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DonGuillermo

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Ich seh es genauso. Mich erinnert er ein bisschen an Özil. Manchmal ein Genie, aber leider zu oft auch irgendwie ohne die nötige "Anspannung". Caio war btw auch so... Ich weiss nicht ob man sowas jemandem beibringen kann, wenn man einfach so ein Typ ist. Und Kamada ist auch kein "Talent" mehr.
Es ist Licht und Schatten und bei Kamada überwiegt irgendwie noch mehr die Hoffnung, dass er noch eine weitere Entwicklung nehmen kann. Hatte ich bei Inui und z.B. auch Gaci irgendwann nicht mehr.
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etienneone schrieb:

ch seh es genauso. Mich erinnert er ein bisschen an Özil. Manchmal ein Genie, aber leider zu oft auch irgendwie ohne die nötige "Anspannung". Caio war btw auch so... Ich weiss nicht ob man sowas jemandem beibringen kann, wenn man einfach so ein Typ ist. Und Kamada ist auch kein "Talent" mehr.
Es ist Licht und Schatten und bei Kamada überwiegt irgendwie noch mehr die Hoffnung, dass er noch eine weitere Entwicklung nehmen kann. Hatte ich bei Inui und z.B. auch Gaci irgendwann nicht mehr.        


Also Özil zu seinen besten Zeiten würde ich nehmen. Von der Körpersprache passt der Vergleich, ja. Aber Hinti schaut die meiste Zeit des Spiels auch wie ein Trauerkloß drein, Sow sieht unbeteiligt und geistig abwesend aus, Silva und Hasebe sind ständig wegen Kleinigkeiten am lamentieren, Kostić winkt viel ab. Jeder halt halt seine Eigenheiten. Wenn einer stehen bleibt und nicht zurückläuft, okay. Aber wenn die Körpersprache jetzt schon das entscheidende Bewertungskritierien sind, weiß ich auch nicht mehr.

Und Leute, ernsthaft, so langsam komme ich mir im falschen Film vor. Kamada hat diese Saison schon ne Riesenentwicklung gemacht. Noch einmal: Letzte Saison acht Scorerpunkte in 28 Ligaspielen. Diese Saison schon sieben Scorerpunkte in neun Ligaspielen. Damit unter den zehn (!) effizientesten und produktivsten Spielern der Liga hinter Lewandowski, Haaland, Kruse, Müller, Silva, Mateta, Kramaric und Cunha. Was wollt ihr denn bitteschön mehr, wenn das schon nicht als Maßstab reicht? Selbst wenn er "nur" das Level konstant über die Saison hält, ist er im Sommer wahrscheinlich eh weg. Ein Vergleich mit einem Mijat, der in 124 Bundesligaspielen ganze zwölf Scorerpunkte erzielt hat, verbietet sich da sowieso.

etienneone schrieb:

DonGuillermo schrieb:


Deshalb sehe ich den Ballverlust vor dem zweiten Gegentor nicht als Fehler. Ja, er hätte wie viele andere in der Mannschaft die Verantwortung für das Offensivspiel von sich schieben und einen Quer- oder Rückpass spielen können. Dann wären wir da in Ballbesitz geblieben. Aber wenn er das immer macht, wird dann wiederum gemeckert, dass wir so ideenlos spielen würden und nichts nach vorne geht.


Naja. Aber das zeichnet ja nen Topspieler aus, dass er weiss wann er den Risikopass spielen muss, und was es klüger ist, ihn hintenrum zu spielen. Ich finde auch nicht dass das Passspiel von Kamada unser Problem ist. Sein Zweikampf- und Anlaufverhalten sehr wohl. Es ist kaum Pressing mit Kamada möglich und das IST ein Problem. Ab und Zu schaffen wir es mal zu pressen und dann entsteht auch oft was gutes.


Das mag sein. Aber ich finde hier werden trotzdem vollkommen übertriebene Ansprüche an Kamada gestellt. Topspieler sind für mich Leute wie Kevin de Bruyne. Aber das kann ja nicht der Maßstab sein. Und selbst die spielen in jedem Spiel mehrere Fehlpässe und haben unnötige Ballverluste. Und in der Szene war der Ballverlust in der gegnerischen Hälfte und wir standen hinten größtenteils gestaffelt. Da kann mir keiner erzählen, dass die Situation danach nicht mehr zu verteidigen war und der Ballverlust der größte Fehler bei dem Gegentor war. Und wie gesagt, im Zweikampfverhalten hat er sich meiner Meinung nach enorm gesteigert. Da hatte er diese Saison schon Spiele mit über 60 Prozent gewonnener Zweikämpfe dabei, was für einen Offensivspieler überragend ist.

Ein Pressingspieler ist er natürlich nur bedingt. Aber das trifft auch auf Silva und Dost zu. Wir sind eben nicht mehr die Pressingmaschine wie vor zwei Jahren. Von der Vorstellung sollte man sich vielleicht endgültig verabschieden. Dafür fehlen uns einfach die entsprechenden Spielertypen im Kader. Deshalb spielen wir das ja auch nur noch selten und situativ.
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Puuh. Also Younes fand ich bei seinen wenigen Einsätzen extrem eifrig im Spiel gegen den Ball. Das ist kein Vergleich zu Kamada.

Ich würde ja den Mantel des Schweigens über Kamadas Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe decken, wenn er solche Dinger wie heute reihenweise drauf hätte. Hat er aber nicht. Da sind viel zu viele Spiele dazwischen, in denen so rein gar nichts klappt. Und selbst heute muss man konstatieren, dass er neben zwei Glanzszenen auch zwei Mitbeteiligungen an Gegentoren hatte.
Ich bin ja ein Freund seines Spiels. Aber diese Zweikampfführung und die vielen Ballverluste sind einfach kontraproduktiv. So etwas leistet sich kein anderer Spieler in der Mannschaft. Von der Körpersprache der hängenden Schultern ganz abgesehen.

Einigen wir uns darauf: ab 2 Assists halte ich mich künftig mit meiner Kamadakritik zurück. Wenn es auch keine zwei Mitbeteiligungen an Gegentoren gibt.
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Bei Younes lag es glaube ich auch eher an der Kondition, aber der ist mir in der Hinsicht gegen Stuttgart negativ aufgefallen. Die Szene ist leider nicht in der Spielzusammenfassung von DAZN drin, aber ich zitiere mals aus meiner Nachbetrachtung zu dem Spiel:

An dieser Stelle muss ich aber auch noch einen Tadel an Younes aussprechen. Der hatte die Rückwärtsbewegung in der Situation bei der letzten Chance für Stuttgart schleifen lassen, als Coulibaly auf unserer linken Seite komplett blank war. Den ersten Pass auf außen hatten wir im Zentrum noch verhindert, aber der zweite kam dann an und Trapp musste in der Situation noch das Unentschieden retten. Da hatte Younes nach dem abgeblockten ersten Pass schon abgeschaltet und ist nicht weiter zurückgelaufen. Kann natürlich auch mit seiner noch fehlenden Kondition zusammenhängen, aber in der Situation musst du voll durchziehen. Dann wäre auch der Gegenspieler nicht so unbedrängt zum Abschluss gekommen.

Wie gesagt, ich finde Kamada wird in der Hinsicht deutlich zu negativ gesehen. Ich weiß auch noch, dass er in den ersten Saisonspielen teilweise eine Zweikampfquote von über 60 Prozent hatte, weil ich das hier ebenfalls angesprochen hatte. Und nimmt man mal das katastrophale Bayernspiel raus, hatte er diese Saison drei Spiele ohne Torbeteiligung und fünf Spiele mit Torbeteiligung. Also so viel Leerlauf war dann auch nicht. Von einem Spieler der Eintracht in jedem Spiel eine Torbeteiligung zu erwarten, ist einfach utopisch. Dann müsste man auch einen Silva gleichermaßen kritisieren, weil der in einigen Spielen schon Großchancen liegen gelassen hat.

Kamada liefert mit die meisten Ballverluste, weil er als Kreativer auch das meiste Risiko geht. Das ist doch vollkommen logisch. Da finde ich es eher kritikwürdig, dass Spielern wie Kohr, Sow und Ilsanker in vielen Spielen selbst einfachste Pässe nicht gelingen. Natürlich muss man da ein gewissen Maß finden, aber ein kreativer Spieler wird immer die risikoreichsten Pässe spielen oder in Dribblings mit geringer Erfolgsaussicht gehen. Wenn Kamada immer nur die einfachen und risikofreien Dinge machen soll, können solche genialen Dribblings wie gegen Hoffenheim oder letztes Jahr bei der Hertha gar nicht zustande kommen. Das habe ich ja letztens auch bei Barkok angesprochen. Der wird auch Fehler machen und dem wird nicht alles gelingen, aber wenn man es nicht probiert und Risiko geht, wird man auch keinen Erfolg haben. Die Jungs muss man dann aber stärken und nicht einbläuen, dass sie nur einfach und sicher spielen sollen.

Einen Gegner mir einfachen und risikoarmen Pässen zu dominieren und auszuspielen, schaffen vielleicht technisch und taktisch durchweg überragend geschulte Mannschaften wie Barca oder Bayern unter Guardiola, aber sicher nicht wir. Dementsprechend wird bei uns auch kein Kreativer konstant mit Torbeteiligungen, hoher Pass- und Zweikampfquote und überragendem Defensivverhalten glänzen.

Deshalb sehe ich den Ballverlust vor dem zweiten Gegentor nicht als Fehler. Ja, er hätte wie viele andere in der Mannschaft die Verantwortung für das Offensivspiel von sich schieben und einen Quer- oder Rückpass spielen können. Dann wären wir da in Ballbesitz geblieben. Aber wenn er das immer macht, wird dann wiederum gemeckert, dass wir so ideenlos spielen würden und nichts nach vorne geht. Dass er den Passweg auf Kruse vor dem dritten Gegentor nicht zustellt, sehe ich hingegen schon als Fehler. Das geht nicht. Das ist tatsächlich ganz schwaches Defensivverhalten. Das habe ich in meinem ersten Post auch so angesprochen.
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sgevolker schrieb:

DonGuillermo schrieb:
Denn ein absichtliches Handspiel ist es ebenfalls nicht, weil der Unioner von Kamada aus zehn Zentimetern am Oberschenkel angeschossen wird und den Ball erst dann an die Hand bekommt. Das ist nach sämtlichen Definitionen des Regelwerks kein strafbares Handspiel.


Der legt sich den Ball aktiv mit der Hand vor. Wenn das kein Handspiel ist, dann weiß ich es dht nicht mehr.        


Ich habe mir die Situation jetzt noch mehrmals angeschaut. Ist doch ein bisschen komplizierter.

Er dreht sich in dem Moment weg, in dem Kamada den Ball spielt und schaut dann auch nicht mehr zum Ball. Natürlich bewegt er sich dann mit der Körperseite in Richtung des Balles. Aber ich kann da ehrlich gesagt nich zweifelsfrei erkennen, ob das eine aktive Armbewegung zum Ball war. Denn wenn er den Arm beim Wegdrehen nicht mitnehmen würde, dann wäre es ja eher eine aktive Bewegung, weil es dann eine komplett unnatürliche Haltung wäre. Der Arm ist auch nicht weit abgespreizt. Und wie gesagt, der Ball kommt aus kürzester Distanz.

Nach mehrmaligem Anschauen muss ich jetzt auch sagen, dass der Ball nicht vom Oberschenkel abgesprungen ist. Sah so aus, weil der Ball so lange in der Luft bleibt. Damit sind aber trotzdem zwei der drei Kriterien für ein nicht strafwürdiges Handspiel (Ball kommt aus kurzer Entfernung, keine Vergrößerung der Körperfläche, Ball springt von anderem Körperteil ab) erfüllt. Es sei denn, man kann eben einwandfrei eine Absicht nachweisen. Das sehe ich hier aber tatsächlich eher nicht. Da müsste er entweder gut antizipiert (Kamada hätte den Ball ja auch über ihn lupfen können) oder eine schnelle Reaktionsfähigkeit haben, wenn das Absicht gewesen ist.

Deshalb kann ich schon verstehen, dass die Schiedsrichter hier auf unabsichtliches Handspiel entschieden haben. Auch wenn da doch mehr Diskussionsbedarf besteht, als ich beim ersten Betrachten der Szene gedacht habe. Und wie gesagt, da keine direkte Unmittelbarkeit zur Elfmeterszene bestand, darf dann nach den neuen Regeln für diese Saison ein unabsichtliches Handspiel in der Situation ebenfalls nicht geahndet werden.
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Noch ein kleiner Nachschub: Es ist für mich zumindest keine Situation, die so klar ist, dass der VAR wegen einer Entscheidung auf absichtliches Handspiel zwingend eingreifen muss. Der Hauptschiedsrichter stand fünf Meter daneben mit freiem Blick auf die Situation. Da muss dann schon ein krasser und eindeutiger Wahrnehmungsfehler vorliegen, um einen Eingriff zu rechtfertigen. Die Situation ist für mich wie gesagt nicht eindeutig genug für eine Korrektur und damit im Ermessensspielraum des Hauptschiedsrichters. Und dann bleibt eben die ursprüngliche Entscheidung des Hauptschiedsrichters bestehen.
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DonGuillermo schrieb:
Denn ein absichtliches Handspiel ist es ebenfalls nicht, weil der Unioner von Kamada aus zehn Zentimetern am Oberschenkel angeschossen wird und den Ball erst dann an die Hand bekommt. Das ist nach sämtlichen Definitionen des Regelwerks kein strafbares Handspiel.


Der legt sich den Ball aktiv mit der Hand vor. Wenn das kein Handspiel ist, dann weiß ich es dht nicht mehr.
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sgevolker schrieb:

DonGuillermo schrieb:
Denn ein absichtliches Handspiel ist es ebenfalls nicht, weil der Unioner von Kamada aus zehn Zentimetern am Oberschenkel angeschossen wird und den Ball erst dann an die Hand bekommt. Das ist nach sämtlichen Definitionen des Regelwerks kein strafbares Handspiel.


Der legt sich den Ball aktiv mit der Hand vor. Wenn das kein Handspiel ist, dann weiß ich es dht nicht mehr.        


Ich habe mir die Situation jetzt noch mehrmals angeschaut. Ist doch ein bisschen komplizierter.

Er dreht sich in dem Moment weg, in dem Kamada den Ball spielt und schaut dann auch nicht mehr zum Ball. Natürlich bewegt er sich dann mit der Körperseite in Richtung des Balles. Aber ich kann da ehrlich gesagt nich zweifelsfrei erkennen, ob das eine aktive Armbewegung zum Ball war. Denn wenn er den Arm beim Wegdrehen nicht mitnehmen würde, dann wäre es ja eher eine aktive Bewegung, weil es dann eine komplett unnatürliche Haltung wäre. Der Arm ist auch nicht weit abgespreizt. Und wie gesagt, der Ball kommt aus kürzester Distanz.

Nach mehrmaligem Anschauen muss ich jetzt auch sagen, dass der Ball nicht vom Oberschenkel abgesprungen ist. Sah so aus, weil der Ball so lange in der Luft bleibt. Damit sind aber trotzdem zwei der drei Kriterien für ein nicht strafwürdiges Handspiel (Ball kommt aus kurzer Entfernung, keine Vergrößerung der Körperfläche, Ball springt von anderem Körperteil ab) erfüllt. Es sei denn, man kann eben einwandfrei eine Absicht nachweisen. Das sehe ich hier aber tatsächlich eher nicht. Da müsste er entweder gut antizipiert (Kamada hätte den Ball ja auch über ihn lupfen können) oder eine schnelle Reaktionsfähigkeit haben, wenn das Absicht gewesen ist.

Deshalb kann ich schon verstehen, dass die Schiedsrichter hier auf unabsichtliches Handspiel entschieden haben. Auch wenn da doch mehr Diskussionsbedarf besteht, als ich beim ersten Betrachten der Szene gedacht habe. Und wie gesagt, da keine direkte Unmittelbarkeit zur Elfmeterszene bestand, darf dann nach den neuen Regeln für diese Saison ein unabsichtliches Handspiel in der Situation ebenfalls nicht geahndet werden.
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Trapp & Kamada sehe ich ein bisschen anders.

Trapp: das war ein Riesenbock, allerdings ist mir kein vergleichbarer Fehler von ihm in 2020 erinnerlich. Und auch im Jahr davor nicht.
Trapp spielt nicht so spektakulär wie vielleicht Rönnow, aber er strahlt eine große Sicherheit aus und ist im 1 gegen 1 nach wie vor herausragend. Auch heute wieder. Trapp hat in meinem Empfinden in fast jedem Spiel Paraden dabei, die normalerweise Tore sind.

Kamada: ja, da scheiden sich die Geister. Er hat Momente im Spiel, für die man ins Stadion geht (irgendwann mal wieder). So gegen Hoffenheim mit seinem Superdribbling, letzte Saison bei Hertha oder auch heute der Pass auf Silva. Aber: Dazwischen ist es halt auch zum Haareraufen. Ballverluste ohne Ende, naiv geführte Zweikämpfe, kaum mal ein energisches Nachsetzen, misslungene Dribblings. Vor dem 0:2 verliert er einen Zweikampf im Mittelkreis (auch wenn sich herausstellte, dass da eine Berliner Hand im Spiel war), dann lässt er Kruse weglaufen (auch wenn er da nicht Alleinschuldiger war).
Also wenn Kamada nicht endlich stabiler wird (auch in der Laufarbeit und in der Zweikampfführung), dann wird das ein Inui 2.0 - mit hin und wieder großartigen Glanzlichtern, ansonsten nahe am Totalausfall.

Übrigens: der Pass auf Silva war genial. Genial aber auch Silva selbst, der nicht wild in den Pass hineingrätscht, sondern eiskalt den Pass am Torwart vorbeilaufen lässt und erst dann einschiebt. Und beim 3:2 durch Dost hatte Kamada großes Glück, denn nur eine Zehntelsekunde später wäre Dost ins Abseits gelaufen. Ich hatte mich schon gefragt, worauf Kamada mit seinem Abspiel noch warten möchte.

Fazit: Kamada ist ein toller Fußballer, aber so sind seine Erträge über alle Spiele hinweg doch überschaubar. Bei Kruse ist das ein bisschen anders.
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Trapp sehe ich als ehemaliger Torwart vielleicht kritischer als viele andere, das sehe ich ja ein. Aber als ehemaliger Torwart weiß ich auch, dass Trapp selbst das eher wie ich als wie seine Verteidiger sehen wird. Wie gesagt, er hat ja nach der vergangenen Saison selbst eingeräumt, dass er mit seinen Leistungen unzufrieden war.

Dass ihm so ein Ding wie in diesem Spiel bisher noch nicht unterlaufen ist, habe ich ja selbst geschrieben. Es gab aber wie gesagt die von mir beschriebenen Situationen in den anderen Spielen, die in meinen Augen für einen Torwart mit dem Anspruch Trapps besser lösbar sein sollten. Wie schon gesagt, Trapp ist seit seiner Rückkehr solide und hat normalerweise keine starken Ausschläge nach unten, aber eben auch keine nach oben. Rein von der Torwartleistung war Rønnow (und übrigens auch Hrádecký in Leverkusen) letztes Jahr eine Klasse besser und im Eins gegen Eins ebenfalls unüberwindbar. Und das wiegt für mich eben stärker bei einem Torwart als Führungsspieler zu sein oder spielerisch große Klasse zu haben (wo Trapp übrigens auch seit geraumer Zeit Probleme hat, ich erinnere unter anderem an das Pokalspiel bei 1860). Und seit er wieder vollkommen fit war, hat Rønnow im Gegensatz zu seiner Anfangszeit ja auch nicht mehr unsicher gewirkt.

Wie gesagt, für mich passt das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Trapp aktuell einfach nicht, ohne dass ich ihm da leistungstechnisch den ganz großen Vorwuf machen will. Aber wenn die Ablöse bei einem Sow oder Kohr maßgeblich in die Bewertung des Transfers einfließen, sollte das bei einem Trapp nicht anders sein.

Bei Kamada sehe ich das eben etwas anders. Stärken fördern und die Schwächen minimieren. Natürlich muss er auch mit nach hinten arbeiten. Aber als Spielertyp ist er nun einmal der, der er ist. Daran wird sich nichts mehr grundlegend ändern. Ein Johan Micoud ist bei all seiner Genialität im Offensivspiel auch nie zum Beißer geworden. Einem Barkok hat es auch nicht geholfen, dass Kovač ihn öffentlich angeschnauzt hat, dass er seine größte Stärke nicht so häufig einsetzen soll. Zumal ich finde, dass Kamada schon robuster als in der vergangenen Saison reagiert.

Und die restlichen Kritikpunkte lassen sich halt auch auf alle Spieler in der Mannschaft übertragen. Wir haben durch die Bank weg ne hohe Ballverlust- und Fehlpassquote. Andere Spieler lassen sich auch jedes Spiel mal abkochen oder setzen nicht voll nach (siehe teilweise Kostić oder auch Younes in dessen Einsätzen). Es ist richtig, dass man das anspricht und kritisiert. Aber bei Kamada wird da für mich oft mit zweierlei Maß gemessen. Zumal er lange Zeit in dieser Saison der einzige kreative Spieler in der Mannschaft war und in vielen Situationen auch auf sich allein gestellt ist. Dafür macht er es meiner Meinung nach in dieser Saison insgesamt ziemlich gut.

Bei seinem Abspiel auf Dost hat Kamada verzögert, weil der Verteidiger, der unmittelbar an ihm dran war, sonst den Pass abgeblockt hätte. Wenn du genau darauf achtest, täuscht er den Pass ja kurz zuvor sogar an, um zu schauen, wie der Verteidiger reagiert. In meinen Augen war das genial gemacht, zumal Dost dann so nah am Tor stand, dass er den Ball nicht noch einmal annehmen musste, sondern - wie Dost es ja auch bevorzugt - den Ball direkt nehmen konnte.

Und über die Klasse von Silva oder Kruse brauchen wir nicht sprechen. Die habe ich in meinem Post ja auch ausreichend gewürdigt.

sgevolker schrieb:

DonGuillermo schrieb:


Es gibt seit dieser Saison eine neue Regel, dass Handspiele im Vorfeld eines Tores nur noch dann strafwürdig sind, wenn eine direkte Unmittelbarkeit zur Torerzielung besteht. Laut Regeldefinition ist eine Unmittelbarkeit nicht mehr gegeben, wenn zwischen dem fragwürdigen Handspiel und der Torerzielung mindestens eine "Fußballaktion" (entweder ein Pass oder ein Dribbling) liegt. Da in dieser Situation nach dem Handspiel noch zwei Pässe erfolgten, ist das Handspiel im Vorfeld der Situation also nicht strafwürdig und die Entscheidung der Schiedsrichter korrekt.



Was aber nichts daran ändert das der Schiri komplett freie Sicht auf die Szene hatte und das hätte pfeifen müssen.


Eben nicht. Genau das sagt die Regel doch. Da zwei weitere Fußballaktionen nach dem Handspiel erfolgten, ist das Handspiel im Vorfeld der Torerzielung beziehungsweise der Elfmetersituation eben nicht strafwürdig und damit haben die Schiedsrichter hier richtig entschieden. Denn ein absichtliches Handspiel ist es ebenfalls nicht, weil der Unioner von Kamada aus zehn Zentimetern am Oberschenkel angeschossen wird und den Ball erst dann an die Hand bekommt. Das ist nach sämtlichen Definitionen des Regelwerks kein strafbares Handspiel.
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sgevolker schrieb:

@ Werner
Sind wir uns heute einig, dass es direkt vor dem Elfer ein Handspiel im Mittelfeld gab das nicht geahndet wurde? Konnte man in der Wiederholung schön sehen und ich denke das wurde auch überprüft? Die Bibi ist ein einziges Ärgernis. Was macht die da im Keller?  

https://twitter.com/i/status/1332696353328291842


Ist schon krass, sehe es hier zum ersten Mal so gut. Klar ist der Arm angelehnt. War in dieser Situation aber auch notwendig, sonst hätte er den Ball gar nicht so schön mitnehmen können, wäre der Arm mit Hand woanders gewesen. Eindeutig ein absichtliches Handspiel zwecks Mitnahme des Balles.

Ich schätze Frau Steinhaus, die uns nicht zum ersten Mal benachteiligt hat, hatte diese Bilder auch.
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Schönesge schrieb:

sgevolker schrieb:

@ Werner
Sind wir uns heute einig, dass es direkt vor dem Elfer ein Handspiel im Mittelfeld gab das nicht geahndet wurde? Konnte man in der Wiederholung schön sehen und ich denke das wurde auch überprüft? Die Bibi ist ein einziges Ärgernis. Was macht die da im Keller?  

https://twitter.com/i/status/1332696353328291842


Ist schon krass, sehe es hier zum ersten Mal so gut. Klar ist der Arm angelehnt. War in dieser Situation aber auch notwendig, sonst hätte er den Ball gar nicht so schön mitnehmen können, wäre der Arm mit Hand woanders gewesen. Eindeutig ein absichtliches Handspiel zwecks Mitnahme des Balles.

Ich schätze Frau Steinhaus, die uns nicht zum ersten Mal benachteiligt hat, hatte diese Bilder auch.        


Es gibt seit dieser Saison eine neue Regel, dass Handspiele im Vorfeld eines Tores nur noch dann strafwürdig sind, wenn eine direkte Unmittelbarkeit zur Torerzielung besteht. Laut Regeldefinition ist eine Unmittelbarkeit nicht mehr gegeben, wenn zwischen dem fragwürdigen Handspiel und der Torerzielung mindestens eine "Fußballaktion" (entweder ein Pass oder ein Dribbling) liegt. Da in dieser Situation nach dem Handspiel noch zwei Pässe erfolgten, ist das Handspiel im Vorfeld der Situation also nicht strafwürdig und die Entscheidung der Schiedsrichter korrekt.

Im vergangenen Jahr hätte das Tor beziehungsweise der Elfmeter noch aberkannt werden können. Da wurden ja auch noch Handspiele geahndet, die eben wie hier 50 Meter oder 20 Sekunden vor der Torerzielung stattfanden. Die Regeländerung erfolgte aber, um in diesem Bereich für Klarheit zu sorgen und dass die Entscheidung nicht komplett im Ermessensspielraum der Schiedsrichter liegt, womit ähnliche Situationen auch konträr entschieden werden konnten.

Habe auf die Schnelle jetzt unter anderem diesen Artikel der Sportschau als Beleg gefunden: https://www.sportschau.de/fussball/allgemein/ifab-handspiel-anpassungen-schulter-oberarm-gelbe-karten-100.html
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Die ersten Minuten in dem Spiel waren echt hart. Die Gegentore entstanden natürlich nach klaren individuellen Fehlern, die gerade Führungsspielern in der Art nicht passieren dürfen. Die Anfangsphase geht für mich trotzdem auch auf die Kappe von Hütter. Seit eineinhalb Jahren haben wir jetzt das Problem, dass wir jedes zweite, dritte Spiel schlecht reinkommen. Mal mehr und mal weniger eklatant, mal dauert es nur ne Viertelstunde, manchmal aber auch die komplette Halbzeit. Letztes Jahr konnte man da vielleicht noch die Doppelbelastung anführen, aber dieses Argument gibt es nicht mehr. Letztendlich kann es also nur an der Einstellung liegen, denn die Jungs zeigen es ja meistens im selben Spiel gegen denselben Gegner dann immer noch, dass sie es eben doch können. Und die Einstellung wie man in ein Spiel geht, liegt nun einmal auch im Aufgabenbereich des Trainers. Vor allem, wenn es ein solch langfristiges Problem ist.

Man kann der Mannschaft aber wie immer nicht vorwerfen, dass sie keine Moral hätte. In Stuttgart haben wir schon einen Zweitorerückstand aufgeholt und heute schon wieder. Dieses Mal sogar in derselben Halbzeit. Und ehrlich gesagt war das 2:2 zur Halbzeit auch verdient. So katastrophal die ersten 15 Minuten des Spiels waren, so stark war der Rest der Halbzeit. Ich weiß gar nicht, ob Union überhaupt noch einmal in unserem Stafraum war. Dazu haben wir nach vorne auch teilweise richtig guten Fußball gespielt. Die eine oder andere Situation kann man immer noch besser ausspielen, aber immerhin waren wir dieses Spiel mal effektiv. So eine Antwort nach dem Katastrophenstart ist nicht selbstverständlich.

Dass es am Ende dann wieder nur ein Unentschieden wurde, ist vor allem der individuellen Klasse von Kruse geschuldet. Auch wenn man das Gegentor sicher verteidigen kann. Hinti klärt zu kurz, Kamada stellt den Passweg nicht zu und Ilsanker rückt warum auch immer in die Abwehrkette ein und gewährt Kruse damit den nötigen Platz. Normalerweise fällt das Tor natürlich trotzdem nicht, weil den die meisten Spieler meterweit vorbei schießen würden. An dieser Stelle muss ich aber zum wiederholten Male feststellen, dass es absolut fahrlässig und mir auch vollkommen unverständlich ist, warum man sich im Sommer nicht um einen ablösefreien Ausnahmespieler wie Kruse bemüht hat. Das gilt ja mittlerweile als gesichert. Und da braucht mir jetzt auch keiner mit der Entwicklung von Kamada kommen. Man kann nie genug gute Spieler haben - solange es sich finanziell im Rahmen hält - und dann spielt halt der bessere. Das wäre ja genauso blöd, als würde man sagen, man braucht einen Rebić nicht, weil man schon Haller und Jović im Kader hat. Zumal ich in diesem Fall ja auch schon darauf hingewiesen habe, dass Kruse wunderbar die zweite Spitze geben kann. Wir gehen stattdessen mit drei Stürmern in die Saison, obwohl wir in der Regel mit zwei Stück von Anfang an spielen. Und im Offensivbereich mussten wir ja dann mit Younes und Hrustic notgedrungen doch noch zweimal spät nachrüsten. Heute hatten wir mit Zuber und Hrustic aber schon wieder nur ein absolutes Minimum an Offensive auf der Bank, obwohl in dem Bereich mit Ache und Barkok nur zwei Spieler ausfallen.

Und so leid es mir tut, muss ich auch mal wieder Trapp thematisieren. Viele kritisieren immer (auch zurecht) die Transfers von Sow und Kohr, aber bei Trapp stimmt in meinen Augen aus rein sportlicher Sicht das Preis-Leistungs-Verhältnis auch nicht wirklich. Wenn man mal seinen Stand bei der Eintracht und seinen vermeintlichen Wert als Führungsspieler außen vor lässt, hat er mit seinen sportlichen Leistungen bisher nicht die sieben Millionen Euro Ablöse (fünftteuerste Torwartverpflichtung in der Bundesligahistorie) und das Gehalt als einer der Topverdiener (Schätzungen reichen von drei bis fünf Millionen Euro pro Jahr) gerechtfertigt. Denn wenn Trapp hier keine Vorgeschichte gehabt und dieselben Leistungen gebracht hätte, wären sicher auch einige andere deutlich kritischer. Kann sich ja mal jeder selbst überlegen, ob er mit dem Transfer leistungstechnisch zufrieden wäre, wenn unser Torwart beispielsweise Loris Karius hieße. Ich will damit übrigens nicht sagen, dass Trapp ein schlechter Torhüter ist. Das ist er natürlich nicht. Aber einer der besten fünf Keeper der Liga war er in den letzten beiden Jahren sicherlich nicht. Diese Glanzleistungen, wo uns der Torwart mal ein Spiel rettet und vermeintlich Unhaltbare hält, fehlen mir. Da kann ich mich nur an die Auswärtsspiele bei Chelsea und in Basel erinnern. Ein Hrádecký (der dafür allerdings auch eins, zwei Spiele pro Saison mit Totalausfällen hat, die an Slapstick erinnern) oder ein Rønnow (siehe letzte Saison gegen Leverkusen oder bei Arsenal) hatten die meiner Meinung nach öfter - genau wie auch Trapp selbst in seiner ersten Zeit hier in Frankfurt.

Die erste Saison nach seiner Rückkehr war gut, vor allem in Europa war er stark. Wobei er auch in der Saison das Problem hatte, dass er zu viele Bälle prallen gelassen hat. Letztes Jahr war er aber schon bestenfalls Ligadurchschnitt. Und das ist für den finanziellen Aufwand und auch seine eigenen Ansprüche zu wenig. Das hat er ja selbst in einer eigenen Nachbetrachtung eingeräumt. Nach dem Restart hatte er eine starke Phase, aber zuletzt haben sich die Unsicherheiten und Fehler wieder gehäuft. Gegen Hoffenheim steht er beim Gegentor zu weit vor dem Tor, gegen Bremen macht er beim Gegentor die kurze Ecke auf, gegen Leipzig unterläuft er kurz vor Schluss die Flanke und muss dann noch gegen Poulsen den Fehler wiedergutmachen. Das waren alles keine krassen Fehler, sollten einem Mann seiner Klasse aber trotzdem nicht unterlaufen. Heute kamen jetzt zwei schwere Patzer hinzu. Denn nicht nur vor dem ersten Gegentor ließ er einen Ball fallen, auch nach dem Schüsschen von Kruse nach Ecke Union in der ersten Viertelstunde lässt er den Ball in den Fünfmeterraum prallen und hat dann Glück, dass Awoniyi kein abgezockter Torjäger ist. Aber die Situation wird ihm hier wahrscheinlich noch von einigen als Glanzparade ausgelegt.

Auch bei Hinteregger muss ich mal wieder feststellen, dass das mit ihm als zentralem Mann der Abwehrkette keine Dauerlösung ist. Er hat dafür einfach nicht das Stellungs- und Aufbauspiel. Und Awoniyi war für mich jetzt auch nicht so die Kante, dass Hinti als direkter Gegenspieler zwingend notwendig gewesen wäre. Wie schon gegen Leipzig ist er schwer ins Spiel gekommen. Beim ersten Gegentor reagiert er zu spät, aber das ist geschenkt, in solchen Situationen haben Stürmer immer den Vorteil. Beim zweiten Gegentor natürlich ein saudämliches Foul und beim dritten Gegentor klärt er den Ball zu kurz, zu niedrig und zu mittig. Solange wir keinen Ersatz für Hasebe haben - der mit weitem Abstand unser bester Aufbauspieler und einer der besten Fußballer in der Mannschaft ist - macht es für mich in der Regel einfach wenig Sinn, ihn draußen zu lassen. Auch wenn es immer mal wieder gefordert wird, vor allem weil viele halt lieber den jungen N'Dicka spielen lassen wollen. Aber der wird nach Abrahams Abgang (den einige meiner Meinung nach auch massiv unterschätzen) wahrscheinlich ohnehin Stammspieler werden. Zumindest macht es für mich dann am meisten Sinn, Hinti lieber auf die rechte Seite zu stellen und unsere beiden mit Abstand besten Innenverteidiger auf dem Platz zu haben, als rechts fest auf Ilsanker oder Tuta zu setzen.

Verteidigen muss ich hingegen Daichi Kamada. Natürlich hat der Junge einige Schwankungen in seinen Leistungen. Die wirst du in der Preisklasse aber bei jedem Zehner der Welt haben. Es ist einfach unrealistisch, dass er jedem Spiel seinen Stempel aufdrückt. Und wenn er das tun würde, wäre er eh innerhalb eines Jahres weg. Das Ziel vor der Saison war, dass er effektiver wird. Das hat er erreicht. Er hat jetzt schon sieben Scorerpunkte in neun Ligaspielen. Eine bessere Ausbeute in der Liga haben nur Lewandowski, Haaland, Kruse, Müller, Silva, Mateta, Kramarić und Cunha. Finde ich ehrlich gesagt okay. Deutlich höhere Ansprüche verbieten sich da eigentlich. Nur noch mal so zum Vergleich: Letztes Jahr waren es acht Scorerpunkte in 28 Ligaspielen. Und das heute waren ja jetzt auch keine einfachen Querpässe über zwei Meter, sondern zwei in Sachen Timing und Genauigkeit absolut herausragende Vorlagen.

Bei Silva und Dost kann man sowieso mal wieder nicht meckern. Silva hat mal wieder bewiesen, dass er grundsätzlich nach Lewandowski und Haaland so ziemlich der beste Stürmer der Liga ist und Dost ist halt stärker abhängig von der Spielanlage und den Vorlagen, macht aber eben seine Buden, wenn er die Chancen bekommt. Kostić hat über links wieder für ordentlich Dampf gesorgt und wenn Durm das Niveau halten kann, ist er aktuell wahrscheinlich auch unser bester Rechtsverteidiger und hat sich den Platz verdient. Sow war mal wieder sehr unauffällig, da dürfte nächste Woche wohl Rode wieder in die Mannschaft rücken. Im Defensivverbund hatten wir nach der konzentrierten Leistung gegen Leipzig hingegen heute auch nach dem Katastrophenstart zu viele Schwankungen.
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Also so unglaublich geil finde ich das eigentlich nicht. Zum einen, weil ich die Jungs zu sehr mag, um sie woanders sehen zu müssen. Zum anderen, weil bei Schalke die Gefahr eines absoluten Absturzes besteht. Rønnow kriegt dann zwar wenigstens schön viel auf den Kasten, aber Gonca wird so nicht viele Tore schießen. Der sah schon gegen Bremen maximal entnervt aus, selbst nach seiner Torvorlage. Und ich sehe zumindest kurzfristig keine große Hoffnung auf Besserung bei Schalke. Baum ist für mich auch eher die Art Trainer, der von solch einer Mannschaft und dem Umfeld auf Schalke aufgefressen wird. In Unterhaching und Augsburg ging es ja bisher eher gemächlich zu (okay, Hinti und Caiuby lassen grüßen), da ist Schalke noch mal eine ganz andere Nummer. Die bräuchten glaube ich eher einen emotionalen oder autoritären Typen.
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DonGuillermo schrieb:

Also so unglaublich geil finde ich das eigentlich nicht. Zum einen, weil ich die Jungs zu sehr mag, um sie woanders sehen zu müssen. Zum anderen, weil bei Schalke die Gefahr eines absoluten Absturzes besteht. Rønnow kriegt dann zwar wenigstens schön viel auf den Kasten, aber Gonca wird so nicht viele Tore schießen. Der sah schon gegen Bremen maximal entnervt aus, selbst nach seiner Torvorlage. Und ich sehe zumindest kurzfristig keine große Hoffnung auf Besserung bei Schalke. Baum ist für mich auch eher die Art Trainer, der von solch einer Mannschaft und dem Umfeld auf Schalke aufgefressen wird. In Unterhaching und Augsburg ging es ja bisher eher gemächlich zu (okay, Hinti und Caiuby lassen grüßen), da ist Schalke noch mal eine ganz andere Nummer. Die bräuchten glaube ich eher einen emotionalen oder autoritären Typen.


Ich sage mal so: So ganz überraschend kommt die Entwicklung auf Schalke nicht. Für die wäre es wahrscheinlich das Beste, wenn sich Stevens noch mal für den Trainerposten bereit erklären würde. Die brauchen in dieser Situation einfach so einen Typ Trainer. Ist jetzt nur die Frage, ob da schon so viel Schaden angerichtet wurde, dass die wirklich runtergehen oder sich doch noch irgendwie zum Klassenerhalt wurschteln, wie das ja auch der HSV oder Wolfsburg viele Jahre geschafft haben. Außer Bielefeld, Köln und Mainz werden sie dieses Jahr aber wohl kein Team mehr überholen.
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Ihr habt sicher recht damit, dass Barkok in den letzten beiden Jahren taktisch und von seiner Spielanlage noch einmal gereift ist. Ein Trainer wie Funkel in Düsseldorf wird ihm sicher auch nicht geschadet haben und ohne Verletzungen hätte er wahrscheinlich mehr gespielt. Aber ich glaube, dass er diese Entwicklung auch bei uns hinbekommen hätte. Es ärgert mich vor allem sehr, dass Barkok damals verliehen wurde, ohne beim neuen Trainer überhaupt eine Chance zu bekommen.

Und statt auf einen Frankfurter Bub aus der eigenen Jugend zu setzen - der in der Bundesliga auch schon Akzente gesetzt hatte - haben wir in dem Jahr dann auswärtige Talente wie Allan oder Geraldes geliehen. Natürlich kann nicht jeder Transfer funktionieren, aber einen eigenen Jugendspieler mit diesem Potential zu verleihen, um dann zwei externe Spieler - die selbst nicht wirklich weiter waren -  auf derselben Position ebenfalls nur kurzfristig zu leihen, fand ich schon damals nicht so prickelnd. So wie es im Nachhinein für alle Beteiligten dann gelaufen ist, natürlich schon mal gar nicht.

Dazu haben wir damals noch einen 30-jährigen Nicolai Müller nach einem Kreuzbandriss geholt. Das waren zwar alles Transfers mit geringem Risiko, aber ich hätte es eben lieber gesehen, dass man auf die "eigenen Leute" setzt. Damals haben dann auch selbst die schon abgeschriebenen Stendera, Blum und Hrgota zumindest ein paar Kurzeinsätze bekommen. Mijat und Johnny waren noch absolute Stammspieler, denen man sicher auch mal die eine oder andere Pause hätte gönnen können. Einsatzminuten wären also schon drin gewesen, wenn natürlich auch nicht so viele wie potenziell in Düsseldorf, wenn er dort verletzungsfrei geblieben wäre und sich durchgesetzt hätte.

Wie bereits gesagt finde ich aber, dass es damals einfach das falsche Zeichen gesetzt hat. Sowohl an ihn als auch an andere Jugendspieler. Da hatten wir schon mal so einen mit dem Potential für die Bundesliga und dann wurde er ziemlich schnell fallen gelassen, nachdem er mit 18/19 das erste Mal in ein Loch gefallen ist. Düsseldorf hatte ja sogar eine Kaufoption für ihn gehabt (wir allerdings auch eine Rückkaufoption). Das spricht für mich aber eher dafür, dass man grundsätzlich nicht mehr wirklich mit ihm gerechnet hat. Und das fand ich eben sowohl damals als auch vor allem heute im Nachhinein schade. Gerade wenn man sieht, auf wen man stattdessen in der Rolle des Ergänzungsspielers gesetzt hat. Dass man ihm nach der durch Verletzungen geplagten ersten Saison in Düsseldorf dann noch mal ein zweites Jahr geben wollte, kann ich schon eher verstehen. Auch wenn wir jetzt ebenfalls im Nachhinein wissen, dass ein weiterer Spieler mit seinem Profil uns bereits in der letzten Saison gut zu Gesicht gestanden hätte.

Man möge es mir auch nachsehen, wenn ich bei der Diskussion vielleicht auch emotional etwas zu sehr befangen bin. Ich kannte Barkok als Spieler schon zu Jugendzeiten ganz gut, habe ihm den Sprung auch zugetraut und allein schon durch seine Biographie und seinen Werdegang ist er aktuell auch mein Lieblingsspieler in der Mannschaft.
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Schönesge schrieb:

Gerade mal eingeschaltet, wasn da los. Leverkusen, Bayern und Gladbach nur 1:1.

Ja ja, die unschlagbaren Bayern. Alles nur im Kopf...

Naja, mit Ausnahme von uns und Schalke hat keiner in der Bundesliga diese Saison bisher eine Klatsche von den Bayern bekommen. Ich denke das ist am Ende alles psychisch.
Wenn du über einen längeren Zeitraum in der jüngeren Vergangenheit (ok, eigentlich sogar schon längeren) ein paar Jahre bei Eintracht Frankfurt gespielt hast, dann bist du es gewohnt, dass du dort jede Saison einmal hinfährst und einmal auf die Fresse bekommst. Das setzt sich irgendwann im Kopf fest und im Prinzip sind diese Auswärtsspiele schon verloren, bevor sie überhaupt angepfiffen werden.
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Sehe ich ein bisschen anders. Hatte es schon damals im Nachbetrachtungsthread geschrieben, dass unsere Niederlage in München deutlich zu hoch ausgefallen ist. Gegen uns hatte halt gerade Lewandowski einen guten Tag und drei Buden aus insgesamt mittelmäßigen Chancen gemacht. Insgesamt waren die Bayern an dem Tag auch sehr effektiv und haben aus sieben Chancen fünf Tore gemacht. Jetzt gegen Bremen haben die in der zweiten Halbzeit halt drei Riesenchancen liegen lassen. Und die waren allesamt besser als deren Chancen gegen uns. Nicht immer erzählt das nackte Ergebnis die Wahrheit über den Spielverlauf.
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Muss auch sagen, dass das wirklich die beste Schiedsrichterleistungen seit langer Zeit bei einem Spiel der Eintracht war. Vor allem wenn ich mir im direkten Vergleich anschaue, was Stegemann - den ich ohnehin als einen der schwächsten Schiedsrichter in der Liga sehe - so im letzten Spiel in Sachen Zweikampfbewertung und persönlichen Strafen zusammengepfiffen hat.

Finde es auch immer sehr angenehm, wenn Schiedsrichter nicht unnötig "herrisch" auftreten, sondern mit einer lockeren Art das Spiel eher beruhigen und nur in Ausnahmefällen autoritär auftreten. Der mangelnde Respekt vor Schiedsrichtern und das ständige Reklamieren ist zwar ein Problem, aber ein autoritäter Schiedsrichter sorgt meistens eher dafür, dass sich ein hektisches Spiel noch mehr entzündet. Insbesondere Aytekin hat davon auch enorm profitiert, nachdem er zu Beginn seiner Karriere alles über die autoritäre Schiene regeln wollte.
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Mit dem Spiel heute kann man durchaus zufrieden sein. Im Grunde kann ich hier wieder nur vieles aus den letzten Wochen wiederholen. Leistungstechnisch passt die Saison bisher. Auch heute war Leipzig jetzt nicht unbedingt überlegen, sondern es war ein gerechtes Unentschieden. Damit bleibt München das einzige Spiel, in dem wir die schlechtere Mannschaft waren. In der zweiten Halbzeit hatte Leipzig zwar mehr vom Spiel, aber bis auf den Treffer nur eine wirkliche Chance kurz vor Schluss, als Trapp erst unter der Ecke durchsegelt und dann seinen Fehler gegen Poulsen ausbessert. Und selbst das Gegentor war keine Riesenchance, sondern einfach schlecht verteidigt und dann viel individuelle Qualität beim Abschluss. Da hatten wir mit dem Pfostentreffer von Kostić und der Situation, als Silva kurz vor dem Tor in den Rasen tritt und den Ball nicht richtig trifft doch die besseren Möglichkeiten.

In der ersten Halbzeit war das Spiel ausgeglichener, dafür hatte Leipzig da bessere Chancen. Dieses Mal waren wir zwar von Anfang an gut dabei und standen auch hinten kompakter, aber Hinti ist leider in zwei Situationen weggerutscht und hat damit auch die Großchance von Olmo ermöglicht. Auch hier hatten wir aber mit Kamada die erste richtig gute Chance. Der Ball ist zwar im Nirgendwo gelandet, weil er ihm über den Spann gerutscht ist, aber er kam frei im Sechzehner zum Schuss. Dazu in beiden Halbzeiten auch immer wieder gute Ansätze, die leider nicht ordentlich zu Ende gespielt wurden.

An dieser Stelle muss man auch mal Hütter loben. Von der Leistung her fand ich die Kritik an ihm wie gesagt bisher von vielen übertrieben, weil wir eigentlich in jedem Spiel außer in München die bessere Mannschaft waren und die meisten anderen Spiele nur durch unsere mangelhafte Chancenverwertung nicht gewonnen haben. Auch hier noch einmal: Wir haben jetzt saisonübergreifend lediglich eines der letzten zwölf Bundesligaspiele verloren. Und das war auswärts in München. In diesen zwölf Spielen haben wir auch nur dreimal mehr als ein Gegentor gefangen. Das ist schon ziemlich stabil. Die Effizienz ist unser größtes Problem.

Es ist ja auch nicht so, dass bei unseren Gegner bisher nur Laufkundschaft dabei war. Stuttgart hat seit dem ersten Spieltag nicht mehr verloren, Bremen genauso. Hoffenheim und die Hertha hatten beide zum Zeitpunkt der Spiele einen sehr guten Saisonstart und mit Bayern und Leipzig haben wir jetzt auch schon zwei der Top 3 gespielt. Und auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass sich selbst die Topteams gegen defensive Gegner - wie es Bielefeld und Bremen gegen uns waren - schwer tun. Dortmund hat Bielefeld nur durch zwei Standards geschlagen, Leverkusen hat heute auch einen Treffer kurz vor Schluss benötigt. Bremen hat mit der Defensivtaktik sogar einen Punkt in München geholt.

Auch personell kann man Hütter heute nicht viel vorwerfen. Er hat einen klaren Plan gehabt und dieses Mal auch die Mannschaft durchgewürfelt und zuletzt schwache Spieler rausgenommen. Das hat soweit auch gegriffen. Hinteregger gegen den körperlich starken Sørloth ins Zentrum zu stellen, war okay und er hat das bis auf die beiden Ausrutscher auch solide gemacht. Durm hat bis auf die Situation beim Gegentor den in dieser Saison sehr starken Añgelino weitestgehend aus dem Spiel genommen. Mehr konnte man da nach der langen Spielpause nicht erwarten. Leider wechselten sich bei Durm auch in der Vergangenheit bei seinem wenigen Auftritten gute und schwache Leistungen immer regelmäßig ab. Grundsätzlich bringt er ja vieles mit und hatte beispielsweise auch letztes Jahr seinen Anteil daran, dass wir das Pokalspiel in Mannheim noch gedreht haben.

Sow war ziemlich blass, ist aber dieses Spiel nicht wirklich negativ aufgefallen. Das ist schon eine Verbesserung im Vergleich zu vielen Auftritten in der letzten Saison, gerade angesichts der gegnerischen Stärke. Da hat mich eher Kohr nach der Einwechslung enttäuscht, der einige unnötige Ballverluste hatte. Ich finde auch, dass dieses Spiel wieder den Wert von Ilsanker ganz gut unterstrichen hat. Auch durch ihn standen wir sehr kompakt. Gegen vermeintlich schwächere Gegner könnte man ihn vielleicht auch zugunsten eines offensivstärkeren Gegners auch mal draußen lassen, aber wir hatten nunmal zu Beginn der Saison selbst gegen 1860 und Bielefeld enorme Probleme mit der defensiven Stabilität und Ilsanker ist nun einmal unser einziger Sechser. Möglicherweise bietet es sich im Winter an, ihn nach Abrahams Karriereende fest in die Innenverteidigung zu ziehen und in ein Duell mit Tuta im die Position zu schicken und dafür eine Verstärkung auf der Sechs zu verpflichten.

Auf links hat man natürlich gemerkt, dass mit Kostić gleich eine andere Dynamik und Qualität drin ist. Alleine die zwei, drei Situationen, in denen er die Abwehr überläuft und den Ball vom Rücken der Abwehr querspielen beziehungsweise bei seiner Torchance aus dem Winkel aufs Tor ziehen kann, gab es so die letzten Wochen nicht. Natürlich kann das bei uns kein anderer Spieler adäquat ersetzen, aber da hat man sich glaube ich auch bei Zuber verschätzt. Der ist ähnlich wie schon Durm im letzten Jahr keine Alternative oder bundesligatauglicher Ersatz auf links. Dafür sind beide mit dem linken Fuß zu schwach und kommen nicht mal richtig ins Tempo. Da ich glaube, dass auch Willems keine große Rolle mehr spielen wird, muss da spätestens im Sommer dringend eine wirkliche Alternative her. Sollte Kostić im Sommer wechseln, muss dort ohnehin reagiert werden.

Ansonsten muss ich wieder mal ein Sonderlob an Barkok verteilen. Ich fand ihn schon seit Vorbereitung sehr auffällig, engagiert und auf einem guten Weg. Auch jetzt steigert er sich von Woche zu Woche. Die letzten beiden Spiele hat er sich endlich auch mit Scorerpunkten belohnt. Ich kann auch hier nur wiederholen, dass ich es relativ unverständlich finde, warum wir ihn damals überhaupt ausgeliehen haben. Klar, Kovač hatte am Ende nicht mehr auf ihn gesetzt. Aber der war vor allen Dingen auf Defensive bedacht und hat damals nach den ersten starken Auftritten dem noch sehr jungen Aymen die Trickserei ausgeredet, was nun einmal dessen Stärke ist. Ich kann schon verstehen, dass ein junger Spieler nicht überdrehen soll, aber man muss dennoch auf dessen Stärken bauen. Und dieses überraschende Element in Barkoks Spiel, auch mal einen Gegenspieler aussteigen zu lassen, ist doch genau das, was uns seit Monaten fehlt. Das Tor war auch technisch stark gemacht, gerade die Mitnahme mit der Schulter hätten so nicht viele hinbekommen. Auch die Passtäuschung nach außen - womit er vor der Chance von Silva den Laufweg in die Mitte freigemacht hat - war zwar einfach, aber sehr effektiv.

Natürlich hatten wir zum Zeitpunkt der Leihe noch die Büffel im Kader und Barkoks Zeit bei der Fortuna war durch Verletzungen geprägt, weshalb man ihm dort noch mal ein zweites Jahr gegeben hat, aber er wurde damals noch vor Hütters erster Trainingseinheit weggeschickt. Das finde ich weiterhin fahrlässig, zumal er der letzte Spieler war, der aus unserer Jugendabteilung den Sprung in die Bundesliga geschafft hat. Solche Spieler muss man dann auch mal fördern. Natürlich wird er auch Fehler machen, gerade weil seine Spielweise durchaus auch riskant ist, aber dafür hat er in der Offensive eben auch enorme Qualitäten. Nicht umsonst ist er jetzt auch auf Anhieb Stammspieler in der marokkanischen Nationalmannschaft und hat in vier Länderspielen gleich mal zwei Vorlagen geliefert. Und da spielen mit Hakimi, Ziyech oder Amrabat auch wirklich hochklassige Spieler mit, das ist keine schwache Nationalmannschaft.

Ich bleibe dabei, dass unsere aktuellen Probleme vor allem mit der Kaderzusammenstellung und Transferpolitik aus den letzten beiden Jahren zusammenhängen und da auch ein anderer Trainer nur bedingt mehr rausholen könnte. Auch heute muss man wieder feststellen, dass wir mit Bas Dost lediglich einen Offensivspieler auf der Bank hatten (mit Zuber vielleicht eineinhalb), während dort gleich fünf Verteidiger saßen. Und mit Ache und Younes sind nur zwei Offensive ausgefallen. Die Problematik auf der Sechs wurde gerade die letzten Wochen auch schon oft genug angesprochen. Dafür haben wir aber jeweils vier Rechtsverteidiger und Achter im Kader. Das mal ganz abgesehen vom logischen Qualitätsverlust durch den Abgang der Büffel und dass sowohl Kohr als auch Sow im Mittelfeld nicht wirklich gezündet haben.
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Also dieses veröffentliche "Meinungsbild" lässt mMn ziemlich viele Fragen offen.

Hütter begründet Ilsankers Nominierung damit, dass er der klarste 6er sei und eine positive Ausstrahlung habe. Gehts bei einer Startelfnominierung nicht viel mehr um die Leistung als um die Position?
Noch dazu hat das Duo Kohr/Rode doch nach der Corona-Pause gezeigt, dass es den klaren 6er nicht unbedingt braucht.

Des Desweiteren spricht Hütter davon, dass es seine Philosophie sei, Spielern nach schlechten Leistungen auch gerne die 2. oder 3. Chance zu geben.
Wo genau gab es diese Chance für Kohr und da Costa nach dem Bielefeld-Spiel; obwohl beide nach einer guten Phase nach der Corona-Pause in einer insgesamt schlechten Mannschaft nicht weiter abfielen als der Rest.

Zu Barkok sagt er, dass er ihn ua nicht von Beginn an gebracht habe,  da es keine Garantie dafür gebe, dass Barkok die gute Leistung nach seinen Einwechselungen auch in der Startelf bestätigen könne. Aber die Garantie, dass ein Spieler nach einer schlechten Leistung eine gute Leistung bringt, gibt es dagegen schon ?

Das Format ist super  aber für mich ein unglücklicher Auftritt des Trainers,  der ähnlich Stur zu sein scheint, wie unser Bundesjogi.
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Schwaelmer_86 schrieb:

Hütter begründet Ilsankers Nominierung damit, dass er der klarste 6er sei und eine positive Ausstrahlung habe. Gehts bei einer Startelfnominierung nicht viel mehr um die Leistung als um die Position?
Noch dazu hat das Duo Kohr/Rode doch nach der Corona-Pause gezeigt, dass es den klaren 6er nicht unbedingt braucht.


Bei den anderen Punkten in dem Beitrag stimme ich größtenteils zu, aber nicht hier. Wann immer Rode und Kohr zusammen auf dem Platz standen, hatten wir defensiv keine Stabilität und zentral oft ein riesiges Loch, das direkt vor der Abwehrkette geklafft hat. Deshalb habe ich nach dem Spiel gegen Bielefeld und noch vor der Umstellung auch Ilsanker gefordert, weil er unser einziger Sechser ist. Defensiv stehen wir mit ihm kompakter, er besetzt da schon wichtige Räume und stopft Löcher.

Damals habe ich unter anderem angemerkt, dass viele jetzt erst merken, wie wichtig Gelson als Abräumer für unser Spiel war. Es wäre aber natürlich wünschenswert, wenn wir einen Sechser mit größeren fußballerischen Fähigkeiten und einem höheren Tempo hätten. Das dürfte sich aber bis zum Sommer nicht ändern. Außer man zieht Ilsanker nach dem Abgang von Abraham tatsächlich fest in die Innenverteidigung zurück und holt dafür im Winter eine Verstärkung auf der Sechs.

Fireye schrieb:

vonNachtmahr1982 schrieb:

Unter Fußballern gibt es doch auch Charaktere wie im Berufsleben. Wer kennt es denn nicht? Es gibt immer Arbeiter die dich engagieren, die ihre Aktenberge gewissenhaft abarbeiten, die auch Mal ein Stündchen länger arbeiten, Kollegen helfen und auch nach Feierabend nachdenken wie man am nächsten Tag vernünftige an Dinge dran geht. Und dann gibt es eben auch die, die von fünf Arbeitstagen an 3 tendenziell keine Lust haben, die mehr Zeit am Kaffeeautomat und in der Raucherecke verbringen, die ihre Aktenberge sporadisch alle zwei Tage von links nach rechts und wieder zurück räumen und die trotz Zugeständnisse ihrer Vorgesetzten immer noch der Meinung sind das ein schlauer Gaul nicht höher springt als er unbedingt muss. Warum sollte es sowas nicht auch bei Fußballern geben? Wäre mehr als normal. Erstere sind halt eben auch die, die Führungsrollen übernehmen, sich gut integrieren und erfolgreich sind egal wo sie sind. Und zweitens sind eben geborene Mitläufer die auch nie darüber hinaus kommen werden.

Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen dass man es mit der von Dir beschriebenen Einstellung schafft BL-Spieler zu werden.        


Ich würde behaupten, dass es tatsächlich sehr viele Spieler gibt, die mit dieser Einstellung Profifußballer geworden sind. Und darüber hinaus sogar noch ziemlich viele weitere mit einer noch schlechteren Einstellung als "Dienst nach Vorschrift". Wie oft sprechen wir denn davon, dass Spieler in ihrer Karriere nicht ihr volles Potential augeschöpft haben? Oder dass Spieler, die bereits in der Jugend überragend waren und gehyped wurden, abgehoben sind und deshalb keine bessere Profikarriere hingelegt haben?

Es gibt in Sachen Arbeitseinstellung sicherlich viele Level. Bei uns in der Mannschaft haben wir mit Hasebe einen absoluten Musterprofi. Ohne den Alltag von allen anderen Spielern zu kennen, würde ich mal behaupten, dass der mehr als alle anderen Spieler aus unserer Mannschaft macht. Das muss nicht heißen, dass die alle ne schlechte Arbeitseinstellung haben. Aber ich glaube, dass kein anderer Spieler eine so gute hat wie Hasebe. Alleine schon, weil der keinen/kaum Alkohol trinkt und (wahrscheinlich) immer pünktlich ins Bett geht, was schon mal auf den Großteil der Profifußballer weltweit nicht zutreffen dürfte. Hasebe braucht das vielleicht auch mittlerweile, um wegen seines Alters noch auf diesem Niveau spielen zu können. Aber an seiner Einstellung könnten sich trotzdem sehr viele andere Spieler ein Beispiel nehmen.

Dann hat natürlich auch vieles mit Talent zu tun. Je mehr Talent du hast, desto weniger musst du arbeiten, um es zu schaffen. Ein Schui oder ein Zico waren jetzt fußballerisch sicher nicht die größten Talente und hatten bei uns deutlich bessere Arbeitseinstellungen als viele andere Spieler. Die haben sie aber auch gebraucht, weil es sonst nicht für so viele Jahre Bundesligafußball gereicht hätte. Gerade ein Schui musste sich ja erst jahrelang über den Amateurfußball hocharbeiten. Der hat sicher auch mal einen über den Durst getrunken, aber grundsätzlich geht das nur mit einer guten Einstellung.

Spieler, die sowohl vom Talent als auch der Einstellung her Weltklasse sind, gibt es nun einmal nicht so oft. An erster Stelle muss man da gerade aktuell wohl Cristiano Ronaldo nennen, so sehr ich ihn auch als Person nicht leiden kann. Aber dass er in seinem Alter noch auf dem Level performen kann, gibt es selbst unter Weltklassespielern nicht oft. Aber auch hier gibt es in die andere Richtung wunderbare Beispiele. Ein Ronaldinho war für wenige Jahre der wohl beste Spieler der Welt, obwohl er eine unterirdische Arbeitseinstellung hatte, trainingsfaul war und lieber Party gemacht hat. Der hatte aber so unfassbar viel Talent, dass er sich das - zumindest für einige wenige Jahre - leisten konnte. Wenn er auch noch eine gute Arbeitseinstellung gehabt hätte, wäre seine Karriere sicher nicht schon mit Ende 20 so steil bergab gegangen, dass es anschließend nur noch für die heimische brasilianische Liga gereicht hat.
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Geil fand ich in der Hinsicht ja auch die "Analyse" des HR (siehe https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/das-eintracht-remis-in-der-analyse-angsthasenfussball-im-land-der-bueffel,eintracht-analyse-vfb-100.html), wobei ich den Autor Stephan Reich eigentlich sehr schätze. Das ganze wird da aber tatsächlich mit "Angsthasenfußball im Land der Büffel" überschrieben.

Nun ist es natürlich so, dass wir spielerisch nicht die beste Mannschaft sind und uns deshalb gegen defensiv stehende Gegner schwer tun. Das sollte ja auch für niemanden eine neue Erkenntnis. Trifft aber auch auf andere Vereine zu. Mehr oder weniger die ganze Liga, wenn man ehrlich ist. Sogar auf Spitzenvereine wie Dortmund. Die haben sich zuletzt auch gegen defensive Bielefelder schwer getan und sind nur durch zwei Standards zu Treffern gekommen. Wobei unser größtes Problem bisher tatsächlich die mangelhafte Chancenverwertung ist. Ich verweise wie schon nach dem Spiel gegen Bremen noch einmal auf die xGoals Tabelle (siehe https://understat.com/league/Bundesliga), nach der wir angesichts der Qualität unserer Chancen "eigentlich" mit sechs Toren (den mit Abstand höchsten Wert in der Liga) und drei Punkten mehr auf Platz 5 stehen müssten.

Es ist sicher richtig, dass wir uns in der ersten Halbzeit in Stuttgart weniger Torchancen herausspielen konnten (wobei selbst da einige gute dabei waren) und in der zweiten Halbzeit deutlich besser agiert haben. Aber wenn wir einen Großteil des Spiels mit der kompletten Mannschaft in der gegnerischen Hälfte stehen (unsere Innenverteidiger stehen bei eigenem Ballbesitz regelmäßig mindestens an der Mittellinie), dann tue ich mich schwer damit, das als Angsthasenfußball zu deklarieren. Spielen wir nach der Definition des HR erst dann mutig, wenn unsere eigenen Innenverteidiger im gegnerischen Strafraum stehen? Wir sind spielerisch nicht gut. Das ist aber etwas anderes, als mutlos oder defensiv zu spielen. Das wir in der Offensive nicht mehr das Personal früherer Tage haben, hat der Autor ja immerhin selbst erkannt. Damals konntest du den Ball halt einfach nach vorne bolzen und die Büffel haben mit ihrer individuellen Klasse schon irgendwas draus gemacht.

Noch schlimmer ist für mich aber ein anderer Punkt in dieser Analyse, nämlich "Never change a losing team". Ich bin wie gesagt selbst mit einigen Personalentscheidungen nicht einverstanden. Insbesondere mit den dort angesprochenen Außen, wo ich ebenfalls auf Younes und Barkok statt Zuber und Touré gesetzt hätte. Ich kann auch jeden verstehen, der sagt, dass wir zu oft Unentschieden gespielt haben und aus den Spielen gegen Bielefeld, Köln, Bremen und Stuttgart vier bis sechs Punkte mehr hätten holen müssen. Fakt ist aber, dass wir jetzt saisonübergreifend lediglich eines der letzten elf Bundesligaspiele verloren haben. Und das war auswärts in München. Das war auch nicht das letzte Spiel vor dem Spiel in Stuttgart. Insofern ergibt dieser Punkt in der Analyse schon rein sachlich überhaupt keinen Sinn und ich halte es auch für verfrüht, jetzt schon wie einige hier im Forum die große Krise auszurufen.

Wir haben jetzt zehn Punkte aus sieben Spielen geholt. Und da war nicht nur Laufkundschaft dabei. Stattdessen schon das mit Abstand schwerste Spiel der Saison, während wir gegen die beiden mit Abstand schwächsten Teams noch spielen werden. Natürlich variiert die Stärke der Gegner, aber auf die Saison hochgerechnet wären das aktuell knapp 50 Punkte. Wäre nicht überragend, aber voll im Rahmen. Zum Vergleich: Letztes Jahr sind wir mit 45 Punkten Neunter geworden. Mit Leipzig, Dortmund und Gladbach haben wir in drei der kommenden fünf Spiele jetzt dicke Brocken. Gegen die tun wir uns aber in der Regel leichter, weil die selbst offensiv unterwegs sind und das unserem Spiel mehr entgegenkommt. Leipzig und Dortmund sind zudem Heimspiele, wenn auch ohne Zuschauer. Aber nur mal so: Dortmund hat zuletzt 2014 in Frankfurt gewonnen, Leipzig noch überhaupt nicht.
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reggaetyp schrieb:

Knueller schrieb:

Mir geht diese Inkonsequenz, vor allem wenn sie irgendwie krampfhaft argumentativ untermauert wird, mittlerweile auf die Nerven. Bestes Beispiel ist nach wie vor Maik Franz. Alle haben ihn gehasst und nach den ersten drei Minuten für uns, fanden ihn alle geil und zwar auch schon früher. Aber so ist er wohl, der Fußballfan an sich.

Glaubst du den Scheiß eigentlich selbst oder hat den dein Überich geschrieben?

Bei Maik Franz war das doch definitiv so.

Waren zwar keine 3 Minuten, aber die Zeitdauer vom A...loch zum Publikumsliebling war sehr kurz.

Allgemeiner Tenor: So jemand braucht jede Mannschaft.

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Fireye schrieb:

reggaetyp schrieb:

Knueller schrieb:

Mir geht diese Inkonsequenz, vor allem wenn sie irgendwie krampfhaft argumentativ untermauert wird, mittlerweile auf die Nerven. Bestes Beispiel ist nach wie vor Maik Franz. Alle haben ihn gehasst und nach den ersten drei Minuten für uns, fanden ihn alle geil und zwar auch schon früher. Aber so ist er wohl, der Fußballfan an sich.

Glaubst du den Scheiß eigentlich selbst oder hat den dein Überich geschrieben?

Bei Maik Franz war das doch definitiv so.

Waren zwar keine 3 Minuten, aber die Zeitdauer vom A...loch zum Publikumsliebling war sehr kurz.

Allgemeiner Tenor: So jemand braucht jede Mannschaft.



Das ist doch aber ganz natürlich. Man verteidigt halt den eigenen Verein oder die eigenen Spieler immer mehr. Und gerade einen Drecksack wie Franz sieht man dann lieber auch in der eigenen Mannschaft und dann auch wesentlich unkritischer. Bei Franz hat mich auch weniger das Austeilen, sondern vielmehr das Einstecken gestört. Da hat er regelmäßig mit reichlich Theatralik ne ziemliche Show abgezogen.

Aber auch vor und nach Franz gab es noch genügend andere Beispiele. Sotos, Zambrano und Abraham waren und sind hier auch alle mehr oder weniger Publikumslieblinge. Aber fragt mal nach deren Sympathiewerten bei Gegenspielern oder gegnerischen Fans. Schui war sicher auch nicht der angenehmste Gegenspieler, hat jedes Jahr fleißig seine Karten gesammelt und ist trotzdem zu einer der größten Vereinslegenden aufgestiegen.

Und weit vor meiner Zeit gab es hier auch einen Werner Lorant, der wohl vor allem deshalb geholt wurde, weil sich Holz nicht mehr von ihm treten lassen wollte. Der war anschließend unter Eintrachtfans aber recht wohlgelitten. Oder wenn wir noch mal auf eine andere Ebene einsteigen, wurde Tony Yeboah als Gegenspieler erst von Eintrachtfans rassistisch beleidigt und als er dann für uns gespielt hat, ist er zum großen Publikumsliebling und ersten afrikanischen Bundesligakapitän aufgestiegen.

So sind die meisten Fußballfans eben. Der Gegner ist der Feind und den eigenen Jungs sieht man vieles nach. Und wenn einer zu uns wechselt, ist halt schnell vieles vergessen. Aber was will man auch erwarten? Viele Fans springen ja auch in der Meinung über die eigene Mannschaft schnell von einem Ende der Meinungspalette zur anderen und erzählen dann das Gegenteil von dem, was sie letzte Woche gesagt haben. Es ist halt vieles eher von Emotionalität als Rationalität geprägt.

Zum Thema mit dem Treffen:

Dass wir uns als verkappte Gastgeber bei einem Treffen hergeben, bei dem andere Ligamitglieder ausgeschlossen werden, finde ich auch scheiße. Dass Bobic verschiedene Ansichten hat, die einem Großteil der Fanbasis/Fankurve nicht gefallen, ist auch nichts Neues. Das war ja auch einer der Gründe, warum er im Vorfeld seiner Verpflichtung unter anderem von den Ultras abgelehnt wurde.

Man sollte aber schon klar sagen, dass die Eintracht in der Diskussion um die Verteilung der TV-Gelder nie als barmherziger Samariter für die kleinen Vereine aufgetreten ist oder sich für eine gleiche Verteilung der Gelder eingesetzt hat, wie es jetzt wohl die beim Treffen ausgeschlossenen Vereine tun. Denn das hier schon mehrfach erwähnte Team Marktwert hatte auch einzig und allein das Ziel, bei der Verteilung der TV-Gelder eigene Interessen durchzusetzen und damit mehr als bisher von der Verteilung zu profitieren.

Im Grunde ging es dem Team Marktwert darum, das Fanaufkommen und die Zugkraft der Traditionsvereine bei der Verteilung zu berücksichtigen, beispielsweise durch den Zuschauerschnitt in den Stadien oder die Einzelspielquoten bei Sky. Und da stand die Eintracht auch in sportlich nicht so erfolgreichen Jahren immer in der oberen Tabellenhälfte, wenn nicht sogar im ersten Drittel und hätte damit natürlich davon profitiert. Das wurde dementsprechend natürlich auch von allen anderen Traditionsvereinen unterstützt, die zudem in der TV-Tabelle mehr und mehr von den Werksklubs und gepamperten Vereinen verdrängt wurden.

Vereinzelt wurde vom Team Marktwert sogar gefordert, dass sämtliche Vereine, welche die 50+1 Regel aufgrund einer Sondergenehmigung nicht befolgen müssen, aus der Verteilung der TV-Gelder komplett ausgeschlossen oder mit einem verringerten Prozentsatz berücksichtigt werden. Schließlich haben diese durch die Umgehung der 50+1 Regel und regelmäßiger Fremdfinanzierung schon einen finanziellen Vorteil gegenüber allen anderen Vereinen und nehmen dann bei sportlichem Erfolg den anderen Vereinen auch noch in der TV-Tabelle zusätzliche Einnahmen weg. Ein solches Kriterium wurde aber bei der Entscheidung zur letzten Umstrukturierung des Verteilungsschlüssels abgelehnt.

Die Eintracht hat sich meines Wissens noch nie dagegen ausgesprochen, dass sportlicher Erfolg bei der Verteilung nicht am stärksten berücksichtigt wird. Und gerade jetzt, wo wir nach den Ergebnisse aus den letzten Jahren davon erheblich profitiert haben, wären wir ja auch ziemlich blöd, da eine andere Richtung einzuschlagen.

Ich persönlich fände nach wie vor den Vorschlag aus Freiburg am fairsten. Da wurde quasi vorgeschlagen, die TV-Tabelle nach einem "Preis-/Leistungsverhältnis" zu gestalten. Also quasi sowohl den Personaletat als auch den damit erreichten sportlichen Erfolg zu berücksichtigen. Auch da muss man natürlich sagen, dass dabei ein Eigeninteresse verfolgt wird, weil bei einem solchen Schlüssel vor allem die Freiburger selbst profitieren würden. Die haben immer einen der niedrigsten Etats der Liga, stehen aber am Ende doch sogar hin und wieder mal in der oberen Tabellenhälfte. Es lässt sich aber nicht abstreiten, dass Freiburg jedes Jahr mit die beste Arbeit in der Liga macht und dafür trotzdem nie mit signifikanten Steigerungen in der TV-Tabelle belohnt werden wird.

Das Freiburger Modell wäre tatsächlich mit die fairste Lösung. Das würde nämlich Standortvorteile abschwächen und die ohnehin schon durch Dauerabo in der Champions League oder von Investoren/Mäzenen finanziell bevorteilten Vereine nicht automatisch reicher machen. Denn aktuell kannst du dir deinen Erfolg mehr oder weniger kaufen, wenn du schlau genug vorgehst - also eher wie Leipzig und nicht wie Hertha oder vorher der HSV.

Das beste Beispiel dafür ist eben Leipzig. Die werden jetzt dauerhaft Champions League spielen und auch in der TV-Tabelle einen Top 4 Platz belegen. Damit werden aber alle anderen Vereine doppelt benachteiligt. Die können noch so gute Arbeit leisten und werden dennoch nie die finanziellen Möglichkeiten von Leipzig haben. Zusätzlich wird damit allen anderen Vereinen effektiv ein Europapokalplatz sowie ein höherer Platz in der TV-Tabelle weggenommen und damit auch die Chance verwehrt, durch eigene gute Arbeit in andere finanzielle Sphären aufzusteigen.

Sofern die Reichen also keine eklatanten Fehler machen, wird man sie nie einholen können und die Schere wird nur immer größer. Und selbst wenn die gepamperten Vereine Fehler machen, spielt das bei denen langfristig keine Rolle. Wolfsburg hat jahrelang viel Geld verbrannt und wäre trotzdem zweimal fast abgestiegen. Jeder normale Verein hätte sich viel früher und viel schneller runterschrumpfen und jahrelang die Konsequenzen spüren müssen oder wäre schon lange pleite gewesen. Die können aber einfach wieder investieren und damit bei sportlichem Erfolg auch in der TV-Tabelle wieder Vereine überholen, die nie große Fehler gemacht haben.

So würde dann selbst ein Serienmeister wie Bayern nicht automatisch noch an der Spitze der TV-Tabelle abkassieren. Der Personaletat der Bayern lag vergangene Saison bei 356 Millionen Euro und damit schon 1,5 Mal so hoch wie der Personaletat von Dortmund mit 205 Millionen Euro. Ist es dann wirklich die größte Leistung innerhalb der Liga damit Meister zu werden? Oder sollte man nicht viel eher die Leistung von Freiburg stärker belohnen, die vergangene Saison vom Etat her im Ligavergleich nur auf Platz 14 standen, aber sportlich in der Tabelle den achten Rang belegt haben?
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goodKID schrieb:

Ich hoffe, dass Hütter anfängt auf diese eigentlich ziemlich offensichtlichen Mängel einzugehen. In seinem dritten Jahr bei uns sieht man, mit einem eigentlich eingespielten Team, keine spielerische Entwicklung. Sollte das nicht passieren kann man sich wirklich fragen, ob die Vertragsverlängerung mit ihm nicht doch ein Fehler war...


Das ist ja hier auch weitgehend Konsens. Es gibt offensichtliche Mängel die Hütter jetzt angehen muß.
Das muß man auch erwarten können. Hütter hat genug Zeit. Er hatte eine richtige Vorbereitung, er hat Zeit das ganze unter der Woche zu trainieren. Diese Saison gibt es keine Ausreden. Auch nicht das wir viele Verletzte haben. Kostic ist jetzt auch wieder da, der Trainer kann aus dem vollen schöpfen.

Bei einer Sache muß ich aber widersprechen. Es gibt sehr wohl eine spielerische Entwicklung. Der Ball läuft ziemlich gut bei uns, wir sind gegen fast jeden Gegner optisch überlegen und haben die bessere Passquote.
Man sieht auch hin und wieder sehr feine Spielzüge. Ich bin sogar der Meinung das wir wesentlich besseren Fussball spielen als in der Büffelära. Der Unterschied ist einfach das wir da viel körperlicher, galliger und wuchtiger gespielt haben. Das hat viele Gegner überfordert.

Das was wir jetzt spielen ist zu brav. Es sieht nett aus, ist aber irgendwie brotlos. Was bringt mir optische Überlegenheit, Ballsicherheit? Gefühlt NICHTS.
Manchmal wäre es besser den Ball einfach nach vorne zu dreschen, schnell nachzurücken, den Ball zu erobern und den Gegner zu überfallen. In jedem Spiel gab es solche Situationen die zum Erfolg geführt haben.
Gestern gab es eine ähnliche Szene als Silva den Ball erpresst hat, das war eigentlich eine riesen Torchance, leider war sein Querpass auf Dost zu ungenau... immer dann wenn wir wilder agieren und Druck machen beeindruckt das die Gegner und sie kriegen Probleme. Warum also nicht öfter so?
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Diegito schrieb:

goodKID schrieb:

Ich hoffe, dass Hütter anfängt auf diese eigentlich ziemlich offensichtlichen Mängel einzugehen. In seinem dritten Jahr bei uns sieht man, mit einem eigentlich eingespielten Team, keine spielerische Entwicklung. Sollte das nicht passieren kann man sich wirklich fragen, ob die Vertragsverlängerung mit ihm nicht doch ein Fehler war...


Das ist ja hier auch weitgehend Konsens. Es gibt offensichtliche Mängel die Hütter jetzt angehen muß.
Das muß man auch erwarten können. Hütter hat genug Zeit. Er hatte eine richtige Vorbereitung, er hat Zeit das ganze unter der Woche zu trainieren. Diese Saison gibt es keine Ausreden. Auch nicht das wir viele Verletzte haben. Kostic ist jetzt auch wieder da, der Trainer kann aus dem vollen schöpfen.

Bei einer Sache muß ich aber widersprechen. Es gibt sehr wohl eine spielerische Entwicklung. Der Ball läuft ziemlich gut bei uns, wir sind gegen fast jeden Gegner optisch überlegen und haben die bessere Passquote.
Man sieht auch hin und wieder sehr feine Spielzüge. Ich bin sogar der Meinung das wir wesentlich besseren Fussball spielen als in der Büffelära. Der Unterschied ist einfach das wir da viel körperlicher, galliger und wuchtiger gespielt haben. Das hat viele Gegner überfordert.


Hier gehe ich übrigens absolut mit. Habe ich auch nach dem Spiel gegen Bremen so angesprochen. Spielerisch kann man schon eine Weiterentwicklung erkennen. Aber so viel mehr ist mit den Spielertypen in unserem Kader eben auch nicht möglich. Wir haben nun einmal hauptsächlich Renner und Kämpfer im zentralen Mittelfeld. Aus denen wird kein Trainer der Welt mehr Ballvirtuosen machen. Aber eine Entwicklung ist schon erkennbar, wir waren außer gegen Bayern in keinem einzigen Spiel die schlechtere Mannschaft. Wir hätten zwar mehr Punkte machen müssen und einige Personalentscheidungen sehe ich auch sehr kritisch, aber darauf lässt sich schon aufbauen.

Die Entwicklung muss halt jetzt auch weitergehen. Wenn Kostić zurück ist und Younes und Barkok mehr eingebaut werden, bin ich da auch recht optimistisch. Ich war vor der Saison aber auch noch nicht völlig von Hütter überzeugt und sehe ihn in der Bringschuld. Ich bin ja sogar so weit gegangen, dass ich seinen Vertrag noch nicht verlängert und damit riskiert hätte, mit einem auslaufenden Trainervertrag in die Saison zu gehen. Die Frage ist aber halt auch immer: Was sind die realistischen Alternativen?
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Ich sag mal so: Vom Glück wurden wir diese Saison bisher wahrlich nicht geküsst. Auch nicht bei dieser Pokalauslosung. Auswärts in Leverkusen dürften wir mit die schlechteste Bilanz in der Vereinshistorie haben. Ist schon undankbar in der zweiten Runde. Aber gut, was willst du machen. Und wer weiß schon, was bis dahin ist.
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Eigentlich könnte ich einen Großteil meines Beitrags zum letzten Spiel gegen Bremen (siehe https://community.eintracht.de/forum/diskussionen/135877?page=6#5247380) hier wieder kopieren. Was natürlich überhaupt nicht geht, ist diese enorme Diskrepanz bei den Halbzeiten. Das war schon letzte Saison ein eklatantes Problem und hat sich auch diese Saison durchgezogen und nicht wirklich verbessert. Meistens ist die erste Halbzeit dabei die schwächere. Ich kann mir aber nicht wirklich erklären, woran das liegt.

Ich glaube nicht, dass die Jungs nicht wollen. Den Eindruck hatte ich bisher nie. Genau wie schon gegen Bremen fehlen uns gegen einem eher defensiven Gegner dann halt auch oft die Lösungen, weil wir zu wenig Tempo und fußballerische Klasse auf den Platz bringen. Es ist kein Zufall, dass das in beiden Spielen nach den Hereinnahmen von Barkok und Younes jeweils besser wurde. Und jeder, der selbst schon mal Fußball beziehungsweise eine andere Sportart ausgeübt hat, kennt das. Wenn du dann mal hinten liegst, sich der Gegner vielleicht noch mal etwas mehr zurückzieht und das Spiel einfach nur über die Runden bringen will, gibt es eine Trotzreaktion. Du hast eh nichts mehr zu verlieren, der Gegner schon. Und dann läuft es wieder und der Gegner wird nervös. Das berühmte Momentum eben.

Deshalb kann man den Jungs sicher keinen fehlenden Einsatz vorwerfen. Nach dem 2:0 und den vergebenen Chancen von Kohr dachte ich sogar schon, dass das heute ein Tag ist, wo halt alles gegen uns läuft. Es kam ja auch noch ein sehr schwacher Schiedsrichter mit einer sagen wir mal äußerst unglücklichen Bewertung bei den persönlichen Strafen hinzu. Daran kannst du dich dann auch mal abarbeiten und nicht mehr ins Spiel finden. Es ist schon beeindruckend, welche Mentalität die Jungs immer wieder haben und wie sie immer wieder zurückkommen. Und auch Hütter findet in der Halbzeit immer wieder die richtigen Worte oder Umstellungen, damit die Mannschaft anschließend besser funktioniert. Es ist also auch nicht so, dass der Trainer die Mannschaft nicht erreicht oder nicht einstellen könnte. Das sind dann eben auch die positiven Seiten dieses Phänomens, die man bei aller Kritik nicht wegwischen sollte.

Was ich genau wie gegen Bremen am allerwenigsten verstehe, ist, dass wir schon wieder mit unseren Innenverteidigern so weit aufgerückt stehen. Stuttgart spielt die gesamte Saison schon nur auf Konter und hat äußerst schnelle Spieler. Dazu hatten wir mit dem Fehlen von Rode in Kohr und Ilsanker zwei absolut langsame und undynamische Spieler im Zentrum, die bei jedem Konter überrannt wurden, sodass wir riesige Lücken offenbart haben. Ich kann ja verstehen, dass Hütter grundsätzlich offensiv spielen lassen und dem Gegner unser Spiel aufdrücken will, aber manchmal müssen wir uns eben auch mal ein bisschen nach dem Gegner richten und nicht voll in dessen große Stärke hineinspielen. Können wir die Fünferkette nicht ab und an mal etwas defensiver interpretieren, wie das unter Kovač der Fall war? War taktische Flexibilität nicht einer der Fokuspunkte in der Vorbereitung? Warum spielen wir dann alles so wie immer in einer Situation, die sowohl vom eigenen Personal her als auch der Spielansetzung nur dem Gegner in die Karten spielt? Da würde ich mir tatsächlich mal auch vor dem Spiel etwas mehr Variation wünschen.

An der Stelle muss ich jetzt auch noch einmal sagen, dass viele unserer Probleme mit dem zentralen Mittelfeld zusammenhängen. Wie gesagt, zu wenig Dynamik und Spielkultur. Ilsanker ist der einzige Sechser im Kader, hat aber nur bedingt spielerische Klasse. Und bei einem zwar leicht verbesserten Kohr sowie Sow muss man einfach auch nach eineinhalb Jahren weiterhin sagen, dass das für zusammen 18 Millionen Euro massive Fehleinkäufe waren. Beide haben uns kein Stück weiter gebracht und ich habe da ehrlich gesagt auch nur noch wenig Hoffnung, dass sich das noch einmal ändern wird.

Ohne einen gut aufgelegten Rode sind wir im zentralen Mittelfeld nur unterer Durchschnitt. Und das liegt eben hauptsächlich an den Spielertypen. Da kann man auch noch so viel trainieren, dadurch werden die Spieler nicht grundlegend andere Stärken und Schwächen bekommen. Das geht in erster Linie auf die Transferpolitik und damit gegen Bobic und Manga, auch wenn die Transfers sicher nicht komplett am Trainer vorbei gehen und zumindest Sow ein Lieblingsspieler von Hütter gewesen sein dürfte. Dass der aber selbst unter Hütter mittlerweile so gar keine Rolle mehr spielt, sagt eigentlich alles. Es gab ja letztes Jahr auch Berichte, dass Manga zwischenzeitlich an Einfluss bei den Transferentscheidungen verloren habe und bei einigen Transfers überstimmt wurde. Dafür spricht zumindest, dass wir uns vor der letzten Saison von unserem bisherigen Beuteschema unter Manga ziemlich entfernt haben.

Dieses Jahr mit den erschwerten Bedingungen auf dem Transfermarkt will ich dann nicht zu sehr in die Kritik einfließen lassen. Zumal man bei Kohr und Sow wohl vor der Saison noch auf einen großen Sprung gehofft hat. Sie waren ja beide erst ein Jahr da. Klar ist aber, dass sie im Moment zwei Kaderplätze im zentralen Mittelfeld besetzen und nicht die erwarteten Leistungen bringen. Gerade in der aktuellen Situation ist es aber auch nahezu unmöglich, einen der beiden ohne größeren Verlust wieder abzugeben. Ich befürchte, diese beiden Transfers haben uns in unserer Entwicklung wirklich zurückgeworfen und werden uns auch noch eine Weile verfolgen. Wenn wir da letztes Jahr wirkliche Verstärkungen geholt hätten, wären wir sicher auch schon einen Schritt weiter in unserer Entwicklung.

Das führt mich zum nächsten Punkt, den Außenbahnen. Sowohl Zuber als auch Touré waren gegen Stuttgart wieder äußerst schwach, wie schon in den letzten Wochen. Nach dem Spiel gegen Bremen hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass stattdessen vielleicht Younes und Barkok von Anfang an spielen, aber immerhin hat Hütter dann wieder zur Halbzeit reagiert. Bei Younes kommt natürlich erschwerend hinzu, dass er wohl noch nicht die Kondition für 90 Minuten hat.

Das Projekt Zuber auf der linken Seite hat sich für mich jetzt aber auch erledigt. Die ersten beiden Pflichtspiele auf der Seite waren gut, danach kam nichts mehr. Nach vorne keine Dynamik und viel zu lässig in der Defensivbewegung. Gegen Hoffenheim - die selbst mit einer sehr offensiven Fünferkette gespielt haben - hat Zuber davon profitiert, dass er genug Platz hatte, um mal auf den Ball zu treten, sich zu drehen und dann mit dem starken rechten Fuß in die Mitte zu spielen. Seitdem das aber nicht mehr der Fall ist, kommen von ihm mit dem schwachen linken Fuß nur noch unkontrollierte und unpräzise Hereingaben, selbst aus guten Positionen. Von daher ist er für mich für die linke Seite nicht geeignet. Zuber hatte da in seiner Antrittsansprache schon recht, wenn er sagt, dass er kein Linksverteidiger ist. Auch wenn die Position bei uns sehr offensiv interpretiert wird. Wenn man sich da wirklich eine zuverlässige Alternative für Kostić versprochen hat, dann hat man das schlicht falsch eingeschätzt, obwohl es ja in Hoffenheim schon ähnliche Stimmen gab. Da kann man nur hoffen, dass Kostić nach seiner Rückkehr wieder 99 Prozent aller Pflichtspielminuten macht oder Willems vielleicht noch mal zurückkommt.

Und auf rechts sah es noch einmal deutlich schlechter aus. Schon nach zehn Minuten hatte ich den Eindruck, dass Touré defensiv wieder mal komplett von der Rolle ist. Ich habe immer gesagt, dass ich ihn für die Rolle als RAV prädestiniert sehe, weil er mit seinem Tempo und seiner Technik offensiv alles mitbringt und defensiv im Falle seiner üblichen Schnitzer immer noch mal eine Absicherung hat. Aber der Junge ist einfach nicht konstant genug. Jedes Mal, wenn er wieder frisch reinkommt, spielt er die ersten zwei, drei Spiele klasse. Danach lässt aber die Konzentration nach und es wird von Woche zu Woche schlechter. Das war schon letzte Saison so, als er Anfang der Rückrunde zum Stammspieler aufgestiegen ist. Ich glaube auch nicht mehr, dass sich das bei ihm noch einmal ändert. Zumindest nicht bei uns. Entweder liegt es nämlich am Spieler oder der Trainer kann es ihm nicht beibringen. Und er wird nächstes Jahr schon 25, ist also auch aus dem Talentalter raus.

Natürlich kann man auch als älterer Spieler noch etwas lernen. Chandler ist da für mich das Paradebeispiel. Der hatte gerade in der Saison unter Schaaf wirklich ein katastrophales Stellungsspiel. Das war damals absolut nicht bundesligatauglich. Aber unter Kovač hat er sich in dem Punkt dann enorm gesteigert. Der war aber auch ein Trainer, der vor allem in der Defensive seine Stärken hat. Bei Hütter ist das nicht unbedingt der Fall und der wird höchstwahrscheinlich noch eine ganze Weile unser Trainer sein. Touré trainiert jetzt immerhin schon knapp zwei Jahre unter ihm. Ich sehe deshalb nicht, dass sich daran noch einmal etwas ändert. Tourés Talent ist unbestritten. Er hat nicht umsonst schon als junger Spieler in Monaco Champions League gespielt. Aber ein Spieler muss konstant sein und verlässlich seine Leistung bringen. Möglicherweise gelingt Touré das ja in einem anderen Umfeld. Ich sehe ihn jedenfalls im kommenden Sommer als Transferkandidaten und vielleicht ist das für beide Seiten auch die beste Lösung.

Beim Spiel in Stuttgart gingen letztendlich auch wieder beide Tore durch individuelle Fehler auf die Kappe von Touré. Beim ersten Gegentor lässt er den Ball zuerst in die Mitte und direkt zum Gegner prallen und nachdem Abraham den Gegenspieler dann nach außen abgedrängt hat, läuft Touré ihm vollkommen unnötig und stümperhaft in die Hacken. Beim zweiten Gegentor dribbelt sich Touré erst gegen zwei Gegenspieler auf der Außenbahn fest und trabt dann nach seinem Ballverlust nur zurück. Hinten stehen wir dann mit Hasebe als RIV (dem dafür die Schnelligkeit fehlt) und Abraham als ZIV (dem dafür das Positionsspiel fehlt) ungeordnet und Castro ist frei durch. Das geht so nicht. Die Defensivbewegung von Zuber und Touré war schon in den letzten Wochen mangelhaft.

In unserem System haben wir nur einen festen Spieler auf der Außenbahn. Wenn ich den Ball verliere, muss ich also im Vollsprint zurück und nicht einfach nur locker hinterhertraben. Das hat gerade Kostić und Da Costa zu ihren besten Zeiten auch neben der offensiven Stärken ausgezeichnet - auch wenn die beiden das fairerweise zuletzt ebenfalls etwas schleifen lassen haben. Egal wer da zukünftig spielt, das muss Hütter den Jungs wieder als oberste Maxime mitgeben. Und wenn dafür jedes Mal bei Nichtbefolgung ein Arschtritt nötig ist, dann ist das eben so. Anders geht es einfach nicht. Gerade wenn wir wie aktuell auch noch mit unseren Innenverteidigern so weit aufgerückt sind und insbesondere Hinti gerne mal vorne rumturnt.

Ich hoffe inständig, dass Hütter nicht wieder wie letzte Saison so lange an Touré festhält. Ich habe da ehrlich gesagt auch kein Verständnis für. Da Costa musste letzte Saison nach einer Schwächephase lange auf der Bank schmoren, überzeugte dann mit guten Leistungen und drei Torbeteiligungen in fünf Spielen am Ende der Saison und wurde diese Saison im ersten Spiel nach einer schwachen Halbzeit schon wieder dauerhaft aus der Startelf genommen. Touré hätte schon letzte Saison viel früher wieder aus der Startelf genommen werden müssen und hatte jetzt schon wieder drei schwache bis richtig schlechte Spiele in Folge. Da wird einfach mit zweierlei Maß gemessen. Und das kann auf Dauer auch zu atmosphärischen Störungen im Team führen.

Ich behaupte auch nicht, dass Da Costa über jeden Zweifel erhaben ist. Aber er hat schon dauerhaft über einen sehr langen Zeitraum gute Leistungen gezeigt. Auch wenn er das Leistungsniveau aus seinen Topzeiten vielleicht nicht mehr erreicht, würde ich lieber versuchen, ihn wieder in die Spur zu bekommen, als wochenlang auf eine Stabilisierung des chronisch unkonstanten Tourés zu hoffen. Da vertraue ich lieber auf jemanden, der das Niveau schon unter Beweis gestellt hat, statt auf das mögliche Potential eines anderen Spielers. Denn wie sagt der Brite so schön: form is temporary, class is permanent.

Meinetwegen kann Hütter rechts jetzt auch erst mal auf Barkok setzen. Die Position als RAV habe ich ihm immerhin selbst auch schon vor der Saison zugetraut. Das hat er schon in der Jugend gespielt und offensiv bringt er dafür ohnehin alles mit. Klar wird auch Barkok Fehler machen, aber er ist ein Beißer und defensiv kannst du eigentlich nicht körperlöser und tölpelhafter als Touré in vielen Situationen agieren. Mich freut es wirklich ungemein für Barkok, gerade weil ihn so viele schon abgeschrieben haben und ihn in den bisherigen Spielen (für mich übrigens vollkommen unverständlich) teilweise als bundesligauntauglich gesehen haben. Für mich hat Barkok seit seiner Rückkehr bisher in jedem Vorbereitungs- und Pflichtspiel gute Leistungen gebracht oder zumindest mal für frischen Wind gesorgt. Und in den letzten beiden Spielen hat er sogar den Unterschied für die Mannschaft ausgemacht. Gerade seine fußballerische Klasse können wir auf dem Platz auch dringend gebrauchen. Ich habe ohnehin nie verstanden, warum wir ihn überhaupt zwei Jahre lang ausgeliehen haben, ohne dass er bei Hütter eine Chance bekommt.

Trotz seiner beiden Vorlagen hat mich bei Barkok in Stuttgart aber die Szene nach seinem ersten Ballverlust am meisten beeindruckt. Da hat er sofort nachgesetzt und ist dem Gegner hinterhergerannt. Auch wenn er dann eine völlig überzogene Gelbe Karte gesehen hat, diese Einstellung will ich in der Rückwärtsbewegung sehen. An dieser Stelle muss ich aber auch noch einen Tadel an Younes aussprechen. Der hatte die Rückwärtsbewegung in der Situation bei der letzten Chance für Stuttgart schleifen lassen, als Coulibaly auf unserer linken Seite komplett blank war. Den ersten Pass auf außen hatten wir im Zentrum noch verhindert, aber der zweite kam dann an und Trapp musste in der Situation noch das Unentschieden retten. Da hatte Younes nach dem abgeblockten ersten Pass schon abgeschaltet und ist nicht weiter zurückgelaufen. Kann natürlich auch mit seiner noch fehlenden Kondition zusammenhängen, aber in der Situation musst du voll durchziehen. Dann wäre auch der Gegenspieler nicht so unbedrängt zum Abschluss gekommen. Aber auf links ist nach der Länderspielpause hoffentlich wieder dauerhaft Kostić unterwegs.

Insgesamt bleibe ich wie schon nach dem Spiel gegen Bremen optimistisch. Ich kann jeden verstehen, der aktuell unzufrieden ist. Wir hätten im bisherigen Saisonverlauf auf jeden Fall mehr Punkte holen müssen. Aber auch in Stuttgart waren wir über 90 Minuten gesehen nicht die schlechtere Mannschaft und hatten insgesamt vielleicht sogar mehr und die etwas besseren Chancen. Die beiden Schüsse von Kohr aus aussichtsreicher Position, wo er halt einfach mal volles Risiko draufknallen muss, statt die Bälle mit der Innenseite zu schieben, der Kopfball von Kohr kurz nach dem ersten Tor, die Situation als Dost völlig frei im Strafraum zum Schuss kommt, aber zu überrascht war, den abgefälschten Schuss von Silva, den Kobel noch gerade so mit dem Fuß von der Linie kratzt. Da waren schon einige Hochkaräter dabei. Stuttgart hatte natürlich auch seine Chancen, aber vor allen Dingen nach Standards, wie der Lattenkopfball oder der Volley von Gonzalez. Und gerade zum Ende hin hatten sie nur noch den einen Schuss von Coulibaly nach einem Konter.

Noch eine letzte Anmerkung: Mir blutet das Herz, wenn ich sehe wie Max Kruse bei Union wirbelt. Ich kann nicht beurteilen, ob wir im Sommer einfach nicht an ihm interessiert waren oder ihn eben nicht bekommen haben. Aber da hätten wir in Sachen fußballerische Klasse wirklich noch einmal einen enormen Sprung machen können. So einen absoluten Qualitätsspieler kriegst du für das Geld eigentlich nicht. Gerade auf dem schwierigen Transfermarkt. Zumal Kruse auch ohne Probleme als zweiter Stürmer hätte spielen können. Denn auch das fehlt dem Kader. Dass drei Stürmer zu wenig sind, habe ich immer gesagt. Und jetzt wo Ache länger ausfällt, wird sich das auch rächen. Nicht nur haben wir jetzt keine Alternative mehr für einen Wechsel im Sturm, sondern müssen auch darauf hoffen, dass Silva und Dost jedes Spiel durchhalten und gut in Form bleiben. Das ist tatsächlich auch der größte Kritikpunkt, den ich für diese Transferperiode habe. Dass wir in der aktuellen Situation eine Topverstärkung holen, die unsere Defizite in Sachen Tempo und spielerische Qualität beheben kann, war nicht unbedingt zu erwarten (auch wenn Kruse eine Möglichkeit war). Dass Younes und Hrustic noch Zeit brauchen, um konditionell auf die Höhe zu kommen beziehungsweise sich an das Liganiveau zu gewöhnen, kann ich verstehen. Aber dass wir im Sturm unterbesetzt sind, kann ich nicht verstehen. Denn wenn Younes und Hrustic noch nicht so weit sind, kannst du auch Kamada nicht in die Spitze ziehen.
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@Don

ich mal die Art wie Du da analysierst, aber das ist mir ne Spur zu optimistisch. Ich dachte wir machen diese Saison einen Schritt nach vorne und gewinnen Spiele gegen Bremen, Bielefeld oder Köln suverän. Selbstverständlich nicht alle, aber eben wenigstens mal eines. Wir sind aber nach wie vor zu unkonstant und ich vermisse auch den allerletzten Siegeswillen bei vielen. Uns fällt auch nicht wirklich viel ein, wenn der Gegner solide verteidigt. Das mag durchaus an der Aufstellung liegen, aber eben auch an der Qualität. Wenn ich sehe wie schlampig Zuber kurz vor der Halbzeit aus guter Position auf Dost spielt, dann verschenken wir hier unsere Torchancen leichtfertig. Am Ende ist das was wir da sehen wenig mitreißend und maximal solide. Sicher, ab und an blitz es auf, aber eben immer nur temporär. Das wir mal von Anfang an dem Gegner zeigen wer hier gewinnen will ist leider völlig weg. Wir sind leider wieder auf dem Weg zu einem durchschnittlichen und langweiligen Bundesligaverein. Vielleicht ist auch einfach nicht mehr drin oder vielleicht bin ich auch zu ungeduldig, aber ich sehe leider nur wenig fortschritte, die gleichen Probleme seit langer Zeit und eine Mannschaft die inzwischen ein sehr fortgeschrittenes Alter hat. Ich hoffe ich täusche mich und diese stagnation ist völlig normal.
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Dabei sagt man mir sonst nach, ich sei zu kritisch

Die ersten zwei Spiele gegen 1860 und Bielefeld waren nicht gut. Wenn auch nicht gänzlich unerwartet, gerade gegen Bielefeld. Das habe ich so auch angesprochen. Aber klammern wir das Spiel gegen die Bayern mal aus, waren wir seitdem in jedem Bundesligaspiel die bessere Mannschaft mit den besseren Chancen. Und das ohne unseren besten Spieler auf dem Feld. Nehmen wir die gute Phase aus der letzten Saison noch mit hinein, haben wir wie gesagt lediglich eines der letzten zehn Ligaspiele verloren und das auswärts in München. Das sehe ich schon als einen Fortschritt an, wenn wir das Niveau weiterhin annähernd halten können.

Ich finde auch, dass wir uns in diesem Zeitraum spielerisch verbessert haben. Vielleicht nicht so sehr, wie es sich der eine oder andere gewünscht hätte. Aber man kann nicht damit rechnen, dass wir jetzt andere Bundesligamannschaften dominieren oder einfach so schlagen. Dafür fehlt schlicht die fußballerische Qualität im Kader. Dass wir aber trotzdem jeweils die bessere und gefährlichere Mannschaft waren, macht mir Mut und zeigt auch unsere allgemeine Qualität.

Auch einzelne Spieler haben sich in diesem Zeitraum gesteigert. Silva ist seit Monaten hinter Lewandowski und Haaland der beste Stürmer der Liga. Dost macht seit er fit ist beständig seine Scorerpunkte und ist besser im Kombinationsspiel eingebunden. Kamada ist konstanter geworden und steht mittlerweile bei rund einem Scorerpunkt pro Spiel. Hinten haben wir uns so stabilisiert, dass wir in den letzten 15 Pflichtspielen nur dreimal mehr als ein Gegentor gefangen haben. Das sind alles klare Indizien für eine positive Entwicklung, die aber vielleicht im kurzzeitigen Frust nach einem nicht gewonnenen Spiel übersehen werden.

Ich will an dieser Stelle auch noch mal auf die xGoals Statistik verweisen. Wie jede Statistik sind die expected Goals natürlich nicht perfekt und haben ihren Makel. Beispielsweise, dass die individuelle Qualität der Spieler nicht berücksichtigt wird. Laut xGoals müssten die Bayern beispielsweise sechs Tore weniger als in der Realität haben. Die haben mit Lewandowski aber aktuell halt einen Weltklassespieler in Topform, der quasi jede Chance verwandelt.

Laut xGoals sollten wir allerdings vier Tore mehr erzielt (die meisten im Ligavergleich) und ein Gegentor weniger kassiert haben als in der Realität. Daraus resultierend müssten wir eigentlich zwei Punkte mehr als real auf dem Punktekonto haben und wären aktuell mit 11 Punkten Vierter in der Tabelle mit drei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer (siehe https://understat.com/league/Bundesliga).

Das heißt, dass wir aktuell natürlich zu wenig aus unseren Chancen machen und mehr Punkte auf dem Konto hätten haben müssen. Ich habe ja gesagt, Bremen, Bielefeld und Köln hätten alles Siege sein können, wenn nicht sogar müssen. Das kann am Saisonende dann auch den Unterschied zwischen Europapokal und Mittelmaß ausmachen. Aber das heißt eben auch, dass wir grundsätzlich gut spielen und uns meiner Meinung nach eben im Vergleich zur letzten Saison verbessert haben.

Wir können unser Topniveau noch nicht konstant genug abrufen. Trotzdem hätten wir bisher alle Spiele außer gegen Bayern problemlos gewinnen können. Und wöchentlich auf Topniveau spielen, kann nun einmal keine Mannschaft. Aber wir sind eingespielt, haben keine Doppelbelastung und sind außer im Sturm überall relativ breit aufgestellt. Dementsprechend sehe ich da auch noch Steigerungspotential im Laufe der Saison. Wie gesagt, Leverkusen, Wolfsburg, Gladbach, selbst Leipzig hatten diese Saison auch schon ihre Probleme und werden diese weiterhin haben.

Was uns fehlt ist wie gesagt entweder der Killerinstinkt, um das Spiel für den Gegner außer Reichweite zu packen oder eben hinten die Null halten, um auch mal einen dreckigen 1:0 Sieg zu feiern. Das hat aber nichts mit der grundsätzlichen Qualität der Mannschaft zu tun. Und auch da bin ich guter Dinge, dass die Mannschaft das noch lernen kann. Das sind eben auch keine Qualitäten, die sich über Nacht einstellen. Hütter hat die ganze Saison lang Zeit, um an diesen Feinheiten zu feilen. Am Ende wird sich zeigen, ob er als Trainer die Qualität hat, um die Mannschaft in diesen Punkten zu verbessern.

Alles andere sind Probleme der Kaderplanung. Und die waren eben auch schon vor den letzten Spielen bekannt. Wir haben nicht die Qualität, um Gegner dauerhaft spielerisch zu beherrschen. Younes gibt uns noch einmal enorme spielerische Qualität, aber außer Hasebe haben wir nun einmal keinen guten Aufbauspieler im Zentrum, um den Ball zuverlässig in den eigenen Reihen zu halten und nach vorne zu treiben. Das wird wohl auch den Rest der Saison so bleiben. Wir haben auch keine Spieler mehr, die in jedem Spiel dem Gegner den Schneid abkaufen wie Ante oder den Prince. Und wir haben keine Spieler mehr, die vorne maximales Tempo gehen und dem Gegner im Pressing die Luft abschneiden können. Deshalb sind derartige Erwartungen zumindest dauerhaft einfach unrealistisch.

Was wir haben ist eine sehr homogene Mannschaft. Die ihr Grundniveau so gesteigert hat, dass das Mittelmaß zumindest ziemlich sicher erreicht wird. Die aber auch zeigt, dass sie aktuell noch Punkte liegen lässt und sich deshalb auch noch so sehr verbessern kann, dass es im Laufe der Saison für den Europapokal reichen kann. Das mag vielleicht langweiliger sein, als die wilden und draufgängerischen Mannschaften aus den letzten Jahren, ist aber eben auch ein Resultat der Kaderplanung, wo vermehrt auf Spieler wie Dost, Kohr und Ilsanker statt auf Haller, Boateng oder Mascarell gesetzt wurde.
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Knueller schrieb:

Mainz spielt doch schon wieder gegen den Trainer, oder?
Absolut lächerliche Leistung, hoffentlich sind sie dieses Jahr mal fällig, die Pfeifen.

Die gewinnen nur noch zwei Spiele...rate mal, gegen wen..
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cm47 schrieb:

Knueller schrieb:

Mainz spielt doch schon wieder gegen den Trainer, oder?
Absolut lächerliche Leistung, hoffentlich sind sie dieses Jahr mal fällig, die Pfeifen.

Die gewinnen nur noch zwei Spiele...rate mal, gegen wen..        


Oder wir gewinnen ausgerechnet diese Saison in Mainz, wo keine Gästefans im Stadion sein können, die bleiben am Ende wieder drin und dann gewinnen wir die nächsten 20 Jahre wieder kein Auswärtsspiel in Mainz.