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DonGuillermo

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Jetzt ist er auch noch Talkgast im AS
Jetzt wird da sicher ordentlich white-washing betrieben, weil er ja nach seiner langen Karriere quasi Ehrengast ist.

Immerhin redet er nett auch Koch ein: Lass, ich mach das, ich mach das, ich lass das alles nachspielen. Was soll ich denn machen, wenn der sich da hinlegt!“

Das beruhigt mich ein klein bisschen. Er hat zumindest wahrgenommen, dass die hamburger sich da hinlegen und liegenbleiben. Nur nützt das natürlich nichts, wenn er da nicht auch mal den Spielern signalisiert, dass ihm das auffällt.
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philadlerist schrieb:
Immerhin redet er nett auch Koch ein: Lass, ich mach das, ich mach das, ich lass das alles nachspielen. Was soll ich denn machen, wenn der sich da hinlegt!“

Das beruhigt mich ein klein bisschen. Er hat zumindest wahrgenommen, dass die hamburger sich da hinlegen und liegenbleiben. Nur nützt das natürlich nichts, wenn er da nicht auch mal den Spielern signalisiert, dass ihm das auffällt.    



Einmal hat er ja sogar weiterlaufen lassen, weil wir gerade im Angriff waren. Da ist der Hamburger nach einer halben Minute auch wieder aus eigener Kraft aufgestanden. Wurde dann halt nur direkt danach trotzdem wieder abgepfiffen, weil mittlerweile ein zweiter Hamburger auf dem Feld lag. Und in einer anderen Szene konnte ein Hamburger gleich behandelt werden, weil die Betreuer eh noch hinter dem Tor standen, weil keine 30 Sekunden vorher bereits ein Hamburger auf dem Feld behandelt wurde. Wie gesagt, einfach nur absurd.

Bei all den Gedankenspielen um eine Nettospielzeit sollte man die zumindest mal für die angezeigte Nachspielzeit einführen. Dann kann der Gegner zwar immer noch den Spielfluss unterbrechen, aber immerhin kannst du dir sicher sein, dass von 13 Minuten Nachspielzeit nicht nur drei Minuten Fußball gespielt wird.
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Die Bayern stehen nach diesem Spiel jetzt übrigens bei einer Gesamtzahl (Tore plus Gegentore) von 151 Toren in ihren Spielen. Das ist insofern "relevant", weil die Eintracht bisher den Saisonrekord (81/82) von 155 Toren in 34 Spielen hält. Der wird voraussichtlich in den kommenden beiden Spielen fallen.
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Das Ding ist durch, dafür ist die Stimmung schon viel zu vergiftet. Ich kann mich nicht erinnern, wann der letzte Trainer schon bei der Verkündung der Aufstellung von einen relevanten Teil des Stadions ausgepfiffen wurde. Das wird auch nicht nur an der kritischen Berichterstattung liegen. Darüber hinaus würde ich einerseits sagen, dass heute große Teile der Mannschaft gegen den Trainer gespielt haben, andererseits ziehen sich die blutleere Einstellung und die spielerische Umständlichkeit schon durch die gesamte Saison.

Wie gesagt, sportlich finde ich viele Ideen von Riera interessant und vielleicht braucht er dafür einfach mehr Zeit als ein paar Monate sowie ein Transferfenster, um die passende Mannschaft zusammenzustellen. Ilzer wurde Anfang letzten Jahres auch ausgelacht, als er mitten im Abstiegskampf erzählte, er will mit Hoffenheim um die Meisterschaft spielen. Der hatte in 24 Spielen sogar einen Punkteschnitt von unter 1,0 und diese Saison läuft es bei denen prächtig. Diese Chance wird Riera bei uns aber nicht mehr bekommen und dafür hat er auch selbst seinen Anteil geleistet.

Ist halt jetzt eine dumme Situation für den Verein. Eigentlich weißt du, dass wir in dieser Konstellation keinen Punkt mehr holen. Wir rutschen selbst dann noch hinter Freiburg, wenn die ebenfalls alles verlieren. Denn mit solchen Leistungen bekommen wir von Dortmund und Stuttgart zwei Klatschen verabreicht und versauen uns damit das Torverhältnis. Einen externen Interimstrainer kannst du dir für zwei Spiele schenken, da ist eher noch mehr Zirkus im Verein. Und die internen Interimstrainer Schmitt und Meier sind diese Saison schon einmal kläglich gescheitert.

Eventuell könnte man noch Fießer an die Seitenlinie stellen. Der hat das ja schon mal vertretungsweise für ein Spiel gemacht, letztes Jahr die höchste Trainerlizenz abgeschlossen und ihn will man ja wohl auch langfristig und unabhängig vom Cheftrainer im Trainerteam halten. Ob aber ausgerechnet er als bisheriger Co von Toppmöller und Riera dann noch die Mannschaft erreicht, ist ebenfalls fraglich. Nach dem spielerisch guten Saisonstart hat die Mannschaft ohnehin nur eine kämpferisch überzeugende Leistungen gezeigt und das war im Pokal gegen Dortmund. Mit Abstrichen noch das CL-Spiel in Barcelona, das Heimspiel gegen Dortmund und das Auswärtsspiel in München.
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Ich mache es kurz, um meine Nerven zu schonen. Eine detaillierte Analyse hat dieser Auftritt auch nicht verdient: Das war der Todesstoß für den Trainer. Er wurde vom Balkon gestoßen, um im Bild zu bleiben. Diese Mannschaft ist durch. Die Saison ist gelaufen. Alles andere würde mich doch sehr überraschen. Niemand übernimmt Verantwortung, kaum jemand geht mal ins Risiko, die wenigsten zeigen Einsatz.

Knauff und Højlund haben trotz ihrer Limitationen alles reingeworfen. Uzun hat zumindest vorne für Gefahr gesorgt. Bahoya hat nach seiner Einwechslung noch mal Schwung gebracht. Alle anderen haben bestenfalls ihren üblichen Stiefel auf Sparflamme gespielt, schlimmstenfalls wie beim Sommerkick für die Tradi gewirkt.

That's it.
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Die Niederlage lag sicher nicht an ihm, aber eine so einseitige Spielführung habe ich wirklich selten erlebt. Gefühlt hat er ein Foul gegen uns gepfiffen und das war dann ausgerechnet in einer Situation, als der Hamburger den Ball gespielt hat. Dabei hatte ich mich eigentlich auf Aytekin gefreut, der nun seit Jahren mit Abstand einer der besten und wenigen wirklich guten deutschen Schiedsrichter ist. Davon hat man heute leider wenig gesehen.

Besonders schade war, dass Aytekin in den letzten 20 Minuten wohl lieber die Theateraufführung vom sterbenden Schwan statt ein Fußballspiel sehen wollte. Die ständigen Behandlungspausen waren ja schlimmer als die Theatralik, die regelmäßig von spanischen, portugiesischen und italienischen Mannschaften im Europapokal an den Tag gelegt werden. Da wurde wirklich überhaupt nichts dafür getan, um das Zeitspiel zu unterbinden. Ich hätte trotz der Leistung schon gerne noch etwas Fußball gesehen.

Das kann einfach nicht Sinn der Sache sein und macht doch wirklich niemandem Spaß. Mit Fußball hat das jedenfalls nichts zu tun, wenn von fünf Minuten Spielzeit der Ball effektiv ein paar Sekunden spielbar ist. Das macht einfach das Spiel kaputt und gibt es in dieser Form auch in keiner anderen Sportart. Leider werden da voraussichtlich auch die neuen Regeln gegen Zeitspiel wenig helfen, weil die wie alle neuen Regeln nach spätestens einem halben Jahr nicht mehr konsequent angewandt werden.
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Auch hier Glückwunsch zur souveränen und nie wirklich gefährdeten Meisterschaft! Tatsächlich weist man sogar einen besseren Punkteschnitt als im vorherigen Aufstiegsjahr in der Hessenliga auf. Ich bin ich guter Dinge, dass man nächste Saison auch in der Regionalliga eine gute Rolle spielen wird. Das Grundgerüst steht jedenfalls.
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DonGuillermo schrieb:

Das alles ändert aber nichts daran, dass ich mittlerweile den Eindruck habe, dass eine Trennung von Riera im Sommer bereits beschlossene Sache ist. Und das für alle Beteiligten auch schon ein mehr oder weniger offenes Geheimnis ist. Unter diesen Umständen ist eine langfristige Zusammenarbeit vermutlich auch nicht wirklich sinnvoll.

So ist es.
Dennoch zu Deinen Sätzen zuvor: nein, es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, die SGE zu unterstützen. Es ist aber auch nicht ihre Aufgabe, zum Schaden des Vereins einzelne Funktionäre durch falsche oder übertrieben einseitige Berichterstattung abzusägen und sich damit als Teil der Vereinsführung aufzuspielen.
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Hochtaunus Adler schrieb:
Dennoch zu Deinen Sätzen zuvor: nein, es ist nicht die Aufgabe von Journalisten, die SGE zu unterstützen. Es ist aber auch nicht ihre Aufgabe, zum Schaden des Vereins einzelne Funktionäre durch falsche oder übertrieben einseitige Berichterstattung abzusägen und sich damit als Teil der Vereinsführung aufzuspielen.


Nunja, ich denke die Art und Weise, den Umfang und Stil der Trainerkritik sowie welche Themen teils herangezogen werden, um Riera zu kritisieren, habe ich nun schon oft genug kritisiert. Riera bietet aber zweifellos Angriffsfläche und es werden immer mehr Internas durchgestochen. Ob die nun aus der Führungsebene, aus dem Staff oder aus dem Spielerkreis kommen, kann ich nicht beantworten. Dass darüber aber dann berichtet wird, braucht niemanden zu wundern. Jedenfalls scheinen innerhalb des Vereins nicht alle an einem Strang zu ziehen.

Darüber hinaus ist die sportliche Bilanz ausbaufähig  und auch wenn ich viele seiner fußballerischen Ideen interessant finde, ist bisher einiges eben nicht aufgegangen. Mag sein, dass er mehr Zeit benötigt, aber die wird er so mit seinem Auftreten (das ich persönlich nicht so schlimm finde) wohl nicht mehr bekommen. Was mich verwundert, sind die angeblichen Probleme mit den Spielern. Auf seinen vorherigen Stationen galt Riera als großartiger Motivator, dem die Spieler trotz oder gerade wegen seines Charakters bedingungslos folgen. Eben ein kleiner Mourinho oder Simeone.

Aber auch da habe ich ja gesagt, dass die Spieler ab Sommer verstärkt in die Verantwortung gehören. Vielleicht muss man sich auch vom einen oder anderen wichtigen Spieler trennen, der in diesem Punkt nicht mitziehen will. In jedem Fall haben die führenden Verantwortlichen im Sommer einige wichtige Entscheidungen zu treffen.
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Mittlerweile müssten die Journalisten AR und seine Art zu kommunizieren ja kennen.
Über die Aufstellung und Taktik verrät er logischerweise nichts, die Spieler die gesperrt oder verletzt sind,
werden  vorher schon bekannt gegeben.
Dann wird jedesmal nach dem „Druck“ gefragt, jedesmal die gleiche Antwort.
Dann verzettelt man sich auf irgendwelchen Nebenkriegsschauplätzen und gräbt Gerüchte aus oder fragt nach einzelnen Spielern, die auf der Bank sitzen oder saßen wie Götze, Uzun oder Burkardt.
Vielleicht sollten man das Format mal überdenken, sonst endet das wie einst bei Klaus Augenthaler, der sich  auf der PK die Fragen selbst gestellt und beantwortet hat.

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Es ist ja jetzt auch keine komplett neue Erkenntnis, dass Pressekonferenzen für Trainer eher lästige Pflichttermine sind, während es für Journalisten heutzutage oft einer der letzten direkten Zugangspunkte zu den Akteuren ist. Da besteht schon ein gewisser Interessenskonflikt, der dann häufig in den nichtssagenden Statements resultiert, die direkt aus der Medienschulung stammen. Ist aber zumindest ein Zitat, das man für den Artikel zur Spielvorschau verwerten kann.

Tatsächlich wirkt es aber oft so, dass selbst die Journalisten schlecht vorbereitet sind und die immer wieder gleichen inhaltsleeren Fragen stellen. Deshalb weisen auch so viele Fußballinterviews absolut keine Tiefe auf und sind völlig belanglos. Klar, die Journalisten wissen auch, dass ein Trainer oder Manager in der Regel nichts Substanzielles äußern wird. Trotzdem werden beispielsweise vor einer möglichen Entlassung die obligatorischen Fragen gestellt. Notfalls interpretiert man dann halt wie konkret die Antwort war und zieht daraus Schlüsse.

Wie du schon geschrieben hast: die Personallage wird heutzutage sogar schon vorweggenommen, um der Frage zuvorzukommen und gerade bei Riera ist klar, dass er weder konkret über die Taktik noch über einzelne Spieler sprechen möchte. Trotzdem werden genau diese Fragen gestellt. So auch dieses Mal wieder. Riera deutet darauf hin, dass dies die Pressekonferenz zum Spiel gegen Hamburg sei und in der ganzen Pressekonferenz kommt vielleicht eine Frage zum Spiel. Hinterher werden Artikel geschrieben, dass es in der Pressekonferenz überhaupt nicht um sportliche Themen ging. Nunja, das liegt in diesem Fall dann doch eher an den Fragestellern, deren Aufgabengebiet dies ist.

Klar, Riera war in dieser Pressekonferenz im Angriffsmodus. Es wäre wahrscheinlich klüger gewesen, wenn er sich zum Reizthema nicht groß geäußert hätte. Aber auch das wird mir jetzt von fast allen Medien wieder zu sehr hochgejazzt – Stichwort "denkwürdige Pressekonferenz". Riera ist nicht ausgerastet und hat niemanden beleidigt. Er hat klargestellt, dass er mit der negativen Berichterstattung und besonders einer Story nicht zufrieden war, weil dort seiner Meinung nach Unwahrheiten verbreitet wurden. Die bildhafte Sprache sollte mittlerweile auch bekannt sein. Das halte ich als Gegenrede für durchaus legitim. Riera ist jetzt auch beileibe nicht der erste Trainer, der mal mit einem Journalisten aneinandergeraten ist.

Auf der anderen Seite hat er ja eingeräumt, dass es vor zwei Wochen ein Thema mit Burkardt gab, der Spieler aber vor allem nach seinem Bankplatz in Augsburg die richtige Reaktion gezeigt habe. Was da genau passiert ist, kann ich nicht beurteilen. Dass dann aber ausgerechnet das Medium mit den vier Buchstaben, das mit seriösem Journalismus nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts am Hut hat, die größte Story draus macht, wundert mich jedoch überhaupt nicht. Da aber auch viele andere Quellen den Vorfall bestätigt haben, konnte man schon vorher davon ausgehen, dass in der Tat irgendetwas gewesen ist.

Was natürlich nicht geht, ist Rieras offensichtlich verzerrtes Bild vom Journalismus, das ja leider auch viele Fans immer wieder zur Schau stellen. Das schlägt dann schnell in unangenehme Richtungen aus. Das hat man hier ja auch bei den ersten Berichten zu den bevorstehenden Abgängen von Kovac, Bobic oder Hütter gesehen. Da waren ja auch viele ganz vorne dabei, um die Presse zu verteufeln und der Lüge zu bezichtigen. Journalisten sind nicht dafür da, um die Eintracht zu unterstützen oder um gute Stimmung zu verbreiten. Eine der Kernaufgaben im Journalismus ist es, Dinge kritisch zu hinterfragen und die Geschehnisse dementsprechend einzuordnen. Und wenn sich Dinge abzeichnen oder geschehen, dann wird eben darüber berichtet. Egal, wem das schadet. Sonst würde man nämlich tatsächlich eine Agenda haben. Und irgendjemandem muss die Berichterstattung weh tun. Alles andere ist, wie das alte Sprichwort sagt, PR.

Das alles ändert aber nichts daran, dass ich mittlerweile den Eindruck habe, dass eine Trennung von Riera im Sommer bereits beschlossene Sache ist. Und das für alle Beteiligten auch schon ein mehr oder weniger offenes Geheimnis ist. Unter diesen Umständen ist eine langfristige Zusammenarbeit vermutlich auch nicht wirklich sinnvoll.
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Ich finde es schon interessant mit welch abstrusen "Argumenten" hier einige AR  verteidigen. Vor einmal steht sogar  die ganze Mannschaft in Generalverdacht faul undiszipliniert oder sonst was zu sein. Da sind jede Menge Spieler dabei denen man noch vor einem halben Jahr niemals die Integrität abgesprochen hätte ( Götze, Burkardt z.B.). AR ist, sorry, ein Selbstdarsteller, Narzisst, schlechter Verlierer und Machtmensch. Er sabotiert ausgerechnet jene Spieler, die innerhalb der Mannschaft ein großes Ansehen genießen. Das kann nicht nur auf Dauer, sonder auch kurzfristig nicht gut gehen.
Und, sofern die Berichte stimmen, hier noch mal die "Causa" Burkardt zusammengefasst:
Burkardt hätte angeblich einen leicht zu hohen Körperfettanteil (was noch nichts über die  faktische Fitness aussagt). Die diesbezügliche "Ansage" hat Riera aber nicht selbst gemacht, sondern seinem Co-Trainer überlassen. Des Weiteren soll Riera später noch einen draufgesetzt haben, in dem er die Arbeit gegen den Ball, in der Rückwärtsbewegung, Burkardts kritisiert habe. Burkardt fand das alles sehr befremdlich und hat sich, über  seinen Berater, bei Krösche beschwert. Dieser hat dann Riera zu einem längeren Gespräch zitiert. AR war darüber wohl mächtig sauer, und hat das, im Vorbeigehen, Burkardt gesagt. Man könnte sagen, er hat ihn angeschnauzt. Also der Trainer Riera sucht  selbst nicht den direkten Weg zum Spieler, beschwert sich aber, wenn dieser es ihm gleich tut. Schon etwas grotesk. Und, abgesehen davon, wurde  Burkardt nicht noch vor ein paar Monaten, vor seiner langwierigen Verletzung, für seine gute Arbeit gegen den Ball  von allen gelobt und, hat man irgendwie und irgendwann das Gefühl gehabt, dass Burkardt kein integrer und loyaler Sportsmann ist??
Sorry, ich glaube  mit AR hat man einer der größten Fehlgriffe auf der Trainerbank getätigt nach Armin Veh 2.0 und Reinhold Firlefanz
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Lares schrieb:
Ich finde es schon interessant mit welch abstrusen "Argumenten" hier einige AR  verteidigen. Vor einmal steht sogar  die ganze Mannschaft in Generalverdacht faul undiszipliniert oder sonst was zu sein.


Wie gesagt, wenn die Geschichten über Riera stimmen, dann kann man ihm seine Kommunikation und den Umgang mit einzelnen Personen vorwerfen. Aber die Mannschaft und die restlichen Verantwortlichen stehen ebenfalls in der Verantwortung. Mehr oder weniger dieselben Medien haben erst kürzlich berichtet, dass die Saisonvorbereitung durch zu lasches Training verhauen wurde sowie die Abstimmung zwischen medizinischer und athletischer Abteilung mangelhaft sei. Dino soll das bemerkt haben aber nicht konsequent genug angegangen sein.

Deshalb weise die Mannschaft Defizite in der Fitness auf, ziehe sich häufig Verletzungen zu und kassiere zu viele Gegentore in der Schlussviertelstunde. In dem Bereich gab es ja auch schon vor einigen Wochen die erste personelle Konsequenz, weitere dürften im Sommer wohl folgen. Die öffentlichkeitswirksame Verkündung des Trainingslagers im Alpenvorland statt wie zuletzt in den USA passt ebenfalls in diesen Kontext.

Dass die Mannschaft durch Undiszipliniertheiten aufgefallen ist, hat sogar Markus Krösche höchstpersönlich durch die Blume gesagt und dies neben einer grundsätzlichen "Verkeilung" zwischen Toppmöller und der Mannschaft als Grund für die Trainerentlassung genannt. Insofern wiederhole ich das, was ich vor einigen Wochen schon geschrieben habe: An dieser verkorksten Saison haben so ziemlich alle Beteiligten ihre Aktien.
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grinch schrieb:
Niederlage für Freiburg, Sieg für Rayo. Es wird immer unwahrscheinlicher.


Naja, es war ja vorher klar, dass wahrscheinlich entweder beide deutschen Mannschaften zumindest ins Finale oder ein Titel gewonnen werden muss, damit es noch reicht. Da beide deutschen Mannschaften jetzt gewinnen müssen, wären das bei einem Weiterkommen vier Punkte für die Siege und 2,5 Bonuspunkte für das Erreichen der nächsten Runde. Da kann man die drei Punkte, die Spanien diese Woche erzielt hat, schnell wieder aufholen.

Im Zweifelsfall kann es auch ausschlaggebend sein, ob eines der spanischen Teams mit einem Remis oder mit einem weiteren Sieg das jeweilige Finale erreicht. Selbst wenn eine spanische Mannschaft ein Finale erreicht, wäre also noch alles drin. Arsenal und Straßburg sehe ich in den Heimspielen gegen die Spanier durchaus als Favoriten. Die deutschen Teams haben ebenfalls den Heimvorteil. Und wenn Bayern gegen PSG weiterkommt, sind die im Finale auch der Favorit. Aber klar, nächste Woche müssen zwei Siege her. Alle vier Paarungen sind jedenfalls noch super offen.

yeboah1981 schrieb:
Was ist denn das für ein dreckiges Spiel? Erst Brager Schwalben und jetzt zwei Freiburger Schwalben in zehn Sekunden.


Wird halt seit geraumer Zeit kaum noch sanktioniert. Stattdessen wird die Szene oft noch vom VAR seziert, um einen möglichen minimalen Kontakt zu erkennen. Braga hat in dem Spiel auch für ein handelsübliches Klammern beim Eckball einen Elfmeter bekommen. Wenn du keinen Nachteil befürchten musst und tendenziell sogar dafür belohnt wirst, ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Spieler fallen lassen. Im 1v1 gegen den Torwart kicken viele Spieler mittlerweile auch den Ball zehn Meter weg und stellen dann selbst aktiv das Bein raus, um einen Elfer zu ziehen.
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Ich sage es mal so: So wie der Druck auf Riera aktuell sukzessive erhöht wird, wird auch eine Trennung im Sommer immer wahrscheinlicher – unabhängig davon, ob das sportlich die richtige oder die falsche Entscheidung wäre. Dafür muss man kein Prophet sein. Sollte er tatsächlich bedeutende Teile der Kabine verloren und sich Führungsspieler gegen ihn gestellt haben, ist das sowieso unvermeidlich. Dass immer mehr Internas durchgestochen werden, ist jedenfalls kein gutes Zeichen. Da hilft Riera auch kein guter Endspurt und die Qualifikation für die Europa League.

Thomas Schaaf, den ich rein sportlich übrigens wesentlich kritischer gesehen habe, haben damals die sieben Punkte in den letzten drei Spielen und der damit verbundene Sprung in die obere Tabellenhälfte auch nicht gerettet. Wenn ich mich recht erinnere, gab es damals neben der kritischen Berichterstattung auch Stress mit den Führungsspielern. Da wurde ja gemunkelt, dass sich unter anderem Alex Meier und vor allem Stefan Aigner gegen den Trainer positioniert haben sollen, nachdem beide zu Saisonbeginn unter Schaaf nicht gesetzt und später trotz persönlich erfolgreicher Saisons mit den taktischen Vorgaben nicht glücklich waren.

Auch Kevin Trapp hatte sich als amtierender Kapitän kurz vor Saisonende in einem abgesegneten Statement nicht explizit für den Trainer ausgesprochen. Schaaf hat am Ende dann selbst die Reißleine gezogen und das offiziell mit der Unruhe im Umfeld und den Machtkämpfen im Verein begründet. Zur Erinnerung: Hellmann soll damals hinter dem Rücken von Schaaf und Bruchhagen mit Sascha Lewandowski verhandelt haben, sodass der Verein sich nach einer Aussprache von Bruchhagen und Hellmann sogar dazu gezwungen sah, eine Pressemitteilung ("Kein Machtkampf bei Eintracht Frankfurt") herauszugeben, um die Situation zu beruhigen.

Da kannst du noch so ein guter Trainer sein, so läuft das Business. Xabi Alonso kann ein Lied davon singen. Der hat in Madrid trotz persönlicher Vergangenheit als Spieler, aller Meriten als Trainer und pompöser Verpflichtung inklusive zweistelliger Millionenablöse im Sommer nach nur einem halben Jahr seinen Job verloren. Aus dem einfachen Grund, weil sich die Starspieler Bellingham, Valverde, vor allem Vini Jr. und zum Schluss wohl auch Mbappe gegen ihn und seine Vorstellungen in Sachen Spielweise und Arbeitsabläufe gestellt haben. Also hat ihn Perez entlassen.

Wichtig ist, dass man dann aber die richtigen Schlüsse zieht. In Madrid hat sich unter Nachfolger Alvaro Arbeloa, der die Stars stets brav öffentlich lobt, überhaupt nichts verbessert. Wir haben damals Armin Veh zurückgeholt, weil der mit seiner lockeren Art bei den Spielern beliebt war, im sportlichen Bereich gut mit Bruno Hübner konnte und sich auch die beiden zerstrittenen Parteien um Bruchhagen und Hellmann auf ihn einigen konnten. Das Ergebnis ist bekannt.

Was ich damit sagen will: Am Ende des Tages hätte die Mannschaft damit in dieser Saison gleich zwei Trainer gestürzt. Dino war angeblich zu lasch und verkopft, soll weder bei Missständen im Staff noch Disziplinlosigkeiten innerhalb der Mannschaft durchgegriffen haben. Albert hingegen packt die Leute vermeintlich zu hart an und kommuniziert zu schlecht – wahlweise zu viel, zu wenig, zu unverständlich oder der Situation nicht angemessen. Zwei durchaus gegensätzliche Trainertypen, die dann aber beide daran gescheitert wären, diese Mannschaft zu führen.

Spätestens im Sommer sollten die Spieler also deutlich mehr in die Verantwortung genommen werden. Die Mannschaft hat für mich einen gewichtigen Anteil an der durchwachsenen Saison. Wo waren denn die ganzen Führungsspieler? Die können ja nicht alle kollektiv das Fußballspielen verlernt haben. Entsprechenden Einsatz kann man auch zeigen, ohne gut Fußball zu spielen. Davon war dieses Jahr ebenfalls nicht viel zu sehen. So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Wer auch immer zukünftig an der Seitenlinie steht: Dem Trainer kann man nur wünschen, dass die Spieler kein Alibi erhalten, indem sie sich bei Krösche oder in den Medien ausheulen und den Trainer so unter Druck setzen können.

Falls die Meldungen über den Umgang mit Doan (Trainer spricht ihn als einzigen Spieler nur mit dem Nachnamen an) und Burkardt stimmen (Trainer verweigert die direkte Kommunikation mit ihm), dann sind das sicherlich Dinge, die man kritisieren muss. Allerdings wird jetzt seit Wochen alle paar Tage eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Zuerst war es Götze, der aus dem Kader gestrichen wurde. Dann Uzun, der nicht eingewechselt wurde. Anschließend war es Doan und jetzt Burkardt, weil beide mal nicht von Anfang an gespielt haben. Gleichzeitig wird Kalimuendo in der Mitte gefordert und auch Knauff sowie Ebnoutalib sollen mehr spielen. Selbst die Versetzung von Theate auf die Bank wird teilweise schon hinterfragt, obwohl er seit geraumer Zeit von so ziemlich allen (völlig zurecht) kritisiert wird.

Da muss mir mal einer erklären, mit welcher Aufstellung wir die ganzen Offensivspieler alle unter einen Hut bekommen und wer dann hinten eigentlich noch verteidigen soll. Ich sehe einige personelle Entscheidungen auch kritisch, aber das scheint mir in dem Umfang nicht fair. Zumal es für viele Entscheidungen durchaus gute sportliche Gründe gab. Götze hat diese Saison eineinhalb gute Spiele gemacht. Uzun kam aus einer Verletzung und hat in den ersten Kurzeinsätzen alles andere als geglänzt. Amaimouni, Højlund und Amenda sind in der Rückrunde klar besser in Form als Doan, Skhiri und Theate. Und Burkardt agierte zuletzt auch nicht so glücklich. Klar hätte man auch mal eine Doppelspitze bringen können. Aber die andere Option, wenn Kalimuendo in die Mitte rückt, ist dann eben ein Bankplatz für Burkardt.  

Darüber hinaus wird sich jetzt noch darüber gewundert, dass der Trainer Götze und Burkardt trotz der ausbleibenden Berücksichtigung öffentlich lobt. Ernsthaft? Soll er die etwa komplett unter den Bus werfen? Weil das dann natürlich medial deutlich besser aufgenommen würde. Im Fall Uzun wurde Riera schon für eine indirekte Kritik, ohne den Namen des Spielers zu nennen, in der Luft zerrissen. Mal abgesehen davon ist das die alte Pep-Schule. Für Guardiola war öffentlich auch immer jeder ein top, top, top Spieler. Bestes Beispiel war Seppel Rode. Der wurde von Pep auch immer wieder mit Lob überschüttet – gespielt hat er am Ende trotzdem nicht viel.
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Und hiermit kann man nun offiziell der U15 zur Meisterschaft in der Regionalliga Süd gratulieren! Ein standesgemäßes 6:0 gegen Darmstadt sorgt dafür, dass die Jungs zwei Spieltage vor Schluss rechnerisch nicht mehr einzuholen sind. Damit hat die SGE erneut souverän und zum zweiten Mal in Folge diesen Titel in der U15 gewonnen. Zwar nicht ganz so beeindruckend wie in der vergangenen Saison, als die damalige U15 mit 17 Siegen und 1 Unentschieden zum Titel marschiert ist, aber angesichts der starken Konkurrenz, die Stuttgart und Hoffenheim im Jugendbereich in der Regel darstellen, dennoch bemerkenswert.

Das ist zwar eine Spielklasse, in der die Eintracht schon zuvor recht erfolgreich war und die natürlich noch ein ganzes Stück weit mehr vom Profifußball entfernt ist als die U17 oder die U19. Aber natürlich ist eine Meisterschaft in der höchstmöglichen Spielklasse dennoch immer ein Erfolg für das NLZ und spricht auch für die Entwicklung, welche die Jugendabteilung unter der Leitung von Alex Richter genommen hat. Im Endspiel um die Süddeutsche Meisterschaft wird es dann wie in der vergangenen Saison zum Duell gegen die Bayern kommen.
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Ich bin ehrlich, bei der Aufstellung bin ich zuerst auch vom Glauben abgefallen. Dennoch muss ich Riera zugute halten, dass das selbst in der ersten Halbzeit nicht so schlecht wie erwartet war. Klar, die individuellen Leistungen von den Jungspunden Arrhov und Amaimouni waren in diesem Spiel nicht so wie gewünscht, weshalb sie auch zur Halbzeit raus mussten. Arrhov hatte zumindest anfangs noch gute Ansätze, musste dann aber viel Lehrgeld bezahlen. Dadurch ist nach vorne vieles nur Stückwerk geblieben. Dennoch empfand ich die Struktur im Offensivspiel mit der Dreierreihe vorne und dahinter mit Uzun und dem aufgerückten Brown quasi als Doppelzehn recht ansprechend.

Dazu haben sich die drei Sorgenkinder Skhiri, Doan und Uzun wieder etwas aus dem Tief gearbeitet. Skhiri hat mir in der neuen Position als Libero zumindest auf engem Raum überraschend gut gefallen. Da hat er auch zwei schöne Aktionen, in denen er gerade noch einen Torschuss blockt, gesammelt. Mit Ball am Fuß oder wenn er die Position aufgeben musste, sah das dann allerdings schon wieder anders aus. Beispielhaft nenne ich mal die Szene vor der (zugegeben zu harten) gelben Karte, als er im Andribbeln den Ball verliert, oder beim Gegentor, als er wegen des aufgerückten Amendas dazu gezwungen wird, durchzuschieben und auf der Außenbahn ins Laufduell zu gehen.

Bei Uzun gab es nach zuletzt zwei richtig schlechten Auftritten (und ja, in Wolfsburg haben mir selbst die fünf Minuten zu diesem Urteil gereicht) wieder deutlich mehr Licht als Schatten. Sein Zug zum Tor tut der Mannschaft grundsätzlich gut. Auch Doan hatte dieses Mal ein paar gute Aktionen im Spiel und hat sich mit dem Tor belohnt. In der Situation war es auch genau richtig, mal den Abschluss mit dem schwachen Fuß zu suchen, statt noch einen Haken zu schlagen und dann wieder zwei Gegenspieler vor der Nase zu haben. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass wir dieses Spiel deutlich öfter als sonst den direkten Abschluss gesucht haben.

Die zweite Halbzeit war dann natürlich offensiv noch einmal deutlich besser. Ein Sieg wäre durchaus drin gewesen, vor allem wenn ich an den Beginn der zweiten Halbzeit denke. Rutscht Uzun bei seinem freien Schussversuch im Strafraum mit einem halboffenen Tor nicht weg und trifft Kalimuendo die Hereingabe fünf Meter vor dem Tor, dann sind das eigentlich zwei sichere Tore. Fairerweise muss man einräumen, dass wir dafür aber auch defensiv deutlich offener standen und Augsburg gerade gegen Ende des Spiels durchaus noch ein zweites Mal hätte treffen können.

Gerade auf der rechten Seite waren wir nicht nur beim Gegentor sehr offen. Es sollte aber auch nicht überraschen, dass Amenda jetzt nicht der geeignetste Rechtsverteidiger ist. Sofern Kristensen für Hamburg wieder voll einsatzbereit ist, kann Riera dann aber hinten sein gewohntes System mit Dreieraufbau in Ballbesitz beibehalten. Amenda rückt dann einfach wieder in die Mitte. Kristensen hat schließlich auch schon Innenverteidiger gespielt und kann problemlos den äußeren Part in der Dreierkette einnehmen. Auch wenn das aus meiner Sicht ebenfalls nicht optimal wäre, da Rasmus seine Stärken eigentlich im Vorwärtsgang besitzt.

Darüber hinaus hat Knauff wie bereits bei seinen letzten Einwechslungen wieder viele Impulse gebracht. Vor allem aber geht auch der Ausgleich zu mindestens 50 Prozent auf ihn, weil er den Ball im Spiel hält und den Konter forciert. Für die beiden Spiele gegen Dortmund und Stuttgart, wenn wir wahrscheinlich vermehrt auf Umschaltsituationen angewiesen sind, sollte er auch wieder ein Kandidat für die Startelf sein.

Schockiert bin ich hingegen von der Leistung unseres Kapitäns. Beim Gegentor bricht er den Lauf ab und verweigert jegliche Aktion gegen den Querpass. Und kurz vor Schluss bei der letzten Möglichkeit für Augsburg stellt er sich auch nur alibimäßig in den Weg, ohne ernsthaft in den Zweikampf zu gehen, obwohl Brown den Lauf von Kade bereits gestört hat. Das sind vom Einsatz her auf dem Niveau und gerade für einen Kapitän zwei absolut desolate Aktionen.

philadlerist schrieb:

ffm22 schrieb:

DoctorJ83 schrieb:

Auf Linksaußen haben wir quasi nur Bahoya. Dafür haben wir 3 Mittelstürmer, obwohl in Rieras System nur einer spielt.

100%
Lieber Knauff gleich auf links bringen. Seit Kostic haben wir links keinen guten Ersatz gefunden, den würde ich sofort zurücknehmen. Hat man gestern gesehen alles geht über rechts.

Ja, der Kostic, wie weit man es mit drei Fähigkeiten und viel Einsatz bringen kann. Schnell laufen kann Bahoya ja auch, aber das mit den gut getimten Flanken und den gefährlichen Flachschüssen ins lange Eck - da sind die möglichen Nachfolger von Kostic schon noch weit weg. Also auch wenn zB Knauff links spielt.


Zumal Knauff auf links ungefähr so ist, als hätte man Kostic damals auf rechts gestellt. Nicht falsch verstehen, Knauff kann sicher auch mal auf links spielen, aber er hat eben überhaupt keinen linken Fuß und ist technisch zu limitiert, um als inverser Flügelspieler im Dribbling nach innen zu ziehen und den Abschluss mit dem starken Fuß zu suchen. Im Grunde funktioniert er genau wie Kostic am besten, wenn er auf seiner Seite mit viel Anlauf die Linie entlang laufen kann. Aber auch das ist eine Problematik der Kaderplanung, wo wir mit Doan, Amaimouni und Knauff drei Flügelspieler haben, die ihre Stärken vor allem auf der rechten Seite ausspielen und mit Bahoya nur einen, der auf links besser funktioniert.
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Tatsächlich war das nicht nur ein sehr erfreuliches Ergebnis, sondern auch ein sehr souveräner Auftritt. Das Spiel hat man wirklich hochverdient gewonnen, vor allem weil vorne mal wieder das eine oder andere zusätzliche Tor liegen gelassen wurde – wobei man dafür beim dritten Tor von einem klaren Torwartfehler profitiert hat. Schade, dass man diese Konstanz und Konsequenz, die man in der Liga während der Rückrunde größtenteils an den Tag legt, in der Hinrunde sowie im Halbfinale gegen Häcken noch so vermissen lassen hat.

Für den weiteren Saisonverlauf dürfte der Sieg auch enorm wichtig sein, weil man jetzt eben einen gewissen Puffer auf Platz 4 behalten hat, der angesichts des Spiels bei den ungeschlagenen Bayern entscheidend sein könnte. Je früher man die Sicherheit einer weiteren Europapokalteilnahme hat (sofern man davon bei der noch zu spielenden CL-Quali sprechen kann), desto eher kann man konkret in die Kaderplanung und Vertragsverhandlungen gehen. Angesichts der drohenden Abgänge wäre der dritte Rang neben der Verpflichtung von Mühlhaus ein überaus wichtiges Signal.

Das Spiel zeigt jedoch erneut, dass mit der Mannschaft trotz des Umbruchs bereits in dieser Saison zumindest punktuell deutlich mehr möglich gewesen wäre. Mit Platz 3 würde man sie immerhin zu einem versöhnlichen Ende bringen, auf dem man dann kommende Saison trotz der genannten Umstände hoffentlich aufbauen kann. Da auch Wolfsburg mitten im Umbruch steckt und Bayern nächstes Jahr vermutlich nicht noch einmal dieselbe Dominanz hinlegen wird, könnte dann die Tür nach oben auch noch mal einen Spalt weiter aufgehen.
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Das mag auf den ersten Blick überraschend wirken, aber Union ist von allen Bundesligisten, die auch bei den Männern eine Profimannschaft stellen, mit Sicherheit am ambitioniertesten. Im Vergleich zum Etat der Männer investiert Union bei den Frauen prozentual sicherlich auch mehr als Bayern, Wolfsburg oder wir bei uns in Frankfurt. Das konnte man schon gut an den Transfers nach dem Aufstieg im vergangenen Sommer erkennen. Seriösen Berichten zufolge soll Tanja Pawollek in Berlin auch mehr Gehalt verdienen als zuvor bei der Eintracht.

Da hat man sich vor einigen Jahren komplett neu aufgestellt, nachdem die Frauen von Union zuvor reine Amateurinnen waren. Nach dem Aufstieg wurde das erklärte Ziel formuliert, innerhalb von drei bis vier Jahren international zu spielen. Gerade Präsident Dirk Zingler hat das enorm vorangetrieben. Der kritisiert ja auch seit geraumer Zeit öffentlich, dass die meisten Bundesligisten – vor allem auch infrastrukturell – zu wenig in ihre Frauenteams investieren würden. Union hat auch diesbezüglich ein klares Zeichen gesetzt, da sich die Männer und Frauen sowohl das Trainingszentrum als auch das Stadion an der Alten Försterei teilen.

Und das wird dort auch klar angenommen. Nimmt man mal die Highlightspiele in den großen Stadien bei den Bayern, Wolfsburg oder in der Vergangenheit bei uns aus, weist Union schon seit Zweitligazeiten den mit Abstand höchsten Zuschauerschnitt im deutschen Frauenfußball auf. Lediglich der HSV, wo die Frauen ebenfalls fest im selben Stadion wie die Männer spielen, kann halbwegs mithalten, ansonsten zieht Union im Schnitt mehr als doppelt so viele Fans im Vergleich zu allen anderen Bundesligisten an.

Deshalb habe ich ja schon letztens geschrieben, dass man sich bei der Eintracht im Sommer mal Gedanken machen sollte, wie man sich zukünftig aufstellen möchte. Die Konkurrenz wird sicher nicht kleiner, wenn in den kommenden Jahren mit Stuttgart, Gladbach, Dortmund oder der Hertha weitere ambitionierte Vereine in die Bundesliga aufsteigen. Von den Reinerlösen steht die Eintracht im internationalen Vergleich mit knapp 5 Millionen Euro zwar sehr gut da (Platz 11 laut Deloitte), aber schon national kommt man ja nicht an Bayern oder Wolfsburg ran, weil für deren Verhältnisse die weiterhin notwendigen Zuschüsse für die Frauen vergleichsweise Peanuts sind.

Selbst die Topteams der boomenden WSL sind finanziell weit davon entfernt, profitabel zu sein. Sowohl Arsenal als auch Chelsea stehen mit jeweils gut 25 Millionen Euro Eigenerlösen an der Spitze des internationalen Rankings. Arsenal erreicht damit zwar offiziell eine ausgeglichene Bilanz, wird dafür aber auch mit rund 14 Millionen Euro von Einnahmen des Gesamtvereins bezuschusst. Chelsea hingegen hat trotz dieser Einnahmen einen Verlust von 19,5 Millionen Euro ausgewiesen. Das sind genau wie bei den Männern Verhältnisse, die sich nur englische Vereine leisten können.

Und in diesem Punkt haben die Verantwortlichen im vergangenen Sommer ja schon klargestellt, dass die Zuschüsse für den Frauenfußball (die Gerüchten zufolge bei uns um die fünf bis sechs Millionen Euro im Jahr liegen) nicht weiter steigen werden und die Frauen sich irgendwann selbst tragen müssen. Darin lag ja auch der Strategiewechsel im Transfergeschäft begründet, durch das man nun wie bei den Männern zusätzliche Einnahmen generieren möchte, statt unbedingt alle Leistungsträgerinnen zu halten. Das Rad lässt sich auch nicht mehr zurückdrehen.

Berichten zufolge waren ja viele langjährige Spielerinnen über die Kommunikation des letzten Sommers ("Geschichte dieser Mannschaft ist auserzählt") verärgert. Jetzt ist man eben wahrscheinlich in der Situation, dass nächste Saison bis auf Laura Freigang und die zurückgekehrte Sara Doorsoun keine Leistungsträgerin länger als ein Jahr im Verein ist und man langfristig eine komplett neue Mannschaft aufbauen muss. Die Gerüchte über Transfers nehmen bei den Frauen glücklicherweise noch keinen so großen Teil ein, aber deshalb kann man sich bei der vehementen Berichtslage eigentlich sicher sein, dass uns im Sommer eben Anyomi, Reuteler, Senß sowie Gräwe verlassen werden und auch bei Chiba, Veit, Riesen oder Lührßen ein Verbleib alles andere als sicher ist.

Den Spielerinnen selbst kann man einen Wechsel sowieso nicht übelnehmen. Da geht es ja nicht wie bei den Männern auf vergleichsweise derselben Ebene darum, ob sie jetzt ein paar Millionen mehr oder weniger verdienen. Da geht es bei immer noch sehr vielen Spielerinnen darum, ob sie überhaupt ihren Lebensunterhalt mit Fußball bestreiten können. Elisa Senß ist beispielsweise auch erst seit ihrem Wechsel zu Leverkusen 2022 als reine Profispielerin unterwegs. Zuvor in Essen hat sie noch hauptberuflich im Uniklinikum gearbeitet.

Genau deshalb ist es ja auch so ärgerlich und schade, dass man den Vorteil der bis dato sehr eingespielten Mannschaft nicht nutzen konnte. Weder im vergangenen Jahr, als man in der Liga zwischenzeitlich einen bösen Einbruch hatte, als auch in der aktuellen Saison, wo man das Europapokalfinale verspielt hat. Ein Titel wäre noch mal eine Geschichte gewesen, die dem Verein nicht nur von den Finanzen sondern auch vom Prestige enorm weitergeholfen hätte.

Fantastisch schrieb:

dh63263 schrieb:

Apropos WOB...  mein Bauchgefühl sagt mir, da ist jemand der Heimweh nach der Eintracht hat. 😅

Na, jetzt bringst du mich aber ins Grübeln... Soffe?        


Da ist dann halt die Frage, wie sinnvoll eine Rückkehr überhaupt wäre. Und das sage ich als jemand, für den Sophia Kleinherne neben Laura Freigang die größte Identifikationsfigur bei Eintracht Frankfurt war. Mit Doorsoun, Ilestedt und Ostenstad stehen nun aber bereits drei sehr erfahrene und vergleichsweise teure Innenverteidigerinnen langfristig unter Vertrag. Sollte man zudem Veit halten können, die gerade erst zur Nationalspielerin aufgestiegen ist, würde es kadertechnisch nicht wirklich Sinn ergeben, ihr dann noch erneut Kleinherne vor die Nase zu setzen.

Wie gesagt, ich bin wirklich ein großer Fan von Sofe und hätte sie im vergangenen Sommer sehr gerne gehalten. Aber die Situation ist nun eben eine andere. Rein aus Nostalgie oder Mitleid sollte man sie nicht zurückholen. Dann muss sie im Zweifel eben auch selbst mit ihrer Entscheidung leben. Kleinherne hat im vergangenen Jahr ganz bewusst und aus freien Stücken den sicheren Stammplatz in Frankfurt bei ihrem Förderer Arnautis aufgegeben. Dass es für sie jetzt in Wolfsburg nicht so gut läuft, ist eben Berufsrisiko.
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Auch hier mal eine Einschätzung meinerseits. Nach der durchaus etwas peinlichen Niederlage gegen Schlusslicht Hennef zum Abschluss der Hinrunde in der Liga B präsentiert sich die Mannschaft seitdem in Topform. In der Liga wurden die letzten beiden Spiele mit 6:0 gegen Münster und 4:0 gegen Oberhausen – bis dato in Liga B ohne Punktverlust – gewonnen, unter der Woche hat man Darmstadt im Hessenpokal ebenfalls mit 6:0 abgeschossen.

Angesichts von zehn Punkten Rückstand wird man die Gruppe zwar nicht mehr gewinnen können, aber zumindest Platz 2 und der Hessenpokal sollten das Ziel für die restliche Saison sein. Mit Düsseldorf, Bielefeld und Duisburg in der Liga sowie dem FSV im Pokalviertelfinale hat man in den kommenden Wochen ein paar Gegner auf ordentlichem Niveau. Mal sehen, ob noch einige Jungs aus der U16 Einsätze erhalten. Aus dem Kader der U17 hätte sich Flavio Sportelli in meinen Augen mehr Spielzeit verdient.

Glücklicherweise sieht es in der U17 personell gut aus. Jamal Mekoma und Junior Nhampule, die vergangene Saison lange ausgefallen sind und in der Vorrunde in der U16 Spielpraxis gesammelt haben, sind in der Rückrunde wieder vollwertiger Bestandteil des Kaders. Seit Anfang März sind auch die beiden Langzeitverletzten Luca Seitz und Said Brkic wieder zurück, womit die Mannschaft vermeintlich aus dem Vollen schöpfen kann. Wobei Moritz Dirsch als absoluter Stammspieler aus der Vorrunde seit der Rückrunde kein Spiel mehr gemacht hat und auch Lukas Voepel zuletzt wochenlang nicht im Kader stand, beide also vermutlich ausfallen.

Die Vertragssituation – sofern die Angaben auf Transfermarkt alle so stimmen – macht mir in dem einen oder anderen Fall jedoch etwas Sorge. Mit Josef Haßfeld, Bilal Daaou und Tarik Boujataoui laufen angeblich bei drei Leistungsträgern die Verträge aus. Bei Daaou mache ich mir weniger Gedanken. Den hat man zuletzt bereits in die U19 durchgeschoben und auch prominent mit einem Artikel auf der Homepage gefeatured. Sollte da also tatsächlich der Vertrag auslaufen, ist man wohl zumindest sehr sicher, dass der Spieler bei der Eintracht bleibt.

Bei Haßfeld macht es einen aber schon stutzig, dass er als bester Torschütze in der U17 verbleibt, während Marcello Bouvier vorzeitig in die U19 befördert wurde. Haßfeld ist immerhin aktueller U17-Nationalspieler für Deutschland und dort auch eher gesetzt. Von den Sturmtalenten ist er in seinem Jahrgang schon eines der größten. Das könnte dafür sprechen, dass sich die Eintracht bei ihm eher weniger Hoffnungen auf eine Verlängerung macht.

Ähnliches könnte für Boujataoui gelten. In der Hinrunde ist er anfangs wenig bis gar nicht zum Einsatz gekommen, ehe er seit dem Jahresende förmlich explodiert ist. In seinen letzten elf Spielen hat er jetzt 24 Scorer gesammelt. Gut möglich, dass man ihm diese Entwicklung nicht zugetraut hatte und nun ein anderer Verein profitiert. Kann aber auch sein, dass das körperliche Gründe hatte. Ich weiß jetzt nicht wie groß Boujataoui ist, aber im Vergleich mit den anderen Spielern sieht er echt winzig aus. Das kann ich wirklich nicht seriös einschätzen und ist nur reine Spekulation.

In jedem Fall wäre ein Abgang von einem dieser drei Spieler ein ziemlicher Verlust. Vermutlich nicht ganz auf dem Level wie Natnael Abraha (der jetzt sogar schon 3. Liga spielt) im vergangenen Sommer, aber dennoch schmerzhaft. Darüber hinaus laufen noch bei Mekoma, Noah Clement, Attila Bilmez und Nadir El Ouazzani die Verträge aus. Bei Mekoma gehe ich wie zuletzt auch bei Nhampule von einer Vertragsverlängerung aus. Schließlich wurde auch Mekoma zuletzt schon mal in der U19 eingesetzt. Clement spielt als dritter Torwart überhaupt keine Rolle und dürfte in jedem Fall gehen.

Bei Bilmez könnte ich mir sowohl einen Verbleib als auch einen Abgang vorstellen. Bringt als Hybrid zwischen Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld Flexibilität mit, würde nächste Saison in der U19 aber deutlich härtere Konkurrenz haben. Er hat diese Saison schon stark von der Verletzung Dolas profitiert. El Ouazzani kam zuletzt öfter zum Einsatz, aber da dürfte die Tendenz stark Richtung Abgang gehen. Körperlich kann er sicher mithalten, aber er weist doch teils erhebliche technische Schwächen auf. Bei Yunus Bakar, der die gesamte Vorrunde nicht im Kader stand, wurde der Vertrag im Winter offenbar vorzeitig aufgelöst.

Bleibt noch die Frage, wer von den aktuellen Jungjahrgängen vorzeitig in die U19 aufsteigen könnte. Grundsätzlich würde ich es befürworten, dass der Großteil der Jungs in der U17 verbleibt, damit es kommende Saison stabilere Teamleistungen gibt. Dieses Jahr waren schon wirklich viele aus dem jüngeren Jahrgang als Stammspieler gesetzt. Bleibt der Kern zusammen, kann man nächste Saison eines der Topteams bilden. Ist natürlich immer eine Sache der Abwägung und die Philosophie der Verantwortlichen ist ja eher, die individuelle Förderung zu bevorzugen.

Rein körperlich würde es bei Finn Schröder sicher am meisten Sinn ergeben, der dürfte mit gerade mal 16 Jahren schon um die 1,90 Meter sein. Im Bewegungsablauf merkt man aber, dass das noch ziemlich ungelenk aussieht. Für meinen Eindruck sah er jedenfalls bei einigen Gegentoren relativ schlecht aus. Insofern wäre ein weiteres Jahr in der U17 zur Stabilisierung der Leistung nicht verkehrt, zumal die Konkurrenz in der U19 mit Scheller, Peter und Dola enorm wäre.

Leistungsmäßig sind Alexandros Kadoglou und Benjamin Freiberger die wahrscheinlichsten Kandidaten. Beide sind absolute Stammspieler, die quasi jede Minute absolviert haben. Würde auch jeweils personell Sinn ergeben. Der U19 steht nächste Saison als Rechtsverteidiger nur Paul Bahoya, der dieses Jahr zweimal lange verletzt war, sowie Yannis Ahouannou und Johannes Vött als mögliche Backups zur Verfügung. Kadoglou könnte davon profitieren, dass Christian Prenaj wohl vorzeitig in die zweite Mannschaft hochgezogen wird und auch Niko Ilicevic in den Herrenbereich aufrückt, sobald er im Oktober 16 Jahre wird.

Bei Noel Motta könnte ich mir ebenfalls einen vorzeitigen Aufstieg in die U19 vorstellen. Auch da wäre mit Maximilian Arlinghaus als hauptsächlichen Konkurrenten durchaus Platz vorhanden. Hannes Georg und Titus Prince Veith werden hingegen sicherlich als Stammspieler in der U17 verweilen. Bei Luca Seitz, Moritz Dirsch und Said Brkic rechne ich allein deswegen mit einem weiteren Jahr in der U17, da alle drei weite Teile dieser Saison ausgefallen sind.
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Noch mal ein Update zum aktuellen Stand. Der Sieg im Hessenpokal unter der Woche in Königstein war enorm wichtig. Das einzige sportliche Ziel für die Restsaison ist nämlich die Qualifikation für den DFB-Pokal. Dazu müssen die Jungs entweder zu den gesamt betrachtet Top 18 Mannschaften der Liga B gehören oder eben den Hessenpokal gewinnen. Die Quali über ersteren Weg steht aktuell auf wackligen Beinen, da ist man Stand jetzt einige Punkte hinterher. Im Hessenpokal geht es im Mai mit einem Auswärtsspiel beim Ligakonkurrenten Walldorf im Halbfinale weiter.

Für die restliche Ligasaison ist der Gruppensieg in der Liga B aber noch drin. Da ist man aktuell drei Punkte hinter Spitzenreiter 1860, aber die ersten fünf Plätze sind alle eng beisammen. Dafür müsste man in den kommenden Spielen aber auch gegen die besseren Mannschaften wie eben 1860 und Freiburg gewinnen, gegen die man in der Hinrunde beide verloren hat. Zuletzt gab es eine unglückliche Heimniederlage gegen den KSC. Eigentlich ein klassisches 0:0, aber Karlsruhe hat mit dem Nachschuss eines Elfmeters nach einem dummen Foul gewonnen.

Ansonsten hat man erwartungsgemäß schon einige Jungs aus der U17 vorzeitig hochgezogen. Igor Dola hat sich leider gleich beim ersten Einsatz schwer verletzt, aber Marcello Bouvier, Allen Adjei und zuletzt auch Bilal Daaou sind nun fester Bestandteil des Teams. Gerade Adjei macht bisher einen guten Eindruck. Bouvier profitiert davon, dass Staff in die zweite Mannschaft gewechselt ist und Oteng-Mensah verletzt ausfällt. Zudem durften sich auch Titus Prince Veith, Jamal Mekoma, Junior Nhampule und Flavio Sportelli schon in der U19 zeigen und erste Minuten sammeln.

Das hängt natürlich auch mit der Verletzungsmisere zusammen, wobei sich das Lazarett zumindest wieder etwas gelichtet hat. Mit Niklas Scheller ist zuletzt immerhin einer der beiden Stamminnenverteidiger zurückgekehrt, auch Akram Ayadi und Yannis Ahouannou sind wieder fit. Bei Philipp Eisele, Paul Bahoya und Oteng-Mensah scheinen es leider langfristige Verletzungen zu sein – fraglich, ob die diese Saison noch einmal spielen können. Lean Husterer, Johannes Vött und Luca Gebhardt standen die letzten Wochen auch nicht mehr im Kader und dürften damit aktuell ausfallen. Dafür kommt Liam Mehic jetzt zu Einsätzen, der die gesamte Vorrunde lang nicht gespielt hatte.

ATlien schrieb:
Und auch Scheller hat verlängert.


Bezüglich der Kaderplanung war das ein wichtiger Schritt. Scheller hat wie gesagt dieses Jahr wirklich eine riesige Entwicklung hingelegt und eine sehr gute U17-WM gespielt. Es wäre schön, wenn jetzt auch noch Tsiokos verlängern wurde. Da habe ich aber ein recht positives Gefühl. Hat in diesem Jahr bis auf ein Spiel, in dem er gefehlt hat, immer in der Startelf gestanden, während er in der Vorrunde oft nur eingewechselt wurde. Werte ich jetzt einfach mal als gutes Zeichen. Bei den restlichen Jungjahrgängen mit auslaufendem Vertrag (Franzen, Ahouannou, Ahmadi, Mehic) wird der Weg bei der Eintracht hingegen im Sommer vor allem leistungsmäßig wohl enden. Lediglich beim flexibel einsetzbaren Ahouannou könnte ich mir noch eine Verlängerung vorstellen.

Bei den Altjahrgängen habe ich weiterhin noch eine Resthoffnung, dass man Dzanovic für die zweite Mannschaft halten kann. Sonderlich zuversichtlich bin ich da aber nicht. Zum einen wird er mit seinen Scorerwerten sicher für viele andere Mannschaften interessant sein, zum anderen hat man ihn bisher auch noch nie in der Hessenliga eingesetzt. Im Thread zur zweiten Mannschaft hatte ich bereits ausgeführt, dass Ayadi von der Verletzung Neuendorffs profitieren könnte, falls dieser noch weit in die kommende Regionalligasaison ausfallen sollte. Für Barry und Husterer dürfte es keine Zukunft bei der Eintracht geben.

DonGuillermo schrieb:
Bis auf Aschaffenburg und vielleicht noch Kassel im Norden Hessens hat man damit mittlerweile fast das komplette Einflussgebiet abgedeckt.


Und auch hier hat sich etwas getan und man hat für den Raum Unterfranken die Würzburger Kickers als neuen Kooperationspartner hinzugewonnen. Ist für die Eintracht sicher sinnvoll, weil Würzburg im Vergleich zur Viktoria aus Aschaffenburg sowohl bei den Profis als auch in der Jugend professionellere Strukturen besitzt und die Spieler aus diesem Gebiet somit besser bedienen kann. Damit hat die Eintracht nun bis auf den Norden Hessens alle Bereiche des erweiterten Einzugsgebiet mit Kooperationspartnern abgedeckt, zum Teil auch mit großen Vereinen.
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Ich sehe die Verpflichtung von Mühlhaus ebenfalls positiv. Zum einen, weil sie eben einfach eine gute Spielerin ist, die uns mit ihrer Qualität helfen kann. Zum anderen, weil es – wie die Eintracht schon selbst in ihrer Meldung geschrieben hat – ein Signal nach innen und nach außen ist. Wir können nicht nur deutsche Nationalspielerinnen verlieren, sondern auch weiterhin an uns binden. Und Mühlhaus ist ja sogar so etwas wie der Shootingstar der aktuellen Bundesligasaison mit durchaus großer Perspektive in der Nationalelf. Da hat sie Freigang im Standing ja schon fast überholt.

Da ist es vor dem Hintergrund des wahrscheinlichen Umbruchs im Sommer nicht unwichtig, dass dieses Zeichen auch schon recht früh in den Markt gesendet wird. Denn vermutlich werden uns eben nicht nur die fast schon bestätigten Abgänge Anyomi und Reuteler verlassen. Es ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass von den Leistungsträgerinnen, die schon länger als ein Jahr bei uns sind, am Ende nur Freigang und die zurückgekehrte Doorsoun übrig bleiben. Da muss also durchaus längerfristig eine komplett neue Mannschaft aufgebaut werden – was denke ich auch an der unglücklichen Kommunikation des letzten Sommers liegt, die wohl viele etablierte Spielerinnen verärgert hatte.

In einem Punkt, der in den vorangegangenen Beitragen öfter aufgegriffen wurde, bin ich jedoch deutlich skeptischer: was das potenzielle Zusammenspiel von Laura Freigang und Larissa Mühlhaus angeht. Für mich sind beide einfach sehr ähnliche Spielertypen. Weder eine klassische Zehn noch eine reine Stürmerin, sondern eher Grenzgängerinnen zwischen den Linien. Ich nehme es in dieser Hinsicht mal als gutes Omen, dass beide als Nordlichter den Weg ins Rhein-Main-Gebiet gefunden haben. Auf dass sich Mühlhaus in Frankfurt ebenso wohlfühlen wird wie Freigang.

Das kann dann im richtigen System – beispielsweise mit zwei Zehnern in einem 4-1-4-1, in dem mal sich mal die eine fallen lässt, mal die andere nach vorne stößt oder in einem 3-4-3 mit zwei hängenden Spitzen – sehr gut funktionieren und eine hohe Flexibilität und damit auch Unberechenbarkeit für den Gegner bedeuten. Das birgt aber eben auch die Gefahr, dass beide Spielerinnen bei einer fehlenden Abstimmung versuchen, dieselben Räume zu besetzen und sich dann oft auf den Füßen stehen.
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Hat in seinem ersten Pflichtspiel für Homburg übrigens gleich mal zwei Tore erzielt und zwei weitere Tore vorbereitet, nachdem er in deren Vorbereitung bereits in allen drei Spielen getroffen hatte. Hätte laut Spielbericht sogar noch zwei weitere Treffer gegen Balingen machen können.

Kommt für mich jetzt auch nicht so überraschend. Die Qualität für die Regionalliga hat Inanoglu allemal, das hat er schon vergangene Saison bei uns in einer über weite Strecken offensivschwachen Mannschaft nachgewiesen. Und wenn er jetzt in einem stärkeren Team zu noch mehr Chancen kommt, läuft es erst recht. Trotz seiner vielen Treffer ist sein größtes Manko nämlich weiterhin die Chancenverwertung, da lässt er regelmäßig zu viel liegen. Er kommt aber eben immer wieder in die Situationen und ist auch spielerisch stark genug, um in einem besseren Team mitzuhalten.

Sein Berater hatte schon im Sommer verlauten lassen, dass es einige Leihanfragen aus der dritten Liga gegeben habe. Gut möglich, dass da beispielsweise auch sein Ex-Verein Duisburg dabei war. Die Eintracht wollte ihn aber wohl nicht ziehen lassen, weil er vergangene Saison der einzige offensive Leistungsträger war. Diese Konstante wollte man im Sommer wohl noch halten, um die Chance auf einen sofortigen Wiederaufstieg zu erhöhen. Trotz Verletzung und verpasster Vorbereitung hat er ja auch in dieser Saison eine gute Bilanz.

Da es bezüglich des Aufstiegs aktuell sehr gut aussieht und im Sturm auch Starodid und Sonnenwald funktionieren, hat man wahrscheinlich jetzt im Winter die Tür für eine höherklassige Leihe aufgemacht. Zumal ja mit Kumashiro noch ein vermeintlich adäquater Ersatz verpflichtet wurde, der zumindest das kommende Halbjahr in der zweiten Mannschaft spielen wird. Wenn Inanoglu die Form hält, wird es nächste Saison sicher über die Regionalliga hinausgehen, entweder als weitere Leihe oder als fester Abgang. Ein drittes Jahr Regionalliga ergibt dann in meinen Augen keinen Sinn. Zumal ich ihm vom Niveau her auch die zweite Liga zutraue.

Das Thema dürfte im Sommer ohnehin spannend werden. Für Fenyö hat man ja schon eine Lösung gefunden, nachdem vergangenen Winter bereits Nürnberg an einer Leihe interessiert war. Bei Doumbia gab es im Sommer wohl ebenfalls Interesse aus der zweiten Liga, da war angeblich Bochum an einer Leihe dran. Hier bleibt abzuwarten, ob er wegen der Verletzungssorgen bei den Profis nicht sogar dort den Fuß in die Tür bekommt. Auch unser Neuzugang Maluze hätte im Sommer wohl in die dritte Liga wechseln können, ist aber zu uns gekommen, weil man eine mögliche Perspektive bei den Profis zugesagt hatte. In beiden Fällen rechne ich für den Sommer also entweder mit einer stärkeren Einbindung bei den Profis oder ebenfalls mit einem höherklassigen Wechsel.

Auch bei Metehan Yildirim könnte ich mir im Sommer einen Abgang zu einem ambitionierten Regionalligisten oder sogar in die dritte Liga vorstellen. Er war schon als Winterzugang gegen Ende der Abstiegssaison und auch jetzt in der Hessenliga zu Saisonbeginn der überragende Spieler der Mannschaft. Er leidet aber darunter, dass man im Mittelfeld natürlich die eigenen Talente Ebu Bekir Is und Marvin Dills mit möglichst viel Spielzeit fördern möchte.

Blickt man auf die Spieler mit auslaufenden Verträgen dürfte auch Daniel Starodid die Gelegenheit nutzen und nach seiner starken Saison einen entsprechenden Wechsel anstreben. Diesen Abgang sollte die Eintracht aber verkraften können. Er hat zwar bisher immer zuverlässig getroffen, aufgrund von mangelnder Technik sehe ich bei ihm aber nur Potenzial für maximal die dritte Liga. Auch im Sturm werden nächste Saison sicher die eigenen Talente Alex Staff, Alessandro Gaul Souza und Keziah Oteng-Mensah im Fokus stehen. Zusammen mit dem bulligen Sonnenwald und wahrscheinlich einem weiteren externen Neuzugang wird man dort auch für die Regionalliga gut genug besetzt sein.

Ansonsten werden sicherlich auch Junior Awusi und Clement Nana-Sarhene den Verein verlassen, die sich schon in der Hessenliga nicht durchsetzen konnten und auf geringe Spielanteile kommen. Bei Awusi etwas enttäuschend, da hatte ich mir genau wie bei Anas Alaoui mehr erhofft, nachdem beide als große Talente galten. Auch Jonas Bauer dürfte gehen, der als höherklassiger Neuzugang zuletzt seinen Stammplatz verloren hat. Bei Yurij Obert und Sissis Efthymiou sollte es letztlich darum gehen, wer das Torwarttrio neben Siljevic und Speight komplettiert. Paul Wünsch bleibt uns hoffentlich erhalten. Er gehörte schon letzte Saison in der Regionalliga zu den besseren Spielern und ist auf beiden Flügen offensiv wie defensiv flexibel einsetzbar. Ist somit immer eine gute Option für den Kader.

Diese Saison wird jetzt in den kommenden Wochen spannend zu sehen sein, wie man mit dem Engpass auf der Position des Linksverteidigers umgeht, nachdem sich Nilo Neuendorff langfristig verletzt hat und Aiden Harangi fest abgegeben wurde. Zumal Doumbia, der auch links verteidigen kann, wie gesagt bei Bedarf zu den Profis hochgezogen werden könnte. Dann steht mit Derek Boakye Osei eigentlich nur noch ein weiterer gelernter Innenverteidiger oder im Falle einer Dreierkette die beiden Flügelspieler Wünsch und Bauer als Wingbacks zur Verfügung.

Ansonsten werden mit fortschreitender Saisondauer sicher auch noch einige aktuelle U19-Spieler die Gelegenheit bekommen, erste Einsätze im Herrenbereich zu sammeln. Vor allem, wenn man den Aufstieg vorzeitig eintüten sollte. Bis auf Eddersheim gibt es ja eh keinen Konkurrenten mehr und bei denen muss man mal abwarten, wie die den Abgang von Toptorjäger Yilmaz verkraften. Fest hochgezogen wurde jetzt im Winter wohl erst mal nur Alex Staff, der ja vergangene Saison in der Regionalliga schon zeitweise Teil der zweiten Mannschaft war.
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Inanoglu steht mittlerweile übrigens bei 8 Toren und 4 Vorlagen in zehn Regionalligaspielen für Homburg. Hinzu kommen 3 Tore und 1 Vorlage in zwei Spielen im saarländischen Landespokal. Läuft also noch besser, als ich gedacht hatte. Aber wie gesagt, es gab ja letzten Sommer schon Interesse aus der dritten Liga. Mindestens dahin, eher in die zweite Liga, muss es für Inanoglu nächste Saison auch gehen. Eine weitere Saison in der Regionalliga wäre für seine Entwicklung sinnlos.

Sollte sein Ex-Verein Duisburg in die zweite Liga aufsteigen, wäre das sicher ein attraktives Leihziel. Aus einem kürzlich erschienenen Interview mit Kaan (https://www.op-online.de/sport/fussball/sprung-in-die-bundesliga-eintracht-frankfurt-talent-traeumt-von-zr-94232389.html) geht ja hervor, dass er hier durchaus noch mal für eine weitere Leihe verlängern würde. Sein Vertrag bei uns läuft noch bis 2027 plus ein Jahr Option.

Für uns ist der Aufstieg in die Regionalliga ja nur noch eine Frage der Zeit. Ich hoffe deshalb, dass man in den nächsten Wochen noch mal dem einen oder anderen jüngeren Spieler die Chance auf Spielzeit gibt. Das hat sich zuletzt ja schon angedeutet, indem man Prenaj aus der U19 hochgezogen hat und auch Spahn mal wieder von Anfang an spielen durfte. In diesem Sinne ist es sehr unglücklich, dass mit Staff, Gaul Souza und Oteng-Mensah aktuell unsere drei großen Sturmtalente allesamt verletzt ausfallen.

Gerade Spahn und Boakye Osei hätten sich in meinen Augen in dieser Saison auch mehr Spielzeit verdient. Spahn war beispielsweise in der Youth League beim Spiel in Barcelona überragend und Boakye Osei hat sich nach zwei eher durchwachsenen Jahren in der U19 zuletzt auch wieder gesteigert. Aber ich kann die Gründe schon verstehen. Spahn hat auf seiner Position mit Ochojski den absoluten Führungsspieler und Leistungsträger der Mannschaft vor sich und Boakye Osei ist als Defensivspezialist in der Hessenliga, wo sich 90 Prozent der Mannschaften gegen uns hinten reinstellen, nicht so gefragt. Da setzt Schmitt in der Innenverteidigung eher auf spielstarke Lösungen wie die gelernten Sechser Maluze und Owusu Etse sowie als Linksverteidiger auf offensive Alternativen wie Wünsch oder Hanashiro. Wobei Boakye Osei zuletzt als Einwechselspieler auf links mit beherzten Vorstößen auch zwei Elfer gezogen hat.

Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich der neuen Nachwuchsliga, die kommende Saison eingeführt wird, eine Chance einräume. Das wird jetzt sicher nicht der große Wurf, aber für einzelne Spieler kann das schon wertvoll sein. Diese Saison wären eben vor allem Spahn und Boakye Osei entsprechende Beispiele. Bei Spahn sehe ich jetzt zwar keine Perspektive für die Profis, aber er hätte sich wie gesagt trotzdem mehr Spielzeit verdient. Man braucht aber in einer Zweitvertretung natürlich erfahrene und starke Führungsspieler und da haben die jüngeren Konkurrenten dann eben das Nachsehen. Ochojski war in Verl drei Jahre lang Stammspieler und Leistungsträger in der dritten Liga. Der wird für uns auch in der Regionalliga eminent wichtig sein und Spahn damit einen schweren Stand haben.

Ansonsten will ich noch mal meine Kadereinschätzung aus dem vorherigen Post aktualisieren. Bei den kursierenden Abgangsgerüchten um Alex Staff wurde zuletzt berichtet, dass er tatsächlich einen Vertrag bis 2028 besitzt. Ergibt auch Sinn. Wenn der Vertrag tatsächlich diesen Sommer auslaufen würde, hätte es schon konkretere Gerüchte oder eine anderweitige Vertragsunterzeichnung gegeben. Ich gehe davon aus, dass sich der Vertrag zum 18. Geburtstag im Juni automatisch in einen Profivertrag umwandelt. Da man Spieler unter 18 Jahren maximal für drei Jahre an sich binden kann, war bisher nicht mehr möglich. Die Zukunft von Staff, Ebu und auch Dills wird vermutlich ein größeres Thema werden. Ich würde mir wünschen, dass man allen drei eine echte Perspektive aufzeigt und sie zumindest im Training fest bei den Profis integriert. Ob sie sich auf eine Leihe einlassen, ist nach den Erfahrungen von Baum eher fraglich.

In diese Richtung scheint es ja auch bei Doumbia zu gehen, nachdem sein Vertrag zuletzt langfristig verlängert wurde. Da kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen, dass er noch hauptsächlich für die zweite Mannschaft eingeplant ist. Da gab es wie gesagt im letzten Sommer wohl auch schon Interesse aus der zweiten Liga. In seinem Fall sollte also entweder eine höherklassige Leihe angestrebt werden oder man plant ihn fest als Backup bei den Profis ein. Das könnte ich mir durchaus auch vorstellen, denn wenn man sich in Zukunft weiterhin die Option Dreierkette offenhalten möchte, benötigt man eigentlich auch fünf Innenverteidiger im Kader, vor allem bei einer möglichen Dreifachbelastung.

Bei Kumashiro glaube ich nach der halbjährigen Eingewöhnung wie bereits gesagt auch an eine höherklassige Leihe. Das Niveau in der Regionalliga dürfte für ihn nicht ausreichend sein und ich sehe auch nicht, dass er kommende Saison schon eine Rolle bei den Profis spielen wird. Maluze ist für mich der einzige verbleibende Grenzfall. Auch er hätte wohl das Niveau, um höher als in der Regionalliga zu spielen. Bei ihm gehe ich aber davon aus, dass man ihn zusammen mit den Führungsspielern Kirchhoff, Ochojski und Sonnenwald als Leistungsträger für die Regionalliga hält.

Siljevic wird in der Regionalliga ziemlich sicher noch ein weiteres Jahr als Stammspieler absolvieren und gleichzeitig als vierter Torwart bei den Profis mittrainieren. Mit guten Leistungen in der Regionalliga eröffnen sich ihm anschließend ein paar Optionen. Bei den Profis wird 2027 wahrscheinlich Grahl als Nummer 3 seine Karriere beenden und auch davor kann es in den kommenden Transferperioden viel Fluktuation geben. Alternativ lässt sich für einen 20-jährigen Torhüter mit dann zwei Saisons als Stammspieler im Herrenbereich bestimmt auch ein passendes Leihziel finden.

Auf der Abgangsseite rechne ich damit, dass von den Vielspielern Yildirim gegen eine Ablöse sowie Starodid mit dem auslaufenden Vertrag zu einem ambitionierten Regionalligaverein oder in die dritte Liga wechseln. Die Verträge von Bauer und Awusi werden ebenfalls nicht verlängert. Bei Wünsch hoffe ich noch auf eine Vertragsverlängerung, er wäre mit seiner Erfahrung und Flexibilität eine wichtige Kaderoption in der Regionalliga. Da sehe ich auch nicht unbedingt, dass er anderweitig deutlich bessere Angebote erhält.

Obert oder Efthimiou könnte man noch ein weiteres Jahr halten, um das Torwarttrio hinter Siljevic und Speight zu komplettieren. Kim und Nana-Sarhene haben zwar noch Vertrag, dürften aber mit jeweils unter 100 Minuten Spielzeit in der Hessenliga Kandidaten für einen Wechsel sein. Nana-Sarhene hat mit zwei Toren in seinen Kurzeinsätzen zumindest auf sich aufmerksam gemacht. Bautista spielt bereits seit zwei Jahren keine Rolle mehr und hatte im Winter wohl ein Probetraining in Norwegen bei Viking Stavanger absolviert. Da sucht mal also bereits nach einer Lösung.

Aus der U19 rechne ich neben dem bereits bestätigen Eisele Yupanqui mit Prenaj als weiterem Aufsteiger. Die jüngsten Kadernominierungen waren da schon ein Fingerzeig. Auch wenn er diese Saison ziemlich durchgehangen ist, hat man wahrscheinlich grundsätzlich weiterhin großes Vertrauen in sein Talent. Von seinen Anlagen her ist er ein ziemlich kompletter Spieler (was zuletzt auch seine Aushilfseinsätze als Rechtsverteidiger gezeigt haben) und hat meiner Meinung nach auch definitiv das Potenzial für den Profibereich. Zudem kommen aus der U17 einige Spieler in die U19 hoch, für die man Platz schaffen muss.

Ansonsten ist bei Oteng-Mensah das Talent ebenfalls groß genug, dass man ihn vorzeitig in die U21 durchschieben kann, um sich an den Herrenbereich zu gewöhnen. Da wäre es nur wichtig, dass er mal ein komplettes Jahr fit bleibt. Ilicevic wird man zu seinem 16. Geburtstag im Oktober wahrscheinlich direkt zu den Profis hochziehen. Chancen sehe ich zusätzlich für Dzanovic, sofern man den Vertrag verlängert bekommt, und eventuell bei Ayadi, falls Neuendorff nach seiner Verletzung an der Kniescheibe auch in der kommenden Saison noch länger ausfallen sollte.

Neben den bereits bestätigten externen Zugängen Pedro Guimaraes, Henrik Peter, Sadiki Chemwor und Tobias Weigel wurde nun Elias Benkara von Borussia Dortmund gehandelt, den man als gebürtigen Frankfurter gerne verpflichten und einen ähnlichen Weg wie Collins aufzeigen möchte. Sprich, sich erst mal über die Regionalliga anbieten, aber mit Blick auf den Profikader. Würde denke ich sowohl vom Niveau als auch vom Bedarf Sinn ergeben. Zudem könnte ich mir gut vorstellen, dass man noch eine Offensivkraft holt, sollten Inanoglu, Kumashiro, Starodid und Yildirim nächste Saison wirklich allesamt kein Teil des Teams sein. Nur auf Sonnenwald und die Youngster zu setzen, könnte in dem Bereich etwas dünn sein. Da hat man sicher auch aus dem letztjährigen Abstieg gelernt.

Wobei man dann bedenken muss, dass wir für kommende Saison mit Kirchhoff, Ochojski und Sonnenwald bereits drei Ü23-Spieler unter Vertrag haben und zumindest Kirchhoff und Ochojski klare Stammspieler sein dürften. Sollte also tatsächlich ein weiterer Ü23-Spieler verpflichtet werden, müsste einer der vier immer auf der Bank bleiben, solange die drei anderen Spieler auf dem Feld sind. Das bekommt man denke ich aber noch ganz gut geregelt.

Das würde dann nach meinen Einschätzungen voraussichtlich folgenden Kader für die kommende Saison ergeben:

TW: [Siljevic], Speight, Obert/Efthimiou

RV: Ochojski, Spahn
IV: Kirchhoff, (Benkara), Boakye Osei, Eisele Yupanqui, [Doumbia]
LV: Guimaraes, Neuendorff/Ayadi

DM: Maluze, Owusu Etse, [Ebu]
ZM: Hanashiro, Prenaj
OM: Weigel, Peter, [Dills]

RA: Wünsch, Oteng-Mensah
LA: Dzanovic/(Mr. X), Chemwor
ST: Sonnenwald, (Mr. X), Gaul Souza, [Staff]

Bestätigte externe Neuzugänge
(Potenzielle externe Neuzugänge)
Interner Aufsteiger
[Teil des Profikaders]

Das wäre ein Kader, der stark und ausgeglichen genug ist, um in der Regionalliga eine gute Rolle zu spielen. So gut wie alle Spieler sind zudem flexibel genug, um auch auf anderen Positionen einzuspringen. Die Planung dürfte auch nicht unrealistisch sein, weil der Großteil schon so steht. Dass man Prenaj und Oteng-Mensah vorzeitig hochzieht, halte ich für sehr wahrscheinlich und von extern müssten nur noch der gehandelte Benkara und ein Stürmer geholt werden.  

Die einzigen Fragezeichen sehe ich darin, ob man Wünsch und Dzanovic verlängert bekommt sowie im Zustand von Neuendorff, dessen Ausfall man aber wie gesagt mit Ayadi auffangen könnte. Doumbia, Is, Dills und Staff würde ich gar nicht mehr fest für die zweite Mannschaft einplanen. In allen vier Fällen halte ich eine Perspektive bei den Profis, eine Leihe oder einen festen Wechsel für realistischere Optionen. Wobei sie als Teil des Profikaders natürlich weiterhin Spielpraxis in der zweiten Mannschaft sammeln könnten.
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Matzel schrieb:

https://www.kicker.de/wolfsburger-neuaufbau-mr-x-und-drei-koepfe-fuer-den-kader-1208054/artikel

Steig' einfach ab, Pirmin!

https://www.kicker.de/wolfsburg-will-st-paulis-wahl-1212586/artikel
netter move. wolfsburg interessiert sich zufällig genau jetzt für abwehrspieler hauke wahl von st. pauli, den hauptkonkurrenten um den klassenerhalt, auf den man zufällig am letzten spieltag trifft.
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Wahl ist übrigens auch Vizekapitän von Pauli. Da werden Erinnerungen an 2011 wach. Magath und der Erdbeerpflücker lassen grüßen. Vielleicht hat sich Zeitzeuge Pirmin Schwegler ja auch daran erinnert.