>

hawischer

6813

#
hawischer schrieb:

Du bist nicht auf dem neuesten Stand.


Der von Dir verlinkte Artikel ist aus dem letzten Jahr. Auch Blume sieht die Zukunft in der Elektromobilität.

Efuels würden in Zukunft keine Rolle spielen, lediglich bei schon zugelassenen Wagen, wird vom Automobilgipfel anfangs des Jahres berichtet.

https://www.ksta.de/wirtschaft/e-fuels-vw-chef-blume-laesst-lindner-mit-innovationskonzept-auflaufen-390167

Für die Autoindustrie seien synthetische Kraftstoffe nicht Teil ihrer Strategie – weder für Pkw noch Lkw.
#
Xaver08 schrieb:

hawischer schrieb:

Du bist nicht auf dem neuesten Stand.


Der von Dir verlinkte Artikel ist aus dem letzten Jahr. Auch Blume sieht die Zukunft in der Elektromobilität.

Efuels würden in Zukunft keine Rolle spielen, lediglich bei schon zugelassenen Wagen, wird vom Automobilgipfel anfangs des Jahres berichtet.

https://www.ksta.de/wirtschaft/e-fuels-vw-chef-blume-laesst-lindner-mit-innovationskonzept-auflaufen-390167

Für die Autoindustrie seien synthetische Kraftstoffe nicht Teil ihrer Strategie – weder für Pkw noch Lkw.


Es wird noch Jahrzehnte Autos mit Verbrennungsmotor geben, hierzulande und weltweit besonders.
Wie ich schon ausführte kann e-fuel durchaus eine Brückentechnologie für Pkw sein und für Flugzeuge, Schiffe und LKW eine Alternative.
Am Karlsruher Institut für Technologie wird auf dem Gebiet der e-fuels geforscht.
Infos hier:
https://www.elab2.kit.edu/power2liquid.php

Aus dem von Dir verlinkten Artikel, noch ein Zitat von Blume:

"Beim Autogipfel wurden Lindner und Wissing dahingehend in ihrem Einsatz für E-Fuels bestärkt, dass VW- Chef Blume grundsätzlich in synthetischem Kraftstoff eine Chance sieht – allerdings nur bei bereits zugelassenen Wagen, damit der Verbrennungsmotor weiter eine Chance habe."

Also, nicht alles scheint so, wie es aussieht. Auf nur einem Blick.

#


hawischer schrieb:

Es ist nicht immer so wie man sich es wünscht und auch nicht so, wie es auszusehen scheint.



Der VDA vertritt auch die Zulieferer, die ein starkes Interesse an einer Weiterexistenz des Verbrenners haben.
Das führt dazu, dass der VDA sehr stark für den Verbrenner lobbyiert, was die Automobilhersteller auch des öfteren bemängelt haben. Beispielsweise VW hat bereits mit dem Ausstieg gedroht.

Nicht rechnen können offensichtlich nicht nur Politiker sondern auch Lobbyisten 😊



Die anderen Themen, auch der Werbebeitrag von Porsche, haben wir doch schon durchgekaut.


Der Werbebeitrag von Porsche ist allerdings lustig, der schliesst mit den Worten:

Werbung von Porsche schrieb:


Haru Oni ist ein Zeichen der Hoffnung im Kampf gegen den Klimawandel, für eine nachhaltigere Zukunft – und vielleicht auch unter der klangvollen Begleitung eines Sechszylinder-Boxermotors.



Zur Efuelsanlage in Chile habe ich schon ausgiebig was geschrieben, es lohnt sich, das nochmal nachzulesen, damit Du die Hintergründe der Nachteile von Efuels besser verstehst.


Aktuell produziert die Anlage 150 000 l pro Jahr, ein Rampup ist geplant. Angeblich soll 2027 genug Efuels für ca. 1% des deutschen Marktes (individualtverkehr) dort produziert werden, dafür werden 600 Windräder gebraucht.

Sollte man ca. 50% des deutschen Marktes bedienen wollen, würde man 30 000 Windräder brauchen, nur der deutsche Markt zu einem Preis von ca. 7-10Euro/l. Und dann hat Chile noch keine Windräder für sich gebaut. Natürlich ruft Porsche bereits nach Subventionen, damit Efuels bezahlbar werden. Das ist sicherlich das berühmte Credo, der Markt regelt das.

Mit der gleichen Menge Strom mit der so Efuels für 100km erzeugt werden, fährt aber das Elektroauto mind. 600km. Es ist weder effizient, noch günstig.
Wir werden in dieser Übergangsphase nicht genug Strom für so Phantastereien haben, besser geht der Strom ohne mehrfache Umwandlung direkt in den Individualverkehr und efuels nutzen wir da, wo es keine Alternativen gibt.

Im Flug- und Schiffsverkehr werden die Bedarfe sehr groß sein, auch die Industrie braucht Wasserstoff und Ammoniak. Es ist unlogisch, da in Konkurrenz zum Individualverkehr zu treten, wo es eine gute Alternative gibt.

Die Fortschritt findet aktuell weitestgehend woanders statt, deutsche Hersteller hatten zulange keine Planungssicherheit. Ich war Größenordnung 2010 auf einem Vortrag eines Chefentwicklers von Daimler, der genau das eingefordert hat von der Politik, Planungssicherheit, da sonst der Rückstand in Richtung Asien zu gross werden würde. Unter den Top 20 der meistverkauften Elektroautos sind kaum Europäer… 3x VW, ziemlich abgeschlagen und das war es dann schon.
#
Xaver08 schrieb:

Das führt dazu, dass der VDA sehr stark für den Verbrenner lobbyiert, was die Automobilhersteller auch des öfteren bemängelt haben. Beispielsweise VW hat bereits mit dem Ausstieg gedroht.


Du bist nicht auf dem neuesten Stand. Der einseitig auf E-Mobiltät setzende VW-Chef Dieses musste gehen. Intern war seine Position immer umstritten. Der neue Chef sieht das anders.

"E-Fuels seien eine sinnvolle Ergänzung zur Elektromobilität, sagte Blume, der auch Porsche-Chef ist. Auch in Jahrzehnten werde es noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren geben. Mit synthetischen Kraftstoffen könnten diese Autos einen Beitrag zur schnellen CO2-Reduktion leisten."

Es wird sich das durchsetzen, was technologisch sinnvoll und machbar und bezahlbar ist.

Lasst die Wissenschaft und die Ingenieue in  den Unternehmen arbeiten und versucht nicht, mit Verboten oder Einschränkungen bestimmte Richtungen auszuschließen oder zu behindern.
Vielleicht ist es sinnvoll e-fuel mit grüner Energie herzustellen, vielleicht erweist sich der Transport von 700 kg Batteriegewicht im PKW und die fehlende Ladeinfrastruktur als nicht in ein paar Jahren weltweit umsetzbar, vielleicht braucht man einer ergänzende Übergangstechnologie, vielleicht erweist sich e-fuel auch "nur" im Flugverkehr langfristig als sinnvoll.
Um die vielen "vielleicht" aufzuklären, muss gefördert, geforscht und entwickelt werden.
Ergebnisoffen und ohne  - wie auch immer begründete   - Sichtbeschränkung.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/volkswagen-oliver-blume-bekennt-sich-zu-e-fuels-a-fa66d8db-e1d7-4958-bf06-4b1a11f13025
#
Fakt ist, so der Handelsblatt-Finanzmarktanalyst Ulf Sommer:

"Die Autohersteller im Dax haben im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 50 Milliarden Euro Nettogewinn erwirtschaftet"

Damit könnten doch leicht, bei meiner Annahme eine Wärmepumpe kostet 50.000 Euro, ca. 1.000.000 Wärmepumpen finanziert werden?

https://app.handelsblatt.com/audio/today/handelsblatt-today-kurstreiber-oder-klumpenrisiko-dax-ist-so-autolastig-wie-nie/29029784.html?utm_campaign=standard&utm_content=ne&utm_medium=sm&utm_source=Twitter&utm_term=organisch#Echobox=1678466276
#
Gewinne sind in der Betriebswirtschaft eines Unternehmers wichtige Kenngrößen zur Sicherstellung notwendiger Investitionen.
Ein Beispiel von VW, das die von Dir genannten Gewinne der gesamten Autoindustrie einordnen kann.

"Der Volkswagen Konzern investiert kräftig in die Mobilität der Zukunft: Bis Ende 2025 sollen knapp 73 Milliarden Euro in Elektromobilität, Digitalisierung und Hybridisierung fließen, 35 Milliarden davon entfallen auf Elektromobilität."
https://www.volkswagenag.com/de/group/e-mobility.html
#
hawischer schrieb:

Es ist nicht immer so wie man sich es wünscht und auch nicht so, wie es auszusehen scheint.


Und was haben Südamerika und China mit der EU zu tun?

Ich glaube es ist jedem klar, dass speziell in weniger reichen Ländern Verbrenner noch wesentlich länger fahren werden können und ja auch müssen. Natürlich werden mit ziemlicher Sicherheit Verbrenner in vielen Ländern noch bis 2100 fahren und es werden sich genug Autobauer finden, die diesen Markt bedienen.

Die EU macht aber keine Gesetze für China oder Nigeria oder die Türkei.
#
Du hast es erkannt. Und da ein Großteil der Umsätze aus Asien und Amerika kommen, richten sich die Autofirmen darauf ein, das anzubieten, was der jeweilige Markt fordert.
Das sind immer mehr und (besonders in China immer billigere) E-Autos, aber auch Hybride und Verbrenner. Dazu die Entwicklung von e-fuels.
#
In der Wirtschaftswoche findet sich heute ein Kommentar zur efuels Posse, neben ein paar Sachinfos fällt der Autor ein deutliches Urteil über Efuels befürwortende Politiker.

Wiwo schrieb:

Denn anders als Politiker kennen Ingenieure die Naturgesetze.


https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/verbrenner-aus-ueber-e-fuels-lacht-die-autoindustrie/28465812.html

Ich gehe mittlerweile davon aus, dass efuels mit aufgenommen werden in die Regelung,  nach der Solarindustrie und Windindustrie  in Europa gefährdet das die nächste Industriesparte in Europa.

Tragisch, denn hätte Wissing nicht gepennt oder jetzt andere Motive, hätte es einen günstigeren Zeitpunkt gegeben, mehr auszuhandeln. So bleibt ein massiver Schaden für das Ansehen D und das Risiko, dass die Entscheidung komplett kippt.

Ich hoffe, dass die Industrie stabil genug ist, um das Irrlichtern des deutschen Verkehrsministers auszuhalten
#
Die Autoindustrie lacht also über e-fuels. Schreibt die Wirtschaftswoche.

Da bietet sich doch an, nicht nur Sekundärquellen zu bemühen, sondern zu schauen, was der Verband der "lachenden" Industrie (VDA) dazu sagt:

"Die deutsche Automobilindustrie bekennt sich zu den Pariser Klimaschutzzielen bis 2050. Das gemeinsame Ziel, den Verkehr bis 2050 klimaneutral zu machen, kann dabei nur erreicht werden, wenn im Verkehrssektor zusätzlich zur Elektromobilität mit grünem Strom auch fortschrittliche Biokraftstoffe und Electrofuels (E-Fuels) zum Einsatz kommen: mit Wasserstofftechnologie und erneuerbaren Energien hergestellte nachhaltige, regenerative Kraftstoffe."
https://www.vda.de/de/themen/e-fuels/klimazielbeitrag-e-fuels

Und was liest man so von den Herstellern. Offiziell steigen alle aus. In Wirklichkeit halten sie sich die Option "Verbrenner" weiter offen.
Beispiel BMW
https://www.electrive.net/2023/03/08/bmw-entwickelt-wohl-neue-verbrenner-plattform/
"Aber nicht nur von BMW könnte es weiterentwickelte Verbrenner geben, denn offenbar will auch Mercedes vor allem für China die Hintertür bei seinem End-Datum für den Verbrenner zu nutzen. Offiziell plant der Hersteller zwar, bis zum Ende dieses Jahrzehnts rein elektrisch zu werden, „wo immer die Marktbedingungen es zulassen“."

Oder Porsche, eine 100% VW Tochter. Die haben in Chile eine e-fuel Anlage in Betrieb genommen und sagen:

"Auch wenn sich Porsche nach wie vor der Elektromobilität verschrieben hat und im Jahr 2030 bei seinen Neuauslieferungen einen vollelektrischen Anteil von mehr als 80 Prozent anstrebt, sind noch sehr viele der im Laufe der Jahre produzierten Porsche-Fahrzeuge auf der Straße. Mit dem in dieser Pilotanlage hergestellten Kraftstoff können die Motoren dieser Wagen noch weit bis in die Zukunft laufen, ohne fossile Brennstoffe zu benötigen."
https://newsroom.porsche.com/de/2023/unternehmen/porsche-efuels-pilotanlange-haru-oni-chile-synthetische-kraftstoffe-behind-the-scenes-31228.html

Es ist nicht immer so wie man sich es wünscht und auch nicht so, wie es auszusehen scheint.


#
Nachdem ich jetzt also nicht mehr verantwortlich dafür bin, dass Du die Unwahrheit geschrieben hast, ist es jetzt anders gemeint ....

und auch das stimmt übrigens nicht. efuels können unbegrenzt eingesetzt werden, so sie keine emissionen verursachen.

wenn sie emissionen verursachen können sie im flugverkehr, in der schifffahrt, bei der bestandsflotte des individualverkehrs, im güterverkehr und und und immer noch eingesetzt werden.

efuels werden nicht verboten, insofern ist auch die behauptung, dass weitere investionen gestoppt werden, nicht wahr. es gibt nachwievor eine große notwendigkeit für efuels....
#
Xaver08 schrieb:

Nachdem ich jetzt also nicht mehr verantwortlich dafür bin, dass Du die Unwahrheit geschrieben hast, ist es jetzt anders gemeint ....

und auch das stimmt übrigens nicht. efuels können unbegrenzt eingesetzt werden, so sie keine emissionen verursachen.

wenn sie emissionen verursachen können sie im flugverkehr, in der schifffahrt, bei der bestandsflotte des individualverkehrs, im güterverkehr und und und immer noch eingesetzt werden.

efuels werden nicht verboten, insofern ist auch die behauptung, dass weitere investionen gestoppt werden, nicht wahr. es gibt nachwievor eine große notwendigkeit für efuels....


"Künftig sollen in der EU nur noch Neuwagen verkauft werden, die im Betrieb keine Treibhausgase ausstoßen. Die Regelung soll 2035 in Kraft treten. Darauf haben sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments geeinigt, wie die tschechische Ratspräsidentschaft mitteilte.

Im Jahr 2026 soll die Entscheidung erneut überprüft werden können. Zudem ist im Kompromiss eine Bitte an die EU-Kommission festgehalten, zu überprüfen, ob der Einsatz von sogenannten E-Fuels für Autos künftig infrage kommen könnte. Darauf hatte in der Bundesregierung vor allem die FDP gedrängt."

Warum soll die Bitte an die EU-Kommission gestellt werden, wenn doch nach Deiner Aussage e-fuel erlaubt sei?
Warum dann die ganze Aufregung?

https://www.n-tv.de/wirtschaft/EU-Einigung-Ab-2035-nur-noch-emissionsfreie-Neuwagen-article23680263.html
https://app.handelsblatt.com/politik/international/fit-for-55-eu-staaten-legen-fest-neuwagen-ab-2035-emissionsfrei/28464140.html

Warum dann die ganze Diskussion hier?
Die Antwort ist einfach:

Die Umweltverbände setzen im PKW-Bereich allein auf das E-Auto.
"Umweltverbände bemängelten die Entscheidung der EU-Staaten zum Verbrenner. Kritisiert wurde vor allem, dass Verbrenner-Autos nach 2035 eine Zukunft mit E-Fuels haben sollen. „E-Fuels sind eine Scheinlösung, sie sind ineffizient, nicht automatisch klimaneutral und werden auf absehbare Zeit teuer sowie begrenzt verfügbar bleiben“, sagte Antje von Broock, Geschäftsführerin des BUND,"

Also, Kompromissvorschlag um das Hin und Her zu beenden:

- Es gibt ein Interesse seitens der Umweltverbände die EU-Verordnung so auszulegen, dass ab 2035 keine Verbrenner im PKW-Bereich eingesetzt werden können. Das bedeutet praktisch auch kein e-fuel in diesem Segment.

- Es gibt ein Interesse der Ampel, geführt von der FDP und Teile der Industrie sicherzustellen, dass e-fuel und damit der Verbrenner auch noch nach 2035 ohne Mengenbegrenzung für PKW eingesetzt werden kann.

Jetzt kann jeder von uns sich eine Variante aussuchen, was ihm sympathischer ist.



#
Hammer und Zirkel
#
Stimmt und noch eine Korrektur. Das Staatswappen der DDR kam erst 1959 auf die Fahne.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Flagge_der_Deutschen_Demokratischen_Republik
#
Heute vor 175 Jahren wurden im damaligen "Deutschen Bundestag" die Farben Schwarz-Rot-Gold zu den Bundesfarben erklärt.
Im Kaiserreich wurden die Farben nicht verwandt, erst wieder in der Weimarer Republik, bevor sie von den Nazis abgeschafft wurden.
Nach dem Krieg haben beide deutsche Staaten sich für diese Farben entschieden, die DDR - als Symbol der Eigenständigkeit - mit Hammer, Sichel und Ährenkranz. Diese Fahne ist nun auch wieder Geschichte
#
ok, ich habe gelernt, dass Du besser weisst, was ich gemeint habe, soweit so gut.

Jetzt kommt noch was dazu, dadurch dass ich über den Plan der EU geschrieben habe, in dem das Wort Verbot vorkommt,
Xaver08 schrieb:

Ein wesentlicher Teil des Paketes der EU im Kampf gegen den Klimawandel und dabei die Vorreiterrolle einzunehmen auch technologisch ist ein Verbot von schädlichen Emissionen bei der Antriebstechnik in PKWs, die ab 2035 zugelassen werden.


bin ich verantwortlich dafür, dass Du hier die Unwahrheit schreibst:

hawischer schrieb:

Mit einem Verbot würde weitere Investitionen in die Entwicklung von e-fuels de facto gestoppt.


an einem Tag nicht arm an Kuriositäten, ist das durchaus nochmal erheiternd

Den Stand der Dinge, den ich wiedergegeben habe, beruht auf Aussagen der Fachleute , die sicherlich daran weiterarbeiten werden müssen

Ich habe ja auch erklärt, dass es physikalische Grenzen gibt. Physikalische Grenzen lassen sich durchaus verschieben, bei Star Trek oder bei Star Wars, aber nicht in der realen Welt.
Entscheidungen muss man auf der Basis des aktuellen Wissensstandes treffen, vor allem wenn man Zeitdruck hat, ist es nicht sinnvoll Entscheidungen immer weiter zu vertagen oder zu hoffen, dass irgendwann ein Wunder geschieht.





#
Xaver08 schrieb:

bin ich verantwortlich dafür, dass Du hier die Unwahrheit schreibst:

hawischer schrieb:

Mit einem Verbot würde weitere Investitionen in die Entwicklung von e-fuels de facto gestoppt.



Ich habe es schon mal geschrieben :

" E-Fuels könnten ab 2035 also nur noch in Neufahrzeugen von Herstellern eingesetzt werden, die pro Jahr in Kleinserie weniger als 1000 Autos produzieren, oder in Sonderfahrzeugen wie Feuerwehr- oder Krankenwagen."

Die Begrenzung von e-fuel Anwendungen auf bestimmte Fahrzeugarten oder -gruppen bedeutet logischerweise ein Verbot für alle anderen Anwendungen, die nicht unter die Definition der Verordnung fallen.
Für diese - dann "verbotenen" Anwendungen - lohnen sich Investitionen nicht mehr.
Ist doch ganz einfach zu verstehen.
#
Eine, wie ich finde, sachliche und durchaus kritikoffene Darstellung rund um die Formen der Kritik an den Kritikern der Letzten Generation und ein Versuch der Erklärung möglicher Motivationslagen (hier ausnahmsweise einmal jener der Kritiker):

"Die Radikalisierung im Kampf um die Abwendung der Klimakatastrophe war lange befürchtet worden. Jetzt ist sie da. Im Streit um die aktuelle Aktion der sogenannten „Letzten Generation“ ist sie unübersehbar. Radikalisiert haben sich allerdings weniger die Aktivist*innen, sondern vielmehr ihre Kritiker*innen – jedenfalls auf einer verbalen Ebene."

[...]

"Der zweite Effekt der verbalen Radikalisierung aus der Politik ist eine Absicherung der eigenen Position. Mit Terrorist*innen wird nicht verhandelt und mit Extremist*innen auch nicht. Wenn man also Menschen mit diskutierbaren Forderungen zu Terrorgruppen und extremistischen Organisationen erklärt, schließt man sie damit aus dem offiziellen Diskurs aus und muss sich zumindest auf einer Sachebene auch nicht mehr mit ihnen auseinandersetzen. Anders als terroristische Vereinigungen, mit denen tatsächlich nicht debattiert werden sollte, respektiert die „Letzte Generation“ den Staat und seine demokratische Grundordnung allerdings auf einer ganz grundsätzlichen Ebene."

Taliban, Reichsbürger, Nazis – Die Kritik an Klimaaktivist*innen hat sich radikalisiert
https://www.54books.de/taliban-reichsbuerger-nazis-die-kritik-an-klimaaktivistinnen-hat-sich-radikalisiert/?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Vielleicht erkennt ja auch hier der ein oder andere, dass er mit seinen Bewertungen bisweilen schon etwas übers Ziel hinausgeschossen sein könnte.
#
Ergänzend möchte ich einige Gedanken mitteilen, die z.T. aus einem Gastbeitrag von Uwe Volkmann (Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosphie in Frankfurt) in der FAZ vom 07.03. stammen. Volkmann setzt sich mit seinem Betrag mit Klimaaktivisten auseinander, die sich bewusst über das Recht hinwegsetzen und dies im Namen einer höheren Moral tun.

"Wer sich über die für alle geltenden Regeln hinwegsetzt, weil er sich dazu berufen sieht, setzt sich damit auch über das demokratische Gleichheitsversprechen hinweg. Man erhebt sich über die anderen und maßt sich ihnen gegenüber eine privilegierte Entscheidungsbefugnis in diesen Fragen an. Das wird man auch dann als Problem ansehen können, wenn man für das eigene Anliegen tiefethische Motive, von der Verteidigung der Humanität bis hin zur Rettung der ganzen Welt, anführen kann. Aber das Heraustreten aus der demokratischen Gleichheit ist seinerseits moralisch dubios, worüber sich jeder, der sich dazu anschickt, selbst erst einmal Rechenschaft ablegen müsste."    


Ich glaube nicht, dass die Aussage (siehe Text von Misanthrop) "....die „Letzte Generation“ den Staat und seine demokratische Grundordnung allerdings auf einer ganz grundsätzlichen Ebene respektiert", angemessen ist.

Nochmal Volkmann:
"Natürlich mag man.... fragen, warum gerade ihr Rechtsbruch solche Aufmerksamkeit findet und offensichtliche Überreaktionen wie die Rede von der Klima-RAF provoziert, wenn bei uns jeden Tag hundertausendfach gegen irgendwelche rechtliche Vorschriften verstoßen wird, ohne dass es die Gesellschaft groß aufzuregen scheint oder überhaupt nur notiert wird. Macht sich da nicht doch ein Anflug von schlechtem Gewissen bemerkbar? Die Provokation liegt allerdings nicht nur im Rechtsbruch als solchem, sondern in dem Umstand, dass man sich zu ihm auch öffentlich bekennt und ihn sogar als unmittelbar geboten hinstellt."
" Der zivile Ungehorsam behauptet , gerade in der Rechtsverletzung im Recht zu sein und rührt damit am inneren Kern des Rechts selbst. Zugleich wird dieser dadurch ein moralischer Gütesiegel aufgedrückt, bei dem man sich nicht wundern muss, dass andere darauf mit hohen Ton gekränkter Moral reagieren.".

Das begründet nicht die Beschimpfung der Aktivisten als Taliban usw, aber es rechtfertigt auch keine Umkehr von Ursache und Wirkung, die im Kern in der Aussage "Radikalisiert haben sich allerdings weniger die Aktivist*innen, sondern vielmehr ihre Kritiker*innen – jedenfalls auf einer verbalen Ebene." steckt.    

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/klimaaktivismus-moralische-argumente-gegen-hoehere-moral-18727899.html
(Da der lange Beitrag von Volkmann hinter einer paywall steckt, habe ich einige wenige Sätze zitiert.)  
#
hawischer schrieb:

Zu glauben, wir sind technologisch ausreichend befähigt und mit E-Motoren ist alles eingetütet


Ich glaube nicht, dass das jemand glaubt. ich glaube es jedenfalls nicht.
hawischer schrieb:

lässt viele Möglichkeiten liegen.

Die da wären? Sobald bessere Möglichkeiten da sind, bin ich der erste, der sie nutzt. Versprochen. Bis dahin lässt niemand irgendetwas liegen.
#
Da besteht kein Dissens.
Die Geschichte ist ein einziges Beispiel von neuen Technologien.
Wenn man heute alle Möglichkeiten schon kennen würde, gäbe es keine Anreize Neues zu entwickeln.
Bleib positiv und immer dran denken.
Dum spiro, spero. Stammt von Cicero und bedeutet, "Solange ich atme, hoffe ich "
#
hawischer schrieb:

Zu glauben, wir sind technologisch ausreichend befähigt und mit E-Motoren ist alles eingetütet, lässt viele Möglichkeiten liegen.


Und ich dachte, dass wir schon rechtzeitig Dinge erfinden werden, die dann diese Herausforderungen lösen...
Hat mir zumindest hier in diesem Forum jemand leidenschaftlich zu entsprechenden Themen verkauft.

Tja, der muss sich wohl geirrt haben, wenn du das so darstellst und Recht hast...
#
SemperFi schrieb:

hawischer schrieb:

Zu glauben, wir sind technologisch ausreichend befähigt und mit E-Motoren ist alles eingetütet, lässt viele Möglichkeiten liegen.


Und ich dachte, dass wir schon rechtzeitig Dinge erfinden werden, die dann diese Herausforderungen lösen...
Hat mir zumindest hier in diesem Forum jemand leidenschaftlich zu entsprechenden Themen verkauft.

Tja, der muss sich wohl geirrt haben, wenn du das so darstellst und Recht hast...


Du musst den Text zu Ende lesen:
"Die Technologie ist aber noch nicht zu Ende entwickelt. Also lass die Fachleute arbeiten."
#
Ein paar Richtigstellungen und Ergänzungen zum Eigenbeitrag und zu den von Dir so aufwändig einkopierten Textpassagen aus dem DLF Beitrag
hawischer schrieb:

Mit einem Verbot würde weitere Investitionen in die Entwicklung von e-fuels de facto gestoppt.


Dieser Aussage ist nicht wahr, ein Verbot von Efuels ist nicht geplant.  Im Gegenteil man rechnet fest mit einem Einsatz von Efuels, allerdings an den Stellen an denen es keine Alternative gibt. Aktuell geht man davon aus, dass Efuels beispielsweise im Flugverkehr und im Schiffsverkehr zum Einsatz kommen werden, bei beiden sind aktuell weder Batterie und Wasserstoff (Reichweite und Energiedichte) ein Alternative. D.h. es ist essentiell, dass dafür ausreichend Efuels vorhanden sind.

Die Herstellung von Efuels ist durch mehrfache Umwandlungsschritte extrem energieintensiv, dazu verbrennt man den teuer und aufwändig hergestellten Kraftstoff noch in einer sehr ineffizienten Maschine, mehr als 15% kommen nicht bei der Fortbewegung an.

Der VDE hat einen Vergleich zwischen Elektroauto/Wasserstoffauto/Efuelauto aufgemacht. Mit der gleichen Jahresmenge Strom aus einem durchschnittlichen Windrad können 1600 Elektroautos, 600 Wasserstoffautos oder 250 mit Efuels betriebene Autos.

Auch wenn wir durch die Elektrifizierung viele Prozesse deutlich Primärenergie sparen werden, wird regenerativ erzeugte Energie in der Umstellphase knapp sein. Erst zum Ende der Umstellung hin, wird man in Phasen kommen, in denen mehr und mehr gepuffert werden muss.

Solange wäre es höchst ineffizient im Individualverkehr, wo ich die 6fache Menge an Elektroautos klimaneutral betreiben kann, Efuels einzusetzen. Da ist es klimafreundlicher die Bestandsflotte temporär mit fossilen weiterfahren zu lassen, den Strom für die wachsende Flotte an Elektroautos einzusetzen und Efuels in den Bereichen zu nutzen, in denen es keine Alternative gibt.

Denn zusätzlich haben Elektroautos noch den Benefit nicht den ganzen Cocktail an gesundheitsschädlichen Abgasen auszustossen, wie es auch die mit Efuels betriebenen Verbrenner tun werden.

Für eine Übergangslösung taugen sie also nicht wirklich, es sei denn man redet über kleinere Bemischungen im Tank der Bestandsflotte, zumal wir bei Efuels von einer extrem teuren Lösung reden. Selbst in optimistischen Szenarien bei denen die Effizienzsteigerung in den Prozessen im bestcase angenommen wird, kann man immer noch von reinen Erzeugungskosten in der Größenordnung von 1,7-2€/l ausgehen. Der Verkaufspreis wird dann eher in der Region von  3€/l liegen (best case).

Das zeigt auch eine weiteres Problem, es wird zwar suggeriert, dass die Versorgungskette existiert, das tut sie aber nur zum Teil. Der Erzeugungsprozess ist noch in der Entwicklung bzw. in der Erprobung. In Chile befindet sich gerade ein Werk im Bau, bei dem Wasserstoff durch Elektrolyse, CO2 aus der Atmosphäre abgeschieden werden soll und dann sollen Efuels erzeugt werden. Das ganze geht mit einer Jahresproduktion von ca. 130 000 l an den Start. Bis 2027 ist ein Ramp-up auf 550 Millionen l Efuels geplant. Das sind dann ca. 1% nur des deutschen Spritbedarfs und es werden in Chile 600 Windräder der neusten Generation dafür benötigt. D.h. selbst bei einem übergangsweisen Anteil von 50% Efuels in Deutschland braucht Chile nur für 50% des deutschen Individualverkehrs 30 000 Windräder und dann haben wir noch nichts für den Rest gemacht.

Dazu kommt noch, dass der als Vorprodukt verwendete Wasserstoff auch für andere Industrieprozesse benötigt wird, für die es keine Alternative gibt (Schwerindustrie) oder es lässt sich Ammoniak zur Düngemittelproduktion herstellen und und und....  d.h. auch die Industrie wird es treffen, wenn in der Übergangsphase Efuels für den Individualverkehr genutzt werden. Dafür ist dieser Weg selbst in bestcase Betrachtungen schlicht zu ineffezient.

China arbeitet schon länger intensiv an Natrium-Ionen Akkus, die zwar aktuell noch eine geringere Energiedichte haben, aber günstiger sind und niedrigere Temperaturen abkönnen, China zeigt da seine Innovationskraft und Technologieoffenheit. Es bleibt zu hoffen, dass Deutschlands Automobilindustrie die Kurve bekommt und technologisch da wieder aufholen kann.

Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll gewesen, der FDP den Spass zu gönnen, Efuels mit aufzunehmen, das ganze hätte allerdings vor mehreren Monaten passieren müssen, aber wir würden uns jetzt wertvolle Zeit sparen. Jetzt die Diskussion zu führen, die eigentlich schon lange abgeschlossen wurde, ist irrwitzig und schadet dem Ansehen Deutschlands und letztendlich auch der deutschen Automobilindustrie, die zu Recht auf Planungssicherheit hofft.

Ich halte Efuels im Individualverkehr aktuell für einen Irrweg, wir brauchen die Energie und potentielle Rohstoffe viel dringender an anderen Stellen. Für den Individualverkehr existiert eine tragfähige Lösung, die dazu noch sauberer in der Anwendung ist. Die Abgase aus dem Verbrennungsprozess wie Stickoxide oder Feinstaub verursachen eine Vielzahl an gesundheitlichen Problemen. Wozu dann zweigleisig fahren, das verbraucht nur unnötig Ressourcen.
#
Warten wir ab, was die EU für Kompromisse vorschlägt. Der Kanzler hat sich zumindest von den Einwänden des Verkehrsministers überzeugen lassen.
Scheint ja nicht so abwegig zu sein.
Zu glauben, wir sind technologisch ausreichend befähigt und mit E-Motoren ist alles eingetütet, lässt viele Möglichkeiten liegen.

Und abschließend. Verbote hast Du in die Diskussion eingebracht.

"Ein wesentlicher Teil des Paketes der EU im Kampf gegen den Klimawandel und dabei die Vorreiterrolle einzunehmen auch technologisch ist ein Verbot von schädlichen Emissionen bei der Antriebstechnik in PKWs, die ab 2035 zugelassen werden."

Das war der Ausgang für die folgenden Beiträge zu e-fuel.

Und die schädlichen Emmisionen als Ursache des Klimawandels ist nun mal Kohlendioxid. Und e-fuel ist Co2-neutral. Deine Einwände zur Herstellung sind bekannte und von mir auch beschriebene Probleme bei der Produktion. Die Technologie ist aber noch nicht zu Ende entwickelt. Also lass die Fachleute arbeiten.
#
Nur ein kleiner Hinweis von mir:
Es heißt Deutschland Ticket,
das "49€ Ticket" wird nur zur Einführung mutmaßlich 49€ kosten, jedes Bundesland selbst soll/wird ja den Preis vorgeben.

Nun wird bekannt:
"Verschuldete Menschen könnten Probleme beim Kauf des 49-Euro-Tickets bekommen"
Hintergrund ist die
Schufa Prüfung.

RND schreibt
"Eigentlich sollen Bürgerinnen und Bürger mit dem 49-Euro-Ticket finanziell entlastet werden. Doch wegen der Ausgestaltung des Tickets könnten gerade finanziell schwächere Menschen vielfach vom Kauf ausgeschlossen werden."

https://www.rnd.de/wirtschaft/49-euro-ticket-nur-nach-positivem-schufa-check-5KZRQGAPFBAGPOKSBNPMWGUZ3Y.html
#
Wie oft bei Bestellungen oder z.B. Ebay.  Erst wird gezahlt, dann wird geliefert. Problem gelöst.
#
primär ging es um die eu gesetzgebung, die ist nunmal wie sie ist.
dabei geht es um emissionsfrei, was dann wirklich bedeutet, dass andere schädliche emissionen, die ein verbrenner auf der basis von efuels auch ausstossen wird, mitgemeint sind.


wenn Du mit emissionen nur co2 meinst, musst du das schreiben
ich kann es aber verstehen, dass man da ein wenig den überblick verliert.

so wie es auch wissing gegangen sein mag, falls es keine politischen spielchen sind, der wohl erst in letzter sekunde verstanden hat, was er da eigentlich zugestimmt hat.

kein wunder ist die aussenwirkung so katastrophal
#
Xaver08 schrieb:

primär ging es um die eu gesetzgebung, die ist nunmal wie sie ist.
dabei geht es um emissionsfrei, was dann wirklich bedeutet, dass andere schädliche emissionen, die ein verbrenner auf der basis von efuels auch ausstossen wird, mitgemeint sind.


wenn Du mit emissionen nur co2 meinst, musst du das schreiben
ich kann es aber verstehen, dass man da ein wenig den überblick verliert.

so wie es auch wissing gegangen sein mag, falls es keine politischen spielchen sind, der wohl erst in letzter sekunde verstanden hat, was er da eigentlich zugestimmt hat.

kein wunder ist die aussenwirkung so katastrophal


Es ging um den Klimawandel, wie Du es richtig geschrieben hast. Der wird von Treibhausgasen verursacht.
Das Kyoto-Protokoll nennt folgende Treibhausgase: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), und Lachgas (N2O) sowie die fluorierten Treibhausgase (F-Gase): wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), und Schwefelhexafluorid (SF6).


Und nicht:
"Stickoxide, Kohlenmonoxid, Ammoniak, Russ, Feinstaub etc.." , die Du aufgezählt hast im Zusammenhang mit e-fuel. Und das als Begründung für schädliche Treibhausgase der Verbrenner.

Hauptverursacher ist nun mal das Kohlendioxid. Darum gibt's die ganze EU-Gesetzgebung.  

Aber eigentlich ging's ja in erster Linie Dir um die FDP und dem Verkehrsminister.
Mein Interesse, sich für die FDP einzusetzen ist begrenzt. Aber ein paar Dinge darf man ja richtig einordnen, um den korrekten Überblick wieder herzustellen.
Und die Außenwirkung der FDP ist tatsächlich schlecht. Das liegt aber an anderen Dingen und wären hier OT.
#
#1071

Nein!
Es ist einfach eine Schlagzeile des SWR, von mir nur kopiert.
#
franzzufuss schrieb:

#1071

Nein!
Es ist einfach eine Schlagzeile des SWR, von mir nur kopiert.

Danke für die Klarstellung.
#
hawischer schrieb:

Wenn man e-fuels Autos auch in großen Stückzahlen verkaufen wollte, dann ginge das nicht.
Der Bundeskanzler sieht das wohl auch so:



natürlich nicht, denn ein standard verbrenner mit efuels ist ja nicht emissionsfrei.
Stickoxide, Kohlenmonoxid, Ammoniak, Russ, Feinstaub etc.... die ganze ungesunde Palette eines Verbrenners.

hawischer schrieb:

Was spräche dagegen mit Verbrennen weiter zu fahren, wenn es der Technologieentwicklung gelingt emmisionsfreie Kraftstoffe zur Verfügung zu stellen?


und emissionsfrei soll es doch sein, so hattest du es vorgeschlagen und so sah es der eu entwurf vor, den die fdp jetzt kurzfristig blockiert hat.


#
Xaver08 schrieb:

hawischer schrieb:

Wenn man e-fuels Autos auch in großen Stückzahlen verkaufen wollte, dann ginge das nicht.
Der Bundeskanzler sieht das wohl auch so:



natürlich nicht, denn ein standard verbrenner mit efuels ist ja nicht emissionsfrei.
Stickoxide, Kohlenmonoxid, Ammoniak, Russ, Feinstaub etc.... die ganze ungesunde Palette eines Verbrenners.

hawischer schrieb:

Was spräche dagegen mit Verbrennen weiter zu fahren, wenn es der Technologieentwicklung gelingt emmisionsfreie Kraftstoffe zur Verfügung zu stellen?


und emissionsfrei soll es doch sein, so hattest du es vorgeschlagen und so sah es der eu entwurf vor, den die fdp jetzt kurzfristig blockiert hat.


Du musst Dich schon entscheiden was Du diskutieren willst. Aufgemacht hast Du mit diesem Text:

(Zitat Xaver08)
"Ein wesentlicher Teil des Paketes der EU im Kampf gegen den Klimawandel und dabei die Vorreiterrolle einzunehmen auch technologisch ist ein Verbot von schädlichen Emissionen bei der Antriebstechnik in PKWs, die ab 2035 zugelassen werden. Das klingt etwas sperrig und wird oft abgekürzt mit Verbrennerverbot, was es de facto nicht ist."

Es geht Dir um den Klimawandel und das heißt in erster Linie CO2-neutral. Aktuell ist die Entwicklung von e-fuels nicht abgeschlossen, insbesondere besteht noch ein hoher Energiebedarf bei der Herstellung. Mit einem Verbot würde weitere Investitionen in die Entwicklung von e-fuels de facto gestoppt. Warum soll das passieren?

Noch einmal zur Erläuterung:
"E-Fuels sind synthetisch hergestellte Kraftstoffe, die mit Hilfe von erneuerbaren Energien hergestellt werden. Der zentrale Unterschied zu konventionellen Kraftstoffen ist, dass bei ihrer Herstellung bereits in der Luft vorhandenes CO2 eingefangen und gebunden wird. Somit werden beim Verbrennen von E-Fuels keine neuen Treibhausgase freigesetzt, sondern nur solche, die ohnehin schon vorher in der Atmosphäre sind.
Für E-Fuels wird Wasserstoff mit CO2 aus der Luft zu einem Kohlenwasserstoff und damit zum Grundbaustein von flüssigen Kraftstoffen synthetisiert. Werden bei der Gewinnung des Wasserstoffs erneuerbare Energien verwendet, sind E-Fuels in der Gesamtbetrachtung CO2-neutral. "

"Autos haben eine sehr lange Lebensdauer. Wird beispielsweise ein Auto mit Verbrennungsmotor 2034 gekauft, könnte es durchaus bis 2050 oder noch länger in Betrieb sein. An der Stelle könnten E-Fuels eine Rolle spielen, da sie klimaneutral den weiteren Betrieb von Verbrennern ermöglichen.
Ein weiterer Grund, auch nach 2035 auf E-Fuels zu setzen, ist, dass auch der Umstieg auf Elektromobilität alles andere als einfach ist. Zum einem entsteht durch den Bau vieler Millionen E-Autos ein immenser Bedarf an seltenen Erden – beispielsweise Lithium für die Herstellung leistungsstarker Batterien.
Zum anderen muss die gesamte Infrastruktur und die Art, wie Autos getankt werden, umgestellt werden. Dieser Um- und Ausbau von Tank- und Ladestellen ist aufwendig und braucht Zeit. Verbrenner, die mit E-Fuels betrieben werden, können dabei als eine Art Übergangstechnologie dienen."

https://www.deutschlandfunk.de/e-fuel-verbrenner-aus-fdp-100.html
#

hawischer schrieb:

Der verlinkte Artikel ist leider hinter einer paywall, daher kein Kommentar dazu möglich.

tut mir leid, vorhin war er noch frei verfügbar. Ich kann ihn auch jetzt noch abrufen.


hawischer schrieb:


Zur Vollständigkeit der Betrachtung sollte man nicht den Eindruck vermitteln, dass nur Deutschland und die  porschefahrenden FDP-Führung der Verhinderer wäre und die EU ansonsten einig sei. Dem ist nicht so.

Tatsächlich hat es bei der Abstimmung im EU-Parlament starke Ablehnungsstimmen gegeben. 340 ja  zu 279 nein ist die Mehrheit, aber kein einigkeitsvermittelndes Votum.
Bevor Deutschland auf die Bremse trat, hatten bereits Italien, Bulgarien und Polen nein gesagt und auch in Tschechien steigt die Ablehnung. 15 Länder mit mindestens 65%-Bevölkerungsanteil müssen für ein Verbrennerverbot erreicht werden. Mit Deutschland und den anderen ablehnenden Ländern wird diese Zustimmungsgrenze nicht erreicht.



Italien, Bulgarien und Polen hatten im Vorfeld ihre Ablehnung angekündigt. Das hätte nicht gereicht. Das Umschwenken Deutschlands durch die Blockadehaltung in der letzten Sekunde hat zum Aussetzen der Abstimmung geführt, da dann keine qualifizierte Mehrheit mehr zu erreichen gewesen wäre.

Im Zeitartikel wird über die Reaktion des verkehrspolitischen Sprechers der CSU Markus Ferber berichtet, der über die 180° - Wende der FDP mehr als erzürnt war, was insofern interessant ist, als Ferber gegen den abgestimmten Kompromiss war.

Zeit schrieb:

Und es ist dieser Ferber, der den Blockierer Wissing jetzt hart angeht: "Die Kehrtwende Wissings auf den letzten Metern sorgt für Unsicherheit und zerschlägt massiv Porzellan – sowohl in der heimischen Industrie wie auf EU-Ebene."






hawischer schrieb:

Inhaltlich geht es nur um die Frage, wie geht man ab 2035 mit  europaweit um, die mit sogenannten Ökosprit (E-Fuels) betankt werden können, also synthetischen Kraftstoffe für Verbrennermotoren, die im Idealfall emissionsfrei sind. Bei den CO2-Produzenten Benzin und Diesel ist man sich einig. Auch die FDP.

genauer gesagt, geht es dabei um Neuzulassungen von Motoren in PKWs, die emissionsfrei sein müssen. Es geht nicht um die Bestandsflotte

hawischer schrieb:

Was spräche dagegen mit Verbrennen weiter zu fahren, wenn es der Technologieentwicklung gelingt emmisionsfreie Kraftstoffe zur Verfügung zu stellen?



nichts, dann hätte die FDP ja zustimmen können, denn nichts anderes sieht der in langen Verhandlungen abgestimmte Vorschlag der EU ja vor, wie ich bereits in meinem Ausgangsbeitrag schrieb.  Das ist ja das unverständliche am Vorgehen der FDP.
#
Xaver08 schrieb:

dann hätte die FDP ja zustimmen können, denn nichts anderes sieht der in langen Verhandlungen abgestimmte Vorschlag der EU ja vor, wie ich bereits in meinem Ausgangsbeitrag schrieb.  Das ist ja das unverständliche am Vorgehen der FDP


Eben nicht. Wenn es so eindeutig wäre, wie Du unterstellst. Ist es aber nicht.

"Im Klartext:
Fahrzeuge, die in Großserie gebaut werden, würden von einer möglichen Ausnahmeregel für Verbrenner-Pkw wohl nicht erfasst. E-Fuels könnten ab 2035 also nur noch in Neufahrzeugen von Herstellern eingesetzt werden, die pro Jahr in Kleinserie weniger als 1000 Autos produzieren, oder in Sonderfahrzeugen wie Feuerwehr- oder Krankenwagen."
https://www.adac.de/news/aus-fuer-verbrenner-ab-2035/


Wenn man e-fuels Autos auch in großen Stückzahlen verkaufen wollte, dann ginge das nicht.
Der Bundeskanzler sieht das wohl auch so:

"Bundeskanzler Scholz sieht im Streit um das mögliche Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor die EU-Kommission gefordert. Scholz sagte nach der Kabinettsklausur in Meseberg, die Bundesregierung sei sich einig, dass die Kommission einen Vorschlag machen solle, wie synthetische Kraftstoffe – sogenannte E-Fuels – auch nach 2035 noch eingesetzt werden könnten."
https://www.deutschlandfunk.de/scholz-sieht-im-streit-um-verbrenner-aus-eu-kommission-am-zug-106.html

Warten wir also auf die EU-Kommission.
#
Es ist schon ein paar Tage her, aber immer noch aktuell.

Ein wesentlicher Teil des Paketes der EU im Kampf gegen den Klimawandel und dabei die Vorreiterrolle einzunehmen auch technologisch ist ein Verbot von schädlichen Emissionen bei der Antriebstechnik in PKWs, die ab 2035 zugelassen werden. Das klingt etwas sperrig und wird oft abgekürzt mit Verbrennerverbot, was es de facto nicht ist.

Dieses Paket wurde lange verhandelt und zwischen den nationalen Regierungen, dem Rat und dem EU Parlament abgestimmt. Vor einigen Tagen sollte die finale Abstimmung sein, die allerdings durch den deutschen Verkehrsminister der FDP, die meines Erachtens nach immer mehr den Charakter einer wissenschaftsfernen Splitterpartei annimmt, blockiert wurde. Die Abstimmung wurde vertagt, mittlerweile stützt Scholz diese Position. Sicherlich gab es oft Blockade- oder Pattsituationen, die intensive Verhandlungen nach sich gezogen haben und auch Kompromisse erfordert haben, meines Erachtens aber noch nie an einem solchen Stand des Verfahrens.

Das ist in mehreren Punkten irritierend, sowohl EU – weit ist das Ansehen Deutschlands beschädigt und die Handlungsfähigkeit der deutschen Bundesregierung wird in Frage gestellt, auch die Automobilindustrie zeigt sich höchst irritiert, lediglich Porsche (und vermutlich die Zulieferer) scheint das Thema ernsthaft zu unterstützen. Das ist insofern bemerkenswert, da öffentlich wurde, dass Porsche mit Lindner während der Koalitionsverhandlungen im Kontakt stand und es schon Anstösse aus dem Konzern herausgibt, dass efuels subventioniert werden müssten, damit sie nicht teurer wären, als fossile Kraftstoffe (ein Schelm ist, wer böses dabei denkt, dass Lindner Porschefahrer ist).

Alles in allem wird hier durch eine innenpolitische Posse, der zeitkritische Umstellungsprozess EU blockiert und hoffentlich nur verzögert, obwohl Wissmann noch Anfang letzten Jahres gesagt hat, dass Ressourcen effizient eingesetzt werden müssten und das wäre beim Individualverkehr das E-Auto.

In der Zeit findet sich ein interessanter Artikel zum Thema:
https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-03/verbrenner-aus-volker-wissing-eu-abstimmung-verkehrswende-bruessel?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
#
Xaver08 schrieb:

Vor einigen Tagen sollte die finale Abstimmung sein, die allerdings durch den deutschen Verkehrsminister der FDP, die meines Erachtens nach immer mehr den Charakter einer wissenschaftsfernen Splitterpartei annimmt, blockiert wurde.

Der verlinkte Artikel ist leider hinter einer paywall, daher kein Kommentar dazu möglich.

Zur Vollständigkeit der Betrachtung sollte man nicht den Eindruck vermitteln, dass nur Deutschland und die  porschefahrenden FDP-Führung der Verhinderer wäre und die EU ansonsten einig sei. Dem ist nicht so.

Tatsächlich hat es bei der Abstimmung im EU-Parlament starke Ablehnungsstimmen gegeben. 340 ja  zu 279 nein ist die Mehrheit, aber kein einigkeitsvermittelndes Votum.
Bevor Deutschland auf die Bremse trat, hatten bereits Italien, Bulgarien und Polen nein gesagt und auch in Tschechien steigt die Ablehnung. 15 Länder mit mindestens 65%-Bevölkerungsanteil müssen für ein Verbrennerverbot erreicht werden. Mit Deutschland und den anderen ablehnenden Ländern wird diese Zustimmungsgrenze nicht erreicht.

Inhaltlich geht es nur um die Frage, wie geht man ab 2035 mit Kraftfahrzeugen europaweit um, die mit sogenannten Ökosprit (E-Fuels) betankt werden können, also synthetischen Kraftstoffe für Verbrennermotoren, die im Idealfall emissionsfrei sind. Bei den CO2-Produzenten Benzin und Diesel ist man sich einig. Auch die FDP.

Was spräche dagegen mit Verbrennen weiter zu fahren, wenn es der Technologieentwicklung gelingt emmisionsfreie Kraftstoffe zur Verfügung zu stellen?
#
franzzufuss schrieb:

👆

Beschleunigtes Verfahren nach Straßenblockade

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/klimaaktivisten-in-heilbronn-vor-gericht-100.html

Meinst Du wirklich, dass ein "beschleunigtes Verfahren" den Vorwurf eines "politischen Urteils" begründet? Oder wie ist Dein Hinweis und der nach oben auf den gesperrten Beitrag zeigende Finger zu verstehen?