
a.saftsack
42968
Gazprom-Manager fordern 73 Mio. USD Bonus
*Der russische Gasmonopolist Gazprom fordert vom Staat 73 Mio. USD, um seinem Top-Management einen Jahresbonus auszahlen zu können. Die Konzernführung bekommt diese Sonderzahlungen teils in Aktien, teilweise in bar.*
Und falls sich noch der ein oder andere verblendete Schalker hierher verirren sollte: Hier ein schönes Video über das neue Idol der Königsblauen - vollkommen ohne antirussische Ressentiments...
*Der russische Gasmonopolist Gazprom fordert vom Staat 73 Mio. USD, um seinem Top-Management einen Jahresbonus auszahlen zu können. Die Konzernführung bekommt diese Sonderzahlungen teils in Aktien, teilweise in bar.*
Und falls sich noch der ein oder andere verblendete Schalker hierher verirren sollte: Hier ein schönes Video über das neue Idol der Königsblauen - vollkommen ohne antirussische Ressentiments...
Tokyoadler schrieb:
Denke Schalke ist durchaus an Jones interessiert....sein Berater spricht ja bereits Bände...das is so wie wenn Gerster seine Schützlinge bei uns unterbringen will
Das ist allerdings eine Gefahr. Laut transfermarkt.de sind derzeit bereits 7 ROGON-Spieler bei S06 unter Vertrag - und Wittmann wird im Sinne der Machtmaximierung (um den Verein bei Vertragsverhandlungen wirkungsvoll die Pistole auf die Brust setzen zu können) versuchen diese Anzahl noch weiter zu erhöhen. Auf ähnliche Weise hat er schon den FCK, Worms oder Regensburg ausgesaugt (die nach der Ära, als der halbe Kader aus Wittmann-Spielern bestand, alle am finanziellen Abgrund entlangtaumelten); bei S06 gibt es angesichts der Gasmillionen für seinesgleichen aber wieder (bzw. noch) genügend monetären Nachschub.
Für Spieler ist ein Berater wie Wittmann im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert, da er für sie immer das Maximale an Gehalt rausholt. Für die Vereine ist so ein schmieriger Parasit allerdings der Totengräber...
slibeck schrieb:
Ein nach der erneuten Äußerung von JJ tief enttäuschter Anhänger der SGE
Steh ich gerade auf dem Schlauch? Ich denke JJs Berater hat (laut BLÖD-Presse) irgendwelches Zeugs verzapft (und somit nicht der captain himself)?
Definitiv das schönste Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr.
propain schrieb:
Was waren das eigentlich für Fahnen die man da gestern bei den Demos sah, die sahen aus wie Hakenkreuzfahnen nur das im weissen Kreis anstatt des Hakenkreuzes Hammer und Sichel waren, waren das die russischen Nazis?
Soweit ich darüber informiert bin, waren das die oppositionellen Nationalbolschewisten von Limonow - mit Sicherheit keine brauchbare alternative zum derzeitigen Putin-Regime. Im verlinkten FAZ-Text steht dazu:
"Nach Kasparow sprach Eduard Limonow von den Nationalbolschewiken, ein Mann, dessen Biographie voller Brüche und Wendungen ist. Er wurde einst in ein sowjetisches Irrenhaus gesperrt, war im amerikanischen Exil, lebte in Frankreich und kämpfte für die Serben als Freiwilliger. Und er schrieb Bücher. Unter Putin war er vier Jahre in Haft, weil er Waffen und Sprengstoff für die Vorbereitung einer „politischen Aktion“ besorgt haben soll.
In den innenpolitischen Machtkämpfen im Rußland der frühen neunziger Jahre war Limonow gemeinsam mit anderen angetreten, Bolschewisten und russischen Rechtsnationalen, die weiße und die rote Traditionslinie in einer Partei zusammenzuführen. Das Ziel dieser Partei war der Kampf gegen Demokraten, Liberale und die Wirtschaftsreformen. Die Parteifahne gemahnt an die der deutschen Nationalsozialisten, auch wenn statt des Hakenkreuzes Hammer und Sichel (in Schwarz) im weißen Feld auf rotem Grund zu sehen sind.
Limonow, dessen Haartracht von der Nase an abwärts eine Kreuzung aus Salvador Dalís und Leo Trotzkijs Bärten sein könnte, gibt sich als Bohemien und hat einen besonderen politischen Stil für seine Anhänger, zumeist junge Menschen kreiert. Er vereint Verhaltenselemente der „Spontis“, „Anarchos“ und der Underground-Bewegung.
Aktionen der „Nazboly“ erinnern an Happenings. Allerdings enden immer wieder viele der jungen Anhänger des „Führers“ im Gefängnis. Die Nationalbolschewiken haben Zehntausende Anhänger im ganzen Land. Das könnte der Grund dafür sein, daß sich kleinere, demokratisch gesinnte Oppositionsgruppen an Limonow anlehnen.
Limonows politisches Programm von heute ist „linkspopulistisch“ und geeignet, auch die sozial benachteiligten Alten anzuziehen. Von den Rassisten und Rechtsextremen, die jüngst einen „russischen Marsch“ in Moskau organisierten, hält er sich einigermaßen fern. Nationalist ist er geblieben. Auf dem Triumphplatz schimpft Limonow, daß nicht ein einziger Arbeiter oder Bauer im Parlament sitze, sondern lauter Apparatschiks.
„Richtige Wahlen“ ohne Knebelgesetze fordert er, bei denen sich alle beteiligen können. Das sieht Kasparow im Grunde nicht anders, wenn er von einem Marionettenparlament, Marionettengerichten und Marionetten auf den Fernsehbildschirmen spricht, die allesamt vom Kreml geführt werden.
(...)
Die Liberalen von der Jabloko-Partei oder vom Bündnis der rechten Kräfte waren nicht zu sehen. Sie lehnen es ab, mit „Extremisten à la Limonow“ zusammenzuarbeiten."
Noch ein bisschen was über die "Kremljugend" (taz;12.9.2002):
"Bombe gegen die Putin-Faschisten"
*In Russland hetzt ein staatstragender Jugendverband gegen alles "Ungesunde" und "Fremdartige": Ausländer, Linke, Homosexuelle, moderne Schriftsteller. Jetzt wurde auf den Sitz der "Putin-Komsomol" genannten Truppe ein Anschlag verübt*
"(...)Die "Zusammengehenden" haben die Säuberung und Reinhaltung der russischen Kultur auf ihre Fahnen geschrieben. Nicht zufällig führt der Verein in seinem Titel den Zusatz "Mithilfe bei der Jugenderziehung". So recht wollte es niemand glauben, als die Organisation am 8. Mai 2001, dem ersten Jahrestag der Amtseinführung Wladimir Putins, zum ersten Mal Moskaus Innenstadt belagerte. Tausende Jugendliche waren aus allen Teilen des Riesenreiches herangeschafft worden, fast alle trugen das gleiche T-Shirt mit Putin-Porträt vor den Farben der russischen Trikolore. Sie huldigten ihrem abwesenden Idol nicht wie einst der kommunistische Komsomol in schwülstiger Ergebenheit, sondern flott und frech, neurussisch eben. Außer der Reise gab es für Teilnehmer Kino- und Getränkegutscheine.
Die Öffentlichkeit wusste mit dem Phänomen der Putin-Jugend zunächst nichts anzufangen, bis die Jugendfunktionäre Anfang des Jahres eine Literaturkampagne ohne Lesen starteten. Bücher der russischen Jungautoren Wiktor Jerofejew, Wiktor Pelewin und Wladimir Sorokin tauschten sie gegen gestandene Epiker der Großelterngeneration ein, meist heroische Federn im Waffenrock. Die Idee: Qualitätsware gegen entarteten Schund. Russlands junge Literaten sind in den Augen der Putin-Treuen reine Pornografen. Stein des Anstoßes ist die Thematisierung von (Homo-)Sexualität.
Die selbst ernannten Volkserzieher werden inzwischen aus öffentlichen Geldern finanziert. 30 Prozent der Kosten trage inzwischen der Staat, räumte der stellvertretende Vorsitzende, Boris Jakemenko, gegenüber der Literaturnaja Gaseta ein, 20 Prozent steuerten Sponsoren bei. Der üppige Geldstrom mag erklären, warum in 50 Städten angeblich 100.000 junge Leute dem im Volksmund "Putin-Komsomol" getauften Verband beigetreten sind. Näheres ist nicht zu erfahren: Boris Jakemenko und sein Bruder Wladimir, der Vorsitzende des Vereins, meiden die westliche Presse. Dafür unterhalten sie enge Kontakte zum Kreml. Wladimir arbeitete früher in der Präsidialkanzlei, Boris organisierte Putins Wahlkampf.
Heute, nach anderthalb Jahren, bildet sich allmählich ein ideologisches Amalgam des Vereins heraus: Putin ist der unangefochtene Führer, der seinem Volk grundsätzlich nur Gutes tut und für die Sünden der Bürokratie nicht verantwortlich gemacht werden kann. Wie früher ist der gute Zar für alles zuständig, aber für nichts verantwortlich. Die moralische Erneuerung obliegt der orthodoxen Kirche. Die Kremljugend propagiert eine "gesunde" Lebensweise und lehnt alles "Ungesunde" und "Fremdartige" ab. Dazu zählen nicht nur Amerikaner, Hamburger und Letten, sondern auch russische Liberale und Linke. Dass sie für die Wiedereinführung der Todesstrafe plädiert und Homosexuelle für Schwerverbrecher hält, scheint beinahe schon trivial. Eine Ausnahme hat die Ideologie: Der "Moralkodex" des Jugendverbandes warnt ausdrücklich, den eigenen Frust nicht an "Schwarzen, Juden und Armeniern" auszulassen - eine Reaktion, die wohl auf den Druck der Moskauer Diplomaten zurückzuführen ist, die den Kreml aufforderte, endlich etwas gegen die sich häufenden fremdenfeindlichen Übergriffe zu unternehmen.
Russische Historiker erinnern sich an die protofaschistischen Männerbünde, die antisemitischen "Schwarzhundertschaften", die Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland mit staatlicher Förderung ihr Unwesen trieben. Sie säuberten erst die Kultur und dann die jüdischen Ghettos. Ganz so dramatisch sieht Wladimir Sorokin die Dinge nicht. Die "Zusammengehenden", sagt er, seien schlicht und einfach eine "SA in Puderzucker"."
Die Putin-Jugend macht wieder mobil (taz;29.6.05)
*Der Führer der Organisation Naschi lässt junge Leute für den Kreml aufmarschieren und schätzt derbe Sprüche. Die russische Führung nutzt den autoritären und faschistoiden Verein als antidemokratische Kohorten, die den öffentlichen Raum besetzen*
"Vor vier Jahren machte Jakemenko mit der Gründung der Jugendorganisation die "Zusammengehenden" erstmals von sich reden. Zusammengehen mit Putin, versteht sich. Der Volksmund taufte den bunten Haufen, der sich um Putin-Devotionalien scharte, denn auch bald "Putinjugend".
Die Popularitätswelle des Präsidenten, großzügige Finanzhilfen aus dem Kreml und von ihm nahe stehenden Unternehmen garantierten bei Massenveranstaltungen Erfolg. Aus dem ganzen Land karrten die Organisatoren Jugendliche kostenlos in die Hauptstadt und belohnten sie mit Kino- und Konzertbesuchen für die fähnchenschwenkende Unterstützung des Kreml.
Die aktiven Funktionäre vom Schlage Jakemenkos bevorzugen gleichwohl spektakuläre Aktionen. So bezichtigten sie den populären Schriftsteller Wladimir Sorokin der Pornografie, zerrten ihn vor den Kadi und entsorgten seine Bücher öffentlich in einer überdimensionalen Toilette. Im Tausch gegen Sorokins Werke verteilten sie Literatur aus den Federn patriotischer Weltkriegsautoren. Keine jugendlichen Utopien sind es, die der Verein verkörpert, sondern Saubermannhorizont und Kleingeist werden kultiviert.
Im April gaben sich die "Zusammengehenden" einen griffigeren Namen: "Naschi". In Abgrenzung zu den Fremden, den anderen, den Nichtrussen. Eine Dichotomie, die inzwischen die Öffentlichkeit wieder beherrscht und auf eine lange Geschichte russischer Xenophobie zurückreicht. Hinter der Angst vor Überfremdung lauert, so paradox es klingen mag, der russische Imperialismus: In dieser Lesart kommt er verharmlosend als ein Selbstverteidigungsreflex daher.
Die "Naschi" geben sich modern und jugendlich, die Ideologie bleibt aber autoritär und faschistoid. "Naschism" nennen Beobachter die Bewegung in Anlehnung an den "faschism", den Faschismus.
Um solchen Angriffen zuvorzukommen, ging Jakemenko in die Offensive: Die "Naschi" seien "antifaschistisch", meinte der Jungführer und zieh bekannte Vertreter der demokratischen Restöffentlichkeit im Gegenzug, Träger faschistischen Gedankenguts zu sein. Unter ihnen Schachweltmeister Garri Kasparow, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Irina Chakamada, der unabhängige Abgeordnete Wladimir Ryschkow und der Chef der Jugendabteilung der demokratischen Partei "Jabloko".
(...)
Die Revolutionen in Georgien und der Ukraine, an denen die Jugend maßgeblich mitwirkte, versetzte Moskaus Geheimdienstelite in Alarmbereitschaft. Als antidemokratische Kohorten, die den öffentlichen Raum besetzen, bieten sich "Naschi" geradewegs an. Kommissare nennen sich denn auch die leitenden Jungfunktionäre in den Regionen bewusst im Rückgriff auf die revolutionäre Elite der KPdSU nach der Oktoberrevolution. (...)"
"Bombe gegen die Putin-Faschisten"
*In Russland hetzt ein staatstragender Jugendverband gegen alles "Ungesunde" und "Fremdartige": Ausländer, Linke, Homosexuelle, moderne Schriftsteller. Jetzt wurde auf den Sitz der "Putin-Komsomol" genannten Truppe ein Anschlag verübt*
"(...)Die "Zusammengehenden" haben die Säuberung und Reinhaltung der russischen Kultur auf ihre Fahnen geschrieben. Nicht zufällig führt der Verein in seinem Titel den Zusatz "Mithilfe bei der Jugenderziehung". So recht wollte es niemand glauben, als die Organisation am 8. Mai 2001, dem ersten Jahrestag der Amtseinführung Wladimir Putins, zum ersten Mal Moskaus Innenstadt belagerte. Tausende Jugendliche waren aus allen Teilen des Riesenreiches herangeschafft worden, fast alle trugen das gleiche T-Shirt mit Putin-Porträt vor den Farben der russischen Trikolore. Sie huldigten ihrem abwesenden Idol nicht wie einst der kommunistische Komsomol in schwülstiger Ergebenheit, sondern flott und frech, neurussisch eben. Außer der Reise gab es für Teilnehmer Kino- und Getränkegutscheine.
Die Öffentlichkeit wusste mit dem Phänomen der Putin-Jugend zunächst nichts anzufangen, bis die Jugendfunktionäre Anfang des Jahres eine Literaturkampagne ohne Lesen starteten. Bücher der russischen Jungautoren Wiktor Jerofejew, Wiktor Pelewin und Wladimir Sorokin tauschten sie gegen gestandene Epiker der Großelterngeneration ein, meist heroische Federn im Waffenrock. Die Idee: Qualitätsware gegen entarteten Schund. Russlands junge Literaten sind in den Augen der Putin-Treuen reine Pornografen. Stein des Anstoßes ist die Thematisierung von (Homo-)Sexualität.
Die selbst ernannten Volkserzieher werden inzwischen aus öffentlichen Geldern finanziert. 30 Prozent der Kosten trage inzwischen der Staat, räumte der stellvertretende Vorsitzende, Boris Jakemenko, gegenüber der Literaturnaja Gaseta ein, 20 Prozent steuerten Sponsoren bei. Der üppige Geldstrom mag erklären, warum in 50 Städten angeblich 100.000 junge Leute dem im Volksmund "Putin-Komsomol" getauften Verband beigetreten sind. Näheres ist nicht zu erfahren: Boris Jakemenko und sein Bruder Wladimir, der Vorsitzende des Vereins, meiden die westliche Presse. Dafür unterhalten sie enge Kontakte zum Kreml. Wladimir arbeitete früher in der Präsidialkanzlei, Boris organisierte Putins Wahlkampf.
Heute, nach anderthalb Jahren, bildet sich allmählich ein ideologisches Amalgam des Vereins heraus: Putin ist der unangefochtene Führer, der seinem Volk grundsätzlich nur Gutes tut und für die Sünden der Bürokratie nicht verantwortlich gemacht werden kann. Wie früher ist der gute Zar für alles zuständig, aber für nichts verantwortlich. Die moralische Erneuerung obliegt der orthodoxen Kirche. Die Kremljugend propagiert eine "gesunde" Lebensweise und lehnt alles "Ungesunde" und "Fremdartige" ab. Dazu zählen nicht nur Amerikaner, Hamburger und Letten, sondern auch russische Liberale und Linke. Dass sie für die Wiedereinführung der Todesstrafe plädiert und Homosexuelle für Schwerverbrecher hält, scheint beinahe schon trivial. Eine Ausnahme hat die Ideologie: Der "Moralkodex" des Jugendverbandes warnt ausdrücklich, den eigenen Frust nicht an "Schwarzen, Juden und Armeniern" auszulassen - eine Reaktion, die wohl auf den Druck der Moskauer Diplomaten zurückzuführen ist, die den Kreml aufforderte, endlich etwas gegen die sich häufenden fremdenfeindlichen Übergriffe zu unternehmen.
Russische Historiker erinnern sich an die protofaschistischen Männerbünde, die antisemitischen "Schwarzhundertschaften", die Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland mit staatlicher Förderung ihr Unwesen trieben. Sie säuberten erst die Kultur und dann die jüdischen Ghettos. Ganz so dramatisch sieht Wladimir Sorokin die Dinge nicht. Die "Zusammengehenden", sagt er, seien schlicht und einfach eine "SA in Puderzucker"."
Die Putin-Jugend macht wieder mobil (taz;29.6.05)
*Der Führer der Organisation Naschi lässt junge Leute für den Kreml aufmarschieren und schätzt derbe Sprüche. Die russische Führung nutzt den autoritären und faschistoiden Verein als antidemokratische Kohorten, die den öffentlichen Raum besetzen*
"Vor vier Jahren machte Jakemenko mit der Gründung der Jugendorganisation die "Zusammengehenden" erstmals von sich reden. Zusammengehen mit Putin, versteht sich. Der Volksmund taufte den bunten Haufen, der sich um Putin-Devotionalien scharte, denn auch bald "Putinjugend".
Die Popularitätswelle des Präsidenten, großzügige Finanzhilfen aus dem Kreml und von ihm nahe stehenden Unternehmen garantierten bei Massenveranstaltungen Erfolg. Aus dem ganzen Land karrten die Organisatoren Jugendliche kostenlos in die Hauptstadt und belohnten sie mit Kino- und Konzertbesuchen für die fähnchenschwenkende Unterstützung des Kreml.
Die aktiven Funktionäre vom Schlage Jakemenkos bevorzugen gleichwohl spektakuläre Aktionen. So bezichtigten sie den populären Schriftsteller Wladimir Sorokin der Pornografie, zerrten ihn vor den Kadi und entsorgten seine Bücher öffentlich in einer überdimensionalen Toilette. Im Tausch gegen Sorokins Werke verteilten sie Literatur aus den Federn patriotischer Weltkriegsautoren. Keine jugendlichen Utopien sind es, die der Verein verkörpert, sondern Saubermannhorizont und Kleingeist werden kultiviert.
Im April gaben sich die "Zusammengehenden" einen griffigeren Namen: "Naschi". In Abgrenzung zu den Fremden, den anderen, den Nichtrussen. Eine Dichotomie, die inzwischen die Öffentlichkeit wieder beherrscht und auf eine lange Geschichte russischer Xenophobie zurückreicht. Hinter der Angst vor Überfremdung lauert, so paradox es klingen mag, der russische Imperialismus: In dieser Lesart kommt er verharmlosend als ein Selbstverteidigungsreflex daher.
Die "Naschi" geben sich modern und jugendlich, die Ideologie bleibt aber autoritär und faschistoid. "Naschism" nennen Beobachter die Bewegung in Anlehnung an den "faschism", den Faschismus.
Um solchen Angriffen zuvorzukommen, ging Jakemenko in die Offensive: Die "Naschi" seien "antifaschistisch", meinte der Jungführer und zieh bekannte Vertreter der demokratischen Restöffentlichkeit im Gegenzug, Träger faschistischen Gedankenguts zu sein. Unter ihnen Schachweltmeister Garri Kasparow, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Irina Chakamada, der unabhängige Abgeordnete Wladimir Ryschkow und der Chef der Jugendabteilung der demokratischen Partei "Jabloko".
(...)
Die Revolutionen in Georgien und der Ukraine, an denen die Jugend maßgeblich mitwirkte, versetzte Moskaus Geheimdienstelite in Alarmbereitschaft. Als antidemokratische Kohorten, die den öffentlichen Raum besetzen, bieten sich "Naschi" geradewegs an. Kommissare nennen sich denn auch die leitenden Jungfunktionäre in den Regionen bewusst im Rückgriff auf die revolutionäre Elite der KPdSU nach der Oktoberrevolution. (...)"
Der Kreml lässt die Muskeln spielen
"Der Unternehmer Alexander Kusnezow überlegte nicht lange, als er in der vergangenen Woche den Aufruf von Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow hörte, gegen die Regierung Wladimir Putins und für ein „Anderes Russland“ zu demonstrieren. „Der Kreml hat uns das Recht genommen, unsere Gouverneure frei zu wählen, kleine Parteien vom politischen Leben ausgeschlossen und die Mindestwahlbeteiligung abgeschafft“, führt der Immobilienmakler Handlungen des Kreml auf, die ihn besonders erbost haben. „Es ist es höchste Zeit, auf die Straße zu gehen und klarzumachen, dass nicht alle in Russland mit diesem Regime einverstanden sind.“
Deswegen ist der 56 Jahre alte Kusnezow am Wochenende mit seinem Sohn zur Demo gegen den Kreml ins Moskauer Zentrum gekommen. Eigentlich wollten Kasparow und seine Bündnisgenossen einen „Marsch der Nicht-Einverstandenen“ durch Moskau veranstalten. Doch der Kreml ließ das aus seiner Sicht bedrohliche Szenario eines Protestmarsches verhindern, dem sich auf seinem Weg durch die Stadt Tausende oder gar Zehntausende hätten anschließen können. Stattdessen bot die Stadt den Demonstranten den Triumphplatz im Zentrum an: Dieser Platz ist klein und kann leicht abgesperrt und kontrolliert werden.
Dem Moskauer Polizeisprecher Wiktor Birjukow zufolge sind 8500 Polizisten, Omon-Sturmtruppen und Soldaten des Innenministeriums im Einsatz. Ausgerüstet mit Schlagstöcken und Maschinenpistolen, Polizeihunden, Tränengas- und Wasserwerfern säumen grimmig dreinschauende Truppen jede Zufahrtsstraße in langen Reihen. Der Demonstrationsplatz ist umzäunt von Absperrgittern und eingekreist von Hunderten weiteren Beamten. Demonstranten können den Platz nur durch eine Schleuse betreten. Vor allem aber können sie ihn nicht nach Belieben verlassen und das Treffen doch noch in einen Protestmarsch umwandeln. „Wenn es so weitergeht wie in den letzten Jahren unter Putin und seinem KGB-Regime, ist bald ganz Russland wieder ein großer Käfig“, sagt Unternehmer Kusnezow.
Der 42 Jahre alte Leonid Silberg ist aus der Provinz Komi im russischen Norden nach Moskau gekommen. Vor gut 20 Jahren verlor der damals junge Regieassistent seinen Job an einem Jugendtheater, weil er sich in der Endphase der Sowjetunion für Demokratie einsetzte. Jetzt fühlt sich Silberg wieder an die Sowjetunion erinnert. Auslöser für seine Teilnahme an der Demonstration war die Ermordung des Ex-Geheimdienstlers Alexander Litwinenko. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass sowohl Litwinenko wie (die Anfang Oktober erschossene Journalistin) Anna Politkowskaja auf Befehl des Kreml oder des Geheimdienstes FSB ermordet wurden. Dass dieses Regime zur Praxis politischer Morde wie unter Lenin und Stalin zurückkehrt, schockiert mich am meisten.“
Auch in seiner Heimat weht Oppositionellen wieder ein scharfer Wind ins Gesicht. „In Komi werden Parteien wie die Republikanische Partei (des oppositionellen Parlamentariers Wladimir Ryschkow, d. Red.) verboten“, erzählt Silberg. „Bis vor kurzem gab es bei uns zwei interessante Zeitungen. Bei der einen wurde der Chefredakteur entlassen und die Zeitung zum harmlosen Boulevardblatt gemacht, die andere wurde vor drei Monaten geschlossen. In der Provinz wird wiederholt, was Moskau vormacht.“
Freilich schaffen nur wenige den Weg aus der Provinz nach Moskau. In den Tagen vor der Demonstration wenden Russlands Polizei und Geheimdienst die vom G-8-Gipfel im Juli bewährten Methoden an: Oppositionelle und ihre Familien wurden eingeschüchtert, aufs Polizeirevier bestellt oder mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bedroht, sollten sie es wagen, nach Moskau zu fahren. Junge Russen wurden aus Zügen geholt oder mit dem Auto an einer Polizeikontrolle gestoppt und bis nach Ende der Demonstration festgehalten. Dass unter den Protestierenden auf den Triumphplatz kaum junge Leute sind, hat auch einen anderen Grund. „Meine Freunde und Bekannten verstehen nicht, dass ich zu einer solchen Demo gehe“, sagt der 22 Jahre alte Student Sergej Kusnezow. „Entweder unterstützen sie Putin oder sie sagen, dass Protest unter diesem Regime ohnehin zu nichts führt.“
Kasparow und seine Co-Führer haben ihre kleine Rednertribüne zwischen einer zwölf Meter hohen Neujahrstanne und einer riesigen Parfümreklame vor dem Tschaikowskij-Konzertsaal aufgebaut. Garri Kasparow ruft zur Einigung der Opposition gegen Putin auf. Damit Passanten die Protestreden nicht verstehen, kreist ein Polizeihubschrauber mit ohrenbetäubendem Lärm über dem Platz. „Es ist entsetzlich, was Putin aus diesem Land gemacht hat und wie er uns offen verspottet“, sagt die 85 Jahre alte Nina Chulitschewa mit einem Blick auf den Hubschrauber.
Die Gunst des Kreml haben junge Männer auf einem Häuserdach jenseits des Platzes. Dort zünden Mitglieder der Kreml-Jugend Naschi („Die unseren“) während der Demo rote Rauchbomben und entfalten ein Transparent: „Wir begrüßen die vom Westen bezahlten politischen Prostituierten!“ Am Sonntag dürfen schätzungsweise 70 000 Naschi-Mitglieder, die teils mit Bussen aus der Provinz herangekarrt wurden, in Weihnachtsmann-Kostümen über eine große Moskauer Straße ziehen und Kriegsveteranen zum Sieg über Hitler-Deutschland gratulieren. Die dadurch entstehenden Staus waren für den Kreml und die Moskauer Verwaltung offenbar kein Hindernis.
Dagegen verhindert die Polizei am Sonntag einen Marsch zum Gedenken an mehr als zweihundert Journalisten, die in Russland in den letzten 15 Jahren ermordet wurden."
Eine Demonstration der Schwäche
"(...) Eigentlich war nach der Kundgebung ein „Marsch der Nichteinverstandenen“ geplant, aber den hatte die Staatsmacht verboten. Garri Kasparow, den es vom weltmeisterlichen Schachbrett in die russische Oppositionspolitik verschlagen hat und der, wenn das Erste Deutsche Fernsehen nicht in die Knie gegangen wäre, vor einer Woche den Deutschen etwas über das reale Rußland hätte berichten können, das er und seine Verbündeten verändern wollen, sagte auf der Veranstaltung, Putins Rußland sei ein Polizeistaat.
Am Ende kam Kasparow, der nach dem Wechsel in die Politik das „Vereinigte Bürgerforum“ gegründet hatte, doch noch im deutschen Fernsehen zu Wort. Sinngemäß bat er den Westen, den Aufbau einer Zivilgesellschaft in Rußland nicht dadurch zu behindern, daß er vorgebe, alles sei schon bestens zwischen Wladiwostok und Wyborg.
Es waren weit weniger gekommen, als vermutet oder erhofft worden war, um sich im Rücken des futuristischen Revolutionsbarden Wladimir Majakowskij zu versammeln, der von seinem Denkmalssockel herab tagaus, tagein vom Triumphplatz auf die Moskauer Edelmeile, die Twerskaja, blickt. Menschen aus der Provinz waren aus den Zügen geholt worden; in einer Reihe von Städten, auch in Moskau, hatte es Festnahmen gegeben. Über dem Platz kreiste ein Hubschrauber der Miliz, der auch wie ein Störsender wirkte, weil er immer wieder die Flughöhe verringerte, wenn die Redner loslegten.
(...)
Es gibt nur einen gemeinsamen Nenner für die atomisierte Opposition: Alle miteinander werden sie im politischen Alltagsgeschäft von den Staatsmedien ignoriert.
Die Kundgebung von einigen hundert russischen Journalisten, die am Sonntag in Moskau an den Tod von mehr als 200 Journalisten innerhalb von 15 Jahren erinnerten, wurde auch „medial“ von einer Jubelveranstaltung überlagert. Mehrere zehntausend „Kommissare“ der Kremljugend „Naschi“ (Die Unsrigen) waren aus der Provinz in die Hauptstadt angereist, um, als Väterchen Frost und Schneeflöckchen verkleidet, Kriegsveteranen zu beschenken."
Kasparow fürchtet um sein Leben
"(...)Mehr als 8000 Polizisten und Soldaten waren am Samstag im Stadtzentrum im Einsatz und nahmen nach Angaben der Organisatoren hunderte Menschen ohne Erklärung fest, die zu der Versammlung wollten.(...)Wegen einer geplanten Demonstration zum Gedenken an in Russland getötete Journalisten blieb das Polizeiaufgebot in Moskau auch am Sonntag hoch.
(...)
"Wir brauchen ein anderes Russland" und "Nein zum Krieg in Tschetschenien" stand unter anderem auf den Spruchbändern, welche die knapp 2000 Demonstranten hochhielten. "Ich bin schockiert", sagte einer der wenigen noch verbliebenen unabhängigen Abgeordneten im russischen Parlament, Wladimir Rischkow, zum Vorgehen der Sicherheitskräfte. Das alles zeige, "dass Russland keine Demokratie mehr ist, sondern ein Polizeistaat, in dem jede friedliche Oppositionskundgebung als Bedrohung für das Regime betrachtet wird".
Organisatoren der Demonstration sagten, die Polizei habe hunderte Menschen, die zu der Kundgebung anreisen wollten, aus Zügen und Bussen geholt und ohne Erklärung festgenommen. Fast ununterbrochen kreiste ein Polizeihubschrauber tief über dem Platz, so dass die kurzen Sprechchöre der Demonstranten kaum zu hören waren. Behelmte Anti-Aufruhr-Einheiten der Polizei und Soldaten in Flecktarn standen in langen Reihen bereit zum Einschreiten; zwei Wasserwerfer, mindestens ein Dutzend Kampfhunde sowie Stacheldrahtrollen sorgten für weitere Abschreckung.
Zu dem "Marsch der Unwilligen" hatten neben der von Kasparow geführten Vereinigten Bürgerfront auch die Volksdemokratische Union des ehemaligen Regierungschefs Michail Kasjanow, die Nationalbolschewistische Partei von Eduard Limonow und weitere Gruppierungen aufgerufen.
Auch am Sonntag blieb in Moskau ein massives Polizeiaufgebot im Einsatz, weil die unabhängige Russische Journalistenunion zu einer Kundgebung für die mehr als 200 Journalisten aufgerufen hatte, die in den vergangenen 15 Jahren in dem Land getötet wurden.
Kasparow sagte der "BamS", er fürchte nach den Morden an der Journalistin Anna Politkowskaja und dem Ex-Spion Alexander Litvinenko um seine Sicherheit. "Um ehrlich zu sein, ist mir manchmal angst und bange zumute", sagte Kasparow. "Ich habe Bodyguards, denke, dass ich vor einem Anschlag wie dem, bei dem Anna Politkowskaja ihr Leben verlor, geschützt bin." Gegen Angriffe wie den auf Litvinenko, der vergiftet wurde, "oder den Ölbaron Michail Chodorkowski, der in einem sibirischen Straflager einsitzt, kann man sich aber nicht wirksam schützen", fügte der Oppositionspolitiker hinzu.
In Russland unternehme die Staatsmacht nicht einmal mehr den Versuch, die eigenen Gesetze einzuhalten. Störten diese, würden sie einfach beiseite geschoben, kritisierte Kasparow. (...) Er sprach sich außerdem dafür aus, Russland aus der G-8-Gruppe auszuschließen. "
Und noch einmal zur Causa Christiansen und der kritische Journalismus:
Kritik an Christiansen wegen Kasparow-Ausladung
"Nach der Ausladung des russischen Regimekritikers Garri Kasparow aus der Talksendung "Sabine Christiansen" wird Kritik aus der ARD laut. Die ehemalige Russlandkorrespondentin und jetzige Chefin des ARD-Politmagazins "Monitor", Sonia Mikich, sagte der "Bild am Sonntag" ("BamS"): "Bei einer politischen Runde in der ARD müssen die bestmöglichen Leute eingeladen werden. Das war nicht der Fall." Etliche Kollegen in der ARD seien bekümmert über die Art und Weise, wie die Talkshow am zweiten Adventssonntag (10.12.) über die Bühne gegangen sei. "Durch die Ausladung von Kasparow und die Zusammensetzung der Gäste ist die Reputation der Sendung und der ARD beschädigt worden", sagte Mikich. Christiansens Produktionsfirma tv21 erklärte, die Ausladung Kasparows sei ein ganz normaler Vorgang.
(...)
WDR-Intendant Fritz Pleitgen stellte sich insgesamt vor das "Christiansen"-Team. "Die Redaktion bestreitet ja vehement, einem Druck nachgegeben zu haben. Ich hoffe, dass sie das nicht getan haben, denn das wäre nicht gut für unser Ansehen", sagte er dem Blatt. Die Gästeauswahl sehe er aber auch kritisch: "Ich hätte Kasparow und einen Korrespondenten, der aktuell in Moskau lebt, in dieser Runde für notwendig erachtet." Bereits in der vergangenen Woche hatte Klaus Bednarz, Ex-Moskau-Korrespondent und "Monitor"-Chef, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt, "Christiansen"-Mitarbeiter hätten diplomatischen Druck als Grund für die Ausladung Kasparows genannt. Der russische Botschafter habe sich geweigert, gemeinsam mit dem Schachgenie aufzutreten.
Diesen Zusammenhang vermutete auch Kasparow. "Wenn man sich angesehen hat, wer bei der Sendung anwesend war, wurde jedem klar, dass man dort keine kritischen Stimmen aus Russland hören wollte", sagte er der "BamS". Kasparow ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und will 2008 für das Präsidentenamt kandidieren. "
"Der Unternehmer Alexander Kusnezow überlegte nicht lange, als er in der vergangenen Woche den Aufruf von Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow hörte, gegen die Regierung Wladimir Putins und für ein „Anderes Russland“ zu demonstrieren. „Der Kreml hat uns das Recht genommen, unsere Gouverneure frei zu wählen, kleine Parteien vom politischen Leben ausgeschlossen und die Mindestwahlbeteiligung abgeschafft“, führt der Immobilienmakler Handlungen des Kreml auf, die ihn besonders erbost haben. „Es ist es höchste Zeit, auf die Straße zu gehen und klarzumachen, dass nicht alle in Russland mit diesem Regime einverstanden sind.“
Deswegen ist der 56 Jahre alte Kusnezow am Wochenende mit seinem Sohn zur Demo gegen den Kreml ins Moskauer Zentrum gekommen. Eigentlich wollten Kasparow und seine Bündnisgenossen einen „Marsch der Nicht-Einverstandenen“ durch Moskau veranstalten. Doch der Kreml ließ das aus seiner Sicht bedrohliche Szenario eines Protestmarsches verhindern, dem sich auf seinem Weg durch die Stadt Tausende oder gar Zehntausende hätten anschließen können. Stattdessen bot die Stadt den Demonstranten den Triumphplatz im Zentrum an: Dieser Platz ist klein und kann leicht abgesperrt und kontrolliert werden.
Dem Moskauer Polizeisprecher Wiktor Birjukow zufolge sind 8500 Polizisten, Omon-Sturmtruppen und Soldaten des Innenministeriums im Einsatz. Ausgerüstet mit Schlagstöcken und Maschinenpistolen, Polizeihunden, Tränengas- und Wasserwerfern säumen grimmig dreinschauende Truppen jede Zufahrtsstraße in langen Reihen. Der Demonstrationsplatz ist umzäunt von Absperrgittern und eingekreist von Hunderten weiteren Beamten. Demonstranten können den Platz nur durch eine Schleuse betreten. Vor allem aber können sie ihn nicht nach Belieben verlassen und das Treffen doch noch in einen Protestmarsch umwandeln. „Wenn es so weitergeht wie in den letzten Jahren unter Putin und seinem KGB-Regime, ist bald ganz Russland wieder ein großer Käfig“, sagt Unternehmer Kusnezow.
Der 42 Jahre alte Leonid Silberg ist aus der Provinz Komi im russischen Norden nach Moskau gekommen. Vor gut 20 Jahren verlor der damals junge Regieassistent seinen Job an einem Jugendtheater, weil er sich in der Endphase der Sowjetunion für Demokratie einsetzte. Jetzt fühlt sich Silberg wieder an die Sowjetunion erinnert. Auslöser für seine Teilnahme an der Demonstration war die Ermordung des Ex-Geheimdienstlers Alexander Litwinenko. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass sowohl Litwinenko wie (die Anfang Oktober erschossene Journalistin) Anna Politkowskaja auf Befehl des Kreml oder des Geheimdienstes FSB ermordet wurden. Dass dieses Regime zur Praxis politischer Morde wie unter Lenin und Stalin zurückkehrt, schockiert mich am meisten.“
Auch in seiner Heimat weht Oppositionellen wieder ein scharfer Wind ins Gesicht. „In Komi werden Parteien wie die Republikanische Partei (des oppositionellen Parlamentariers Wladimir Ryschkow, d. Red.) verboten“, erzählt Silberg. „Bis vor kurzem gab es bei uns zwei interessante Zeitungen. Bei der einen wurde der Chefredakteur entlassen und die Zeitung zum harmlosen Boulevardblatt gemacht, die andere wurde vor drei Monaten geschlossen. In der Provinz wird wiederholt, was Moskau vormacht.“
Freilich schaffen nur wenige den Weg aus der Provinz nach Moskau. In den Tagen vor der Demonstration wenden Russlands Polizei und Geheimdienst die vom G-8-Gipfel im Juli bewährten Methoden an: Oppositionelle und ihre Familien wurden eingeschüchtert, aufs Polizeirevier bestellt oder mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bedroht, sollten sie es wagen, nach Moskau zu fahren. Junge Russen wurden aus Zügen geholt oder mit dem Auto an einer Polizeikontrolle gestoppt und bis nach Ende der Demonstration festgehalten. Dass unter den Protestierenden auf den Triumphplatz kaum junge Leute sind, hat auch einen anderen Grund. „Meine Freunde und Bekannten verstehen nicht, dass ich zu einer solchen Demo gehe“, sagt der 22 Jahre alte Student Sergej Kusnezow. „Entweder unterstützen sie Putin oder sie sagen, dass Protest unter diesem Regime ohnehin zu nichts führt.“
Kasparow und seine Co-Führer haben ihre kleine Rednertribüne zwischen einer zwölf Meter hohen Neujahrstanne und einer riesigen Parfümreklame vor dem Tschaikowskij-Konzertsaal aufgebaut. Garri Kasparow ruft zur Einigung der Opposition gegen Putin auf. Damit Passanten die Protestreden nicht verstehen, kreist ein Polizeihubschrauber mit ohrenbetäubendem Lärm über dem Platz. „Es ist entsetzlich, was Putin aus diesem Land gemacht hat und wie er uns offen verspottet“, sagt die 85 Jahre alte Nina Chulitschewa mit einem Blick auf den Hubschrauber.
Die Gunst des Kreml haben junge Männer auf einem Häuserdach jenseits des Platzes. Dort zünden Mitglieder der Kreml-Jugend Naschi („Die unseren“) während der Demo rote Rauchbomben und entfalten ein Transparent: „Wir begrüßen die vom Westen bezahlten politischen Prostituierten!“ Am Sonntag dürfen schätzungsweise 70 000 Naschi-Mitglieder, die teils mit Bussen aus der Provinz herangekarrt wurden, in Weihnachtsmann-Kostümen über eine große Moskauer Straße ziehen und Kriegsveteranen zum Sieg über Hitler-Deutschland gratulieren. Die dadurch entstehenden Staus waren für den Kreml und die Moskauer Verwaltung offenbar kein Hindernis.
Dagegen verhindert die Polizei am Sonntag einen Marsch zum Gedenken an mehr als zweihundert Journalisten, die in Russland in den letzten 15 Jahren ermordet wurden."
Eine Demonstration der Schwäche
"(...) Eigentlich war nach der Kundgebung ein „Marsch der Nichteinverstandenen“ geplant, aber den hatte die Staatsmacht verboten. Garri Kasparow, den es vom weltmeisterlichen Schachbrett in die russische Oppositionspolitik verschlagen hat und der, wenn das Erste Deutsche Fernsehen nicht in die Knie gegangen wäre, vor einer Woche den Deutschen etwas über das reale Rußland hätte berichten können, das er und seine Verbündeten verändern wollen, sagte auf der Veranstaltung, Putins Rußland sei ein Polizeistaat.
Am Ende kam Kasparow, der nach dem Wechsel in die Politik das „Vereinigte Bürgerforum“ gegründet hatte, doch noch im deutschen Fernsehen zu Wort. Sinngemäß bat er den Westen, den Aufbau einer Zivilgesellschaft in Rußland nicht dadurch zu behindern, daß er vorgebe, alles sei schon bestens zwischen Wladiwostok und Wyborg.
Es waren weit weniger gekommen, als vermutet oder erhofft worden war, um sich im Rücken des futuristischen Revolutionsbarden Wladimir Majakowskij zu versammeln, der von seinem Denkmalssockel herab tagaus, tagein vom Triumphplatz auf die Moskauer Edelmeile, die Twerskaja, blickt. Menschen aus der Provinz waren aus den Zügen geholt worden; in einer Reihe von Städten, auch in Moskau, hatte es Festnahmen gegeben. Über dem Platz kreiste ein Hubschrauber der Miliz, der auch wie ein Störsender wirkte, weil er immer wieder die Flughöhe verringerte, wenn die Redner loslegten.
(...)
Es gibt nur einen gemeinsamen Nenner für die atomisierte Opposition: Alle miteinander werden sie im politischen Alltagsgeschäft von den Staatsmedien ignoriert.
Die Kundgebung von einigen hundert russischen Journalisten, die am Sonntag in Moskau an den Tod von mehr als 200 Journalisten innerhalb von 15 Jahren erinnerten, wurde auch „medial“ von einer Jubelveranstaltung überlagert. Mehrere zehntausend „Kommissare“ der Kremljugend „Naschi“ (Die Unsrigen) waren aus der Provinz in die Hauptstadt angereist, um, als Väterchen Frost und Schneeflöckchen verkleidet, Kriegsveteranen zu beschenken."
Kasparow fürchtet um sein Leben
"(...)Mehr als 8000 Polizisten und Soldaten waren am Samstag im Stadtzentrum im Einsatz und nahmen nach Angaben der Organisatoren hunderte Menschen ohne Erklärung fest, die zu der Versammlung wollten.(...)Wegen einer geplanten Demonstration zum Gedenken an in Russland getötete Journalisten blieb das Polizeiaufgebot in Moskau auch am Sonntag hoch.
(...)
"Wir brauchen ein anderes Russland" und "Nein zum Krieg in Tschetschenien" stand unter anderem auf den Spruchbändern, welche die knapp 2000 Demonstranten hochhielten. "Ich bin schockiert", sagte einer der wenigen noch verbliebenen unabhängigen Abgeordneten im russischen Parlament, Wladimir Rischkow, zum Vorgehen der Sicherheitskräfte. Das alles zeige, "dass Russland keine Demokratie mehr ist, sondern ein Polizeistaat, in dem jede friedliche Oppositionskundgebung als Bedrohung für das Regime betrachtet wird".
Organisatoren der Demonstration sagten, die Polizei habe hunderte Menschen, die zu der Kundgebung anreisen wollten, aus Zügen und Bussen geholt und ohne Erklärung festgenommen. Fast ununterbrochen kreiste ein Polizeihubschrauber tief über dem Platz, so dass die kurzen Sprechchöre der Demonstranten kaum zu hören waren. Behelmte Anti-Aufruhr-Einheiten der Polizei und Soldaten in Flecktarn standen in langen Reihen bereit zum Einschreiten; zwei Wasserwerfer, mindestens ein Dutzend Kampfhunde sowie Stacheldrahtrollen sorgten für weitere Abschreckung.
Zu dem "Marsch der Unwilligen" hatten neben der von Kasparow geführten Vereinigten Bürgerfront auch die Volksdemokratische Union des ehemaligen Regierungschefs Michail Kasjanow, die Nationalbolschewistische Partei von Eduard Limonow und weitere Gruppierungen aufgerufen.
Auch am Sonntag blieb in Moskau ein massives Polizeiaufgebot im Einsatz, weil die unabhängige Russische Journalistenunion zu einer Kundgebung für die mehr als 200 Journalisten aufgerufen hatte, die in den vergangenen 15 Jahren in dem Land getötet wurden.
Kasparow sagte der "BamS", er fürchte nach den Morden an der Journalistin Anna Politkowskaja und dem Ex-Spion Alexander Litvinenko um seine Sicherheit. "Um ehrlich zu sein, ist mir manchmal angst und bange zumute", sagte Kasparow. "Ich habe Bodyguards, denke, dass ich vor einem Anschlag wie dem, bei dem Anna Politkowskaja ihr Leben verlor, geschützt bin." Gegen Angriffe wie den auf Litvinenko, der vergiftet wurde, "oder den Ölbaron Michail Chodorkowski, der in einem sibirischen Straflager einsitzt, kann man sich aber nicht wirksam schützen", fügte der Oppositionspolitiker hinzu.
In Russland unternehme die Staatsmacht nicht einmal mehr den Versuch, die eigenen Gesetze einzuhalten. Störten diese, würden sie einfach beiseite geschoben, kritisierte Kasparow. (...) Er sprach sich außerdem dafür aus, Russland aus der G-8-Gruppe auszuschließen. "
Und noch einmal zur Causa Christiansen und der kritische Journalismus:
Kritik an Christiansen wegen Kasparow-Ausladung
"Nach der Ausladung des russischen Regimekritikers Garri Kasparow aus der Talksendung "Sabine Christiansen" wird Kritik aus der ARD laut. Die ehemalige Russlandkorrespondentin und jetzige Chefin des ARD-Politmagazins "Monitor", Sonia Mikich, sagte der "Bild am Sonntag" ("BamS"): "Bei einer politischen Runde in der ARD müssen die bestmöglichen Leute eingeladen werden. Das war nicht der Fall." Etliche Kollegen in der ARD seien bekümmert über die Art und Weise, wie die Talkshow am zweiten Adventssonntag (10.12.) über die Bühne gegangen sei. "Durch die Ausladung von Kasparow und die Zusammensetzung der Gäste ist die Reputation der Sendung und der ARD beschädigt worden", sagte Mikich. Christiansens Produktionsfirma tv21 erklärte, die Ausladung Kasparows sei ein ganz normaler Vorgang.
(...)
WDR-Intendant Fritz Pleitgen stellte sich insgesamt vor das "Christiansen"-Team. "Die Redaktion bestreitet ja vehement, einem Druck nachgegeben zu haben. Ich hoffe, dass sie das nicht getan haben, denn das wäre nicht gut für unser Ansehen", sagte er dem Blatt. Die Gästeauswahl sehe er aber auch kritisch: "Ich hätte Kasparow und einen Korrespondenten, der aktuell in Moskau lebt, in dieser Runde für notwendig erachtet." Bereits in der vergangenen Woche hatte Klaus Bednarz, Ex-Moskau-Korrespondent und "Monitor"-Chef, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt, "Christiansen"-Mitarbeiter hätten diplomatischen Druck als Grund für die Ausladung Kasparows genannt. Der russische Botschafter habe sich geweigert, gemeinsam mit dem Schachgenie aufzutreten.
Diesen Zusammenhang vermutete auch Kasparow. "Wenn man sich angesehen hat, wer bei der Sendung anwesend war, wurde jedem klar, dass man dort keine kritischen Stimmen aus Russland hören wollte", sagte er der "BamS". Kasparow ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und will 2008 für das Präsidentenamt kandidieren. "
Angel_Eyes schrieb:
Die Fans müssten doch selbst sehen, dass das gut war und die Stimmung machen bzw. bei einem Tor weiß es eh das ganze Stadion
Bei einer Parade von Pröll/Nikolov, bei der man den Ball schon beinahe drin gesehen hat, treibt es mich von ganz alleine dazu, in ein "Mar-kus-Pröll" bzw. "Ni-ko-lov"-Stakkato einzufallen. Da brauche ich keinen Ansager, der einem erklärt, dass das jetzt toll gehalten war und ich mich deshalb zu freuen habe. Deshalb ein ganz klares "NEIN" zu mehr Rumgekasper im Stadion.
Eintrachttrikot schrieb:
Um mal wieder auf das ernsthafte Ursprungsthema zurück zu kommen, mein Favorit als Unwort ist die Bezeichnung "Pro-Ana". Ich wußte nicht was Pro-Ana bedeutet, aber nach meiner Recherche war ich entsetzt. Pro-Ana ist der Name einer Internet-Kampagnie, wonach man Essstörungen nicht als Krankheit, sondern als Lebenseinstellung/-gefühl ansehen soll. Finde ich abartig. Dieser Trend kommt natürlich aus den USA.
Schon heftig.
Die Spende für die Aktion "Junge, komm bald wieder" wird morgen im Namen des EFC abgewickelt.
Bzgl. der anderen Aktion gilt es noch ein paar kleine Hindernisse aus dem Weg zu räumen, diese Spende wird aber auch in der nächsten Zeit verwirklicht werden.
Die Kopien des Durchschlags der Überweisungsträger/Kontoauszug mit der Abbuchung der entsprechenden Summe werde ich zu gegebener Zeit unserem Vorstandschef und Kassenwart in Personalunion vorlegen, so dass alles im Sinne einer ordentlichen Buchführung geregelt ist.
Bzgl. der anderen Aktion gilt es noch ein paar kleine Hindernisse aus dem Weg zu räumen, diese Spende wird aber auch in der nächsten Zeit verwirklicht werden.
Die Kopien des Durchschlags der Überweisungsträger/Kontoauszug mit der Abbuchung der entsprechenden Summe werde ich zu gegebener Zeit unserem Vorstandschef und Kassenwart in Personalunion vorlegen, so dass alles im Sinne einer ordentlichen Buchführung geregelt ist.
bitibytie schrieb:
Eben hab ich diese Ferrero Küsschen-Werbung mit dem Schweden gesehen und ich muß sagen ... der erinnert mich an Timo
http://www.youtube.com/watch?v=Ki2U7ZymB5Q
Ist er aber nicht...
Schalke hat als Lebensmittelsponsor lediglich Böklunder aufzuweisen -
und hier die ersten Werbepots mit Mannschaftsmitgliedern von S06:
http://www.youtube.com/watch?v=WTGb9-7YyPI
http://www.youtube.com/watch?v=163xgX-cBGU
Die hamms drauf!
Pedrogranata schrieb:
Aber bald kriegen wir ja unser Waldstadion wieder - der Bau soll laut Architekt bei einem der kommenden Pippi-Langstrumpf-Pogos eh zusammenkrachen
Ne,ne,ne - das Stadion wird gegen Köln mit einer gigantischen Mehlstaubexplosion in die Luft gejagt. Guckst du hier.
edobih schrieb:
2. Es gibt 1 Zusatzkarte
Oder auch 2, wenn man ein gewisses Mitentscheidungsrecht bei der Zusatzkarte des kleinen Bruders hat.
edobih schrieb:a.saftsack schrieb:edobih schrieb:
Wow sind ja tolle Fußballfans hier. Glaube kein einziges Mal fiel das Wort Fußball. Es ist nun mal ne Tatsache, dass die Bayern evtl. den besten Fußball in dieser Liga spielen. Und es gibt Leute, die nun mal drauf stehen (so abgefahren das auch klingen mag) sich ein gutes Fußballspiel anzuschauen. Die Regelung find ich gut, weil sie dafür sorgen soll, dass sich Bayern-Fans im freien Verkauf die Karten holen. An alle Eintracht-Fans: Ihr kennt doch bestimmt jemanden mit Dauerkarte, der kann euch die Karte doch besorgen.
Wirklich?!?
.
1. Ja, den besten Fußball. Schau dir doch nur mal die Tabellen der letzten Jahre an. Dieses Jahr stimmt es momentan evtl. nicht. Ist aber hier auch nicht das Thema.
Ich glaube du verwechselst "gut" mit "erfolgreich". Guter Fußball besteht meines Erachtens nicht unbedingt darin, ein Spiel zu gewinnen, sondern ein offensives, attraktives und kombinationsstarkes Spiel aufzuziehen, bei dem die notwendige hohe taktische Disziplin nur ein Mittel zum Zweck ist - und nicht selbst zum Zweck des Spiels mutiert.
Bayern spielt vlt. den erfolgreichsten Fußball - Bremen allerdings spielt deutlich besseren Fußball, wenn man guten Fußball anhand der Qualität des Spiels bemisst und nicht quantitative Maßstäbe à la "die meisten Punkte" als Bewertungsgrundlage heranzieht.
Ansonsten hätte immer automatisch die Mannschaft besser gespielt, die das Spiel gewinnt - das ist aber mitnichten der Fall.
Redbull85 schrieb:a.saftsack schrieb:edobih schrieb:
Wow sind ja tolle Fußballfans hier. Glaube kein einziges Mal fiel das Wort Fußball. Es ist nun mal ne Tatsache, dass die Bayern evtl. den besten Fußball in dieser Liga spielen. Und es gibt Leute, die nun mal drauf stehen (so abgefahren das auch klingen mag) sich ein gutes Fußballspiel anzuschauen. Die Regelung find ich gut, weil sie dafür sorgen soll, dass sich Bayern-Fans im freien Verkauf die Karten holen. An alle Eintracht-Fans: Ihr kennt doch bestimmt jemanden mit Dauerkarte, der kann euch die Karte doch besorgen.
Wirklich?!?
Zur Regelung: Ich finde sie gut so - und werde mit Sicherheit die 2 Zusatzkarten
NICHT bei Ebay reinstellen, wie hier von der Nicht-DK-Seite öfters mal gerne pauschalisiert wird, sondern sie aller Wahrscheinlichkeit EFC-intern weiterreichen.
das fände ich super...also ich würde sie gerne nehmen
Hast 'ne PN.
edobih schrieb:
Wow sind ja tolle Fußballfans hier. Glaube kein einziges Mal fiel das Wort Fußball. Es ist nun mal ne Tatsache, dass die Bayern evtl. den besten Fußball in dieser Liga spielen. Und es gibt Leute, die nun mal drauf stehen (so abgefahren das auch klingen mag) sich ein gutes Fußballspiel anzuschauen. Die Regelung find ich gut, weil sie dafür sorgen soll, dass sich Bayern-Fans im freien Verkauf die Karten holen. An alle Eintracht-Fans: Ihr kennt doch bestimmt jemanden mit Dauerkarte, der kann euch die Karte doch besorgen.
Wirklich?!?
Zur Regelung: Ich finde sie gut so - und werde mit Sicherheit die 2 Zusatzkarten
NICHT bei Ebay reinstellen, wie hier von der Nicht-DK-Seite öfters mal gerne pauschalisiert wird, sondern sie aller Wahrscheinlichkeit EFC-intern weiterreichen.
"Die Russen kommen"
*Großes Misstrauen im Westen*
"Der FC Schalke 04 soll die Botschaft auf seinen Trikots transportieren: Der russische Energieriese Gazprom stürmt mit aller Kraft auf den deutschen Markt. Als Hauptsponsor des Revierclubs will der vom Kreml kontrollierte Gasförderer endlich positive Schlagzeilen im Westen machen. Denn im abgelaufenen Jahr sorgte das Übernahmefieber der milliardenschweren russischen Energie-, Stahl- und Kommunikationskonzerne im Westen für offene Ablehnung.
(...)
Die Oligarchen im Kaufrausch hatten offenbar geglaubt, sie würden ebenso mit offenen Armen empfangen werden wie der Pionier Roman Abramowitsch beim verschuldeten Fußballclub Chelsea London. "Niemand rollt für uns im Westen den roten Teppich aus. Um auf die Weltmärkte zu gelangen, muss man sich anstrengen", sagt der Chefökonom des Investmenthauses Troika Dialog, Jewgeni Gawrilenkow. Bislang zeigen sich die Russen im Wettstreit mitunter als schlechte Verlierer. Als der polnische Konkurrent PKN Orlen bei der litauischen Raffinerie Mazeikiu Nafta den Vorzug bekam, blieben plötzlich Öllieferungen aus Russland wegen angeblicher Pipelineprobleme aus.
Die engen Verbindungen zwischen dem Kreml und der russischen Wirtschaft tragen zum Misstrauen im Westen bei. Dabei beteuern Unternehmer in Russland, sie suchten vor allem aus Eigennutz die Nähe zum Staat, um nicht das Schicksal des verurteilten Ölbarons Michail Chodorkowski teilen zu müssen. Dass der Kreml wie zuletzt bei Gazprom gezielt ehemalige Geheimdienstler in den Konzernführungen platziert, lässt im Westen ebenso wenig das Vertrauen wachsen wie die spektakulären russischen Auftragsmorde der jüngsten Zeit(...)"
Zur Abwechslung mal wieder etwas aus dem Archiv (März 05) der FTD über
Gazprom-Chef Alexej Miller:
"(...)Jeden Monat veröffentlicht die russische Tageszeitung "Nesawissimaja Gasjeta" zwei Ranglisten, die in Moskau mit Interesse studiert werden. Das eine Ranking führt die politisch einflussreichsten Russen auf, das andere die wichtigsten Geschäftsleute. Alexej Miller, Chef des weltgrößten Gasproduzenten Gasprom, taucht stets in beiden Listen auf. Die Reihe der Unternehmer führte er mit deutlichem Abstand an, bei den "Politikern" landet er auf einem guten Mittelfeldplatz, noch vor dem Außenminister und dem Generalstaatsanwalt.
Energiewirtschaft ist Politik in Russland, und kaum etwas macht dies deutlicher als die Nachricht, die Miller am Mittwoch verkündete. Gasprom wird mit dem staatlichen Ölkonzern Rosneft fusionieren, es entsteht ein neuer Energiegigant. Im Ergebnis erlangt der Kreml die Kontrollmehrheit an Gasprom und bekommt damit auch formal die russischen Gasreserven in seinen Griff. Sie garantieren laufende Deviseneinnahmen, aber auch Macht über die Abnehmer in den ehemaligen Sowjetrepubliken und im Westen.
Die wichtigste Aufgabe des 43-Jährigen ist damit eigentlich erfüllt. Als der schüchtern wirkende Mann mit dem rotblonden Haar im Mai 2001 von Russlands Präsident Wladimir Putin auf den Chefsessel von Gasprom beordert wurde, lautete sein Auftrag, den Konzern wieder unter die Fittiche des Kreml zu bringen.
(...)
Miller hingegen wusste bei seinem Amtsantritt wenig von Gaswirtschaft, aber er hatte eine Eigenschaft, die für Putin wesentlich wichtiger war: Er ist gegenüber dem Präsidenten bedingungslos loyal. Putin kennt Miller wie viele seiner Gefolgsleute aus seiner Zeit in der Stadtverwaltung von St. Petersburg. Und er konnte mit der Arbeit seines Getreuen zufrieden sein. Miller holte die Kontrolle über große Teile der verstreuten Gasprom-Aktiva zurück, er warf die Kumpane seines Vorgängers aus dem Unternehmen und trug sogar dazu bei, die russische Medienlandschaft gleichzuschalten: Der Fernsehsender NTW, dem Miller die Meldung vom Mittwoch bescherte, ist mittlerweile Teil des Gasprom-Imperiums und handzahm geworden.
Miller ist ein typischer "Putinist", ein Manager und ausführendes Organ. Durch eigene Entscheidungen ist er hingegen bisher nicht aufgefallen. Trotzdem wird Miller im nächsten Moskauer Polit-Ranking wohl noch einige Plätze nach oben klettern."
*Großes Misstrauen im Westen*
"Der FC Schalke 04 soll die Botschaft auf seinen Trikots transportieren: Der russische Energieriese Gazprom stürmt mit aller Kraft auf den deutschen Markt. Als Hauptsponsor des Revierclubs will der vom Kreml kontrollierte Gasförderer endlich positive Schlagzeilen im Westen machen. Denn im abgelaufenen Jahr sorgte das Übernahmefieber der milliardenschweren russischen Energie-, Stahl- und Kommunikationskonzerne im Westen für offene Ablehnung.
(...)
Die Oligarchen im Kaufrausch hatten offenbar geglaubt, sie würden ebenso mit offenen Armen empfangen werden wie der Pionier Roman Abramowitsch beim verschuldeten Fußballclub Chelsea London. "Niemand rollt für uns im Westen den roten Teppich aus. Um auf die Weltmärkte zu gelangen, muss man sich anstrengen", sagt der Chefökonom des Investmenthauses Troika Dialog, Jewgeni Gawrilenkow. Bislang zeigen sich die Russen im Wettstreit mitunter als schlechte Verlierer. Als der polnische Konkurrent PKN Orlen bei der litauischen Raffinerie Mazeikiu Nafta den Vorzug bekam, blieben plötzlich Öllieferungen aus Russland wegen angeblicher Pipelineprobleme aus.
Die engen Verbindungen zwischen dem Kreml und der russischen Wirtschaft tragen zum Misstrauen im Westen bei. Dabei beteuern Unternehmer in Russland, sie suchten vor allem aus Eigennutz die Nähe zum Staat, um nicht das Schicksal des verurteilten Ölbarons Michail Chodorkowski teilen zu müssen. Dass der Kreml wie zuletzt bei Gazprom gezielt ehemalige Geheimdienstler in den Konzernführungen platziert, lässt im Westen ebenso wenig das Vertrauen wachsen wie die spektakulären russischen Auftragsmorde der jüngsten Zeit(...)"
Zur Abwechslung mal wieder etwas aus dem Archiv (März 05) der FTD über
Gazprom-Chef Alexej Miller:
"(...)Jeden Monat veröffentlicht die russische Tageszeitung "Nesawissimaja Gasjeta" zwei Ranglisten, die in Moskau mit Interesse studiert werden. Das eine Ranking führt die politisch einflussreichsten Russen auf, das andere die wichtigsten Geschäftsleute. Alexej Miller, Chef des weltgrößten Gasproduzenten Gasprom, taucht stets in beiden Listen auf. Die Reihe der Unternehmer führte er mit deutlichem Abstand an, bei den "Politikern" landet er auf einem guten Mittelfeldplatz, noch vor dem Außenminister und dem Generalstaatsanwalt.
Energiewirtschaft ist Politik in Russland, und kaum etwas macht dies deutlicher als die Nachricht, die Miller am Mittwoch verkündete. Gasprom wird mit dem staatlichen Ölkonzern Rosneft fusionieren, es entsteht ein neuer Energiegigant. Im Ergebnis erlangt der Kreml die Kontrollmehrheit an Gasprom und bekommt damit auch formal die russischen Gasreserven in seinen Griff. Sie garantieren laufende Deviseneinnahmen, aber auch Macht über die Abnehmer in den ehemaligen Sowjetrepubliken und im Westen.
Die wichtigste Aufgabe des 43-Jährigen ist damit eigentlich erfüllt. Als der schüchtern wirkende Mann mit dem rotblonden Haar im Mai 2001 von Russlands Präsident Wladimir Putin auf den Chefsessel von Gasprom beordert wurde, lautete sein Auftrag, den Konzern wieder unter die Fittiche des Kreml zu bringen.
(...)
Miller hingegen wusste bei seinem Amtsantritt wenig von Gaswirtschaft, aber er hatte eine Eigenschaft, die für Putin wesentlich wichtiger war: Er ist gegenüber dem Präsidenten bedingungslos loyal. Putin kennt Miller wie viele seiner Gefolgsleute aus seiner Zeit in der Stadtverwaltung von St. Petersburg. Und er konnte mit der Arbeit seines Getreuen zufrieden sein. Miller holte die Kontrolle über große Teile der verstreuten Gasprom-Aktiva zurück, er warf die Kumpane seines Vorgängers aus dem Unternehmen und trug sogar dazu bei, die russische Medienlandschaft gleichzuschalten: Der Fernsehsender NTW, dem Miller die Meldung vom Mittwoch bescherte, ist mittlerweile Teil des Gasprom-Imperiums und handzahm geworden.
Miller ist ein typischer "Putinist", ein Manager und ausführendes Organ. Durch eigene Entscheidungen ist er hingegen bisher nicht aufgefallen. Trotzdem wird Miller im nächsten Moskauer Polit-Ranking wohl noch einige Plätze nach oben klettern."
R4ndy schrieb:
somit beschliesse ich (war auch schon gegen dortmund bei uns so) bierdusche für alle bei jedem tor
Das klingt schon deutlich besser, nur bei Gegentoren muss es nicht unbedingt der Fall sein... ,-)
(...)Derzeit kommen die großen Gasmengen Russlands aus vier Förderfeldern, das müsse sich künftig ändern. »Auch in Russland tut sich eine Lücke auf«, meint Dickel und beziffert den baldigen Mehrbedarf im Land selbst mit 200 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Etwa die Hälfte davon könnte gespart werden, wenn Heizwerke, Kraftwerke und Haushalte effizienter mit dem Rohstoff Gas umgehen würden. Die Gazprom muss also rasch möglichst viel Erdgas in die Pipelines pumpen.
»Die große Frage ist, ob die Gazprom in der Lage ist, die notwendigen Dimensionen zu bewältigen«, frägt Dickel und gibt zu erkennen, dass er Zweifel an den Managementkapazitäten des russischen Gasriesen hegt.(...)