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DM-SGE

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WuerzburgerAdler schrieb:

a) wirksame Abwehrmaßnahmen
b) alternative Hilfen

so wie ich es einschätze, auch als Hobbykoch, dann läuft es auf a) hinaus. In den Gechichtbüchern wird dann wieder gefragr werden  "wie konnt das geschehen"
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Ffm60ziger schrieb:

In den Gechichtbüchern wird dann wieder gefragr werden  "wie konnt das geschehen"

Wie das geschehen konnte, wird vorab gefragt, u.a. in Fußballforen.
In den Geschichtsbüchern wird dann die mehr oder weniger ideologisierte Antwort stehen.
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DM-SGE schrieb:  


peter schrieb:
was haben die uns damals an der startbahn auf die fresse zu hauen versucht


Startbahn West - jou, genau da ist bei mir der Groschen gefallen.

ich habe dort damals interessante pfarrer kennengelernt und viele ältere menschen, die aus der region kamen. und nein, nur um deinem weltbild vor zu bauen, ich habe weder steine geworfen noch mich mit polizisten geprügelt. ich war der festen überzeugung, dass friedlicher widerstand etwas bewegen kann.
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peter schrieb:

ich habe weder steine geworfen noch mich mit polizisten geprügelt.

Ich schon.
Nur um deinem Weltbild vorzubauen.
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DM-SGE schrieb:

Aber okay, es gab ja auch schon Lachkasper, die ernsthaft Flucht und Vertreibung des WK2 mit der jetzigen Situation vergleichen wollten.

menschenleben sind menschenleben. wer bist du deren wertigkeit von fluchtumständen abhängig zu machen? gott? entweder man hilft flüchtlingen oder man lässt es. punkt.
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peter schrieb:

menschenleben sind menschenleben. wer bist du deren wertigkeit von fluchtumständen abhängig zu machen? gott? entweder man hilft flüchtlingen oder man lässt es. punkt.

Zum allerletzten Mal:
Natürlich hilft man Flüchtlingen. Ohne jedes Wenn und Aber.
So habe ich Flüchtlingen schon geholfen, als du dir noch vom BGS die Fresse hast polieren lassen.
Mann, was geht mir das Geblubber hier manchmal auf den Sack. Echt.
Aber worum es AUCH geht, wird hier schon seit Monaten durchgekaut, nur manch einer begreift es immer noch nicht.
Es geht auch darum, Zeichen zu setzen, daß zwar jeder irgendwie willkommen ist, aber eben nicht jeder kommen kann.
Es geht darum, das fatale Zeichen, das die Superkanzlerin gesetzt hat, zu korrigieren. Und zwar so, daß entsprechende Hilfe auch gewährleistet ist, daß der Rechtsstaat sich nicht selbst auflöst, daß Europa nicht von den Deutschen aufgelöst wird, wieder einmal, und daß besonders auch die Spätfolgen für die aufnehmende Gesellschaft beherrschbar bleiben.
Der Passauer Landrat hat beim Jauch eine simple Rechnung aufgestellt, die jedes Milchmädchen beherrschen sollte:
10.000 Flüchtlinge pro Tag = 3.650.000 pro Jahr
3.650.000 + (3.650.000 * durchschnittlich 2 Familienmitglieder) = über 10.000.000
Viel Spaß beim Integrieren in die offene, bunte Gesellschaft!
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Bigbamboo schrieb:  


peter schrieb:
und auch vor der eu kann ich mich nicht an soldaten an der deutsch-österreicheischen oder deutsch-französischen grenze erinnern. das wäre auch damals schon ziemlich albern gewesen.


Stimmt. Damals gab's ja auch einen Bundesgrenzschutz, der sich um sowas gekümmert hat. Bewaffnet.

stimmt, die hatte ich ganz vergessen. die gibt es, glaube ich, nur noch auf flughäfen. was haben die uns damals an der startbahn auf die fresse zu hauen versucht. vor allem die rustikalen jungs aus bayern.
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peter schrieb:

was haben die uns damals an der startbahn auf die fresse zu hauen versucht

Startbahn West - jou, genau da ist bei mir der Groschen gefallen.
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Bigbamboo schrieb:  


peter schrieb:
und auch vor der eu kann ich mich nicht an soldaten an der deutsch-österreicheischen oder deutsch-französischen grenze erinnern. das wäre auch damals schon ziemlich albern gewesen.


Stimmt. Damals gab's ja auch einen Bundesgrenzschutz, der sich um sowas gekümmert hat. Bewaffnet.

stimmt, die hatte ich ganz vergessen. die gibt es, glaube ich, nur noch auf flughäfen. was haben die uns damals an der startbahn auf die fresse zu hauen versucht. vor allem die rustikalen jungs aus bayern.
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peter schrieb:

stimmt, die hatte ich ganz vergessen. die gibt es, glaube ich, nur noch auf flughäfen.

Der BGS ist heute die Bundespolizei.
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DM-SGE schrieb:  


peter schrieb:
und da steht kein wort zu palmer bezüglich waffengewalt an der grenze. macht ja nichts wenn eine dubiose webmeldung gerade in den eigenen kram passt.


http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Tuebinger-OB-Mehr-Fluechtlinge-gehen-nicht-_arid,322388.html

ach so, ich dachte das sei eine neue meldung. zumindest ist der facebookbeitrag so aufgemacht als sei es eine heutige überschrift (sowohl stil als auch datum). palmer hat also gesagt dass, wenn man die grenzen überwacht, das auch durch bewaffnete personen passieren wird und er befürwortet offensichtlich, dass es so sein sollte. und was ist nun der skandal dabei? ich finde eine bewaffnete absicherung der grenze wenig hilfreich, aber im vergleich zu dem herren von der afd, der schüsse in die luft herbeiphantasiert (weil er einen sturm auf die grenzbeamten fürchtet?), ist palmers aussage harmlos und unnötig.

dass polizisten und soldaten im regelfall bewaffnet sind ist ja nun nichts neues und wer sonst sollte den job machen? schon den ansatz menschen mit "angedrohter" waffengewalt einen grenzübergang zu verweigern finde ich merkwürdig. gerade ehemaligen ddr-flüchtlingen sollten sich bei der vorstellung die haare sträuben, dass auch noch von unserer seite auf sie geschossen worden wäre (es könnten ja spione dabei sein).
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peter schrieb:

gerade ehemaligen ddr-flüchtlingen sollten sich bei der vorstellung die haare sträuben, dass auch noch von unserer seite auf sie geschossen worden wäre (es könnten ja spione dabei sein).

Der Vergleich hinkt ja wohl gewaltig.
Aber okay, es gab ja auch schon Lachkasper, die ernsthaft Flucht und Vertreibung des WK2 mit der jetzigen Situation vergleichen wollten.
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pelo schrieb:

guckt mal hier,der Palmer....der alte Rechte..spricht auch schon offen notfalls von Bewaffnung der Grenzer....
aber der wird eh bei den Grünen bald ausgeschlossen.Die Grüne Jugend fordert´s ja schon.


https://www.facebook.com/photo.php?fbid=900951163334445&set=p.900951163334445&type=3&theate

bei mir sieht die startseite des schwäbischen tageblatts so aus:

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_costart,1.html

und da steht kein wort zu palmer bezüglich waffengewalt an der grenze. macht ja nichts wenn eine dubiose webmeldung gerade in den eigenen kram passt.

beim tageblatt wird übrigens auch die forderung der grünen jugend nach palmers rauswurf relativiert.

die facebookgeneration geht ihren weg.
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peter schrieb:

und da steht kein wort zu palmer bezüglich waffengewalt an der grenze. macht ja nichts wenn eine dubiose webmeldung gerade in den eigenen kram passt.

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Tuebinger-OB-Mehr-Fluechtlinge-gehen-nicht-_arid,322388.html
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Tafelberg schrieb:

aber dies überhaupt zum Thema zu machen, ist schon schlimm genug

Ein Thema davon macht ganz allein der Focus, indem mal wieder mal von einem "Eklat" berichtet wird. Werden Staatsgrenzen nicht generell mit Waffen bewacht?
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Aragorn schrieb:

Werden Staatsgrenzen nicht generell mit Waffen bewacht?

Es soll Staaten geben, die bewachen ihre Grenzen mit Willkommenteddies und bewerfen illegal Einreisende mit rosa Wattebäuschen.
Doch, ehrlich, soll es geben.
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DM

grundsätzlich hab ich einige Beiträge von dir inhaltlich im Kopf.Aber insoweit leider nicht mehr .

eigentlich kannst du jetzt ja nur auf ungültig anspielen .Oder ?

Tja.Ich werde alles weiter sorgsam verfolgen.

Ungültig ? mal sehen . Ausschließen möchte man es fast nicht.

Wobei ich ja grundsätzlich mehr der Pispers Aussage folgen möchte.Du erinnerst dich:

Warum werden wir immer dazu gebracht, die tradionellen Parteien weiter zu wählen  .Wissentlich, daß   die Dinge die wir sooo eigentlich nicht wollten ,weiter Bestand haben . ?

Ungültig ist für mich auch immer irgendwie eine Stimme für die traditionellen Parteien

Bisher als Gegner des Turbokapitalismus  wäre die Linkspartei diese Ausfahrt für mich gewesen .

Beobachten wir es weiter in der Hoffnung , daß  sich alles nicht mal seitenverkehrt umdreht.
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Dirty-Harry schrieb:

eigentlich kannst du jetzt ja nur auf ungültig anspielen

Richtig. Du kennst ja sicher den alten Sponti-Spruch von den Kälbern und den Metzgern?

Dirty-Harry schrieb:

Ungültig ist für mich auch immer irgendwie eine Stimme für die traditionellen Parteien

Ein weitverbreiteter Irrglaube.
Das mag in gewisser Weise für die kleinen, also auch radikalen Partei zutreffen, wenn man überhaupt nicht zur Wahl geht und also auch nicht seine Stimme ungültig macht.
Angesichts dieses totalen Politikversagens ist das meiner Ansicht nach aber immer noch das weitaus kleinere und zu vernachlässigende Übel.
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Tja . O.K.

Der eine schießt schon in die Luft.

Andere haben den Schuß längst   nicht gehört.

Alles schon längst nicht ganz einfach . Mutti,(danke nein)  "meine " SPD ,Links oder die Grünen werden von mir zumindest zur Zeit ganz bestimmt hier   nicht belohnt werden  

Mutti hat was losgetreten , wo ich   mich z.zt. nirgendwo mehr wieder finde...................

Also.Was empfiehlst du mir stattdessen ?
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Dirty-Harry schrieb:

Mutti hat was losgetreten , wo ich   mich z.zt. nirgendwo mehr wieder finde...................


Also.Was empfiehlst du mir stattdessen ?

Auch wenn du nicht mich gefragt hast, darf ich dir trotzdem meine Empfehlung geben:
Mache es wie ich.
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Die Aussetzung des Dubliner Abkommens für Syrer wurde mit einer humanitären Notlage begründet.
Ich halte dies für gerechtfertigt.

Wie peter schon schrieb gibt es darüber hinaus eine sogenannte Realität, die Gesetzesbuchstaben auch schon mal überholt.
Zumal mich dieses bedingungslose Folgen der Buchstaben des Gesetzes ohne über deren Sinn und Unsinn nachzudenken stutzig macht.
Zumal derjenige, der dies am vehementesten fordert ohne Rücksicht auf Konsequenzen für Menschenleben an anderer Stelle (WM 2006) mit dem Brechen von Regeln und Gesetzen überhaupt kein Problem hat.

Man könnte jetzt natürlich an dieser Stelle überlegen, wo emmjott Pritoritäten setzt...
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reggaetyp schrieb:

Zumal mich dieses bedingungslose Folgen der Buchstaben des Gesetzes ohne über deren Sinn und Unsinn nachzudenken stutzig macht.

Boah, diese Aussage zeugt von einer wahrhaft "demokratischen" Gesinnung. Ganz im Sinne von Th.W.A.
Die Angst, daß Kriegsflüchtlinge zu einem allzu großen Anwachsen der Kriminalitätsrate beitragen könnten, ist auch meiner Ansicht nach relativ unbegründet.
Umso mehr Angst darf man aber vor solchen Aussagen haben.
Mit der gleichen Logik könnten sich Pegida und Rechtsradikale angesichts der Politik, die diese Kanzlerin und ihre Erfüllungsgehilfen betreiben, auch auf Artikel 20, Absatz 4 GG berufen.

Mein lieber Schwan, manchmal kann man wirklich nur noch ehrfürchtig staunen, was hier gewisse Leute sinnentleert(?) vor sich hin blubbern.
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DM-SGE schrieb:

Wer hier jetzt herauslesen will, ich wolle jedem Deutschen, also auch jedem Helfer ("der Deutsche" hat der adlerjunge geschrieben) falsch verstandene Menschlichkeit unterstellen, dem unterstelle ich wiederum reine Böswilligkeit oder daß er meinen Kommentar wie so oft nicht aufmerksam genug und vollständig gelesen hat, bevor der Beißreflex wieder zugeschnappt hat.

ich kann nur für mich reden/schreiben: ich habe Deinen Artikel schon so verstanden, wie Du es gemeint hast. Aber auch Politikern, egal aus welcher Richtung und Medien Menschlichkeit aus "Eigennutz" zu unterstellen, finde ich schlichtweg infam. Da kommen wir nicht zueinander, ist halt so. Anscheinend verbindet uns nur "Eintracht Frankfurt". o.k., macht dann auch nix
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Tafelberg schrieb:

Aber auch Politikern, egal aus welcher Richtung und Medien Menschlichkeit aus "Eigennutz" zu unterstellen, finde ich schlichtweg infam.

Wenn man das so pauschal unterstellt, wie ich es tatsächlich auch getan habe, dann hast du sogar recht.
Genauso wie diejenigen recht haben, die sagen, es sei infam, alle auch nur annähernd in die Ecke von Rassismus und Rechtsradikalismus zu stellen, die anderer Meinung sind als das politisch korrekte "Wir schaffen das".
Zu meiner Rechtfertigung kann ich nur anführen, daß meine Hemmschwelle, bei Politikern und Medien zu pauschalisieren, in jüngerer Vergangenheit praktisch gegen Null gegangen ist.
Um es mit Haliaetus' Logik zu formulieren: Es liegt aber an denen, so Politik zu machen und so zu berichten, daß die Hemmschwelle nicht derart absinkt.
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DM-SGE schrieb:

Ich würde mich sehr freuen, wenn du nicht immer wieder mal behaupten würdest, der DM-SGE hätte behauptet, was der DM-SGE gar nicht behauptet hat, egal ob das jetzt die Busfahrer oder die Vergangenheitsbewältigung "der Deutschen" betrifft.
Ich bin überzeugt davon, das würde die Diskussion hier sehr verbessern und stringenter machen.

also hier: 26.10. 21:48
klingt das ganz genauso, wie adlerjunge23FFM Dir da vorhält, wenn Du mich fragst.
Nun kann man darüber diskutieren, ob die gegenseitigen Vorhaltungen hier zielführend sind. Aber aus der Luft gegriffen scheint sie mir in dem Fall nicht.
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Haliaeetus schrieb:

also hier: 26.10. 21:48
klingt das ganz genauso, wie adlerjunge23FFM Dir da vorhält, wenn Du mich fragst.
Nun kann man darüber diskutieren, ob die gegenseitigen Vorhaltungen hier zielführend sind. Aber aus der Luft gegriffen scheint sie mir in dem Fall nicht.

Ich verstehe nicht, wieso du den Text, auf den du dich beziehst, nicht auch gleich zitiert hast.
Mache ich es also und zitiere, was ich da geschrieben habe:

"[...] Aber darum geht es hier doch gar nicht, nicht um die vielen freiwilligen Helfer, die aus ähnlichen Motiven heraus handeln, sondern vielmehr darum:
Jeder Versuch, aus dem schrecklichsten Kapitel der deutschen Geschichte eine deutsche Sondermoral abzuleiten, führt in die Irre und ist zum Scheitern verurteilt. Wir dürfen nicht mehr versprechen, als wir halten können.
Der Versuch, mit dieser "Sondermoral" etwas gutmachen zu wollen, was nicht wieder gutzumachen ist, also quasi die gezeigte Menschlichkeit dazu zu nutzen, sich selbst entlasten zu wollen von dem "schrecklichsten Kapitel der deutschen Geschichte" und dabei wieder einen deutschen Sonderweg einzuschlagen, einen moralischen diesmal, der andere Staaten ohne diese historisch bedingte Sondermoral automatisch ganz blöd und menschenverachtend aussehen läßt, dieser Versuch ist es, den ich mit "ideellem Profit" meine, zumal deutsche Medien und Politiker sich dabei selbst auch noch abfeiern."

Zuvor habe ich geschrieben, daß ein Handeln aus Menschlichkeit natürlich immer auch einen gewissen Eigennutz impliziert und habe dafür ein Beispiel meiner eigenen Erfahrung genannt.
Dann habe ich ausdrücklich "die vielen freiwilligen Helfer" genannt, "die aus ähnlichen Motiven heraus handeln".

Um meine Meinung zu diesem Punkt zu verdeutlichen, habe ich dann Winkler aus der FAZ zitiert, der von "Jeder Versuch" geschrieben hat, was ganz offensichtlich nicht "Jeder Deutsche" heißt.

Dann habe ich in Anlehnung an Winklers Begriff der "Sondermoral" vom "deutschen Sonderweg" geschrieben.
Der gemeine Deutsche kann keinen Sonderweg einschlagen und auch nichts versprechen, weil er keine Politik macht, die hier natürlich gemeint ist, was zweifelsfrei herauszulesen ist.
Das belegt auch, daß ich ausdrücklich davon geschrieben habe, daß die "gezeigte Menschlichkeit", also natürlich die der Helfer, zur Entlastung GENUTZT, also quasi mißbraucht wird.
Und von wem sie genutzt, für ideellen Profit mißbraucht und abgefeiert wird, habe ich genauso ausdrücklich im letzten Satz geschrieben: Von deutschen Medien und Politikern.

Wer hier jetzt herauslesen will, ich wolle jedem Deutschen, also auch jedem Helfer ("der Deutsche" hat der adlerjunge geschrieben) falsch verstandene Menschlichkeit unterstellen, dem unterstelle ich wiederum reine Böswilligkeit oder daß er meinen Kommentar wie so oft nicht aufmerksam genug und vollständig gelesen hat, bevor der Beißreflex wieder zugeschnappt hat.
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DougH schrieb:  


adlerjunge23FFM schrieb:
Parallelgesellschaften entstehen nicht nur durch Menschen mit anderen Kulturen, sondern auch durch soziale Ungerechtigkeit.


diese könnte nun aber auch bei den "unsrigen schwächeren" entstehen!! bzw. ist schon... auch eine (berechtigte) angst die viele haben.

"Könnte entstehen" ? Das gibt es schon lange, erst waren die Hartz4er die Faulen, dann die Zeitarbeiter und dann die Minijobber. Wer glaubt, dass das alleine an irgendeiner "Flüchtlingskrise" hängt, der glaubt auch, dass in Babynahrung Babies sind. Ging es unseren Senioren, Arbeitslosen oder Obdachlosen besser, bevor der Großteil der Flüchtlinge kam ? Wieso wird immer nur zur Seite und nach unten ausgetreten, wenn aber dann mal herauskommt wie man systematisch in vielen Bereichen beschissen wird, ist es nicht mehr wert als ein kurzes Schulterzucken nach dem Motto "Da können wir ja alleine nix machen". Denn wenn 5 Milliarden Menschen auf der Welt so denken, wird es schizophren.  

Und wie mit Ängsten gespielt wird, kann man täglich wieder sehen.
http://www.bildblog.de/73021/von-notdurft-afghanen-und-hetz-oesterreichern/

Dies nur mal als Beispiel, es wird bewusst Angst geschürt und die Menschen sind heute so leichtgläubig, dass sie alles für bare Münze nehmen, wenn nur ein Screenshot eines Moslems dabei ist und die Überschrift schön reißerisch ist.

Und so kommt es, dass man sich rechtfertigen muss, wieso man den Menschen hilft. Da werden freiwilligen Helfern Vorwürfe gemacht oder es behaupten Menschem vom Schlage eines DM-SGE, dass der Deutsche ja nur hilft um sich von seiner Vergangenheit reinzuwaschen. Ich will damit jetz nich wieder anfangen und ein neues Fass aufmachen, aber wenn ich von Toleranz rede und darüber, dass man den Menschen helfen MUSS & über die Probleme mit dem Rassismus, die es auch heute noch gibt, dann mach ich das nicht, weil der Papst es gesagt hat oder die Merkel mit ihrer Illuminati-Gedächtnisraute, sondern weil ich so empfinde und für mich kein Mensch auf der Welt weniger wert ist als der andere, egal ob er 24 und aus Syrien oder 68 und aus Afrika ist. Und deshalb kann Pegida und Konsorten ruhig ihre Meinung verbreiten, muss aber auch mit anderen Meinungen rechnen und damit, dass der Großteil der Bevölkerung mit dieser stumpfen Panikmache nix anfangen kann. Und da kann DM jetzt noch so oft behaupten, dass der Großteil der Bevölkerung Angst vor einer Invasion hat.

Und zum Schluss finde ich, dass man sich eben als Deutscher sehr bewusst über die Vergangenheit sein muss. Nicht, weil man daran beteiligt war, das war hier niemand, sondern weil man immer daran denken sollte was passieren kann, wenn Menschen einer religiösen Gruppe als neues Feindbild etabliert werden sollen. Überall, in jedem 2. Actionfilm, bestehen die Terroristen aus Moslems. Dass sowas wie der NSU oder die Brandstifter der Flüchtlingsheime auch Terroristen sind, das interessiert keinen. Das sind nur ein paar Verwirrte. Kein gläubiger Moslem, der nach dem Koran lebt, sprengt sich in die Luft. Genau wie kein gläubiger Christ sich in einen Heli setzt und in Afghanistan auf Zivilisten feuert, um darunter 2 mutmaßliche Taliban zu erwischen. Traurig wird es einfach nur, wenn Religion & Kultur missbraucht wird. Egal ob von Salafisten oder IS-Radikalen oder von Nazis und Kriegstreibern.
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adlerjunge23FFM schrieb:  


DougH schrieb:  


adlerjunge23FFM schrieb:
Parallelgesellschaften entstehen nicht nur durch Menschen mit anderen Kulturen, sondern auch durch soziale Ungerechtigkeit.


diese könnte nun aber auch bei den "unsrigen schwächeren" entstehen!! bzw. ist schon... auch eine (berechtigte) angst die viele haben.


"Könnte entstehen" ? Das gibt es schon lange, erst waren die Hartz4er die Faulen, dann die Zeitarbeiter und dann die Minijobber. Wer glaubt, dass das alleine an irgendeiner "Flüchtlingskrise" hängt, der glaubt auch, dass in Babynahrung Babies sind. Ging es unseren Senioren, Arbeitslosen oder Obdachlosen besser, bevor der Großteil der Flüchtlinge kam ? Wieso wird immer nur zur Seite und nach unten ausgetreten, wenn aber dann mal herauskommt wie man systematisch in vielen Bereichen beschissen wird, ist es nicht mehr wert als ein kurzes Schulterzucken nach dem Motto "Da können wir ja alleine nix machen". Denn wenn 5 Milliarden Menschen auf der Welt so denken, wird es schizophren.  


Und wie mit Ängsten gespielt wird, kann man täglich wieder sehen. http://www.bildblog.de/73021/von-notdurft-afghanen-und-hetz-oesterreichern/


Dies nur mal als Beispiel, es wird bewusst Angst geschürt und die Menschen sind heute so leichtgläubig, dass sie alles für bare Münze nehmen, wenn nur ein Screenshot eines Moslems dabei ist und die Überschrift schön reißerisch ist.


Und so kommt es, dass man sich rechtfertigen muss, wieso man den Menschen hilft. Da werden freiwilligen Helfern Vorwürfe gemacht oder es behaupten Menschem vom Schlage eines DM-SGE, dass der Deutsche ja nur hilft um sich von seiner Vergangenheit reinzuwaschen. Ich will damit jetz nich wieder anfangen und ein neues Fass aufmachen, aber wenn ich von Toleranz rede und darüber, dass man den Menschen helfen MUSS & über die Probleme mit dem Rassismus, die es auch heute noch gibt, dann mach ich das nicht, weil der Papst es gesagt hat oder die Merkel mit ihrer Illuminati-Gedächtnisraute, sondern weil ich so empfinde und für mich kein Mensch auf der Welt weniger wert ist als der andere, egal ob er 24 und aus Syrien oder 68 und aus Afrika ist. Und deshalb kann Pegida und Konsorten ruhig ihre Meinung verbreiten, muss aber auch mit anderen Meinungen rechnen und damit, dass der Großteil der Bevölkerung mit dieser stumpfen Panikmache nix anfangen kann. Und da kann DM jetzt noch so oft behaupten, dass der Großteil der Bevölkerung Angst vor einer Invasion hat.


Und zum Schluss finde ich, dass man sich eben als Deutscher sehr bewusst über die Vergangenheit sein muss. Nicht, weil man daran beteiligt war, das war hier niemand, sondern weil man immer daran denken sollte was passieren kann, wenn Menschen einer religiösen Gruppe als neues Feindbild etabliert werden sollen. Überall, in jedem 2. Actionfilm, bestehen die Terroristen aus Moslems. Dass sowas wie der NSU oder die Brandstifter der Flüchtlingsheime auch Terroristen sind, das interessiert keinen. Das sind nur ein paar Verwirrte. Kein gläubiger Moslem, der nach dem Koran lebt, sprengt sich in die Luft. Genau wie kein gläubiger Christ sich in einen Heli setzt und in Afghanistan auf Zivilisten feuert, um darunter 2 mutmaßliche Taliban zu erwischen. Traurig wird es einfach nur, wenn Religion & Kultur missbraucht wird. Egal ob von Salafisten oder IS-Radikalen oder von Nazis und Kriegstreibern.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du nicht immer wieder mal behaupten würdest, der DM-SGE hätte behauptet, was der DM-SGE gar nicht behauptet hat, egal ob das jetzt die Busfahrer oder die Vergangenheitsbewältigung "der Deutschen" betrifft.
Ich bin überzeugt davon, das würde die Diskussion hier sehr verbessern und stringenter machen.

Was die inhaltliche Aussage deines Kommentars betrifft, da stimme ich dir in großen Teilen durchaus zu.
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DM-SGE schrieb:

Ein weiteres Beispiel für den Rückfall ins Mittelalter:http://www.cicero.de/salon/debattenstreit-die-neue-deutsche-lust-am-pranger/60035

Der Rückfall ins Mittelalter sind die Leute, die menschenverachtende Posts bei Facebook veröffentlichen weil sie meinen, dass es ihr gutes Recht ist und das Internet ja eh viel anonymer ist als wenn man so jemandem gegenüber steht. Ich hätte den Pranger auch nicht gebraucht & gebe sowieso nix auf Springer & Konsorten, aber wenn von denen, die da schreiben "alle ins KZ", "alle ersaufen lassen", "alle erschießen" etc, ihren Job verlieren aufgrund solcher Aussagen, bin ich der letzte Mensch auf der Welt der deswegen traurig ist.

Du bist ganz groß darin die Seiten umzukehren. Zuallererst kamen die menschenverachtende Kommentare bei Facebook und sie kommen immernoch täglich. Wer das nicht als "Rückfall in alte Zeiten" einstuft, dem kann ich nicht helfen. Mir würde es aber reichen, wenn gegen jeden dieser **** ermittelt wird und sie eine saftige Geldstrafe dafür bekommen würden & vielleicht ein paar Sozialstunden in der örtlichen Flüchtlingsunterkunft. Vielleicht würden dann auch die einen oder anderen merken, dass sie ihren Hass und ihre Wut auf die Falschen abgeladen haben.

Und jetzt komm mir nicht mit deinen Sorgen, mir geht es hier nicht um die berechtigte Kritik und die Verständigung auf ein gemeinsames Vorgehen aller europäischen Länder, sondern um die, die solche Kommentare veröffentlichen. Dazu zähl ich übrigens auch Pegida, NPD und Teile der AfD.
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adlerjunge23FFM schrieb:

Der Rückfall ins Mittelalter sind die Leute, die menschenverachtende Posts bei Facebook veröffentlichen weil sie meinen, dass es ihr gutes Recht ist und das Internet ja eh viel anonymer ist als wenn man so jemandem gegenüber steht. Ich hätte den Pranger auch nicht gebraucht & gebe sowieso nix auf Springer & Konsorten, aber wenn von denen, die da schreiben "alle ins KZ", "alle ersaufen lassen", "alle erschießen" etc, ihren Job verlieren aufgrund solcher Aussagen, bin ich der letzte Mensch auf der Welt der deswegen traurig ist.


Du bist ganz groß darin die Seiten umzukehren. Zuallererst kamen die menschenverachtende Kommentare bei Facebook und sie kommen immernoch täglich. Wer das nicht als "Rückfall in alte Zeiten" einstuft, dem kann ich nicht helfen. Mir würde es aber reichen, wenn gegen jeden dieser **** ermittelt wird und sie eine saftige Geldstrafe dafür bekommen würden & vielleicht ein paar Sozialstunden in der örtlichen Flüchtlingsunterkunft. Vielleicht würden dann auch die einen oder anderen merken, dass sie ihren Hass und ihre Wut auf die Falschen abgeladen haben.


Und jetzt komm mir nicht mit deinen Sorgen, mir geht es hier nicht um die berechtigte Kritik und die Verständigung auf ein gemeinsames Vorgehen aller europäischen Länder, sondern um die, die solche Kommentare veröffentlichen. Dazu zähl ich übrigens auch Pegida, NPD und Teile der AfD.

Ich würde mich sehr freuen, wenn auch du deine Meinung und/oder deine Kritik zu/an Sachverhalten einbringen würdest, ohne dabei zumeist auch persönliche Kritik an anderen Diskussionsteilnehmern zu üben, also worin sie z.B. groß sind und womit sie nicht kommen sollten. Denn darum geht es nicht.
Ich bin überzeugt davon, das würde die Diskussion hier sehr verbessern und stringenter machen.

Was die inhaltliche Aussage deines Kommentars betrifft, da stimme ich dir in großen Teilen durchaus zu.
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Bigbamboo schrieb:

Nochmal kurz zu Pirincci:
Man kann diesen Buchhändlern nur schlicht sagen: Ihr streicht von Eurem Programm die "große Verschwulung" und zelebriert ganz offen die totalitäre Verdummung! Schämt Euch!

Moderne Bücherverbrennung der politisch korrekten (der "linksgrünen" habe ich mir verkniffen) Inquisition könnte man meinen, darf man aber nicht sagen.

Ein weiteres Beispiel für den Rückfall ins Mittelalter:
http://www.cicero.de/salon/debattenstreit-die-neue-deutsche-lust-am-pranger/60035
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Kann evtl zumindest ein Stück daran liegen, daß man/Du ihn nicht im Zusammenhang mit dem gesamten Ablauf der Diskussion siehst.

es erfordert zumindest, nochmal exakt die Dinge im Diskussionsverlauf  zu rekonstruieren . Ausgehend vom Link des Teilnehmers DM ,der diesen ausführlichen Bericht des Herrn Professors beinhaltet.(eigentlich wollte ich von diesem guten Mann weggekommen ...aber den Gesamtzusammenhang versteht man jetzt halt nur, wenn Du die Dinge von dort beginnend im Diskussionsablauf  nochmal verfolgst )
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Dirty-Harry schrieb:

Kann evtl zumindest ein Stück daran liegen, daß man/Du ihn nicht im Zusammenhang mit dem gesamten Ablauf der Diskussion siehst.

Ich hab' überhaupt keine Probleme, dich zu verstehen.
Im Gegenteil, ich finde deinen Stil sogar sehr lesenswert.
Nur manche Tippfehler erschweren das Lesen manchmal etwas. Aber das ist bei anderen ja noch viel schlimmer, besonders bei denen, die sich beharrlich weigern, korrekte Groß- und Kleinschreibung anzuwenden.
Laß dich nur nicht beirren und mach bitte weiter so.
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DM-SGE schrieb:

Also lasse ich es den hier mal für mich machen. Der kann es nämlich wesentlich besser als ich:


http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/gastbeitrag-deutschlands-moralische-selbstueberschaetzung-13826534.html


Ich weiß, es ist wieder mal ein Link und dazu schwerer Tobak über ganze 5 Seiten, aber es lohnt sich zu lesen, wie ein herausragender Historiker darüber denkt, den eigentlich keine Fraktion hier ablehnen dürfte.
Ein paar Auszüge vielleicht, das ist ja erlaubt:


Doch inzwischen ist unübersehbar, dass das, was man neuerdings gern die deutsche „Willkommenskultur“ nennt, von Anfang an auch eine Kehrseite hatte. Manche Deutsche neigten zu sonderbaren Bekundungen eines vage „links“ anmutenden Nationalstolzes, der nicht frei war von Zügen der Selbstgefälligkeit, ja der Selbstgerechtigkeit. Im Bundestag wurden die Deutschen als „Weltmeister der Hilfsbereitschaft“ gefeiert.
Deutschland habe sich zu einem „Sehnsuchtsland“ entwickelt, in dem viele leben wollten, hieß es wohlgefällig in einem vielgelesenen Essay eines bekannten Sozialpsychologen. Soll Deutschland sich fortan als moralische Leitnation Europas fühlen und als Großmacht der Werte präsentieren, die den anderen Völkern sagt, was sie tun müssten, um ebenfalls den „Guten“ zugerechnet werden zu können? Soll am geläuterten deutschen Wesen nunmehr, wenn schon nicht die Welt, so doch Europa genesen?
[...]
Zur deutschen Verantwortung gehört, dass wir uns von der moralischen Selbstüberschätzung verabschieden, die vor allem sich besonders fortschrittlich dünkende Deutsche aller Welt vor Augen geführt haben. Den Gegensatz zwischen edlem Wollen und beschränktem Können aufzuheben wird auch uns nicht gelingen.
Er ist auf tragische Weise unaufhebbar. Der Glaube, wir seien berufen, gegebenenfalls auch im Alleingang, weltweit das Gute, zumindest in Form des Asylrechts, zu verwirklichen, ist ein Irrglaube, der nicht zu unserer Lebenslüge werden darf. Jeder Versuch, aus dem schrecklichsten Kapitel der deutschen Geschichte eine deutsche Sondermoral abzuleiten, führt in die Irre und ist zum Scheitern verurteilt. Wir dürfen nicht mehr versprechen, als wir halten können.
Es wäre schon ein großer Gewinn, wenn wir statt auf Umfragewerte zu starren, konsequent auf jene Werte achten würden, auf die unsere Verfassung gegründet ist: die westlichen Werte, obenan die unveräußerlichen Menschenrechte und die Herrschaft des Rechts. Wenn wir dem Asylrecht im Geiste der Grundrechtecharta der EU und der Genfer Flüchtlingskonvention zusammen mit anderen im Rahmen des Möglichen, also nach besten Kräften, gerecht zu werden versuchen, wäre schon viel erreicht.

Klar kann man das so ausdrücken und erklären. Ich habe übrigens die 5 Seiten nicht gelesen, nur den zitierten Ausschnitt, der reicht mir dann auch schon. Es wird in dieser Diskussion um Hilfe ständig auf Dingen herumgeritten die aus meiner Sicht reiner Selbstzweck von Diskutanten sind um ihre eigene Sicht zu untermauern. Es geht überhaupt nicht um deutsche Schuld, es geht überhaupt nicht um irgendwelchen" links angehauchten Nationalstolz" (was für eine falsche und dämliche Umschreibung) und  es geht auch nicht darum die neue deutsche Willkommenskultur. Ebenso wie die Rasssisten und Nationalen aus der Situation anfangen Nutzzunießen tun das auch die hier beschriebenen Sozialpsychologen um ihren Salmon der Welt zu hinterlassen. Jede Seite versucht aus der Flüchtlingskrise auf seine Art und Weise maximal Profit zu schlagen.

Die beschriebenen Sozialpsychologen oft um sich selbst darzustellen, die Rechtsnationalen (mittlerweile heissen sie ja Patrioten und haben damit diesen Ausdruck auch verbrannt) aus vielen Gründen aber mit Sicherheit nicht wegen ihrer Sorge um das Volk sondern weil sie ihre Chance sehen. Und so könnte man das immer weiterführen, denn auf dem Rücken der Flüchtlinge holt jedern noch was raus. Auch hier kann man in einigen Posts die Selbstdarstellung als eigentiches Ziel vor einem normalen Ergebnis der Diskussion deutliche erkennen.

Wenn das mal aussen vor gelassen würde, dann könnte eine Diskussion um die eigentliche Problematik geführt werden. Die ist ganz einfach, Flüchtlinge von überall aus den Krisengebieten sind dabei zu wandern und das machen sie, egal ob Zäune oder Gewehre sie versuchen aufzuhalten. Wir müssen uns diesem Problem stellen (mit wir sind alle reichen Staaten gemeint) und es lösen. Wir (mit wir jetzt jeder einzelne gemeint) müssen aus meiner Sicht alle helfen, denn es geht um Menschen die nichts mehr haben ausser ihre Klamotten auf dem Leib und massenhaft grausame Erlebnisse im Schlepptau.

Und was wird hier und anderswo gemacht? Die eigenen Suppen gegeneinander hochgekocht, um das maximal Mögliche herauszuschlagen, auch hier ist es nicht anders nur im Kleinen.

Gruß,
tobago
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@tobago, das ist deine Meinung und die ist zu respektieren, vor allem weil es überhaupt mal eine Meinung ist und nicht nur das Zerreißen einer anderen Meinung, begleitet von wüsten Unterstellungen und absichtlichen Fehlinterpretationen.
Aber weder geht es um deine noch um meine Meinung. Die sind beide unmaßgeblich.
Es geht auch gar nicht mal so sehr um die freiwilligen Helfer und deren Motivation, die das Bild zwar zeichnen, es geht vielmehr um Politik und Medien, die sich damit schmücken.
Es gibt zur Zeit kein Land, das europäische Solidarität so sehr einfordert wie Deutschland.
Solidarisieren soll sich Europa aber mit einer Sondermoral, die Deutschland aufgrund seiner besonderen Vergangenheit als Grundlage einer besonderen Verantwortung sieht. Letzteres hört und liest man immer wieder von allen möglichen Leuten, die meinen, hier ihren selbstgerechten Senf beisteuern zu müssen.
Das ist aber ein ganz spezifisch deutsches Problem, sollte man meinen. Also die Meßlatte für Moral und Menschlichkeit aus historischen Schuldgefühlen heraus so hoch anzulegen, daß jeder, der darunter reicht, automatisch als weniger moralisch und weniger menschlich gelten muß, um nicht zu sagen als unmoralisch und unmenschlich.
Aber auch wenn die Vergangenheitsbewältigung ein spezifisch deutsches Problem ist, läßt es sich nicht von Deutschland allein lösen, sondern wirkt sich in seiner Bewältigung natürlich auf alle anderen Europäer aus. Wir sind nun mal nicht alleine Europa, auch wenn wir es gerne wären.
Daß das Ausland hierüber nicht gerade "very amused" ist, sollte nachvollziehbar sein.
Und daß man im Ausland argwöhnt, dieser deutsche Sonderweg könne in gewisser Weise wieder mal Rückfall in alte, wohlbekannte Zeiten sein, in denen Europa und die ganze Welt am deutschen Wesen genesen sollte, leuchtet mir zumindest ebenso ein.
Um diese Meinung geht es, die ist maßgeblich.

Anfang September jubilierten deutsche Medien "Das Ausland lobt und feiert die Deutschen ob ihrer neu entdeckten, beispiellosen Menschlichkeit".
Man feierte sich durchweg selbst als die moralische Instanz, die vorgibt, was andere unter Moral und Menschlichkeit zu verstehen haben, ohne auch nur im Ansatz zu begreifen, welche Ausgrenzung man damit betrieb.
Wie gesagt, es geht nicht um die eigentliche Hilfe der vielen Freiwilligen, die natürlich beispielhaft ist, sondern um das öffentliche Abfeiern derselben, um Profit etwelcher Art daraus schlagen zu können.
Wenn du mit entsprechenden Suchbegriffen danach guckelst, wirst du jede Menge dahingehender Schlagzeilen finden, datiert auf Anfang September.
Wie das Ausland heute denkt, nachdem die Krise Ausmaße angenommen hat, die nicht mehr zu bewältigen scheinen und sogar Europa auseinanderbrechen zu lassen drohen, darüber findest du gar nichts mehr, außer in irgendwelchen Randnotizen vielleicht oder in den ausländischen Medien selbst.
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Blablablubb schrieb:

Ich nehme den Würzburger dafür als Beispiel. Er engagiert sich für Flüchtlinge wie wohl kaum ein anderer der hier Schreibenden. Wie schon gesagt, dafür allen Respekt!
Er macht das, wie ich ihn einschätze, nicht nur weil er es für seine Pflicht hält, sondern weil es ihm auch Spaß macht, trotz allen Widrigkeiten und manchmal auch Rückschlägen.
Am Ende des Tages/ der Nacht, wie auch immer, weiß er für sich persönlich, was er geleistet hat, wem er weitergeholfen hat. Und dieses Wissen wird ihn glücklich machen. Er weiß, dass es sich gelohnt hat.
Und das interpretiere ich als "ideellen Profit". Nur für sich selbst. Für sein Gewissen, und für sein Gefühl, alles in seiner Macht stehende getan zu haben, bevor er sich schlafen legt!

Das Helfen, welches dem Helfenden selbst etwas gibt, ist übrigens moralisch und schon gar nicht qualitativ dem rein selbstlosen Helfen unterlegen. Ganz im Gegenteil! Ich bin der Meinung, dass ein rein altruistisches Helfen, also ein Aufopfern für andere, auf Dauer den Helfenden kaputt macht. Und damit ist dann auch niemandem geholfen. Nur wenn es mir selber gut geht, kann ich gut zu anderen sein. Es ist also m.M. nach kein Stück verwerflich, wenn man hilft und daran auch ein wenig Freude hat.

Dazu passt, dass ich von freiwilligen Helfern (die von der Politik in vielen Bereichen alleine gelassen werden) gehört habe, bei denen das gute Gefühl, gebraucht zu werden, langsam umschlägt in die Angst, dass es ohne sie nicht mehr geht und sie das Gefühl haben, die Hilfsbedürftigen  ggf. im Stich zu lassen. Und diese Gefühlslage ist auf Dauer weder für die Helfer noch für die Hilfsbedürftigen gut.

Krass, in welche Richtungen die Diskussionsstränge hier teilweise laufen...
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Brodowin schrieb:

Das Helfen, welches dem Helfenden selbst etwas gibt, ist übrigens moralisch und schon gar nicht qualitativ dem rein selbstlosen Helfen unterlegen. Ganz im Gegenteil! Ich bin der Meinung, dass ein rein altruistisches Helfen, also ein Aufopfern für andere, auf Dauer den Helfenden kaputt macht. Und damit ist dann auch niemandem geholfen. Nur wenn es mir selber gut geht, kann ich gut zu anderen sein. Es ist also m.M. nach kein Stück verwerflich, wenn man hilft und daran auch ein wenig Freude hat.

Vollkommen richtig. Hat auch keiner was Gegenteiliges behauptet.
Selbstverständlich ist mit dem Helfen auch immer ein Eigennutz verbunden.
Bei dem Einen vielleicht Gewissensberuhigung, bei dem Anderen reine Gottgefälligkeit.
Ich habe die letzten Jahre vor ihrem Tod meine Mutter gepflegt, nicht bis zur Selbstaufgabe, aber oft bis an die Grenzen meiner physischen und psychischen Belastbarkeit.
Getan habe ich es aus tiefer Dankbarkeit, um etwas zurückgeben zu können und auch, um meinen Kindern ein Vorbild zu sein, ihnen mein Verständnis von Familienzusammenhalt zu vermitteln, denn wer weiß, ob ich sie nicht auch mal brauche.
Du siehst also, jede Menge Eigennutz, der dahinter steckt und der mir sogar trotz aller Belastungen auch eine Freude bereitet hat, die mit nichts zu vergleichen ist, wie du richtig schreibst.
Aber darum geht es hier doch gar nicht, nicht um die vielen freiwilligen Helfer, die aus ähnlichen Motiven heraus handeln, sondern vielmehr darum:

Jeder Versuch, aus dem schrecklichsten Kapitel der deutschen Geschichte eine deutsche Sondermoral abzuleiten, führt in die Irre und ist zum Scheitern verurteilt. Wir dürfen nicht mehr versprechen, als wir halten können.

Der Versuch, mit dieser "Sondermoral" etwas gutmachen zu wollen, was nicht wieder gutzumachen ist, also quasi die gezeigte Menschlichkeit dazu zu nutzen, sich selbst entlasten zu wollen von dem "schrecklichsten Kapitel der deutschen Geschichte" und dabei wieder einen deutschen Sonderweg einzuschlagen, einen moralischen diesmal, der andere Staaten ohne diese historisch bedingte Sondermoral automatisch ganz blöd und menschenverachtend aussehen läßt, dieser Versuch ist es, den ich mit "ideellem Profit" meine, zumal deutsche Medien und Politiker sich dabei selbst auch noch abfeiern.
Furchtbar ist das, einfach nur furchtbar.
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FrankenAdler schrieb:

Und Ideeler Profit? Was soll das sein?

Hier scheint ja noch eine Frage offen zu sein, die ich für mich selbst wie folgt beantworte, auch wenn der Ausdruck nicht von mir stammt:

Ich nehme den Würzburger dafür als Beispiel. Er engagiert sich für Flüchtlinge wie wohl kaum ein anderer der hier Schreibenden. Wie schon gesagt, dafür allen Respekt!
Er macht das, wie ich ihn einschätze, nicht nur weil er es für seine Pflicht hält, sondern weil es ihm auch Spaß macht, trotz allen Widrigkeiten und manchmal auch Rückschlägen.
Am Ende des Tages/ der Nacht, wie auch immer, weiß er für sich persönlich, was er geleistet hat, wem er weitergeholfen hat. Und dieses Wissen wird ihn glücklich machen. Er weiß, dass es sich gelohnt hat.
Und das interpretiere ich als "ideellen Profit". Nur für sich selbst. Für sein Gewissen, und für sein Gefühl, alles in seiner Macht stehende getan zu haben, bevor er sich schlafen legt!
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Nein, Blablablubb, das habe ich nicht mit ideellen Profit gemeint.
Überhaupt ist das sehr allgemein zu verstehen und gar nicht unbedingt auf einzelne Handelnde bezogen.
Beim Würzburger bin ich sogar überzeugt, daß wirklich Selbstlosigkeit sein Tun bestimmt, auch wenn das jetzt so klingen mag, als ob ich mich bei dem einschleimen wollte. Will ich definitiv nicht. Hab' auch gar keine Veranlassung dazu.

Was ich unter "ideellem Profit" verstehe (gut, vielleicht ist der Ausdruck auch nicht wirklich gut gewählt), ist viel komplexer, als das man es mit wenigen Sätzen erklären könnte.
Tue ich es selbst, laufe ich Gefahr, daß hinter der nächsten Ecke wieder die Böswilligkeit lauert, die jedes meienr Worte auf die Goldwaage legt, um mir sonstwas anzudichten.
Also lasse ich es den hier mal für mich machen. Der kann es nämlich wesentlich besser als ich:

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/gastbeitrag-deutschlands-moralische-selbstueberschaetzung-13826534.html

Ich weiß, es ist wieder mal ein Link und dazu schwerer Tobak über ganze 5 Seiten, aber es lohnt sich zu lesen, wie ein herausragender Historiker darüber denkt, den eigentlich keine Fraktion hier ablehnen dürfte.
Ein paar Auszüge vielleicht, das ist ja erlaubt:

Doch inzwischen ist unübersehbar, dass das, was man neuerdings gern die deutsche „Willkommenskultur“ nennt, von Anfang an auch eine Kehrseite hatte. Manche Deutsche neigten zu sonderbaren Bekundungen eines vage „links“ anmutenden Nationalstolzes, der nicht frei war von Zügen der Selbstgefälligkeit, ja der Selbstgerechtigkeit. Im Bundestag wurden die Deutschen als „Weltmeister der Hilfsbereitschaft“ gefeiert.
Deutschland habe sich zu einem „Sehnsuchtsland“ entwickelt, in dem viele leben wollten, hieß es wohlgefällig in einem vielgelesenen Essay eines bekannten Sozialpsychologen. Soll Deutschland sich fortan als moralische Leitnation Europas fühlen und als Großmacht der Werte präsentieren, die den anderen Völkern sagt, was sie tun müssten, um ebenfalls den „Guten“ zugerechnet werden zu können? Soll am geläuterten deutschen Wesen nunmehr, wenn schon nicht die Welt, so doch Europa genesen?
[...]
Zur deutschen Verantwortung gehört, dass wir uns von der moralischen Selbstüberschätzung verabschieden, die vor allem sich besonders fortschrittlich dünkende Deutsche aller Welt vor Augen geführt haben. Den Gegensatz zwischen edlem Wollen und beschränktem Können aufzuheben wird auch uns nicht gelingen.
Er ist auf tragische Weise unaufhebbar. Der Glaube, wir seien berufen, gegebenenfalls auch im Alleingang, weltweit das Gute, zumindest in Form des Asylrechts, zu verwirklichen, ist ein Irrglaube, der nicht zu unserer Lebenslüge werden darf. Jeder Versuch, aus dem schrecklichsten Kapitel der deutschen Geschichte eine deutsche Sondermoral abzuleiten, führt in die Irre und ist zum Scheitern verurteilt. Wir dürfen nicht mehr versprechen, als wir halten können.
Es wäre schon ein großer Gewinn, wenn wir statt auf Umfragewerte zu starren, konsequent auf jene Werte achten würden, auf die unsere Verfassung gegründet ist: die westlichen Werte, obenan die unveräußerlichen Menschenrechte und die Herrschaft des Rechts. Wenn wir dem Asylrecht im Geiste der Grundrechtecharta der EU und der Genfer Flüchtlingskonvention zusammen mit anderen im Rahmen des Möglichen, also nach besten Kräften, gerecht zu werden versuchen, wäre schon viel erreicht.