>

hawischer

6813

#
@mods
Vor was habt ihr Angst?
Die Sache ist doch längst gerichtlich entschieden und zwar für die Satiriker:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/alice-weidel-gericht-weist-antrag-auf-einstweilige-verfuegung-der-afd-zurueck-a-1148075.html

daraus:
.. hatte die Politikerin auf dem AfD-Parteitag in Köln in ihrer Rede gesagt: "Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte." Der Satiriker Christian Ehring hatte den Satz in der NDR-Sendung "extra 3" aufgegriffen und gesagt: "Jawoll, lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schla mpe doch recht." Weidel empfand diese Formulierung als beleidigend, ein Unterlassungsbegehren der AfD hatte der NDR zunächst abgelehnt.

Laut dem Beschluss des Landgerichts Hamburg habe Weidel, "die in Rede stehende Bezeichnung in ihrem Kontext hinzunehmen".


Ich finde es ähnlich wie Stefan sehr befremdlich, dass ihr euch nicht an die geltende Rechtslage haltet ...
Geht diesbezüglich bitte noch mal in euch!
#
LDKler schrieb:

@mods
Vor was habt ihr Angst?
Die Sache ist doch längst gerichtlich entschieden und zwar für die Satiriker:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/alice-weidel-gericht-weist-antrag-auf-einstweilige-verfuegung-der-afd-zurueck-a-1148075.html

daraus:
.. hatte die Politikerin auf dem AfD-Parteitag in Köln in ihrer Rede gesagt: "Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte." Der Satiriker Christian Ehring hatte den Satz in der NDR-Sendung "extra 3" aufgegriffen und gesagt: "Jawoll, lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schla mpe doch recht." Weidel empfand diese Formulierung als beleidigend, ein Unterlassungsbegehren der AfD hatte der NDR zunächst abgelehnt.

Laut dem Beschluss des Landgerichts Hamburg habe Weidel, "die in Rede stehende Bezeichnung in ihrem Kontext hinzunehmen".


Ich finde es ähnlich wie Stefan sehr befremdlich, dass ihr euch nicht an die geltende Rechtslage haltet ...
Geht diesbezüglich bitte noch mal in euch!


Die angesprochene Sendung Extra3 vom NDR ist eine Satire-Sendung, die mit den Spruch wirbt: der Irrsinn der Woche.
Wenn dieses Forum, speziell D&D, als Satire-Forum konzipiert wird, mag der Hinweis auf das Urteil begründbar sein. Bis jetzt habe ich es so verstanden, dass die Moderation Wert auf eine sachliche politische Diskussion legt
Im Übrigen, es gibt auch das Böhmermann-Urteil, indem ihm untersagt wird, wesentliche Teile seines satirischen Werkes zu wiederholen. Das Hamburger Gericht sah darin  nämlich Beleidigungen.
#
hawischer schrieb:

Wenn Du Deinen Faktencheck liest mit der Behauptung, die Verfasserin hätte nichts zur Kultur sondern nur zur Leitkultur was gesagt habe und dann den von mir zitierten Orginalsatz wird es Dir hoffentlich klar.
Sie hat ausdrücklich geschrieben, dass jenseits der Sprache eine spezifisch deutsche Kultur schlicht nicht identifizierbar ist.

Und jetzt lässt du auch noch das Wort "einheitlich" weg, damit deine Argumentation überhaupt funktioniert. Schade, du standest bisher durchaus in einem höheren Ansehen bei mir.
#
stefank schrieb:

hawischer schrieb:

Wenn Du Deinen Faktencheck liest mit der Behauptung, die Verfasserin hätte nichts zur Kultur sondern nur zur Leitkultur was gesagt habe und dann den von mir zitierten Orginalsatz wird es Dir hoffentlich klar.
Sie hat ausdrücklich geschrieben, dass jenseits der Sprache eine spezifisch deutsche Kultur schlicht nicht identifizierbar ist.

Und jetzt lässt du auch noch das Wort "einheitlich" weg, damit deine Argumentation überhaupt funktioniert. Schade, du standest bisher durchaus in einem höheren Ansehen bei mir.


Mein Ansehen? Bei Dir?
#
Ich versuche es nochmals: Worin lag denn nun mein Versehen?
#
Misanthrop schrieb:

Ich versuche es nochmals: Worin lag denn nun mein Versehen?


Wenn Du Deinen Faktencheck liest mit der Behauptung, die Verfasserin hätte nichts zur Kultur sondern nur zur Leitkultur was gesagt habe und dann den von mir zitierten Orginalsatz wird es Dir hoffentlich klar.
Sie hat ausdrücklich geschrieben, dass jenseits der Sprache eine spezifisch deutsche Kultur schlicht nicht identifizierbar ist.
Wenn das für Dich kein Unterschied ist, warum hast du dann den Faktencheck für alle dente geschrieben, der sich über die Kulturaussage beschwert und du ihn darauf hinweist, sie habe nur was zur Leitkultur gesagt.

#
Immerhin verlinkst du die Quelle. Aber hat dich ein Schwächanfall getroffen, so dass du nicht die unmittelbar vorausgehenden sowie den unmittelbar nachfolgenden Sätze zitieren konntest?

"Deutschland ist vielfältig und das ist manchen zu kompliziert. Im Wechsel der Jahreszeiten wird deshalb eine Leitkultur eingefordert, die für Ordnung und Orientierung sorgen soll. Sobald diese Leitkultur aber inhaltlich gefüllt wird, gleitet die Debatte ins Lächerliche und Absurde, die Vorschläge verkommen zum Klischee des Deutschsein. "

"Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt. Globalisierung und Pluralisierung von Lebenswelten führen zu einer weiteren Vervielfältigung von Vielfalt."

Wenn man jetzt den von dir zitierten einsamen Satz dazwischen stellt, liest er sich schon ganz anders, nicht wahr? Und das sogar ohne Fettdruck.
#
Ich will mich nicht an der Diskussion beteiligen, da ich nichts bemerkenswertes beitragen kann. Nur Misanthrop auf sein Versehen hinweisen, da es sonst keiner der "Wo ist der Beleg" - Schreiberlinge getan hat. Misanthrop hätte ja auch den gesamten Artikel zitieren können. Hat er nicht getan. Warum auch immer.
#
Fakten-Check:

Leitkultur. Sie sprach von einer in Deutschland ihrer Meinung nach nicht zu erkennenden einheitlichen Leitkultur. Nicht davon, dass es keine deutsche Kultur gäbe.
#
Misanthrop schrieb:

Fakten-Check:

Leitkultur. Sie sprach von einer in Deutschland ihrer Meinung nach nicht zu erkennenden einheitlichen Leitkultur. Nicht davon, dass es keine deutsche Kultur gäbe.


Nur der guten Ordnung halber ein zweiter Fakten-Check.

Frau Özoguz hat einen Artikel im Tagesspiegel geschrieben, in dem sie sich mit der Leitkultur beschäftigt. Das fragliche Zitat lautet aber tatsächlich:

"Kein Wunder, denn eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar"  

Quelle:

https://causa.tagesspiegel.de/gesellschaft/wie-nuetzlich-ist-eine-leitkultur-debatte/leitkultur-verkommt-zum-klischee-des-deutschseins.html

#
SGE_Werner schrieb:

Aber wie gesagt. Man kann ja weiterhin gegen die 58 Prozent Politik machen, die eine Obergrenze bei den Flüchtlingen wollen. Man darf sich halt dann nicht wundern, wenn diese 58 Prozent irgendwann Großteils AfD wählen, weil niemand ihren politischen Willen vertritt.

Glücklicherweise haben frühere Politikergenerationen in der Bundesrepublik ihre politische Überzeugung, Vernunft und vor allem Moral hintangestellt und sind der Mehrheit nachgelaufen. Deswegen haben wir ja auch wieder die Todesstrafe eingeführt, wurden die Entschädigungszahlungen an jüdische Organisationen für den Holocaust eingestellt und die demonstrierenden 68er Studenten ins Arbeitslager gesteckt.
#
Glücklicherweise hatten früheren Politikergenarationen die demokratische Mehrheit in den Parlamenten. Erworben durch das Mehrheitsvotum der Wähler. Habe nicht den Eindruck, dass das heute anders ist.
Was heute allerdings wieder so ist wie in den 60er und Anfang der 70er. Die politischen Ränder schaukeln sich gegenseitig hoch, weil sie Feindbilder brauchen um um ihre eigene Anhängerschaft zu mobilisieren. Wir sehen gerade z.B. bei Wahlveranstaltungen von Merkel, wie hier ein Feindbild der AfD "gelebt" wird.
#
Punkt 1: "Das Volk" gibt es nicht. Wir sind aufgesplittert in so viele Milieus und Submilieus, dass es überhaupt erstaunlich ist, dass es in vielen Bereichen überhaupt noch einen Konsens gibt. Der "Wille des Volkes" ist gleichermaßen eine völlige Konstruktion. Ich soll mit einem dieser angstgetriebenen Facebook-Krakeeler mit dass-das-Schwäche irgendwas gemeinsam haben, nur weil ich mit ihm die Staatsbürgerschaft teile? Und seine Hetze soll ich noch zu einer "Meinung" aufwerten? Und dann soll ich ihm noch eine Relevanz zu billigen, indem ich seine Themen (von ihm wahrscheinlich "Dähmen" geschrieben) in Realpolitik übersetze? Im Leben nicht.

Punkt 2: Ein Blick in die Geschichte sollte uns lehren. Im Kampf Demokraten gegen Antidemokraten ist es immer schief gegangen, wenn man den Antidemokraten die Hand gereicht hat. Wenn man sie einbinden wollte. Sie amm Ende zu "entzaubern" plante. Wer in Wort oder Tat Gewalt propagiert, wer Grundrechte außer Kraft setzen will, ist kein Teil des Diskurses mehr. Und wer die Hyänen füttert, wird am Ende von ihnen gefressen.

Punkt 3: 5 oder 10 oder 15 Millionen wollen AfD wählen? Gut! Dann weiß ich wenigstens die Zahl der Opferkartoffeln.  
#
Punkt 1: Grundgesetz Artikel 20/2 Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke durch Wahlen und Abstimmungen....
Artikel 21/1 Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.
Gemeinmachen muss sich niemand mit etwas oder jemanden. Jeder kann sich Wahlen stellen und um Zustimmung werben oder gegen andere im demokratischen Verfahren Stellung beziehen. Der Versuch zu überzeugen sollte allemal vor einer Ausgrenzung stehen.
Wer Ziele vertritt, die dem GG widersprechen, ... auch dafür sieht das GG Regelungen vor. Wer das macht oder anstrebt, darüber entscheiden dann unabhängige Gerichte. Und das ist gut so.
#
Also sind wir uns in der Irrationalität einig.
Was mir nicht in den Kopf will: warum versucht man nicht, den Leuten diese Irrationalität klarzumachen? Warum rennt man lieber diesen irrationalen Gedanken hinterher, statt sie durch Aufklärung aufzulösen?

Beispiel die Grünen. Dieselskandal, Lebensmittelskandale, Klimawandel (jetzt aktuell die fürchterlichen Stürme in den USA oder bei uns die Obsternte), der ungezügelte Flächenfraß - alles Steilvorlagen. Warum bedienen sie sich dessen nicht?
Ich verstehe es nicht.
#
WuerzburgerAdler schrieb:

Also sind wir uns in der Irrationalität einig.
Was mir nicht in den Kopf will: warum versucht man nicht, den Leuten diese Irrationalität klarzumachen? Warum rennt man lieber diesen irrationalen Gedanken hinterher, statt sie durch Aufklärung aufzulösen?

Beispiel die Grünen. Dieselskandal, Lebensmittelskandale, Klimawandel (jetzt aktuell die fürchterlichen Stürme in den USA oder bei uns die Obsternte), der ungezügelte Flächenfraß - alles Steilvorlagen. Warum bedienen sie sich dessen nicht?
Ich verstehe es nicht.

Vielleicht liegt es daran, dass 60, 70 oder 80% der Wähler deine Einschätzung der Irrationalität nicht teilen. Es ist ja nicht so, dass sich die Grünen keine Mühe geben, sie krebsen halt so um die 8-10% rum.
Gleiches gilt für die Linken. Wenn man deren Programm und das Versprechen sozialer Wohltaten liest, dann sollte man meinen, die bekommen die absolute Mehrheit. Und warum bekommen sie die nicht? Weil sie die Wähler nicht überzeugen (können).
Einer der linken Urväter hat mal gesagt, Politik besteht in dem Aussprechen, dessen was ist und beginnt damit. Vielleicht fängt man an, dem Volk zuzuhören und es nicht in weiten Teilen für irrational zu erklären. Oder es oberlehrerhaft zu belehren. Ich erinnere nur an den Veggietag. Überzeugen geht anders. Ich weiß, Demokratie ist nicht leicht, besonders für die nicht, die mit ihrer Überzeugung nicht durchdringen.
#
Bzw als Fazit. Entweder man kommt den Rändern politisch entgegen oder man muss akzeptieren, dass an beiden Rändern Parteien mit 10-20 Prozent entstehen, die dauerhaft aufgrund dann permanenter GroKo immer weiter wachsen wie die FPÖ in Österreich.

Man darf sich dann halt nicht wundern, wenn Trump, Le Pen, Orban usw gewinnen. Da es Deutschland gut geht und wir eine gewisse Historie haben, hängen wir diesen Entwicklungen noch 10 bis 20 Jahre hinterher.

Bleibt die CDU da, wo sie jetzt ist, wird die AfD sich etablieren und konstant im zweistelligen Bereich sein.

Das ist die logische Folge, wenn 60 Prozent der Bevölkerung in gewissen Fragen nur noch von einer Partei unterstützt werden.

Also entweder ändert sich die Meinung des Volkes oder das Volk ändert seine Wahl.
#
SGE_Werner schrieb:

Also entweder ändert sich die Meinung des Volkes oder das Volk ändert seine Wahl.



       

Beim Lesen der Beiträge der letzten Stunden und besonders dem zitierten, kam mir  - warum auch immer - der alte Brecht in den Kopf, mit seinem Gedicht aus den Buckower Eligen:

Die Lösung
Nach dem Aufstand des 17. Juni
Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands
In der Stalinallee Flugblätter verteilen
Auf denen zu lesen war, daß das Volk
Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
Und es nur durch verdoppelte Arbeit
zurückerobern könne. Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?  

#
Wundert dich das, bei der medialen Aufmerksamkeit die diese Kleinpartei bekommt? Würde man nur mal über die Linke, FDP oder Grünen so viel lesen und hören wie über die AFD!

Auch verstehe ich nicht wieso sich die AFD immer wiede rüber zu wenige Einladungen in Fernsehsendungen beschwert. (Gefühlt) Jedesmal wenn ich durch so eine Sendung zappe sitzt irgend ein Schwachmat von der AFD da drin. Auch zu Themen wo ich mir denke: wieso brauchts da jetzt jemand von der AFD?

Ist n bissl wie bei Trump. Je mehr scheiße die bauen, desto mehr wird berichtet und umso mehr sind sie in aller Munde, was irgendwie zwangsläufig auch zu Wählerstimmen führt.

Man muss sie ja nicht totschweigen, aber einfach mal medial so behandeln wie es einer ca. 10%-Partei gegenüber angemessen ist.
#
Cassiopeia1981 schrieb:

Man muss sie ja nicht totschweigen, aber einfach mal medial so behandeln wie es einer ca. 10%-Partei gegenüber angemessen ist.



       

Das predige ich schon länger, den Populisten nicht auf den Leim gehen mit ihren Provokationen. Sieht man hier im Forum deutlich. Kaum geht die Weidel aus dem Studio und gibt ein (vorbereitetes?) Statement gegen Slomka und den öffentlich/rechtlichen Rundfunk ab, wird das verlinkt und darüber diskutiert, ob denn die Vorwürfe begründet seien. Als wenn es nichts wichtigeres gäbe. Für die AfD... Ziel erreicht.
#
igorpamic schrieb:

igorpamic schrieb:

ARD Deutschlandtrend:

Union 37 (0)
SPD 21 (-2)
Linke 10 (+1)
Grüne 8 (0)
FDP  9 (+1)
AFD 11 (0)




Gruselig, da bleibt ja eigentlich nur wieder GroKo oder Jamaika, da sich Union und die Linken definitiv ja ausschließen.
#
Vael schrieb:

igorpamic schrieb:

igorpamic schrieb:

ARD Deutschlandtrend:

Union 37 (0)
SPD 21 (-2)
Linke 10 (+1)
Grüne 8 (0)
FDP  9 (+1)
AFD 11 (0)




Gruselig, da bleibt ja eigentlich nur wieder GroKo oder Jamaika, da sich Union und die Linken definitiv ja ausschließen.


Sollte es bei 21% bleiben, kann die SPD nie und nimmer in eine neue GroKo gehen. Da bleibt nur Jamaika. Und Schulz darf noch ein wenig SPD-Vorsitzender sein, aber in so einer Art Austragshäusl. Bis Andrea Nahles zum Neubeginn startet. Nur bei einem Ergebnis so 36 zu 27 Prozent könnte es in einer GroKo enden, Liegt aber stark an den Grünen, ob sie sich flexibler verhalten als 2013.
#
eigentlich recht vernünftig, war der satiriker sagt...

https://www.facebook.com/nicosemsrott/posts/10155610000007836

u.a.:
2. Ein Argument, das aus meiner Sicht bis jetzt noch zu kurz gekommen ist: Alice Weidel ist Unternehmensberaterin. Niemand mag Unternehmensberater.
#
Xbuerger schrieb:

Niemand mag Unternehmensberater.


Waaas?
#
Ja.
#
hawischer schrieb:

Ja.

So was kann man nicht als joke schreiben. Der User meint es ernst
#
Ist das ernst gemeint? Ehrliche Frage...
#
Ja.
#
Schön, der Ffm60ziger ist wieder da, habe mir schon Sorgen gemacht.
#
Frau Weidel verlässt unter Protest die Sendung, weil sie sich ungerecht behandelt fühlt oder weil sie auf die Gelegenheit gewartet hat um sich als Opfer einer parteiischen Moderatorin und bösen Mitdiskutanten sieht. Sie will damit für einen Skandal sorgen und hofft in bester Populismusmanier, dass alle darüber reden. (Siehe Gauland und die Entsorgung)
Natürlich tun wir ihr auch sofort den Gefallen. Die AfDler wird's freuen.

Was ist tatsächlich passiert. Eine Frau verlässt ein Fernsehstudio. Wirklich bemerkenswert.
#
Sorry, aber da muss ich dir widersprechen. Zwar denkt man bei "Sportpalastrede" tatsächlich an Goebbels berüchtigten Auftritt, obwohl auch andere Politiker wie z.B. Ernst Thälmann dort Reden gehalten hatten.
Mit "Sportpalast-Atmosphäre" ist aber etwas ganz anderes assoziiert, wie etwa aus diesem Artikel im Tagesspiegel hervorgeht:
"Bei Boxkämpfen, Eishockeyturnieren und vor allem Sechstagerennen entstand jene Atmosphäre, die den Ruhm des Hauses begründete. Kapellmeister „Otto-Otto“ Kermbach annektierte den Walzer „Wiener Praterleben“ zum Sportpalast-Walzer, und der Kriegsinvalide Reinhold Habisch, genannt „Krücke“, pfiff dazu vom Heuboden herab zwischen den Fingern." http://www.tagesspiegel.de/berlin/nicht-nur-zumvergnuegen/464926.html
#
Frag mal jemanden in Hamburg, München oder Köln, ob er beim Begriff Sportpalast-Atmosphäre an Musik- und Sportveranstaltungen oder an die Goebbelsrede denkt. In Berlin mag das speziell bei Senioren ja anders sein.
#
WuerzburgerAdler schrieb:
Du erinnerst dich sicher an das TV-Duell Schröder-Stoiber, als es um den Irakkrieg ging. Schröder bezog eindeutig Position, während Stoiber immer nur von seiner Druckkulisse stammelte. Krieg wollte hier keiner, von einer Druckkulisse hatte niemand etwas. Da war das TV-Duell wahlentscheidend, nicht das dämliche Oder-Hochwasser

So ist es!
Ich war damals bei einem Wahlkampfauftritt von Schröder in Wetzlar.
Zuerst gings um die Sozialreformen, da war die Stimmung eher mau, aber als er klipp und klar sagte, mit ihm beteiligt sich Deutschland nicht am Irakkrieg, war plötzlich Sportpalast-Atmosphäre in der Turnhalle, sehr sehr geil und unvergesslich!
#
LDKler schrieb:

WuerzburgerAdler schrieb:
Du erinnerst dich sicher an das TV-Duell Schröder-Stoiber, als es um den Irakkrieg ging. Schröder bezog eindeutig Position, während Stoiber immer nur von seiner Druckkulisse stammelte. Krieg wollte hier keiner, von einer Druckkulisse hatte niemand etwas. Da war das TV-Duell wahlentscheidend, nicht das dämliche Oder-Hochwasser

So ist es!
Ich war damals bei einem Wahlkampfauftritt von Schröder in Wetzlar.
Zuerst gings um die Sozialreformen, da war die Stimmung eher mau, aber als er klipp und klar sagte, mit ihm beteiligt sich Deutschland nicht am Irakkrieg, war plötzlich Sportpalast-Atmosphäre in der Turnhalle, sehr sehr geil und unvergesslich!

Ich unterstelle Dir nicht, dass Du es so meinst, aber unter Sportpalast-Atmosphäre versteht man normalerweise die Atmosphäre bei der Goebbelsrede am 18.02.43. Da ging es um den "Totalen Krieg".
Nichts für ungut, aber es gibt so Begriffe die mag man nicht.
Eine Sportreportein wurde mal heftig kritisiert, weil sie vom "inneren Reichspateitag für Klose" sprach

#
Misanthrop schrieb:

Komische Zeiten. Irgendwie. Lähmende Zufriedenheit.


mit der zufriedenheit ist es so eine sache. es gibt da diesen großen unterschied mit der zufriedenheit bezüglich der eigenen situation und der einschätzung der gesamtlage. und bezüglich der gesamtlage die angst davor, dass es einem irgendwie selbst schlechter gehen könnte. und dieser angst werden individuelle freiheiten geopfert.

diese angst ist allerdings häufig diffus und wird in die üblichen kanäle umgeleitet, die angst vor dem fremden, vor veränderung und dem sozialen abstieg. ein aus dem zusammenhang gelöstes "wir schaffen das" wird zum fanal derjenigen die "das" eigentlich gar nicht schaffen wollen.

klima kann man nicht sehen, nur empfinden, ebenso feinstaub. überwachung ist für die generation die ihr leben auf fb und you toue lebt kein grund zur sorge, wichtig ist es auf den überwachungsbildern gut aus zu sehen. die ganzen lebensmittelskandale sind zwar nervig, aber oft kommen die lebensmittel aus dem ausland und sind schön billig. und so lange es alle zwei jahre für ein neues smartphone reicht ist man ja nicht arm.

merkel passt da sehr gut. sie wirkt nicht so als wolle sie etwas grundsätzliches ändern oder auch nur in frage stellen. sie ist auch nicht dogmatisch, wenn etwas nur noch bedingt oder nicht mehr mehrheitstauglich ist dann wird es aufgegeben, sehr zum verdruss der konservativen kreise und auch der spd, der die themen ausgehen.

mein wort des jahres ist "gerechtigkeit" und die forderung danach. das kann nun wirklich jeder unterschreiben und jeder hat seine eigene vorstellung davon was gerecht ist, der top manager ebenso wie der hartz IV empfänger, auch wenn da zwischen den vorstellungen wahrscheinlich welten liegen.

ich wüsste für den durchschnittsbürger, der sich nur um sich selbst dreht und der in seinem teller sitzt und gar nicht gewillt ist über den rand zu schauen, keinen grund merkel nicht zu wählen. es sei denn er wünscht sich einen deutlich autoritäreren staat und mehr ausländerfeindlichkeit, da gibt es dann die alternative.
#
peter schrieb:

Misanthrop schrieb:

Komische Zeiten. Irgendwie. Lähmende Zufriedenheit.


mit der zufriedenheit ist es so eine sache. es gibt da diesen großen unterschied mit der zufriedenheit bezüglich der eigenen situation und der einschätzung der gesamtlage. und bezüglich der gesamtlage die angst davor, dass es einem irgendwie selbst schlechter gehen könnte. und dieser angst werden individuelle freiheiten geopfert.

diese angst ist allerdings häufig diffus und wird in die üblichen kanäle umgeleitet, die angst vor dem fremden, vor veränderung und dem sozialen abstieg. ein aus dem zusammenhang gelöstes "wir schaffen das" wird zum fanal derjenigen die "das" eigentlich gar nicht schaffen wollen.

klima kann man nicht sehen, nur empfinden, ebenso feinstaub. überwachung ist für die generation die ihr leben auf fb und you toue lebt kein grund zur sorge, wichtig ist es auf den überwachungsbildern gut aus zu sehen. die ganzen lebensmittelskandale sind zwar nervig, aber oft kommen die lebensmittel aus dem ausland und sind schön billig. und so lange es alle zwei jahre für ein neues smartphone reicht ist man ja nicht arm.

merkel passt da sehr gut. sie wirkt nicht so als wolle sie etwas grundsätzliches ändern oder auch nur in frage stellen. sie ist auch nicht dogmatisch, wenn etwas nur noch bedingt oder nicht mehr mehrheitstauglich ist dann wird es aufgegeben, sehr zum verdruss der konservativen kreise und auch der spd, der die themen ausgehen.

mein wort des jahres ist "gerechtigkeit" und die forderung danach. das kann nun wirklich jeder unterschreiben und jeder hat seine eigene vorstellung davon was gerecht ist, der top manager ebenso wie der hartz IV empfänger, auch wenn da zwischen den vorstellungen wahrscheinlich welten liegen.

ich wüsste für den durchschnittsbürger, der sich nur um sich selbst dreht und der in seinem teller sitzt und gar nicht gewillt ist über den rand zu schauen, keinen grund merkel nicht zu wählen. es sei denn er wünscht sich einen deutlich autoritäreren staat und mehr ausländerfeindlichkeit, da gibt es dann die alternative.


Wir sind uns bestimmt einig, dass es mit den Pauschalurteilen immer so eine besondere Sache ist. So gibt es sicher Top-Manager, die die Gerechtigkeitsfrage durchaus differenziert sehen und Hartz IV-Empfänger, die keine Ungerechtigkkeit beklagen dürfen, da sie an ihrer Situation selbst schuld haben.

Genau wie der Durchschnittsbürger, der nicht die Klassifizierung verdient hat, die Du ihm zuteilst. Dieser Durchschnittsbürger ist der in der Regel "hart arbeitende Bürger" (Copyright Martin Schulz), der für den Wohlstand der Gesellschaft zuständig war und ist. Der bei der freiwilligen Feuerwehr mitarbeitet und in seiner Freizeit eine Jugendmannschaft trainiert oder beim Einrichten eines Flüchtlingsheimes geholfen hat. Und trotzdem Merkel wählt. Oder vielleicht gerade, weil er sich dort am besten aufgehoben fühlt.

Mag sein, dass Du an einen anderen Durchschnittsbürger gedacht hast, so wie ich jetzt an einen x-beliebigen linksliberalen Durchschnittsbetrachter denke, der in seinem politischen Weltbild heimatlos zu sein scheint, dem die SPD nicht links und die Grünen nicht grün und die Linken nicht konsequent links genug sind und der sich selbst in seiner Not nicht in das Parteienspektrum einordnen kann. Politisch herumirrlichtert und - wie hier im Forum zu lesen - wenigstens seine Häme am bestehenden Parteien- und Gesellschaftssystem durch seine Zuneigung zu DER PARTEI zeigt. Immer frei nach dem Werbe-Motto: Hauptsache, ihr habt Spaß.

Kritisieren und dagegen sein ist ein gutes demokratisches Recht. Jeder kann das für sich selbst entscheiden. Nicht wählen, oder nur außerparlamentarisch aktiv sein, alles o.k. Aber reicht das wirklich dem aufgeklärten Bürger, der sich in seinem "anti-sein" anscheinend gut aufgehoben fühlt?
#
Wenn die SPD in eine GroKo einwilligt für die nä. 4 Jahre, werde ich die SPD für 10 Jahre bei egal welcher Wahl nicht mehr wählen. Das wäre das Dümmste, was die SPD tun könnte.

Soll sich Merkel doch neue Partner suchen und wenn es für Schwarz-Gelb nicht langt, ist das ihr Pech. Dann muss sie halt Jamaika machen. Oder es gibt Neuwahlen.
#
Wenn Niedersachsen für die SPD verloren geht und die Chancen stehen nicht schlecht, würde der Einfluss der Partei in der Republik immer kleiner. Das wird auch den Gewerkschaften nicht gefallen. Unterschätzen wir auch nicht den Reiz von netten Posten vom Referatsleiter bis zum Minister.