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FräuleinAdler

14251

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http://www.unhcr.de/home/artikel/b0843b46d8393e8e4bf87511ff1c7b1c/zahl-der-syrien-fluechtlinge-uebersteigt-4-millionen.html

Während wir über ein "Flüchtlingsdrama" in Europa diskutieren, spielt sich die eigentlich Dramatik in Syrien und in den Nachbarländern von Syrien ab.  Allein in der Türkei und im Libanon sind mittlerweile knapp 4 Millionen Flüchtende angekommen, z.B. kamen  im Juni  in der Türkei  24 000 Menschen an und das setzt sich Monat für Monat fort. Innerhalb Syriens sind 7,6 Millionen Menschen auf der Flucht. Und die Zustände verschärfen sich zunehmend.
"Während sich die Bedingungen weiter verschlechtern, versuchen mehr Flüchtlinge in Europa und anderswo Zuflucht zu finden, die große Mehrheit bleibt aber in der Region“, so Guterres. „Wir können es uns nicht leisten diese Menschen und die Communities, die sie aufgenommen haben, der Hoffnungslosigkeit zu überlassen."

"Währenddessen ist die Finanzierung der Flüchtlingssituation in den syrischen Nachbarländern ein ebenfalls drängendes Problem geworden. Für das Jahr 2015 benötigen UNHCR und seine Partner 5,5 Milliarden US-Dollar. Bis Ende Juni wurde jedoch erst ein Viertel der humanitären Gelder durch Geber zur Verfügung gestellt. Das bedeutet für die betroffenen Flüchtlinge die erneute Kürzung von Nahrungsmittelrationen, Probleme die lebensnotwendige Gesundheitsversorgung zu zahlen oder Kinder in die Schule zu schicken."

Diejenigen, die genügend Geld und Ressourcen haben, machen sich auf den Weg nach Europa. Die Anderen, die Schwächeren bleiben vor Ort. Für sie verschlechtert sich die Situation ganz dramatisch. Auch davor sollten wir unsere Augen nicht verschließen.
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Wuschelblubb schrieb:
Dass die Berichterstattung in ihrer Art von Bild und FR zum Teil unterste Schublade war, ist wohl unstrittig. Dass dies der Grund für Schaafs Ausscheiden war, halte ich aber für unglaubwürdig. Da hätte Schaaf dann ggf. den Beruf verfehlt gehabt.


Was soll daran unglaubwürdig sein? Schaaf hat gesagt,  dass er  die in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen und die Darstellung seiner Person und seiner Arbeit, die sich in unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Anschuldigungen und Unterstellungen in den Medien äußern würden,"nicht akzeptieren kann und will". Das ist sein gutes Recht und  es ist daher völlig konsequent, wenn er kündigt. Eine Entscheidung, die für mich sehr glaubwürdig erscheint.
Auch musste er zuvor sicher nicht bei Wikipedia nachschlagen, ob die Presseäußerungen tatsächlich Anschuldigungen und Unterstellungen enthalten. Das ist seiner eigenen, ganz subjektiven Einschätzung überlassen.

Auch verstehe ich nicht, warum ein Trainer in der Bundesliga nur dann geeignet sein soll, wenn er völlig unempfindlich gegenüber öffentlicher Berichterstattung (dazu zähle ich auch Internetforen und soziale Netzwerke) sein soll, und sei sie auch noch so skandalisierend und vernichtend.
Das muss sich nicht jeder antun.
Ich glaube, Schaaf hat in seiner ein-jährigen Auszeit genügend Distanz zu diesem  Fußballtheater, was immer mehr an eine McKinsey-Welt erinnert, aufgebaut.   Fehlte nur noch, dass man ihm Resilienztraining und Qui-Gong empfohlen hätte, so wie das Ralf Rangnick nach seinem Burn-Out praktiziert hat. Nein, Schaaf hat gezeigt, was es heißt, frei und glaubwürdig zu entscheiden. Schade, dass wir ihn als Trainer verloren haben.
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micl schrieb:
Keine Pagida-Versteher mehr hier? Ok, dann liefer ich mal neues Futter.

In Deutschland hat inzwischen jedes dritte neugeborene Kind Migrationshintergrund, in Großstädten durchschnittlich jedes zweite, Tendenz steigend. Wenn man sich zu dieser Tatsache eine Meinung bildet, gibt es hierfür im Wesentlichen drei Möglichkeiten:
1. Man befürwortet diese Entwicklung und sagt "ist gut so, weiter so"
2. Man nimmt diese Entwicklung als unabänderlich hin und sagt "ist halt so, da kann man nichts dran machen"
3. Man lehnt diese Entwicklung ab und versucht aktiv z.B. mittels Demonstrationen Maßnahmen zu provozieren, die dieser Entwicklung entgegenwirken.

Als Demokraten müssen wir es akzeptieren und tollerieren, wenn jemand Meinung Nr. 3 vertritt. Dies ist eine legitime demokratische Grundhaltung. Wir dürfen diese Menschen keinesfalls pauschal verteufeln, blos weil es Leute gibt, die auch dieser Meinung sind und zusätzlich "***********" rufen.


Meinung 3 als legitime demokratische Grundhaltung zu vertreten finde ich sehr gewagt.

Mir fällt dazu eine von mir miterlebte Episode aus Zeiten ein, als Muslime noch Türken oder Gastarbeiter genannt wurden, also wenige Jahre vor 2001:
Ein türkischer Mitarbeiter im IT-Bereich einer Frankfurter Großbank wurde von seinem deutschen Kollegen eines Morgens mit den Worten begrüßt: "Beinahe hätte ich gesagt,  dass es hier nach einem knoblauchstinkenden Kanaken riecht." Der betroffene türkische Mitarbeiter wandte  sich mit der Beschwerde, dass er rassistisch beleidigt wurde,  an den Betriebsrat der Bank. Die Antwort war (ich    habe es selber gelesen): "Wir leben in einer Demokratie, die von Pluralismus,  Toleranz und Meinungsfreiheit geprägt ist. Wir erwarten von Ihnen, dass auch Sie diese Prinzipien anerkennen."
Für mich war damals die Demokratie auf den Kopf gestellt. Und sie ist es auch jetzt, wenn Meinung 3 als tolerierbar gelten soll. Denn so eine Meinung ist für mich anti-demokratisch. Sie ist rassistisch und im erweiterten  Sinn auch antisemitisch. Haben wir von diesen  Haltungen und ihren Auswirkungen nicht schon mehr als genug in Deutschland erlebt? Ich möchte nicht, dass sich deutsche Geschichte wiederholt. Deswegen sollten wir die wunden Punkte nicht verdrängen.
Deutschland ist noch lange nicht so weit, dass die Ängste von Pegida-Demonstranten höher gewertet werden können als die Ängste derjenigen, gegen die demonstriert wird.
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Taunusabbel schrieb:
peter schrieb:
Taunusabbel schrieb:
peter schrieb:
Bigbamboo schrieb:
peter schrieb:
... das muss sich nicht in terror äußern sondern auch im täglichen umgang miteinander. um integrationswillen zu befördern muss man den leuten auch das gefühl geben, dass sie willkommen sind. ansonsten nutzt das alles nichts.

Nur ganz kurz: Mir geht dieses 'Willkommen' auf den Sack. Mir muss hier überhaupt niemand Willkommen sein. Ich kenne Leute, deren Wurzeln gehen 'hier' vermutlich 5000 Jahre zurück und ich kann sie trotzdem nicht leiden. Die sind mir nicht willkommen.

Friedrich hatte das gestern bei Lanz mal ganz gut auf den Punkt bekommen, als dieser Südtiroler mit RTL-Migrationshintergrund ihn fragte, ob der Attentäter vom Frankfurter Flughafen denn nun Deutscher oder blabla sei: 'Der ist in Frankfurt aufgewachsen also ist er Frankfurter'


natürlich ist jemand der in frankfurt aufwächst frankfurter, was denn sonst? alle anderen sind eingeplackte.

genau darum geht es mir doch! ich frage doch nicht jeden frankfurter wo er herkommt, ob er migrationshintergrund hat oder welche religion er lebt. ich beurteile einen menschen grundsätzlich danach ob er ein ars.h ist und sich so verhält oder nicht. mir ist da jeder willkommen der kein ars.h ist.

frankfurter sein ist die gnade der punktgenauen geburt.

in frankfurt funktioniert das auch im großen und ganzen ziemlich gut und mehr will ich doch gar nicht.


Jetzt verwirrst Du  mich Peter.

Warum soll ich jemandem, der hier geboren ist (meist schon in dritter Generation), extra das Gefühl geben willkommen zu sein ? Das mache ich doch bei, hier geborenen, Juden, Christen, Atheisten oder sonstwem auch nicht. Die sind hier geboren, also gehören sie hier her und fertig.

Die meisten, die sich radikalisieren, sind doch hier geboren und/oder deutsche Konvertiten. Nicht irgendwelche armen Migranten, die plötzlich in einer völlig fremden Welt stehen.

Die Attentäter in Paris waren doch auch gebürtige Franzosen.


da habe ich mich vielleicht unklar ausgedrückt. mir ist es völlig egal wo jemand her kommt und welche nationalität oder religion er hat. mich interessiert auch nicht ob die hier geboren, mit 5 jahren hierher gekommen oder erst vor einem jaht zugezogen sind. ich bin auch nicht für extrawürste für irgend wen, ich bin für gleichbehandlung und würde mich freuen wenn alle möglichst gute aufstiegschancen hätten. wenn das so läuft ist die chance realativ groß, dass man friedlich zusammen leben kann.

wenn jetzt aber menschen kommen und mir sagen wollen, dass mein türkischer gemüsehändler nicht zu deutschland  passt obwohl er seit jahrzehnten hier lebt, nur weil der muslim ist und der islam nicht zu deutschland gehört und wenn ich anfange darüber nach zu denken wer denn muslim ist und wer nicht, was ich bis heute nicht getan habe außer bei essenseinladungen, dann kann ich diesen menschen nur entgegnen fu** off!

mich würde es jedenfalls mächtig ankotzen wenn es eine diskussion darüber gäbe ob atheisten zu deutschland gehören. und als junger muslim würde ich die aktuelle diskussion sehr aufmerksam verfolgen.


Kann es sein dass Du Dich im thread verlaufen hast ? Hier geht es doch gar nicht um pauschale Verurteilung von Muslimen oder dem Islam. Sondern um radikalisierte Muslime, die im Namen ihrer Religion grausame Verbrechen verüben, im übrigen ja auch an anderen Muslimen.

Und mir geht da dieses "die böse Gesellschaft ist Schuld.." ganz gehörig auf den Sender. Immer nur "die böse (westliche) Gesellschaft... Warum werden nicht auch die islamischen Verbände und Gemeinden mal hinterfragt, die bekommen es doch als erste mit wenn diese Salafistennazis sich in ihren Gemeinden breit machen.


Was sind denn "radikalisierte Muslime"?  Und was und wer sind denn eigentlich Muslime? Waren die Attentäter von Paris nur Muslime, waren sie nicht auch Europäer, Franzosen, Männer, Vorbestrafte, Kinder von  Migranten aus ehemaligen Kolonien Frankreichs, in Heimen aufgewachsen.....? Oder läßt sich ihr Handeln nur kollektiv durch ihr Muslim-Sein erklären?
Mir geht dieses ständige Gerede von Muslimen ziemlich gegen den Strich. Als ob es kein Singular mehr gibt nur noch den Plural, eine in  in ihrer Identität festgelegte Masse von Muslimen, der zudem  bestimmte Handlungstendenzen zugeschrieben wird. Ist nicht auch die Individualität ein europäisches Ideal?
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AdlerBonn schrieb:
wenn Vertreter der AfD der Merkel vorwerfen, sie würde mit Ihren Aussagen über die Pegida-Deppen über Menschen urteilen, die sie gar nicht kenne, empfinde ich das als Real-Satire.


Das kommt einem doch bekannt vor.
Als Merkel Sarrazins Äußerungen in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" als äußerst verletzend und diffamierend gegenüber muslimischen Migranten bezeichnete, wurde ihr vorgeworfen, dass sie antidemokratisch sei. Sie habe das Buch ja nicht gelesen, kenne nur Vorabdrucke.

Nun wird Merkel vorgeworfen, dass sie über Menschen urteilen würde, die sie gar nicht kenne.

Das ist wirklich Realsatire. Diese Menschen leben doch nicht im Verborgenen. Sie nehmen ihr Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit ganz offen wahr.  Sie verkünden laut, was sie denken. Dazu muss Angela Merkel doch nicht jeden einzelnen kennen lernen, um über dessen Meinung urteilen zu dürfen.

Wenn es aber so wichtig ist, die Pegida-Leute kennen zu lernen, sie zu verstehen (was ja von so vielen gefordert wird), dann würde ich allerdings auch von den Pegida-Leuten erwarten, dass sie sich mal mit denen bekannt machen, gegen die sie auf die Strasse gehen. Dass sie sich mal mit Flüchtlingen an einen Tisch setzen, dass sie in Moscheen gehen und sich mit Muslimen unterhalten. Möglichkeiten, sich kennen zu lernen, gibt es genug.  
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Frankfurter-Bob schrieb:
giordani schrieb:
Aragorn schrieb:

Christen und Nationalsozialisten in "einen Topf zu stecken" kann auch nur einem Hirnfurz entsprungen sein.


Meine Fresse, kommt bei dir auch ab und an mal ein klarer Gedanke zustande oder willst du weiterhin den dauerpostenden Empörungsbeauftragten geben?
Aber wahrscheinlich kamen für dich die Nazis aus dem Weltall  und waren kein Teil dieses angeblich so aufgeklärten christlichen Abendlandes.


Ich fand es auch erschreckend, dass kein christliches Land mit in den Krieg zog, um die Nazis zu stoppen.  

Geschichte ist nicht so dein Fachgebiet? Wenn du mit solches Thesen um die Ecke kommst, solltest du dich mal mit dem Mufti von Jerusalem auseinandersetzen. Da wirst du sehen, dass sich zu dieser Zeit viele die Hände mehr als schmutzig gemacht haben. Dieser Vergleich hinkt hinten und vorne und auch die Vergleiche zwischen verschiedenen Religionen, ohne auf Hintergründe und Rahmen zu achten bringen in der Sache "pegida" niemanden weiter. Genauso wenig wie jeden, der bei pegida mitläuft als Nazi zu deklarieren. Diese Bewegung ist vielschichtig und mit Pauschalisierungen oder unnützen Vergleichen verhärtet man die Fronten nur weiter.


Am nächsten  Montag möchte Pegida Weihnachtslieder in Dresden singen. Das läßt hoffen. Es könnte Fronten beseitigen, wenn sie sich als wahre Christen erweisen.
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propain schrieb:
Schaedelharry63 schrieb:

Es bleibt aber dabei, Erdogan hat sich da in eine äußerst prekäre Lage hineingeritten.



Ich bin ja der Meinung das dies von Erdogan gewollt ist, damit er wieder gegen die Kurden im eigenen  Land vorgehen kann.


Hier mal ein Artikel von Michael Brönig, der die Entrüstung gegenüber der Türkei für selbstgerecht und unglaubwürdig einschätzt.

"Endlich wissen wir, wer schlimmer ist als der "Islamische Staat": Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Unerbittlich weigert er sich, den kurdischen Freiheitskämpfern in Kobane zur Seite zu stehen und erweist sich so als zynischer Gehilfe der IS-Barbaren. Anstatt die türkische Grenze für kurdische Kämpfer zu öffnen, lässt er seine Luftwaffe PKK-Stellungen unter Beschuss nehmen. Offensichtlich, so meinte die Bundeskanzlerin, habe Erdogan seine Prioritäten vertauscht."
[/i]

Es lohnt sich, auch den Rest zu lesen. Wer allerdings simple Gut-Böse-Schemata gerne beibehalten möchte, sollte es lieber lassen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/kobane-kritik-an-erdogan-und-tuerkei-ist-ueberzogen-a-997811.html
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Andy schrieb:
Beverungen schrieb:
Andy schrieb:


Hoffentlich morgen eine deutlich wahrnehmbare Realität:

http://www.fr-online.de/frankfurt/mahnwache-gegen-is-muslime-gegen-terror,1472798,28443262.html


Was mir auf den Sack geht, dass auch hier die Attacken gegen Moscheen in einem Atemzug mit dem Schlachten in Syrien genannt werden. Relativieren und Opfer umdefinieren. Dünnes Eis.



Wenn man das zu gestern auf diversen Seiten liest, kommt man leider zu dem Resümee... Irgendwie eine Chance vertan.  


Aha, eine Chance wurde irgendwie vertan.
Hätte mich auch ziemlich gewundert, wenn ich hier ein positives Statement zu dieser Aktion gelesen hätte.
Egal, was Muslime machen, irgendwie  ist es immer falsch.
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JoeSkeleton schrieb:

Mir waren früher Moslems (oder auch Juden oder Buddhisten oder was auch immer) immer egal,aber mittlerweile sehe ich den Islam nicht mehr als eine Religion an,sondern als eine mittelalterliche,intolerante und gewälttätige Vereinigung von manipulierten Meschnen,die nichts anderes dulden als ihresgleichen.Im gleichen Atemzug aber jedem Intoleranz und Hass vorwerfen,der eben hinterfragt warum man sich nicht strikt gg den IS ausspricht,oder das verurteilt was im Namen Allahs so alles noch geschieht an menschenverachtenden Dingen in der Welt.Und damit meine ich sicher nicht irgendwelche Medienwirksamen Statements irgendwelcher "Zentralräte".
Eines hab ich gelernt im Laufe der Jahre: man kann gut auskommen mit Moslems,keine Frage.Solange man keine "Tabus" anspricht.Und da isses egal ob Salafisten oder Gemässigte.
So,jetzt können mich wieder einige beschimpfen was ich doch für ein "Nazi" sei,is mir wurscht.Ich mag den Islam nicht und fertig.


Bist du denn ein "Nazi"?  Irgendwas hat dich in deinem Leben anscheinend ziemlich verbittert, sonst würdest du dich nicht so allumfassend negativ gegenüber Muslimen äußern.  Schade für dich. Es lebt sich nicht leicht mit so viel  Hass und Abneigung.
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Morphium schrieb:
vonNachtmahr1982 schrieb:
Morphium schrieb:
warum "unsere" Partner aus Saudi-Arabien, Katar und Türkei diese Bande unterstützen.  


Türkei???

Von Saudi Arabien, Katar und VAE weiß ich das aber Türkei ist mir neu....


Wie pipapo schon schrieb, die Türkei lässt die ISIS nach Syrien einmarschieren. Auch logistisch läuft da einiges, zB Spenden und Güter von ISIS Sympathisanten aus Europa oder Waffen und Geld aus der Golfregion.  


Ganz so eindeutig ist das nicht. Die Türkei hat eine fast 900 ikm lange Grenze zu Syrien, das ist ungefähr so lang wie vom nördlichsten zum südlichsten Punkt in Deutschland. Die Grenze wurde von der Türkei  u.a. aus humanitären Gründen geöffnet, dadurch konnten  mittlerweile  mehr als eine Million  (inoffiziell 2 Millionen)  Syrer Zuflucht in der Türkei finden. Diese Grenze eng zu kontrollieren ist ein Ding der Unmöglichkeit, außer man hält dann auch alle Flüchtlinge außen vor.  

Die Türkei hat  in der Vergangenheit  die freie syrische Rebellenarmee unterstützt, sich jedoch ganz eindeutig und mehrmals  von ISIS distanziert.  Welches Interesse sollte die Türkei an einer Unterstützung von ISIS haben?  
Im Moment ist die Türkei mit der Versorgung Tausender Flüchtlinge aus dem Irak, darunter mehr als 2000 Yeziden, beschäftigt.  Es wäre schön, man würde  hier dem "Partner" unter die Arme greifen, anstatt ihn ständig zum Schuldigen für die Gräueltaten der ISIS zu machen.
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HeinzGründel schrieb:
miraculix250 schrieb:
pipapo schrieb:
Ich bezweifle, dass dem Wunsch entsprochen werden wird.


Dann wird das ganze halt von Ihr totrevisioniert....  


Ja und? So lange bleibt sie halt im Knast... Und danach auch. Wo ist das Problem?


Jede Verlängerung und Verzögerung des Verfahrens ist ein Problem für die Angehörigen der Mordopfer. Solange der Prozess andauert, werden sie keine Ruhe  finden, man könnte auch  sagen, solange werden sie weiter gequält.
Wenn in Zschäpe noch ein Rest Humanität steckt, dann packt sie endlich aus, den Hinterbliebenen zuliebe.
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Gestern in der taz gab es einen  interessanten Artikel von Charlotte Wiedemann über totalitäre Feindbilder. Er streift die Türkei und Erdogan nur am Rande. Da er jedoch meiner Ansicht nach gut zur hiesigen Diskussion passt und meine Meinung exakt wiedergibt, möchte ich Auszüge davon zitieren.

Die Überschrift lautet:

"Islam, Terror und Faschismus"

Zitat: " Je nachdem, ob ein Übeltäter als muslimisch-religiös oder säkular etikettiert ist, kennt die Ökonomie der öffentlichen Erregung verschiedene Maßeinheiten. Wenn Erdogan Twitter verbietet, ist der Aufschrei lauter, als wenn Assad Kinder foltert. Das Argument, die Türkei stehe uns näher und wolle in die Europäische Union, kann den Erregungsunterschied nicht überzeugend erklären."

"Neu ist indes etwas anderes: Die Auffassung, der Islamismus sei heute der Hauptfeind, frisst sich in die westliche wie in die arabische Linke hinein. Das lähmt die Solidarität mit der syrischen Revolution, nährt eine falsche Lesart der ägyptischen Ereignisse, polarisiert in Tunesien. Vielleicht handelt es sich um eine Art fehlgeleiteten Internationalismus. "

http://www.taz.de/Debatte-Totalitaere-Feindbilder/!137192/

Jeder kann sich nun selbst an seine Nase fassen, inwieweit seine hier geäußerte Haltung durch eine offene oder latente Islamfeindlichkeiit geprägt ist.

Das war nun mein letzter Beitrag in diesem Thread, der sich für mich als äußerst schwierig gestaltet hat. Permanent in eine Rechtfertigungs- oder sogar rechte Ecke gedrängt zu werden, ist für mich nicht mehr zu tolerieren.
Deswegen bitte ich darum, keine weiteren Fragen an mich zu stellen.
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pipapo schrieb:
FräuleinAdler schrieb:
pipapo schrieb:
FräuleinAdler schrieb:
Andy schrieb:
Wie passt noch mal Deine Erdogan-Propaganda zu Deinem grünen Selbstverständnis in Deutschland @Fräulein?

Du kannst mir ruhig sagen, wenn Du mich zu engstirnig findest.    


Das passt zu meinem grünen Selbstverständnis :

http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-erdoan-spricht-armeniern-erstmals-sein-beileid-aus-1.1942627

Das ist ein unglaublich wichtiger Schritt. Unter einer kemalistisch ausgerichteten Regierung undenkbar. Ebenso wie die Rückgabe der zu Unrecht beschlagnahmten Besitztümer der religiösen Minderheiten in der Türkei, die gerade durch eine eigens dafür eingerichtete Kommisssion erfolgt.

http://nordirak-turabdin.de/2014/03/03/das-kloster-mor-gabriel-freut-sich-uber-erste-ruckgabe-26-02-2014/

Wäre die angeblich säkular ausgerichtete Oppositonspartei CHP wirklich so demokratisch, hätte sie Erdogans öffentliches Gedenken an die armenischen Opfer begrüßt  und darin kritisiert, dass er nicht von einem Genozid spricht. Stattdessen beklagt sie, dass man auch den von Armeniern getöteten Aserbeidschanern  in Berg-Karabag gedenken sollte.

Das armenische Patriarchat in  der Türkei hat übrigens die Entschuldigung angenommen, die armenische Regierung nicht, sie wirft Erdogan Genozidleugnung vor.
http://www.sueddeutsche.de/politik/massenmorde-im-ersten-weltkrieg-armenien-wirft-tuerkei-genozid-leugnung-vor-1.1943714

Da jedoch die  Archive der Türkei geöffnet wurden und eine international besetzte Gruppe von Wissenschaftlern eingesetzt wird, um die Ereignisse zwischen 1915 und 1917   zu erforschen, bin ich da sehr zuversichtlich. Es bewegt sich gerade einiges in der Türkei. Das läßt sich aber nur mit einem Mindestmaß an Ambiguitätstoleranz wahrnehmen. Mit einem  dichothomen Weltbild kommt man da nicht weiter, ebenso wenig  wie bei der Ukraine.  

Die Frage liegt nahe, wie und warum es denn bis zum 21. April diesen Jahres passte.


Ich habe die Frage nicht verstanden. Was passte bis zum 21.April diesen Jahres?


Nun, wenn du eine seit geraumer Zeit im Raum stehene Frage zu einer grundsätzlichen Haltung mit einem Beispiel jüngsten Datums begründest, dann interessiert zwangsläufig was die Haltung in der Zeit davor begründete.

Und ganz ehrlich, ich denke du hast meine Aussage schon vorher verstanden.


So ganz habe ich die Aussage immer noch nicht verstanden.
Ich bin mir sicher, dass ich mich im gesamten Threadverlauf gegen einfache Kausalitäten und Kategorisierungen angeschrieben  habe. Das zieht sich wie ein roter Faden durch meine Beiträge. Nicht näher eingegangen bin ich auf die autoritären Handlungen Erdogans, das mag stimmen. Nur, was hätte das gebracht? Diese wurden doch ausführlich von anderen Diskutanten aufgezählt. Mir war und ist daran gelegen,  andere Facetten der türkischen Politik hervorzuheben, solche, die in Richtung Demokratisierung gehen. Warum sollten diese unerwähnt bleiben, zumal sie innerhalb der Türkei sehr viel Aufmerksamkeit gerade von liberalen und demokratisch eingestellten Menschen erhalten und lebhaft  diskutiert werden?
Dazu gehört nun auch der jüngste Schritt von Erdogan am 23. 4.2014, der äußerst überraschend kam und als zukunftweisend anzusehen ist. Denn erstmals überhaupt in der Geschichte der türkischen Republik hat ein  Regierungschef den  Nachkommen der armenischen Opfer sein Beileid ausgesprochen und von „unmenschlichen“ Taten gesprochen. Die kemalistische und nationalistische Opposition hat darauf mit Empörung reagiert, u. a. Erdogan als Verräter am türkischen Volk  bezeichnet.
Bedeutsam an der Beileidsbekundung von Erdogan ist, dass nun endlich die Hürden für die Aufarbeitung des Genozids abgebaut wurden.  Damit wird nun auch der Weg frei, religiöse und ethnische Minderheiten als gleichberechtigte Teile in die türkische Gesellschaft zu integrieren und sie endgültig aus dem Zwangskorsett der Einheitsideologie, in das sie  durch Kemal Atatürk gesperrt wurden, zu befreien.  Nun wird es keinen Weg mehr zurück zu alten verkrusteten Verhältnissen geben, in denen nur eine kleine kemalistische Elite das Sagen hatte, in dem Fall war es eher ein völliges Verschweigen des Genozids und der Deportationen von Armeniern  während des 2.Weltkriegs. Eine öffentliche Erwähnung des Völkermords   wurde bis vor wenigen Jahren  strafrechtlich verfolgt (Beispiel Orhan Pamuk).  Dafür sorgte Paragraph 131, der in die Anfangszeiten des Kemalismus zurückreicht und  mittlerweile dank Erdogan (tut mir leid, aber es ist tatsächlich ihm zu verdanken) so reformiert wurde, das er den üblichen Standards europäischer Demokratien entspricht.

Diese Entwicklungen wahrzunehmen und zu benennen ist für mich eine elementare Grundhaltung im Sinne von Aufklärung und Demokratie.  Ebenso elementar ist für mich übrigens auch ein ziviler Umgang miteinander, den ich bei einigen Usern, allen voran Adler1807, vermisse, der keine Gelegenheit auslässt, mich in die Kategorie Führerkult einordne zu wollen. Interessanterweise bleibt diese  beleidigende Aussage unwidersprochen, ohne weitere Fragestellung einfach so stehen.
So viel zu grundsätzlichen Haltungen.
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etienneone schrieb:
Ich wollte nur mal sagen, dass ich froh bin, dass der Veh geht. Mir ist es fast schon egal wer kommt, weil ich den Status Quo kaum ertrage und mir so oder so frischen Wind von einem neuen Trainer erhoffe.

Gute Nacht.


Glaubst du wirklich, dass dieser "Status Quo" von Veh erzeugt wird? Ich halte Veh für eine ausgezeichneten Trainer und befürchte eher, dass auch der neue Trainer ifrüher oder später im "Status Quo" landen wird. Die Bundesliga  ist  längst eine Zwei-Klassengeslellwchaft geworden. Ab und zu ist ein Ausrutscher mit entsprechenden Illusionen nach oben drin. Mehr aber auch nicht. Ein neuer Trainer wird daran nichts ändern.
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Brady schrieb:
Morphium schrieb:
Brady schrieb:
FräuleinAdler schrieb:
Andy schrieb:
Wie passt noch mal Deine Erdogan-Propaganda zu Deinem grünen Selbstverständnis in Deutschland @Fräulein?

Du kannst mir ruhig sagen, wenn Du mich zu engstirnig findest.    


Das passt zu meinem grünen Selbstverständnis :

http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-erdoan-spricht-armeniern-erstmals-sein-beileid-aus-1.1942627

Das ist ein unglaublich wichtiger Schritt. Unter einer kemalistisch ausgerichteten Regierung undenkbar. Ebenso wie die Rückgabe der zu Unrecht beschlagnahmten Besitztümer der religiösen Minderheiten in der Türkei, die gerade durch eine eigens dafür eingerichtete Kommisssion erfolgt.

http://nordirak-turabdin.de/2014/03/03/das-kloster-mor-gabriel-freut-sich-uber-erste-ruckgabe-26-02-2014/

Wäre die angeblich säkular ausgerichtete Oppositonspartei CHP wirklich so demokratisch, hätte sie Erdogans öffentliches Gedenken an die armenischen Opfer begrüßt  und darin kritisiert, dass er nicht von einem Genozid spricht. Stattdessen beklagt sie, dass man auch den von Armeniern getöteten Aserbeidschanern  in Berg-Karabag gedenken sollte.

Das armenische Patriarchat in  der Türkei hat übrigens die Entschuldigung angenommen, die armenische Regierung nicht, sie wirft Erdogan Genozidleugnung vor.
http://www.sueddeutsche.de/politik/massenmorde-im-ersten-weltkrieg-armenien-wirft-tuerkei-genozid-leugnung-vor-1.1943714

Da jedoch die  Archive der Türkei geöffnet wurden und eine international besetzte Gruppe von Wissenschaftlern eingesetzt wird, um die Ereignisse zwischen 1915 und 1917   zu erforschen, bin ich da sehr zuversichtlich. Es bewegt sich gerade einiges in der Türkei. Das läßt sich aber nur mit einem Mindestmaß an Ambiguitätstoleranz wahrnehmen. Mit einem  dichothomen Weltbild kommt man da nicht weiter, ebenso wenig  wie bei der Ukraine.  

Deine Meinung zur Twitter und Youtube Sperre?



Wie sieht eigentlich deine Meinung dazu aus? In mehreren Sätzen wenns geht.


Fragende Grüße

Wenn das Fräulein mir geantwortet hat, bekommt sie von mir auch eine Antwort.
Leg du dich wieder hin alter Schläfer....


Nein, so läuft das nicht. Auf Fragen, bei denen der Fragesteller  sowohl in seiner Meinung als auch in seiner Absicht undurchsichtig bleibt, antworte ich nicht.  Warum soll ich  mich für so was bemühen?
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pipapo schrieb:
FräuleinAdler schrieb:
Andy schrieb:
Wie passt noch mal Deine Erdogan-Propaganda zu Deinem grünen Selbstverständnis in Deutschland @Fräulein?

Du kannst mir ruhig sagen, wenn Du mich zu engstirnig findest.    


Das passt zu meinem grünen Selbstverständnis :

http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-erdoan-spricht-armeniern-erstmals-sein-beileid-aus-1.1942627

Das ist ein unglaublich wichtiger Schritt. Unter einer kemalistisch ausgerichteten Regierung undenkbar. Ebenso wie die Rückgabe der zu Unrecht beschlagnahmten Besitztümer der religiösen Minderheiten in der Türkei, die gerade durch eine eigens dafür eingerichtete Kommisssion erfolgt.

http://nordirak-turabdin.de/2014/03/03/das-kloster-mor-gabriel-freut-sich-uber-erste-ruckgabe-26-02-2014/

Wäre die angeblich säkular ausgerichtete Oppositonspartei CHP wirklich so demokratisch, hätte sie Erdogans öffentliches Gedenken an die armenischen Opfer begrüßt  und darin kritisiert, dass er nicht von einem Genozid spricht. Stattdessen beklagt sie, dass man auch den von Armeniern getöteten Aserbeidschanern  in Berg-Karabag gedenken sollte.

Das armenische Patriarchat in  der Türkei hat übrigens die Entschuldigung angenommen, die armenische Regierung nicht, sie wirft Erdogan Genozidleugnung vor.
http://www.sueddeutsche.de/politik/massenmorde-im-ersten-weltkrieg-armenien-wirft-tuerkei-genozid-leugnung-vor-1.1943714

Da jedoch die  Archive der Türkei geöffnet wurden und eine international besetzte Gruppe von Wissenschaftlern eingesetzt wird, um die Ereignisse zwischen 1915 und 1917   zu erforschen, bin ich da sehr zuversichtlich. Es bewegt sich gerade einiges in der Türkei. Das läßt sich aber nur mit einem Mindestmaß an Ambiguitätstoleranz wahrnehmen. Mit einem  dichothomen Weltbild kommt man da nicht weiter, ebenso wenig  wie bei der Ukraine.  

Die Frage liegt nahe, wie und warum es denn bis zum 21. April diesen Jahres passte.


Ich habe die Frage nicht verstanden. Was passte bis zum 21.April diesen Jahres?
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Andy schrieb:
Wie passt noch mal Deine Erdogan-Propaganda zu Deinem grünen Selbstverständnis in Deutschland @Fräulein?

Du kannst mir ruhig sagen, wenn Du mich zu engstirnig findest.    


Das passt zu meinem grünen Selbstverständnis :

http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-erdoan-spricht-armeniern-erstmals-sein-beileid-aus-1.1942627

Das ist ein unglaublich wichtiger Schritt. Unter einer kemalistisch ausgerichteten Regierung undenkbar. Ebenso wie die Rückgabe der zu Unrecht beschlagnahmten Besitztümer der religiösen Minderheiten in der Türkei, die gerade durch eine eigens dafür eingerichtete Kommisssion erfolgt.

http://nordirak-turabdin.de/2014/03/03/das-kloster-mor-gabriel-freut-sich-uber-erste-ruckgabe-26-02-2014/

Wäre die angeblich säkular ausgerichtete Oppositonspartei CHP wirklich so demokratisch, hätte sie Erdogans öffentliches Gedenken an die armenischen Opfer begrüßt  und darin kritisiert, dass er nicht von einem Genozid spricht. Stattdessen beklagt sie, dass man auch den von Armeniern getöteten Aserbeidschanern  in Berg-Karabag gedenken sollte.

Das armenische Patriarchat in  der Türkei hat übrigens die Entschuldigung angenommen, die armenische Regierung nicht, sie wirft Erdogan Genozidleugnung vor.
http://www.sueddeutsche.de/politik/massenmorde-im-ersten-weltkrieg-armenien-wirft-tuerkei-genozid-leugnung-vor-1.1943714

Da jedoch die  Archive der Türkei geöffnet wurden und eine international besetzte Gruppe von Wissenschaftlern eingesetzt wird, um die Ereignisse zwischen 1915 und 1917   zu erforschen, bin ich da sehr zuversichtlich. Es bewegt sich gerade einiges in der Türkei. Das läßt sich aber nur mit einem Mindestmaß an Ambiguitätstoleranz wahrnehmen. Mit einem  dichothomen Weltbild kommt man da nicht weiter, ebenso wenig  wie bei der Ukraine.
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robertz schrieb:

Jedes Volk verdient die Regierung, die es gewählt hat. Oder: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlachter selber.

Solange die Türken die wirtschalftlichen Errungenschaften, die ja nicht zu verleugnen sind, in Verbindung mit RTE bringen, so lange wird er auch immer wiedergewählt werden, auch zum Präsidenten, davon bin ich überzeugt. .


Möglicherweise hängen die guten Wahlergebnisse für die Ak-Partei nicht nur mit der "Dummheit" ihrer  Wählerschaft zusammen, sondern mit der völlig verunglückten Wahlkampfstrategie der größten Oppositionspartei CHP. Indem sie sich durch die  Gülen-Bewegung unterstützen liess, wurden die Wähler vor die Entscheidung gestellt: wähle ich "Diebe" oder wähle ich die "Unterstützer eines Putschs".  

Als Putschversuch werden nämlich die Ereignisse, die am 17.12. 13 mit der Verhaftung  von 84 Personen, darunter 2 Ministersöhne, und den dann darauf folgenden Veröffentlichungen illegaler Mitschnitte  von vielen, auch von Liberalen und Linken, bewertet   Eine Analyse und genaue Aufklärung dieses "Putschversuchs" stehen noch aus. Es hat die Stimmung auf jeden Fall sehr entscheidend geprägt. Welche Fehler hierbei die CHP gemacht hat, analysiert sehr scharf Etyen  Mahcupyan, der nach der Ermordung von Hrant Dink die  Chefredaktion der Zeitung Agos übernahm.

http://www.turkeyagenda.com/coup-supporters-or-thieves-475.html
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bruno___pezzey schrieb:
auf fb gehen posts rum, wonach die städte nach chp oder mhp aufgeteilt wurden. so sollen z. bsp. in istanbul alle, die die akp nicht wählen, die chp wählen und in adana mhp, usw. ich hab allerdingas keine ahnung wie konsequent dies durchgesetzt wird.

finde ich zwar heftig aber harte zeiten erfordern harte massnahmen. hoffentlich klappt es.


Der CHP- Bürgermeisterkandidat in Ankara Yavas ist  extra aus der MHP aus- und in die CHP eingetreten, um seine Wahlchancen zu erhöhen. Als Begründung für seinen Austritt gab er an, die MHP setze sich nicht ausreichend für die nationalen Werte ein . Diese Zusammenarbeit zwischen der ultranationalistischen MHP und kaum weniger nationalistischen CHP ist seit Dezember 2013 beschlossene Sache und wurde offiziell in den 'Medien verkündet.  Beide Parteien eint ihre Gegnerschaft gegen eine Integration und Versöhnung mit den Kurden und der Wunsch nach einer Rückkehr zur Macht des Militärs.
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Taunusabbel schrieb:
bruno___pezzey schrieb:
und da dummheit keine grenzen kennt, hat er nun youtube sperren lassen.

http://www.gmx.net/themen/nachrichten/ausland/34b610q-medien-tuerkische-behoerden-sperren-youtube

so langsam weiss ich nich, ob ich lachen oder weinen soll.


Der Typ hat echt so einen Sockenschuss. Mal sehen wie das Adlerfräulein das wieder schönredet.


So langsam komme ich mir vor, als ob iich in ein sozialpsychologisches Experiment zum Konformitätsdruck und Gruppenzwang aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts geraten bin. Je größer die Menge an Personen mit einer übereinstimmenden Einschätzung,  um so schwieriger wird es für die Einzelperson,  eine davon abweichende Haltung beizubehalten. Wer hier nicht  im Chor mitsingt  ist verblendet, redet schön, macht Propaganda, könnte auf dem NPD-Parteitag sprechen, gefällt dem großen Führer usw.

Ich möchte gerne mehr zum eigentlichen Thema schreiben und Hintergründe beleuchten, Fragen stellen, Antworten suchen, gerne auch mal ein in einen Schlagabtausch der Argumente treten. Wenn jedoch nur eine Meinung sein darf, könnte der Thread auch geschlossen werden. Das fände ich schade, deswegen probiere ich es weiter.