Luzbert
19420
Luzbert schrieb:Brodo schrieb:
Warum? Es stimmt doch, dass Kaua wackelt,
Ja, aber ich empfinde die Ausdrucksweise wenig professionell und dem Menschen gegenüber despektierlich. Das so zu lesen löst Unbehagen in mir aus. Ich wünsche mir da mehr Professionalität.
Finde ich auch, das ist Fan-Sprech und gehört so nicht journalistisch veröffentlicht.
Luzbert schrieb:Brodo schrieb:
Warum? Es stimmt doch, dass Kaua wackelt,
Ja, aber ich empfinde die Ausdrucksweise wenig professionell und dem Menschen gegenüber despektierlich. Das so zu lesen löst Unbehagen in mir aus. Ich wünsche mir da mehr Professionalität.
Die Medien können sich schonmal warm
anziehen, wenn Riera wirklich kommt und die dieses unprofessionelle Schreiben weiter fortführen.
Ja, back to the Roots macht Sinn...nochmal zum Thema der Emotionen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto krasser merke ich wie die VAR-Sache das wahre Problem im Stadion FÜR MICH darstellt. Gestern Konferenz geguckt, alle 5 Sekunden Tor hier Tor da und die Emotionen werden den Fans einfach genommen durch VAR. Das nervt
Ich höre bei vielen, dass der VAR die Emotion nimmt. Das Gefühl hatte ich selbst noch nie. Vielleicht ist die Emotion anders und vielleicht habe ich verdrängt, wie es früher ohne war. Aber für mich ist so eine VAR-Entscheidung einfach ein neuer Aspekt in einem Spiel. Ähnlich wie wenn Schiri und Linienrichter sich früher beraten haben. Ich hatte noch nie das Gefühl, dass mir dabei Emotion genommen wird.
Es gibt da keine klar Linie und am End sind es immer noch in sehr vielen Fällen nicht nachvollziehbare Entscheidungen.
Sehr interessante Entwicklung. Zuletzt sah es ja (medial) so aus, als wäre einer der beiden Skandinavier Kjetil Knutsen oder Jacob Neestrup der Favorit. Da beide mit ihren Vereinen diese Woche auch noch in der Champions League spielen und zumindest noch Außenseiterchancen auf ein Weiterkommen haben, hätte dann auch der Zeitplan mit einem Wechsel frühestens zum Ende der Woche Sinn ergeben. Offensichtlich gilt Knutsen ja noch als Alternative, während dänische Medien berichten, dass es zu Neestrup überhaupt keinen Kontakt gab.
Bewertung von Knutsen und Neestrup
Ich hatte die beiden Namen ja in meinem vorherigen Post in diesem Thread nicht genannt, weil ich sie für unrealistisch gehalten habe. Knutsen geht schon auf die 60 zu, hat nie außerhalb Norwegens trainiert und ist seit nun knapp zehn Jahren sehr erfolgreich bei Bodo Glimt, zuletzt auch international. Da konnte ich mir kaum vorstellen, dass der noch mal ins Ausland wechselt. Neestrup wäre sicher ein potenzieller Wechselkandidat für das Ausland, wird aber wie viele Skandinavier wohl eher auf den englischen Markt schielen. Er wäre zudem denke ich sehr teuer gewesen, da Kopenhagen erst vor eineinhalb Jahren mit Peter Christiansen den Manager in die Bundesliga ziehen lassen musste.
Albert Riera als neuer Topfavorit
Auch wenn ich sie äußerst ungerne als Quelle nenne, hatte passend dazu vor einigen Tagen die Bild berichtet, dass der neue Trainer bzw. der aktuelle Topkandidat jemand sei, dessen Name nur intern bei der Eintracht kursiere, der aber medial noch nicht genannt wurde. Offensichtlich konnte da selbst die Bild bis zu diesem Zeitpunkt keinen Namen herausbekommen und nur die anderen gehandelten Kandidaten dementieren.
Nach der Aussage von Hellmann auf der MV war aber klar, dass die Verhandlungen schon weit fortgeschritten sind. Mittlerweile soll ja der Berater von Albert Riera bereits in Frankfurt sein, um die letzten Details zu klären. Da ist es nicht verwunderlich, dass es jetzt auch die Medien herausbekommen haben. Auch die slowenischen Medien berichten mittlerweile, dass es am Mittwoch zu finalen Gesprächen kommen soll.
Werdegang von Riera und Verbindung zur Eintracht
Schaut man sich dann an, dass Riera von Andy Bara beraten wird, kommt Rieras Werdegang und die Verpflichtung vielleicht auch nicht ganz überraschend. Zum einen weil Bara als Berater vor allem in Spanien und auf dem Balkan sehr gut vernetzt ist. So war Rieras letzte Spielerstation der FC Koper in Slowenien, wo er gleichzeitig auch als assistierender Sportdirektor fungieren sollte. Führende Kraft im Verein damals? Andy Bara. Zum anderen weil Bara und seine Agentur Niagara Sports in der Vergangenheit schon oft Geschäfte mit Markus Krösche gemacht haben.
Die prominentesten Deals waren damals sicher die Wechsel von Dani Olmo und Joško Gvardiol von Zagreb nach Leipzig. Als Krösche dann zu uns gewechselt ist, wurden mit Kristijan Jakić und Hrvoje Smolčić zwei weitere von Bara betreute Kroaten verpflichtet. Dazu kam auch noch Jérôme Onguéné, der damals ebenfalls von Niagara vertreten wurde. Auch um Lovro Majer gab es vor seinen jeweiligen Wechseln nach Rennes und Wolfsburg entsprechende Gerüchte. Die Verbindung von Krösche/Hardung zu Niagara (und die teils fragwürdigen Geschäftspraktiken von Bara) waren auch schon einmal Thema im Forum: https://community.eintracht.de/forum/diskussionen/138198?
Charakter von Riera als Spieler
Finde ich auf jeden Fall spannend. Ich kenne Riera noch gut als Spieler, vor allem als er mit großen Erwartungen nach Liverpool gewechselt und dort gefloppt ist. War für Liverpooler Verhältnisse aber auch eine wilde Zeit damals, mit Andrea Dossena als Linksverteidiger und Albert Riera als Linksaußen. War ansonsten aber echt ein guter Kicker, nicht umsonst auch spanischer Nationalspieler. Hat schon für einige große Vereine und Trainer sowie mit einigen großen Spielern gespielt. Leider stand er sich mit seinem Charakter oft selbst im Weg und war ein ziemlicher Wandervogel.
Als Spieler hat er sich mehrfach mit Trainern überworfen und diese auch anschließend öffentlich kritisiert. Das war unter anderem auch bei Liverpool unter Rafa Benítez der Fall. Bei Galatasaray hat er sich mal eine Schlägerei mit Teamkollege Felipe Melo geleistet, bei Udine ist er geflogen, weil er lieber an einem Pokerturnier als an einem Spiel der Mannschaft teilgenommen hat (laut eigener Aussage sei das aber so abgesprochen und die Vertragsauflösung bereits beschlossene Sache gewesen). Bei Mallorca wurde er suspendiert, weil er sich geweigert hat, weiter unter dem aktuellen Trainer zu spielen. Dadurch ist er dann als aktiver Spieler in die "Niederungen" des slowenischen Fußballs gewechselt, was erklärt, warum er dort nun seit geraumer Zeit auch als Trainer aktiv ist.
Kontroversen von Riera als Trainer
Als Trainer war er für mich bisher eher ein unbeschriebenes Blatt, weshalb ich mich mal ein bisschen informiert habe. Auffällig ist, dass er offensichtlich auch als Trainer sein Temperament nicht abgelegt hat und ein extremer Hitzkopf zu sein scheint. Auf die Schnelle habe ich gleich vier Berichte gefunden, laut denen er mit gegnerischen Offiziellen oder Spielern aneinandergeraten ist. Vergangene Saison gab es nach dem Viertelfinale in der Conference League gegen Florenz Stress mit Trainerkollege Raffaele Palladino, weil sich Riera sowohl öffentlich im Vorfeld als auch während des Spiels respektlos gegenüber der gegnerischen Bank verhalten haben soll. Rund einen Monat später kam es nach dem slowenischen Pokalfinale (das Celje 4:0 gegen Koper gewann) an der Seitenlinie zu Handgreiflichkeiten zwischen Riera und dem gegnerischen Sportdirektor, nachdem Riera aggressiv auf die gegnerische Bank zugelaufen war.
Ebenfalls vergangene Saison hatte sich Stephen Bradley von den Shamrock Rovers öffentlich über die Arroganz und Respektlosigkeiten von Riera beschwert, nachdem die Rovers Celje in der Europa League Quali rausgeworfen haben. Riera hatte angekündigt, dass sein Team locker weiterkommen werde und wollte dem Gegner auch in der PK nach dem Sieg keinen Kredit geben. Diese Geschichte bekam vor einigen Monaten ein weiteres Kapitel, nachdem Celje und die Rovers in der Ligaphase der Conference League erneut aufeinandergetroffen sind. Dieses Mal gewann Celje, aber Riera verweigerte nach dem Spiel den Handschlag mit Bradley. Nach dem Spiel meinte er, dass der Sieg keine Überraschung und sein Team qualitativ weit überlegen sei. Anschließend griff er Bradley persönlich an und meinte, dass es wohl an dessen Qualität als Trainer liege, dass er nun seit rund zehn Jahren in Irland trainiere und kein Interesse aus größeren Ligen auf sich ziehen könne. Tatsächlich sollen wohl schon einige englische Vereine an Bradley interessiert gewesen sein, aber weil sein Sohn Leukämie hat, möchte er mit seiner Familie im gewohnten Umfeld in Irland bleiben.
Darüber hinaus kommt noch ein Bericht aus seiner Zeit als Trainer bei Bordeaux, wo er angeblich einen gegnerischen Spieler nach dem Spiel in den Katakomben geschlagen haben soll. Aber auch in der slowenischen Liga soll Riera wohl schon in seiner Zeit bei Olimpija mit Offiziellen von nahezu allen anderen Clubs aneinandergeraten sein. Damals hatte er auch öffentlich angekündigt, dass er in Slowenien keinen anderen Verein trainieren werde. Nach dem Double in seiner ersten Saison hatte er sich dann aber direkt mit dem Management überworfen. Laut Riera wurde ihm kein neuer Vertrag angeboten, laut den Vereinsverantwortlichen wollte Riera unter den gegebenen Bedingungen nicht weitermachen. Also ist Riera zum größten sportlichen Konkurrenten nach Celje gegangen.
Sportliche Erfolge und spielerische Prinzipien
Insgesamt lässt sich schon festhalten, dass Riera sehr von sich selbst überzeugt ist, was als Führungsfigur ja auch erst mal nichts Schlechtes ist. Leistungsmäßig hat er bisher sowohl in Ljubljana als auch in Celje geliefert. 2022/23 mit Olimpija das Double geholt, in der nachfolgenden Saison war er mit Celje Tabellenführer, bevor er nach Bordeaux gewechselt ist. Nachdem Bordeaux zwangsabsteigen musste, ist er nach Celje zurückgekehrt und hat letzte Saison den nationalen Pokal gewonnen und das Viertelfinale der Conference League erreicht. Diese Saison ist Celje aktuell wieder Tabellenführer in Slowenien und hat sich erneut für das Sechzehntelfinale der Conference League qualifiziert.
Von dem was ich jetzt gelesen habe, zeigt sich seine Persönlichkeit auch in seiner Trainerphilosophie. So will er wohl das Spiel in jeder Phase dominieren und dem Gegner am besten keine Luft zum Atmen geben. Die Spielweise wird auch gegen jeden Gegner, ungeachtet der Qualität, durchgezogen. Hohes Angriffspressing gegen den Ball, offensives Ballbesitzspiel mit Ball. Das führt dann aber auch hin und wieder zu wilden Spielverläufen und nicht immer zu einer wirklichen Spielkontrolle. Am häufigsten habe ich als Vergleich den bedingungslosen Offensivfußball von Ange Postecoglou gelesen, der damit in einer stärkeren Liga wie der Premier League letztlich auch gescheitert ist.
Zum einen gilt er als herausragender Motivator, dem die Spieler bedingungslos folgen, zum anderen auch als taktisch versiert mit einem großen Fokus auf ein gutes Positionsspiel im Spielaufbau. Sein bevorzugtes System ist das klassische 4-3-3, das aber auch in ein 4-2-3-1 oder ein 4-1-4-1 abgewandelt werden kann. Vereinzelt hat er auch mit einer Dreierkette spielen lassen, dann in der Regel in einem 3-4-3. Mit den passenden Spielern kann man diese Systeme ja auch gut während des Spiels flexibel anpassen. Darüber hinaus unterstreicht das auch die Grundprinzipien des hohen Angriffspressings und einer starken Ballbesitzkontrolle durch die klassische Dreiecksbildung.
Ausbildung und Kontakte
Damit hat er sich wohl auch nicht nur wegen seiner guten Ergebnisse in Slowenien einen positiven Ruf als Trainer erarbeitet. Dank eines speziell eingerichteten Lehrgangs des spanischen Fußballverbands für verdiente Spieler hat Riera nach seiner Spielerkarriere schnell die UEFA Pro Lizenz als Trainer absolviert. Er bringt also durchaus die klassische spanische Philosophie des Fußballs mit, die ja von den taktischen und spielerischen Elementen auch bei uns implementiert werden soll. Zuletzt waren ja auch einige spanische Trainer international sehr erfolgreich.
Weitere Absolventen des Lehrgangs waren unter anderem Xavi, Xabi Alonso, Raúl, Marcos Senna und Joan Capdevila, mit denen er auch noch regelmäßig in Kontakt steht. Darüber hinaus ist Riera sehr gut mit Mikel Arteta befreundet (beide waren in Liverpool sogar Nachbarn) und tauscht sich oft mit ihm aus, ein Cousin Artetas ist auch Teil seines Trainerstabs. Mit Pep Guardiola pflegt er ebenfalls einen guten Kontakt und hat unter anderem ein halbes Jahr als Co-Trainer unter Domènec Torrent, selbst langjähriger Co von Guardiola, gearbeitet. Gut möglich also, dass sich Krösche in den entsprechenden Kreisen mal umgehört hat.
Zwischenmenschliche Führung
Gegenüber seinen Spielern geht er wohl sehr offen mit seinen eigenen Fehlern aus Spielerzeiten um und nutzt diese Erfahrungen aktiv in seinem Coaching. Er hat sich auch bereits mehrfach bei ehemaligen Trainern für sein damaliges Verhalten entschuldigt und gemeint, dass er nun als Trainer eine andere Sichtweise auf die Dinge hat. Dadurch bedingt will er in der Kabine auch alle mitnehmen, vor allem die Spieler, die gerade nicht so viel spielen. Zudem will er laut eigener Aussage die Spieler auch persönlich kennenlernen. Eine gute Kommunikation mit den Spielern scheint ihm also sehr wichtig zu sein.
Spanisch und Englisch spricht er auf jeden Fall, durch seine Zeit als Spieler sowie Trainer in Bordeaux sollte er eigentlich auch etwas Französisch sprechen. Da die deutsche Sprache in der Türkei und Slowenien auch durchaus verbreitet ist, kann er vielleicht sogar ein paar Brocken Deutsch. Ist für mich aber auch nicht entscheidend, schließlich hatte ich als meine Wunschlösung auch Stefano Pioli ausgemacht. Bei Toppmöller lautete die Kritik ja beispielsweise auch zu viele Details.
Fazit
Dennoch bezeichnen ihn selbst Befürworter als mindestens sehr selbstbewusst über arrogant bis hin zu egoistisch. Die genannten Kontroversen, die sich auch durch seine Trainerzeit ziehen, machen mir deshalb schon Sorgen. Vom Auftreten her dürfte er jedenfalls in allen Bereichen ein absolutes Kontrastprogramm zu Toppmöller sein – gegenüber dem Gegner, dem Schiedsrichter, den Medien, den Spielern und den eigenen Vorgesetzten.
Das kann natürlich im Erfolgsfall eine Sogwirkung haben, dass er als durchaus charismatische Gestalt vorneweg marschiert, aber nach Niederlagen kann es auch mal so richtig krachen. Ob er dann auch noch mit seinem sehr offensiven Ansatz die aktuelle Defensivschwäche behoben bekommt, dürfte interessant zu sehen sein.
Vorher weiß man das natürlich nie so genau, aber hier sehe ich die potenzielle Schere von "passt perfekt für unsere Entwicklung" bis "hohe Gefahr einer kompletten Implosion" wirklich sehr weit auseinandergehen. Mutig wäre die Entscheidung allemal, aber ich gehe davon aus, die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben gemacht.
Bewertung von Knutsen und Neestrup
Ich hatte die beiden Namen ja in meinem vorherigen Post in diesem Thread nicht genannt, weil ich sie für unrealistisch gehalten habe. Knutsen geht schon auf die 60 zu, hat nie außerhalb Norwegens trainiert und ist seit nun knapp zehn Jahren sehr erfolgreich bei Bodo Glimt, zuletzt auch international. Da konnte ich mir kaum vorstellen, dass der noch mal ins Ausland wechselt. Neestrup wäre sicher ein potenzieller Wechselkandidat für das Ausland, wird aber wie viele Skandinavier wohl eher auf den englischen Markt schielen. Er wäre zudem denke ich sehr teuer gewesen, da Kopenhagen erst vor eineinhalb Jahren mit Peter Christiansen den Manager in die Bundesliga ziehen lassen musste.
Albert Riera als neuer Topfavorit
Auch wenn ich sie äußerst ungerne als Quelle nenne, hatte passend dazu vor einigen Tagen die Bild berichtet, dass der neue Trainer bzw. der aktuelle Topkandidat jemand sei, dessen Name nur intern bei der Eintracht kursiere, der aber medial noch nicht genannt wurde. Offensichtlich konnte da selbst die Bild bis zu diesem Zeitpunkt keinen Namen herausbekommen und nur die anderen gehandelten Kandidaten dementieren.
Nach der Aussage von Hellmann auf der MV war aber klar, dass die Verhandlungen schon weit fortgeschritten sind. Mittlerweile soll ja der Berater von Albert Riera bereits in Frankfurt sein, um die letzten Details zu klären. Da ist es nicht verwunderlich, dass es jetzt auch die Medien herausbekommen haben. Auch die slowenischen Medien berichten mittlerweile, dass es am Mittwoch zu finalen Gesprächen kommen soll.
Werdegang von Riera und Verbindung zur Eintracht
Schaut man sich dann an, dass Riera von Andy Bara beraten wird, kommt Rieras Werdegang und die Verpflichtung vielleicht auch nicht ganz überraschend. Zum einen weil Bara als Berater vor allem in Spanien und auf dem Balkan sehr gut vernetzt ist. So war Rieras letzte Spielerstation der FC Koper in Slowenien, wo er gleichzeitig auch als assistierender Sportdirektor fungieren sollte. Führende Kraft im Verein damals? Andy Bara. Zum anderen weil Bara und seine Agentur Niagara Sports in der Vergangenheit schon oft Geschäfte mit Markus Krösche gemacht haben.
Die prominentesten Deals waren damals sicher die Wechsel von Dani Olmo und Joško Gvardiol von Zagreb nach Leipzig. Als Krösche dann zu uns gewechselt ist, wurden mit Kristijan Jakić und Hrvoje Smolčić zwei weitere von Bara betreute Kroaten verpflichtet. Dazu kam auch noch Jérôme Onguéné, der damals ebenfalls von Niagara vertreten wurde. Auch um Lovro Majer gab es vor seinen jeweiligen Wechseln nach Rennes und Wolfsburg entsprechende Gerüchte. Die Verbindung von Krösche/Hardung zu Niagara (und die teils fragwürdigen Geschäftspraktiken von Bara) waren auch schon einmal Thema im Forum: https://community.eintracht.de/forum/diskussionen/138198?
Charakter von Riera als Spieler
Finde ich auf jeden Fall spannend. Ich kenne Riera noch gut als Spieler, vor allem als er mit großen Erwartungen nach Liverpool gewechselt und dort gefloppt ist. War für Liverpooler Verhältnisse aber auch eine wilde Zeit damals, mit Andrea Dossena als Linksverteidiger und Albert Riera als Linksaußen. War ansonsten aber echt ein guter Kicker, nicht umsonst auch spanischer Nationalspieler. Hat schon für einige große Vereine und Trainer sowie mit einigen großen Spielern gespielt. Leider stand er sich mit seinem Charakter oft selbst im Weg und war ein ziemlicher Wandervogel.
Als Spieler hat er sich mehrfach mit Trainern überworfen und diese auch anschließend öffentlich kritisiert. Das war unter anderem auch bei Liverpool unter Rafa Benítez der Fall. Bei Galatasaray hat er sich mal eine Schlägerei mit Teamkollege Felipe Melo geleistet, bei Udine ist er geflogen, weil er lieber an einem Pokerturnier als an einem Spiel der Mannschaft teilgenommen hat (laut eigener Aussage sei das aber so abgesprochen und die Vertragsauflösung bereits beschlossene Sache gewesen). Bei Mallorca wurde er suspendiert, weil er sich geweigert hat, weiter unter dem aktuellen Trainer zu spielen. Dadurch ist er dann als aktiver Spieler in die "Niederungen" des slowenischen Fußballs gewechselt, was erklärt, warum er dort nun seit geraumer Zeit auch als Trainer aktiv ist.
Kontroversen von Riera als Trainer
Als Trainer war er für mich bisher eher ein unbeschriebenes Blatt, weshalb ich mich mal ein bisschen informiert habe. Auffällig ist, dass er offensichtlich auch als Trainer sein Temperament nicht abgelegt hat und ein extremer Hitzkopf zu sein scheint. Auf die Schnelle habe ich gleich vier Berichte gefunden, laut denen er mit gegnerischen Offiziellen oder Spielern aneinandergeraten ist. Vergangene Saison gab es nach dem Viertelfinale in der Conference League gegen Florenz Stress mit Trainerkollege Raffaele Palladino, weil sich Riera sowohl öffentlich im Vorfeld als auch während des Spiels respektlos gegenüber der gegnerischen Bank verhalten haben soll. Rund einen Monat später kam es nach dem slowenischen Pokalfinale (das Celje 4:0 gegen Koper gewann) an der Seitenlinie zu Handgreiflichkeiten zwischen Riera und dem gegnerischen Sportdirektor, nachdem Riera aggressiv auf die gegnerische Bank zugelaufen war.
Ebenfalls vergangene Saison hatte sich Stephen Bradley von den Shamrock Rovers öffentlich über die Arroganz und Respektlosigkeiten von Riera beschwert, nachdem die Rovers Celje in der Europa League Quali rausgeworfen haben. Riera hatte angekündigt, dass sein Team locker weiterkommen werde und wollte dem Gegner auch in der PK nach dem Sieg keinen Kredit geben. Diese Geschichte bekam vor einigen Monaten ein weiteres Kapitel, nachdem Celje und die Rovers in der Ligaphase der Conference League erneut aufeinandergetroffen sind. Dieses Mal gewann Celje, aber Riera verweigerte nach dem Spiel den Handschlag mit Bradley. Nach dem Spiel meinte er, dass der Sieg keine Überraschung und sein Team qualitativ weit überlegen sei. Anschließend griff er Bradley persönlich an und meinte, dass es wohl an dessen Qualität als Trainer liege, dass er nun seit rund zehn Jahren in Irland trainiere und kein Interesse aus größeren Ligen auf sich ziehen könne. Tatsächlich sollen wohl schon einige englische Vereine an Bradley interessiert gewesen sein, aber weil sein Sohn Leukämie hat, möchte er mit seiner Familie im gewohnten Umfeld in Irland bleiben.
Darüber hinaus kommt noch ein Bericht aus seiner Zeit als Trainer bei Bordeaux, wo er angeblich einen gegnerischen Spieler nach dem Spiel in den Katakomben geschlagen haben soll. Aber auch in der slowenischen Liga soll Riera wohl schon in seiner Zeit bei Olimpija mit Offiziellen von nahezu allen anderen Clubs aneinandergeraten sein. Damals hatte er auch öffentlich angekündigt, dass er in Slowenien keinen anderen Verein trainieren werde. Nach dem Double in seiner ersten Saison hatte er sich dann aber direkt mit dem Management überworfen. Laut Riera wurde ihm kein neuer Vertrag angeboten, laut den Vereinsverantwortlichen wollte Riera unter den gegebenen Bedingungen nicht weitermachen. Also ist Riera zum größten sportlichen Konkurrenten nach Celje gegangen.
Sportliche Erfolge und spielerische Prinzipien
Insgesamt lässt sich schon festhalten, dass Riera sehr von sich selbst überzeugt ist, was als Führungsfigur ja auch erst mal nichts Schlechtes ist. Leistungsmäßig hat er bisher sowohl in Ljubljana als auch in Celje geliefert. 2022/23 mit Olimpija das Double geholt, in der nachfolgenden Saison war er mit Celje Tabellenführer, bevor er nach Bordeaux gewechselt ist. Nachdem Bordeaux zwangsabsteigen musste, ist er nach Celje zurückgekehrt und hat letzte Saison den nationalen Pokal gewonnen und das Viertelfinale der Conference League erreicht. Diese Saison ist Celje aktuell wieder Tabellenführer in Slowenien und hat sich erneut für das Sechzehntelfinale der Conference League qualifiziert.
Von dem was ich jetzt gelesen habe, zeigt sich seine Persönlichkeit auch in seiner Trainerphilosophie. So will er wohl das Spiel in jeder Phase dominieren und dem Gegner am besten keine Luft zum Atmen geben. Die Spielweise wird auch gegen jeden Gegner, ungeachtet der Qualität, durchgezogen. Hohes Angriffspressing gegen den Ball, offensives Ballbesitzspiel mit Ball. Das führt dann aber auch hin und wieder zu wilden Spielverläufen und nicht immer zu einer wirklichen Spielkontrolle. Am häufigsten habe ich als Vergleich den bedingungslosen Offensivfußball von Ange Postecoglou gelesen, der damit in einer stärkeren Liga wie der Premier League letztlich auch gescheitert ist.
Zum einen gilt er als herausragender Motivator, dem die Spieler bedingungslos folgen, zum anderen auch als taktisch versiert mit einem großen Fokus auf ein gutes Positionsspiel im Spielaufbau. Sein bevorzugtes System ist das klassische 4-3-3, das aber auch in ein 4-2-3-1 oder ein 4-1-4-1 abgewandelt werden kann. Vereinzelt hat er auch mit einer Dreierkette spielen lassen, dann in der Regel in einem 3-4-3. Mit den passenden Spielern kann man diese Systeme ja auch gut während des Spiels flexibel anpassen. Darüber hinaus unterstreicht das auch die Grundprinzipien des hohen Angriffspressings und einer starken Ballbesitzkontrolle durch die klassische Dreiecksbildung.
Ausbildung und Kontakte
Damit hat er sich wohl auch nicht nur wegen seiner guten Ergebnisse in Slowenien einen positiven Ruf als Trainer erarbeitet. Dank eines speziell eingerichteten Lehrgangs des spanischen Fußballverbands für verdiente Spieler hat Riera nach seiner Spielerkarriere schnell die UEFA Pro Lizenz als Trainer absolviert. Er bringt also durchaus die klassische spanische Philosophie des Fußballs mit, die ja von den taktischen und spielerischen Elementen auch bei uns implementiert werden soll. Zuletzt waren ja auch einige spanische Trainer international sehr erfolgreich.
Weitere Absolventen des Lehrgangs waren unter anderem Xavi, Xabi Alonso, Raúl, Marcos Senna und Joan Capdevila, mit denen er auch noch regelmäßig in Kontakt steht. Darüber hinaus ist Riera sehr gut mit Mikel Arteta befreundet (beide waren in Liverpool sogar Nachbarn) und tauscht sich oft mit ihm aus, ein Cousin Artetas ist auch Teil seines Trainerstabs. Mit Pep Guardiola pflegt er ebenfalls einen guten Kontakt und hat unter anderem ein halbes Jahr als Co-Trainer unter Domènec Torrent, selbst langjähriger Co von Guardiola, gearbeitet. Gut möglich also, dass sich Krösche in den entsprechenden Kreisen mal umgehört hat.
Zwischenmenschliche Führung
Gegenüber seinen Spielern geht er wohl sehr offen mit seinen eigenen Fehlern aus Spielerzeiten um und nutzt diese Erfahrungen aktiv in seinem Coaching. Er hat sich auch bereits mehrfach bei ehemaligen Trainern für sein damaliges Verhalten entschuldigt und gemeint, dass er nun als Trainer eine andere Sichtweise auf die Dinge hat. Dadurch bedingt will er in der Kabine auch alle mitnehmen, vor allem die Spieler, die gerade nicht so viel spielen. Zudem will er laut eigener Aussage die Spieler auch persönlich kennenlernen. Eine gute Kommunikation mit den Spielern scheint ihm also sehr wichtig zu sein.
Spanisch und Englisch spricht er auf jeden Fall, durch seine Zeit als Spieler sowie Trainer in Bordeaux sollte er eigentlich auch etwas Französisch sprechen. Da die deutsche Sprache in der Türkei und Slowenien auch durchaus verbreitet ist, kann er vielleicht sogar ein paar Brocken Deutsch. Ist für mich aber auch nicht entscheidend, schließlich hatte ich als meine Wunschlösung auch Stefano Pioli ausgemacht. Bei Toppmöller lautete die Kritik ja beispielsweise auch zu viele Details.
Fazit
Dennoch bezeichnen ihn selbst Befürworter als mindestens sehr selbstbewusst über arrogant bis hin zu egoistisch. Die genannten Kontroversen, die sich auch durch seine Trainerzeit ziehen, machen mir deshalb schon Sorgen. Vom Auftreten her dürfte er jedenfalls in allen Bereichen ein absolutes Kontrastprogramm zu Toppmöller sein – gegenüber dem Gegner, dem Schiedsrichter, den Medien, den Spielern und den eigenen Vorgesetzten.
Das kann natürlich im Erfolgsfall eine Sogwirkung haben, dass er als durchaus charismatische Gestalt vorneweg marschiert, aber nach Niederlagen kann es auch mal so richtig krachen. Ob er dann auch noch mit seinem sehr offensiven Ansatz die aktuelle Defensivschwäche behoben bekommt, dürfte interessant zu sehen sein.
Vorher weiß man das natürlich nie so genau, aber hier sehe ich die potenzielle Schere von "passt perfekt für unsere Entwicklung" bis "hohe Gefahr einer kompletten Implosion" wirklich sehr weit auseinandergehen. Mutig wäre die Entscheidung allemal, aber ich gehe davon aus, die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben gemacht.
DonGuillermo schrieb:
Albert Riera als neuer Topfavorit
Danke für Deine ausführliche Betrachtung. Ich bin sehr gespannt, ob es dieser Trainer wird. Er scheint alles mitzubringen was es braucht, um eine Mannschaft anzuzünden. Die Frage wird sein, wie es langfristig aussieht und wie er seine Emotionen im Griff behalten kann. Ich sehe da mächtig Konfliktpotential und frage mich, wie die charakterlichen Eigenschaften zu unserem sonstigen Auftreten passen.
Luzbert schrieb:
und frage mich, wie die charakterlichen Eigenschaften zu unserem sonstigen Auftreten passen.
Äh, sehr gut?!
FR schrieb:
In Frankreich, wo er Bordeaux trainierte, hatte er sich einen Ruf wie Donnerhall erworben: arrogant, unartig, kompliziert.
Das klingt für mich exakt nach dem Durchschnittsfrankfurter 🤣
-> nix wie weg.
Luzbert schrieb:DerGeyer schrieb:
Ich habe gegen Hoffenheim schon so viele Ausländer und Nichtmitglieder gesehen, die spontan Karten gekauft haben.
Kannst Du erklären, was Du damit meinst?
Meinst Du mit Ausländer Badener und Kurpfälzer?
Das wird ein merkwürdiger Abend. Es ist kalt, es ist nass, es ist grau. Die Ränge werden große Lücken aufweisen und die größte Hoffnung ist, dass wir ein Tor schießen und weniger als drei kassieren.
Wir spielen Championsleague und es fühlt sich an, wie ein Marsch zum Stadion im Winter '96.
Dann also ran an die alten Tugenden!
Let's go Eintracht let's go!
Wir spielen Championsleague und es fühlt sich an, wie ein Marsch zum Stadion im Winter '96.
Dann also ran an die alten Tugenden!
Let's go Eintracht let's go!
Ich wollte es gerade schreiben: Eines der merkwürdigsten Spiele der letzten Jahre. Ich weiß nicht was ich zu diesem Spiel fühlen soll. Am liebsten wäre es mir, wenn das Spiel einfach ausfällt.
Ich wünsche mir, dass man sich nicht mit einer Klatsche aus der CL verabschiedet.
Insgesamt hat sich die Mannschaft in dieser CL-Saison nicht mit Ruhm bekleckert. Und damit meine ich nicht, dass man gegen Atletico, Liverpool und Barca verloren hat. Sondern die Art und Weise, wie man aufgetreten ist. Die Arroganz, wie man gegen Liverpool und Atletico verteidigt hat und die Nicht-Einstellung gegen Bergamo, wo man letztlich das Weiterkommen ohne Not weg geschenkt hat.
Das große Ziel der Teilnahme an der Champions League war rückblickend ein ziemlicher Scheiß.
Ich wünsche mir, dass man sich nicht mit einer Klatsche aus der CL verabschiedet.
Insgesamt hat sich die Mannschaft in dieser CL-Saison nicht mit Ruhm bekleckert. Und damit meine ich nicht, dass man gegen Atletico, Liverpool und Barca verloren hat. Sondern die Art und Weise, wie man aufgetreten ist. Die Arroganz, wie man gegen Liverpool und Atletico verteidigt hat und die Nicht-Einstellung gegen Bergamo, wo man letztlich das Weiterkommen ohne Not weg geschenkt hat.
Das große Ziel der Teilnahme an der Champions League war rückblickend ein ziemlicher Scheiß.
planscher08 schrieb:
Glaube wir sind gerade an einem Punkt wo man gesättigt ist. Wir haben in den letzten Jahren wie auf Speed erlebt. Titel, Rekordtransfers, alles mögliche an Top-Mannschaft (Barca, Inter, Neapel, Arsenal, Liverpool, Benfica usw) gesehen. Merke das auch an mir. Die Luft ist irgendwie raus. Sehe das aber nicht negativ. Man kann im Leben nicht immer im Vollsprint laufen. Bin sogar ganz froh das es diese Saison mal nicht so läuft.
Das ich darüber froh bin kann ich nicht behaupten. Aber ich habe es eigentlich schon längere Zeit erwartet und akzeptiere es ein wenig. Die Eintracht hat sich schon immer in Wellen bewegt (erfolgreiche 70er bis Anfang 80er, dann wieder ne Delle in den 80ern, mit Ausnahme des DFB-Pokal-Erfolgs 1988, dann wieder Fußball 2000, dann für lange Zeit Jammertal, Rettung und Lichtblick unter Funkel, Abstieg 2011, fantastisches Comeback, dann wieder Zeit der Ratlosigkeit inkl. Beinahe-Abstieg)... auf und ab.
Die jetzige Welle muss irgendwann halt mal wieder brechen. Die hält seit 10 Jahren an... und -Junge!- was haben wir hier mitgenommen. DFB-Pokalendspiele; Titel; "Bruda, schlag den Ball lang"; Büffelherde; weinender Hinti in den Armen der Fans ; La Bestia Blanca und die Barcelona-Invasion; der Dynamische Donnerstag; ein Elfmeterschießen, das gefühlt 100 Jahre dauerte; der ehemalige Portospieler Paciencia köpft gegen Benfica das wichtige 2:4; Jovics Fünferpack gegen Düsseldorf; das 5:1 gegen die Bayern, welches das Aus für Kovac bedeutete und und und. Das bietet doch ein FSV "Das Gras ist grüner"-Mainz seiner tollen Community nicht im ganzen Vereinsleben an.
Evtl. brauchen wir aber nun einen Knick, um dann irgendwann wieder mit voller Motivation die Kurve nach oben zu machen. Vielleicht meinst du das mit froh sein? Aber ich glaube, es wird einfach mal notwendig.
Steigflug_verpflichtet schrieb:
Die jetzige Welle muss irgendwann halt mal wieder brechen. Die hält seit 10 Jahren an... und -Junge!- was haben wir hier mitgenommen. DFB-Pokalendspiele; Titel; "Bruda, schlag den Ball lang"; Büffelherde; weinender Hinti in den Armen der Fans ; La Bestia Blanca und die Barcelona-Invasion; der Dynamische Donnerstag; ein Elfmeterschießen, das gefühlt 100 Jahre dauerte; der ehemalige Portospieler Paciencia köpft gegen Benfica das wichtige 2:4; Jovics Fünferpack gegen Düsseldorf; das 5:1 gegen die Bayern, welches das Aus für Kovac bedeutete und und und
Auf den Punkt - der Steigflug kann nicht ewig andauern. Wir haben ein unfassbar erfolgreiches Jahrzehnt hinter uns. Daraus ist die Hoffnung erwachsen, dass es so weitergehen könne, wir uns oben festgebissen haben. Ich habe diese Sicherheit leider nicht und befürchte, dass wir uns wieder im Bereich 5-10 einreihen. Gemessen an unserer Historie wäre auch das ein Erfolg!
Luzbert schrieb:
Ich habe diese Sicherheit leider nicht und befürchte, dass wir uns wieder im Bereich 5-10 einreihen. Gemessen an unserer Historie wäre auch das ein Erfolg!
Meine Hoffnung: Wir werden so eine Art "Freiburg". Man schnuppert an und stößt frequentiell immer wieder in die Europa-Cup-Regionen rein. Zwischendurch gibt es aber immer wieder mal Dellen und man sackt ins Tabellenmittelfeld ab. Quasi: Einer der Kandidaten für Platz 5-7, in Konkurrenz mit Vereinen wie Freiburg, Stuttgart etc.
Mein Horror sind Beispiele wie z.B. Gladbach. Irgendwann überdrehten die (7,5 Mio für Adi) und spielen seitdem keine Rolle mehr.
Was ich witzig finde ist, dass all das absolut absehbar war.
Und jetzt sind Leute schockiert und "ent-emotionalisiert".
Wir waren über Jahre das kleine gallische Dorf, das erst den DFB Pokal und dann Europa jagte.
Aufbruchstimmung, Zusammenhalt, gemeinsame Ziele.
Mit dem Erreichen der CL haben wir den Peak erreicht, der über die Liga realistisch möglich ist.
Da keiner an einen CL Sieg glaubt sind natürlich alle eher für EL, wobei es ja schwieriger ist genau den EL Platz zu treffen als CL oder ECL, wobei auch letzte Saison gegen Tottenham schon sah, dass ein Gegner der Marke "nix besonderes mehr" auch die Masse kalt lässt.
Dazu kommen eben Spieler, die selbst den Anspruch haben mal andere Titel zu gewinnen, anstatt dass ihnen klar ist, dass ein Titel mit uns die einzige oder letzte Chance in ihrem Leben sein wird.
Alles absolut erwartbar, genau wie die Veränderung des Vereins (die schon lange da ist, man aber durch Peter Fischer noch ein anderes Marketing aufbauen konnte als mit DFL-Vertreter Hellmann oder Sponsoren-Unterstützer Beck)
Wir sind eben jetzt wie ein BvB, wo trotz Platz 2 klar ist, dass man die Bayern nicht angreifen kann, also wird selbst über einen Trainer, der sie von Platz 11 in die CL geführt hat und mit einem 2+ Punkteschnitt durch die Liga marschiert, gemault, dass es nicht schön ist, dass einen der Fußball emotional nicht abholt, dass man kein Feuer auf dem Platz sieht, dass eine Identität fehlt... (kommt bekannt vor?)
Fußball hat sich in den letzten 10 Jahren taktisch und systemisch verändert.
Es hat seinen Grund, warum ein Mourinho in der Versenkung verschwindet und ein Pep mit City nicht mehr so rumdominiert.
Aber dann gibt es Fans, die Fußball von vor 8 Jahren fordern, oder Spieler, die so emotionalisieren wie die Generation Jakic & Co, die halt in Europa um ihr Leben gespielt haben, weil es ihr einziger großer Schuß war.
Nicht falsch verstehen, ich bin voll dabei, dass ich die SGE nicht mehr als etwas besonderes sehe, ja es ist mein Verein, aber wir sind eben nichts anderes mehr als all die anderen Vereine.
Wir sind nicht besser oder schlechter, wir sind jetzt einfach ein normales Teil des Systems.
Wir durften 10 Jahre erleben, die den meisten Fußballfans so nie vergönnt sein werden und jetzt kommt halt der Kater weil wir nichts mehr haben auf das wir hoffen können.
Nehmen wir doch alleine das Pokal-Finale gegen die Plörre, drittes Finale in wenigen Jahren, egal ob Bretscheidplatz, Weg zum Stadion, im Stadion oder danach, schon da war es "normal" für viele.
Nicht mehr dieses Gefühl etwas historisches zu erleben, sondern etwas, dass erwartet wurde.
Da gab es auch noch keinen Toppmöller, aber da war die Stimmung schon teilweise auf einem Niveau wie ich es von (halbwegs engagierten) Bazis oder BvBlern kenne, wenn die hier in Berlin sind.
Ich sehe die Entwicklung auch bei meinen Union-Freunden, da war man bei jedem Spiel. Wenn Union gespielt hat, wurde unsere D&D Runde abgesagt und die waren im Stadion oder in der Fußballkneipe.
Jetzt schauen die 3 der Runde zwischendurch mal in den Ticker, wenn Union gleichzeitig kickt.
Und weiß Gott, dass war niemals auch nur eine Sekunde Fußball, die einen emotional angezündet hat.
Aufstieg, Etablierung, CL-Platz, Real Madrid... und jetzt einfach Alltag.
Und das ist es wo wir sind, warum viele nicht mehr dieses Feuer haben, wir sind im Alltag.
Wir sind keine gescheiterte Diva mehr, wo wir besonders sind, weil wir mit durch die Scheiße gehen.
Wir sind kein Traditionsverein mehr, der um seine Existenz in der Liga kämpft und wir zusammenhalten müssen, denn wir haben ja nix.
Wir sind nicht der Traditionsverein, der aus Nichts viel macht und Titel holt und zeigt, dass man gegen Pillen, Plörre und Polo bestehen kann, einfach durch die Wucht der Anhänger und Spieler, die um ihr Leben laufen in besonderen Spielen.
Wir sind jetzt einfach ein Top 4-8 Verein der Liga. Wir sind jetzt einfach nur noch ein Verein.
Und das ist für viele eben nicht mehr genug.
In Dortmund suchen die dieses Feuer seit Klopp weg ist und deswegen wird über kurz oder lang auch Kovac scheitern.
Willkommen im Alltag.
Und jetzt sind Leute schockiert und "ent-emotionalisiert".
Wir waren über Jahre das kleine gallische Dorf, das erst den DFB Pokal und dann Europa jagte.
Aufbruchstimmung, Zusammenhalt, gemeinsame Ziele.
Mit dem Erreichen der CL haben wir den Peak erreicht, der über die Liga realistisch möglich ist.
Da keiner an einen CL Sieg glaubt sind natürlich alle eher für EL, wobei es ja schwieriger ist genau den EL Platz zu treffen als CL oder ECL, wobei auch letzte Saison gegen Tottenham schon sah, dass ein Gegner der Marke "nix besonderes mehr" auch die Masse kalt lässt.
Dazu kommen eben Spieler, die selbst den Anspruch haben mal andere Titel zu gewinnen, anstatt dass ihnen klar ist, dass ein Titel mit uns die einzige oder letzte Chance in ihrem Leben sein wird.
Alles absolut erwartbar, genau wie die Veränderung des Vereins (die schon lange da ist, man aber durch Peter Fischer noch ein anderes Marketing aufbauen konnte als mit DFL-Vertreter Hellmann oder Sponsoren-Unterstützer Beck)
Wir sind eben jetzt wie ein BvB, wo trotz Platz 2 klar ist, dass man die Bayern nicht angreifen kann, also wird selbst über einen Trainer, der sie von Platz 11 in die CL geführt hat und mit einem 2+ Punkteschnitt durch die Liga marschiert, gemault, dass es nicht schön ist, dass einen der Fußball emotional nicht abholt, dass man kein Feuer auf dem Platz sieht, dass eine Identität fehlt... (kommt bekannt vor?)
Fußball hat sich in den letzten 10 Jahren taktisch und systemisch verändert.
Es hat seinen Grund, warum ein Mourinho in der Versenkung verschwindet und ein Pep mit City nicht mehr so rumdominiert.
Aber dann gibt es Fans, die Fußball von vor 8 Jahren fordern, oder Spieler, die so emotionalisieren wie die Generation Jakic & Co, die halt in Europa um ihr Leben gespielt haben, weil es ihr einziger großer Schuß war.
Nicht falsch verstehen, ich bin voll dabei, dass ich die SGE nicht mehr als etwas besonderes sehe, ja es ist mein Verein, aber wir sind eben nichts anderes mehr als all die anderen Vereine.
Wir sind nicht besser oder schlechter, wir sind jetzt einfach ein normales Teil des Systems.
Wir durften 10 Jahre erleben, die den meisten Fußballfans so nie vergönnt sein werden und jetzt kommt halt der Kater weil wir nichts mehr haben auf das wir hoffen können.
Nehmen wir doch alleine das Pokal-Finale gegen die Plörre, drittes Finale in wenigen Jahren, egal ob Bretscheidplatz, Weg zum Stadion, im Stadion oder danach, schon da war es "normal" für viele.
Nicht mehr dieses Gefühl etwas historisches zu erleben, sondern etwas, dass erwartet wurde.
Da gab es auch noch keinen Toppmöller, aber da war die Stimmung schon teilweise auf einem Niveau wie ich es von (halbwegs engagierten) Bazis oder BvBlern kenne, wenn die hier in Berlin sind.
Ich sehe die Entwicklung auch bei meinen Union-Freunden, da war man bei jedem Spiel. Wenn Union gespielt hat, wurde unsere D&D Runde abgesagt und die waren im Stadion oder in der Fußballkneipe.
Jetzt schauen die 3 der Runde zwischendurch mal in den Ticker, wenn Union gleichzeitig kickt.
Und weiß Gott, dass war niemals auch nur eine Sekunde Fußball, die einen emotional angezündet hat.
Aufstieg, Etablierung, CL-Platz, Real Madrid... und jetzt einfach Alltag.
Und das ist es wo wir sind, warum viele nicht mehr dieses Feuer haben, wir sind im Alltag.
Wir sind keine gescheiterte Diva mehr, wo wir besonders sind, weil wir mit durch die Scheiße gehen.
Wir sind kein Traditionsverein mehr, der um seine Existenz in der Liga kämpft und wir zusammenhalten müssen, denn wir haben ja nix.
Wir sind nicht der Traditionsverein, der aus Nichts viel macht und Titel holt und zeigt, dass man gegen Pillen, Plörre und Polo bestehen kann, einfach durch die Wucht der Anhänger und Spieler, die um ihr Leben laufen in besonderen Spielen.
Wir sind jetzt einfach ein Top 4-8 Verein der Liga. Wir sind jetzt einfach nur noch ein Verein.
Und das ist für viele eben nicht mehr genug.
In Dortmund suchen die dieses Feuer seit Klopp weg ist und deswegen wird über kurz oder lang auch Kovac scheitern.
Willkommen im Alltag.
SemperFi schrieb:
Was ich witzig finde ist, dass all das absolut absehbar war.
Ich unterschriebe alles was Du sagst und ergänze zwei Punkte:
In unserer Vergangenheit gab es mehrmals Punkte zu denen ich an meinem Fansein gezweifelt habe. Was bleibt, wenn man die Mannschaft wegnimmt (die verändert sich ohnehin ständig), wenn man den Vorstand scheiße findet (kam oft genug vor), wenn es zwischen Gremien und der Basis grummelt?
Streng genommen gibt es keinen Kern, auf den sich mein Fansein projizieren lässt. Letztlich geht es um die Emotion, die mit all dem einher geht, die mal groß mal klein, mal negativ mal positiv ist.
Ich hatte in der Vergangenheit immer Phasen, in denen ich mich ent-emotionalisiert gefühlt habe. Aber egal wie sehr ich die Eintracht los ließ, irgendwann hat es mich wieder gepackt und ich war wieder einmal Feuer und Flamme.
Auf meinem Rückweg aus Sevilla - mit Bus, Sprint, Fähre, Taxi, Zug, Bus, Flugzeug, Bus und Taxi - habe ich wieder einmal mit der Eintracht abgeschlossen. Zum ersten Mal positiv. Ich war bereit, in Frieden zu gehen, im Wissen, dass das Spiel durchgespielt ist. Es hielt zum Glück nicht lange an und ich war wieder dabei. Aber mir war klar, dass der Kater irgendwann kommen wird.
Damit zum zweiten Punkt: Wir haben uns erstmalig über die Liga für die CL qualifiziert und jetzt fühlt sich alles schwer und zäh an. Erfolge bleiben aus, was letztes Jahr noch geklappt hat, funktioniert heute nicht mehr.
Wenn ich auf die letzten Jahre blicke, habe ich den Eindruck, dass es ca alle zwei Jahre eine Mannschaft gibt, die eher überraschend in die CL einzieht. Seit 2015: Gladbach (2 x), Hoffenheim, Union, Stuttgart. Die Platzierungen der Folgesaison sprechen Bände: 4., 9., 9., 15. und nochmal 9.
Dass wir diese Saison einbrechen, ist vielleicht viel weniger überraschend, als es scheint. Auch wenn wir uns die letzten 9 Jahre sukzessive nach oben entwickelt haben, ist unsere CL-Quali letztlich doch ein Überraschungserfolg, dem der Kater in der Regel folgt.
In Summe gibt es für mich damit zum einen eine aktuell laufende frustrierende Saison, die aber meiner Einschätzung nach einer ungeschriebenen Regel folgt.
Zum anderen gibt es für mich immer wieder die Sinnfrage, die sich aber auflöst, sobald ich die Magie wieder spüre. Und die kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Immer wieder.
Luzbert schrieb:
Auf meinem Rückweg aus Sevilla - mit Bus, Sprint, Fähre, Taxi, Zug, Bus, Flugzeug, Bus und Taxi - habe ich wieder einmal mit der Eintracht abgeschlossen. Zum ersten Mal positiv. Ich war bereit, in Frieden zu gehen, im Wissen, dass das Spiel durchgespielt ist.
Exakt DAS habe ich, als ich aus Sevilla wiederkam, zu meiner Frau gesagt: "Ich war in 2018 in Berlin und jetzt in Sevilla, jetzt kann nichts mehr passieren, alles erlebt außer Meisterschaft und die werde ich nicht mehr erleben."
Da hat tatsächlich dieser Prozess so langsam eingesetzt, rückblickend betrachtet...deshalb bin ich auch relativ entspannt und freue mich auf die nächste Relegation
Das Positive: im der ersten Hälfte haben wir konzentriert, abgeklärt und aufeinander abgestimmt gewirkt.
Hinten haben wir erwartbar etwas zu viel zugelassen, aber man darf auch mal Glück haben.
Zur Halbzeit hat Hoffenheim komplett den Zugriff gefunden.
Als das 1:1 fiel, wussten sie, dass wir ab jetzt komplett anfällig sind haben sofort den Ball aus dem Tor geholt.
Wir sind einfach viel zu leichte Beute für unsere Gegner.
Mit den Gegentoren hat das Fußballspielen wieder komplett aufgehört bei uns.
Ich bleibe dabei: es braucht jetzt Wochen, diese Mannschaft spieltaktiach zu stabilisieren.
Hinten haben wir erwartbar etwas zu viel zugelassen, aber man darf auch mal Glück haben.
Zur Halbzeit hat Hoffenheim komplett den Zugriff gefunden.
Als das 1:1 fiel, wussten sie, dass wir ab jetzt komplett anfällig sind haben sofort den Ball aus dem Tor geholt.
Wir sind einfach viel zu leichte Beute für unsere Gegner.
Mit den Gegentoren hat das Fußballspielen wieder komplett aufgehört bei uns.
Ich bleibe dabei: es braucht jetzt Wochen, diese Mannschaft spieltaktiach zu stabilisieren.
Sibbenull schrieb:
Starodid vermutlich nicht gemeldet, also Staff? Ein Mittelstürmer halt.
Nichts für ungut, aber die paar Minuten haben schon eher gezeigt, dass Staff noch ein bisschen braucht.
Die Stürmer-Personaldecke war einfach brutal dünn für diese Partie.
Luzbert schrieb:mittelbucher schrieb:
Die Stürmer-Personaldecke war einfach brutal dünn für diese Partie.
Das ist richtig. Aber das liegt daran, dass die Neuen nicht spielberechtigt sind. Wir hätten sie erst zur Zwischenrunde bringen können.
Klar. Deshalb würde ich halt nicht kritisieren, dass wir ohne Mittelstürmer angefangen haben.
Andere Kritikpunkte gerne, aber der ist für mich nicht gültig.
wEdgE- schrieb:
Ich für meinen Teil kanns verstehen, wenn man nach Jahrzenten der Mittelmässig- bis Zweitklassigkeit Panik schiebt, weil das über Jahre Erarbeitete grad droht den Bach runter zu gehen und runter gehts ja bekanntlich meist schneller als hoch.
Ich nicht.
Meine Frage ist da eher ob es Ignorranz oder Arroganz ist zu glauben, dass Vereine wie Leverkusen, BvB, RB Kackjahre hatten und es uns nicht treffen wird.
Ich hätte nicht gedacht, dass es dieses Jahr passiert, Zumal ja wirklich niemand vor der Saison einen Einbruch in der Leistung unserer Stammabwehr prognostiziert hätte.
Es war immer nur die Frage wann und niemals ob.
Und ganz ehrlich, wenn man bedenkt, dass die Kackjahre beim BvB und Leverkusen teilweise Abstiegskampf waren, ist das aktuell nicht schön, aber auszuhalten.
SemperFi schrieb:
Meine Frage ist da eher ob es Ignorranz oder Arroganz ist zu glauben, dass Vereine wie Leverkusen, BvB, RB Kackjahre hatten und es uns nicht treffen wird.
Ich sehe da einen großen Unterschied.
Die Genannten sind meiner Meinung nach so aufgestellt, dass sie immer wieder nachlegen und zurückkommen können.
Es gibt gleichzeitig Vereine, die immer mal oben rein stechen, aber danach auch wieder zurückfallen.
Wir schweben irgendwo dazwischen. Meine konkrete Sorge ist, dass uns ein Jahr ohne Europa so zurückwirft, dass wir danach wieder im grauen Mittelfeld verschwinden.
Luzbert schrieb:
Die Genannten sind meiner Meinung nach so aufgestellt, dass sie immer wieder nachlegen und zurückkommen können.
Wir sind bei fast 400 Mio Umsatz...
Auch ohne Europa sind wir Top7/8 im worst case
Mit Bayern, Plörre, BvB, VfB und Pillen gibt es 5 vergleichbare oder finanzstärkere Vereine.
Sprich selbst wenn alles "normal" läuft ohne ein Hoppenheim oder Freiburg, ist Platz 6/7 ein erwartbares Ergebnis.
Sagen wir es doch knallhart, wer die EL erreicht, hat wahrscheinlich den Kampf um die CL knapp verloren.
Es zeigt, dass am Ende doch ein Großteil Kampf um CL bis zum letzten Spieltag erwartet und das nichts mit grauem Mittelmaß zu tun hat.
derjens schrieb:Daniel-San schrieb:SemperFi schrieb:
Wenn er da das Gesicht ist
Ist er
Zumindest sehen ihn ja offenbar auch die Interimstrainer als Nr. 1.
Haben die eine Wahl ?
MK wird das schon so kommuniziert haben
Luzbert schrieb:Bommer1974 schrieb:
Das werfe ich niemandem vor. In 3 Tagen kann kein Mensch irgendwelche Änderungen herbeiführen und plötzlich die Abläufe verbessern.
Das ist auch meine Sicht darauf.
Mir fällt aber eine gravierende Ausnahme ein: Kovac hat bei seinem Antritt die Mannschaft sofort sichtbar anders auftreten lassen. Das sah man nicht nur an der Körperhaltung, sondern vor allem auch an der taktischen Ausrichtung und der Positionierung auf dem Feld.
Egal wer jetzt Trainer wird: Er muss es schaffen, einfache Maßnahmen schnell wirksam aufs Feld zu bringen.
Also sofort hat man es weiß Gott nicht bei Kovacs gesehen. Er hatte in den ersten 5 Spielen 4 verloren. Natürlich waren da auch ein paar Kaliber dabei. Einen schnellen Anstieg der Formkurve erwarte ich nicht, aber eine Verbesserung sollte bzw muss mit dem neuen Trainer nach paar Spielen erkennbar sein.
planscher08 schrieb:
Also sofort hat man es weiß Gott nicht bei Kovacs gesehen. Er hatte in den ersten 5 Spielen 4 verloren.
Du hast recht, danke.
Das bestätigt meine Einschätzung, dass es einige Wochen dauern wird, bis wir mit Stabilität in der Defensive rechnen können. Vor Mitte Februar erhoffe ich mir wenig...
Komplett irrationalerweise hatte man nach dem Dino-Aus die Hoffnung, dass emotional eine andere Mannschaft auf dem Platz steht und plötzlich vermeintliche Automatismen greifen und Stabilität, Aggressivität und Teamgeist zum positiven führt.... Das war schon äußerst naiv in meinem verblendeten Kopf.
Die Jungs an der Linie machen das gut und versuchen alles. Es ist aber offenbar nicht möglich, hier einfach mit Plattituden "Geschlossenheit", "Bock umstoßen", "wir sind Eintracht Frankfurt" irgendetwas zu zünden, wenn die Spielanlage und die grunsätzliche Attitude zum Spiel nicht geändert werden kann.
Das werfe ich niemandem vor. In 3 Tagen kann kein Mensch irgendwelche Änderungen herbeiführen und plötzlich die Abläufe verbessern. Insofern war es logischerweise (anders als ich im Kopf gehofft habe) offenbar und irgendwie ein "weiter so"-light... Denn die Mannschaft musste ja irgendwas tun und kann aktuell eben nur das, was die letzen 2 Jahre geübt wurde.
Ich denke, wenn es am Samstag gegen Hoffenheim tatsächlich zu einem Sieg reichen sollte, dann mit oder trotz der alten Dino-Ansätze, denn bis dahin irgendwas besserres zu machen, wäre wiederum naiv... Oft waren die Ansätze ja auch gut und erfolgreich, zumindest nach vorne
Die Hoffnung stirbt zuletzt...
Die Jungs an der Linie machen das gut und versuchen alles. Es ist aber offenbar nicht möglich, hier einfach mit Plattituden "Geschlossenheit", "Bock umstoßen", "wir sind Eintracht Frankfurt" irgendetwas zu zünden, wenn die Spielanlage und die grunsätzliche Attitude zum Spiel nicht geändert werden kann.
Das werfe ich niemandem vor. In 3 Tagen kann kein Mensch irgendwelche Änderungen herbeiführen und plötzlich die Abläufe verbessern. Insofern war es logischerweise (anders als ich im Kopf gehofft habe) offenbar und irgendwie ein "weiter so"-light... Denn die Mannschaft musste ja irgendwas tun und kann aktuell eben nur das, was die letzen 2 Jahre geübt wurde.
Ich denke, wenn es am Samstag gegen Hoffenheim tatsächlich zu einem Sieg reichen sollte, dann mit oder trotz der alten Dino-Ansätze, denn bis dahin irgendwas besserres zu machen, wäre wiederum naiv... Oft waren die Ansätze ja auch gut und erfolgreich, zumindest nach vorne
Die Hoffnung stirbt zuletzt...
Bommer1974 schrieb:
Das werfe ich niemandem vor. In 3 Tagen kann kein Mensch irgendwelche Änderungen herbeiführen und plötzlich die Abläufe verbessern.
Das ist auch meine Sicht darauf.
Mir fällt aber eine gravierende Ausnahme ein: Kovac hat bei seinem Antritt die Mannschaft sofort sichtbar anders auftreten lassen. Das sah man nicht nur an der Körperhaltung, sondern vor allem auch an der taktischen Ausrichtung und der Positionierung auf dem Feld.
Egal wer jetzt Trainer wird: Er muss es schaffen, einfache Maßnahmen schnell wirksam aufs Feld zu bringen.
Luzbert schrieb:Bommer1974 schrieb:
Das werfe ich niemandem vor. In 3 Tagen kann kein Mensch irgendwelche Änderungen herbeiführen und plötzlich die Abläufe verbessern.
Das ist auch meine Sicht darauf.
Mir fällt aber eine gravierende Ausnahme ein: Kovac hat bei seinem Antritt die Mannschaft sofort sichtbar anders auftreten lassen. Das sah man nicht nur an der Körperhaltung, sondern vor allem auch an der taktischen Ausrichtung und der Positionierung auf dem Feld.
Egal wer jetzt Trainer wird: Er muss es schaffen, einfache Maßnahmen schnell wirksam aufs Feld zu bringen.
Also sofort hat man es weiß Gott nicht bei Kovacs gesehen. Er hatte in den ersten 5 Spielen 4 verloren. Natürlich waren da auch ein paar Kaliber dabei. Einen schnellen Anstieg der Formkurve erwarte ich nicht, aber eine Verbesserung sollte bzw muss mit dem neuen Trainer nach paar Spielen erkennbar sein.
Wenn man das heute gesehen hat, kommt man wohl am ehesten zu dem Schluss, dass es nicht an Toppmöller oder zu verkopftem Spiel gelegen hat sondern es dem Gros schlicht zwischen den Ohren fehlt.
Es mag traurig sein, aber wenn man gewinnen muss und gegen eine völlig verausgabte, fast tote Mannschaft, in Führung liegend so einen Konter fängt (zumal erneut ohne jede Not wegen gewohnt erbärmlich schlechter Rückwärtsbewegung) dann scheint da ganz grundsätzlich jegliches Spielverständnis abzugehen.
Ich wüsste gar nicht, wo ich ansetzen sollte. Viel Vergnügen an den neuen Trainer, wer auch immer es werden wird!
Es mag traurig sein, aber wenn man gewinnen muss und gegen eine völlig verausgabte, fast tote Mannschaft, in Führung liegend so einen Konter fängt (zumal erneut ohne jede Not wegen gewohnt erbärmlich schlechter Rückwärtsbewegung) dann scheint da ganz grundsätzlich jegliches Spielverständnis abzugehen.
Ich wüsste gar nicht, wo ich ansetzen sollte. Viel Vergnügen an den neuen Trainer, wer auch immer es werden wird!
Haliaeetus schrieb:
Wenn man das heute gesehen hat, kommt man wohl am ehesten zu dem Schluss, dass es nicht an Toppmöller oder zu verkopftem Spiel gelegen hat sondern es dem Gros schlicht zwischen den Ohren fehlt.
Es mag traurig sein, aber wenn man gewinnen muss und gegen eine völlig verausgabte, fast tote Mannschaft, in Führung liegend so einen Konter fängt (zumal erneut ohne jede Not wegen gewohnt erbärmlich schlechter Rückwärtsbewegung) dann scheint da ganz grundsätzlich jegliches Spielverständnis abzugehen.
Ich wüsste gar nicht, wo ich ansetzen sollte. Viel Vergnügen an den neuen Trainer, wer auch immer es werden wird!
Ein reines Kopfproblem, das sich mit dem Trainerwechsel löst, haben wir auf jeden Fall nicht.
Das Spielverständnis müssen die Spieler im Laufe ihrer Karriere grundsätzlich erlernt haben. Ich glaube nicht, dass sie es nicht können können. Wenn sie aber auf dem Platz nicht wissen, wie sie sich miteinander bewegen und orientieren und nicht wissen, wie sie in Abstimmung zueinander agieren sollen, dann kann das durchaus ein Versäumnis von Toppmöller sein, was noch einige Wochen nachhallen wird.
Ein neuer Trainer muss ganz grundsätzlich das Abwehrverhalten neu einstudieren. Das wird einige Wochen in Anspruch nehmen.
Ich muss zugeben, dass ich zwar nicht vollends überzeugt bin, denke aber, dass die Trennung von Dino letztendlich die richtige Entscheidung ist. Der Eindruck der letzten Spiele war einfach zu verheerend und die Aussicht auf baldige Besserung zu gering. Und wenn das der Fall ist, muss man einfach reagieren. In der Champions League kann man mit zwei Siegen immer noch wahrscheinlich, mit vier Punkten vielleicht sogar ebenfalls noch weiterkommen. Und in der Liga stehen die eminent wichtigen Heimspiele gegen die direkte Konkurrenz an. Wenn auch gegen Hoffenheim und Leverkusen keine Siege gelingen, dann sind zumindest die sicheren Europapokalplätze schon ziemlich außer Reichweite – ganz abgesehen von dem möglicherweise andauernden Negativtrend.
Insofern erscheint es schon sinnvoll, genau jetzt einen neuen Impuls zu setzen. Zumal Dino zuletzt auch inhaltlich kaum noch Antworten geben konnte. Auch insgesamt sehe ich die Entwicklung über die vergangenen zweieinhalb Jahre nicht uneingeschränkt positiv. Die Ergebnisse haben unter dem Strich gestimmt und Dino hat einige Spieler individuell verbessert, allen voran natürlich Marmoush als Paradebeispiel. Gleichzeitig war man aber immer wieder von individuellen Einzelleistungen abhängig, weil es mannschaftstaktisch nicht unbedingt gestimmt und in vielen Spielen auch an der Intensität gemangelt hat. Hinzu kamen teils fragwürdige Personalentscheidungen.
Dafür, dass Dino explizit verpflichtet wurde, um die spielerische Entwicklung voranzutreiben, hat sich während seiner Amtszeit einfach zu wenig bewegt. Erfolgreich waren wir stattdessen vor allem im Umschaltspiel, besonders nach Führungen setzte häufig eine unglaubliche Lethargie ein, statt das Spiel zu kontrollieren. Vor allen Dingen das Aufbauspiel war oft viel zu statisch und im letzten Drittel fehlten die spielerischen Lösungen und auch die Überzeugung. Ich kann gar nicht zählen, wie oft wir den Ball teilweise vom gegnerischen Strafraum bis zum eigenen Torwart zurückgespielt haben, statt mal ins Risiko zu gehen. Das steht auch vollkommen diametral zu dem öffentlichen Credo „Frankfurt makes trouble“, das Dino bei seiner Antrittspressekonferenz ausgegeben hatte.
Hinzu kommt aktuell die eklatante Defensivschwäche, die sich bereits durch die ganze Saison zieht. Das hat im Grunde genommen schon in der Vorbereitung gegen den FSV angefangen, auch Engers im Pokal durfte ein-, zweimal komplett frei auf unser Tor zulaufen. Gegen Union kassiert man nahezu dreimal das gleiche Gegentor. Bei Atletico und gegen Liverpool meinte man, dass man mit der kompletten Abwehrkette auf Höhe der Mittellinie verteidigen kann. Tiefpunkt war dabei das erste Gegentor gegen Liverpool, als man bei eigener Führung in einen Konter läuft, bei dem Ekitiké noch in der eigenen Hälfte startet und trotzdem vollkommen allein aufs Tor zulaufen darf. Die Raumdeckung bei den beiden Eckballtoren, als man Van Dijk und Konaté jeweils einen meterweiten freien Anlauf für den Kopfball gewährt, war genauso hanebüchen.
Wirklich überzeugende Spiele, bei der wir über die gesamte Spieldauer auf der Höhe waren, gab es diese Saison eher selten. Selbst beim überzeugenden Saisonstart hatte Bremen viele Möglichkeiten, das Spiel knapper zu gestalten, Hoffenheim kam in der Schlussphase wie später auch Gladbach und Köln trotz hohen Führungen fast noch ran und gegen Galatasaray hatte man Glück, dass man nicht bereits früh 2:0 hinten liegt. Einzig das Pokalspiel gegen Dortmund war richtig stark, defensiv kann man sicher auch das Spiel in Neapel dazuzählen. In Barcelona hat man es sich wieder selbst kaputt gemacht, indem man wie so oft zwei Gegentore innerhalb weniger Minuten kassiert hat, wobei zumindest eines davon wieder einmal leicht zu verteidigen gewesen wäre.
Die Heimspiele gegen Mainz, Wolfsburg und Augsburg waren spielerische Armutszeugnisse, in denen man von zwei Einzelaktionen Doans und einer glücklichen Schiedsrichterentscheidung profitiert hat. Obwohl das genau die Spiele sein sollten, in denen man nach zweieinhalb Jahren Amtszeit die Handschrift des Trainers und die spielerische Weiterentwicklung der Mannschaft sehen sollte. Die Klatsche in Leipzig war bodenlos und auch in den letzten drei Spielen sind neun Gegentore absolut inakzeptabel, wenn man weiß wo die Probleme liegen, die Muster sich aber immer wiederholen. Nach jedem langen Ball ist der gegnerische Stürmer frei vor dem Tor und da konnte man noch glücklich sein, dass Undav oder Njinmah verschwenderisch mit ihren Chancen umgegangen sind.
Dino mag das ja dann im Nachgang gut analysieren können, aber wenn die Mannschaft das nicht versteht oder nicht umsetzen kann, hat er als Trainer einfach ein Problem. Der Tenor nach dem Spiel in Bremen lautete ja, dass wir mit den Außenverteidiger hoch ins Pressing gehen wollten – aber eben nicht in der Situation vor dem ersten und auch nicht in der Positionierung wie vor dem dritten Gegentor. Wenn ich zu viele explizite Ausnahmen für einen Pressingauslöser habe, verlieren die Spieler vielleicht einfach leicht den Überblick. Dann fehlen die Abstimmung und die Automatismen, die in solch einem System zwingend greifen müssen. Es gab ja schon während der ersten Saison die Stimmen, dass Dino die Spieler taktisch überfrachtet und viele den Anweisungen nicht ganz folgen können. Dann ist es eben Aufgabe des Trainers, ein System und eine Taktik zu spielen, welche die Fähigkeiten der Spieler hergeben.
Zuletzt musste man ja sogar den Eindruck gewinnen, dass der Glaube innerhalb der Kabine an das grundlegende Konzept teilweise verloren wurde beziehungsweise es innerhalb der Mannschaft nicht mehr richtig gestimmt hat. Krösche hat in der Pressekonferenz mit seinen Aussagen ja auch so etwas in der Art angedeutet. Während den Spielen gab es innerhalb der Mannschaft kaum noch Zuspruch und einen gegenseitigen Push, sondern vielmehr nur noch Meckern, Abwinken, Kopfschütteln. Die negative Körpersprache war teilweise wirklich erschreckend. Da stand einfach keine kompakte Einheit mehr auf dem Platz. Weder vom System noch von der Einstellung her.
Nicht zuletzt war Dino nun auch einfach öffentlich zu stark angezählt, um das Ruder glaubwürdig und dauerhaft wieder herumzureißen. Bei dem nächsten Rückfall wäre die Diskussion um seine Person umso heftiger weitergegangen, zumal die Bilanz mit nun einem Sieg aus den letzten neun Spielen sowie fünf Siegen aus den letzten 21 Spielen schlichtweg nicht gut genug ist. Deshalb kann ich schon verstehen, dass die Überzeugung für eine Trendwende in dieser Konstellation gefehlt hat. Schade, denn die Ausgangslage mit einem Trainer, der sich mit Eintracht Frankfurt identifiziert, langfristig etwas aufzubauen, war durchaus gegeben.
Insofern erscheint es schon sinnvoll, genau jetzt einen neuen Impuls zu setzen. Zumal Dino zuletzt auch inhaltlich kaum noch Antworten geben konnte. Auch insgesamt sehe ich die Entwicklung über die vergangenen zweieinhalb Jahre nicht uneingeschränkt positiv. Die Ergebnisse haben unter dem Strich gestimmt und Dino hat einige Spieler individuell verbessert, allen voran natürlich Marmoush als Paradebeispiel. Gleichzeitig war man aber immer wieder von individuellen Einzelleistungen abhängig, weil es mannschaftstaktisch nicht unbedingt gestimmt und in vielen Spielen auch an der Intensität gemangelt hat. Hinzu kamen teils fragwürdige Personalentscheidungen.
Dafür, dass Dino explizit verpflichtet wurde, um die spielerische Entwicklung voranzutreiben, hat sich während seiner Amtszeit einfach zu wenig bewegt. Erfolgreich waren wir stattdessen vor allem im Umschaltspiel, besonders nach Führungen setzte häufig eine unglaubliche Lethargie ein, statt das Spiel zu kontrollieren. Vor allen Dingen das Aufbauspiel war oft viel zu statisch und im letzten Drittel fehlten die spielerischen Lösungen und auch die Überzeugung. Ich kann gar nicht zählen, wie oft wir den Ball teilweise vom gegnerischen Strafraum bis zum eigenen Torwart zurückgespielt haben, statt mal ins Risiko zu gehen. Das steht auch vollkommen diametral zu dem öffentlichen Credo „Frankfurt makes trouble“, das Dino bei seiner Antrittspressekonferenz ausgegeben hatte.
Hinzu kommt aktuell die eklatante Defensivschwäche, die sich bereits durch die ganze Saison zieht. Das hat im Grunde genommen schon in der Vorbereitung gegen den FSV angefangen, auch Engers im Pokal durfte ein-, zweimal komplett frei auf unser Tor zulaufen. Gegen Union kassiert man nahezu dreimal das gleiche Gegentor. Bei Atletico und gegen Liverpool meinte man, dass man mit der kompletten Abwehrkette auf Höhe der Mittellinie verteidigen kann. Tiefpunkt war dabei das erste Gegentor gegen Liverpool, als man bei eigener Führung in einen Konter läuft, bei dem Ekitiké noch in der eigenen Hälfte startet und trotzdem vollkommen allein aufs Tor zulaufen darf. Die Raumdeckung bei den beiden Eckballtoren, als man Van Dijk und Konaté jeweils einen meterweiten freien Anlauf für den Kopfball gewährt, war genauso hanebüchen.
Wirklich überzeugende Spiele, bei der wir über die gesamte Spieldauer auf der Höhe waren, gab es diese Saison eher selten. Selbst beim überzeugenden Saisonstart hatte Bremen viele Möglichkeiten, das Spiel knapper zu gestalten, Hoffenheim kam in der Schlussphase wie später auch Gladbach und Köln trotz hohen Führungen fast noch ran und gegen Galatasaray hatte man Glück, dass man nicht bereits früh 2:0 hinten liegt. Einzig das Pokalspiel gegen Dortmund war richtig stark, defensiv kann man sicher auch das Spiel in Neapel dazuzählen. In Barcelona hat man es sich wieder selbst kaputt gemacht, indem man wie so oft zwei Gegentore innerhalb weniger Minuten kassiert hat, wobei zumindest eines davon wieder einmal leicht zu verteidigen gewesen wäre.
Die Heimspiele gegen Mainz, Wolfsburg und Augsburg waren spielerische Armutszeugnisse, in denen man von zwei Einzelaktionen Doans und einer glücklichen Schiedsrichterentscheidung profitiert hat. Obwohl das genau die Spiele sein sollten, in denen man nach zweieinhalb Jahren Amtszeit die Handschrift des Trainers und die spielerische Weiterentwicklung der Mannschaft sehen sollte. Die Klatsche in Leipzig war bodenlos und auch in den letzten drei Spielen sind neun Gegentore absolut inakzeptabel, wenn man weiß wo die Probleme liegen, die Muster sich aber immer wiederholen. Nach jedem langen Ball ist der gegnerische Stürmer frei vor dem Tor und da konnte man noch glücklich sein, dass Undav oder Njinmah verschwenderisch mit ihren Chancen umgegangen sind.
Dino mag das ja dann im Nachgang gut analysieren können, aber wenn die Mannschaft das nicht versteht oder nicht umsetzen kann, hat er als Trainer einfach ein Problem. Der Tenor nach dem Spiel in Bremen lautete ja, dass wir mit den Außenverteidiger hoch ins Pressing gehen wollten – aber eben nicht in der Situation vor dem ersten und auch nicht in der Positionierung wie vor dem dritten Gegentor. Wenn ich zu viele explizite Ausnahmen für einen Pressingauslöser habe, verlieren die Spieler vielleicht einfach leicht den Überblick. Dann fehlen die Abstimmung und die Automatismen, die in solch einem System zwingend greifen müssen. Es gab ja schon während der ersten Saison die Stimmen, dass Dino die Spieler taktisch überfrachtet und viele den Anweisungen nicht ganz folgen können. Dann ist es eben Aufgabe des Trainers, ein System und eine Taktik zu spielen, welche die Fähigkeiten der Spieler hergeben.
Zuletzt musste man ja sogar den Eindruck gewinnen, dass der Glaube innerhalb der Kabine an das grundlegende Konzept teilweise verloren wurde beziehungsweise es innerhalb der Mannschaft nicht mehr richtig gestimmt hat. Krösche hat in der Pressekonferenz mit seinen Aussagen ja auch so etwas in der Art angedeutet. Während den Spielen gab es innerhalb der Mannschaft kaum noch Zuspruch und einen gegenseitigen Push, sondern vielmehr nur noch Meckern, Abwinken, Kopfschütteln. Die negative Körpersprache war teilweise wirklich erschreckend. Da stand einfach keine kompakte Einheit mehr auf dem Platz. Weder vom System noch von der Einstellung her.
Nicht zuletzt war Dino nun auch einfach öffentlich zu stark angezählt, um das Ruder glaubwürdig und dauerhaft wieder herumzureißen. Bei dem nächsten Rückfall wäre die Diskussion um seine Person umso heftiger weitergegangen, zumal die Bilanz mit nun einem Sieg aus den letzten neun Spielen sowie fünf Siegen aus den letzten 21 Spielen schlichtweg nicht gut genug ist. Deshalb kann ich schon verstehen, dass die Überzeugung für eine Trendwende in dieser Konstellation gefehlt hat. Schade, denn die Ausgangslage mit einem Trainer, der sich mit Eintracht Frankfurt identifiziert, langfristig etwas aufzubauen, war durchaus gegeben.
Luzbert schrieb:
Wenn ja, frage ich mich, warum das il weiteren Verlauf vollständig abhanden gekommen ist.
Ich glaube, dass eben nie die notwendige Selbstsicherheit in dieser Saison sich entwickelt hat.
Formkrisen, Leichte Gegentore, Klatschen in der CL, dann versuchen Spieler zu überkompensieren, machen dadurch mehr Fehler, dadurch will Dino mehr schrauben usw. usf.
Ist schon größeren Namen passiert.
Ein Roger Schmidt ist auch mit Leverkusen abgeschmiert, ein Heynckes kam bei uns nicht klar, Slot letzte Saison Meister, diese Saison wackelts, Klopp am Ende beim BvB unten drin, Rose in Leipzig am Ende....
Dino kann in meinen Augen hoch erhobenen Hauptes durch die Tür gehen, die Mannschaft hat bis zum Schluss zumindest versucht für ihn zu spielen.
Aber manchmal entwickelt sich etwas so falsch, dass als einzige Lösung die Trennung bleibt.
2,5 Jahre ist jetzt auch kein Zeitraum, der In dem Geschäft überraschend kurz wäre.
Müssen wir halt auch anerkennen, dass uns das nach 10 Jahren auch mal wieder passiert ist.
SemperFi schrieb:
Dino kann in meinen Augen hoch erhobenen Hauptes durch die Tür gehen, die Mannschaft hat bis zum Schluss zumindest versucht für ihn zu spielen.
[...]
Müssen wir halt auch anerkennen, dass uns das nach 10 Jahren auch mal wieder passiert ist.
Da bin ich komplett bei Dir und es ist keine Schande, wenn wir uns nach zehn Jahren das erste Mal innerhalb einer Saison von einem Trainer trennen. Mir wird Dino definitiv als ein Guter in Erinnerung bleiben.
SemperFi schrieb:
Ich glaube, dass eben nie die notwendige Selbstsicherheit in dieser Saison sich entwickelt hat.
Formkrisen, Leichte Gegentore, Klatschen in der CL, dann versuchen Spieler zu überkompensieren, machen dadurch mehr Fehler, dadurch will Dino mehr schrauben usw. usf.
Ich fürchte, wir haben hier mehr, als Formkrisen. Das Abwehrverhalten ist im Kern nicht gut. Selbst wenn die Spieler in topform wären, würden das systematisch falsche Verhalten zu vielen Gegentoren führen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Topmöller das richtige Verhalten eintrichtert und sie es beim Gang aufs Feld vergessen. Andererseits kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Toppmöller ihnen so grundlegend das Falsche vermittelt, dass sie keine Chance haben, es besser zu machen.
Ich hoffe, dass ein neues Trainergespann den Spielern ein taktisches Grundkorsett vermittelt bekommt, mit denen sie defensive Stabilität gewinnen und dabei einen guten Teil ihrer Offensivstärke behalten.
Luzbert schrieb:
Ich hoffe, dass ein neues Trainergespann den Spielern ein taktisches Grundkorsett vermittelt bekommt, mit denen sie defensive Stabilität gewinnen und dabei einen guten Teil ihrer Offensivstärke behalten.
Der Knackpunkt dafür liegt im Mittelfeld, in dem zuletzt zu wenig (sinnvolle) Bewegung war, um offensiv gut umzuschalten, das aber auch defensiv zu tun.
derexperte schrieb:
...ihn noch besser bzw. könnten aufgrund ihrer exorbirtanten individuellen Fähigkeiten die Aufträge zu 100% umsetzen
Das bedeutet, dass die Devensiven der Eintracht einfach zu blöd oder zu schlecht sind.
Der neue Coach wird den Gegenbeweis hoffentlich antreten.
Ein Weltklassecoach muss am Spielermaterial ausgerichtete Anweisungen geben und Abläufe mit ihnen einstudieren können. Konnte DT nicht.
Also ist er (noch) kein Meistertrainer. Wurden Stuttgart oder Wolfsburg wegen oder trotz ihrer Coaches Erster?
Abseitsfäller schrieb:
Ein Weltklassecoach muss am Spielermaterial ausgerichtete Anweisungen geben und Abläufe mit ihnen einstudieren können. Konnte DT
Ich bin nicht sicher, ob ich das richtig in Erinnerung habe. Hat Toppmöller nicht zu Beginn seiner Zeit bei uns als erstes die Defensive stabilisiert?
Wenn ja, frage ich mich, warum das il weiteren Verlauf vollständig abhanden gekommen ist.
Luzbert schrieb:
Wenn ja, frage ich mich, warum das il weiteren Verlauf vollständig abhanden gekommen ist.
Ich glaube, dass eben nie die notwendige Selbstsicherheit in dieser Saison sich entwickelt hat.
Formkrisen, Leichte Gegentore, Klatschen in der CL, dann versuchen Spieler zu überkompensieren, machen dadurch mehr Fehler, dadurch will Dino mehr schrauben usw. usf.
Ist schon größeren Namen passiert.
Ein Roger Schmidt ist auch mit Leverkusen abgeschmiert, ein Heynckes kam bei uns nicht klar, Slot letzte Saison Meister, diese Saison wackelts, Klopp am Ende beim BvB unten drin, Rose in Leipzig am Ende....
Dino kann in meinen Augen hoch erhobenen Hauptes durch die Tür gehen, die Mannschaft hat bis zum Schluss zumindest versucht für ihn zu spielen.
Aber manchmal entwickelt sich etwas so falsch, dass als einzige Lösung die Trennung bleibt.
2,5 Jahre ist jetzt auch kein Zeitraum, der In dem Geschäft überraschend kurz wäre.
Müssen wir halt auch anerkennen, dass uns das nach 10 Jahren auch mal wieder passiert ist.
Letztlich haben letzte Saison alle gemeckert, weil der ergebnisorientierte Ansatz nicht Eintracht Like war.
Er war aber erfolgreich.
Vielleicht hat Dino sich auch irgendwie selber verloren mit Verändeung SEINER Spielidee, indem nicht zuletzt von Hellmann mehr Spektakel gefordert wurde und er das eben nicht gelöst bekam , defensiv trotzdem gut zu stehen.
Er war aber erfolgreich.
Vielleicht hat Dino sich auch irgendwie selber verloren mit Verändeung SEINER Spielidee, indem nicht zuletzt von Hellmann mehr Spektakel gefordert wurde und er das eben nicht gelöst bekam , defensiv trotzdem gut zu stehen.
Wenn man das Umfeld nicht mehr hinter sich hat, ist es sowieso immer die richtige Entscheidung. Und ich bin froh, dass sich das jetzt nicht ewig hingezogen hat. Alles in allem bin ich aber trotzdem ganz zufrieden mit DTs Arbeit und glaube er kann noch viele Erfolge als Trainer feiern, gerne eines Tages mit mehr Erfahrung wieder bei der Eintracht.
Ich finde eigentlich hat ganz gut zu uns gepasst, allerdings war der Fußball nicht immer emotional und dreckig genug für die Eintracht. Und dass jetzt die Abwehr gar nicht mehr funktioniert hat, war halt auch größtenteils seine Verantwortung und er hat keine Antworten darauf gefunden. Logische Konsequenz also.
Ich finde eigentlich hat ganz gut zu uns gepasst, allerdings war der Fußball nicht immer emotional und dreckig genug für die Eintracht. Und dass jetzt die Abwehr gar nicht mehr funktioniert hat, war halt auch größtenteils seine Verantwortung und er hat keine Antworten darauf gefunden. Logische Konsequenz also.
yeboah1981 schrieb:
Wenn man das Umfeld nicht mehr hinter sich hat, ist es sowieso immer die richtige Entscheidung. Und ich bin froh, dass sich das jetzt nicht ewig hingezogen hat. Alles in allem bin ich aber trotzdem ganz zufrieden mit DTs Arbeit und glaube er kann noch viele Erfolge als Trainer feiern, gerne eines Tages mit mehr Erfahrung wieder bei der Eintracht.
Ich finde eigentlich hat ganz gut zu uns gepasst, allerdings war der Fußball nicht immer emotional und dreckig genug für die Eintracht. Und dass jetzt die Abwehr gar nicht mehr funktioniert hat, war halt auch größtenteils seine Verantwortung und er hat keine Antworten darauf gefunden. Logische Konsequenz also.
So sachlich und unemotional sich das liest, beschreibt es dennoch sehr gut meine Sichtweise.
Ich mag Dino wirklich sehr und ich hätte gerne noch mehr Erfolg mit ihm gehabt, als ohnehin schon.
Ich erinnere mich, dass es zu Beginn seiner Zeit bei uns so schien, als ob er die Abwehr stabilisieren würde, die unter Glasner schon derbe Mängel hatte.
Im Laufe der Zeit wurden wir vorne stärker und stärker, haben die Defensive aber völlig verloren. Zu Beginn dieser Saison haben wir losgelegt wie die Feuerwehr und es schien, als könnten wir richtig durchstarten. Als es 6:0 in Gladbach stand, dachte ich noch: "Scheiße man - das wird etwas ganz Großes!".
Danach brach eine Lawine des Niedergangs los. Es ist nur konsequent, dass versucht wird, diesen zu stoppen.
Warum? Es stimmt doch, dass Kaua wackelt, Koch - seit er Kapitän ist - überfordert ist und der Interimstrainer hätte mutiger vom Vorgänger abweichend aufstellen können.