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Zeus

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mike24 schrieb:
Also ich glaube nicht das du dir eine Meinung über mein Weltbild machen kannst,ebenso wenig wie ich mir über deins.
Also hast du Mitleid mit diesen Menschen?Denn du hast ja "kultur" wie du es nennst.

Wieso nicht? Wovor hast Du Angst? Anhand dessen, was Du schreibst, muß ich mir doch zwangsläufig eine Meinung über Dich und Deine Denkweise bilden. Mag dieses auch lückenhaft und unvollständig sein, aber da niemand in den anderen reinschauen kann, muß man notwendigerweise mittelbar auf einen gewissen Willen schließen. Selbiges wirst Du auch bei mir machen. Nur zu, deshalb stelle ich meine Ansichten ja hier zur Disposition.

Ich möchte dich sehen wenn es einen aus deiner Familie erwischt(was ich dir natürlich nicht wünsche),und du im gerichtsaal sitzt und dem Mörder in die Augen schaust und er vielleicht 20 Jahre,also lebenslang bekommt,und nach 10 oder 15 jahren kommt er raus wegen guter Führung und sagt dir hallo beim Bäcker....

Zum zweiten Mal die Frage: weshalb agierst Du Dich anhand von Stellvertreterproblemen ab? Selbst die Bild-Zeitung wußte meines Wissens noch nicht von der Fortsetzungs-Schauerstory zu berichten, wonach Familie X auf Mörder Y beim Bäcker traf.

Mal eine Frage mit der Bitte um Beantwortung: Wie würdest Du auf eine Person reagieren, welche jemanden aus Deiner Familie getötet hat? Könntest Du verstehen, wenn Deine Kinder und deren Kinder wiederum auf diese Person sauer wären? Oder gar auf dessen Kinder?

Und ich glaube auch nicht das schon jemals einer wegen Körperverletzung zum Tode verurteilt wurde.

Jetzt wird es kompliziert: die Körperverletzung ist ein Durchgangsstadium der Tötung. Es geht aber in der Tötung auf.

Außerdem gibt es einen §227 StGB der mit „Körperverletzung mit Todesfolge“ überschrieben ist.

Und zu deiner letzten Frage,ja das eien schliesst das andere nicht aus,wennman das auch mal umsetzen würde.
Lebenslang,das wort sagt es ja schon,also keine 20 oder 25 jahre.

Nicht ganz.
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Worschtsuppekönich schrieb:
Pro zur Todesstrafe für Mörder,wenn wirklich jede Resozialisierungsmaßnahme fehlgeschlagen ist und es nicht gewährleistet werden kann,daß die Person nicht wieder grundlos töten würde.

@Zeus:Ich würde Dich gerne einmal sehen wenn Dein Kind einem Sexualtriebtäter zum Opfer gefallen ist.Würdest Du dann immer noch so sachlich,menschenfreundlich argumentieren?Wenn ja-hast Du in meinen Augen ganz klart die gute Vaterrolle verfehlt.Sollte irgendein Mensch mein Kind anfassen bzw, töten,würde diese Person keine ruhige Minute mehr auf dieser Welt haben-auch wenn ich dafür ins Gefängnis gehe.

Das scheibar Einfache vorweg. Das deutsche Rechtssystem ist zweispurig aufgebaut, dh es besteht zum einen aus der Strafe und zum anderen aus den Maßregeln der Besserung und Sicherung. Ersteres setzt Schuld voraus, letzteres gerade nicht. An zweitem Punkte soll in Zukunft auch die Sicherungsverwahrung anknüpfen im Anschluß an einer Strafe gerade im Falle der Sexualstraftaten. Folglich hätte man hier ein milderes Mittel wider „grundloses Töten“.

Weiterhin wirfst Du bei mir ein paar Fragen auf:

Was bringt es Dir, hypothetische Schauermärchen in den blutigsten Formen auszumalen, nur um dann händeringend nach einem Ventil in der Wirklichkeit Ausschau halten zu müssen, an dem man sich stellvertretend für seine kruden Phantasien rächen kann?

Du hast Dir doch die Antwort gerade selbst gegeben: der Mensch ist des Menschen Wolf. Mit Deinem Denken manifestiert man das Prinzip der Blutrache: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Dieses Prinzip gilt es zu durchbrechen, nicht aufrechtzuhalten.

Generalisieren wir Dein Ausnahme-Prinzip doch mal: der Mensch einer fremden Kultur, der seine Schwester voller Stolz tötet, da ihre Ehre seiner Ansicht nach besudelt worden sei – Begründung: verletzter Stolz. Solche Menschen gehen lieber heroisch in den Bau, anstatt die Sinnlosigkeit solchen Unterfangens einzusehen.

Was hast Du davon, wenn jemand gerade im staatlichen Auftrage getötet wird? Wird dadurch das erste Opfer wieder lebendig? Weshalb ausgerechnet Tötung? Wo ist da der Zusammenhang? Im Gegensatz zu Dir achte ich auf das Opfer, aber nicht in dem Sinne, daß ich ihm Hilfe, sofern möglich, dergestalt angedeihen lassen, daß man einer symbolischen Reinigung ähnlich den Täter drakonisch traktiert.

Bist Du eigentlich ein besserer Mensch respektive Vater, weil Du Dich als Streiter einer selbstgerechtet Sache gibst? Ich bin aus Deiner Sicht gar ein schlechter Vater, wie Du mir bereitwillig in diesem Zusammenhang unterstellst (meine potentiellen Kinder werden es Dir danken smile:, weil ich wider die Todesstrafe opponiere? Ist das Dein Ernst? Willst Du wirklich bei klarem Verstande konstatieren, daß jeder Vater, der wider die Todesstrafe ist, ein schlechter Vater sei? Hat Deutschland, das sich mehrheitlich gegen die Todesstrafe wendet, ein Gesinnungsproblem? Und umgekehrt: Was bist Du dann? Ein Vorbild? Für mich in gewissem Sinne schon, aber eher abschreckend. Zur größten geistesgeschichtlichen Leistung der Geschichte zählt auch die Lossagung von zutiefst fragwürdigen Methoden. Was ist denn mit den Ländern, in welchen die Todesstrafe vollzogen wird? Sind Länder wie Iran, China, Saudi-Arabien usf. tatsächlich Deine argumentativen Gewährmänner bei der Substantiierung Deines Vorwurfes mir gegenüber, ich sei ein schlechter Vater?

Humanität wird vom Staat vorgelebt. Amnesty International wird Dir eindrucksvoll nachweisen können, daß es eine Proportionalität zwischen Strafrecht und Strafsystem und auf der einen und persönlicher Freiheit der Individuen eines Landes auf der anderen Seite gibt. Sehe mir meine Ironie nach, aber ganz Europa, Kanada usf. sind Scheißländer, weil in ihnen die Todesstrafe nicht angewendet wird – kein Wunder, bei den Scheißvätern.

Weshalb ich persönlich gegen die Todesstrafe bin? Ich erhebe mich unter anderem aus Besonnenheit wider die Todesstrafe. Vielleicht trifft es mich irgendwann auch einmal selbst. Vielleicht bin ich mal wegen eines fahrlässigen Tötungsdelikts dran. Außerdem nützt ein toter Täter im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs nichts.

Letztlich ist es auch unergiebig, in solch einer komplexen Thematik vom Ende aus zu argumentieren. Weit eher sollte man bei den Ursachen von Gewaltverbrechen ansetzen. Wie Du weißt, markiert das Gros dieser Tatbestände Beziehungstaten.

Eine letzte Frage: glaubst Du an Gott?

PS: Ich bekämpfe meinen Wolf, solange ich es noch kann.
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mike24 schrieb:
Warum sollten mir diese "Menschen" leid tun?

Durch Mitleid wird der Mensch erst zum Kulturwesen.

Haben den Tätern die Kinder geschändet und getötet haben,Amok gelaufen sind oder sonstige brutale Verbrechen gemacht die Opfer leid getan??
Sowas überlegt man sich vorher und nicht nachher!!

Nach Jahrhunderten der Rechtsentwicklung sind wir zumindest in Deutschland dazu übergegangen, die Schuld des Täters als Anknüpfungspunkt der Strafe zu wählen. Angesichts eines im Grundgesetz verkörperten Wertekanons, der sich der Wahrung der Menschenrechte verpflichtet, erschiene es unter anderem aus diesem Grunde inhuman, einem Menschen die Chance auf Resozialisierung zu nehmen.

Und weil man eine packung Kaugummi klaut wird man nicht zum Tode verurteilt!

Genau. Aber ich würde noch weitergehen: wenn man schon nicht wegen ein paar Kaugummis gelyncht werden darf, dann doch bitte wenigstens die Hand, die die Kaugummis nahm, abhacken.

Wenn man es eindeutig nachweisen kann,und das kann man heutzutage(Dna-tests,usw)dann gibt es nicht ausser das diese menschen das gleiche Leid ertragen sollen wie ihre Opfer.

Sonderbar: auch in der StPO steht, daß das Gericht von der Schuld des Täters überzeugt sein muß. Da steht nicht, „wenn wissenschaftlich erwiesen ist, daß …“

Speist sich Dein Weltbild vielleicht ein wenig zu sehr aus CSI und zu wenig aus tatsächlicher forensischer Arbeit?

Ferner: ginge es nach dem Leiden, so sollte Dir klar sein, daß der Tod eine schnelle Sache ist. 15 Jahre im Bau sind wohl aus Deiner Sicht easy going. Vielleicht hilft Dir die mythologische Anleihe aus der griechischen Sagenwelt: Sisyphos. Dessen Martyrium hätte man durch den Tod schnell beenden können.

Wenn man in der Presse immer und immer wieder von Sexualstraftätern hört die nach ein paar Jahren wieder auf Freien Fuss kommen,nur um gleich wieder irgentwelchen Kindern ihr leben zu zerstören,da kann ich nur mit dem Kopf schütteln..

Sonderbar Teil 2: in meinem Pressespiegel spielen solche Horrormeldungen nicht die Hauptrolle. Ist vielleicht nicht jeder Pressekonsument letztlich auch für das verantwortlich, was er liest und vor allem, was nicht? Wie wäre es zur Abwechslung mal mit der PKS? In dieser brodelt es nur so vor Verbrechen.

Und wer jetzt denkt,die habens doch nicht verdient...
...stellt euch mal vor ihr habt Kind/er und eines Tages kommt es nicht nach hause und ihr erfahrt das es einem sexualmord zum Opfer gefallen ist,und ihr es nie wieder seht,es nie mehr fröhlich auf dem Spielplatz mit seinen Freunden toben kann....

Genau, Du kannst munter den ersten Stein werfen. Dein Geheule will ich sehen, wenn Du wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung vor den Kadi wanderst, weil Du am Zebrastreifen nicht aufgepaßt hast. Und was nun? Lamentierst Du dann über Dein Geschwätz von gestern oder freust Du Dich auf Deinen „gerechten Tod“?

JA ZUR TODESSTRAFE UND ZUR LEBENSLANGEN VERWAHRUNG!

Schließt das eine nicht irgendwie das andere aus?
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In Anlehnung an Satans Karin, alles Gute zum 51ten.
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Moinsen!

Ich nenne nachfolgenden Hinweis mal "Welpenschutz-Programm":


Alter:
13 Jahre

Nachzulesen im Profil des Fred-Urhebers.
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Prima, weiter so!
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Hunnybunny schrieb:
Hai... als ich noch meine Zeit mit meinem Ex verschewendet habe und dieser ein begeisteter Grafitti Fan war, kann ich sagen, das der Bomber wohl einer der berühmtesten deutschen Sprayer ist. Ich geh mal davon aus - das auch seine Preise sehr "berühmt" sind.

Wer war denn das? Helge, wie Bomber/Grey mit bürgerlichem Name heißt, wohnte im gleichen Kaff wie ich. Seine (ehemalige) Posse kenne ich auch. Darunter sind einige, die vor Gericht von ihrer Leidenschaft kuriert werden mußten.
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AYeboah schrieb:

VilbelAdler schrieb:
Guden,

da ich bald nach Sachsenhausen umziehe,

bekommst du dann  wieder einen neuen nick?


StricherAdler?

(Von "Anstreicher", wegen der Wände, da ich gerade per PN angemacht worden bin. smile:
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@Max

An Dich ergeht das Kommando "lachen". Und zwar sofort!
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@Max

Du nimmst allen Ernstes Deine Sperrung in Kauf, nur um zu bezeugen, daß Du stellvertretend für die Ultras nicht in der Lage bist, harmlose Kritik eines Fans mit Humor nehmen zu können?
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Neuigkeiten vom Flug des Pleitegeiers:


Auflösungserscheinungen beim 1. FC Eschborn. Nach dem plötzlichen Rückzug des erst vor 20 Tagen als Retter angekündigten Sponsors Tofik Davidoff am Montag hat der Verein gestern beim Amtsgericht Frankfurt wegen Zahlungsunfähigkeit den Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Quelle: http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?folder=5100&object=326940&liga=1&saison=2005%2F06&spieltag=18&gruppe=20484

Zur endgültig ausgebrochenen Schlammschlacht geht es hier: http://www.1fce.de/magazin/artikel.php?artikel=322&type=2&menuid=3&topmenu=2
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HeinzGründel schrieb:
[...]Salzburg verbietet Fans in den alten Trikots das Stadion zu betreten.Da fehlen mir die Worte.

Wenn es zutrifft, ist das enfach nur lächerlich.

Bei Abramowitsch hätte ich aufgrund der Herkunft des Geldes moralische Bedenken.

Pecunia non olet, hm?

Hast Du auch Bedenken davor, "russisches" Öl oder Gas zu nutzen?

So hypothetisch erscheint mir meine Frage gar nicht. Wie du weißt hatten wir auch schon diverse Heilsbringer wie z.b. ungarische Investoren ,Börsengurus ,Unternehmensberater und Vermarktungsprofis etc.etc.

Vollkommen zutreffend und an diese Klientel dachte ich auch, als ich Deinen Eingangsbeitrag konsumierte. An Glücksrittern mangelte es der Eintracht nie. Der Unterschied zum „Mäzen“ Abramowitsch ist wohl jener, daß ihm das Geld auch bei Fehlinvestitionen nicht auszugehen scheint, quasi ein Faß ohne Boden, nur anders herum.

Kurzum, Fußball ohne Veränderung ist Stillstand .Das wäre nicht wünschenswert.Man muß aber nicht jeden Mist mitmachen.

Das ist so richtig, wie falsch, weil – Du bist ja Jurist – man aus dieser Aussage mittels Syllogismus nahezu jede Aussage gewinnen könnte, je nach Gusto.

Unter dem Strich bin ich ähnlich wie Du doch recht zufrieden mit der Entwicklung der Eintracht gerade vor dem Hintergrund so manchen, beinahe existentiellen Rückschlags (Lizenz-Entzug). Daran gemessen, kann man sich – einschließlich des neuen Stadions – wirklich nicht beschweren. Die äußerlich induzierten Eingriffe in gewachsene Strukturen (Stichwort Firmierung des Stadions) sind aus meiner Sicht behutsam erfolgt und innerhalb der Toleranz.

Zum Ausgangsthema: eigentlich kann ich nur sagen, was ich nicht möchte, nämlich, daß die Eintracht jemals wieder absteigen sollte. An eine Vision – oder besser Utopie – mit dem Inhalt, kraft des Geldes eines Mannes, einer Frau oder eines Unternehmens ähnlich Chelsea darauf abonniert zu werden, jedes Jahr Meister zu werden, kann ich mich nicht recht gewöhnen. Da gefällt mir das sogenannte „Bremer Modell“ doch besser.

Letztlich aber schließt sich der Kreis: Geld stinkt nicht, und wer seine Klasse halten will, benötigt Geld. Wer hoch hinaus will, benötigt noch mehr Geld. Ein Teufelskreislauf.
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Miso schrieb:
Nein, Zeus, das wird dann schon noch. Die ersten Beiträge sind wohl bestellte Glückwunsche, aber dann dröselt sich die Geschichte laaaaaangsam auf (s. auch den Thread von Klidklappergass).

Die Initiative ist beobachtenswert. In einem Beitrag kannst Du z.B. (sinngemäß) nachlesen, dass Oliver Bierhoff  Journalisten schriftlich ermahnte, der WM gefälligst positiv gegenüber zu stehen. Posch- und beckmanngebeutelt, freue ich mich daüber, wenn sich ein paar Sportjournalisten endlich Gedanken über ihre Rolle und ihre Arbeit machen.
Miso

Du wirst mir nachsehen, wenn ich mich dagegen verwahre, daß dieses neue Netz den Reinraum des herrschaftsfreien Diskurses darstellt und idealitär unter Beachtung sämtlicher Regeln des Anstandes als auch basisdemokratisch legitimiert aus These und Antithese eine Synthese formuliert, an die sich jeder der Diskutanten mit bestem Gewissen hält.

Auch sog. Intellektuelle schwingen gerne die Wortkeule und nicht selten sind die als Bestandteil einer hehren Diskussion getarnten Meinungsäußerungen wenig mehr als subtile Anfeindungen und für den Eingeweihten auch kaum maskiertes, aber eben feuilletonistischen Gassen-Jargon, allerdings für „Anspruchsvolle“.

Anders gewendet: geht es um den Kurs der Eintracht, hat jeder Eintracht-Fan eine eigene Meinung. Konsens ist kaum denkbar. In der Feindschaft gegenüber dem OxC ist man sich dagegen schnell einig. Mal sehen, wann es innerhalb der Renegaten zur Segregation kommt, mitunter den einen oder anderen sogar Beklemmung befällt und er reumütig an den Ursprungsort zurückkehrt. Die Hand, die einen füttert, schlägt man doch nicht.

Wir sind alles Menschen. Der eine sagt „Halt die Fresse!“, während es beim anderen heißt „Solch unziemliche Äußerungen, die jeder Grundlage entbehren, stehen X nicht zu.“ Höflich wird es allenfalls, wenn noch ein erläuternder Kausalsatz nachgeschoben wird. Oftmals aber – Vorsicht Subtilität – wird in ihm erst richtig nachgelegt.

So sehr man vordergründig der Initiative sein Wohlgefallen zum Ausdruck bringen möchte, so sehr sollte man sich davor hüten, daß man eine Leerformel („Wir sitzen in einem Boot“) sinnvoll durch eine andere ersetzen könnte („Wir sind die wahren, kritische Journalisten“).
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@HG

Hypothetische Erwägungen kranken aus meiner Sicht immer an der fehlenden Eichung. Gewiß kann man sich trefflich an solchen Erwägungen delektieren und mit Verve ereifern. Doch gehen solche Ausritte in die Gesinnungsecke regelmäßig an der Realität vorbei.

Des weiteren sollte man sich vor Singularitäten hüten. Von einem Einzelfall aufs allgemeine zu schließen, birgt die Gefahr der Vereinfachung, zumal auch tatsächliche Einflüsse auf die ökonomischen Stütze der Bundesliga-Vereine damit leicht in Vergessenheit geraten können. Unübersehbar sind die Uneinigkeiten in bezug auf die Vergabe der Fernsehgelder für die kommenden Spielzeiten.

Andererseits verschleiert Deine aufgeworfene Frage ein weit interessantere Frage: inwiefern sich viele von uns schon angepaßt haben. Die Eintracht hat ihr Gesicht doch auch schon in nicht nur unerheblichem Umfang verändert. Gemessen an der „Bratwoschd und Biä!“-Mentalität im alleine glücklichmachenden G-Block wirkt das neue Waldstadion wie ein Quantensprung – welchen wir aber, so sehr der Neubau gutgeheißen wird, „der Kommerzialisierung“ zu verdanken haben. Ein bißchen Kommerzialisierung ist aber nicht.
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DBecki schrieb:
Wieso? Du hast gefragt, was das mit dem FSV zu tun hat. Der FSV wäre bereits letztes Jahr aufgestiegen, wenn entweder Eschborn nicht Geld ausgegeben hätte, das sie nicht hatten (so kam die Beinahe-Pleite in der Wintterpause zustande) oder die Pleite wäre vollzogen worden, Eschborn hätte zurückziehen müssen und der FSV wäre Meister geworden. Somit war der FSV letzte Saison Leidtragender des Eschborner Finanzgebahrens.

Du betrachtest Sport und in diesem Falle Fußball, das per definitionem ein Glücksspiel ist, recht eindimensional. Aus diesem Grunde müßte das „Finanz-Gebaren“ auch kausal für den Nichtaufstieg des FSV gewesen sein. Das halte ich für einen Irrtum.

Der FSV war lange Zeit Tabellenführer und lag ergo vor dem FCE in der Spielzeit 04/05. Am Ende der Rückrunde verlor man gegen den FC und ließ die weiterhin entscheidenden Punkte auf anderen Plätzen, indem man ein Unentschieden nach dem anderen produzierte. Schließlich fiel auch noch der Tod des Trainers in die Saison.

Die Sündenbocksuche sollte man daher fahrenlassen. Weiteres Indiz dafür, daß der FC alles andere als kluge Investitionen tätigte zeigt sich auch darin, daß sie in der Regionalliga bislang überhaupt nichts rissen. Umgekehrt spielte der FC mit vielen Nonames die Oberliga an die Wand, als man 02/03, in die Regionalliga aufstieg.

Wenn es damals für den FSV also – wegen aus Deiner Sicht fehlenden Geldzuflüssen – einfacher gewesen sei, am FC vorbei auf Platz eins der Oberliga zu ziehen, weshalb gelang es dem FSV nicht bereits damals, den FC zu schlagen (02/03), oder sonst die Jahre zuvor? Und weshalb sind die Eintracht-Amateure so schlecht plaziert? Andererseits wirkt auch der FSV wie ein Krösus auf andere Oberligisten.

Woran der FC letztlich gescheitert ist und ob der FSV – Deiner Ansicht nach – bereits aufgestiegen ist – man sollte es sich nicht zu einfach machen.
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Endless schrieb:
...an einer anständigen Diskussion:
[...]

Ein Glückwunsch-Fred soll eine "anständige Diskussion" sein?  
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DBecki schrieb:
Das hat mit dem FSV folgendes zu tun:

Oberliga Hessen 2004/2005:

1. 1.FC Eschborn
2. FSV Frankfurt



Hierbei ist zu sagen, dass Eschborn bereits da zur Winterpause eigentlich pleite war und nur durch eine umstrittene Bürgschaft der Stadt gerettet wurde und weiterspielen durfte.

Wir reden aneinander vorbei...
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bernie schrieb:
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,396902,00.html

Eigentlich ist die ganze Aktion ja zum totlachen.

Ich finds auch sauwitzig. Irgendwie zu lustig, um wahr zu sein. Bei 4 Mio Pfund Einkommen per anno über einen derart bescheidenen Geist zu verfügen, ist schon übel...
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DBecki schrieb:
...beim FC Eschborn.

Quelle:
http://www.kicker.de/content/news/artikel.asp?caldate=24.01.2006&calsort=1&folder=5000&object=326818&liga=1&saison=2005%2F06&spieltag=17

Tja, wer mit Geld um sich schmeisst, dass er nicht hat, der muss sich nicht wundern. Mir tuts bei aller Rivalität nur leid für den FSV, denn er ist der leidtragende dieses ungeheuerlichen Geschäftsgebahrens der Eschborner und wäre besser anstelle des Vorort-Klubs in die Regio aufgestiegen.

Was hat das mit dem FSV zu tun? Dieses Jahr sieht es doch gut aus? Außerdem rächte sich die Großhuberei der Eschborner gewaltig, und zwar final: adé FC E.

Vielen Vereinen der Regionalliga geht es aber in ihrer Auftiegshybris ähnlich. Auch Fortuna Düsseldorf als auch Darmstadt sind noch nicht völlig vom Gigantismus-Virus befreit. Ähnlich wie Köln, träumt so mancher mit dem Stift auf dem Papier davon, in 3 Jahren die CL gewinnen zu können.

Beim FC E verlassen jetzt also sinngemäß die Ratten das sinkende Schiff. Einzelheiten zur Provinzposse um einen Gernegroß aus der Region, der nun hart aufprallen wird, kann man hier (noch) nachlesen: http://www.1fce.de/
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Alles Gute, Obi!

Feier schön!