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drlove29

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drlove29 schrieb:

ich hier vor ein paar Tagen schonmal in den Raum geworfen hatte („Weitere Reduktion der sozialen Kontakte hat kaum noch messbaren Nutzen“) und für die ich von ein paar Usern fast gesteinigt wurde.

Mir war eher so, als hättest du nicht drastischeren Maßnahmen eine Absage erteilen wollen sondern eine baldige Lockerung ins Spiel gebracht.
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Ja klar, beides.

Denn dass der Ist-Zustand aufgrund der Folge- und Kollateralschäden (#211) nicht noch mehrere Wochen oder gar Monate aufrecht erhalten werden kann, bzw. irgendwann eine Abwägung getroffen und ein Mittelweg/richtige Exitstrategie gefunden werden muss, ist doch mittlerweile auch unbestritten.
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SGE_Werner schrieb:

newfromgg schrieb:

Bauchgefühl: Nein ,zu riskant


Na, wenn es darum geht, was zu riskant ist, dann sollten wir uns daheim einschließen.



er hat ja zumindest einen nicht unerheblichen ansteil der wissenschaft auf seiner seite, die sagt, dass die beschränkungen eher länger anhalten müssen als die aktuell geforderte zügige lockerung.

wie ja auch der sz artikel berichtet:
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-covid-19-ausgangsbeschraenkung-epidemie-pandemie-flattenthecurve-1.4859546

zu diskutieren gilt es dann natuerlich noch die art bzw. der grund der lockerung.

das worauf du spekulierst, ist ein abwägen der politik, tote gegen arbeitslose, wie du es in einem früheren beitrag geschrieben hattest.

zu unterscheiden davon ist natürlich eine kontrollierte öffnung auf basis der wissenschaft, die dem weg der einhegung, eindämmung weiter folgen will und nicht tote gegen arbeitsplätze abwägt, sondern nachwievor versucht unter der toten linie der kapazität des gesundheitssystems zu bleiben.

was man so liest, ist das bild nicht ganz eindeutig, auch wenn die simulation von nils popper an der tu wien (für österreich) zeigt, dass vorsichtige lockerungen in näherer zukunft im bereich des möglichen liegen könnten.

ein szenario allerdings bei dem ab ostern die arbeitsstätten wieder öffnen, ab 4. mai die schulen (2 wochen vor dem abi in österreich) wieder auf normalbetrieb gehen und freizeitkontakte um 50% reduziert bleiben, werden die krankheitszahlen wieder steigen. zwar erstmal langsamer, aber in summe werden dann die aktuellen krankheitszahlen übertroffen.

https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/covid-19-computermodell-zeigt-moegliche-szenarien-auf-1/

ganz so schlecht lag newfromgg (zumindest mal nach aktuell verfügbarem stand der wissenschaft) mit seinem bauchgefühl dann nicht.
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Beim Thema der schrittweisen Lockerungen bin ich aber wieder bei dir.

Deine verlinkte Auswertungen der TU Wien sind ebenfalls sehr lesenswert und die Ergebnisse gehen exakt in die Richtung, die ich hier vor ein paar Tagen schonmal in den Raum geworfen hatte („Weitere Reduktion der sozialen Kontakte hat kaum noch messbaren Nutzen“) und für die ich von ein paar Usern fast gesteinigt wurde.

Aber schön, dass das nun auch von einer weiteren Stelle nochmals wissenschaftlich verifiziert wird, ich zitiere aus dem Artikel:

„Eine noch drastischere Einschränkung der Kontakte hätte ab einem gewissen Punkt kaum zusätzlichen Nutzen.„

„Theoretisch könnte man noch weit über die derzeitigen Maßnahmen hinausgehen. Man könnte öffentliche Verkehrsmittel stilllegen, noch mehr Betriebe schließen oder sogar ein generelles Ausgangsverbot verhängen. Unsere Simulationsrechnungen zeigen allerdings ganz klar, dass ab einem gewissen Punkt eine weitere Verschärfung keinen spürbaren Nutzen mehr bringt“,


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SGE_Werner schrieb:

newfromgg schrieb:

Bauchgefühl: Nein ,zu riskant


Na, wenn es darum geht, was zu riskant ist, dann sollten wir uns daheim einschließen.



er hat ja zumindest einen nicht unerheblichen ansteil der wissenschaft auf seiner seite, die sagt, dass die beschränkungen eher länger anhalten müssen als die aktuell geforderte zügige lockerung.

wie ja auch der sz artikel berichtet:
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-covid-19-ausgangsbeschraenkung-epidemie-pandemie-flattenthecurve-1.4859546

zu diskutieren gilt es dann natuerlich noch die art bzw. der grund der lockerung.

das worauf du spekulierst, ist ein abwägen der politik, tote gegen arbeitslose, wie du es in einem früheren beitrag geschrieben hattest.

zu unterscheiden davon ist natürlich eine kontrollierte öffnung auf basis der wissenschaft, die dem weg der einhegung, eindämmung weiter folgen will und nicht tote gegen arbeitsplätze abwägt, sondern nachwievor versucht unter der toten linie der kapazität des gesundheitssystems zu bleiben.

was man so liest, ist das bild nicht ganz eindeutig, auch wenn die simulation von nils popper an der tu wien (für österreich) zeigt, dass vorsichtige lockerungen in näherer zukunft im bereich des möglichen liegen könnten.

ein szenario allerdings bei dem ab ostern die arbeitsstätten wieder öffnen, ab 4. mai die schulen (2 wochen vor dem abi in österreich) wieder auf normalbetrieb gehen und freizeitkontakte um 50% reduziert bleiben, werden die krankheitszahlen wieder steigen. zwar erstmal langsamer, aber in summe werden dann die aktuellen krankheitszahlen übertroffen.

https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/covid-19-computermodell-zeigt-moegliche-szenarien-auf-1/

ganz so schlecht lag newfromgg (zumindest mal nach aktuell verfügbarem stand der wissenschaft) mit seinem bauchgefühl dann nicht.
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Xaver08 schrieb:



das worauf du spekulierst, ist ein abwägen der politik, tote gegen arbeitslose, wie du es in einem früheren beitrag geschrieben hattest.


Ersetze „Arbeitslose“ mit „Tote durch Wirtschaftskrise“, dann stimmt es.

Erläuterungen in #211
https://community.eintracht.de/forum/diskussionen/135236?page=11#5177583


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Warum ist der Suizid von Thomas Schäfer hier eigentlich kein Thema?
Das ist doch voll krass, oder?
Für mich ein Menetekel ...
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LDKler_ schrieb:

Für mich ein Menetekel ...

Welches Unheil soll dieser Suizid denn bitte im Bezug auf die wirtschaftlichen Folgen von Corona ankündigen?
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WuerzburgerAdler schrieb:

Bei Merkel ist es schon das dritte Mal in ihrer Amtszeit.



       

Mach dir keinen Kopp...dafür wirst du noch viel Gelegenheit haben, wenn nächstes Jahr ihre zweite Amtszeit über weitere 16 Jahre beginnt...der Sonnenkönig hat 72 Jahre regiert, ist also noch viel Zeit..........
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LDKler_ schrieb:

Und auch jetzt wieder will man Menschenleben opfern, nur um die Vermögen der Superreichen zu erhalten



das ist für mich eine Unterstellung, die nicht sein muß.
Natürlich kann und sollte man über unser Wirtschaftssystem diskutieren.
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Tafelberg schrieb:

LDKler_ schrieb:

Und auch jetzt wieder will man Menschenleben opfern, nur um die Vermögen der Superreichen zu erhalten



das ist für mich eine Unterstellung, die nicht sein muß.
Natürlich kann und sollte man über unser Wirtschaftssystem diskutieren.

Wollte gerade das gleiche Schreiben.

Ich hoffe und denke nicht, dass es die Prämisse und Zielsetzung des Staates ist, das Vermögen von ein paar Superreichen zu erhalten, sondern die Existenz und das Leben der restlichen 99% der Bevölkerung zu sichern. Insbesondere von Millionen von Selbstständigen, Gastronomen, Kellnern, Mitarbeitern in der Touristik, Einzelhandel usw...

Dafür kann man natürlich theoretisch die Superreichen enteignen und das System umstellen. Da sind wir aber wieder bei einer ganz anderen Frage.
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drlove29 schrieb:

Es ist also eine Abwägungssache.

nein!

denn ohne „die lösung“ parat zu haben möchte ich feststellen, dass  über verschiedene krisenbewältigungsstrategien noch nicht mal ansatzweise nachgedacht wurde.

wie auch, gibt akut weitaus wichtigeres.
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Xbuerger schrieb:

drlove29 schrieb:

Es ist also eine Abwägungssache.

nein!

denn ohne „die lösung“ parat zu haben möchte ich feststellen, dass  über verschiedene krisenbewältigungsstrategien noch nicht mal ansatzweise nachgedacht wurde.

wie auch, gibt akut weitaus wichtigeres.

Ich habe mal etwas recherchiert, um herauszufinden, ob es Studien oder Erfahrungen gibt, welche medizinischen Auswirkungen ein eine Wirtschaftskrise, die ein längerer Shutdown mit sich bringen würde, hervorrufen würde.

Da ich hier immer wieder den Einwand höre man dürfe „Menschenleben nicht mit Wirtschaftskraft verrechnen“.

Hier wird aber m.E. nach zu wenig über den Tellerrand geschaut. Wie von mir schon mehrfach vermutet wird eine Wirtschaftskrise eine Kettenreaktion nach sich ziehen. WirtschaftsKrise -> Arbeitslosigkeit -> Verlust von Existenzen -> Armut -> medizinische Schäden bzw. Tote (Selbstmorde, Depressionen, Infarkte, fehlende Möglichkeiten schwere Krankheiten zu heilen)

Am Ende muss man also sehr wohl abwägen zwischen Tote durch Corona und Tote durch Inkaufnahme einer apokalyptischen Wirtschaftskrise.

Abschließend möchte ich das ganze dann auch mal faktisch
anhand von ein paar Beispielen aus der Vergangenheit belegen:

Die letze Wirtschaftskrise 2008 hatte einer Studie nach zur Folge, dass weltweit 500.000 Menschen zusätzlich an Krebs gestorben sind, weil sie nicht mehr ausreichend behandelt werden konnten:
https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/krebstote-durch-finanzkrise-zusaetzlich-starben-500-000-menschen-a-1094316.html

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1930 hatte Deutschland zu dieser Zeit mit 260 Suizidtoten auf eine Million Einwohner die mit Abstand höchste Selbstmordrate der Welt
https://www.boerse.de/boersenwissen/boersengeschichte/Die-Weltwirtschaftskrise-der-30er-Jahre-68-seite,3,anzahl,20

Im Jahr nach der Wirtschaftskrise von 2008 ist die Zahl der Suizide weltweit deutlich gestiegen. Besonders betroffen: Europa und die USA. Insgesamt war die Selbstmordrate bei den europäischen Männern um 4,2 Prozent gestiegen, das entspricht einem Zuwachs um knapp 3000 Fälle. In den USA kam man auf 6,4 Prozent mehr männliche Fälle von Selbsttötung. Insgesamt waren es allein im Jahr 2009 fast 5000 mehr Menschen die Selbstmord beginnen.
https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Viel-mehr-junge-Maenner-waehlen-Freitod-291629.html

Die Finanzkrise in Europa tötet Menschen. Das ist die Botschaft einer aktuellen Analyse von Gesundheitsexperten, die die Auswirkungen der drastischen Sparpolitik in einigen Ländern der Europäischen Union untersucht haben.
https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/gesundheit-in-europa-wirtschaftskrise-toetet-menschen-a-891203.html

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LDKler_ schrieb:

So, und jetzt noch Anmerkung 2 zum Ostereierbeispiel:
Im Raubtierkapitalismus bekommt nicht jeder 3 Ostereier. Sondern deine Geschwister 150 und du 1, aber das auch nur, wenn du eine 1 in der letzten Mathearbeit hattest.


Wenn man Deiner Darstellung folgt, ist es dem Raubtierkapitalismus gelungen, aus 9 Ostereiern 151 Ostereier zu generieren. Immerhin zwei der drei Personen verfügen jetzt statt über 3 Ostereier jeweils über 75 Ostereier. Dank des Raubtierkapitalismus geht es zwei Drittel der Bevölkerung deutlich besser als zuvor. Im Durchschnitt verfügt jede Person über rund 47 Osterei mehr als zuvor. Allerdings ist eine Person ungerechtfertigt deutlich verarmt.

Ohne es zu wollen, hast Du eine gar nicht mal so schlechte Analogie der globalisierten Marktwirtschaft der 2000er Jahre gezeichnet.

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Sehr geil
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drlove29 schrieb:

Es ist also eine Abwägungssache.

nein!

denn ohne „die lösung“ parat zu haben möchte ich feststellen, dass  über verschiedene krisenbewältigungsstrategien noch nicht mal ansatzweise nachgedacht wurde.

wie auch, gibt akut weitaus wichtigeres.
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Xbuerger schrieb:

drlove29 schrieb:

Es ist also eine Abwägungssache.

nein!

denn ohne „die lösung“ parat zu haben möchte ich feststellen, dass  über verschiedene krisenbewältigungsstrategien noch nicht mal ansatzweise nachgedacht wurde.

wie auch, gibt akut weitaus wichtigeres.


Doch, ist es, und war es schon immer.
Siehe Posting #184

https://community.eintracht.de/forum/diskussionen/135236?page=10#5177411

Und um mögliche Exitstrategien hat man ja gerade angefangen sich Gedanken zu machen, um einen Mittelweg zu finden.




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Adlerdenis schrieb:
Da scheint mir Corona eher ein Schein-Argument zu sein, um die gewohnte Agenda zu platzieren.
Nein Denis, dagegen wehre ich mich. In meinen Augen ist es so, dass die bestehenden Probleme des aktuellen Wirtschaftssystems durch Corona jetzt auf die Spitze getrieben werden. Von daher ist es jetzt umso dringlicher, für Veränderung zu kämpfen. Vor allem, wenn hier im Forum und draußen im rl die Stimmen lauter werden, Menschenleben zum Erhalt des aktuellen Wirtschaftssystems zu opfern. In meinen Augen ist es komplett unnötig, sich zwischen Menschenleben und dem Erhalt der Wirtschaft zu entscheiden, weil es einen dritten Weg gibt.
Und ja, das hat mich in den letzten Tagen wirklich richtig wütend gemacht, was man hier sicherlich gemerkt haben dürfte ...
Ich werde versuchen, in nächster Zeit weniger emotional zu diskutiern. Hoffe, es gelingt ....
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LDKler_ schrieb:

[Vor allem, wenn hier im Forum und draußen im rl die Stimmen lauter werden, Menschenleben zum Erhalt des aktuellen Wirtschaftssystems zu opfern.

Die Stimmen werden laut, weil der Shutdown eben nicht nur wirtschaftliche, sondern auch weitere, nachgelagerten Kollateralschäden verursacht. Schäden von sozialer und psychischer, und am Ende des Tages auch medizinischer Art mit Folgeschäden, die ebenfalls zu Toten führen.

Es ist also eine Abwägungssache.

Wurde hier aber auch schon hundert Mal erklärt. Du beziehst dich aber immer wieder nur darauf, es würde den Leuten ausschließlich um den schnelle Euro gehen. Schwarz und weiß. So einfach ist es aber nicht, wenn man mal etwas weiter denkt.
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Ob das dann schon sinnvoll ist, werden wir sehen. Klar ist, dass man wohl kaum bis weit in den Mai diese Maßnahmen durchziehen kann. Der Druck von Unternehmen auf die Politik würde extrem zunehmen. Ich denke, man wird nach den Osterferien die Maßnahmen lockern.
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SGE_Werner schrieb:

Ob das dann schon sinnvoll ist, werden wir sehen. Klar ist, dass man wohl kaum bis weit in den Mai diese Maßnahmen durchziehen kann. Der Druck von Unternehmen auf die Politik würde extrem zunehmen. Ich denke, man wird nach den Osterferien die Maßnahmen lockern.

Davon gehe ich auch aus.

Aktuelle Studien des Ifo-Institut ergeben, dass bei einem 3-monatigen Shutdown knapp zwei Millionen Menschen ihre Jobs verlieren würden und die Zahl der Kurzarbeiter auf 6 Millionen steigen würde, die Wirtschaftskraft könnte um 10 bis 20 Prozent schrumpfen.
Quelle: https://www.ifo.de/DocDL/sd-2020-04-fuest-etal-volkswirtschaftliche-kosten-corona-2020-04-15.pdf

In diesem Szenario stellt sich natürlich zwangsläufig die moralische Frage, die auch Werner hier schon in den Raum geworfen hat, ab wann darf man anfangen Menschenleben mit Wirtschaftskraftverlust zu verrechnen, bzw. ist es moralisch/ethisch überhaupt vertretbar, auch nur ein einziges Leben zu opfern, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Die Diskussion wird also vermutlich auf die zynische Frage hinauslaufen „Wohlstand sichern oder Leben retten?“

Dazu aber mal ein anderer Gedankengang:

Tun wir das nicht schon immer? Opfern wir nicht auch Leben, wenn wir z.B. Autos auf unseren Straßen fahren lassen, um schneller und bequemer als mit Bus und Bahn von A nach B zu kommen? Verkehrstote sind die 9. häufigste Todesursache in Deutschland.

https://www.gesundheit.de/medizin/gesundheitssystem/todesursachen-weltweit/verkehrsunfaelle

Oder um beim Beispiel des Virus zu bleiben: Opfern wir, gerade in stark ausgeprägten Grippesaison nicht auch Menschenleben, wenn wir die Wirtschaft laufen lassen und keinen Shutdown durchführen? Hätten wir z.B. 2017/18 nicht auch viele von den 20.000 Grippetoten retten können, wenn wir uns um Hygiene, Social Distancing oder gar einen Shutdown gekümmert hätten, um die Ausbreitung der Influenza einzudämmen?

Mir ist schon klar, dass die Influenza nicht so gefährlich im Hinblick auf nen R0 Wert, Ausbreitungsgeschwindigeit, Sterblichkeitsrate und Krankheitsverlauf wie Corona ist.

Aber genau an diesem Punkt haben wir alle doch schon diese Entscheidung getroffen, etwas abzuwägen. Um es überspitzt zu formulieren „Der Coronavirus ist gefährlich/er, hier tun wir alles um Leben zu retten. Die Grippetoten sind den Aufwand und den Verzicht jedoch nicht wert“.

Die Frage die sich hier bald stellen wird, hat sich also meines Erachtens nach auch in der Vergangenheit schon gestellt.
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Ok, das wusste ich nicht, danke für die Info. Ist auf jeden Fall ein weiteres Gegenargument für diese leidige Erzählung von unserem King of Love und anderen hier. zu wissen. Ich als Laie hätte jetzt gesagt, dass es allein schon deshalb nicht empfehlenswert ist, weil es ja besser wäre, die Leute würden durch einen Impfstoff immun werden, wenn wir genug Zeit gewinnen, als durch eine "Durchseuchung", die etliche Todesopfer fordert.
Von daher hoffe ich, dass Werner sich ausnahmsweise irrt und die Leute da etwas mehr Vernunft und Rücksicht mitbringen.
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HessiP hat es ja gerade klar gestellt, dass Drosten das so nicht gesagt hat.

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Wer mal bisschen quer lesen möchte:

Kontaktsperre könnte rechtswidrig sein - trotzdem traut sich kaum einer zu widersprechen

https://www.fr.de/politik/coronakrise-deutschland-sind-kontaktsperren-ausgangsbeschraenkungen-rechtswidrig-13611821.html
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NewOldFechemer schrieb:


Kontaktsperre könnte rechtswidrig sein - trotzdem traut sich kaum einer zu widersprechen


In Berlin gab es heute schon die erste Klage gegen die Kontaktsperre. Und auch die großen Medien wie Tagesschau.de trauen sich zumindest schonmal das Thema zu hinterfragen:

https://www.tagesschau.de/inland/corona-massnahmen-rechtmaessig-101.html

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Wer mal bisschen quer lesen möchte:

Kontaktsperre könnte rechtswidrig sein - trotzdem traut sich kaum einer zu widersprechen

https://www.fr.de/politik/coronakrise-deutschland-sind-kontaktsperren-ausgangsbeschraenkungen-rechtswidrig-13611821.html
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NewOldFechemer schrieb:

Wer mal bisschen quer lesen möchte:

Kontaktsperre könnte rechtswidrig sein - trotzdem traut sich kaum einer zu widersprechen

https://www.fr.de/politik/coronakrise-deutschland-sind-kontaktsperren-ausgangsbeschraenkungen-rechtswidrig-13611821.html

Sensationell gutes Interview !!!
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Ich war jetzt seit Freitag in verschiedenen Supermarkt-Läden (Rewe/Aldi) und Drogerien in Hessen und RLP...

Erstaunlich wie diszipliniert die Menschen mittlerweile sind. Ich frag mich ernsthaft wie und wo man sich jetzt noch irgendwo anstecken soll. Da muß man sich schon enorm anstrengen.
Bei uns auf der Arbeit wird penibel Sicherheitsabstand eingehalten, desinfiziert wo es nur geht, die Leute sitzen mittlerweile überwiegend in Einzelbüros oder sind im Home-Office.

Wenn diese Maßnahmen keine massiven Auswirkungen auf die Infektions-Kurve haben weiß ich auch nicht mehr weiter... dann sind wir wohl wirklich verloren.
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Diegito schrieb:
Ich frag mich ernsthaft wie und wo man sich jetzt noch irgendwo anstecken soll. Da muß man sich schon enorm anstrengen.

Hab‘s im Fußball Thread schon erwähnt, passt aber sowieso eher hier rein: Denn genau das (kaum noch Ansteckungen) könnte könnte mittel- bis langfristig zum Problem werden.

Gestern hat bei „hart aber fair“ Professor Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Universität Bonn, vor genau diesem Phänomen gewarnt: Wenn die sozialen Kontakte zu sehr reduziert werden und somit die Maßnahmen „zu gut“ sind, dauere es ewig bis die Herdenimmunitat erreicht wird. Das wiederum führe dann dazu, dass wir die Maßnahmen insgesamt zu lange aufrecht erhalten müssen:

https://www.hna.de/welt/coronavirus-corona-ard-hart-aber-fair-virologe-plasberg-talkshow-sars-cov-2-infizierte-zr-13611290.html
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Es ist ja nachvollziehbar, dass aus wirtschaftlichen Gründen versucht wird das Unvermeidliche so weit wie möglich rauszuschieben- den Saisonabbruch. Jedoch würde ich den Verantwortlichen  dringend empfehlen auf diejenigen zu hören, die es am besten einschätzen können: den Virologen. Davor die  Augen zu verschließen ,weil nicht sein kann was nicht sein darf halte ich auch ein Stück weit für verantwortungslos.

Und Geisterspiele sind  aus meiner Sicht nicht möglich. Will man dann den Spielern verordnen 1,5 m Sicherheitsabstand einzuhalten  während eines Zweikampfs?
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wegjubler schrieb:

Jedoch würde ich den Verantwortlichen  dringend empfehlen auf diejenigen zu hören, die es am besten einschätzen können: den Virologen.

Von denen auch viele was anderes erzählen, wahrscheinlich weil es keinen gibt, der die Lage und vor allem die Entwicklung der Ausbreitung (bei welchen getroffenen Maßnahmen) zu 100% voraussagen kann.

Gestern hat bei „hart aber fair“ Professor Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Universität Bonn, vor einem weiteren Aspekt gewarnt: Wenn die sozialen Kontakte zu sehr reduziert werden und somit die Maßnahmen „zu gut“ sind, dauert es zu lange bis die Herdenimmunitat erreicht wird. Das wiederum führe dann dazu, dass wir die Maßnahmen insgesamt zu lange aufrecht erhalten müssen:

https://www.hna.de/welt/coronavirus-corona-ard-hart-aber-fair-virologe-plasberg-talkshow-sars-cov-2-infizierte-zr-13611290.html

wegjubler schrieb:


Und Geisterspiele sind  aus meiner Sicht nicht möglich. Will man dann den Spielern verordnen 1,5 m Sicherheitsabstand einzuhalten  während eines Zweikampfs?


Der Sicherheitsabstand lässt sich doch gar nicht überall einhalten. Oder wie soll das zb in einem Bus des ÖPNV oder beim Zahnarzt Besuch funktionieren? Es gibt Berufe und/oder Situationen da gehts nicht anders.

Und in Verbindung mit dem Aspekt von Professor Streek will man, so meine Einschätzung, sicher aktuell noch abwarten, ob sich die Lage nicht dahingehend entspannt.



drlove29 schrieb:


Von wem wurden diese Gedanken geäußert?


Durchaus auch von mir vor paar Tagen. Und heute mit dem einen aufgezeigten Modell. Selbstverständlich wird die Regierung irgendwann an den Punkt kommen, wo sie sich fragen muss, ob sie bereit ist, noch mal 5 % Wirtschaftskraft zu verlieren und 1 Mio Menschen auf der Straße landen oder ob statt 50.000 Ältere und Schwächere eben 100.000 Ältere und Schwächere sterben. Das muss doch allen klar sein, dass man nicht das komplette Gastgewerbe, den Tourismus und noch ganz andere Branchen opfert. Wenn es 2, 3 Millionen vor allem jüngeren Menschen an ihre Jobs, vllt. sogar an ihre Existenz geht, dann wird es mit der Solidarität mit Alten und Schwachen schnell zuende sein. Das kann man ein paar Wochen machen, vllt. 1-2 Monate, aber danach?

Wir reden hier ja nicht nur von den internationalen Konzernen, die in den letzten Jahren schön fette Rendite gemacht , ihre Aktionäre gepudert haben und das alles auf dem Rücken der Mitarbeiter. Wir reden hier von unfassbar vielen Kleinbetrieben und Mittelständlern. Jeder kennt bestimmt nen Restaurantbesitzer oder einen Reisebüroangestellten oder einen Mitarbeiter im Möbelhaus. Die werden definitiv nicht monatelang zusehen und ihre kleine bescheidene Existenz dafür opfern.

Ja, das sind perverse Entscheidungen, die zu treffen sind. Es werden Entscheidungen sein, die vermutlich niemanden richtig zufrieden machen können. Die meisten werden irgendwas und irgendwie verlieren.

Was ich mich eher frage... Wir machen dann wieder 200, 300 Milliarden Neuschulden und das bezahlt dann wer? Die nachfolgende Generation? Wir haben über 6 Billionen Geldvermögen in diesem Land. Wie wäre es denn mal damit, dort ranzugehen?
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SGE_Werner schrieb:

drlove29 schrieb:


Von wem wurden diese Gedanken geäußert?


Durchaus auch von mir vor paar Tagen. Und heute mit dem einen aufgezeigten Modell. Selbstverständlich wird die Regierung irgendwann an den Punkt kommen, wo sie sich fragen muss, ob sie bereit ist, noch mal 5 % Wirtschaftskraft zu verlieren und 1 Mio Menschen auf der Straße landen oder ob statt 50.000 Ältere und Schwächere eben 100.000 Ältere und Schwächere sterben. Das muss doch allen klar sein, dass man nicht das komplette Gastgewerbe, den Tourismus und noch ganz andere Branchen opfert. Wenn es 2, 3 Millionen vor allem jüngeren Menschen an ihre Jobs, vllt. sogar an ihre Existenz geht, dann wird es mit der Solidarität mit Alten und Schwachen schnell zuende sein. Das kann man ein paar Wochen machen, vllt. 1-2 Monate, aber danach?


Oh weia, da geht es schon los:

https://www.spiegel.de/panorama/coronavirus-texanischer-gouverneur-fordert-grosseltern-auf-fuer-ihre-enkel-zu-sterben-a-5d7724af-e3d8-4ba0-a561-ecb8af0f402d#
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Nein, es ist keine Frage, wie zu handeln ist. Deutschland hat die Probleme verursacht und kann sich deswegen jetzt nicht aus der Verantwortung stehlen:
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/austeritaet-ist-toedlich
Rom, August 2011: In das Postfach der italienischen Regierung flattert ein Brief der Europäischen Zentralbank. Was dem Brief folgen wird, ist eine drastische Kürzungswelle, die auch das Gesundheitswesen erfasst. Die EZB erklärt in ihrem Schreiben, dass Schutz vor steigenden Zinsen auf italienische Staatsanleihen nur unter der Bedingung harter Einschnitte gewährt würde. Sie hatte in der Troika die EU-Kommission und den Internationalen Währungsfonds hinter sich. Die italienische Regierung führte diese Einschnitte durch – in der Folge sank die Anzahl von Krankenhäusern im Land um 15 Prozent. Die Krise des Gesundheitssystems in der aktuellen Pandemie ist eine Folge dieser Austeritätspolitik.
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Deutschland hat die italienische Verschuldung und Misswirtschaft verursacht?
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Wortklauberei. Du schreibst, dass man auf Idee hätte kommen müssen, auch Desinfektionsmittel und Schutzkleidung zu bunkern. Damit sagst Du doch nichts anderes als dass man das eben nicht gemacht hat.
Dann steh doch wenigstens mal zu dem was Du hier behauptest.
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Stehe ich: Ich stelle die Annahme auf, dass man das nicht getan hat, korrekt.

Habe dann aber sowohl HessiP beigepflichet, dass ich ich es nicht weis als auch Werner‘s Einwand bejaht, dass es die Option geben könnte, dass es diese Lager gibt und man sie nur noch nicht anzapft möchte oder anzapfen kann.

Eine Hypothese ist formulierte Annahme, deren Gültigkeit man zwar für möglich hält, die aber bisher nicht bewiesen bzw. verifiziert wurde. Gleiches gilt für die Gegenhypothesen.



 
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drlove29 schrieb:

Langsam nervt es mir die Worte im Hals umzudrehen!

Ich habe es nicht behauptet, aber natürlich gehe ich stark davon aus (=Annahme), dass es keine gibt, wenn Krankenhäuser und Pflegepersonal nichts bekommen.

https://community.eintracht.de/forum/diskussionen/134918?page=171#5176236

Damit unterstellst Du doch, dass man es nicht getan hat.
Aal ist schon sehr passend @adlerkadabra!
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Zwischen „steif und fest behauptet“ und einer „Annahme/Hypothese“ (oder wie du es nennst Unterstellung) ist aber immer noch ein himmelweiter Unterschied.