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Alphakeks

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Ich gehe schon davon aus, dass die Haus- und Hofjournalisten des Eintracht-Kosmos (Durstewitz, Schmitt & Co.) mit voller Absicht möglichst negativ über die aktuelle Situation berichten. Aus Sicht der Journalisten ist Riera ja auch ein deutlich schwierigeres "Schreib-Subjekt" als Toppmöller es war: Er spricht schnelles Englisch mit starkem Akzent (schwer verständlich!) und fährt bei kritischen Nachfragen gerne ein bisschen aus der Haut (schwer zu interviewen, unangenehmer Typ!). Da ist es schon nachvollziehbar, dass die Journalisten nichts dagegen hätten, wenn ab nächster Saison wieder ein jovialer Deutsch-Muttersprachler à la Veh, Toppmöller, Hütter da sitzt.

Das heißt nicht, dass alle der vorgebrachten aktuellen Reibungen innerhalb Eintracht völlig erfunden sind. Gleichzeitig werden sie aber wahrscheinlich auch nicht so dramatisch sein, wie sie von außen aktuell beschrieben werden.
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Ich möchte noch einmal auf die Kritik an Riera eingehen, die in den letzten Tagen geäußert wurde. Ich mache das noch vor den anstehenden Spielen, damit nachher keiner sagt, dass ich das nur poste, falls wir jetzt wieder Spiele gewinnen sollten. Ich bin von den Dingen, die ich schreibe, vollkommen überzeugt.

Klar ist für mich aber auch, dass angesichts des schwierigen Restprogramms in den letzten Saisonspielen gegen Köln und in Wolfsburg mindestens vier, eher sechs Punkte Pflicht sind, falls wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren möchten. Sollten wir beide Spiele nicht gewinnen, dann könnte es tatsächlich eng werden für Riera. Dennoch kann ich die negative Stimmung um unseren Trainer gleich in mehrerer Hinsicht nicht ganz nachvollziehen.

Kritik an der Rhetorik des Trainers

Was mich am meisten stört, aber gleichzeitig auch die lächerlichste Kritik ist, ist das Aufblasen der Sprüche von Riera. Ich dachte, da wären wir nach den ersten Wochen schon drüber hinweg. Es gibt viele Trainer, die bildlich sprechen, aber ich habe es wirklich noch nie erlebt, dass das so zum Thema gemacht und darauf herumgeritten wird. Wenn ein deutscher Trainer die geläufige Floskel „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“ äußert, gehe ich doch auch nicht davon aus, dass die Mannschaft das nächste Strandresort aufsucht, um sich als verkappte Sträuße zu betätigen.

Als Niko Kovač einzelne Spieler als „Krieger“ bezeichnet hat, gab es zwar ebenfalls Kritik für die Wortwahl, aber auch damals ist niemand ernsthaft davon ausgegangen, dass sich die Spieler bei ihrem jeweiligen Militär melden oder als Gladiatoren ins Stadion einmarschieren. Gut, Christoph Daum hat seine Spieler tatsächlich mal durchs Feuer oder zumindest auf Kohlen laufen lassen, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls geht mir das gehörig auf die Nerven und zeugt auch nicht von einer seriösen Berichterstattung.

Berichte über interne Zweifel

Gleichzeitig würde es mich doch sehr verwundern, falls die Berichte über interne Zweifel an Riera stimmen sollten. Das könnte ich wirklich null nachvollziehen und da hätten in meinen Augen auch die Verantwortlichen versagt, die im Vorfeld der Verpflichtung den Deal moderiert und eingetütet hätten. Wenn man die Geschichten aus Slowenien und Frankreich gehört hat, dann tritt Riera hier doch sehr moderat auf und zeigt sich in der Außendarstellung vor allem dem Gegner gegenüber bisher sehr respektvoll, wenn ich beispielsweise an die Worte für Dino oder Frank Schmidt denke.

Wenn man da intern wirklich schon nervös werden sollte, ob das mit Riera in dieser Hinsicht gut geht, wäre das für mich nach gerade einmal zwei Monaten ein fatales Signal. Wenn man sich auch nur ein bisschen mit der Personalie Riera beschäftigt, wusste man vorher ganz genau, wer hier aufschlagen würde. Da hat auch Riera selbst nie ein Geheimnis drum gemacht. Insofern sollten das dann auch alle wichtigen Personen im Verein mittragen, wenn die Entscheidung für eine Verpflichtung von Riera getroffen wurde.

Kritik an der trainingsfreien Woche

Kommen wir zu der vielseitig kritisierten trainingsfreien Woche. Da kann ich die Kritik teilweise nachvollziehen. Hauptsächlich aber aus dem Grund, weil mir klar war, dass das ein schlechtes Zeichen nach außen senden und für öffentliche Kritik sorgen würde. Rein inhaltlich kann ich die Entscheidung hingegen sogar verstehen. Ich bin jetzt kein professionell lizenzierter Trainer, aber bei der Menge an Nationalspielern, die wir abstellen, ist das Training in der Länderspielpause für Mannschaften wie uns meiner Meinung nach nur eine bessere Bewegungstherapie.

Klar, mit Uzun, Knauff, Amaimouni, Ebnoutalib, Kalimuendo und Burkardt mögen wir jetzt mal einen Großteil der Offensive beisammen gehabt haben. Aber wer stand denn noch zur Verfügung? Zwei Mittelfeldspieler und vier Verteidiger. Wie viele Spielformen kann man mit diesem Personal sinnvoll absolvieren? Sollen unsere Offensivspieler im Sechs vs. Sechs gegen eine zusammengewürfelte Viererkette aus Baum, Chandler, Koch und Kosugi sowie einer Doppelsechs mit Dahoud und Götze die Spielzüge einstudieren?

Zumal man nicht vergessen sollte, dass Uzun, Knauff und Ebnoutalib alle erst nach längerfristigen Ausfällen wenige Tage zurück im Mannschaftstraining waren und auch Burkardt noch ein ganzes Stück von 100 Prozent entfernt ist. Da ist es in meinen Augen nicht weniger nachvollziehbar, dass diese Spieler individuell noch mal eine Woche den Fokus verstärkt auf die Athletik setzen.

Kritik an der spielerischen Weiterentwicklung

Kommen wir zur sportlichen Bewertung. Bin ich mit den vergangenen Spielen zufrieden? Nein. Hätte ich mir gewünscht, dass man gegen St. Pauli und Mainz gewinnt? Ja. Finde ich einzelne Entscheidungen auch schwer nachvollziehbar? Ja. Kann ich die diesbezügliche sportliche Kritik an Riera also nachvollziehen? Nicht wirklich. Zumindest nicht in dieser Form. Tut mir leid, aber wer wirklich geglaubt hat, dass Riera nach wenigen Wochen eine vollkommen verunsicherte Mannschaft nicht nur erheblich stabilisiert, sondern dass wir in der Kürze der Zeit dann auch noch tiefstehende Mannschaft dominieren und vom Platz fegen, der hat eindeutig eine zu hohe Erwartungshaltung.

Das ist für die allermeisten Mannschaften ein Problem und auch bei uns seit vielen Jahren die Krux in der Entwicklung, deren Schritt schon die letzten drei Trainer nicht geschafft haben. Dazu kamen für Riera erschwerte Bedingungen. Ja, jetzt mögen fast alle Offensivkräfte wieder fit sein. Aber das war in den vergangenen Wochen bei Weitem nicht immer so, zumal selbst die Spieler, die gespielt haben, mehrheitlich noch angeschlagen und nicht vollständig fit waren.

Ich will noch einmal daran erinnern, dass wir vor der Ankunft Rieras einen Sieg aus den letzten 13 Spielen geholt haben. In diesen 13 Spielen haben wir ganze achtmal mindestens drei Gegentore gefangen. Zum Zeitpunkt der Übernahme hatten wir die schlechteste Defensive der gesamten Liga. Da ist es in meinen Augen schon eine erhebliche Leistung, wie schnell Riera die Defensive stabilisiert hat. Noch einmal zur Verdeutlichung: Die drei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg, St. Pauli und Heidenheim waren ein eingestellter Vereinsrekord. Sollten wir gegen Köln zu Null gewinnen, wären vier Heimsiege dieser Art in Folge ebenfalls ein eingestellter Vereinsrekord. Bis zum Spiel in Mainz hatten wir in der Zeit unter Riera die beste Defensive der Liga und einen Schnitt von rund zwei Punkten. Das alles wegen eines schlechten Resultates bereits infrage zu stellen, ist geradezu absurd.

Ja, das Spiel in Mainz war schlecht. Aber deswegen bin ich nicht bereit, jetzt schon alles einzureißen. Zumal wir unter Riera nicht nur Spielglück hatten. Gegen Union und Mainz fangen wir sehr spät unglückliche Gegentore, ohne die wir auch gut und gerne drei Punkte mehr haben könnten. Der Führungstreffer von Mainz wird so krumm abgefälscht, dass der vielleicht in einem von Hundert Fällen reingeht. Gegen St. Pauli müssten wir eigentlich eine halbe Stunde in Überzahl spielen und bekommen stattdessen eine Woche später gegen Heidenheim selbst eine gelb-rote Karte.

Kritik an den Standards

Es gibt zwei Punkte, die mich tatsächlich stören. Das sind leider aber auch schon seit vielen Jahren leidige Punkte in unserem Spiel. Da wären zum einen die Standards. Da kann ich wirklich schon nach kurzer Zeit eine signifikante Verbesserung erwarten, zumal laut Riera ja pro Woche eine ganze Trainingseinheit dafür aufgewendet wird. Defensiv haben wir uns bei gegnerischen Freistößen und Ecken schon verbessert, was auch damit einhergeht, dass wir insgesamt deutlich mannorientierter und nicht mehr so viel im Raum verteidigen.

Das erste Gegentor gegen Mainz sowie der Pfostenschuss von Becker kurz vor Schluss, die beide aus gegnerischen Einwürfen entstanden, waren hingegen hanebüchen verteidigt. Da hat Mainz jeweils einfach schnell auf die ballferne Seite verlagert und dort riesige Räume vorgefunden. Das war eindeutig einstudiert, sodass sie das im Vorfeld als veritable Schwachstelle ausgemacht haben. Tatsächlich hatten wir diese Saison schon öfters mit schnellen Seitenverlagerungen auf die ballferne Seite unsere Probleme, das war in der Regel aber aus dem Spiel heraus. Ich erinnere da vor allem an die Gegentore im Heimspiel gegen Dortmund oder in Aserbaidschan. Das sind letztlich viel zu einfache Gegentore, auf die Mainz nachweislich auch gezielt spekuliert hat.

Gleichzeitig sind die offensiven Standards auch unter Riera weiterhin von einer beeindruckenden Ideenlosigkeit gekennzeichnet. Da kommt wirklich überhaupt keine Gefahr auf, während es in der Liga Mannschaften gibt, die sich auf Standards spezialisiert haben und wo es jedes Mal im Strafraum brennt. Mainz hat das im letzten Spiel gut vorgemacht, auch wenn der Schiedsrichter dann zum Glück einiges zu unseren Gunsten weggepfiffen hat.

Wir kriegen es hingegen noch nicht mal hin, die neue Meta umzusetzen und den Torwart im Fünfer zu blocken. Stattdessen werden die Bälle so geschlagen, dass der sie unbedrängt abfangen kann. Und in den Situationen, in denen wir tatsächlich mal eine etwas ausgefeiltere Variante spielen wollten, waren die im Vorfeld so vorhersehbar und grotesk schlecht ausgespielt, dass wir im Nachhinein noch in einen Konter laufen.

Kritik an der Zielstrebigkeit in Richtung Tor

Der zweite Punkt ist, dass wir einfach viel zu oft den Ball ins Tor tragen wollen. In den letzten Spielen nahmen auch die Rückpässe wieder zu. Ich würde mir wünschen, dass man stattdessen zielstrebiger in Richtung Tor spielen würde. Im Zweifelsfall einfach mal flanken oder von außerhalb des Strafraums schießen. Ich sehe Woche für Woche in fast jedem Spiel wie dadurch Tore fallen. Und wenn es eben nur ein krummes und abgefälschtes Ding oder ein zweiter Ball ist, der im Strafraum vor die Füße fällt.

Wenn ich den Ball nicht dorthin bringe, wo es für den Gegner gefährlich wird – also in den Strafraum – kann ich ihn auch nicht unter Druck setzen. Und wenn ich nicht aufs Tor schieße, kann ich auch keine Tore erzielen und damit auch kein Spiel gewinnen (außer in dem einen Fall, als Bielefeld mal ohne Torschuss gegen Leverkusen gewonnen hat, weil Hradecky über einen Rückpass gesäbelt hatte). Leider haben wir auch in diesem Bereich ein großes Defizit und mit Ausnahme von Uzun keinen einzigen Spieler im Kader, der mal aus der zweiten Reihe für Torgefahr sorgen kann.

Fazit

Klar, ich bin angesichts des Saisonverlaufes auch enttäuscht. Ich würde mir angesichts des Europapokalfinals in Frankfurt auch wünschen, dass wir uns noch für die Europa League qualifizieren. Unter dem Strich muss man aber sehen, dass in dieser Saison in so ziemlich jedem Bereich zu viele Fehler gemacht wurden und das aufgrund des Punktevorsprungs der Konkurrenz kein realistisches Ziel mehr ist. Daran haben viele Variablen ihren Anteil, von der Kaderplanung über die vielen Verletzten bis hin zu den Trainern und den individuellen Leistungen der Spieler. Diesen Frust jetzt aber hauptsächlich bei Riera abzuladen, bevor dieser überhaupt eine Transferperiode oder ein Trainingslager Zeit hatte, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
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Danke Guillermo für die fundierte und sachliche Analyse zu Riera.

Ich bin auch der Meinung, dass seine bisherige inhaltliche (!) Arbeit von vielen zu kritisch gesehen wird. Er hat eine total verunsicherte Mannschaft stabilisiert und auch mehere Siege aus der Kategorie "Ergebnisfußball" erzielt. Das ist doch grundsätzlich aller Ehren wert.

Natürlich sollte sich im Laufe der nächsten Wochen auch spielerisch eine Weiterentwicklung erkennen lassen, damit Riera nicht einfach nur ein Feuerwehrmann bleibt. Ich bin aber zu 100% sicher, dass Krösche deutlich mehr Geduld haben wird, als die Schreiberlinge ihm von außen andichten. Für mich ist es fast ausgeschlossen, dass man Riera im Sommer schon wieder vor die Tür setzt, das wäre eine peinliche Niederlage für Krösche.

Was mich bei Riera aber tatsächlich stört, ist sein unnötiges und teilweise unverschämtes Abkanzeln der eigenen Spieler in der Öffentlichkeit. Natürlich soll der Trainer seinen Spielern intern hinter verschlossenen Türen (!) klare Ansagen machen, woran sie zu arbeiten haben. Aber warum muss das in Pressekonferenzen passieren? Das Anzählen von Uzun gestern, Aussagen im Stile von "ich habe halt nur die Spieler, die hier sind, bessere brauchen wir dann im Sommer" sind absolut dämlich und helfen absolut niemandem weiter. Aus meiner Sicht braucht Riera mal dringend ein Medien-Coaching, um solche unnötigen Aussagen zu unterlassen.
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Man hat weiterhin das Gefühl, dass die Spieler oftmals lieber einen Sicherheits-Rückpass wählen, als mal etwas Riskantes probieren zu wollen (was dann natürlich zu einem Ballverlust führen kann). Schwer zu sagen, ob das noch der alte Toppmöller ist, der in den Köpfen verankert ist.

Gegen einen 5-4-1 Block wie den von St. Pauli muss man etwas Unerwartetes tun, oder jemand (Bahoya?!) muss mal in ein 1-gegen-1 gehen, um überhaupt Unordnung in den Gegner zu bekommen. Das ist heute praktisch gar nicht gelungen. Man stand zwar defensiv stabil (und das ist nach dem Horror-Januar ein super Ergebnis!), aber nach vorne wurde wirklich gar nichts probiert. Da hat Riera also wirklich noch einiges zu vermitteln.
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Das sich manche freuen keine Packung gegen Bayern bekommen zu haben kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen.
Es hat sich nichts geändert
1. Wieder ein Santos Fehler der die Niederlage einleitet
2. Wieder 3 Gegentore
3. Klärungsversuche landen zu oft beim Gegner
4. DM zu offen. Fast alle Gegner können dort machen was sie wollen
5. Die gegnerischen LA und RA können fast immer den Ball annehmen, selbst lange diagonale Bälle
6. Unsere langen Bällen kommen gefühlt ausschließlich zum Gegner, egal ob von Santos oder von der Abwehr geschlagen.
Wurde heute mit Kali und Jonny besser.

Insgesamt ist mir aufgefallen das die anderen Mannschaften mehr auf grössere Spieler setzen.
Krösche sollte in allen Mannschaftsteilen darauf schauen das die Spieler grösser werden.

Trotzdem merkt man eine aufsteigende Tendenz
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quattro75 schrieb:

Das sich manche freuen keine Packung gegen Bayern bekommen zu haben kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen.
Es hat sich nichts geändert


Ich glaube niemand "freut" sich über die Niederlage. Aber man darf es schon ok finden, dass man sich gegen die Bayern ganz okay aus der Affäre gezogen hat. Die erste Halbzeit fand ich auch eher schwach, aber man muss bitte schon auch den Kontext betrachten:

- Der Gegner: Die Bayern haben 15 der letzte 18 Spiele gewonnen. Es ist halt leider eine der Top 6 Mannschaften der Welt, die spielen praktisch jeden an die Wand.

- Die Eintracht: Es fehlten verletzt/krank Theate, Koch, Kristensen, Uzun, Knauff, Ebnoutalib und Batshuayi. Zudem rekonvaleszent und nur teilweise belastbar Burkardt und Kalimuendo. Das sind zusammengenommen 5-6 Stammplätze, die da heute fehlten.
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Größter Lichtblick für mich: Das Sturm-Duo Burkardt und Kalimuendo könnte richtig stark werden. Die haben beide einen hohen Fußball-IQ und rackern im Pressing für die Mannschaft. Wenn die sich aneinander gewöhnt haben, könnten das richtig gut funktionieren.
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Ich habe auch den Eindruck, dass wir in den letzten Jahren mit die wenigsten Verletzungen in der Bundesliga hatten. Es gab mit http://www.fussballverletzungen.com mal eine Webseite, die das Jahr für Jahr analysiert und aufgelistet hatte. Die wurde jedoch leider nach der Winterpause 22/23 nicht mehr fortgeführt. Außerdem lassen sich von den alten Beiträgen nur noch die Tabellen bis zur Saison 16/17 aufrufen.

Damals waren wir mit insgesamt 2380 Ausfalltagen sowie durchschnittlich 77 Ausfalltagen pro Spieler noch mit weitem Abstand das verletzungsanfälligste Team der Bundesliga. Ein weiterer Beitrag mit einer 7-Jahresbilanz bis zum Jahr 2017 legt nahe, dass es die Jahre davor auch nicht viel besser gelaufen ist. Und über die berühmten Funkeljahre, als regelmäßig der halbe Kader gefehlt hat, wurde hier im Thread ja schon gesprochen. Wobei wir damals auch viele vorbelastete Spieler hatten, die zum Ende ihrer Karriere schon mehr oder weniger Sportinvaliden waren.

Ich erinnere mich da vor allem an die Extrembeispiele Christoph Preuß (13 Spiele in den letzten drei Jahren), Aleksandar Vasoski (23 Spiele in den letzten drei Jahren) und Zlatan Bajramovic (21 Spiele in den letzten drei Jahren), die fast keine Spiele mehr machen konnten. Dazu hatten wir mit Chris, Ioannis Amanatidis oder später auch Sonny Kittel, Marc Stendera, Sebastian Rode und bisweilen auch Alex Meier weitere Spieler, die relativ oft und längerfristig ausgefallen sind. Auch Bamba Anderson, der nach seinem Knorpelschaden überhaupt nicht mehr auf die Beine gekommen ist, muss man da nennen. Und da zähle ich Spieler, die mal ein Seuchenjahr hatten wie Omar Mascarell im Pokalsiegerjahr oder eine große schwere Verletzung wie Johannes Flum damals mit dem Kniescheibenbruch nicht mal mit.

Schaut man sich die Tabellen auf der Webseite an, sieht man dann eine klare Entwicklung. In der Saison 17/18 standen wir mit 1970/57 Tagen schon nur noch auf Rang 13. 2018/19 zählten wir mit 1472/45 Tagen schon zu den Top 5 Vereinen mit den wenigsten Verletzungen. 2019/20 gab es mit 1693/53 Tagen noch mal einen kleinen Rückfall auf Platz 10. In den beiden Saisons 2020/21 (798/29) und 2021/22 (993/31) sowie in der Hinrunde 22/23 (475/16) waren wir dann konstant unter den Top 3 aus der Bundesliga mit den wenigsten Verletzungsausfällen.

Das wird zu einem großen Teil auch der Verdienst der damals leitenden Angestellten in der medizinischen Abteilung sein. Bekanntlich haben uns dort in den vergangenen zwei Jahren aber mit Florian Pfab unser Medizinchef und leitender Vereinsarzt nach Brighton sowie mit Markus Murrer und Benjamin Sommer unser führender Athletik- bzw. Rehatrainer jeweils zu den Bayern verlassen. Da wird schon massig Qualität und Fachwissen in allen Bereichen gegangen sein. Brighton hat nicht umsonst sogar eine Ablöse für Florian Pfab gezahlt und die Bayern werden auch nur die Besten ihres Fachs holen.

Dementsprechend kann es natürlich schon daran liegen, dass man diese Abgänge nicht adäquat aufgefangen hat und im Sommer in der Personalbesetzung noch einmal nachjustieren muss. Wobei man sagen muss, dass es in der Hinrunde ja noch ganz gut aussah. Kristensen und Baum sind jeweils ein paar Spiele ausgefallen, Larsson, Højlund sowie Uzun hatten ihre muskulären Probleme und Burkardt ist eben länger ausgefallen. Dass man in der Rückrunde jetzt mit Theate, Kristensen, Uzun, Knauff, Ebnoutalib und weiterhin Burkardt gleich sechs wichtige Spieler langfristig ersetzen muss, ist schon eine ungewöhnliche Häufung. Und da zähle ich Batshuayi und den erneuten Ausfall von Baum nicht mal mit. Immerhin scheint es bei bei Chaïbi und Kalimuendo nicht allzu lange zu dauern.
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DonGuillermo schrieb:

Dass man in der Rückrunde jetzt mit Theate, Kristensen, Uzun, Knauff, Ebnoutalib und weiterhin Burkardt gleich sechs wichtige Spieler langfristig ersetzen muss, ist schon eine ungewöhnliche Häufung. Und da zähle ich Batshuayi und den erneuten Ausfall von Baum nicht mal mit. Immerhin scheint es bei bei Chaïbi und Kalimuendo nicht allzu lange zu dauern.


Wobei man schon sagen kann, dass sich diese Langzeitverletzten zum Teil aus der Kategorie "mögliche Fehlsteuerung der medizinischen Abteilung" und zum Teil aus der Kategorie "einfach Pech" zusammensetzen.

Gehen wir sie durch:

- Uzun: Chronische Muskelprobleme, deutet auf Fehlsteuerung der Belastung hin
- Burkardt: Tendenziell chronische Muskelprobleme, deutet auf Fehlsteuerung der Belastung hin
- Larsson: Chronische Gesundheitsprobleme, deutet auf mangelhafte medizinische Betreuung hin

- Theate: Verletzung im Training, könnte an Überlastung / Fehlsteuerung liegen, wird man nicht rausfinden

- Kristensen: Pech, Verletzung im Zweikampf mit dem Gegner passiert
- Ebnoutalib: Pech, Verletzung im Zweikampf mit dem Gegner passiert
- Basthuayi: Pech, Verletzung im Zweikampf mit dem Gegner passiert
- Kalimuendo: Pech, Verletzung im Zweikampf mit dem Gegner passiert
- Knauff: Pech, eine OP im Bauchraum (Blinddarm?) lässt sich ja nicht "wegsteuern"
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Mir ist gestern Amenda als zentraler IV der 3er Kette positiv aufgefallen. Spannend dass nicht Koch die Rolle gestern einnimmt sondern er, was aber auch Koch entgegen kommt glaube ich. Ich konnte in der Saison wenig mit ihm zu n der Mitte anfangen, wenn wir mal 3 Kette spielten.
Bin gespannt wie er sich weiter entwickelt mit den Spielen. Er bringt schon alles mit was es braucht dort hinten.
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franchise schrieb:

Mir ist gestern Amenda als zentraler IV der 3er Kette positiv aufgefallen. Spannend dass nicht Koch die Rolle gestern einnimmt sondern er, was aber auch Koch entgegen kommt glaube ich. Ich konnte in der Saison wenig mit ihm zu n der Mitte anfangen, wenn wir mal 3 Kette spielten.
Bin gespannt wie er sich weiter entwickelt mit den Spielen. Er bringt schon alles mit was es braucht dort hinten.


Genau das ist mir gestern auch aufgefallen. Die Position in der Mitte der Dreierkette ist für Amenda deutlich besser zugeschnitten, als die anderen Rollen. Einerseits kommt sein überdurchschnittlich gutes Passspiel dort mehr zum Tragen, andererseits wird seine größte Schwäche (Antritt und Beweglichkeit) dort gut kaschiert, weil er seltener in die Laufduelle mit den Außenstürmern gehen muss.

Wenn alle fit sind, könnte ich mir die Dreierkette als --- Koch -- Amenda -- Theate --- gut vorstellen, und als Viererkette dann --- Kristensen -- Koch -- Amenda -- Theate ---.  In diesem Setup hat man mit Koch und Amenda zwei Spieler, die gegnerische Reihen mit Pässen überspielen können, damit wäre das Pressing des Gegners deutlich erschwert.
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Ich habe gerade die Interviews bei Sky nach dem Spiel noch mal angesehen:

Götze kann man echt vergessen. Seinen Impact she ich weder auf noch neben dem Platz. Sorry, wie kann man darüber nachdenken, ihm eine vertragsverlängerung anzubieten. Der ist doch praktisch gar nicht existent.

Koch hat mich nachdenklich gemacht. Er sagt, Mittelfeld und Angriff spielen zu ungenau, verlieren den Ball zu schnell und bringen damit keine Entlastung. Außerdem bemängelt er an seinen Vorderleuten in Mittelfeld und Angriff, dass sie zu wenig Abwehrarbeit leisteten. Da muss ich sagen, ist sehr sehr viel dran. Diese Chaibis, Skhiris und leider auch Larssons und Götzes laufen tatsächlich der Musik immer hinterher, gucken zu, wie das da hinten ausgeht.Und dann ist die Abwehr überlastet. Auch werden Flanken kaum verhindert (geht an die Adresse von Bown, aber auch Kristensen). Koch sagt, er habe im Spiel das Gefühl, ständig nur Verteidigungsarbeit leisten zu müssen - und dann passieren quasi wegen Überlastung Fehler.  Ich denke tatsächlich auch, dass da der neue Trainer ansetzen muss. Jeder, der nicht mit vollem Einsatz verteidigen will, fliegt konsequent raus. Ich habe tatsächlich diese Saison nicht den Eindruck, dass da eine geschlossene Mannschaft auf dem Platz steht. Da stehen viel zu viele neben dem Platz oder wollen nur ein bisschen glänzen: Beispiele allen voran Götze, Skhiri, Chaibi, Larsson, Bahoya, neuerdings auch Brown und Uzun. Es wird Zeit, dass die verletzten Spieler mit intaktem  Charakter wie Younes und Burkardt wieder zurückkehren, und anderen mal in den Allerwertesten getreten wird.Da in der Mannschaft zu letzterem keiner in der Lage ist, muss es ab Montag der Trainer richten. Dino war dafür leider nicht der Typ und Schmitt fehlte es dafür schlicht an Autorität.
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Bechtheim85 schrieb:

Koch hat mich nachdenklich gemacht. Er sagt, Mittelfeld und Angriff spielen zu ungenau, verlieren den Ball zu schnell und bringen damit keine Entlastung. Außerdem bemängelt er an seinen Vorderleuten in Mittelfeld und Angriff, dass sie zu wenig Abwehrarbeit leisteten. Da muss ich sagen, ist sehr sehr viel dran. Diese Chaibis, Skhiris und leider auch Larssons und Götzes laufen tatsächlich der Musik immer hinterher, gucken zu, wie das da hinten ausgeht.[...] Jeder, der nicht mit vollem Einsatz verteidigen will, fliegt konsequent raus. Ich habe tatsächlich diese Saison nicht den Eindruck, dass da eine geschlossene Mannschaft auf dem Platz steht.


Der Punkt von Koch ist richtig, dass viele Gegentore nicht ursächlich der Abwehr angelastet werden können, sondern dem Mittelfeld, das einen Ballverlust produziert und dann den Umschalt-Moment des Gegners nicht rechtzeitig unterbindet.

Allerdings hat das aus meiner Sicht weniger mit fehlendem Charakter oder fehlendem Einsatz der Spieler zu tun. Sondern mit einer Überforderung der Spieler, als Mannschaft geschlossen ein funktionierendes (Gegen)pressing-System durchzuziehen.

Es ist ja so: Im (Gegen-)Pressing muss man ja eigentlich immer wie an einer Perlenschnur nachrücken. Wenn also der Stürmer den Torwart presst, muss ein zentraler Mittelfeldspieler nachrücken und den gegnerischen IV pressen, und so weiter. Wenn nur einer in dieser Kette pennt, steht plötzlich ein Gegner völlig ungedeckt im Mittelfeld herum, ist anspielbar, kann sich aufdrehen und einen Steilpass spielen - und dann muss Koch ins 1-gegen-1 und sieht aus wie die ärmste Sau. Genau das passiert die ganze Zeit.

Was ist also die Lösung? Es gibt zwei Möglichkeiten:

A) Ich bekomme als Trainer die Mannschaft an den Punkt, dass sie das Pressing absolut perfekt beherrscht und nullkommanull Fehler mehr macht (siehe: FC Bayern) oder

B) ich akzeptiere den Fakt, dass meine Mannschaft es nicht fehlerfrei hinbekommt, und verzichte als Trainer auf das ultra-aggressive Pressen bis zum gegnerischen Torhüter.

Toppmöller hat offenbar bis zum Ende an (A) geglaubt, hätte aber als Realist wohl lieber (B) wählen sollen. Mal sehen, welchen Weg Riera gehen wird.
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Ich denke, Krösche hat schon auch erkannt, dass eine defensive Verstärkung gut tun würde - er ist ja nicht blind. Wir wissen halt einfach nicht, was er im Hintergrund alles probiert, und was ggfs. einfach nicht bezahlbar ist.

Talentierte Sechser, die defensiv stark sind und gleichzeitig den Spielaufbau mit gutem  Passspiel unterstützen können, sind wahnsinnig gefragt und dementsprechend teuer. Es ist nach der Mittelstürmer-Position wahrscheinlich die "teuerste" Position im internationalen Fußball.
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Unabhängig davon, ob man Dennis Schmitt jetzt einen Vorwurf machen will (weil man glaubt, dass er etwas hätte besser machen können), oder nicht (weil man es eben nicht glaubt), darf man festhalten: Es hat selten einen so wirkungs- und erfolglosen Interimstrainer gegeben. Vier Spiele, vier Niederlagen, 4:11 Tore. Das ist als Bilanz nicht schlecht, das ist miserabel. Damit hat sich Schmitt zumindest sehr weit davon entfernt, für andere Vereine aus Liga 2/3/4 als Cheftrainer interessant zu werden.

Ich persönlich bin auch tatsächlich enttäuscht, dass Schmitt nicht zumindest mal versucht hat, einen anderen Spiel- oder Personalansatz zu wählen. Natürlich kannst du in zwei englischen Wochen keine komplett neue Taktik einstudieren, aber wenn von dir als Interimstrainer sowieso nichts erwartet wird, dann gibt doch mal Kosugi oder Jupp von Beginn an die Chance, stell Theate statt Brown auf LV, setz Koch auf die Bank und gib Kristensen die Binde - mach einfach mal irgendwas anders als der alte Trainer! Mehr als verlieren kann man doch ohnehin nicht, und das haben wir ja in jedem Spiel unter Schmitt getan.
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Gedanklich haben sich ja, zumindest im Fan-Umfeld der Eintracht, alle Leute schon mit einer Niederlage gegen die Pharma-Freunde abgefunden. Daher hat man ja eigentlich gar nichts zu verlieren.

Dementsprechend würde ich mich freuen, wenn Schmitt seine Narrenfreiheit als Interimstrainer zumindest einmal nutzen würde, um was Neues auszuprobieren. Schlimmer als in den Spielen davor kann es ja ohnehin nicht werden. Daher wünsche ich mir ein 4-4-2.

------------------------- Santos -------------------------
-- Kristensen --- Amenda ---- Koch ------ Theate ------
-- Knauff ---- Höjlund ------- Larsson ------ Brown -----
------------- Doan ------------ Kalimuendo --------------

Wunschbehafteter Tipp: 2:2
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Kann sich vermutlich dann nur um eine Zwischenlösung bis Sommer handeln oder wie seht ihr das?
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Hahahahaha172626262 schrieb:

Kann sich vermutlich dann nur um eine Zwischenlösung bis Sommer handeln oder wie seht ihr das?


Mit Sicherheit nicht. Er würde doch niemals in der Winterpause seine Mannschaft (auf Meisterschafts-Kurs!) verlassen, um woanders als Feuerwehrmann bis Sommer zu arbeiten. Zudem würde die Eintracht ja keinen Trainer aus seinem Vertrag rauskaufen, wenn er nur fünf Monate da sein soll.

Ich gehe davon aus, dass er einen 2,5-Jahres-Vertrag bekommen wird.
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Danke an Guillermo für den super Post. Die charakterliche Sache mal außen vor gelassen, wundert mich vor allem, dass man offenbar wieder an einem Trainer dran ist, der dominanten Ballbesitzfußball spielen lassen will. Genau das hat unter Toppmöller ja nicht funktioniert...

Bezüglich Arroganz/Selbstvertrauen: Das kann schon funktionieren, wenn die Mannschaft Ergebnisse liefert und sich für ihren Trainer opfern würde. Ebensolches berichten viele ehemalige Spieler über Jose Mourinho, der ja in seiner Karriere auch mit absolut jedem aneinander geraten ist. Wenn die Ergebnisse aber nicht kommen, dann macht man sich damit eher lächerlich, siehe Sandro Wagner.
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Ich bin überzeugt, dass dir FR ohnehin 80% ihrer Artikel hier aus dem Forum anschreibt, zumindest die ganzen Gerüchte-Geschichten, die niemals falsifiziert werden werden.
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Was micht ein bisschen besorgt, ist dass sich die möglichen Trainer-Kandidaten die aktuellen Eintracht-Spiele anschauen werden, um sich ein Bild davon zu machen, worauf sie sich eigentlich einlassen würden.

Und man kann sich vorstellen, dass der eine oder andere sehr ambitionierte Trainer seine Zweifel haben wird, ob er sich dieses regelmäßig implodierende Defensiv-Konstrukt antun möchte. Wenn Spieler wie Collins oder Brown im Defensivverhalten ihre Basics nicht hinbekommen, bist du als Trainer eigentlich auf verlorenem Posten.

So absurd es klingt, aber vielleicht braucht man wirklich einen "Elder Statesman" à la Funkel bis zum Saisonende. Einfach die Mannschaft emotional beruhigen, defensiv aufstellen, Sicherheit reinbringen, und dann mehr schlecht als recht die Punkte für Platz 8-10 zusammenklauben. Und dann bis zum Sommer einen neuen Trainer verpflichten, der dann eine volle Vorbereitung bekommt.
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Bei aller berechtigten Kritik an Kaua, an den drei Toren heute war er definitiv nicht der Hauptschuldige. Natürlich hätte Prime Neuer an allen drei Gegentoren durch einen Sensationsreflex noch was ändern können, aber 2/3 aller Bundesliga-Torhüter würden alle drei Tore genau so kassieren.

Bei den ersten beiden Gegentoren kommt ein Gegner völlig (!) unbedrängt direkt am Fünfmeterraum zum Kopfball - da dürfen sich die IVs gerne ein paar selbstkritische Fragen stellen. Und das dritte Gegentor ist einfach Pech für alle Beteiligten, so Tore kassieren auch Bayern, Barcelona und ManCity mal.
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Was läuft denn da in der Kabine ab?
Bis zur Halbzeit lief es top. Die Abwehr stabil, unser Torhüter selbstbewusst und nach vorne lief es auch.

Dann kommen wir aus der Kabine und alles bricht zusammen.
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OIAC schrieb:

Was läuft denn da in der Kabine ab?
Bis zur Halbzeit lief es top. Die Abwehr stabil, unser Torhüter selbstbewusst und nach vorne lief es auch.

Dann kommen wir aus der Kabine und alles bricht zusammen.


Durch mehrere amateurhafte spieltaktische Fehler kassiert man bei eigener Führung (!) das gefühlt 741. Konter-Gegentor der Saison. Und dann geht allen der Stift in der Hose, und das vorher okaye Selbstvertrauen ist weg. Der Rest ergibt sich dann.
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Mayhem0815 schrieb:

Bitte mit Staff,Dills und Co gegen Tottenham schlimmer kann das nicht sein


die sollen das Kackspiel abschenken und sich darauf konzentrieren, noch die Punkte zu holen, dass es nicht ganz schlimm wird. Denn: Es geht noch viel schlimmer..
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EintrachtimHerzen schrieb:

die sollen das Kackspiel abschenken und sich darauf konzentrieren, noch die Punkte zu holen, dass es nicht ganz schlimm wird. Denn: Es geht noch viel schlimmer..


Ganz unironisch würde ich gegen Tottenham ein ultra-defensives 5-4-1 aufstellen und einfach nur hinten drin stehen. Damit die Mannschaft im besten Fall zumindest mal das Gefühl bekommt, dass man defensiv auch stabil stehen kann. Gegen Neapel ging es ja auch.
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Unabhängig davon, wer letztendliche der Trainer wird, muss man schon festhalten, dass Krösche jetzt erstmals wirklich Lackabplatzer an seinem bislang sehr guten Ruf hinnehmen muss.

Wenn ich als Vorstand einen Trainer feuere, dann sollte ich im Hintergrund mit 1-2 Kandidaten schon sehr weit in der Diskussion über eine Nachfolge sein. Insbesondere in der Situation der Eintracht, wo man ja seit spätestens Ende November darüber diskutieren konnte / musste, ob man mit Toppmöller noch die Kurve bekommt. Offenbar hat Krösche bis zuletzt gehofft, mit Toppmöller zumindest die Saison beendet zu können - und jetzt steht er mit herunter gelassenen Hosen da, weil er offenbar per Kaltstart neue Kandidaten ansprechen muss.

Das wirkt auf Krösches Seite leider nicht alles besonders souverän und professionell.
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Also ich weiß, so ist nunmal das Geschäft, aber es wäre schon ein ziemlicher Assimove jetzt Blessin zu holen.

Ich habe über Kovacs und Hütters Abgang geschimpft und so ganz werde ich das denen nie verzeihen.
Wenn wir das jetzt genau so machen wäre mir das irgendwie unangenehm.

Natürlich gibts am Ende keine Freunde, schon gar nicht auf St. Pauli.
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Anthrax schrieb:

Also ich weiß, so ist nunmal das Geschäft, aber es wäre schon ein ziemlicher Assimove jetzt Blessin zu holen.

Ich habe über Kovacs und Hütters Abgang geschimpft und so ganz werde ich das denen nie verzeihen.
Wenn wir das jetzt genau so machen wäre mir das irgendwie unangenehm.

Natürlich gibts am Ende keine Freunde, schon gar nicht auf St. Pauli.


Wobei man sagen muss, dass man St. Pauli ja nicht zwingen kann, Blessin frei zu geben (wenn er keine Ausstiegsklausel hat, und die gilt ja mutmaßlich auch nicht für jeden Zeitpunkt innerhalb des Jahres).

Wenn St. Pauli sich entscheidet, Blessin für einen sofortigen Wechsel gegen eine Ablösesumme freizugeben, sehe ich moralisch nicht das Problem. Sie würden es ja nur tun, wenn sie mit dem Geld etwas aus ihrer Sicht besseres anfangen könnten, z.B. einen talentierten Trainer aus der eigenen zweiten Reihe befördern und das Geld in die Leihe zweier guter Spieler für die Rückrunde zu investieren.