrenze für Grundgehälter bei rund 3,5 Millionen Euro liegt. Gleichzeitig sollen Krösche und die Verantwortlichen in den Verträgen aber viel mit leistungs- und erfolgsorientierten Boni arbeiten, womit sich das Gehalt der Topspieler im Optimalfall ungefähr verdoppeln können soll. Finanzvorstand Julien Zamberk hat bei der Vorstellung der Zahlen für die Saison 24/25 ja bereits durchblicken lassen, dass allein für das Erreichen der Champions League wohl eine zweistellige Millionensumme als Boni geflossen sind. Zumindest war der Wortlaut, dass wir ohne CL-Quali ein Plus erzielt hätten, statt einen Jahresfehlbetrag von 8,3 Millionen Euro zu verbuchen.
Darüber hinaus wird es zahlreiche weitere individuelle Boni wie Auflaufprämien, Punkteprämien, Prämien für eine bestimmte Anzahl an Spielen/Tore, Prämien für das Erreichen des Saisonziels und von verschiedenen Runden in den Pokalwettbewerben, Prämien für ein Debüt/Comeback in der Nationalmannschaft und so weiter geben. Ich gehe stark davon aus, dass allein jeder Punkt in der Liga eine sechsstellige Summe an Prämien nach sich zieht.
Das Gute ist: Wenn das alles so stimmt, wird sich das im Herbst bei der Vorstellung der Zahlen der laufenden Saison zeigen und überprüfen lassen. Dann müsste der Personalaufwand ja deutlich zurückgehen, weil wir uns dieses Jahr höchstwahrscheinlich nicht für die CL qualifizieren und in der Liga sowie den Pokalwettbewerben deutlich weniger erfolgreich als in der vergangenen Saison waren.
Noch kurz zum Abschluss: Die meiner Meinung nach realistischste Gehalttabelle in Bezug auf die Eintracht sind immer noch die Angaben, die vor eineinhalb Jahren leider die Bild gemacht hat (https://www.90min.de/posts/neue-gehalts-tabelle-der-eintracht-so-viel-verdienen-trapp-koch-co). Da wird natürlich auch nicht mehr alles aktuell sein, zum Beispiel fehlen die letzten Vertragsverlängerungen von Koch, Larsson, Collins, Brown oder Santos sowie einige der kürzlichen Neuzugänge. Aber auch bei der Verpflichtung von Burkardt wurde in den Medien unisono berichtet, dass er angeblich nur 2,5 Millionen Euro Grundgehalt erhält und sich damit in die bisherige Struktur einfügt.
Man muss sich bei Capology nur mal bei der Eintracht umschauen und sollte dann mit einer gewissen Medienkompetenz zu dem Schluss kommen, dass viele Werte schlichtweg Schwachsinn sind. Ritsu Doan soll angeblich Topverdiener mit rund 5,5 Millionen Euro Grundgehalt sein. Könnte man jetzt an und für sich vielleicht sogar für realistisch halten. Gehe ich aber in die Historie von Doan, soll dieser laut Capology in seiner Karriere bei Eindhoven lediglich 380.000 Euro pro Jahr und bei Freiburg lediglich 840.000 Euro pro Jahr verdient haben.
Zur Erinnerung: Eindhoven hat ihn damals für 7,5 Millionen Euro aus Groningen, Freiburg für 8,5 Millionen Euro aus Eindhoven verpflichtet. Zum damaligen Zeitpunkt war er einer der zehn teuersten Neuzugänge in Eindhovens Historie, in Freiburg sogar die zweitteuerste Verpflichtung aller Zeiten. Gleichzeitig sollen laut Capology mit Maxi Eggestein, Philip Lienhart und Matthias Ginter gleich drei Spieler von Freiburg seit Jahren im Bereich von jeweils 5 Millionen Euro Grundgehalt pro Jahr verdienen. Das halte ich grundsätzlich schon für unrealistisch und macht die Gehaltsangabe von Doan zu Freiburger Zeiten umso unglaubwürdiger.
Einige weitere Beispiele: Götze soll bei uns drei Jahre lang jeweils 3,5 Millionen Euro Grundgehalt verdient haben (was sich ja auch mit anderen Medienberichten deckt), verdient aber laut einer geprüften Angabe von Capology (laut Capology stammen diese Daten entweder direkt vom Verein bzw. Berater oder sind durch zwei unabhängige Quellen bestätigt) in diesem Jahr plötzlich 4,15 Millionen Grundgehalt. Die letzte Vertragsverlängerung war 2023, warum sollte man damals ausgerechnet für das letzte Vertragsjahr und einem dann 33 Jahre alten Götze noch eine Gehaltserhöhung vereinbart haben? Als Gegenargument könnte man anführen, dass man damals gerade um dieses zusätzliche Jahr verlängert hat und Götze deshalb noch mal mehr Gehalt erhält, wenn er bis dahin weiterhin unter Vertrag steht.
Das erklärt aber diverse Angaben nicht. Bei Theate und Kristensen sollen die Gehälter nach den Leihjahren von 3,2 bzw. 3,0 Millionen Euro Grundgehalt auf 4,15 bzw. 4,72 Millionen Euro Grundgehalt gestiegen sein. Bei Koch soll sich das Grundgehalt nach der Vertragsverlängerung im Sommer von 2,5 Millionen auf über 5,5 Millionen Euro sogar mehr als verdoppelt haben. Ein Igor Matanović soll nach seiner starken Zweitligasaison in Karlsruhe inklusive neuem Vertrag bei uns nur 280.000 Euro Gehalt bezogen haben und in Freiburg jetzt über eine Million Euro mehr im Jahr verdienen. Ansgar Knauff verdient in seiner fünften Saison hintereinander bei uns angeblich weiterhin unter eine Million pro Jahr.
Das sind einfach zu viele Werte, die absolut unrealistisch sind und erhebliche Zweifel an der grundlegenden Seriosität der Angaben von Capology hinterlassen. Da sind die angeblich rund vier Millionen Grundgehalt für einen klar als Ersatztorwart geholten Zetterer nur die Spitze des Eisbergs der Unglaubwürdigkeit.
Der Grundtenor in sämtlichen Medien ist seit Jahren, dass bei uns wohl die Obergrenze für Grundgehälter bei rund 3,5 Millionen Euro liegt. Gleichzeitig sollen Krösche und die Verantwortlichen in den Verträgen aber viel mit leistungs- und erfolgsorientierten Boni arbeiten, womit sich das Gehalt der Topspieler im Optimalfall ungefähr verdoppeln können soll. Finanzvorstand Julien Zamberk hat bei der Vorstellung der Zahlen für die Saison 24/25 ja bereits durchblicken lassen, dass allein für das Erreichen der Champions League wohl eine zweistellige Millionensumme als Boni geflossen sind. Zumindest war der Wortlaut, dass wir ohne CL-Quali ein Plus erzielt hätten, statt einen Jahresfehlbetrag von 8,3 Millionen Euro zu verbuchen.
Darüber hinaus wird es zahlreiche weitere individuelle Boni wie Auflaufprämien, Punkteprämien, Prämien für eine bestimmte Anzahl an Spielen/Tore, Prämien für das Erreichen des Saisonziels und von verschiedenen Runden in den Pokalwettbewerben, Prämien für ein Debüt/Comeback in der Nationalmannschaft und so weiter geben. Ich gehe stark davon aus, dass allein jeder Punkt in der Liga eine sechsstellige Summe an Prämien nach sich zieht.
Das Gute ist: Wenn das alles so stimmt, wird sich das im Herbst bei der Vorstellung der Zahlen der laufenden Saison zeigen und überprüfen lassen. Dann müsste der Personalaufwand ja deutlich zurückgehen, weil wir uns dieses Jahr höchstwahrscheinlich nicht für die CL qualifizieren und in der Liga sowie den Pokalwettbewerben deutlich weniger erfolgreich als in der vergangenen Saison waren.
Noch kurz zum Abschluss: Die meiner Meinung nach realistischste Gehalttabelle in Bezug auf die Eintracht sind immer noch die Angaben, die vor eineinhalb Jahren leider die Bild gemacht hat (https://www.90min.de/posts/neue-gehalts-tabelle-der-eintracht-so-viel-verdienen-trapp-koch-co). Da wird natürlich auch nicht mehr alles aktuell sein, zum Beispiel fehlen die letzten Vertragsverlängerungen von Koch, Larsson, Collins, Brown oder Santos sowie einige der kürzlichen Neuzugänge. Aber auch bei der Verpflichtung von Burkardt wurde in den Medien unisono berichtet, dass er angeblich nur 2,5 Millionen Euro Grundgehalt erhält und sich damit in die bisherige Struktur einfügt.
Als Antwort auf Don Guillermo:
Vielen Dank für diesen großartigen Beitrag. Und Entschuldigung, daß dieses Thema so off topic geworden ist. Aber das Thema der Verträge ist leider in der Gesamtanalyse der Situation wichtig.
Da mögen einzelne Werte vielleicht mal stimmen, insgesamt wirkt die Seite für mich aber sehr unseriös. Da wird lediglich versucht, US-Seiten wie Spotrac oder Over the Cap zu kopieren und diesen Markt für Fußball zu besetzen.
Das ist sicherlich der Kernpunkt. Anders als im US-Sport werden die Gehälter in Europa nicht veröffentlicht. Damit ist JEDE Seite, die das anbietet per se "unseriös".
Ritsu Doan soll angeblich Topverdiener mit rund 5,5 Millionen Euro Grundgehalt sein. Könnte man jetzt an und für sich vielleicht sogar für realistisch halten.
Doan ist ganz sicher in der Spitzengruppe der Gehälter der Eintracht. Das ist auf jeden Fall plausibel. Ob das dann eher 3,5 Mio oder 5,5 "Grundgehalt" sind, darf wirklich gerne jeder spekulieren. Die über 7 Mio incl. Prämien erschienen mir auch verdammt hoch. Allerdings muss man bedenken: Punktprämien, Siegprämien, Prämien für EL, Prämien für CL. Eine Schwankung des Gehaltes je nach Erfolg um 1,5-2 Mio ist auf jeden Fall realistisch. Strittig ist allenfalls das Basisniveau.
Gleichzeitig sollen laut Capology mit Maxi Eggestein, Philip Lienhart und Matthias Ginter gleich drei Spieler von Freiburg seit Jahren im Bereich von jeweils 5 Millionen Euro Grundgehalt pro Jahr verdienen.
Wie bei der Eintracht: Wahrscheinlich einfach 1-1,5 Mio zu hoch angesetzt. Allerdings mussten sie für Ginter ganz sicher tief in die Tasche greifen.
warum sollte man damals ausgerechnet für das letzte Vertragsjahr und einem dann 33 Jahre alten Götze noch eine Gehaltserhöhung vereinbart haben?
Im US-Sport sind die ansteigenden Gehälter ja normal. Es könnte aber in diesem Falle die CL-Prämie sein, die bei Capology einfach nur falsch verbucht ist? Keine Ahnung, es stimmt schon, daß da einiges faul ist.
Das erklärt aber diverse Angaben nicht. Bei Theate und Kristensen sollen die Gehälter nach den Leihjahren von 3,2 bzw. 3,0 Millionen Euro Grundgehalt auf 4,15 bzw. 4,72 Millionen Euro Grundgehalt gestiegen sein.
Das (nicht die Höhe, sondern nur der Anstieg an sich) hingegen ist plausibel. Das "Leihgehalt" wird ja an den Gehältern aus Leeds und Rennes angelehnt gewesen sein. Bei Festverpflichtung dann ein komplett neuer Vertragsabschluss. Und "leider" in beiden Fällen Spitzenleistungen im Leihjahr und maximaler Teamerfolg.
Das sind einfach zu viele Werte, die absolut unrealistisch sind und erhebliche Zweifel an der grundlegenden Seriosität der Angaben von Capology hinterlassen.
"Seriös" keinesfalls. Keine dieser Angaben ist "seriös".
Da sind die angeblich rund vier Millionen Grundgehalt für einen klar als Ersatztorwart geholten Zetterer nur die Spitze des Eisbergs der Unglaubwürdigkeit.
Das war ja überhaupt der Auslöser dieser "Gehaltsdiskussion". Der User Hyundai hat das mit Zetterers Gehalt einfach mal so postuliert. Die 3,5 Mio die von ihm genannt wurden, kommen übrigens als Antwort bei der Anfrage an die Google KI raus. Ich denke, weiter ist er da gar nicht eingestiegen.
Der Grundtenor in sämtlichen Medien ist seit Jahren, dass bei uns wohl die Obergrenze für Grundgehälter bei rund 3,5 Millionen Euro liegt. Gleichzeitig sollen Krösche und die Verantwortlichen in den Verträgen aber viel mit leistungs- und erfolgsorientierten Boni arbeiten, womit sich das Gehalt der Topspieler im Optimalfall ungefähr verdoppeln können soll.
Aber dann kommt man ja z.B. bei dem von Dir genannten Fall Doan sogar genau da raus, wo Capology das einschätzt. Bei 7 Mio +. Bei, keine Ahnung, 65Pkt, DFB-Pokalfinale und CL-Qualifikation. Die einzig signifikante Abweichung ist wirklich das "Grundgehalt". Das ist insgesamt schon von großer Bedeutung, weil davon ja stark abhängt, ob man ein Jahr ohne Europa verkraften kann oder nicht.
Finanzvorstand Julien Zamberk hat bei der Vorstellung der Zahlen für die Saison 24/25 ja bereits durchblicken lassen, dass allein für das Erreichen der Champions League wohl eine zweistellige Millionensumme als Boni geflossen sind. Zumindest war der Wortlaut, dass wir ohne CL-Quali ein Plus erzielt hätten, statt einen Jahresfehlbetrag von 8,3 Millionen Euro zu verbuchen.
Das unterstreicht das vorher gesagte
Das Gute ist: Wenn das alles so stimmt, wird sich das im Herbst bei der Vorstellung der Zahlen der laufenden Saison zeigen und überprüfen lassen.
Absolut
Aber auch bei der Verpflichtung von Burkardt wurde in den Medien unisono berichtet, dass er angeblich nur 2,5 Millionen Euro Grundgehalt erhält und sich damit in die bisherige Struktur einfügt.
[/quote]
Das bezweifle ich etwas. Es wäre verdammt niedrig. Und in dem Falle spektakulär gut von Krösche verhandelt.
Vielen Dank für diesen großartigen Beitrag. Und Entschuldigung, daß dieses Thema so off topic geworden ist. Aber das Thema der Verträge ist leider in der Gesamtanalyse der Situation wichtig.
Da mögen einzelne Werte vielleicht mal stimmen, insgesamt wirkt die Seite für mich aber sehr unseriös. Da wird lediglich versucht, US-Seiten wie Spotrac oder Over the Cap zu kopieren und diesen Markt für Fußball zu besetzen.
Das ist sicherlich der Kernpunkt. Anders als im US-Sport werden die Gehälter in Europa nicht veröffentlicht. Damit ist JEDE Seite, die das anbietet per se "unseriös".
Ritsu Doan soll angeblich Topverdiener mit rund 5,5 Millionen Euro Grundgehalt sein. Könnte man jetzt an und für sich vielleicht sogar für realistisch halten.
Doan ist ganz sicher in der Spitzengruppe der Gehälter der Eintracht. Das ist auf jeden Fall plausibel. Ob das dann eher 3,5 Mio oder 5,5 "Grundgehalt" sind, darf wirklich gerne jeder spekulieren. Die über 7 Mio incl. Prämien erschienen mir auch verdammt hoch. Allerdings muss man bedenken: Punktprämien, Siegprämien, Prämien für EL, Prämien für CL. Eine Schwankung des Gehaltes je nach Erfolg um 1,5-2 Mio ist auf jeden Fall realistisch. Strittig ist allenfalls das Basisniveau.
Gleichzeitig sollen laut Capology mit Maxi Eggestein, Philip Lienhart und Matthias Ginter gleich drei Spieler von Freiburg seit Jahren im Bereich von jeweils 5 Millionen Euro Grundgehalt pro Jahr verdienen.
Wie bei der Eintracht: Wahrscheinlich einfach 1-1,5 Mio zu hoch angesetzt. Allerdings mussten sie für Ginter ganz sicher tief in die Tasche greifen.
warum sollte man damals ausgerechnet für das letzte Vertragsjahr und einem dann 33 Jahre alten Götze noch eine Gehaltserhöhung vereinbart haben?
Im US-Sport sind die ansteigenden Gehälter ja normal. Es könnte aber in diesem Falle die CL-Prämie sein, die bei Capology einfach nur falsch verbucht ist? Keine Ahnung, es stimmt schon, daß da einiges faul ist.
Das erklärt aber diverse Angaben nicht. Bei Theate und Kristensen sollen die Gehälter nach den Leihjahren von 3,2 bzw. 3,0 Millionen Euro Grundgehalt auf 4,15 bzw. 4,72 Millionen Euro Grundgehalt gestiegen sein.
Das (nicht die Höhe, sondern nur der Anstieg an sich) hingegen ist plausibel. Das "Leihgehalt" wird ja an den Gehältern aus Leeds und Rennes angelehnt gewesen sein. Bei Festverpflichtung dann ein komplett neuer Vertragsabschluss. Und "leider" in beiden Fällen Spitzenleistungen im Leihjahr und maximaler Teamerfolg.
Das sind einfach zu viele Werte, die absolut unrealistisch sind und erhebliche Zweifel an der grundlegenden Seriosität der Angaben von Capology hinterlassen.
"Seriös" keinesfalls. Keine dieser Angaben ist "seriös".
Da sind die angeblich rund vier Millionen Grundgehalt für einen klar als Ersatztorwart geholten Zetterer nur die Spitze des Eisbergs der Unglaubwürdigkeit.
Das war ja überhaupt der Auslöser dieser "Gehaltsdiskussion". Der User Hyundai hat das mit Zetterers Gehalt einfach mal so postuliert. Die 3,5 Mio die von ihm genannt wurden, kommen übrigens als Antwort bei der Anfrage an die Google KI raus. Ich denke, weiter ist er da gar nicht eingestiegen.
Der Grundtenor in sämtlichen Medien ist seit Jahren, dass bei uns wohl die Obergrenze für Grundgehälter bei rund 3,5 Millionen Euro liegt. Gleichzeitig sollen Krösche und die Verantwortlichen in den Verträgen aber viel mit leistungs- und erfolgsorientierten Boni arbeiten, womit sich das Gehalt der Topspieler im Optimalfall ungefähr verdoppeln können soll.
Aber dann kommt man ja z.B. bei dem von Dir genannten Fall Doan sogar genau da raus, wo Capology das einschätzt. Bei 7 Mio +. Bei, keine Ahnung, 65Pkt, DFB-Pokalfinale und CL-Qualifikation. Die einzig signifikante Abweichung ist wirklich das "Grundgehalt". Das ist insgesamt schon von großer Bedeutung, weil davon ja stark abhängt, ob man ein Jahr ohne Europa verkraften kann oder nicht.
Finanzvorstand Julien Zamberk hat bei der Vorstellung der Zahlen für die Saison 24/25 ja bereits durchblicken lassen, dass allein für das Erreichen der Champions League wohl eine zweistellige Millionensumme als Boni geflossen sind. Zumindest war der Wortlaut, dass wir ohne CL-Quali ein Plus erzielt hätten, statt einen Jahresfehlbetrag von 8,3 Millionen Euro zu verbuchen.
Das unterstreicht das vorher gesagte
Das Gute ist: Wenn das alles so stimmt, wird sich das im Herbst bei der Vorstellung der Zahlen der laufenden Saison zeigen und überprüfen lassen.
Absolut
Aber auch bei der Verpflichtung von Burkardt wurde in den Medien unisono berichtet, dass er angeblich nur 2,5 Millionen Euro Grundgehalt erhält und sich damit in die bisherige Struktur einfügt.
[/quote]
Das bezweifle ich etwas. Es wäre verdammt niedrig. Und in dem Falle spektakulär gut von Krösche verhandelt.
Ich kann die negativen Stimmen auch nicht so ganz nachvollziehen. Inhaltlich bin ich mit dem Spiel total zufrieden. Ich finde, dass man bereits einige Verbesserungen und Ideen Rieras erkennen konnte. Mehr kann ich nach der kurzen Zeit und nach den kürzlich gezeigten Leistungen nicht erwarten. Das Spiel gibt mir jedenfalls Zuversicht, dass Riera kein reiner Dampfplauderer ist, sondern der Mannschaft tatsächlich seine Ansätze und Konzepte vermitteln kann. Jetzt geht es um das, was er bereits gesagt hat: Man muss Woche für Woche weitere Fortschritte sehen können.
Die größte Veränderung war für mich eindeutig das Positionsspiel. Wir hatten beim Spielaufbau deutlich mehr und bessere Anspielstationen. Die Spieler ohne Ball haben sich wirklich konstant angeboten, um Passoptionen zu schaffen. Das hat dann zwar bisweilen dazu geführt, dass Chaïbi und Götze weit auf die Außen gerückt sind und deshalb im letzten Drittel zu wenig gelaufen ist, aber insgesamt war das ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben uns bei weitem nicht so vom gegnerischen Pressing unter Druck setzen lassen und hinten selbst in Bedrängnis gebracht.
Zudem waren wir auch schon deutlich mutiger im Passspiel. Wir haben nicht nur langsam von Spieler zu Spieler den Ball nach links und rechts geschoben, sondern auch mal den direkten Nebenmann überspielt, die eine oder andere kluge Verlagerung eingestreut oder auch mal den freien Mann in der Mitte gesucht. Da war natürlich ab und an auch ein bisschen Risiko dabei, aber gerade darum geht es doch. In Sachen progressive Pässe und überspieltes Pressing dürfte das jedenfalls unser bestes Spiel seit Wochen gewesen sein. Dass von Spielern wie Kristensen oder Højlund, die im Spiel mit Ball eher limitiert sind, dann auch einige Fehlpässe dabei sind, muss man in Kauf nehmen.
Da waren auch schon einige schöne Kombinationen dabei, wo wir uns bis vorne durchgespielt haben. Leider haben sich Chaïbi und Doan jeweils einmal nicht zugetraut, den Abschluss 20 Meter zentral vor dem Tor zu nehmen. Dazu kommt die Großchance, die Højlund im gegnerischen Strafraum mehr oder weniger bei der Annahme verstolpert und dann aus spitzem Winkel überhastet abschließt. Da haben wir uns schön über die Seite nach vorne kombiniert. Wenn Højlund den Ball besser kontrolliert, läuft er relativ frei aufs Tor zu und kann auch noch einmal in die Mitte querlegen.
Insgesamt war die Aktivität eine ganz andere als zuletzt. Man hatte auch wirklich den Eindruck, dass wir das Spiel bis auf die Standards unter Kontrolle haben. Wir standen mit der letzten Reihe zwar gewohnt hoch, sind aber eigentlich nie in gefährliche Konter gelaufen und haben auch die Außenbahnen besser geschlossen bekommen. Darüber hinaus hatten wir fast 75 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 88 Prozent. Auch das dürften die besten Werte seit langer Zeit sein und zeigt den Weg von Riera auf, dass wir Kontrolle und Dominanz ausüben wollen.
Dass wir vorne nicht die große Durchschlagskraft entwickeln konnten, ist für mich jetzt nicht überraschend. Man darf nicht vergessen, dass mit Burkardt, Ebnoutalib, Uzun und Knauff die halbe Offensive gefehlt hat. Zudem haben Kalimuendo, Götze, Doan und Chaïbi offensiv in so einem Spiel einen schweren Stand. Das sind alles relativ kleine Spieler, die dann gegen einen tiefstehenden Gegner in Zweikämpfe mit einigen echten Kanten gezwungen werden.
Das spiegelt sich heute dann auch zum wiederholten Male in der Zweikampfbilanz mit lediglich 40 Prozent wider. Die vier Abwehrspieler hatten dieses Mal eine echt gute Quote, aber im Mittelfeld gewinnen wir einfach zu wenige Duelle. Das ist für unsere Truppe allgemein und vor allem bei Luftzweikämpfen ein großes Problem. Außer Koch haben wir eigentlich keinen kopfballstarken Spieler in der Mannschaft. Das wird aber auch Riera nicht beheben können.
In der einen oder anderen 1v1 Situation hätte ich mir allerdings schon mehr Überzeugung gewünscht. Da kommt auch von Doan seit Wochen zu wenig, wenn er mal die Gelegenheit hat. Amaimouni hingegen hat das vor dem Führungstor wieder sehr gut gemacht. Der traut sich immer etwas zu. Er hat jetzt in fünf Einsätzen über jeweils 10-20 Minuten effektiv drei Torbeteiligungen gesammelt und scheint aktuell unser gefährlichster Offensivspieler zu sein. Da würde ich mir wünschen, dass das beim nächsten Heimspiel mit einem Startelfdebüt belohnt wird.
Ärgerlich ist dann natürlich, dass wir uns das Spiel hinten raus wieder mit einem individuellen Fehler kaputt machen und das Ergebnis nicht souverän über die Bühne bekommen. Beim Elfmeter mache ich Santos aber keinen großen Vorwurf. Er drückt sich so mit den Beinen ab, um in die Ecke zu springen, der Ball kommt dann aber relativ mittig. Dadurch schafft es Santos mit dem Körper nicht mehr rechtzeitig nach unten und der Ball rutscht durch. Sieht unglücklich aus, ist aber auch schon einige Male passiert. Im Zweifelsfall muss er halt noch einen Tick länger warten. Das war jedenfalls meine bevorzugte Taktik. Die richtig gut platzierten Elfer bekommst du als Torwart eh nicht.
Ganz am Ende schenken wir das Spiel sogar fast noch ganz her. Da werden sich jetzt viele wieder auf den Fehlpass von Santos stürzen, den man auch berechtigterweise kritisieren kann. Viel schlimmer ist für mich aber die Entstehung. Wir haben einen Freistoß in der gegnerischen Hälfte und bis auf den Schützen Dahoud stehen wirklich alle Spieler am gegnerischen Strafraum. Aber anstatt den Ball zu flanken, spielt Dahoud erst einen Doppelpass mit Santos nach hinten und bekommt den Ball dann unter Druck nicht mehr kontrolliert nach vorne. Anschließend gewinnen wir den zweiten Ball, aber Dahoud und Brown spielen trotzdem wieder nach ganz hinten zum Torwart zurück.
Was war denn bitteschön hier die Idee? Wir warten, bis alle Spieler wieder nach hinten gelaufen sind, um dann den Ball nach vorne ins Nichts zu schlagen? Klar waren wir in Unterzahl, aber dann verliere ich doch lieber vorne den Ball, statt hinten wieder einen Fehlpass zu provozieren. Natürlich muss Kaua den Ball dann lang schlagen, statt zu passen. Aber ich darf mich doch gar nicht erst in diese Situation bringen, wo wir dann hinten sogar drei gegen vier in Unterzahl sind. Immerhin bügelt es Dahoud mit dem Block dann wieder aus. Riera hat das schon richtig gesagt. Hört auf, so viel nach hinten und mit dem Torwart zu spielen. Das war völlig unnötig.
Natürlich darf man das Spiel jetzt auch nicht überbewerten. Union will wenig am Spiel teilnehmen und immer auf Konter sowie Standards spielen. Die sind für mich auch kein Gradmesser was die Stabilität unserer Defensive angeht. In den kommenden Spielen werden wir sicher noch anders gefordert. Dennoch habe ich heute viel Positives gesehen, das man aus dem Spiel ziehen und auf dem man aufbauen kann.
Die größte Veränderung war für mich eindeutig das Positionsspiel. Wir hatten beim Spielaufbau deutlich mehr und bessere Anspielstationen. Die Spieler ohne Ball haben sich wirklich konstant angeboten, um Passoptionen zu schaffen. Das hat dann zwar bisweilen dazu geführt, dass Chaïbi und Götze weit auf die Außen gerückt sind und deshalb im letzten Drittel zu wenig gelaufen ist, aber insgesamt war das ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben uns bei weitem nicht so vom gegnerischen Pressing unter Druck setzen lassen und hinten selbst in Bedrängnis gebracht.
Zudem waren wir auch schon deutlich mutiger im Passspiel. Wir haben nicht nur langsam von Spieler zu Spieler den Ball nach links und rechts geschoben, sondern auch mal den direkten Nebenmann überspielt, die eine oder andere kluge Verlagerung eingestreut oder auch mal den freien Mann in der Mitte gesucht. Da war natürlich ab und an auch ein bisschen Risiko dabei, aber gerade darum geht es doch. In Sachen progressive Pässe und überspieltes Pressing dürfte das jedenfalls unser bestes Spiel seit Wochen gewesen sein. Dass von Spielern wie Kristensen oder Højlund, die im Spiel mit Ball eher limitiert sind, dann auch einige Fehlpässe dabei sind, muss man in Kauf nehmen.
Da waren auch schon einige schöne Kombinationen dabei, wo wir uns bis vorne durchgespielt haben. Leider haben sich Chaïbi und Doan jeweils einmal nicht zugetraut, den Abschluss 20 Meter zentral vor dem Tor zu nehmen. Dazu kommt die Großchance, die Højlund im gegnerischen Strafraum mehr oder weniger bei der Annahme verstolpert und dann aus spitzem Winkel überhastet abschließt. Da haben wir uns schön über die Seite nach vorne kombiniert. Wenn Højlund den Ball besser kontrolliert, läuft er relativ frei aufs Tor zu und kann auch noch einmal in die Mitte querlegen.
Insgesamt war die Aktivität eine ganz andere als zuletzt. Man hatte auch wirklich den Eindruck, dass wir das Spiel bis auf die Standards unter Kontrolle haben. Wir standen mit der letzten Reihe zwar gewohnt hoch, sind aber eigentlich nie in gefährliche Konter gelaufen und haben auch die Außenbahnen besser geschlossen bekommen. Darüber hinaus hatten wir fast 75 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 88 Prozent. Auch das dürften die besten Werte seit langer Zeit sein und zeigt den Weg von Riera auf, dass wir Kontrolle und Dominanz ausüben wollen.
Dass wir vorne nicht die große Durchschlagskraft entwickeln konnten, ist für mich jetzt nicht überraschend. Man darf nicht vergessen, dass mit Burkardt, Ebnoutalib, Uzun und Knauff die halbe Offensive gefehlt hat. Zudem haben Kalimuendo, Götze, Doan und Chaïbi offensiv in so einem Spiel einen schweren Stand. Das sind alles relativ kleine Spieler, die dann gegen einen tiefstehenden Gegner in Zweikämpfe mit einigen echten Kanten gezwungen werden.
Das spiegelt sich heute dann auch zum wiederholten Male in der Zweikampfbilanz mit lediglich 40 Prozent wider. Die vier Abwehrspieler hatten dieses Mal eine echt gute Quote, aber im Mittelfeld gewinnen wir einfach zu wenige Duelle. Das ist für unsere Truppe allgemein und vor allem bei Luftzweikämpfen ein großes Problem. Außer Koch haben wir eigentlich keinen kopfballstarken Spieler in der Mannschaft. Das wird aber auch Riera nicht beheben können.
In der einen oder anderen 1v1 Situation hätte ich mir allerdings schon mehr Überzeugung gewünscht. Da kommt auch von Doan seit Wochen zu wenig, wenn er mal die Gelegenheit hat. Amaimouni hingegen hat das vor dem Führungstor wieder sehr gut gemacht. Der traut sich immer etwas zu. Er hat jetzt in fünf Einsätzen über jeweils 10-20 Minuten effektiv drei Torbeteiligungen gesammelt und scheint aktuell unser gefährlichster Offensivspieler zu sein. Da würde ich mir wünschen, dass das beim nächsten Heimspiel mit einem Startelfdebüt belohnt wird.
Ärgerlich ist dann natürlich, dass wir uns das Spiel hinten raus wieder mit einem individuellen Fehler kaputt machen und das Ergebnis nicht souverän über die Bühne bekommen. Beim Elfmeter mache ich Santos aber keinen großen Vorwurf. Er drückt sich so mit den Beinen ab, um in die Ecke zu springen, der Ball kommt dann aber relativ mittig. Dadurch schafft es Santos mit dem Körper nicht mehr rechtzeitig nach unten und der Ball rutscht durch. Sieht unglücklich aus, ist aber auch schon einige Male passiert. Im Zweifelsfall muss er halt noch einen Tick länger warten. Das war jedenfalls meine bevorzugte Taktik. Die richtig gut platzierten Elfer bekommst du als Torwart eh nicht.
Ganz am Ende schenken wir das Spiel sogar fast noch ganz her. Da werden sich jetzt viele wieder auf den Fehlpass von Santos stürzen, den man auch berechtigterweise kritisieren kann. Viel schlimmer ist für mich aber die Entstehung. Wir haben einen Freistoß in der gegnerischen Hälfte und bis auf den Schützen Dahoud stehen wirklich alle Spieler am gegnerischen Strafraum. Aber anstatt den Ball zu flanken, spielt Dahoud erst einen Doppelpass mit Santos nach hinten und bekommt den Ball dann unter Druck nicht mehr kontrolliert nach vorne. Anschließend gewinnen wir den zweiten Ball, aber Dahoud und Brown spielen trotzdem wieder nach ganz hinten zum Torwart zurück.
Was war denn bitteschön hier die Idee? Wir warten, bis alle Spieler wieder nach hinten gelaufen sind, um dann den Ball nach vorne ins Nichts zu schlagen? Klar waren wir in Unterzahl, aber dann verliere ich doch lieber vorne den Ball, statt hinten wieder einen Fehlpass zu provozieren. Natürlich muss Kaua den Ball dann lang schlagen, statt zu passen. Aber ich darf mich doch gar nicht erst in diese Situation bringen, wo wir dann hinten sogar drei gegen vier in Unterzahl sind. Immerhin bügelt es Dahoud mit dem Block dann wieder aus. Riera hat das schon richtig gesagt. Hört auf, so viel nach hinten und mit dem Torwart zu spielen. Das war völlig unnötig.
Natürlich darf man das Spiel jetzt auch nicht überbewerten. Union will wenig am Spiel teilnehmen und immer auf Konter sowie Standards spielen. Die sind für mich auch kein Gradmesser was die Stabilität unserer Defensive angeht. In den kommenden Spielen werden wir sicher noch anders gefordert. Dennoch habe ich heute viel Positives gesehen, das man aus dem Spiel ziehen und auf dem man aufbauen kann.
Danke👍👍👍👍👍
Danke für die gute Zusammenfassung
Top! Praktisch alles gesagt.
Vielleicht noch die Ergänzung: Im englischen stream wurde auf die erheblich verbesserte ball recovery quote hingewiesen, von zuvor durchschnittlich 15 Sekunden auf 10. Das war auch ohne Stoppuhr zu sehen und spiegelt tatsächlich schon eine andere Haltung (der Spieler) zum Spiel gegen den Ball. Das heißt eben, dass sie sich nach Verlust recht schnell wieder durchsetzen konnten. Dass der reine Zweikampfwert halt immer noch so schlecht dasteht, ist dann tatsächlich v.a. dem geschuldet, dass sie praktisch kein Luftduell gewinnen.
Vielleicht noch die Ergänzung: Im englischen stream wurde auf die erheblich verbesserte ball recovery quote hingewiesen, von zuvor durchschnittlich 15 Sekunden auf 10. Das war auch ohne Stoppuhr zu sehen und spiegelt tatsächlich schon eine andere Haltung (der Spieler) zum Spiel gegen den Ball. Das heißt eben, dass sie sich nach Verlust recht schnell wieder durchsetzen konnten. Dass der reine Zweikampfwert halt immer noch so schlecht dasteht, ist dann tatsächlich v.a. dem geschuldet, dass sie praktisch kein Luftduell gewinnen.
Es war ein Fortschritt im Vergleich mit der Zeit unter dem Interimsgespann. Aber es war aus meiner Sicht unter dem Strich keiner verglichen mit der Zeit, als Dino noch da war. Da ging nach vorne meist deutlich mehr. Dafür waren wir evtl. hinten anfälliger (wobei sich das erst noch herausstellen muss, da ein sehr formschwaches Union Berlin uns auch nie wirklich gefordert hat).
Jedenfalls hatte die Entlassung von Dino bisher noch keinen positiven Effekt. Ich war gar kein großer Dino-Fan, aber ich möchte das an der Stelle einfach nochmal herausstellen, weil es von vielen so dargestellt wurde und immer noch wird, als wäre Dino an allem Schuld gewesen. Wenn das so gewesen wäre, hätte man jetzt schon zumindest irgendeinen positiven Effekt nach seiner Freistellung sehen müssen. Den sehe ich unter dem Strich nicht. Und die unsachlichen Kritiker unseres letzten Trainers tauchen hier eigentlich nur auf, um die desaströsen Leistungen entweder schönzureden oder diese Dino in die Schuhe zu schieben. Da platzt mir der Kragen und ich finde, dass der ein oder andere sich gerne mal hinterfragen sollte.
Jedenfalls hatte die Entlassung von Dino bisher noch keinen positiven Effekt. Ich war gar kein großer Dino-Fan, aber ich möchte das an der Stelle einfach nochmal herausstellen, weil es von vielen so dargestellt wurde und immer noch wird, als wäre Dino an allem Schuld gewesen. Wenn das so gewesen wäre, hätte man jetzt schon zumindest irgendeinen positiven Effekt nach seiner Freistellung sehen müssen. Den sehe ich unter dem Strich nicht. Und die unsachlichen Kritiker unseres letzten Trainers tauchen hier eigentlich nur auf, um die desaströsen Leistungen entweder schönzureden oder diese Dino in die Schuhe zu schieben. Da platzt mir der Kragen und ich finde, dass der ein oder andere sich gerne mal hinterfragen sollte.
Vielen Dank für die Analyse, unterschreibe ich so eins zu eins. Ich kann auch die vielen negativen Statements nicht nachvollziehen. Forza SGE
Ich will auch noch einmal ein paar Worte zu unserem Interimstrainer sagen. Ich habe mir vorher nicht viel erwartet und dennoch war der Eindruck enttäuschend. Vielleicht hätte sich Schmitt mit den Ansagen etwas mehr zurückhalten sollen, denn am Ende hat sich fast nichts geändert. Aber ich habe in der Vergangenheit auch schon in der zweiten Mannschaft einige seiner Aussagen und Personalentscheidungen nicht nachvollziehen können. Da muss man auch ganz ehrlich sagen, dass er im Sommer Glück hatte, überhaupt weiterhin Trainer der zweiten Mannschaft zu bleiben.
Fairerweise muss man sagen, dass Schmitt in einer schwierigen Situation war. Die Mannschaft war in einem schlechten Zustand und total verunsichert. Einzelne Spieler wie Collins oder Bahoya waren so formschwach, dass du die eigentlich gar nicht mehr einsetzen konntest. Stützen wie Götze und Skhiri sind über ihrem Zenit, selbst ein Doan traut sich nichts mehr zu. Der einzige Lichtblick sind seit Wochen eigentlich nur die noch unbekümmerten Neuzugänge. Die wiederum durften in den beiden CL-Spielen nicht mitwirken, was die personellen Sorgen vergrößert hat. Dennoch war mir das insgesamt zu mutlos. Warum beispielsweise ein Amaimouni nach seinem Tor in Stuttgart und der Vorlage in Bremen in den folgenden beiden Ligaspielen jeweils wieder nur rund 20 Minuten ran darf, muss ich nicht verstehen.
Zudem ist Schmitt immer noch ein sehr junger und unerfahrener Trainer mit zwei Regionalligasaisons als höchstem Nachweis, der erst jetzt seine Pro-Lizenz abgeschlossen hat. Die Spieler wussten, dass er auf jeden Fall nur eine kurzfristige Interimslösung sein wird und wenn sie darüber hinaus überhaupt etwas über ihn wussten, dann den Fakt, dass er letzte Saison mit der zweiten Mannschaft abgestiegen ist. Das ist natürlich keine Position, in der man Autorität ausstrahlt und deshalb konnte es wohl auch kaum einen kurzfristigen Trainereffekt geben.
Leider hatte man in den eigenen Reihen auch keinen besseren Kandidaten zur Verfügung. Die Hängepartie der parallelen Trainersuche mit den kurzfristigen Mandatsverlängerungen hat natürlich ebenfalls nicht geholfen. Zuerst hieß es ja, dass das Duo Schmitt/Meier nur eine Partie bestreitet und der neue Trainer schon gegen Hoffenheim auf der Bank sitzt. Hoffenheim war dann auch der absolute Tiefpunkt. Dass sich die Mannschaft in der letzten halben Stunde aufgibt, darf einfach nicht passieren. Da war es meiner Meinung nach auch folgerichtig und die korrekte Reaktion, dass die Spieler erstmals seit zehn Jahren von der Kurve ausgepfiffen wurden.
Positiv rechne ich ihm an, dass er es in Aserbaidschan mal mit Uzun im Sturm probiert hat und mit einem Treffer belohnt wurde. Zudem ist es uns gegen Tottenham erstmals seit Wochen gelungen, uns spielerisch ein paar Mal unfallfrei von hinten zu lösen. Da gab es dann aber gegen Leverkusen prompt wieder den Rückfall. Was ich hingegen überhaupt nicht verstanden habe, waren jeweils die Einwechslungen von Doan gegen Tottenham und Bahoya gegen Leverkusen als Linksverteidiger. Klar, gegen Tottenham ging es um nichts mehr, aber da wechsle ich doch nicht beim Stand von 0:1 meinen vermeintlich besten Offensiven als Linksverteidiger in der Fünferkette ein. Und gegen Leverkusen hat Schmitt dann zwar die Dreierkette aufgelöst, indem er Koch als Kopfballspieler nach vorne beordert, bringt dann aber Bahoya links in der Viererkette, obwohl mit Kosugi ein gelernter Linksverteidiger auf der Bank sitzt.
Ich werde in diesem Leben zwar wahrscheinlich nie die Pro-Lizenz als Trainer machen, aber manchmal muss man sich echt fragen, was in den Köpfen von einigen Trainern vorgeht. Das war ja ungefähr so wild wie Nagelsmann, der Collins in der Nationalmannschaft in Ballbesitz effektiv als Rechtsaußen aufgestellt hat. Bei der Eintracht habe ich zuletzt eine solch bizarre Personalentscheidung gesehen, als Veh damals Marco Russ mal kurzzeitig ins linke Mittelfeld gestellt hat.
Einiges fällt natürlich auch in die Verantwortung der Spieler. Vor allem in der Verteidigung haben wir so viel Grundlegendes falsch gemacht und etliche individuelle Fehler produziert, dass du das als Trainer gar nicht alles auffangen kannst. Besonders auf den Außen zieht sich das schon durch die gesamte Saison. Da konnten wir zuletzt überhaupt nichts mehr verteidigen. Egal ob bei Diagonalbällen, Ballverlagerungen, Schnittstellenpässe, Hinterlaufen auf der Außenbahn, zu hohem Angriffspressing – da sind wir einfach in allen Situationen viel zu offen.
Besonders schlimm finde ich unser Abwehrverhalten aber bei Diagonalbällen und Spielverlagerungen auf die ballferne Seite. Mir ist bewusst, dass es taktisch gewollt ist, dem Gegner auf der ballfernen Seite nicht auf den Füßen zu stehen. Aber wir lassen da regelmäßig so viel Platz (schätzungsweise bis zu 30 Meter), dass der Gegner dann den Ball unbedrängt annehmen und frei in die Mitte spielen kann. So haben wir beispielsweise gegen Dortmund zuletzt durch zwei Diagonalbälle das erste sowie das dritte Gegentor gefangen. In Aserbaidschan fangen wir gleich dreimal dasselbe Gegentor. Beim dritten Gegentor in Aserbaidschan und beim dritten Gegentor in Stuttgart pennen wir außen jeweils mit Bahoya komplett und machen die Seite überhaupt nicht zu, sondern öffnen eine riesige Gasse für den Steckpass.
Da sind wir einfach viel zu passiv und viel zu weit vom Gegner weg, sodass wir überhaupt nicht mehr in die Situationen kommen, um eingreifen zu können. Brown hat das in der Hinrunde noch sensationell in den 1v1 Duellen geregelt. Vor allem das Spiel in Barcelona ist mir da in Erinnerung geblieben. Da empfand ich es schon als wahnwitzig, einem Lamine Yamal so viel Platz auf dem Flügel zu geben, um mit Tempo in die Dribblings zu gehen. Aber da war Brown auch noch der einzige Verteidiger mit Form und hat gefühlt jeden Gegenspieler verteidigt und kaltgestellt. Leider ist er seit der Rückrunde auch von der Rolle, bekommt auf Außen aber auch kaum Hilfe.
Wir doppeln quasi überhaupt nicht mehr. Keiner schließt die Lücken und auch in der Mitte sind wir dann jeweils so langsam, dass der Ball immer wieder durch unseren kompletten Fünfer laufen kann. Wir schaffen es kein einziges Mal, eine Hereingabe vorne am Fünfer zu verteidigen und sind zusätzlich noch so weit von den Gegnern entfernt, dass die trotzdem frei zum Abschluss kommen können. Auch bei hohen Flanken war das zuletzt ein Problem. Gegen Hoffenheim stehen Moerstedt und Kabak bei den ersten beiden Gegentoren teilweise am Fünfer vollkommen blank.
Gerade in diesem Bereichen kommt auf Riera massiv Arbeit zu. Ich hoffe ja auch deshalb auf einen Systemwechsel mit Viererkette, in der jeder Spieler dann klar seine Rolle und Abläufe kennt.
Fairerweise muss man sagen, dass Schmitt in einer schwierigen Situation war. Die Mannschaft war in einem schlechten Zustand und total verunsichert. Einzelne Spieler wie Collins oder Bahoya waren so formschwach, dass du die eigentlich gar nicht mehr einsetzen konntest. Stützen wie Götze und Skhiri sind über ihrem Zenit, selbst ein Doan traut sich nichts mehr zu. Der einzige Lichtblick sind seit Wochen eigentlich nur die noch unbekümmerten Neuzugänge. Die wiederum durften in den beiden CL-Spielen nicht mitwirken, was die personellen Sorgen vergrößert hat. Dennoch war mir das insgesamt zu mutlos. Warum beispielsweise ein Amaimouni nach seinem Tor in Stuttgart und der Vorlage in Bremen in den folgenden beiden Ligaspielen jeweils wieder nur rund 20 Minuten ran darf, muss ich nicht verstehen.
Zudem ist Schmitt immer noch ein sehr junger und unerfahrener Trainer mit zwei Regionalligasaisons als höchstem Nachweis, der erst jetzt seine Pro-Lizenz abgeschlossen hat. Die Spieler wussten, dass er auf jeden Fall nur eine kurzfristige Interimslösung sein wird und wenn sie darüber hinaus überhaupt etwas über ihn wussten, dann den Fakt, dass er letzte Saison mit der zweiten Mannschaft abgestiegen ist. Das ist natürlich keine Position, in der man Autorität ausstrahlt und deshalb konnte es wohl auch kaum einen kurzfristigen Trainereffekt geben.
Leider hatte man in den eigenen Reihen auch keinen besseren Kandidaten zur Verfügung. Die Hängepartie der parallelen Trainersuche mit den kurzfristigen Mandatsverlängerungen hat natürlich ebenfalls nicht geholfen. Zuerst hieß es ja, dass das Duo Schmitt/Meier nur eine Partie bestreitet und der neue Trainer schon gegen Hoffenheim auf der Bank sitzt. Hoffenheim war dann auch der absolute Tiefpunkt. Dass sich die Mannschaft in der letzten halben Stunde aufgibt, darf einfach nicht passieren. Da war es meiner Meinung nach auch folgerichtig und die korrekte Reaktion, dass die Spieler erstmals seit zehn Jahren von der Kurve ausgepfiffen wurden.
Positiv rechne ich ihm an, dass er es in Aserbaidschan mal mit Uzun im Sturm probiert hat und mit einem Treffer belohnt wurde. Zudem ist es uns gegen Tottenham erstmals seit Wochen gelungen, uns spielerisch ein paar Mal unfallfrei von hinten zu lösen. Da gab es dann aber gegen Leverkusen prompt wieder den Rückfall. Was ich hingegen überhaupt nicht verstanden habe, waren jeweils die Einwechslungen von Doan gegen Tottenham und Bahoya gegen Leverkusen als Linksverteidiger. Klar, gegen Tottenham ging es um nichts mehr, aber da wechsle ich doch nicht beim Stand von 0:1 meinen vermeintlich besten Offensiven als Linksverteidiger in der Fünferkette ein. Und gegen Leverkusen hat Schmitt dann zwar die Dreierkette aufgelöst, indem er Koch als Kopfballspieler nach vorne beordert, bringt dann aber Bahoya links in der Viererkette, obwohl mit Kosugi ein gelernter Linksverteidiger auf der Bank sitzt.
Ich werde in diesem Leben zwar wahrscheinlich nie die Pro-Lizenz als Trainer machen, aber manchmal muss man sich echt fragen, was in den Köpfen von einigen Trainern vorgeht. Das war ja ungefähr so wild wie Nagelsmann, der Collins in der Nationalmannschaft in Ballbesitz effektiv als Rechtsaußen aufgestellt hat. Bei der Eintracht habe ich zuletzt eine solch bizarre Personalentscheidung gesehen, als Veh damals Marco Russ mal kurzzeitig ins linke Mittelfeld gestellt hat.
Einiges fällt natürlich auch in die Verantwortung der Spieler. Vor allem in der Verteidigung haben wir so viel Grundlegendes falsch gemacht und etliche individuelle Fehler produziert, dass du das als Trainer gar nicht alles auffangen kannst. Besonders auf den Außen zieht sich das schon durch die gesamte Saison. Da konnten wir zuletzt überhaupt nichts mehr verteidigen. Egal ob bei Diagonalbällen, Ballverlagerungen, Schnittstellenpässe, Hinterlaufen auf der Außenbahn, zu hohem Angriffspressing – da sind wir einfach in allen Situationen viel zu offen.
Besonders schlimm finde ich unser Abwehrverhalten aber bei Diagonalbällen und Spielverlagerungen auf die ballferne Seite. Mir ist bewusst, dass es taktisch gewollt ist, dem Gegner auf der ballfernen Seite nicht auf den Füßen zu stehen. Aber wir lassen da regelmäßig so viel Platz (schätzungsweise bis zu 30 Meter), dass der Gegner dann den Ball unbedrängt annehmen und frei in die Mitte spielen kann. So haben wir beispielsweise gegen Dortmund zuletzt durch zwei Diagonalbälle das erste sowie das dritte Gegentor gefangen. In Aserbaidschan fangen wir gleich dreimal dasselbe Gegentor. Beim dritten Gegentor in Aserbaidschan und beim dritten Gegentor in Stuttgart pennen wir außen jeweils mit Bahoya komplett und machen die Seite überhaupt nicht zu, sondern öffnen eine riesige Gasse für den Steckpass.
Da sind wir einfach viel zu passiv und viel zu weit vom Gegner weg, sodass wir überhaupt nicht mehr in die Situationen kommen, um eingreifen zu können. Brown hat das in der Hinrunde noch sensationell in den 1v1 Duellen geregelt. Vor allem das Spiel in Barcelona ist mir da in Erinnerung geblieben. Da empfand ich es schon als wahnwitzig, einem Lamine Yamal so viel Platz auf dem Flügel zu geben, um mit Tempo in die Dribblings zu gehen. Aber da war Brown auch noch der einzige Verteidiger mit Form und hat gefühlt jeden Gegenspieler verteidigt und kaltgestellt. Leider ist er seit der Rückrunde auch von der Rolle, bekommt auf Außen aber auch kaum Hilfe.
Wir doppeln quasi überhaupt nicht mehr. Keiner schließt die Lücken und auch in der Mitte sind wir dann jeweils so langsam, dass der Ball immer wieder durch unseren kompletten Fünfer laufen kann. Wir schaffen es kein einziges Mal, eine Hereingabe vorne am Fünfer zu verteidigen und sind zusätzlich noch so weit von den Gegnern entfernt, dass die trotzdem frei zum Abschluss kommen können. Auch bei hohen Flanken war das zuletzt ein Problem. Gegen Hoffenheim stehen Moerstedt und Kabak bei den ersten beiden Gegentoren teilweise am Fünfer vollkommen blank.
Gerade in diesem Bereichen kommt auf Riera massiv Arbeit zu. Ich hoffe ja auch deshalb auf einen Systemwechsel mit Viererkette, in der jeder Spieler dann klar seine Rolle und Abläufe kennt.
DonGuillermo schrieb:
Hierbei stimme ich ihm auch in dem Punkt zu, dass die Verkündung der Aufstellung am Tag vor dem Spiel der perfekte Zeitpunkt ist. Wenn ein Spieler schon vorher Bescheid weiß, dass er spielen wird, hängt er sich im Training vielleicht nicht richtig rein. Erfährt ein Spieler erst am Spieltag oder kurz vor dem Spiel, dass er spielt oder auf der Bank sitzt, ist er im Vorfeld vielleicht zu nervös und dann kann ihn dieser positive oder negative Effekt der Freude/des Frusts im Spiel vielleicht zu sehr beeinflussen.
Ist das nicht eher die Regel, dass der Trainer der Mannschaft am Tag vor dem Spiel die Aufstellung mitteilt? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals thematisiert wurde. Dennoch würde es mich überraschen, wenn die Mannschaft in der Vergangenheit die Aufstellung erst kurz vor dem Spiel erfahren hat oder Tage vorher. Eben aus den von dir genannten Gründen.
bils schrieb:DonGuillermo schrieb:
Hierbei stimme ich ihm auch in dem Punkt zu, dass die Verkündung der Aufstellung am Tag vor dem Spiel der perfekte Zeitpunkt ist. Wenn ein Spieler schon vorher Bescheid weiß, dass er spielen wird, hängt er sich im Training vielleicht nicht richtig rein. Erfährt ein Spieler erst am Spieltag oder kurz vor dem Spiel, dass er spielt oder auf der Bank sitzt, ist er im Vorfeld vielleicht zu nervös und dann kann ihn dieser positive oder negative Effekt der Freude/des Frusts im Spiel vielleicht zu sehr beeinflussen.
Ist das nicht eher die Regel, dass der Trainer der Mannschaft am Tag vor dem Spiel die Aufstellung mitteilt? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals thematisiert wurde. Dennoch würde es mich überraschen, wenn die Mannschaft in der Vergangenheit die Aufstellung erst kurz vor dem Spiel erfahren hat oder Tage vorher. Eben aus den von dir genannten Gründen.
Wie das bisher im Einzelnen gehandhabt wird, kann ich dir auch nicht genau sagen. Bei Dino war es soweit ich weiß öfter so, dass das Abschlusstraining erst nach der Spieltagspressekonferenz war. Dementsprechend hat er da dann zumindest öffentlich oft gesagt, dass er erst das Abschlusstraining abwarten muss, bevor er auch der Mannschaft etwas zur Aufstellung sagen kann. Wann genau das dann passiert ist, kann ich natürlich nicht sagen. Bei einzelnen Spielern hat Dino wiederum hin und wieder auch auf der PK bestätigt, dass sie von Anfang an spielen werden.
Bei Riera scheint es ja aber wie gesagt so zu sein, dass er das bereits vor dem Abschlusstraining den Spielern mitteilt, damit die erste Elf im Mannschaftsspiel noch einmal gezielt auf den aktuellen Gegner gerichtet die Inhalte einüben kann. Und zu einzelnen Spielern will Riera ja wohl allgemein öffentlich nichts sagen.
Ich meine mich erinnern zu können, dass vor allem bei Abendspielen im Ausland die Gegnerbesprechung auch öfters erst mittags am Spieltag im Mannschaftshotel vorgenommen wurde. Da musst du ja auch in der Regel schon einen Tag vorher anreisen und absolvierst die Pressekonferenz und das Abschlusstraining erst vor Ort. Wenn ich die Bilder richtig im Kopf habe, wurde die Aufstellung für das Pokalfinale 2018 der Mannschaft auch erst am Spieltag mitgeteilt. Aber das wäre auch so ein Spiel, wo ich sage, dass es sinnvoll ist, die Spannung so lange wie möglich hochzuhalten. Zumal man auch da wahrscheinlich mindestens einen, eher zwei Tage vorher schon anreist.
Ich muss auch gestehen, dass ich wahrscheinlich selten aufgeregter vor einem normalen Bundesligaspiel war. Wie gesagt, bei Riera geht für mich die Schere zwischen "perfekter Fit" und "absolute Implosion" wirklich weit auseinander. Wenn ich sein Spieler wäre, fände ich sein Gehabe ehrlich gesagt jetzt schon etwas over the top. Deshalb bin ich wirklich gespannt, ob er den Spielern schon kurzfristig etwas vermitteln kann und ob sich das mit seiner Art dann auch langfristig aufrecht erhalten lässt. Es waren ja wohl heute schon rund eineinhalb Stunden Mannschaftsbesprechung und dann noch mal ein um eine halbe Stunde überzogenes Abschlusstraining. Immerhin scheint er sich bei den Spielern die nötige Rückversicherung einzuholen, dass diese auch alles verstanden haben.
Bei den Aussagen waren aber einige interessante Inhalte dabei. Zuerst einmal soll sich alles grundlegend ändern, selbst die Einwürfe. Das haben wir aber auch bitter nötig. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt mal einen Einwurf schnell ausgeführt haben. Stattdessen warten wir jedes Mal mindestens 30 Sekunden, bis sich der Gegner wieder komplett sortiert und in der Ordnung aufgestellt hat. Und das ist kein exklusives Problem bei den Einwürfen, wir sind vielmehr in allen Passagen des Spiels viel zu langsam.
Dass weniger über den Torwart und ja allgemein nicht so viel nach hinten gespielt werden soll, stimmt mich auch schon mal positiv. Ich habe das ohnehin nie verstanden, dass jedes Team fein von hinten heraus spielen will, obwohl dafür meist schlichtweg die Spieler fehlen. Im Fall von Kaua ist es auch sinnvoll, einen jungen und verunsicherten Torwart nicht noch mehr mit schlechten und gefährlichen Rückpässen unter Druck zu setzen. Das ist gerade zuletzt gegen Leverkusen, mehrmals auch noch auf den schwachen Fuß gespielt, zu oft passiert. Da schiebt jeder einfach nur die Verantwortung weiter, um bloß selbst keinen Fehler zu machen.
In der Hinsicht ist Riera ja vor allem das Positionsspiel ohne Ball wichtig und dass die Spieler flexibel sind. Das sind auch klassische Punkte aus der spanischen Ausbildung. Wenn er das bei uns etablieren kann, dürfte unser Aufbauspiel tatsächlich konstruktiv und progressiv aussehen und kein ewiges Ballgeschiebe in der Abwehrreihe sein, bis dann ein Spieler als arme Sau angesichts des pressenden Gegners einen unkontrollierten Ball unter Bedrängnis spielen muss.
Dass er grundsätzlich viel rotieren möchte, um alle Spieler mitzunehmen und auch die Aufstellung und Taktik an den jeweiligen Gegner anpasst, sehe ich ebenfalls sehr positiv. Das ist für mich im modernen Fußball auch ein absolutes Muss, wenn du kein Überteam stellst. Riera hat zwar seine Überzeugungen und will ja seinen eigenen Spielstil und seine eigenen Konzepte auch gegen jeden Gegner durchdrücken, aber dass da zumindest die Stärken und der Stil des Gegners in der Vorbereitung ebenfalls beachtet werden, beruhigt mich in dieser Hinsicht schon einmal. Er hat da auch einen recht kompetenten Eindruck gemacht, als es darum ging, den Spielstil von Union zu charakterisieren.
Super interessant finde ich auch, dass er beim Mannschaftsspiel im Abschlusstraining wohl immer seine erste Elf stellt und das gegnerische Team von der Spielweise den kommenden Gegner simulieren soll. Das kenne ich so nur aus dem Football, wo häufig die Practice Squad eines Teams in der Trainingswoche das Scout Team bildet und den Gegner und dessen Tendenzen offensiv wie defensiv bestmöglich spiegeln soll.
Hierbei stimme ich ihm auch in dem Punkt zu, dass die Verkündung der Aufstellung am Tag vor dem Spiel der perfekte Zeitpunkt ist. Wenn ein Spieler schon vorher Bescheid weiß, dass er spielen wird, hängt er sich im Training vielleicht nicht richtig rein. Erfährt ein Spieler erst am Spieltag oder kurz vor dem Spiel, dass er spielt oder auf der Bank sitzt, ist er im Vorfeld vielleicht zu nervös und dann kann ihn dieser positive oder negative Effekt der Freude/des Frusts im Spiel vielleicht zu sehr beeinflussen.
In gewissen Situationen ist es sicherlich auch sinnvoll, erst kurzfristiger die eine oder andere Position zu bestimmen und so Reizpunkte zu setzen. Grundsätzlich halte ich es aber für vollkommen stimmig, das jeder Spieler am Tag vor dem Spiel seine Rolle für genau dieses Spiel kennt, diese Rolle im Mannschaftstraining nach der Gegneranalyse einübt und danach noch genügend Zeit hat, um sich mental (und vielleicht auch noch mal mit dem entsprechenden Videomaterial) darauf vorzubereiten. Das wäre mir als Spieler auch lieber, als den Input erst kurz vor dem Spiel zu bekommen.
Bei den Aussagen waren aber einige interessante Inhalte dabei. Zuerst einmal soll sich alles grundlegend ändern, selbst die Einwürfe. Das haben wir aber auch bitter nötig. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt mal einen Einwurf schnell ausgeführt haben. Stattdessen warten wir jedes Mal mindestens 30 Sekunden, bis sich der Gegner wieder komplett sortiert und in der Ordnung aufgestellt hat. Und das ist kein exklusives Problem bei den Einwürfen, wir sind vielmehr in allen Passagen des Spiels viel zu langsam.
Dass weniger über den Torwart und ja allgemein nicht so viel nach hinten gespielt werden soll, stimmt mich auch schon mal positiv. Ich habe das ohnehin nie verstanden, dass jedes Team fein von hinten heraus spielen will, obwohl dafür meist schlichtweg die Spieler fehlen. Im Fall von Kaua ist es auch sinnvoll, einen jungen und verunsicherten Torwart nicht noch mehr mit schlechten und gefährlichen Rückpässen unter Druck zu setzen. Das ist gerade zuletzt gegen Leverkusen, mehrmals auch noch auf den schwachen Fuß gespielt, zu oft passiert. Da schiebt jeder einfach nur die Verantwortung weiter, um bloß selbst keinen Fehler zu machen.
In der Hinsicht ist Riera ja vor allem das Positionsspiel ohne Ball wichtig und dass die Spieler flexibel sind. Das sind auch klassische Punkte aus der spanischen Ausbildung. Wenn er das bei uns etablieren kann, dürfte unser Aufbauspiel tatsächlich konstruktiv und progressiv aussehen und kein ewiges Ballgeschiebe in der Abwehrreihe sein, bis dann ein Spieler als arme Sau angesichts des pressenden Gegners einen unkontrollierten Ball unter Bedrängnis spielen muss.
Dass er grundsätzlich viel rotieren möchte, um alle Spieler mitzunehmen und auch die Aufstellung und Taktik an den jeweiligen Gegner anpasst, sehe ich ebenfalls sehr positiv. Das ist für mich im modernen Fußball auch ein absolutes Muss, wenn du kein Überteam stellst. Riera hat zwar seine Überzeugungen und will ja seinen eigenen Spielstil und seine eigenen Konzepte auch gegen jeden Gegner durchdrücken, aber dass da zumindest die Stärken und der Stil des Gegners in der Vorbereitung ebenfalls beachtet werden, beruhigt mich in dieser Hinsicht schon einmal. Er hat da auch einen recht kompetenten Eindruck gemacht, als es darum ging, den Spielstil von Union zu charakterisieren.
Super interessant finde ich auch, dass er beim Mannschaftsspiel im Abschlusstraining wohl immer seine erste Elf stellt und das gegnerische Team von der Spielweise den kommenden Gegner simulieren soll. Das kenne ich so nur aus dem Football, wo häufig die Practice Squad eines Teams in der Trainingswoche das Scout Team bildet und den Gegner und dessen Tendenzen offensiv wie defensiv bestmöglich spiegeln soll.
Hierbei stimme ich ihm auch in dem Punkt zu, dass die Verkündung der Aufstellung am Tag vor dem Spiel der perfekte Zeitpunkt ist. Wenn ein Spieler schon vorher Bescheid weiß, dass er spielen wird, hängt er sich im Training vielleicht nicht richtig rein. Erfährt ein Spieler erst am Spieltag oder kurz vor dem Spiel, dass er spielt oder auf der Bank sitzt, ist er im Vorfeld vielleicht zu nervös und dann kann ihn dieser positive oder negative Effekt der Freude/des Frusts im Spiel vielleicht zu sehr beeinflussen.
In gewissen Situationen ist es sicherlich auch sinnvoll, erst kurzfristiger die eine oder andere Position zu bestimmen und so Reizpunkte zu setzen. Grundsätzlich halte ich es aber für vollkommen stimmig, das jeder Spieler am Tag vor dem Spiel seine Rolle für genau dieses Spiel kennt, diese Rolle im Mannschaftstraining nach der Gegneranalyse einübt und danach noch genügend Zeit hat, um sich mental (und vielleicht auch noch mal mit dem entsprechenden Videomaterial) darauf vorzubereiten. Das wäre mir als Spieler auch lieber, als den Input erst kurz vor dem Spiel zu bekommen.
DonGuillermo schrieb:
Ich muss auch gestehen, dass ich wahrscheinlich selten aufgeregter vor einem normalen Bundesligaspiel war. Wie gesagt, bei Riera geht für mich die Schere zwischen "perfekter Fit" und "absolute Implosion" wirklich weit auseinander. Wenn ich sein Spieler wäre, fände ich sein Gehabe ehrlich gesagt jetzt schon etwas over the top. Deshalb bin ich wirklich gespannt, ob er den Spielern schon kurzfristig etwas vermitteln kann und ob sich das mit seiner Art dann auch langfristig aufrecht erhalten lässt. Es waren ja wohl heute schon rund eineinhalb Stunden Mannschaftsbesprechung und dann noch mal ein um eine halbe Stunde überzogenes Abschlusstraining. Immerhin scheint er sich bei den Spielern die nötige Rückversicherung einzuholen, dass diese auch alles verstanden haben.
Bei den Aussagen waren aber einige interessante Inhalte dabei. Zuerst einmal soll sich alles grundlegend ändern, selbst die Einwürfe. Das haben wir aber auch bitter nötig. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt mal einen Einwurf schnell ausgeführt haben. Stattdessen warten wir jedes Mal mindestens 30 Sekunden, bis sich der Gegner wieder komplett sortiert und in der Ordnung aufgestellt hat. Und das ist kein exklusives Problem bei den Einwürfen, wir sind vielmehr in allen Passagen des Spiels viel zu langsam.
Dass weniger über den Torwart und ja allgemein nicht so viel nach hinten gespielt werden soll, stimmt mich auch schon mal positiv. Ich habe das ohnehin nie verstanden, dass jedes Team fein von hinten heraus spielen will, obwohl dafür meist schlichtweg die Spieler fehlen. Im Fall von Kaua ist es auch sinnvoll, einen jungen und verunsicherten Torwart nicht noch mehr mit schlechten und gefährlichen Rückpässen unter Druck zu setzen. Das ist gerade zuletzt gegen Leverkusen, mehrmals auch noch auf den schwachen Fuß gespielt, zu oft passiert. Da schiebt jeder einfach nur die Verantwortung weiter, um bloß selbst keinen Fehler zu machen.
In der Hinsicht ist Riera ja vor allem das Positionsspiel ohne Ball wichtig und dass die Spieler flexibel sind. Das sind auch klassische Punkte aus der spanischen Ausbildung. Wenn er das bei uns etablieren kann, dürfte unser Aufbauspiel tatsächlich konstruktiv und progressiv aussehen und kein ewiges Ballgeschiebe in der Abwehrreihe sein, bis dann ein Spieler als arme Sau angesichts des pressenden Gegners einen unkontrollierten Ball unter Bedrängnis spielen muss.
Dass er grundsätzlich viel rotieren möchte, um alle Spieler mitzunehmen und auch die Aufstellung und Taktik an den jeweiligen Gegner anpasst, sehe ich ebenfalls sehr positiv. Das ist für mich im modernen Fußball auch ein absolutes Muss, wenn du kein Überteam stellst. Riera hat zwar seine Überzeugungen und will ja seinen eigenen Spielstil und seine eigenen Konzepte auch gegen jeden Gegner durchdrücken, aber dass da zumindest die Stärken und der Stil des Gegners in der Vorbereitung ebenfalls beachtet werden, beruhigt mich in dieser Hinsicht schon einmal. Er hat da auch einen recht kompetenten Eindruck gemacht, als es darum ging, den Spielstil von Union zu charakterisieren.
Super interessant finde ich auch, dass er beim Mannschaftsspiel im Abschlusstraining wohl immer seine erste Elf stellt und das gegnerische Team von der Spielweise den kommenden Gegner simulieren soll. Das kenne ich so nur aus dem Football, wo häufig die Practice Squad eines Teams in der Trainingswoche das Scout Team bildet und den Gegner und dessen Tendenzen offensiv wie defensiv bestmöglich spiegeln soll.
Hierbei stimme ich ihm auch in dem Punkt zu, dass die Verkündung der Aufstellung am Tag vor dem Spiel der perfekte Zeitpunkt ist. Wenn ein Spieler schon vorher Bescheid weiß, dass er spielen wird, hängt er sich im Training vielleicht nicht richtig rein. Erfährt ein Spieler erst am Spieltag oder kurz vor dem Spiel, dass er spielt oder auf der Bank sitzt, ist er im Vorfeld vielleicht zu nervös und dann kann ihn dieser positive oder negative Effekt der Freude/des Frusts im Spiel vielleicht zu sehr beeinflussen.
In gewissen Situationen ist es sicherlich auch sinnvoll, erst kurzfristiger die eine oder andere Position zu bestimmen und so Reizpunkte zu setzen. Grundsätzlich halte ich es aber für vollkommen stimmig, das jeder Spieler am Tag vor dem Spiel seine Rolle für genau dieses Spiel kennt, diese Rolle im Mannschaftstraining nach der Gegneranalyse einübt und danach noch genügend Zeit hat, um sich mental (und vielleicht auch noch mal mit dem entsprechenden Videomaterial) darauf vorzubereiten. Das wäre mir als Spieler auch lieber, als den Input erst kurz vor dem Spiel zu bekommen.
Alles zweifelsfrei richtig und unterschreibbar... Ich will es auch null kritisieren! Dennoch ist es mir am Ende zu verkopft...
Ich glaube, Du sprichst viele Wahrheiten aus, die aber wenig Erkenntnisse mit sich bringen.
Nicht etwa, weil Du dies3 nicht liefern würdest (oder musst), Du hast das super erklärt und rausgearbeitet! Aber weil es noch keinerlei Referenz dazu gibt, ob unsere aktuellen Spieler das auch können und umsetzen werden.
Ich habe aber ein absolut positives Gefühl (gebe aber auch zu, das ich mich schnell und sogar gerne verblenden lasse und die etwas reisserischen Auftritte cool findesmile: und ich möchte gerne glauben, dass der gefühlte Hype der Auftakt zu etwas Neuem, Großen und vor allem Nachhaltigen ist.....
Ob Riera ein echter Adler wird, bleibt abzuwarten. Er ist natürlich zuerst ein Söldner und ich hoffe, er steckt sich an....
Forza!
DonGuillermo schrieb:
Hierbei stimme ich ihm auch in dem Punkt zu, dass die Verkündung der Aufstellung am Tag vor dem Spiel der perfekte Zeitpunkt ist. Wenn ein Spieler schon vorher Bescheid weiß, dass er spielen wird, hängt er sich im Training vielleicht nicht richtig rein. Erfährt ein Spieler erst am Spieltag oder kurz vor dem Spiel, dass er spielt oder auf der Bank sitzt, ist er im Vorfeld vielleicht zu nervös und dann kann ihn dieser positive oder negative Effekt der Freude/des Frusts im Spiel vielleicht zu sehr beeinflussen.
Ist das nicht eher die Regel, dass der Trainer der Mannschaft am Tag vor dem Spiel die Aufstellung mitteilt? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals thematisiert wurde. Dennoch würde es mich überraschen, wenn die Mannschaft in der Vergangenheit die Aufstellung erst kurz vor dem Spiel erfahren hat oder Tage vorher. Eben aus den von dir genannten Gründen.
mittelbucher schrieb:SemperFi schrieb:mittelbucher schrieb:
Harmut Scherzer hat seine Frage auf englisch gestellt, soviel dazu.
Besseres Englisch als einige der jüngeren Kollegen.
Absolut. Freut mich sehr, ist schon eine echte Institution da.
Als die Eintracht letzten Sommer ihr Trainingslager in den USA hatten, wurde Hartmut Scherzer interviewt.
Er erzählte von seinen Begegnungen mit Muhammad Ali und "Rumble in the jungle".
Auf Frankfordderisch wird er sich ja mit Ali ja wohl kaum unterhalten haben.
Meine Verwandschaft ist teilweise auch jenseits der 80 und spricht super englisch.
Keine Ahnung warum manche automatisch glauben, dass ältere Menschen in Deutschland unmöglich englisch sprechen können
Eben. Auch wenn Hartmut Scherzer heutzutage wahrscheinlich nur noch aus Kulanz den Pressekonferenzen beiwohnen darf und gar nicht mehr aktiv für ein Medium arbeitet , ändert das nichts daran, dass er im Frankfurter und im deutschlandweiten Sportjournalismus eine ganz große Nummer ist. Der ist früher zu zig internationalen Sportevents gereist, hat auch für englischsprachige Medien berichtet und war gerade einigen Boxern wie auch Muhammad Ali eng verbunden. Die Geschichte aus dem Trainingslager, als er zusammen mit Rasmus Kristensen das Muhammad Ali Center in Louisville besucht und dort seine Geschichten erzählt hat, ist mir da beispielsweise in Erinnerung geblieben. Ist insofern also nicht überraschend, dass er auch im hohen Alter noch passables Englisch spricht. Überraschend war für mich tatsächlich nur, dass er auf Englisch sogar flüssiger spricht als meist auf Deutsch
Ansonsten wird mir in Deutschland wegen der Sprache eh zu viel Geschiss gemacht. Die einen beschweren sich, warum der neue Trainer kein Deutsch spricht, die anderen jammern rum, weil er nicht im perfekten Oxford-Englisch parliert. Wenn das ein deutscher Trainer im Ausland wäre, würden bestimmt wieder genügend Leute über das angeblich schlechte Englisch und den schlimmen Akzent lästern. Klar, Riera spricht auf Englisch auch mal ein Wort falsch aus und macht ein paar grammatikalische Fehler, aber der Mann ist Fußballtrainer und kein Linguist. Für die Aufgabe ist sein Englisch mehr als gut genug. Die Spieler sind schließlich auch nicht alle wissenschaftliche Gelehrte.
Für die Leute, die überhaupt kein Englisch sprechen und die Pressekonferenzen gerne im Original verfolgen würden, tut es mir natürlich leid. Ich halte eine Übersetzung innerhalb der PK aber auch aus mehreren Gründen für eine suboptimale Lösung. Es ist heutzutage nun mal so, dass gerade in Unternehmen mit vielen internationalen Beschäftigten (und da gehört bei den meisten Bundesligisten zumindest das Team dazu) die Arbeitssprache Englisch ist. Die Journalisten bekommen es auch alle zumindest vernünftig hin. Grundsätzlich verwendet Riera eine recht einfache und bildhafte Sprache, die man trotz des spanischen Akzents gut verstehen kann. Da habe ich schon ganz andere Kollegen gehört.
Ansonsten wird mir in Deutschland wegen der Sprache eh zu viel Geschiss gemacht. Die einen beschweren sich, warum der neue Trainer kein Deutsch spricht, die anderen jammern rum, weil er nicht im perfekten Oxford-Englisch parliert. Wenn das ein deutscher Trainer im Ausland wäre, würden bestimmt wieder genügend Leute über das angeblich schlechte Englisch und den schlimmen Akzent lästern. Klar, Riera spricht auf Englisch auch mal ein Wort falsch aus und macht ein paar grammatikalische Fehler, aber der Mann ist Fußballtrainer und kein Linguist. Für die Aufgabe ist sein Englisch mehr als gut genug. Die Spieler sind schließlich auch nicht alle wissenschaftliche Gelehrte.
Für die Leute, die überhaupt kein Englisch sprechen und die Pressekonferenzen gerne im Original verfolgen würden, tut es mir natürlich leid. Ich halte eine Übersetzung innerhalb der PK aber auch aus mehreren Gründen für eine suboptimale Lösung. Es ist heutzutage nun mal so, dass gerade in Unternehmen mit vielen internationalen Beschäftigten (und da gehört bei den meisten Bundesligisten zumindest das Team dazu) die Arbeitssprache Englisch ist. Die Journalisten bekommen es auch alle zumindest vernünftig hin. Grundsätzlich verwendet Riera eine recht einfache und bildhafte Sprache, die man trotz des spanischen Akzents gut verstehen kann. Da habe ich schon ganz andere Kollegen gehört.
Danke für deine Ausführungen, ich mag eigentlich die Fragen von Hartmut Scherzer und seine tiefe Stimme. Leider hatte ich nie ein Bild oder Werdegang von ihm im Kopf. Es wird leider auch nie auf die Journalisten geschwenkt bei der PK.
Viele Ältere Semester hatte gerade auch in der Nachkriegszeit Kontakt zu und mit Amerikanischen Soldaten und G.I.s, daher können viele ein passables Alltagsenglisch. In fast jeder Stadt war ja auch eine amerikanische Kaserne im Rhein-Main-Gebiet uns sogar Elvis war hier.
Selbst Sonja Pahl fand ich auf englisch überraschend gut, ihre deutschen Fragen sind ja eher banal.
Viele Ältere Semester hatte gerade auch in der Nachkriegszeit Kontakt zu und mit Amerikanischen Soldaten und G.I.s, daher können viele ein passables Alltagsenglisch. In fast jeder Stadt war ja auch eine amerikanische Kaserne im Rhein-Main-Gebiet uns sogar Elvis war hier.
Selbst Sonja Pahl fand ich auf englisch überraschend gut, ihre deutschen Fragen sind ja eher banal.
DonGuillermo schrieb:
Insgesamt eine starke kämpferische Leistung der Jungs, die sich ins Elfmeterschießen gerettet haben. Fairerweise muss man sagen, dass Bilbao die deutlich bessere Mannschaft und gerade über weite Teile der ersten Halbzeit drückend überlegen war. Da hatte man großes Glück, nicht schon deutlicher in Rückstand zu geraten. Von der Passqualität, der Auffassungsgabe und auch der Zweikampfhärte waren die schon eine Klasse besser, aber die Jungs von Bilbao spielen auch fast ausschließlich schon dritte und vierte spanische Liga. Zudem war Bilbao in der Ligaphase ja nicht umsonst eines der Topteams und hat allgemein eine der besten Jugendabteilungen weltweit.
Mit einem frühen Rückstand und einer mutmaßlich schweren Knieverletzung von Neuendorff hätte das Spiel eigentlich nicht schlechter starten können. Besonders bitter für Nilo, der erst vor eineinhalb Monaten seinen ersten Profivertrag erhalten hat. Hoffentlich hat es nicht den Knorpel oder das Kreuzband getroffen. Zwischenzeitlich sah es sogar so aus, als müsste auch noch Siljevic verletzt raus. Gegen Ende der ersten Halbzeit haben sich die Jungs dann aber gefangen. Nachdem Eisele schon einige Minuten vorher eine Flanke leicht in Rückenlage erwischt und deshalb aus zwei Metern daneben gesetzt hatte, gab es dann nach einer Ecke aus ähnlicher Position per Flugkopfball den Ausgleich. Leider hat man sich noch kurz vor der Halbzeit den erneuten Rückstand eingehandelt.
Allgemein muss man sagen, dass die Jungs ironischerweise dieselben Schwächen wie zuletzt die Profis aufgewiesen haben. Die Außen haben wir quasi überhaupt nicht verteidigen können, da war auch fast immer die Schnittstelle für Steilpässe offen. So hat Bilbao uns oft (zum Teil auch mit einem hinterlaufenden Spieler in Überzahl) überlaufen und konnte viele freie Bälle in die Mitte spielen. Und auch bei Ecken hat man ähnlich katastrophal wie schon bei Barca verteidigt, allein Larrea kam in der ersten Halbzeit dreimal komplett frei zum Kopfball, hat aber glücklicherweise alle Versuche knapp daneben gesetzt.
In der zweiten Halbzeit dann den einen Konter gesetzt, bei dem Gauli schön den Steilpass von Ilicevic antizipiert und dann noch gerade so vor dem Torwart sensationell rüber auf Dzanovic gelegt hat. Er war mir in der einen oder anderen Situation ansonsten wieder zu lässig und hätte als frischer Mann auch mehr ins Angriffspressing investieren können, aber das war eine klasse Aktion. Ansonsten kann man sich bei Siljevic bedanken, der auf der Linie und im Eins-gegen-Eins gewohnt stark reagiert und die Mannschaft mehrmals im Spiel gehalten hat. In der zweiten Mannschaft offenbart er in der Strafraumbeherrschung und der Ballbehandlung mit dem Fuß noch einige Schwächen, aber heute hat er das Weiterkommen nicht zuletzt mit zwei Paraden im Elfmeterschießen gerettet.
Denn auch das Elfmeterschießen hat mit dem Fehlschuss von Ilicevic denkbar schlecht begonnen. Hier verstehe ich aber auch nicht ganz, warum man ausgerechnet dem jüngsten Spieler auf dem Feld die Verantwortung als erster Schütze gibt. Aber vielleicht wollte er auch selbst genau an dieser Position schießen. Die anderen Jungs dafür alle super souverän. Und da war richtig Druck drauf, weil hinter dem Tor, auf das geschossen wurde, der Hardcore Block von Athletic stand. Der hat die Jungs mit allen Mitteln verunsichern wollen. Man hat unter anderem ganz gut aus der Audiospur herausgehört, dass Siljevic ständig mit einem der wenigen deutschen Wörter bedacht wurde, das wohl auch die Spanier kannten und das in deutschen Stadien früher vor allem an einen gewissen Dietmar H. adressiert war.
Freut mich ungemein für die Jungs, dass sie in der Youth League diesen Achtungserfolg feiern konnten. Das haben sie sich nach der starken Ligaphase und den bitteren Pleiten gegen Atlético, Liverpool und Barca auch verdient. Zudem das zweite Elfmeterschießen nach dem Pokalachtelfinale gegen Leipzig in dieser Saison gewonnen, was mental auch wichtig ist, nachdem die letzten zwei Saisons gleich drei wichtige Elfmeterschießen verloren gegangen sind.
Danke für den tollen Bericht!
Weiß man schon wann das Achtelfinale stattfindet und gegen wen?
Das Achtelfinale findet entweder am 24. oder 25. Februar statt. Auslosung ist am Freitag um 13 Uhr. Dann wird auch gleich der gesamte Turnierbaum bis zum Finale gelost. Soweit ich weiß, gibt es ab dem Achtelfinale eine freie Auslosung. Wir könnten also auf sämtliche Gegner treffen, die sich gestern und heute durchgesetzt haben und sowohl ein Heim- als auch ein Auswärtsspiel zugelost bekommen.
Insgesamt finde ich die ersten Eindrücke von Albert Riera ordentlich, solange es sich auch in diesem Rahmen hält. Auch wenn ich grundsätzlich ruhigere Typen an der Seitenlinie bevorzuge, bin ich ja durchaus ein Freund von Trainern wie Diego Simeone oder José Mourinho. Sie sind schwierig im Umgang, nehmen damit aber auch Druck von den Spielern und schaffen in der Kabine oft eine verschworene Einheit. Bei Riera waren aber eben schon einige Geschichten dabei, die in meinen Augen drüber sind. Da hat er ja aber Besserung gelobt.
Seine Ausführungen zur Mannschaftsführung haben mir schon einmal sehr gut gefallen. Seine Spielidee ist ja grundsätzlich auch klar, da ist er jetzt aber nicht tiefer drauf eingegangen. Insgesamt hat er einige Fragen nur oberflächlich beantwortet oder offensichtlich etwas daran vorbeigeredet. Das muss er aber auch nicht anders handhaben. Entscheidend ist, dass es die Spieler verstehen und auf dem Platz umsetzen. Und da kann eine andere, durchaus auch weniger detailreiche, Kommunikation als unter Dino schon helfen.
Denn bemerkenswert waren im Rahmen dieser Pressekonferenz schon einige Aussagen von Krösche, die man durchaus als verbale Breitseiten in Richtung Toppmöller interpretieren kann. Insbesondere eben zum Sachverhalt Mannschaftsführung, Kommunikation, Disziplin. Da muss in letzter Zeit ja tatsächlich doch einiges mehr im Argen gelegen haben als nur die Spielweise. Das hat sich dann durchaus auch im Auftreten der Mannschaft auf dem Platz widergespiegelt. Offensichtlich hat man jetzt noch einigermaßen zeitig die Reißleine gezogen. Denn der Trend war ja schon seit geraumer Zeit trotz der akzeptablen Position eindeutig negativ. Und letztendlich ist Dino Toppmöller als bisheriger Chefcoach für den desolaten Zustand der Mannschaft verantwortlich.
Überhaupt möchte ich an dieser Stelle noch einmal eine Sache anbringen, die ich im privaten Rahmen schon häufig erwähnt habe. So sehr ich Dino auch mag und seine Leistung als Trainer schätze, so schlecht hatte er glaube ich seinen ursprünglichen Trainerstab zusammengestellt. Erwin Bradasch wurde ja als Vertrauter aus Luxemburg mitgebracht. Der musste auf Druck vom Verein schon nach einem Jahr gehen und wurde durch Jan Fießer und Xaver Zembrod ersetzt, die ja durchaus einen Anteil an der Steigerung und der erfolgreichen zweiten Saison hatten. Bezeichnend, dass Bradasch seit nun knapp zwei Jahren noch keine neue Trainerstelle gefunden hat. Und Stefan Buck, der im Trainerteam explizit für die Defensive und die Standards zuständig war, war wohl zuletzt der schlechteste Co-Trainer der Liga, wenn ich mir anschaue, was in diesen Bereichen alles schiefgelaufen ist.
Im Zuge dessen bin ich auch auf das neue Trainerteam gespannt. Lorenzo Dolcetti hat als Analyst angefangen und wird da vermutlich wie bisher Nélson Morgado die Schnittstelle zu diesem Bereich sein. Laut Riera ist er innerhalb seines Trainerteams auch für die Standards zuständig und wird diese Aufgabe damit von Stefan Buck übernehmen. Da er zudem einen Hintergrund als Techniktrainer besitzt und auch sein Vater seit vielen Jahren Techniktrainer im Team von Max Allegri bei Spitzenteams wie Juve und Milan ist, verspreche ich mir da einiges. Da sollten nicht nur interessante Standardvarianten, sondern auch die passende Schusstechnik inbegriffen sein.
Dazu hat man mit Pablo Remon Arteta den klassischen Vertrauten vom Cheftrainer und mit Jan Fießer den klassischen Co mit Vereinskenntnis. Mit Arteta ist Riera ja wohl vor allem von der Spielphilosophie auf einer Wellenlänge – laut Aussage von Riera auch um einiges mehr als beim berühmten Cousin Mikel. Deshalb denke ich, dass Arteta vor allem für die Spielkonzepte und Taktikschulung zuständig ist. Das passt auch gut in die Beschreibung, dass er der ruhige Gegenpol zum feurigen Motivator Riera sein soll. Fießer wird dann als einziger deutschsprachiger Trainer vermutlich mehr in die individuelle Spielerbetreuung gehen und als Kenner des NLZ auch die vorrangige Verbindung zu den Jugendspielern sein, was bisher wohl vor allem Xaver Zembrod übernommen hat.
Besonders interessant wird zu sehen sein, wann sich sichtbare Veränderungen einstellen. Gibt es möglicherweise allein durch die neue Kommunikation und Motivation schon einen schnellen und kurzfristigen Trainereffekt? Wird direkt das System beispielsweise auf eine Viererkette umgestellt und gibt es personelle Konsequenzen nach einem strikten Leistungsprinzip? Wann wird sich die Handschrift des neuen Trainers durchschlagen und dann auch dauerhaft in den Spielen der Mannschaft zu sehen sein?
Auf die Pressekonferenz an sich gebe ich nicht viel. Da mögen jetzt einige wieder schreiben, dass die Aussagen sie angezündet haben und der Trainer eine Aura ausstrahle. Ich kann schon verstehen, woher das kommt, aber das sind letztendlich auch nur ein paar neumodische Phrasen und Buzzwords. Ich will daran erinnern, dass vor drei Wochen auf vielen Plattformen Ähnliches zu lesen war, nachdem ein gewisser Dennis Schmitt ein paar selbstbewusste Sprüche in seiner Antrittspressekonferenz abgelassen hat. Das Ergebnis war bekanntlich ernüchternd. Wie hat es Albert Riera schon selbst treffend gesagt? Fußball ist auch Show. Aber entscheidend ist auf dem Platz.
Auf YouTube meinte einer in den Kommentaren, dass das wohl der spanische Carsten Stahl sei. Ist aber tatsächlich der berüchtigte Berater Andy Bara, dessen Agentur Niagara Sports ja auch schon hier im Forum Thema war.
Ist in Spanien übrigens überhaupt nicht ungewöhnlich, sondern vollkommen gang und gäbe. Da werden eigentlich fast immer vor der Saison mindestens drei oder vier Spieler in einer offiziellen Reihenfolge öffentlich als Kapitäne benannt. Ist letztlich für die Hierarchie aber auch nichts anderes als der in Deutschland bekannte Mannschaftsrat. Riera hat ja auch gesagt, dass Robin Koch weiterhin der Kapitän ist und dahinter Götze, Kristensen und Theate kommen.
Ich schätze mal, genau die vier Spieler werden bisher auch zusammen mit vielleicht noch Chandler und Skhiri den Mannschaftsrat gebildet haben. Jetzt hat Riera mit Jonny Burkardt noch einen weiteren Kapitän von der Mannschaft wählen lassen und wird in ein paar Wochen, wenn er die Spieler besser kennengelernt hat, noch das Sextett an Führungsspielern mit einer eigenen Auswahl komplettieren. Er hat ja auch gesagt, dass das dann vielleicht ein vom Naturell her eher zurückhaltender Spieler sein kann, dem dieser Schub in die Verantwortung aber guttun wird.
Seine Ausführungen zur Mannschaftsführung haben mir schon einmal sehr gut gefallen. Seine Spielidee ist ja grundsätzlich auch klar, da ist er jetzt aber nicht tiefer drauf eingegangen. Insgesamt hat er einige Fragen nur oberflächlich beantwortet oder offensichtlich etwas daran vorbeigeredet. Das muss er aber auch nicht anders handhaben. Entscheidend ist, dass es die Spieler verstehen und auf dem Platz umsetzen. Und da kann eine andere, durchaus auch weniger detailreiche, Kommunikation als unter Dino schon helfen.
Denn bemerkenswert waren im Rahmen dieser Pressekonferenz schon einige Aussagen von Krösche, die man durchaus als verbale Breitseiten in Richtung Toppmöller interpretieren kann. Insbesondere eben zum Sachverhalt Mannschaftsführung, Kommunikation, Disziplin. Da muss in letzter Zeit ja tatsächlich doch einiges mehr im Argen gelegen haben als nur die Spielweise. Das hat sich dann durchaus auch im Auftreten der Mannschaft auf dem Platz widergespiegelt. Offensichtlich hat man jetzt noch einigermaßen zeitig die Reißleine gezogen. Denn der Trend war ja schon seit geraumer Zeit trotz der akzeptablen Position eindeutig negativ. Und letztendlich ist Dino Toppmöller als bisheriger Chefcoach für den desolaten Zustand der Mannschaft verantwortlich.
Überhaupt möchte ich an dieser Stelle noch einmal eine Sache anbringen, die ich im privaten Rahmen schon häufig erwähnt habe. So sehr ich Dino auch mag und seine Leistung als Trainer schätze, so schlecht hatte er glaube ich seinen ursprünglichen Trainerstab zusammengestellt. Erwin Bradasch wurde ja als Vertrauter aus Luxemburg mitgebracht. Der musste auf Druck vom Verein schon nach einem Jahr gehen und wurde durch Jan Fießer und Xaver Zembrod ersetzt, die ja durchaus einen Anteil an der Steigerung und der erfolgreichen zweiten Saison hatten. Bezeichnend, dass Bradasch seit nun knapp zwei Jahren noch keine neue Trainerstelle gefunden hat. Und Stefan Buck, der im Trainerteam explizit für die Defensive und die Standards zuständig war, war wohl zuletzt der schlechteste Co-Trainer der Liga, wenn ich mir anschaue, was in diesen Bereichen alles schiefgelaufen ist.
Im Zuge dessen bin ich auch auf das neue Trainerteam gespannt. Lorenzo Dolcetti hat als Analyst angefangen und wird da vermutlich wie bisher Nélson Morgado die Schnittstelle zu diesem Bereich sein. Laut Riera ist er innerhalb seines Trainerteams auch für die Standards zuständig und wird diese Aufgabe damit von Stefan Buck übernehmen. Da er zudem einen Hintergrund als Techniktrainer besitzt und auch sein Vater seit vielen Jahren Techniktrainer im Team von Max Allegri bei Spitzenteams wie Juve und Milan ist, verspreche ich mir da einiges. Da sollten nicht nur interessante Standardvarianten, sondern auch die passende Schusstechnik inbegriffen sein.
Dazu hat man mit Pablo Remon Arteta den klassischen Vertrauten vom Cheftrainer und mit Jan Fießer den klassischen Co mit Vereinskenntnis. Mit Arteta ist Riera ja wohl vor allem von der Spielphilosophie auf einer Wellenlänge – laut Aussage von Riera auch um einiges mehr als beim berühmten Cousin Mikel. Deshalb denke ich, dass Arteta vor allem für die Spielkonzepte und Taktikschulung zuständig ist. Das passt auch gut in die Beschreibung, dass er der ruhige Gegenpol zum feurigen Motivator Riera sein soll. Fießer wird dann als einziger deutschsprachiger Trainer vermutlich mehr in die individuelle Spielerbetreuung gehen und als Kenner des NLZ auch die vorrangige Verbindung zu den Jugendspielern sein, was bisher wohl vor allem Xaver Zembrod übernommen hat.
Besonders interessant wird zu sehen sein, wann sich sichtbare Veränderungen einstellen. Gibt es möglicherweise allein durch die neue Kommunikation und Motivation schon einen schnellen und kurzfristigen Trainereffekt? Wird direkt das System beispielsweise auf eine Viererkette umgestellt und gibt es personelle Konsequenzen nach einem strikten Leistungsprinzip? Wann wird sich die Handschrift des neuen Trainers durchschlagen und dann auch dauerhaft in den Spielen der Mannschaft zu sehen sein?
Auf die Pressekonferenz an sich gebe ich nicht viel. Da mögen jetzt einige wieder schreiben, dass die Aussagen sie angezündet haben und der Trainer eine Aura ausstrahle. Ich kann schon verstehen, woher das kommt, aber das sind letztendlich auch nur ein paar neumodische Phrasen und Buzzwords. Ich will daran erinnern, dass vor drei Wochen auf vielen Plattformen Ähnliches zu lesen war, nachdem ein gewisser Dennis Schmitt ein paar selbstbewusste Sprüche in seiner Antrittspressekonferenz abgelassen hat. Das Ergebnis war bekanntlich ernüchternd. Wie hat es Albert Riera schon selbst treffend gesagt? Fußball ist auch Show. Aber entscheidend ist auf dem Platz.
Anthrax schrieb:DBecki schrieb:
Ist der eine da sein Bodyguard? Wenn der bei den Spielen mit auf der Bank sitzt werden die Spieler schon freiwillig laufen. Und der Gegner sich einscheixxen.
Fitnesstrainer 😂
Auf YouTube meinte einer in den Kommentaren, dass das wohl der spanische Carsten Stahl sei. Ist aber tatsächlich der berüchtigte Berater Andy Bara, dessen Agentur Niagara Sports ja auch schon hier im Forum Thema war.
Daniel-San schrieb:
und die ungewöhnliche Entscheidung für gleich mehrere Kapitäne.
Ist in Spanien übrigens überhaupt nicht ungewöhnlich, sondern vollkommen gang und gäbe. Da werden eigentlich fast immer vor der Saison mindestens drei oder vier Spieler in einer offiziellen Reihenfolge öffentlich als Kapitäne benannt. Ist letztlich für die Hierarchie aber auch nichts anderes als der in Deutschland bekannte Mannschaftsrat. Riera hat ja auch gesagt, dass Robin Koch weiterhin der Kapitän ist und dahinter Götze, Kristensen und Theate kommen.
Ich schätze mal, genau die vier Spieler werden bisher auch zusammen mit vielleicht noch Chandler und Skhiri den Mannschaftsrat gebildet haben. Jetzt hat Riera mit Jonny Burkardt noch einen weiteren Kapitän von der Mannschaft wählen lassen und wird in ein paar Wochen, wenn er die Spieler besser kennengelernt hat, noch das Sextett an Führungsspielern mit einer eigenen Auswahl komplettieren. Er hat ja auch gesagt, dass das dann vielleicht ein vom Naturell her eher zurückhaltender Spieler sein kann, dem dieser Schub in die Verantwortung aber guttun wird.