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Xaver08

13658

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im guardian findet sich eine chronologie der australischen impfkampagne:

https://www.theguardian.com/australia-news/2021/jul/09/from-the-front-to-the-back-of-the-queue-how-australias-vaccine-rollout-unravelled

es erscheint mir eine mischung aus fehlern und opfer des eigenen erfolgs zu sein, sprich sie wurden auch aufgrund der niedrigen infektionszahlen in lieferungen herunterpriorisiert
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reggaetyp schrieb:

Machst du ja auch


So richtig erwähnt wurde das aber ja hier noch nicht. Da war man bzgl. der Lobpreisungen dieser Länder vor einiger Zeit aber schneller.

Zu Japan:

https://www.japandigest.de/aktuelles/kolumne/impfskepsis-in-japan/
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/bruessel-japan-impfstoff-101.html

und ganz wichtig:

https://www.vorwaerts.de/artikel/corona-japan-spaete-zulassung-biontech-impfstoff

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Nachdem, was ich bisher immer so lesen konnte, liegt es hier weniger daran, dass einfach kein Impfstoff hätte da sein können, sondern dass man sich sehr viel Zeit gelassen hat und das Ganze auch ein wenig auf die leichte Schulter genommen hat. Wir reden hier ja von reichen Ländern, die durchaus die Möglichkeiten hätten zumindest etwas früher an Impfstoff zu kommen. Japan hat dann von der EU 100 Mio abschöpfen können (und davon dann 1 Mio an Taiwan abgedrückt, um China eins auszuwischen), aber eben erst in den letzten Wochen, dadurch hat aber die Impfkampagne dort jetzt an Fahrt aufgenommen. Nur ist Japan halt jetzt da, wo wir im Mai waren.
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SGE_Werner schrieb:

So richtig erwähnt wurde das aber ja hier noch nicht. Da war man bzgl. der Lobpreisungen dieser Länder vor einiger Zeit aber schneller.


das ist definitiv eine interessante fragestellung und gerade bei australien und neuseeland muss man sich wirklich fragen, warum sie es so verschlafen haben.

ich weiss aber nicht, ob man bei solchen sachen unbedingt ein motiv unterstellen muss.

es wird so vieles nicht aufgeschrieben, was weltweit zu diesem thema passiert, weil es einfach viel ist.

kleine gedankenschnipsel:
- die folgen des rasanten anstiegs in den usa werden nur rudimentaer angerissen (floridas hospitalisierung auf allzeithoch, teilweise ueberfuellte kinderstationen und warnungen von medizinern vor den folgen von delta fuer kinder)
- ein wiederanstieg in indien und die aussage einer indischen virologin, die sagt, dass die frage nicht ist, ob die naechste welle kommt, sondern wann, was in sich konsequenzen haben koennte fuer das thema herdenimmunitaet.
- eine studie aus GB, die auf einen anteil von 4% longcovid bei kindern hinweist und die dazugehoerige diskussion ueber die schwaechen der arbeit
und und und...
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Ja, es ist ziemlich traurig. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, das Wahlkämpfe heute eben auch durch die Empörungswellen der unterschiedlichen Social-Media-Bubbles anders begleitet werden und daher eine sehr komische Dynamik entwickeln können.  Inhalte spielen quasi keine Rolle mehr. Hatten wir ja schon das Thema.

Ich versuche mir manchmal vorzustellen, wie ein Wahlkampf z.B. Roland Koch gegen Hans Eichel in Hessen Ende der 90er abgelaufen wäre, wenn da schon die Empörungsfraktionen im Internet gelauert hätten.

Und ein Beitrag aus diesem Forum geht mir irgendwie auch nicht aus dem Kopf.

amsterdam_stranded schrieb:

brodo schrieb:

Ich finde es ein bisschen schade, dass Annalena Baerbock zunehmend nicht mehr so souverän auftritt. Sie ist ständig im Verteidigungsmodus und nicht mehr im Gestaltungsmodus. Und so richtig volksnah und bodenständig scheint sie auch nicht zu sein.

Ich bin ausdrücklich kein Anhänger der Grünen, aber ich hätte mich über eine neue Politik gefreut und sie alleine deswegen gewählt, weil sie viele alte weiße Männer triggert.

Ich hoffe, dass sie da besser beraten wird und da noch mal Zug rein kommt.  Alleine schon um Laschet zu verhindern, wäre das wichtig. Überzeugend finde ich sie derzeit nicht.



Naja, was hast Du erwartet? Annalena Baerbock ist halt die personifizierte Durchschnittlichkeit mit mittleren politischen Talent. Wie es auf der anderen Seite der Laschet ist.

Das Einzige, was sie aus der Masse heraushebt, ist der Umstand, dass sie quasi der Kristallisierungspunkt der Erwartungen der alten weißen Männer ist. Die linken alten weißen Männer idealisieren sie; die rechten alten weißen Männer diabolisieren sie.  

quelle

Ich bin mit dem geschätzten Forums-Kollegen amsterdam_stranded wahrlich nicht immer einer Meinung. Aber irgendwie hat er da mal was geschrieben, wo er am Ende vielleicht sogar Recht hatte.
Zumindest hat er da einen Punkt benannt, so dass ich mich auch zwei Monate nach dem Beitrag daran erinnere. Und das schiebe ich einfach mal darauf, dass er da womöglich was richtiges geschrieben hat.
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hmm, ich finde das wenig treffend. der beitrag erweckt auf mich den anschein, es ginge erstmal darum auf beide seiten den begriff alter weisser mann anzuwenden, ohne wirklich verstanden zu haben, worum es bei dem begriff geht.

sozusagen ein altes weisses hufeisen...

ich sehe das problem der unerfahrenheit nicht bei baerbock sondern bei den gruenen im allgemeinen, sie haben den wahlkampf komplett unterschaetzt, sie haben kein gutes wahlkampfteam aufgestellt, sie sind nicht darauf vorbereitet adaequat auf fehler und attacken zu reagieren und sie schaffen es nicht den finger in die wunde zu legen, selbst offensichtliche fehler der union zum thema zu machen.



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die cdu hatte fuer den wahlkampf eine app des namens cdu connect an den start gebracht, um den strassenwahlkampf zu unterstuetzen.

die softwareentwicklerin und bloggerin lilith wittmann hat eine sicherheitsluecke in der app entdeckt (das ganze war wohl schon im mai).

https://www.spiegel.de/netzwelt/apps/cdu-nimmt-wahlkampf-app-connect-wegen-sicherheitsluecke-offline-a-2cc9bc47-6d13-4950-8b1d-234cab0efdc2

soweit so unspektakulaer, aber jetzt berichtet sie auf twitter, dass sie von der cdu dafuer angezeigt wurde:
https://twitter.com/LilithWittmann/status/1422546380275556352

das ist halt alles noch neuland.... dieses digital.
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Xaver08 schrieb:

[..]

man koennte sich auch ueberlegen, ob man die aenderung der inzidenz mit einbezieht.
einen reinen inzidenzgedanken gab es doch nie, oder?


Wie bitte? Wir machen seit Monaten nichts anderes.
Ich weiß nicht in welchem Bundesland / Kreis du wohnst, aber bei uns ist alle rein an Inzidenzen gekoppelt. Wenn es dann mal wieder irgendwann über 35 steigt, greifen wieder die Maßnahmen aus der Zeit, wo noch wenig Menschen geimpft waren und die Wahrscheinlichkeit einer Hospitalisierung viel höher war.

Selbst diese Diskussion um die Zuschauerzahl beim Testspiel vergangene Woche, ging ja auf die Inzidenz unter bzw. über 35 einher.

Aber die Diskussion hatten wir hier ja schon vor einigen Wochen.
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du hast jetzt etwas selektiv zitiert

der grenzwert ist die inzidenz, aber der grenzwert wurde festgelegt, um bestimmte ziele zu erreichen.
um beispielsweise contact tracing zu ermoeglichen und die intensiv nicht zu ueberfuellen.

d.h. der grenzwert ist die inzidenz, aber das kriterium ist beispielsweise die intensivauslastung.

das ist aus meiner sicht auch sinnvoll, weil die inzidenz der am schnellsten reagierende wert ist.
warum sollte man es aufgeben, den wert zu nutzen, der dem infektoinsgeschehen am schnellsten folgt.

dass man sich jetzt gedanken darueber macht, wie man den einfluss des impfgrades in den grenzwert einfliessen laesst und evtl. erhoeht, ist durchaus sinnvoll.

oder indem man ein neues kriterium bei inzidenzen mit einfuehrt, dass eine aenderung im inzidenz wert mit beruecksichtigt.

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Weltzeit
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brot fuer die welt
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brodo schrieb:

Nein, ich rede von dem Lauterbach, der im Gegensatz zu Streek quasi jede Entwicklung der Pandemie mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit vorhersagen konnte.


Lauterbach hatte oft recht, aber eben nicht immer. Problem bei Lauterbach ist immer noch, dass er gefühlt jeden Tag 3 Tweets absetzt und permanent den Worst Case mit benennt, das ist dann halt irgendwann anstrengend. Und ich glaub, daran entzündet sich die Kritik mehr als an den Prognosen. Er ist einfach omnipräsent am warnen, warnen, warnen. Manchmal denke ich mir auch, dass weniger mehr wäre.

Also weniger inhaltliche Kritik, nur etwas konzentrierter das Ganze anbringen.
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im moment ist lauterbach mir persoenlich etwas zu sehr im wahlkampfmodus.

lange zeit war lauterbach fuer mich eine informationsquelle, der studien oder informationen eingeordnet hat.
klar waren das oft warnungen, die nicht immer eingetroffen sind, im moment finde ich da nicht mehr so viel an neuen und brauchbaren informationen bei ihm.
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Den Beschluss zum Impfangebot für Kinder verstehe ich inhaltlich nicht. Sicher könnt ihr mir weiterhelfen.

Mein Kenntnisstand ist, dass BionTech und Moderna derzeit ab 12 Jahren zugelassen sind, die StiKo keine allgemeine Empfehlung für Jugendliche ausgesprochen hat und Ärzte daher nur auf Wunsch der Jugendlichen und Eltern impfen.
Was hat sich denn faktisch durch den Regierungsbeschluss geändert, außer dass die StiKo ihre Position jetzt nicht mehr ändern kann, ohne dass ihr nachgesagt wird, sie sei gegenüber der Politik eingeknickt?  
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letztendlich soll der beschluss kaschieren, dass die politik nicht genug fuer die sicherheit der schulen getan hat.

es ist aktionismus und beschaedigt die stiko, das war nicht notwendig und dient dem selbstschutz

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Tafelberg schrieb:

ob die Impfungen der Kinder/Jugendlichen ab 12 Jahre wirklich sinnvoll sind, kann ich nicht beurteilen.
Meine Kollegin und meine jüngere Schwester haben ihre Kinder bereits impfen lassen. Sie sind ja offensichtlich keine Einzelfälle.

https://www.tagesschau.de/kommentar/kinder-impfung-corona-101.html

Den Kommentar aus der Tagesschau kann ich durchaus nachvollziehen, insbes. wenn man sieht, was seit Monaten ein "Rumgeeire" bei den Schulöffnungen besteht, Stichwort Lüftungskonzept.

Mittlerweile ist es einfach nur noch beschämend, wie unsere Politik agiert.

Nach katastrophaler Kommunikation ab letztem Oktober, einhergehend mit massiven Fehleinschätzungen der Situation, wird nun zum zweiten mal der Schulstart verpennt, dabei dann ein unabhängiges Gremium aus Wissenschaftlern zu Statisten degradiert, auf Krampf werden im Eilverfahren Reiserückkehrer vor den Kopf gestoßen und zu guter Letzt bekommt man es nun nach vielen Wochen immer noch nicht hin, den Wert der Inzidenzen, ITS Belegung  & Impfquote zu eine sinnvollen Faktor zusammenzurechnen, das man endlich mal von diesem reinen Inzidenzgedanken weg kommt.
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anno-nym schrieb:

das man endlich mal von diesem reinen Inzidenzgedanken weg kommt.


wir haben es schon oefter diskutiert, aber ich kenne immer noch keine sinnvolle begruendung dafuer, warum man die inzidenz nicht als grenzwert nutzen soll. nachwievor sind inzidenz, its auslastung und todesfaelle gekoppelt, lediglich der faktor ist ein anderer.

deshalb kann man darueber nachdenken, ob es sinnvoll sein kann, die grenzwerte anzupassen, genausogut kann man sich ueberlegen ob man die inzidenz impfzahl bereinigt, da der anteil derjenigen, die sich infizieren kann, kleiner wird.

man koennte sich auch ueberlegen, ob man die aenderung der inzidenz mit einbezieht.
einen reinen inzidenzgedanken gab es doch nie, oder?

wenn ich mich richtig erinnere , gab es zwei grundgedanken an denen urspruenglich mal die grenzwerte orientiert waren:

1.) contact tracing ermoeglichen und daran die grenzwerte auslegen. sprich: orientierung an den kapazitaeten der gesundheitsaemter.
2.) auslastung der intensiv.

die grenzwerte wurden dann im politikgeschacher immer weiter hochgesetzt, der urspruengliche grundgedanke ging dann mal verloren.

punkt 2 wuerde heutzutage sicherlich mehr zulassen, auch wenn das dem thema long covid nicht gerecht wird.
bei punkt 1 vermute ich, dass sich da eigentlich nicht viel getan hat, d.h. wenn man nachwievor versuchen moechte ueber contact tracing die faelle niedrig zu halten, duerfte sich am grenzwert nicht viel tun.
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Xaver08 schrieb:

das zugrundeliegende mathematische modell aendert sich ja nicht


Naja, natürlich kann man jede Woche neu starten und die Verdopplungszahl neu berechnen.
Beim Reiskorn-Schachbrett-Beispiel hieße es dann z.B. "Ab Feld 7 verdoppelt sich nur noch mit jedem zweiten Feld und ab Feld 12 nur noch alle 5 Felder".
Dies würde es bedeuten, wenn sich wie Du es schreibts die Verdopplungszahl munter verändert.

Aus gutem Grund geht das Beispiel aber so, dass sich die Anzahl der Reiskörne mit jedem Feld verdoppelt, über eine längere Zeitspanne.
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das ist ja alles richtig, was du schreibst, so aehnlich habe ich das ja auch geschrieben.

dass sich die reproduktionszahl und damit auch die verdoppelungszeit aendert bzw aendern kann, kannst du ja nachlesen, am einfachsten in dem du jeden tag in die corona warn app schaust. da geht es nicht darum, dass man jeden tag neu startet. die verdoppelungszeit aendert sich dann, wenn sie die reproduktionszahl aendert.

das ist einfach so, es erschwert sicher die wahrnehmbarkeit von exponentiellem wachstum

Eintracht-Laie schrieb:

Beim Reiskorn-Schachbrett-Beispiel hieße es dann z.B. "Ab Feld 7 verdoppelt sich nur noch mit jedem zweiten Feld und ab Feld 12 nur noch alle 5 Felder".
Dies würde es bedeuten, wenn sich wie Du es schreibts die Verdopplungszahl munter verändert.


richtig.



Eintracht-Laie schrieb:

Aus gutem Grund geht das Beispiel aber so, dass sich die Anzahl der Reiskörne mit jedem Feld verdoppelt, über eine längere Zeitspanne.


worauf genau moechtest du denn raus? was meinst du mit aus gutem grund? fuer die verstaendlichkeit des beispiels?
das ist ein simpel gehaltenes beispiel fuer exponentielles wachstum, aber es bleibt trotzdem exponentielles wachstum auch wenn sich die verdoppelungszeit aendert.

exponentielles wachstum beschreibt einen wachstumsprozess bei dem sich die ausgangsgroesse in regelmaessigen abstaenden um einen faktor vervielfacht, idealerweise ist der faktor konstant.

aber was ist schon ideal, in diesem fall ist der faktor von vielen anderen einflussgroessen abhaengig und aendert sich. das prinzip, dass die wachstumsschritte (bei konstantem r) immer groesser werden, bleibt erhalten. die basis aendert sich dann halt.

die vergroesserung der wachstumsschritte ist der signifikante unterschied zu beispielsweise linearem wachstum, bei dem in gleichen zeitabstaenden immer der gleiche wert dazugefuehrt wird.

das ist das "tueckische" beim exponentiellem Wachstum, dass es zu beginn unterschaetzt wird, die schritte werden erst nach einem gewissen zeitraum sehr gross.

schlagen wir den bogen zu corona in deutschland zurueck.

sicher hat sich unsere position massiv verbessert, wenn sich die verdoppelungszeit von 10 tagen auf 19 oder 20 erhoeht hat. aber auch dafuer gibt es gruende, die wahrscheinlich vielfaeltig sind.

schulsschliessungen (kindergarten auch) also ferien werden sicher dazugehoeren, aber auch die sind irgendwann vorbei, dann ist zu befuerchten, dass die ausbreitungszahl wieder steigt und das exponentielle wachstum schneller weitergeht.

trotzdem haben wir dann zeit gewonnen, jeder tag, jede woche zaehlt, auch wenn die anzahl der impfungen zum heulen niedrig ist gerade.

das bedeutet aber nicht, dass es kein exponentielles wachstum mehr ist.

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WuerzburgerAdler schrieb:

zurzeit scheint es eine West-Ost-Welle zu geben (europaweit).

Man sollte schleunigst eine Mauer errichten!
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zuerst wars in uk, da haben wir einen grossen wassergraben gemacht und die kerle aus der eu geworfen>

hat auch nicht geholfen, weil die dummerweise flugzeuge haben. sind dann nach spanien und so geflogen, haben ueberall und nirgends urlaub gemacht.

mag einen anteil an den hohen zahlen in beispielsweise spanien haben.. von dort diffundierts halt ueberall und nirgends hin.
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OK, Du meinst die Reproduktionszahl, alles klar.
Was das exponentielles Wachstum angeht, ich habe ein Problem damit davon zu sprechen, wenn sich die Verdopplungszahl ständig ändert. Aber auch ich war in Mathe ziemlich mies
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wenn es aber doch exponentielles wachstum ist, warum sollte man nicht davon sprechen

das zugrundeliegende mathematische modell aendert sich ja nicht.
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Eintracht-Laie schrieb:

Naja, exponentielles Wachstum kann auch bedeuten, dass sich eine Zahl alle 6 Monate verdoppelt.
Was soll eigentlich die "Ausbreitungszahl" bedeuten?

Ist natürlich die Frage wie die zeitlichen Abstände des Wachstums definiert werden.

Hier mal die Veränderungen der Infektionszahlen in Prozent im Vergleich zur Vorwoche (Zahlen von Werner aus seinen Wochenberichten)

KW26: -12%
KW27: +24%
KW28: +61,5%
KW29: +40%
KW30: +26%

Ich war in Mathe richtig mies, aber das ist für mich kein exponentielles Wachstum. (lasse mich aber gerne eines Besseren belehren)
Zwischen KW26-28 waren wir im exponentielles Wachstum, jetzt ist es ein starkes Ansteigen. Was natürlich nicht heißt das es in der KW32 wieder exponentiell ansteigt, wenn die ersten positiven Fälle von Schülern aus Meck-Pomm & Schleswig-Holstein eintrudeln.

Es ist aber schon sehr auffällig wie gut Deutschland im Vergleich zu den Nachbarländern dasteht.

Frankreich: 217
Niederlande: 147
Belgien: 108
Dänemark: 95
Luxembourg: 81
Schweiz: 57
Österreich: 32
Deutschland: 18
Tschechien: 12
Polen: 2(!)

Und die Zahlen (vor allen Dingen bei den westlichen Nachbarländern) waren ja auch teilweise noch viel höher.

Voran das liegt? Da war (mal wieder) eine Portion zeitliches Glück dabei (hat ja Cyrillar schon erwähnt), zudem waren die Maßnahmen, vor allen Dingen was das Tragen von Maske angeht, dann noch etwas strikter als bei unsere Nachbarn, etwas höhere Impfquote und dann wirklich noch etwas mehr Vernunft der Menschen.
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was sich aendert ist die ausbreitungszahl und damit die verdoppelungszeit, die ist ueber die letzten wochen zurueckgegangen.

das zugrundeliegende wachstum ist, bedingt durch den ausbreitungmechanismus des virus, exponentiell.

Blick in die Corona Warn app:

R ist heute 1,16, d.h. im Schnitt werden 1,16 Menschen angesteckt, die dann wiederum 1,16 Menschen anstecken etc....

R schwankt, da gehen dann auch Nachmeldungen, moeglicherweise niedrigere Zahlen am WE und heute hoehere Zahlen etc. ein
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Naja, exponentielles Wachstum kann auch bedeuten, dass sich eine Zahl alle 6 Monate verdoppelt.
Was soll eigentlich die "Ausbreitungszahl" bedeuten?
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dazu findet sich bei den faqs des rki eine gute erklaerung:

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html

4. punkt.

im prinzip beschreibt die zahl, wieviele menschen ein infizierter patient im schnitt ansteckt.
die zahl haengt von der eigentlichen infektioesitaet der krankheit ab, das wird durch das r0 beschrieben, sprich wieviele menschen kann ein infizierter anstecken, wenn es keine massnahmen und keine impfung gibt.

dann gibt es die effektive ausbreitungszahl, die von r0 und massnahmen etc. abhaengt und das aktuelle wachstum beschreibt

r>1 zuwachs
r=1 stillstand
r<1 rueckgang
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Xaver08 schrieb:

Cyrillar schrieb:

Bisher ist der Anstieg in Deutschland ja doch entgegen der Prognosen geringer als gedacht ( und nicht nur von Politikern und Wissenschaftlern sondern auch die des Forenzahlennerds )


zum einen sind wir noch am anfang der kurve des exponentiellen wachstums, da wirkt das immer harmloser als es eigentlich ist, dazu kommt aber, dass sich der anstieg in der tat verflacht.

deutschlandweit von einer verdoppelungszeit von ca. 10 tagen sind wir richtung 18/19 gewandert.


Naja, da müsste man mal schauen vor wievielen Wochen du bereits Delta im exponentiellen Wachstum gesehen hast. Also Anfang ist übertrieben. Aber wir waren so weit unten das die Zahlen Gott sei Dank immer noch "überschaubar" sind.
Die Vorhersagen für Delta waren schon deutlich höher. Glaub Werner lag bei 60-70% Wochenanstieg. Wir liegen die zweite Woche bei irgendwas um 30%.

Wie es aktuell aussieht hat Deutschland mal wieder "Glück" .
Rechtzeitig Ferienbeginn und dieser auch von Zeitfenster her ggf gut um einen "Superpeak" zu verhindern. Außerdem ist die Mehrheit wohl doch vernünftig und hat gesehen was in GB, Spanien, Holland etc abgeht und nimmt nicht jede Möglichkeit wahr seinen Impfschutz auszutesten, trägt brav Maske und hält zumindest ausserhalb seiner Blase Sicherheitsabstand.

Das der Anstieg kommt und auch noch etwas anhält war nicht zu verhindern. Im Rahmen dessen , wenn man die anderen Länder nimmt, kommen wir gut weg.

Das kann mir kein Schwurbler und kein No/Zero Covid-Jünger madig reden.

Ich brauche keine komplette Aufhebung der Maßnahmen wie in GB aber ich will auch nie wieder in den Zustand Oktober 2020 - März/April 2021 zurück.  Der aktuelle Zustand ist ein für mich guter Kompromiss in dem ich im vorgegebenen Rahmen selbst entscheide mit wem, wievielen Leuten und wo man sich trifft.
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Cyrillar schrieb:

Naja, da müsste man mal schauen vor wievielen Wochen du bereits Delta im exponentiellen Wachstum gesehen hast. Also Anfang ist übertrieben. Aber wir waren so weit unten das die Zahlen Gott sei Dank immer noch "überschaubar" sind.


das kannst du gerne schauen, und es ist auch korrekt, was ich da geschrieben habe.

es ist ein leider immer noch weitverbreitetes missverstaendnis, dass geringer zuwachs bedeutet, dass noch kein exponentielles wachstum vorliegt. auch jetzt befindet sich delta nachwievor im exponentiellen wachstum, es hat sich lediglich die ausbreitungszahl verringert.

Eines der grossen Probleme scheint zu sein, dass dieser simple Zusammenhang auch den meisten Politikern fremd zu sein scheint.

Sollte Delta ins Minus gehen, waere dann im uebrigen auch der Rueckgang exponentiell.
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Es wird jetzt diese Woche dahingehend interessant das in ein paar Bundesländern die Ferien vorbei sind.
Mal schauen was dort jetzt so in Sachen Schulbeginn passiert.

Bisher ist der Anstieg in Deutschland ja doch entgegen der Prognosen geringer als gedacht ( und nicht nur von Politikern und Wissenschaftlern sondern auch die des Forenzahlennerds )

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Cyrillar schrieb:

Bisher ist der Anstieg in Deutschland ja doch entgegen der Prognosen geringer als gedacht ( und nicht nur von Politikern und Wissenschaftlern sondern auch die des Forenzahlennerds )


zum einen sind wir noch am anfang der kurve des exponentiellen wachstums, da wirkt das immer harmloser als es eigentlich ist, dazu kommt aber, dass sich der anstieg in der tat verflacht.

deutschlandweit von einer verdoppelungszeit von ca. 10 tagen sind wir richtung 18/19 gewandert.
es waere schoen, wenn es ein schulunabhaeniger trend waere, dann muessten wir nicht damit rechnen, dass es wieder potential auf weiteren anstieg gibt.

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WuerzburgerAdler schrieb:

Es wurde eine deutlich geringereVirenlast bei infizierten Geimpften festgestellt und von daher eine geringere Wahrscheinlichkeit der Weitergabe.
Nun spricht die o. a. Studie aus den USA davon, dass lediglich die "sehr seltenen Fälle" einer Erkrankung trotz Doppelimpfung zu einer Weitergabe des Virus führen.

Diese neue Veröffentlichung des CDC sieht es anders:
https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/70/wr/mm7031e2.htm

Infektionszahlen mit Delta bei Geimpften und Ungeimpften quasi identisch. Von den geimpften Infizierten sind 79% symptomatisch. Virenlast ist fast genauso hoch wie bei ungeimpften Infizierten.
Geimpfte tragen quasi genauso zum Infektionsgeschehen bei wie Ungeimpfte.
Aber: Keine Toten unter den Geimpften, Und fast keine schweren Verläufe.

Heißt, Impfungen schützen den Geimpften sehr gut, aber jetzt bei Delta nicht mehr die Allgemeinheit.
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Da dreht sich das Rad schnell gerade, preprint einer Studie zeigt, dass die virenlast  bei geimpften deutljch schneller fällt als bei ungeimpften. Dazu kommt noch eine Reduzierung der infektionswahrscheinlichkeit. Dh die Impfung hilft auch der Allgemeinheit und natürlich hilft es der Allgemeinheit auch, wenn weniger Menschen schwer erkranken, Stichwort Belegung Intensiv
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Xaver08 schrieb:

dass wir nie am Rande einer Ueberlastung waren.


Was heißt denn für dich "am Rande?"
Jedenfalls waren die Intensivbetten in Deutschland insgesamt nie voll belegt, und das wird dieses Jahr erst Recht nicht passieren.
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Lustig, dass du mich das fragst, also der, der das geschrieben hat😂😂😂
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Luzbert schrieb:

Die Deltavariante verbreitet sich in etwa wie Windpocken


Dann ist Indien inzwischen praktisch durchseucht?
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Ja, war zwischendurch schonmal Thema, dass Analysen einen hohen Infektions- oder durchseuchungsgead vermuten lassen
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Luzbert schrieb:

Das sind ja mal großartige Nachrichten 😵
Die Deltavariante verbreitet sich in etwa wie Windpocken, geimpfte Infizierte geben sie etwa so häufig weiter wie ungeimpfte und schwere Verläufe treten häufiger auf als bei anderen Varianten.
Es ist einfach nur frustrierend.

Ein weiteres Indiz, dass sowohl die Spikeprotein-Eigenproduktion nach Biontech mMRNA-Style als auch die Vektorimpfungen hinsichtlich Infektiösität vollkommen zu 100% für den Popo sind, weil Geimpfte genauso ansteckend sind und bleiben wie Ungeimpfte.

Das Argument „Ich tue das, um andere zu schützen“, ist damit hinfällig. Übrig bleibt einzig und alleine das Argument namens Selbstschutz und auf den verzichten auch Raucher, Alkoholiker und Extremsportler, ohne dass von denen verlangt wird, ihre Sucht oder ihr Hobby gefälligst aufzugeben aus Solidarität mit der Allgemeinheit.

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Das Infektionsrisiko ist als geimpfte deutlich kleiner, damit wäre selbst wenn die Zahlen korrekt wäre, immer noch ein deutlicher Vorteil für geimpfte im Schutz für andere